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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anfängermodell - was ist das denn



onki
07.02.2011, 16:57
Hallo

Wir haben bei uns im Verein gerade die glückliche Lage, das wir von Kids überlaufen werden.
Unsere Rentner kümmern sich toll um die Jungs, bauen aber leider nur komische Depron Doppeldecker mit profillosen Flächen und Kastenrumpf. Ich kann den Schrott einfach nicht leiden.
Man merkt bei unseren Piloten, die hauptsächlich das Zeug fliegen, das sie richtige Modelle (also Segler ab 2 m aufwärts) nicht mehr beherrschen (ich sach nur Landeeinteilung).
Als Vereinsflieger haben wir 2 EGE fertig, die aber nach den Worten unserer Oldies nicht so schön fliegen wie das Depron Zeug.

Ziel der Modelle ist es aus meiner Sicht, die Grundfunktionen des Fliegens (Modell geradeaus halten, Anflug auf sich zu, Landeeinteilung etc.) zu erlernen.
Da wir ein Modellbauverein sind, sollte auch der Bau des Modelles mit den entsprecheden Grundlagen (Kleben, schleifen und ggf. bebügeln) nicht zu kurz kommen.
Ich bevorzuge für so etwas die Höllein Libelle 2, die ich mir heute bestellt hab und mit den Kids zusammen bauen / fliegen möchte. Das ist ein reiner 2 Achser und für meinen Geschmack recht gutmütig und füt L/S Betrieb geeignet.
Durch den Kohleholm und die Aufschiebe-Rippen, sollte der Bauaufwand auch für reizüberflutete Kids von heute noch in erträglichem Rahmen bleiben.

Wie macht ihr das denn so?

Gruß
Onki

jochen_w.
07.02.2011, 17:21
Bei uns im Verein haben welche von der Jugendgruppe auch mal die Libelle gebaut. Gibt eigentlich nicht viel dazu zu sagen, außer dass der Flieger halt wirklich genau richtig ist für die von Dir definierten Ziele. Es hat zwar natürlich etwas länger gedauert als bei Routiniers und es wurden auch manche Fehler gemacht bzw. fast gemacht, aber genau das ist ja auch essentiell für den Lernprozess. Libelle für den Zweck - find ich gut!

mfg jochen

thomasr
07.02.2011, 17:35
Wendet euch doch mal an Claus Thiele unter www.modellbau-thiele.de

Er hat schöne Dinger im Angebot und ist auch bereit für einen Jugengruppe u.U. noch etwas nach Wunsch vorzubereiten.

Gruß
Thomas

Keks
07.02.2011, 20:15
Für die Modellflieger würde ich den EasyStarRR nehmen. Mit 3.2Ah sind >15Min Motorlaufzeit vorhanden, falls man sie überhaupt braucht. Meist braucht man nur 1Min und dann gehen >1h ohne Motor.

Egal ob's ein Blue Phoenix oder eine Libelle wird, die Modellbauer sind bei Höllein gut aufgehoben. Am besten mal von den Höllein Mitarbeitern beraten lassen.

onki
07.02.2011, 23:36
Hallo

Ich hab die Libelle genommen, da wir die Kids ja auch unter der Woche "bespaßen" müssen. Geflogen wird meistens nur am Wochenende.
Daher ist der Elapor-Kram nur bedingt geeignet, da die Dinger in einem bis 2 Abenden fertig sind.
Ein Amigo IV wäre zwar mein persönlicher Traum (ich hab mit dem Dandy und dem Amigo 1 angefangen), der ist aber aus meiner Sicht für einen 10 jährigen etwas zu kompliziert.
Ich denke wenn man in den Bau eines Modelles etwas mehr Zeit investiert sollte die Wertschätzung auch höher sein.
So ist es ja auch beispielsweise bei einem selbstgebastelten Geschenk für die Familie.

Gruß
Onki

Güpfl
07.02.2011, 23:59
Sorry Onki!
Ich halte diese Ansicht füR nicht ganz zeitgemäß. Elapor oder ähnliches bewährt sich bestens für den Anfang. Damit wird alles viel einfacher für dich und die Kids. Kein Kind in diesem Alter will wochenlang im Bastelkeller stehen. Bei Elapor reparierst du einen Rumpfbruch auf dem Flugfeld und die Kids fliegen wieder.

Es ist deine Sache, wie du hier dran gehst. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ein ES oder ähnliches vorzüglich zum Anfangen geeignet sind. Im Bastelkeller haltens die Kids meist nicht länger als eine Stunde am Stück aus. Den Rest der Zeit verbringst sonst du selbst mit Bauen.

Die hochwertigen bzw. arbeitsintensiven Flieger sind für den zweiten Schritt sicher besser - aber anfangs ist eine Schaumwafel ganz famos.
LIEBE GRÜßE - GÜNTHER

karthoon
08.02.2011, 03:19
Ich denke, das Erfolgserlebnis beim Fliegen ist das wichtigste - ich merke es ja gerade an mir selbst als Einsteiger in dieses Hobby.
Und ich halte dies für die Grundlage für den Spaß am Bauen - denn wenn die ersten Flugversuche ständig fehlschlagen verlieren so einige wohl wieder die Lust an beidem, was sicherlich vor allem bei noch ungeduldigen Kindern besonders schnell geht...

Von daher finde ich's legitim, für den ersten Kontakt mit dem Hobby und die ersten Versuche schnell und einfach zu bauende bzw. gar RFT-Modelle einzusetzen, die in erster Linie besonders gut fliegen, leicht zu steuern und kaum kaputtzubekommen sind - egal, welcher Bauart, welchen Werkstoffes etc.

Ich selbst habe vor nichtmal zwei Wochen mit dem fast unkaputtbaren Hobbyzone Champ angefangen, selbst der wohl gutmütigste aller Schaumwaffeln, der Radian, welcher schon flugbereit dasteht, schien mir für den allerersten Anfang noch zu schwierig - und der Erfolg gab mir recht.

Und war es früher wohl mehr Modellbau als -flug, so kann es heute, sofern man das möchte, eher genau andersrum sein - und grad vielen Kindern scheint das Fliegen (erstmal) tatsächlich viel mehr Spaß zu machen als das Bauen.

Also, wollte damit sagen: die Kinder wissen schon am besten, was ihnen Spaß macht und man sollte ihren Interessen freien lauf lassen, sie in diesen fördern und ihnen nicht die eigenen Ansichten, Auffassungen etc. aufdrängen - was natürlich nicht heißen soll, daß man ihnen diese nicht zeigen darf ;)

onki
08.02.2011, 09:45
Hallo

Ich bin da etwas anderer Meinung. Erfolg ist ja schön und gut. Aber auch aus Misserfolg lernt man. Die Summe daraus nennt sich dann Erfahrung.
Ich finde es schlimm, die Kids immer nur mit Erfolg zu überschütten. Wenn man Mist baut, muß man auch mit den Folgen leben.
Zudem werden Die Modelle zunächst via L/S Kabel geflogen, damit sollten sich die Schäden in Grenzen halten.

Es ist leider irgendwie mittlerweile so üblich, immer alles nur zu loben. Wenn ich das so beim Ski-Rennsport beobachte, wo ich auch noch aktiv bin, bestätigt sich das. Da sollen die Kids dann auch noch eine Urkunde bekommen, wenn sie ein Tor ausgelassen haben. Dafür fehlt mir das Verständnis.
Ich frage mich wie solche Menschen später im Leben mit Misserfolgen umgehen wollen.

Ich will damit nicht sagen, das alles nur negativ gesehen werden soll, aber die moderne Technik mit FluSi, L/S Betrieb und so weiter reicht i.d.R. schon aus um gewisses "Lehrgeld" das unsereins damals noch zahlen musste, nicht mehr zahlen zu müssen. Kleinere Rückschläge, und sei es nur ein defektes Servogetriebe, wird es immer geben.

Die Libelle ist in ihrem Aufbau doch recht einfach zu bauen. Damit kann man die handwerklichen Grundlagen, die meiner Meinung nach zu diesem Hobby gehören, einfach erlernen. Der Flieger sollte dann in wenigen Abenden zusammengebaut sein.
Danach geht es dann auf den Platz, um das Modell fliegen zu lernen.
Wer einfach irgendwie fliegen möchte, soll sich so ein ARF Teil zulegen. Wenn wir als Verein aber auf den Plan treten, sollten alle Facetten des Hobbys beleuchtet werden.
Ich wüsste sonst nicht, wie man die Jugend beim Bastelabend beschäftigen sollte, wenn man ARF Teile "baut". Die sind ja an knapp einem Abend fertig.

Gruß
Onki

Keks
08.02.2011, 16:03
Hi,
ist halt die Frage welches Hobby. :D Ob man sich als Modellsportler, Modellbauer oder Modellflieger versteht, kann da schon einen Unterschied machen. Ob man z.B. Motoren in Segler baut oder fertig käuft bleibt jedem selbst überlassen. Und das ist gut so.
Gruß Keks

jochen_w.
08.02.2011, 19:05
Ob man sich als Modellsportler, Modellbauer oder Modellflieger versteht, ...

Genau in dem Denkmuster sehe ich eines der gerade größten Probleme. Sicher, es soll jeder nach seiner Art glücklich werden. Sprich, wenn jemand lieber fliegt als baut, dann ist das völlig in Ordnung, im Ernst!
Nur einen Punkt darf man dabei nicht vergessen: Es gibt auch für ModellFLIEGER einige Dinge, die sie können sollten. Um des eigenen Glückes Willen. Und dazu zählt halt auch der Umgang mit den üblichen Werkstoffen. Stell Dir mal vor, so ein richtiger ModellFLIEGER hat mal einen Crash und es muss was an seinem Modell repariert werden. Dann muss er das halt auch können. Und wenn das Erlernen dieser Fertigkeiten immer konsequent ausgelassen wird, dann "züchtet" man sich damit Modellflieger heran, die dann z.B. nach 5 Jahren Erfahrung ernsthaft Fragen wie "beplankte Rippenfläche reparieren - aber wie?", oder "Wie Kastenrumpf bauen?" (oder ähnliches, waren nur Beispiele) stellen können. Und das kann ja nicht das Ziel sein.

mfg jochen

Güpfl
08.02.2011, 23:06
Wenn du meinst, dass du bei den Kids mit diesen Thesen gut ankommst, dann wirst du das machen, Onki.

Ich hoffe nur nicht, dass du Schiffbruch erleidest. Es ist mehr als lobenswert, dass du dich mit Kindern befaßt und ihnen viel beibringen willst.

Es wäre sehr schade, wenn du dabei frustriert wirst, weil die Kinder nicht so mitziehen, wie du willst. Ich kann dir als Vater eines Zehnjärigen(der übrigends schon sehr gut fliegt (auch 3D und Kunstflugfiguren)), sagen, dass die Bastelei anfangs zwar spannend empfunden wird, aber bereits nach einer Stunde ist die Aufmerksamkeit hinüber. Bauen vom Groben (Einfache) ins Feine ist hier die richtige Methode.

Beim Fliegen bleibt die Faszination andauernd. Mein Sohn wollte den einzigen Flieger der nicht RTF war, deshalb nicht gerne fliegen, weil er Angst hat ihn kaputtzumachen. Er hatte (wegen der Verantwortung) mit diesem Flugzeug einfach keine Freude am Fliegen.

Der Ernst des Fliegens kommt früh genug - nämlich dann, wenn nach ersten Erfolgen der Ehrgeiz dazukommt.

Mein Junior wünscht sich jetzt ein bespanntes Balsaholzmodell. Da wird er auch mehr Sitzfleisch im Bastelkeller an den Tag legen und beim Fliegen noch viel Verantwortungsgefühl zeigen müssen.

Er übt jetzt schon die Landungen fleißiger als vorher, macht keine Snap-Rolls mehr in 5 m Höhe und versucht sich als "würdig" für einen "echten" Flieger zu erweisen.

Hätte ich vor einem Jahr so begonnen, wie du es nun planst, wäre er ziemlich sicher noch nicht so weit. (Wenn er überhaupt dabei geblieben wäre)

LG GUE

Güpfl
08.02.2011, 23:20
Wenn du meinst, dass du bei den Kids mit diesen Thesen gut ankommst, dann wirst du das machen, Onki.

Ich hoffe nur nicht, dass du Schiffbruch erleidest. Es ist mehr als lobenswert, dass du dich mit Kindern befaßt und ihnen viel beibringen willst.

Es wäre sehr schade, wenn du dabei frustriert wirst, weil die Kinder nicht so mitziehen, wie du willst. Ich kann dir als Vater eines Zehnjärigen(der übrigends schon sehr gut fliegt (auch 3D und Kunstflugfiguren)), sagen, dass die Bastelei anfangs zwar spannend empfunden wird, aber bereits nach einer Stunde ist die Aufmerksamkeit hinüber. Bauen vom Groben (Einfache) ins Feine ist hier die richtige Methode.

Beim Fliegen bleibt die Faszination andauernd. Mein Sohn wollte den einzigen Flieger der nicht RTF war, deshalb nicht gerne fliegen, weil er Angst hat ihn kaputtzumachen. Er hatte (wegen der Verantwortung) mit diesem Flugzeug einfach keine Freude am Fliegen.

Der Ernst des Fliegens kommt früh genug - nämlich dann, wenn nach ersten Erfolgen der Ehrgeiz dazukommt.

Mein Junior wünscht sich jetzt ein bespanntes Balsaholzmodell. Da wird er auch mehr Sitzfleisch im Bastelkeller an den Tag legen und beim Fliegen noch viel Verantwortungsgefühl zeigen müssen.

Er übt jetzt schon die Landungen fleißiger als vorher, macht keine Snap-Rolls mehr in 5 m Höhe und versucht sich als "würdig" für einen "echten" Flieger zu erweisen.

Hätte ich vor einem Jahr so begonnen, wie du es nun planst, wäre er ziemlich sicher noch nicht so weit. (Wenn er überhaupt dabei geblieben wäre)

LG GUE

karthoon
08.02.2011, 23:37
Hmm, ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen ich auf der Straße vorm Haus die Kupplung meines Wartburgs selber gewechselt hatte - und das war damals ein völlig normaler Anblick, daß ein Motor dazu einfach mal auf dem Fußweg rumlag :D und sogar kfz-technische Laien wußten, wie solch ein Teil aussieht.
Und heutzutage? Wer von denen, die ein Auto haben, würden ihren Motor überhaupt als solchen erkennen, wenn er neben ihrem Wagen liegen würde...?

Von u.a. solchen Fragen, wozu denn "die großen Löcher" da drin seien, was ich mit dem "Stanzabfall" will (große Löcher: Zylinder; Stanzabfall: Kopfdichtung :D ) und besonders, warum ich meinen Dieseln immer Zweitaktöl beigemischt hatte, mal ganz abgesehen...

Aber trotzdem ist es absolut "gesellschaftsfähig", Auto zu fahren ohne die geringste Ahnung von der dahinterstehenden Technik zu haben.
Ich begrüße das auch nicht wirklich...

Doch die Zeiten ändern sich halt - und machen auch vorm Modell-xxx (xxx steht für Sport, Bauen, Fliegen) nicht halt. Wenn wer Spaß am ausschließlichen Fliegen vom Schaumwaffeln hat und dessen Modellbau- und handwerklichen Kenntnisse auf das wieder Zusammenkleben und Aufbringen von Gewebeklebeband zur Verstärkung von Bauteilen beschränken: ich wüßte nicht, was daran verwerflich sein sollte (ohne damit im Umkehrschluß behauptet zu haben, daß dies dann erstrebenswert sei).

Natürlich ist es wichtig, Kindern die Hintergründe der Dinge, deren Zusammenhänge und Funktionsweisen zu lehren und auch handwerkliches Geschick und damit verbunden Geduld und Ausdauer zu fordern und zu fördern - aber man sollte ihnen eben nichts aufzwingen, sondern grad in Hobbysachen den Spaß (und damit meine ich nicht, was unsereins glaubt, für die Kinder Spaß zu sein (bzw. sein zu müssen)) an erster Stelle stehen zu lassen. Der eine oder andere lernt u.u. selbst dabei mehr als in der Schule...
Wenn wirkliches Interesse (was man ja bekanntlich nicht erzwingen kann) an der Sache haben, werden sie schon von selbst tiefer einsteigen wollen...
Daß es Regeln gibt, denen auch sich auch die Kinder unterordnen müssen, ist sicherlich selbstredend - und wenn es eben beispielsweise ein (Flug)modellbauverein und kein Modellflugverein (ja, die Unterschiede sind klein, aber fein ^^) ist, sie aber in der Hauptsache viel mehr Spaß am Fliegen haben und das Bauen reines Mittel zum Zweck ist, müße eben drüber gesprochen werden, ob sie in einem anderen Verein vielleicht nicht doch besser aufgehoben wären...

Naja, denke, das ganze ist reine Ansichtssache - jeder hat da wohl seine ureigene Meinung dazu und am Ende läufts auf 'ne Grundsatzdiskussion hinaus :rolleyes:

Grüße

Thomas

lucaspapa
09.02.2011, 09:59
Moin,

ich geb Onki völlig Recht, wenn ich erlebe das ich Leute treffe die schon seit ein paar Jahren dabei sind , fliegerisch auch einiges auf dem Kasten haben, aber leider keine Ahnung von den Grundlagen haben werd ich nachdenklich...... da werden in Flächen von Spanten gesprochen, ein sauber eingeteilter Landeanflug ist nicht drin. Eine Frage die mir neulich gestellt wurde * woran erkenne ich eigentlich Thermik?* .... der Kollege fliegt auch schon ein paar Jahre.

Schön und gut , Epp&co haben den Einstieg wesentlich einfacher gemacht, aber ob er deswegen auch besser geeignet ist ?

onki
09.02.2011, 10:32
Hallo

Heute kommt meine Libelle, die ich morgen Abend in unsere Villa Thermik (so heißt unser Vereinsheim http://onki.de/modellbau/villa ) tragen werde.
Ziel ist es wie gesagt das Teil mit den Jungs zusammen zu bauen. Das das natürlich nicht ohne Probleme geht (der Simu-PC im Nebenzimmer ist immer eine willkommene Ablenkung) ist mir klar.

Sicher werden auch einige Kids auf der Strecke bleiben, mangels Interesse. Aber das war bei meinen Kumpels vor über 30 Jahren schon so.

Als Antrieb hab ich mir das Set von Natterer mit 2826/10 und 9x5er Latte und 2s1600 Lipo ausgesucht, um die Kosten im Rahmen zu halten.
Ich will das Teil einfach mal bauen damit der Vorstand später die Eltern anschreibt und fragt ob diese vielleicht auch so ein Teil anschaffen wollen.
In der Drogenszene nennt man es wohl anfixen :D.

Sicher wollen die Kids gern fliegen, aber das geht beim Bastelabend halt nur am Simu. Daher ist auch mal bauen angesagt.
Wir sind eigentlich ein klassischer Seglerverein, der aber mittlerweile auch einige Schlepppiloten hervorgebracht hat.

Ich werde dann mal später über das Feedback berichten.

Gruß
Onki

P.S. Ich bin übrigens das älteste Beispiel für unsere Jugendarbeit.

Güpfl
09.02.2011, 21:22
Viel Erfolg ! Und berichte mal zwischendurch - es wäre interessant zu wissen wie es läuft.

LG Guenther

Carlos1
10.02.2011, 10:43
Als ich anfing mit Modellflug (da war ich aber seit Jahrzehnten kein Kind mehr), hat mir mein Modellbauhändler einen Styropor-Segler verkauft. Später habe ich im Katalog nachgelesen, dass dieses Modell angeblich "so gut wie keine Anforderungen an den Piloten stellt". Trotzdem endete der Erstflug nach 3 Sekunden mit einer zerdötschten Nase (von dem Modell). Hätte ich vorher Wochen zum Bau des Modells aus Balsa aufgewendet, wäre das wahrscheinlich schon das Ende meines Modellflugengagements gewesen. So konnte ich mit schiefer Nase weiterfliegen. Der Wunsch nach besseren Fliegern und die Bereitschaft, mehr Zeit und Energie in den Bau zu stecken, kommt automatisch, wenn es einen "gepackt" hat.

von_richthofen
10.02.2011, 11:28
Moin,
das war aber eine etwas andere Situation. Onki will den Kids das Fliegen ja im Lehrer-Schüler-Verbund beibringen. Wenn der Lehrer dabei einigermaßen was kann (wovon ich mal ausgehe) ist ein Abstruz fast auszuschließen, dann eignet sich sogar ein 1,9 m Elektrokunstflieger als Schulungsmodell (eigene Erfahrung).

Ich finde den Ansatz grundsätzlich absolut klasse, um mal von diesem elenden Schaum-Einerlei wegzukommen. Die Modellfliegerei ist mit dem Zeug dermaßen überflutet, das ich das Wort Schaumwaffel schon gar nicht mehr hören kann. Ich will den Teilen beileibe nicht ihre Daseinsberechtigung absprechen (vor allem, wenn man sich das Fliegen autodidaktisch beibringen will, sind sie durch nichts zu ersetzen) und wer damit Spaß hat soll von mir aus glücklich werden. Aber so ein bischen (gerne auch ein bischen mehr) back to the roots finde ich wirklich unbeschreiblich erfrischend.
Ich wünsche dir nur (Onki), dass du mit der Idee keinen Schiffbruch erleidest und an Kinder gerätst, die noch ein wenig Interesse für das Handwerkliche mitbringen und auch dazu in der Lage sind, sich ein oder zwei Stunden am Stück auf den Bau so eines Modells zu konzentrieren. Als ich 10 oder 11 jahre alt war, haben mir meine Großeltern einen Bausatz des kleinen UHU geschenkt. Es war das Größte für mich, mich stundenlang hinzusetzen und die Rippenfläche und den ganzen Rest peinlich genau nach Plan zusammen zu leimen (obwohl ich damals auch schon einen Fernseher und diverse Videospiele hatte...^^). Wieso sollte es heute keine Kinder von der Sorte mehr geben? Nur finden muss man sie...

Halt uns auf dem Laufenden, der Ausgang des ganzen Projektes interessiert mich wirklich brennend.

mfg Der Baron

Güpfl
13.02.2011, 15:09
Lieber Baron !

Onki geht es sicher nicht daraum, ein paar Kinder zu finden, die genau so sind, wie du dir die Kids wünscht. Es geht darum, Kinder die schon da sind an das Thema heranzuführen, zu begeistern und möglichst viele bei der Sache zu halten.

Die Qualität eines Vereines (egal welcher Verein) zeigt sich im Umgang mit dem Nachwuchs. Dort, wo für den Nachwuchs etwas getan wird besteht der Verein nicht zum Selbstzweck der Gründungsmitglieder.

Möglichkeiten, den Nachwuchs zu begeistern gibt es sicher auf viele Arten, egal ob mit Schaumwaffel oder Topmodell. Aber eines funktioniert wahrscheinlich nicht. Wenn mann frei nach seinen Vorstellungen und nach dem Motto "zu meiner Zeit war das so...." den Kindern etwas aufzwingen will. Von sich selbst auf andere zu schließen ist in diesem Fall eher nicht so tauglich. Die Kids werden schon zeigen, was ihnen gefällt, und darauf muss man eingehen, wenn es klappen soll.

LG Gue

Behemoth
13.02.2011, 16:26
Ich versteh auch nicht warum man das im Lehrer Schüler Modus machen muss ...
Klar, der Flieger bleibt heil, aber gerade wenn du die Kinder zum Bauen animieren willst dann ist es essenziell notwendig, dass mal was kapput geht !! Lass sie auch mal einen Bruch bauen, um zu sehen, aha das kann man reperieren !! Ob Schaumwaffel oder Holz Rippenmodell ist egal, reperieren kann man beides ! Und gerade da liegen eben die Vorteile von Schaumwaffeln, sie lassen sich zweifellos schneller und vor Ort reperieren !
Ich war mit 12 auch in einem Verrein, damals mit meiner Pico Cub von Multiplex, erster Flug ( Komplett alleine, ich war ein Dickkopf und dachte das krig ich schon hin) gleich den Bodenstart, höhe voll gezogen, senkrecht aufgebeumt, und aufs Heck gefallen das ganze einfach direkt vor ort mit Sekundenkleber und Akti Spray gefixxt, und 2ter versuch, da gings schon 3 meter weiter .
Bei meinem 2ten Flieger ( E Segler mit Rippenfläche) ging auch einiges kapput, aber das hat mich eben zum bauen animiert. Und mein 3tes Modell war ne Piper von Sig, kompletter Holzbausatz! Da steckte viel Herz drin, aber ich wusste eben dass ich das auch wieder reperieren kann wenn mal was passiert.
Mit Lehrer Schüler System fehlt dir aber diese Erfahrung komplett .. Lasst die kinder doch mal was kapput machen !! Lieber gleich am Anfang, denn eines ist sicher der erste Bruch kommt bestimmt und lieber so, als mit ner teueren Maschiene, ARF die sich der kleine mühsam vom Taschengeld zusammen gespart hat ... ich glaub da verliert man eher das Interesse ...

Grüße Andrej

onki
14.02.2011, 10:03
Hallo

Hier einmal ein kurzer Zwischenstand. (Modis bitte ab in das Cafe falls fehl am Platz).
Donnerstag den Bausatz in unsere Villa gebracht.
Konnte z.T. die Worte "cool" bei den Kids hören, zumal die Sache mit dem Kohleholm wirklich klasse ist. Allerdings wurde etwas über die Tatsache abgelästert, das es ja nur ein Zweiachser ist (aber die können noch keine vernünftige Kurve fliegen;)).
Hab dann am Freitag die erste Flächenhälfte in etwa einer Stunde (nach Studium der Anleitung .- um nix falsch zu machen) aufgebaut. Die andere folgt dann am Donnerstag zusammen mit den Kids die Interesse zeigen. Dann kann man auch mal die Bauteile erklären.

Am Wochende waren auch ein paar Kids auf dem Platz, einer davon mit einem jungfräulichen Depron-Doppeldecker (Fokker DR7).
Die anderen können mit dem Ding schon alleine fliegen. Den Erstflug hab ich dann via-L/S Kabel gemacht (war für mich aber auch Depron-Premiere). Dabei konnte ich ihn einmal retten, da der Flieger beinahe über dem Wald aufgetascht wäre (die können nicht einschlagen da zu leicht:) ).
Abschließend haben wir dann noch Landungen geübt, was recht gut ging, aber die Dinger sind auch anspruchslos zu landen.
Der zweite Flug ging dann auch schon ohne L/S Kabel und die Landung war zwar OK aber dennoch ist der Motor abgefallen.
Als die Kids weg waren, musste ich dann erst ein paar Schlepps mit meiner Alpina machen, damit ich wieder einen richtigen Flieger in Händen hatte. Das ist halt eine andere Liga.
Die Dinger mit den platten Tragflächen fliegen ja wie ein Stein. Aber wenns den Kids Spaß macht solls mir egal sein. Nur wer damit fliegen kann kann noch lange nicht mit richtigen Flächenmodellen fliegen, aber das wäre dann der nächste Schritt.
Sonntagnachmittag haben die Kids mit den Teilen schon so eine Art Fuchsjagd veranstaltet und hatten sichtlich Spaß.
Auch ein "Hand"-Windenstart mit meinem Highlight kam gut an. Um noch etwas Appetit auf das segeln zu machen hatte ich noch den Falcon F3B und meinen Storm (beide elektrisch) dabei, die ich dann ordentlich herumgelassen hatte um mal zu zeigen, was so alles möglich ist (Verbrenner ist bei uns sonntags tabu - hab ich auch keinen).

Alles in allem ein gelungenes Wochenende. Wir mussten die KIds fast nach Hause prügeln (natürlich nur verbal;) ).

Gruß

Onki

Niwo
14.02.2011, 10:49
Also, bei uns im Verein haben wir feststellen können, das es den Kids heutzutage wirklich erst um´s fliegen geht.

Wir betreiben das Lernen auch im L/S-Modus und verwenden bevorzugt Hochdecker mit 3-Beinfahrwerk ( weil am Anfang leichter zum Landen ) a la Cessna; Trainer 40/60 mit SW ab 1,4m. Die können auch mal nen stärkeren Wind ab, da sind uns die Schaumwaffeln zu wackelig - wir haben sehr selten so wenig Wind, das man mit Schaumwaffeln ruhig fliegen könnte.

Wir beziehen die Kids in den evtl. nötigen Reparaturprozess mit ein - wer´s kaputt macht, repariert auch mit - bisher klappt das ganz prächtig.
Es kommt auch darauf an, wie man es den Kids erklärt - damit sie beim reparieren die Geduld nicht verlieren.

Aber, kein Platz ist wie der andere und Kinder sind sowieso unterschiedlich.
Der Eine will´s unbedingt lernen, der Andere will erstmal gefallen daran finden.

Das gilt für´s Fliegen genauso wie für´s Bauen oder Reparieren.


Gruß Klaus

Güpfl
17.02.2011, 03:07
Der goldene Mittelweg ist, so wie es scheint, der Richtige. Ich freue mich, dass Onki seine Kids nach Hause "prügeln" muss. Die Dosis macht dass Gift - und so lange die Dosis so "nieder" ist, dass die Kids mehr wollen, so lange hält man sie bei der Sache.

Und nach ein paar Flug- und Bastelstunden sind sie wahrscheinlich sowieso infiziert ;)

LG Guepfl

ROMA
17.02.2011, 21:05
Un wech

e-yello
17.02.2011, 22:45
Hallo,
Der grösste Fehler in der Jugendarbeit ist den Jungs erzählen zu wollen woran sie Spass haben sollen!
Spass definieren die sich selbst und am besten beschränkt man sich auf Tips und Hilfestellung.
Wertende Klassifizierungen in "Schrott" (Depron und Elapor) und "richtige"Flieger (Libelle und Alpina) haben allerdings den pädagogisch wertvollen Nebeneffekt dass die Kids lernen dass es auch in der heilen Modellfliegerwelt Menschen mit eingeschränktem Horizont gibt.

Gruss
Yello

.Konrad.
18.02.2011, 14:20
Ich bin bei uns der einzige Jugendliche im Verein und mir wird nicht gesagt was ich mir kaufen soll da sagen alle das ich das alleine entscheiden muss! Ansonsten wird mir sehr gut geholfen ich kann ganz nebenbei meine erfahrungen beim eintsellen und bauen von ARF Modellen machen und hilfe beim fliegen von E-Seglern brauch ich schon garnicht mehr! Der nächste große Schritt bei dem ich noch Hilfe brauchjen werde ist das Einfliegen meine Katana s30e von SebArt.