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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Aufbau Fläche Pliatus B4 - 4m



roth_georg
14.02.2011, 12:31
Hallo zusammen!

Gerne möchte ich eine Diskussion starten.

In Kürze werde ich eine B4 mit 4m Spannweite beginnen, bei der ich die Flügel und das HLW selber machen werde.
Ich bin mir nun überhaupt nicht sicher, ob ich mit der B4-Geometrie einen Holm brauche und falls ja, wie dieser dimensioniert sein sollte (Christian Baron).

Was ist hier eine einfach zu realisierende Bauart?

Falls ihr meint, ich brauche einen Holm, gibt es denn da eine Möglichkeit, den Flügel in einem Go (nicht zuerst oben und dann unten) zu pressen?

Ein Artikel bei R&G zeigt auf (www.swiss-composite.ch/pdf/i-Styro-Tragflaechen.pdf), wie es ohne gehen soll. Ist das was?

Vielen Dank für Eure Beiträge,
Georg


607175

Milan
14.02.2011, 14:35
Hallo Georg.

Ob und welchen Holm eine Tragfläche benötigt ergibt sich aus aus den Anforderungen, welche der Flügel stand zu halten hat.

Sag was du haben möchtest und du bekommst eine Antwort, was du brauchst.

Meine Meinung: eine 4m Fläche sollte auch ohne "Vollgasfest-Ambitionen" einen Holm haben.
Den Aufwand diesen in die Styrofläche einzubauen ist auch nicht so hoch....

Ober,- und Unterseite lassen sich bei Gebrauch von Epoxy in einem Rutsch pressen.

Beim PU-Leim reicht dafür die "Topfzeit" nicht aus - wer allerdings mit dem Kleber seine erste Tragfläche gepresst hat, bekommt das Grinsen nur noch schwer aus dem Gesicht heraus.

Die R&G-Bauanleitung ist gut und funktioniert.

LG

Harry

roth_georg
14.02.2011, 15:49
Hallo und vielen Dank für den Input.

Die Flieger ist jetzt nicht für DS gemacht, sondern für Kunstflug - sei es am Hang oder sei es in der Ebene.

Ich war am Mittag noch zum Joggen und da kam mir die Idee eines möglichen einfachen Holm-Aufbaus bei dem ich nicht Rowing tränken muss und alles in der Trropfzeit des Leims machbar ist.

Wäre das eine Möglichkeit?

Georg

607214

Gast_8624
14.02.2011, 18:31
Die Flieger ist jetzt nicht für DS gemacht, sondern für Kunstflug - sei es am Hang oder sei es in der Ebene.
Hallo Georg,
bei 4m Spannweite und Kunstflug kommst Du ohne Holm nicht aus.
Wer sonst als der Holm soll die Biegekräfte aufnehmen? Die Schale kann es nicht, die muß die Torsionskräfte aufnehmen.
Dein Holmaufbau ist etwas..ähh... ungewöhnlich...schau mal hier:
http://wiki.rc-network.de/index.php?title=Holm
Holm = Obergurt+Untergurt, dazwischen der (Querkraft)Steg!
Glas und Kohle zusammen verbauen funktioniert nicht , wegen der zu unterschiedlichen Dehnungen.
Schau dir beim C. Baron die excel- Berechnung an. Die Holmgurte kannst Du auch in Holz berechnen (siehe Materialliste).
Für Kunstflug rechne mit 40m/s und Ca = 1,0 ... das gibt einen Holm der Kunstflug aushält.
Auch hier gibt es viele Hinweise:
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/245888-Bau-Bildbericht-LS-Flächenbau-1-3
Gruß Rolf

PIK 20
15.02.2011, 09:38
Hi Rolf,


Glas und Kohle zusammen verbauen funktioniert nicht , wegen der zu unterschiedlichen Dehnungen.

So sehe ich das auch.

Wenn man mit Glas baut und ein bischen mit Kohle "verstärkt" ist die Kohle rausgeschmissene "Kohle"
Baut man mit Kohle, ist Glas das rausgeschmissene Geld und viel schlimmer, überflüssiges Gewicht.

Gruß Heinz

MarkusN
15.02.2011, 11:53
So heftig hätte ich das jetzt nicht ausgedrückt. Richtig ist, dass das 180g Glas unter der 180g Kohle vor allem eines tut: wiegen.

Aber so wie die Funktionen in der vorgeschlagenen Konstruktion verteilt sind, passt das schon. Die Torsionsfestigkeit bei Halbspannweite ist halt nicht so hoch, wie sie in Kohle wäre; so gesehen würde ich mir überlegen, ob man nicht für beide Gewebelagen Kohle nehmen will. Falls das Glas bleiben soll, nur eine Überlappung mit der Kohle vorsehen und sonst den inneren Teil weglassen.

Auch die Holmkonstruktion passt; was nicht passt, ist die Terminologie. Einmal mehr bezeichnet wer den Steg als Holm...

Den UD-Holmgurt (ist doch hoffentlich UD?) könnte man noch trapezförmig zulaufen lassen. Spart etwas Gewicht aussen und erhöht damit die Wendigkeit.

roth_georg
15.02.2011, 16:14
Ok....

Verstehe ich das richtig. Ihr meint, der Holmsteg aus Rohacell ummatelt mit einem Kohleschlauch könnte funktionieren. Welche Kohlestärke würdet ihr denn empfehlen?

Aber anstatt Kohle unter das Abachi zu legen, könnte ich auch "nur" Glas nehmen. Welche Schichten würdet ihr hier empfehlen?

Würde Sinn machen, oder? Ich könnte dann alles in einem Gang machen und so ein bisschen Zeit sparen, oder?

Echt super!

Georg

Gast_8624
15.02.2011, 16:38
Verstehe ich das richtig. Ihr meint, der Holmsteg aus Rohacell ummatelt mit einem Kohleschlauch könnte funktionieren. Welche Kohlestärke würdet ihr denn empfehlen?
Hallo Georg,
ich meine Du verstehst es nicht richtig.
Hast Du dich mit dem Programm vom C.Baron mal beschäftigt und die links gelesen?

Du könntest auch "nur" Glas nehmen, wenn Du mit "unter das Abachi legen" das Material für die Holmgurte meinst (Rowing oder UD) :confused: Oder meinst Du flächig Glasgewebe unter 45° gegen Torsion?

Alle Materialstärken rechnet dir das Excelsheet vom C. Baron entsprechend deiner gewählten Belastung aus.

Gruß Rolf

roth_georg
15.02.2011, 17:13
Rolf, möglich, dass ich einen Knopf habe. Schaue mir mal das Programm genau an.

So long - Danke, Georg

eges
15.02.2011, 17:57
So heftig hätte ich das jetzt nicht ausgedrückt. Richtig ist, dass das 180g Glas unter der 180g Kohle vor allem eines tut: wiegen.

Aber so wie die Funktionen in der vorgeschlagenen Konstruktion verteilt sind, passt das schon. Die Torsionsfestigkeit bei Halbspannweite ist halt nicht so hoch, wie sie in Kohle wäre; so gesehen würde ich mir überlegen, ob man nicht für beide Gewebelagen Kohle nehmen will. Falls das Glas bleiben soll, nur eine Überlappung mit der Kohle vorsehen und sonst den inneren Teil weglassen.

Auch die Holmkonstruktion passt; was nicht passt, ist die Terminologie. Einmal mehr bezeichnet wer den Steg als Holm...

Den UD-Holmgurt (ist doch hoffentlich UD?) könnte man noch trapezförmig zulaufen lassen. Spart etwas Gewicht aussen und erhöht damit die Wendigkeit.

Hallo

ein Torsionskasten, aufgebaut aus 93er Carbongewebe bis zum Hauptholm 45 Grad eingelegt reduziert auch einiges Gewícht. Die B4 wird dadurch um die Länsachse agiler.

Gruß eges

Reimer
15.02.2011, 19:48
Hallo Georg,

eine 4m Pilatus B4- Fläche sollte unbedingt einen Holm und eine vernünftige Steckung haben. Bei der recht großen Flächentiefe und der einfachen Geometrie würde ich die Flügel komplett mit Glas 163 g/dm² +/- 45° unterlegen und die Kohle lieber für einen stabilen Holm investieren.

Auch würde ich dir empfehlen, die Flügel in zwei Arbeitsgängen zu pressen. Für einen nicht so versierten Modellbauer ist es deutlich einfacher und dauert praktisch nur einen Abend länger.

Gruß
Reimer

FWK
15.02.2011, 23:25
Hoi Georg,

Wenn das dein erster Flügel ist den du bauen möchtest, dann leg doch vorwiegend Glas rein.
Ausser du willst einen ultradünnen Flügel bauen?
Ansonsten sind schon ein paar gute Vorschläge genannt worden.
Schau dir auch mal die Sandwichbauweise mit Holzbeplankung an, die H. Siegmann auf aerodesign.de beschreibt. Ist eine Bauweise für faule Leute (zu faul, um Holme und Klappenstege anzupassen :))

Ist ein einfacher Holmaufbau den du mit Glasschlauch fertigen kannst und Carbon UD Bänder für die Gurten. Damit bleibt auch der finanzielle Aufwand in Grenzen.
160gr. Glas 45° in der D-Box, Rest des Flügels 80gr Glas auch 45° (oder wenigstens die Ruder nur mit 80er wegen Gewicht)

Ja, das geht alles in einem Guss, sogar mit Servos schon eingebaut. Du brauchst dann nur noch ein kleines Loch für den Servohebel auszufräsen.
Aber beim ersten Flügel würde ich das in 2 Schritten bauen.

Gruss
Franz

Reimer
16.02.2011, 00:37
Hi Georg,

du hast viele Ratschläge für deine B4-Flügel bekommen. Jetzt noch einen letzten von mir.

Wenn du schnell und einfach zu einem Flieger kommen willst, dann kauf dir einen. Willst du selber bauen, dann investiere Zeit und auch etwas Geld und bau dir etwas Vernünftiges.

Hier im Forum gibt es viele gute Baubeschreibungen und ein B4-Flügel ist relativ simpel. Man muss also das Rad nicht zum x-ten Mal erfinden. Bau das Ding so gut wie möglich und so einfach wie nötig und verngiss den ganzen Mist mit D-Boxen und wirren Abstufungen mit Glas oder Kohle. Was nützt dir das erste (ca.) feste Drittel der Flächentiefe, wenn die restlichen zwei Drittel "labberig" sind und gegen das so beliebte Verdrehen wenig oder nichts ausrichten können.

Ich würde eine durchgehende Gewebelage ca. 160g/dm² unter 45° oben und unten nehmen und in einen guten Holm investieren. Damit kannst du eine feste und leichte Fläche bauen ohne irgendwelche Abstufungen für "leichte Querruder" oder leichte Flächenenden. 4 m Spannweite ist nicht die Welt und die paar Gramm Mehrgewicht in den Rudern oder am Flächenende machen sich fliegerisch überhaupt nicht bemerkbar.

Da auf deiner Wunschliste Kunstflug ganz oben steht, solltest du die Querruder vielleicht etwas vergrößern. Als Schulterdecker hat die B4 einen tiefen Schwerpunkt und generell etwas Schwierigkeiten bei Rollen.

Viel Freude beim Bauen.

Gruß
Reimer

roth_georg
18.02.2011, 22:44
Kollegen!

Vielen Dank für all die Tips. Ganz mein erster Flügel wird es nicht. Habe früher F3B-Flieger gebaut (Tarantula, Tartaruga - kennt man wahrscheinlich nicht mehr). Die waren 2.5m/2.8m und der Holm war eigentlich auch ziemlich einfach - aber eben, das war auch schon ein paar Jahre her.
.....gehe jetzt mal in die Ferien (= Urlaub) und melde mich später wieder.

Georg

roth_georg
18.02.2011, 22:57
....P.S.: ich glaub, der Aufbau bei aerodesign macht mir Sinn - einfach und effizient! Und für Hangflug sollte es doch reichen. Seit 20 Jahren habe ich keinen Segler mehr gemacht und jetzt ist mein Ziel ein Wochenende auf den Hahnenmoos mit einer B4. 6 Monate gebe ich mir Zeit.

So einfach können Träume sein.

Georg

roth_georg
09.03.2011, 07:59
Hallo zusammen.

Zurück aus dem Urlaub und in der Zwischenzeit habe doch einige Forumsbeiträge gelesen. Bis jetzt bin ich zu folgendem Schluss gekommen:
Es ist möglich alles in einem Schritt zu pressen und für mich eigentlich auch noch das Ziel. Das will ich mit folgendenm Aufbau realisieren (mit 40min Epoxy)

0.9mm Abachi
über die ganze Tragfläche würde ich 160g Glas legen, evtl im Wurzelbereich das Doppelte
den Holm würde ich mit 10mm Balsa hochkant bauen und mit einem CFK-Schlauch ca. 200g umwickeln.
Im Bereich der Wurzel würde ich die Flügelhalterung mit 20mm Birkensperrholz realisieren. Abgeschlossen mit einer 5mm Birken-Wurzelriippe
Im Bereich des Holmes kommen dann noch 75mm CFK-Bänder oben und unten zum Zuge


Wird zu zweit gearbeitet, sollte dies alles (bei guter Vorbereitung) in einem Abend gehen. Und Flügel sollte was aushalten, aber nicht unbendingt für F3B (ist auch nicht nötig).

Für mich stellen sich nun noch folgende Fragen:

Ist ein 16mm Stahl genügend für die Flügelaufnahme?
Weiss jemand einen Tread, der aufzeigt, wie die Querruder steif gemacht werden können/sollen? Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sollte ich da auch ein bisschen Kohle reinlegen - aber wie?
Wie werden solche Flügel dann zusammengehalten? Früher habe ich dies noch mit Gummibändern gemacht (Flamingo-Zeiten). Dies ist wohl hier nicht angebracht.


Macht das einigermassen Sinn für einen 4m Flieger? Ich fände dies einen effizienten und einigermassen "günstigen" Aufbau (Cost/Benefit).

Gruss und vielen, vielen Dank!
Georg