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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Differenzierung bei der Rolle



Gerhard_Hanssmann
02.06.2004, 12:27
Die Rolle, in ihren vielfältigen Ausführungen , ist ein Grundelement des Kunstflugs. Sie sieht einfach aus, ist aber, wenn man auf Exaktheit achtet, schon gar nicht mehr so einfach. Die Abwandlungen: langsame Rolle, Vier- u. Achtpunktrolle, verlangen schon ein gehöriges Maß an Übung.

Aus einer bekannten Modellbauzeitschrift:
Zitat von RM:

"Die Grundeinstellungen erweisen sich als erfreulich stimmig,bis auf jenen Umstand, dass beim Querruder nicht differenziert werden soll. Ein so eingestelltes Modell wird aber niemals auf der Achse Rollen, sondern immer eiern, und das genau können wir beim Kunstflug nicht brauchen. Daher wurde bereits in der Werkstatt aus alter Kunstflugerfahrung heraus entsprechend differenziert , wobei sich das bei den ersten Flügen als richtig erwiesen sollte."

Ist bei einem Kunstflugmodell mit vollsymmetrischen Profil für sauberen Rollenflug eine Differenzierung der Querruderausschläge hilfreich ?

:rcn:

Alex G
02.06.2004, 13:47
Hi
Bei einem Kunstflugmodell mit vollsym. Profil und als Mitteldecker wäre es meiner Meinung nach unlogisch zu differenzieren.Bei einem Tiefdecker denke ich ist das anders,da der Flügel nicht genau in der Mitte des Rumpfes und auch nicht genau zum Höhenleitwerk steht.Praktisch habe ich da aber ehrlich gesagt noch nicht groß rumexperimentiert.

Dix
02.06.2004, 14:49
Die Differenzierung hat mit dem zur Flugrichtung angestellten Profil zu tun.

Auch ein Vollsymmetrisches Profil müßte differenziert angesteuerte Ruder haben. Weil es nicht neutral angeströmt wird. Schließlich soll der Flü+gel ja den Flieger tragen. Und das geht nunmal nur über den Anstellwinkel...

Aber wenn Du differenzierst, legst die Kiste auf den Rücken, dann wird das Profil negativ angeströmt und die Differnzierung müßte dann genau umgekehrt erfolgen. (Oder mit dem Seitenruder stärker ausgesteuert werden).

Ideal wäre eine vollsymmetrisch profilierte Fläche mit 0° Einstellwinkel auf Höhe des Modellgesamtschwerpunktes und keine Differnzierung.

Dann muß aber IMMER ausgesteuert werden. Dafür aber gleichmäßig.

Jan
02.06.2004, 17:52
Mich wundert das Zitat von Herrn Müller auch. Ich denke, dass man das so allgemein kaum sagen kann.

Kennst Du diesen Link:

http://home.arcor-online.de/guenter22/einflieg.htm

Ich zitiere mal:


6. Schritt: Querruder-Differenzierung
Mehr Querruder-Differenzierung bedeutet, daß das Ruder mehr nach oben ausschlägt als das andere nach unten. Das Modell fliegt in horizontaler Lage mit 50 bis 75 % Motorleistung. Fliegen Sie 3 Rollen nach rechts mit vollem Querruderausschlag. Verläuft die Flugachse nach rechts, muß die Differenzierung vergrößert werden und umgekerht.
Fliegen Sie 3 Rollen nach links mit vollem Querruderausschlag. Verläuft die Achse nach links muß die Querruderdifferenzierung vergrößert werden.
Ziel: Die Flugachse des Modells verläuft beim Rollen geradeaus.
Kennst Du das hier:

http://www.akamodell.vo.tum.de/mseiten/flo_w/extra.htm

Ich zitiere:


Kleiner Trick für schöne Rollen ist die Differenzierung der Querruder, allerdings nicht nach oben mehr, sondern in dem Fall mehr nach unten, ca. -10%!!! Durch die Elastic- Querruder wird die wirksame Fläche der Ruder bei Negativausschlag durch das "Einfahren" in die Unterseite des Flügels verkleinert.
Lies auch mal hier (Loys Nachtmann):

http://www.rc-modellkunstflug.de/modelle_einfliegen.htm

Ich zitiere:


Zur Ermittlung der Querruder-Differenzierung fliegen Sie das Modell von rechts nach links mit etwa 50 bis 75 Prozent Gas und in etwa 50 Meter Höhe an. Fliegen Sie drei Rechtsrollen, die zusammen etwa 6 bis 9 Sekunden dauern, also 2 bis 3 Sekunden pro Rolle. Bricht das Modell dabei nach rechts aus, dann benötigt es mehr Querruder-Differenzierung. Weicht hingegen das Flugzeug während der drei Rechtsrollen nach links aus, dann sind die Querruder zu stark differenziert. Mischen Sie im Sender soviel Differenzierung bei, bis die Rollachse gerade verläuft.
(bitte aber nicht weiterlesen - was L.N. zum Thema V-Form schreibt, stimmt nicht so ganz ;) )

Ich glaub', Herr Müller meint, dass es purer Zufall ist, wenn eine Kunstflugmaschine gerade aus rollt, ohne dass vorher die Differenzierung eingestellt bzw. erflogen wurde. Differenzierungen in der einen oder anderen Form werden dazu gehören, um eine gerade Rolle hinzubekommen. Das Ausmaß der Differenzierung hängt auch von der Fluggeschwindigkeit ab.

Gerhard_Hanssmann
04.06.2004, 16:00
Original erstellt von Jan:
Mich wundert das Zitat von Herrn Müller auch. Bei der SU-31, dem Diablotin und der Funflyer SU hab ich den symmetrischen Querruderausschlag durch + und - Differenzierung verändert. Damit war ich aber nicht zufrieden. Ich fliege weiter mit symmetrischen Ausschlägen und steuere aus. Manchmal gibt es Rollen wie am Schnürchen, manchmal sind es Faßrollen.

Eine Differenzierung kann doch gar nicht helfen, da sie auf dem Rücken in die entgegngesetzte Wirkung hat, wie in Normalfluglage.

Aus dem R.M. Zitat werde ich nicht schlau.