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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kurzbericht Giant Cessna 421 von Ready2Fly



propliner
16.03.2011, 13:09
Hallo,

nachdem ich immer wieder geschaut habe, ob es schon Erfahrungen zu dem Modell gibt und nichts gefunden habe, wagte ich es, das Modell zu kaufen.

Erster Eindruck: gewaltig und durchaus schwer. Baubilder habe ich nicht gemacht, weil es nicht viel zu bauen gab. Beim Aufkleben der Motorgondeln (mit Epoxy) habe ich die Deans Stecker und Servoverlängerungen nicht verlängert, was das ganze wartungsfreundlicher gemacht hätte - ein Fehler, wie sich später herausstellte.

Dann kam mir "spanisch" vor, dass beide ESC mit BEC ausgestattet parallel verwendet werden sollten. Ich habe das begefügte Y-Kabel geprüft und beide Plus Pole waren verbunden. Sicherheitshalber habe ich mich per Mail beim Lieferaten erkundigt, ob das so OK und ob es eine Anleitung für die ESC gäbe: Ja, ist OK. Anleitung gibt es nicht, weil es nichts am Regler einszustellen gibt. Nun gut. Komisch ist das schon.

Letzten Sonntag ging es dann zum Erstflug. Fahwerk mehrfach geprüft, ob es auch sicher verriegelt, Rudercheck, SP geprüft und so weiter. Mit einem mulmigen Gefühl ob der 2900g Abfluggewicht habe ich die Motoren nacheinander gestartet (so viel scale muss sein :D ), und vorsichtig in Posittion gerollt. Es war mäßig windig; bockiger Wind, eigentlich nicht ideal für einen Erstflug.

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Also Gas voll rein und sie setzte sich flott in Bewegung. Ich habe sicherheitshalber beim Rollen viel HR gezogen, um das Bugrad möglichst zu entlasten. Das wieder zu korrigieren, war kein Problem. Der Start war schon einmal Klasse! Sie hob durchaus scale ab und es sah einfach nur super aus. Dazu muss man sagen, dass die Proportionen einer C421 sehr gut getroffen sind.

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Als sie in der Luft war, habe ich das Fahrwerk eingezogen. Trimmen? Fast Fehlanzeige. Sie flog super geradeaus. Allerdings merkte ich, dass etwas Tiefe zum Gas zu mischen ist. Das hatte ich mir dann für den zweiten Flug vorgenommen.

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Da ich nicht der tollste Pilot bin, hatte ich einigermaßen schlotternde Knie, als es darum ging, die durchaus schwerfällige Fuhre (schön schwerfällig, muss ich dazu sagen :) ). zu landen. Landeeinteilung und mit viel Schleppgas reingekommen. Sie läßt sich schön über Gas in der Höhe regulieren. Also Gas langsam rausgenommen und Höhe gezogen. Sie nahm die Nase hoch, und setzte sanft auf, wie ich es kaum zu hoffen wagte.

Aber dann: beim Ausrollen kollabierte das Bugfahrwerk. :mad:

Schaden: bis ich beim Flieger war, war das Servo an Zahnausfall gestorben und ich dachte, das wars für heute. Dann etwas überlegt, das Servo abgeklemmt und das Bugfahwerk arretiert.

Also: nächster Flug. Nun auch mit Gas/HR Mischung. Die Flugeigenschaften sind für so ein Modell traumhaft. Sie fliegt sehr scale und trotz des zuerst als zu hoch angesehenen Gewichts nicht zu schnell. Dafür liegt sie satt in der Luft. Als Lipo kommt übrigens ein 4s 3600 mAh zum Einsatz.

Beim vierten Flug passierte es dann: Vereinskameraden, hörten komische Geräusche, die ich nicht wahrnahm, weil ich weit weg stand. Plötzlich wurde sie unkontrollierbar und ich dachte (und rief) "Störung", wissend, dass ich das mit 2,4GHz noch nie erlebte. Ich konnte die Cessna nicht mehr kontrollieren und sie ging ins Flachtrudeln über. Ein Glück! Sie stabilisierte sich in dem Zustand und ging ohne Vorwärtsfahrt, wie an einem Kran abgelassen runter ins Hohe Gras! Schadensbilanz: nur das nicht eingefahrene Bugfahrwerk gebrochen. Sonst nichts feststellbar. Auch bei der Überprüfung in der Werkstatt wurden keine weiteren Schäden festgestellt.

Ursache: einer der Regler gab nach ca. 15 Flugminuten seinen Dienst auf und der Motor zitterte nur noch (wie bei dem Verlust eines der drei Motorkabel). Spätere Analysen ergaben, dass der Regler tatsählich hin war, der Motor aber OK.

Trotz der Zusage vom Lieferanten habe ich keine Antwort erhalten. Mal sehen, wie das ausgeht. Vermutlich werde ich neue Regler einbauen und das Bugfahrwerk reparieren.

Grüße Alexander

propliner
16.03.2011, 14:20
Nachtrag (vorhin hatte ich keine Zeit mehr): Die Ursache für den unkontrollierbaren Flug war also der Ausfall des Backbord Motors. Da ich noch recht viel Gas stehen hatte (war gerade erst gestartet) und so etwas noch nie erlebte, habe ich völlig falsch reagiert, und doch hat genau das vielleicht den Flieger gerettet :D

Richtig wäre es gewesen, Gas erst einmal voll rauszunehmen, um dann erst einmal segelnd zu stabilisieren. Dann langsam wieder Gas geben, und mit SR trimmen und hoffen, den Platz zu erreichen. Tatsächlich glaube ich nicht, dass das gelungen wäre.

Vielleicht noch ein paar Worte zum Modell:

ca. 1600mm Spannweite
ca. 2900g Abfluggewicht
zwei 3536 BL Motore mit je 9x6 Propeller (vielleicht baue ich auf Ramoser 3-Blatt um)
zwei 40 A ESC
Komplett EPO
EZFW, das mit Servos eingezogen wird

Qualität: Die HR / SR Anlenkung, als auch die QR Anlenkungen sind innenliegend.

QR: sehr schwergängig. Vorgesehene Maximalausschläge lassen sich kaum erreichen. Offenbar eine mechanische QR Differenzierung.

HR: OK, Vorgesehene Maximalausschläge lassen sich kaum erreichen.

SR: sehr viel Spiel.

Hier, das große ABER: das ist kein Kunstflugzeug, sondern ein wunderbares Modell mit einer Scale-Anmutung in der Luft und aus >3m Entfernung. Die Maximal einstellbaren Ausschläge reichen völlig aus.

Das EZFW muss unbedingt überprüft werden. Es wäre schön, wenn es dieses Modell als "Rohbau" ohne Servos etc. geben würde. Da könnte man wunderbar etwas draus machen.

Der SP passte ohne die geringste Anpassung. Der Akku kommt in ein Fach auf dem Dach.

Eigentlich hatte ich den Reglern nicht wirklich getraut und ich hätte auf meine innere Stimme hören sollen und gleich Gescheite einbauen sollen. Dann hatte ich auch ein schlechtes Gefühl, dass ich später nicht mehr an die Steckverbindungen zu den Reglern rankommen würde. Aber weil mein anderes Projekt so viel Zeit kostet, wollte ich das nicht "ordentlich" machen. Wird schon schief gehen. Ging es auch.

Grüße
Alexander

Sniping-Jack
17.03.2011, 14:07
Zu den schwergängigen Rudern:
Die müssen erst von dir "weich" gebogen werden.
Dazu musst du mehrmals die Blätter mit Gefühl in die
normalerweise klar erkenntlichen Endstellungen
gebogen werden. Ohne das sind die eher billigen
Servos überfordert, daher erreichst du auch die
Endstellungen nicht und auch das BEC wird sehr
belastet.
Damit sollte sich dann auch das Spiel im SR wieder
etwas relativieren.

Viel Spaß noch, schönes Fliegerle! :)

raeuberle
17.03.2011, 14:44
Interessanter Bericht....(habe selbst die FMS Mustang)...aber mal eine Frage: Wie hast Du das hinbekommen:

"Mit einem mulmigen Gefühl ob der 2900g Abfluggewicht habe ich die Motoren nacheinander gestartet (so viel scale muss sein )"

Ich habe nämlich auch noch eine 2-Mot (Partenavia, mit 2 Meter Spw und 2x BL Motoren). Da laufen beide Motoren immer (nahezu) gleichzeitig an und drehen hoch...und das ist auch gut so...
Gruss
Timo

Sniping-Jack
17.03.2011, 16:07
Mit der richtigen Funke ist das kein Problem. ;)
Aber ich stimme dir zu: Wenn man eh noch nicht
so ganz vertraut mit der Materie, bzw. dem Flieger
ist, würde _ich_ auch auf solche "Features" auch
verzichten.

propliner
17.03.2011, 17:17
Zu den schwergängigen Rudern:
Die müssen erst von dir "weich" gebogen werden.
Dazu musst du mehrmals die Blätter mit Gefühl in die
normalerweise klar erkenntlichen Endstellungen
gebogen werden. Ohne das sind die eher billigen
Servos überfordert, daher erreichst du auch die
Endstellungen nicht und auch das BEC wird sehr
belastet.
Damit sollte sich dann auch das Spiel im SR wieder
etwas relativieren.

Viel Spaß noch, schönes Fliegerle! :)

Vielen Dank. Das ist alles nicht so einfach bei dem Flieger, weil die QR Servos fest verbaut sind, die Anlenkung unsichtbar verbaut ist und man also Beschädigungen in Kauf nehmen muss, wenn man so verfährt. Bei meinem Flugstil (scale und weiträumig), sind ohnehin nur geringe Ausschläge nötig. Aber vielleicht entferne ich die geklebte Abdeckung doch noch.

Beim SR ist die Art der innenliegenden Anlenkung der Grund. Das ist ein Mitnehmer, der einfach Spiel hat. Wer es präzise haben will, muss von aussen sichtbar anlenken. Allerdings hat es sich nicht als Problem gezeigt, SR wirkt, und es gibt kein Flattern. So what :D

Grüße Alexander

propliner
17.03.2011, 17:21
Interessanter Bericht....(habe selbst die FMS Mustang)...aber mal eine Frage: Wie hast Du das hinbekommen:

"Mit einem mulmigen Gefühl ob der 2900g Abfluggewicht habe ich die Motoren nacheinander gestartet (so viel scale muss sein )"

Ich habe nämlich auch noch eine 2-Mot (Partenavia, mit 2 Meter Spw und 2x BL Motoren). Da laufen beide Motoren immer (nahezu) gleichzeitig an und drehen hoch...und das ist auch gut so...
Gruss
Timo

Timo,

In der Tat habe ich einen Mischer programmiert, der durch einen Schalter aktiviert wird. Das habe ich bei meiner DC-3 auch so gemacht. Sieht einfach schöner aus. Während des Flugs wird daran nicht gedreht (es sei denn, mal will es wissen :D ).

Der Trick ist, dass der "gemischte" Motor im Regelfall auf Halbgas steht (0% Graupner), also immer laufen würde. So muss man schon ein wenig Tricksen, damit bei abgeschaltetem Mischer -100% gegeben werden und mit Umlegen des Schalters der gleiche Wert, wie K1 gegeben wird.

Grüße
Alexander

propliner
18.03.2011, 16:17
Kurze Info: der Lieferant hat sich zwischenzeitlich gemeldet und es wurde eine Lösung gefunden, die alle zufrieden stellt. Sehr schön!

Grüße
Alexander

MustangTom
06.06.2011, 11:44
Hi,
habe auch dieses Modell, Zusammenbau und Erstflug stehen noch aus.

Was genau sollte man bei den Reglern beachten wegen dem BEC ?


Grüße
Thomas

propliner
06.06.2011, 11:47
Thomas,

ich hatte wegen des BEC Rücksprache mit ready2fly aufgenommen, und beide BEC parallel verwendet. Offenbar ist das doch nicht möglich. Ich würde entweder ein kleines leichtes externes BEC verwenden (das habe ich nun gemacht) oder nur das BEC eines Reglers.

Grüße
Alexander

MustangTom
06.06.2011, 11:59
ok, Vielen Dank für die schnelle Auskunft !!

Grüße

Thomas

GerhardP
06.06.2011, 19:49
Ich verwende grundsätzlich nur mehr externe BEC´s und zwar die Turnigy mit 8A. Die liefern auch bei vielen Servos und wie bei Dir schwergängigen Rudern immer genug Strom.

jdfrolik
07.06.2011, 15:57
Ich habe das Modell im Karlsrühe Messe gesehen und—mit bloßem Kopf, ich weiss nicht warum—gekauft. Sieht sehr "cool" aus...aber bin mit die Servo-, Kontrolanlenkung-, Motor-, und Fahrwerk-Qualität sehr enttauscht. Tja, aber es sieht sehr "cool" aus.

Meine Freizeit mit dem Modell(bau) ist eine Rätsel gewesen, aber wie einen Diplom-Studierte-Modellbauer aus China, habe ich alle die Schwäche gesehen und eine Amerikaner-in-Deutschland-Lösung ausgedacht. Neue Servos, etwa modifizierte [original] Bugrad und Hauptfahrwerk Mechanismus, aufgerüstet [originale] Motoren, verstärkte Dremel-Bearbeitung der Leitwerks-Kontrollfläche, 3-Blatt VarioPROPs, und wie GerhardP eine Turnigy 8A UBEC weil ich die ZD-FLYReglern-BEC gar nichts vertraue, und...

...Ich weise noch nicht. Meine Rätsel geht weiter. Ich werde das Modell nach der USA in August mitnehmen und dort, hoffentlich, fertig machen...oder, vielleicht, fertig bauen. Die Kosten des Modells sind schon fast unerträglich. Meine Freundin hat mich verlassen, und auch meine Frau. Aber ich habe auch ein Hype WOW!... gekauft und nehme es auch mit. Hype ist für mich gutes Qualität, ZD-FLY ist...gibt es ein Wort?

Es gibt auch eine längere Diskussion über das ZD-FLY Cessna 421 in The E Zone Discussion Groups (http://www.rcgroups.com/forums/showthread.php?t=1414942).

propliner
07.06.2011, 16:34
Hallo James,

schade, dass Du nicht in Greve dabei sein konntest :)

Ja, ich fand auch, dass sie wirklich cool aussieht und die Flugeigenschaften sind sehr gut. Sie kommt auch ohne LK sehr langsam rein und läßt sich gut landen.

Die Technik ist in der Tat schwach. Mit dem Bugfahrwerk kam ich erst gar nicht klar! Es hat beim Einfahren immer zicken gemacht und sich quergestellt, so dass ich insgesamt drei (!) Bugfahrwerks-Servos zerstörte (bei vier Flügen). Jetzt habe ich von emcotec eine Überlast-Sicherung eingebaut und ein neues Lenk-Gestänge eingesetzt, das mit einem Gabelkopf vorn ausgestattet ist. Es scheint so, dass dies ein Verdrehen sicher verhindert.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die Jodel Robin heute fliege oder vielleicht die Cessna :D Die große Jodel macht soooo viel Arbeit. :D

Grüße
Alexander

jdfrolik
07.06.2011, 23:52
Alexander,

ich bin nicht nach Greve gekommen weil ich ein Video des Modells ohne viele Zuschauer machen wollte, und, natürlich, das Erstflug mit dem neuen Pilot dokumentieren. Alles hängt trotzdem mit die Geschichte (Teile 1, 2, u. 3) zusammen, aber die neue Video-Verlauf ist keine Teile 4.

Für mich es gibt zu viel los bei solche Veranstaltungen (Greve) um Videos mit einem "Storyboard" zu machen. Und ich glaube andere Videografikern auch einem guten Video dem DC-9-21 Modell vorzustellen sollen.

Oh, und so du bist propliner! Bleiben wir in kontakt um unseren Erfolg die Cessnas.

propliner
08.06.2011, 08:44
Hallo James,

ich bin schon sehr gespannt auf das Video!

Morgen soll das Wetter ganz gut werden und da möchte ich einige Flüge mit meiner Cessna unternehmen. Gestern hatte ich mich dann doch für die große 2,5m und 10,5kg Jodel Robin entschieden, die wunderbar langsam durch die Lüfte schleicht.

Grüße
Alexander

jdfrolik
12.06.2011, 23:33
Habe endlich die Einziehbarfahrwerk mit einem Turnigy Slow-Down Servo Speed Regulator ausprobiert, und es sehr gut funktioniert, aber die Servo End-Points müssen noch richtig eingestellt werden um einige Servo-Hummmm zu löschen, weil der/die Servo(s) unter etwa Spannung sind.

Einziehbarfahrwerk Test Video (http://www.rcgroups.com/forums/showpost.php?p=18484111&postcount=102)

propliner
13.06.2011, 10:59
James,

Es ist extrem wichtig, die Endpunkte im Ausgefahrenen Zustand richtig einzustellen, da sie andernfalls beim Landen kollabieren. Die Schubstangen müssen voll herausgezogen werden, damit der "Down Lock" funktioniert.

Grüße
Alexander