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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Autorotation, wie funktioniert das



modelldidi
03.04.2011, 20:22
Moin moin,

Frage steht ja oben,
Nirgendwo im Netz finde ich was über Autorotation bei Modellheli´s.
Was muß man tun, damit es auch Funktioniert?

Gruß klaus

tflachz
04.04.2011, 06:47
Autoration:

Auf Höhe gehen
Motor aus
Blätter auf Negativpitch um Rotordrehzahl zu halten.
In geringer Höhe Hubschrauber abfangen und
dann weich landen.

Gruß

Thomas

Baxxoman
04.04.2011, 08:17
Hi,

für eine sichere Durchführung der Autorotation ist nicht nur der negative Pitchwert der Blätter notwendig.
Der Rotor wird durch gleichzeitige Vorwärtsfahrt, also ausreichend Roll, mindestens ebenso stark angetrieben.
Zum negativen Pitchwert ist zu bemerken, daß er nicht zu groß sein sollte. Etwa zwischen -4° bis -°6.
Der Rotor des Helis sollte ausreichend groß sein, um genügend Energie zu haben. Schwere Blätter bieten dementsprechend Vorteile bei einer Autorot.
Ein Autorotationslandung mit 450er Helis ist wegen fehlender Masse eigentlich kaum möglich.
Siehe auch hier (http://wiki.rc-heli-fan.org/index.php/3D).

Grüße Axel

Wendy Both
04.04.2011, 10:20
Hallo Klaus,

was wir meistens im 3D Sektor sehen, sind meines Wissens keine echten Autorotationen, sondern eher kontrollierte Abstürze. Ein Freund von mir betitelte dieses Art von Notlandung als Windmühleneffekt.

Bei dem schnellen absinken eines Modellhubschraubers mit ~4-5° negativen Pitchstellung, reagiert der Hauptrotor wie ein Falschirm und baut eine stärkere Drehenergie auf, welche ein kontrolliertes Landen ermöglicht.

Eine echte Autorotation wird bei Schwebepitch und niedriger Drehzahl mit schnellem Vortrieb geflogen. Mit der Pitchstellung (1-2° posetiver Pitch) wird die Drehzahl nicht erhöht sondern eine für den Flug notwendige Drehzahl gehalten. Theoretisch könnte man die Drehzahl/den Pitchwert auch durch einen Verbrenner GV steuern. Bei der Landung wird ein Hubschrauber noch einmal angestellt um die Drehzahl zu erhöhen und eine saubere Ziellandung zu ermöglichen. So eine Autorotation gehört z.B. zum Pflichtprogramm im Modellhubschrauber Kunstflug/F3C und muss auch von Piloten manntragender Hubschrauber regelmäßig trainiert werden.

Du wirst bei Youtube sicher schnell fündig:

http://www.youtube.com/results?search_query=autorotation&aq=f

Interessant sind auch Flugmaschinen, die auf Autorotation basieren ;)

http://www.gyrocopter.de/

http://www.youtube.com/results?search_query=gyrocopter&aq=0

modelldidi
04.04.2011, 11:19
Ja, das ist doch schon mal ein Anhaltspunkt.
wenn ich das richtig Verstanden habe, wird bei ausreichener höhe,
ca. die hälfte Pitch, bei 10° bis 12° vollausschlag, also um 5° gegeben.
Bei gleicher zugabe von etwas Nick, ca 2°, für den Vortrieb gegeben.
Auch sind die Link´s sehr Hilfreich.

das währ doch mal eine feste Rubrik Wert.
Auch welches Servo an welchen Steuerhebel gehöhrt.

Danke, klaus

Wendy Both
04.04.2011, 14:04
...mit jeder Autorotation hast Du ein erhöhtes Crash Risiko. Auf einem Heli Treffen haben wir jemanden kennen gelernt, der mit seinem T-Rex 600 eine Autorotation nach der anderen hingelegt hat. Es ging zig Male gut, bis er dann mit einem Arm voll Helischrott vor uns stand :(
Keine Ahnung Warum gerade Crashresultate bei missglückten (Modellflug)Autrotationen so heftig sind.

Wenn Du Autorotieren üben möchtest solltest Du bei ersten Versuchen die Landung nicht bis zum Ende durchziehen. Man kann sich eine Flugphase einrichten bei welcher der Helimotor noch mit einer Minimaldrahzahl arbeitet um den Softanlauf zu umgehen.

tflachz
04.04.2011, 14:35
Hey Wendy

ich kann dir da eigentlich zustimmen,
doch wenn Klaus nicht angibt welches System er fliegt, kann jeder Ratschlag falsch sein ;).

Wie gesagt ein 250 Elektroheli verhält sich komplett anders als ein 90 Nitro-Bomber oder gar ein Turbinenheli mit 4 Blattrotorkopf ....

Gruß

Thomas

Wendy Both
04.04.2011, 15:30
Hey Wendy

ich kann dir da eigentlich zustimmen,
doch wenn Klaus nicht angibt welches System er fliegt, kann jeder Ratschlag falsch sein ;).

Wie gesagt ein 250 Elektroheli verhält sich komplett anders als ein 90 Nitro-Bomber oder gar ein Turbinenheli mit 4 Blattrotorkopf ....

Gruß

Thomas


..uneingeschränkt so abzeichnen würde

BZFrank
04.04.2011, 16:18
Eine echte Autorotation wird bei Schwebepitch und niedriger Drehzahl mit schnellem Vortrieb geflogen. Mit der Pitchstellung (1-2° posetiver Pitch) wird die Drehzahl nicht erhöht sondern eine für den Flug notwendige Drehzahl gehalten.

Auch bei Tragschraubern ist der Pitch immer negativ. Im Bereich minus 1 - 3 Grad üblicherweise. Bei positiven Pitch würde antriebslos der Rotor gebremst.

Grüße

Frank

modelldidi
04.04.2011, 20:28
Mein System:
600er Rex mit Haker 40 - 10L 8 Pole.
Soll mit der Leistung eines 10ccm Verbrenners gleich sein. (Laut Hersteller)
Rotorblätter sind Symetrische aus CFK mit 55mm Blättern.
Anstellwinkel von 0° auf 12°+-

http://s1.directupload.net/images/110404/g4ywemv7.jpg (http://www.directupload.net)

Gruß klaus,
der jetzt ein wenig verunsichert ist,
da verschiedene Meinungen zur Autorotation vorliegen.

Flitzeflieger
04.04.2011, 22:00
Beim Rex kannst du die ganz einfache Methode nutzen wie von tflachz beschrieben. Einfach so viel negativ Pitch rein das du genug Drehzahl hältst und bei 2-5m über Boden mit Positiv Pitch abfangen. Das mit dem richtigen negativen Pitch Winkel kann man gut hören. Kann man auch einfach an jedem Simulator üben.
Der Rex hat ein mit laufenden Heckrotor da geht das. Bei einem Logo 400 z.B. geht es so wiederum nicht, weil wenn da der Motor aus ist, dreht sich der Heckrotor nicht mehr. Da kann man nur eine richtige Autorotation machen mit Vorwärtsflug.

In echt üben ist so eine Sache, ich mache es nicht. Man riskiert nämlich seinen Heli dabei. Ich übe das nur am Sim.

tflachz
04.04.2011, 22:20
@ Flitzeflieger

Wenn die Autorotation dann aber klappt, dann haste ein breites Ginsen im Gesicht.
Bei Verbrenner ist es ganz gut, wenn du die Autorotation beherrscht, dann macht dir so ein Motorabsteller nicht mehr so viel aus.
ist aber wohl bei Elektro nicht so nötig.

Apropos mitdrehender Heckrotor:
Fruher wurden AR mit Holzblättern und stehendem Heckrotor gegen den Wind gemacht.
Da hatte man die volle "Leistung" an den Hauptrotorblätter.
Bei mitdrehendem Heckrotor und den heutigen Gyros hätte man bestimmt die komplette Energie schon mit dem Heckrotor rausgesaugt.

Es gibt ja auch Schaupiloten, die bringen einen Rotor schon weit oben (fast) zum Stillstand, um dann den Hubi wie einen Stein zu Bodenfallen zu lassen, um in dann nochmals kurz vor dem Boden erneut abzufangen und weich aufsetzen zu lassen.
Andere fliegen noch ein "halbes Kunstflugprogramm" durch, bis sie landen.

@ Klaus

0 Grad Pitch wird eigentlicht nur bei großen Csalehubschraubern angewendet.

Wenn du bei Vorwätrsfahrt runter kommen und langsamer werden willst, solltes das du eigentlich nicht mit Nich machen, sondern mit dem Pitch. Also so -3 bis -4 Grad würde ich ihm mindestens gönnen.

z.B: Beim Abheben gibst du viel Pitch und "drückst" dabei, dann beschleunigt der Hubi.
zum Landen den leicht negativ Pitch und ziehen, dadurch fängst du den Hubi ab und veringerst die Fahrt. Je mehr die Fahrt herausgenommen wird, um so mehr gibst du natürlich Pitch, damit er nicht durchfällt.
Die Drehzahl bleibt ja durchgehend konstant (so zumindestens der Wunsch).

Gruß

Thomas

BZFrank
04.04.2011, 23:00
Die Drehzahl bleibt ja durchgehend konstant (so zumindestens der Wunsch).

Sobald man abfängt nicht mehr. Irgendwo muss ja die Energie herkommen... ;)

Gast_29535
05.04.2011, 12:43
Hi,

also zwischen "Autorotation" und dem gewollten Abstellen des Motors ist eigentlich schon ein großer Unterschied. Denn das eigentliche "Autorotation" ist ein "unfreiwilliger" Flugzustand in dem man gerät, wenn der Hauptantrieb versagt und eine unmittelbare Notlandung eingeleitet werden muss. So zumindest besagt es das Lehrbuch für Helicopterpiloten.
Echtes Autorieren geht mit dem absenken der Nase einher, also einem Nickmanöver das dazu dient Vorwärtsfahrt aufzunehmen. Gleichzeitig werden die Rotorblätter in den negativen Pitchbereich gestellt um ein gefährliches Absinken der Drehzahl am Hauptrotor zu vermeiden. Dann "schlängelt" man sich in Richtung eines geeigneten Landeplatz und landet KEINESFALLS am Punkt, sondern "Flairt" den Helicopter und rutscht mit verminderter Vorwärtsfahrt über den Boden bis zum vollständigen Stillstand.

Das was man oft am Modellflugplatz sieht, ist streng genommen kein "Autorotieren" im Sinne dieses Manövers. Das kontrolliere Abschalten des Hauptantriebs um dann den zu Boden "fallenenden" Hubschrauber am Punkt abzufangen (Manche Nicken dabei sogar noch), ist wirklich eher ein Kunstflugmanöver. Die Blätter werden wesentlich weniger stark negativ angestellt als beim echten Autorotation, und die Vorwärsfahrt wird auch nur selten eingeleitet.

Nichts desto trotz, sollte man jede Landung am Simulator am besten ohne Motor trainieren, um im Falle eines Motorausfalls in der Realität wenigstens ein bisschen vorbereitet darauf reagieren zu können. Mir hat es gestern das Leben gerettet als ich am Kopf stehend mit einem 700er über dem Boden negativ wegziehen wollte, und mein Regler abschaltete. Also, am besten im Simulator immer den Motor ausschalten zu Landung. Noch besser ist aber: per Zufall den Ausfall einstellen.

Lg,
Olaf

modelldidi
06.04.2011, 07:44
Autorotation,
ist doch eventuel hilfreich, wenn man zumindest weiß, wie es Funktioniert.
Bei Flächenmodellen wird der Vogel eben zum Segler, aber Hubi?
Wenn ich da mal zusammenfasse:
Erst die Nase nach unten, also Nick nach vorne.
Dann ca. 3° die Pitch auf Negativ.
Im vorwärts- Sinkflug dann Landen.
Ich stelle mir vor, das der Hubi ca. im 45° Winkel Abstürzt,
heißt dann in etwa 5 Meter Bodenhöhe die Restenergie des Rotors zum abfangen nutzen.
Also mit der Pitch auf höhe gehen.

Gruß klaus

Flitzeflieger
06.04.2011, 20:39
Autorotation,
ist doch eventuel hilfreich, wenn man zumindest weiß, wie es Funktioniert.
Bei Flächenmodellen wird der Vogel eben zum Segler, aber Hubi?
Wenn ich da mal zusammenfasse:
Erst die Nase nach unten, also Nick nach vorne.
Dann ca. 3° die Pitch auf Negativ.
Im vorwärts- Sinkflug dann Landen.
Ich stelle mir vor, das der Hubi ca. im 45° Winkel Abstürzt,
heißt dann in etwa 5 Meter Bodenhöhe die Restenergie des Rotors zum abfangen nutzen.
Also mit der Pitch auf höhe gehen.

Gruß klaus

Nein... lese doch mal richtig...
Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten.

Richtige Auro, und eine einfache.

Die Richtige ist bei Helis zwingend notwendig die bei Auro keinen mitlaufenden Heckrotor haben. Protos, Logo10/400, KDS Quiet ect.
Die müssen sich vorwärts bewegen weil sonst der Heli anfängt sich um die eigene Achse zu drehen. Und dabei rutscht man möglichst nicht über den Boden wie bei einem echten Heli. Denn sonst überschlägt man sich, das ist auch das große Risiko bei dem ganzen. Auf einem super Golfrasen mit einem großen Heli mag das ja gehen mit dem rutschen. Auch fällt man nicht 45° zu Boden. Man macht eine Autorotation, spielt also Gyrokopter. Man macht einen Landeanflug aus der Fahrt. Fast wie bei einem Flugzeug, und das lässt man ja auch nicht auf die Piste stürzen.

Bei allen anderen Helis die einen mitlaufenden Heckrotor haben ist das alles nicht nötig, hier kann man den Heli einfach fallen lassen mit negativ Pitch um Drehzahl zu haben, und dann fängt man ihn vor dem Einschlag ab. Das ist nicht sonderlich schwer, musste ich in echt schon testen.

Auch irgendwelche -3° oder was auch immer sind Quark. Das hängt von der Sinkgeschwindigkeit, und Rohtordrehzahl ab welchen Winkel man haben muss. Aber wie schon geschrieben das hört man ob es passt. Selbst in einem Sim hört man ob es passt.

MayB
06.04.2011, 21:34
Autorotieren mit positiver Blattanstellung?
Das mag mir jemand noch mal erklären :p

Ich beschreibe mal, wie altmodisch wir das früher geübt haben:

Zunächst übt man Landeanflüge. Das heisst, aus grösserer Höhe und Entfernung mit gleichmässiger Vorwärtsfahrt den Heli in einem gleichbleibenden Winkel bis vor die Füsse dirigieren.
Das hört sich einfach an, ist es - sauber geflogen - aber nicht, wenn Fahrt und 'Abstiegs'-Winkel gleichmässig bleiben sollen.
Kurz vor dem Boden fängt man den Heli ab und dann das Ganze nochmal, solange bis es klappt.

Dann stellt man sich eine Flugphase 'Autorotation' ein, bei der das Gas auf Leerlauf zurückgeregelt wird. Und mindestens 5 Grad negativen Anstellwinkel.
Jetzt wird wieder Landeanflug gemacht, aber vor dem Abstieg in die Flugphase 'Autorotation' geschaltet. Durch den negativen Anstellwinkel und die Übung aus den vorherigen Landeanflügen, den Pitchhebel zurückzuziehen, bleibt der Rotorkopf auf Drehzahl (er tourt meist sogar noch auf).
Abfangen (also wieder positiven Pitch geben) sollte man dann aber deutlich höher, um Zeit zu haben wieder in die Normalflugphase zu schalten. Oder man fängt eben erst kurz vor dem Boden ab und landet, wobei es unerheblich ist ob hingestellt oder hingerutscht.

Wichtig ist der Automatismus, bei Motorausfall oder Autorotations-Schalter sofort den Pitch runterzuziehen und mit Nick Fahrt aufzunehmen. Sonst kann man zugucken, wie der Rotorkopf stehen bleibt und die Kiste wie ein Stein vom Himmel fällt.