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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kielvarianten für BASIC



Arnim L.
23.05.2005, 20:10
Hallo zusammen!

Bei der BASIC besteht der Kiel ja nur aus einem 2 mm dicken Blechstreifen. Hat die Form einen Einfluß auf die Fahreigenschaften (Ralph hat ja letztens irgendwo gepostet das jemand mit einem ganz schmalen Kiel "Schiffbruch" erlitten hat)? Was könnte man den besser machen mit der Form? Hat ein trapezförmiger Kiel Vorteile? Oder macht die Form bei nicht gerade extremen Formen (ganz wenig Lateralfläche) bei diesem Boot gar nichts aus?

Gruss

Arnim

[ 23. Mai 2005, 20:10: Beitrag editiert von: Arnim L. ]

Ralph Tacke
24.05.2005, 11:26
Hallo Arnim,

also meine Meinung zu dem Thema ist die, das es grundsätzlich natürlich immer vorteilhaft ist, im Unterwasserbereich möglichst wenig umspülte Fläche zu haben.

Allerdings mit der Einschränkung, wie von Dir bereits erwähnt, dass man Mindestflächen/-erfordernisse nicht unterschreiten darf, um an Richtungsstabilität einzubüßen.

Was nun an der BASIC noch an "vernünftiger" Einsparung gegenüber dem Plan drin ist, wäre in meinen Augen ein Experiment.

Ob es messbare Erfolge verspricht, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Ich glaube, an einer BASIC kann man nichts mehr weglassen :D

Vielleicht kann Gerth hierzu noch etwas sagen.

Gruß Ralph

Gerth
30.05.2005, 20:38
Hallo Armin,
dank Siggi von RC-Network komme ich endlich wieder ins Forum und kann Dir zu der "Kielflossengeschichte" antworten.
Ich möchte mich hier nicht groß über Re-Zahlen und andere Gößen auslassen. Aber die Kielflossenbreite der BASIC von 55mm stellt schon den untersten Grenzwert dar, wenn sie denn noch vernünftig wirken soll. Sie sollte bei dieser geringen Breite (Profiltiefe)auch sehr dünn sein. Sehr gut eignen sich bei diesen geringen Profiltiefen, (die bei so kleinen Re-Zahlen arbeiten müssen, daß noch nicht einmal ein langsamer Depron-Flieger fliegen würde) sogenannte ebene Platten. Zum Beispiel ein 2 :D mm Alu-Blech, vorne abgerundet und hinten scharfkanntig, aber auf keinem Fall im hintern Bereich profilmäßig zugeschliffen. Sehr dünne symetrische Profile wie z.B. ein NACA 004 oder
006 gehen auch, sehen aber nur schöner aus.
Das wurde 1938 schon im Göttinger Windkanal nachgewiesen und hat auch im zur Zeit modernsten Niedergeschwindigkeits-Windkanal in Delft Bestand.
Wir haben die oben genannten Varianten an der BASIC getestet. Das Alublech ist den Profil-Kielflossen und Rudern absolut ebenbürtig.
Das gilt natürlich nur bei diesen gringen Profiltiefen und niederen Re Zahl-Bereichen. Bei einem IOM, oder M-Boot kann das schon wieder ganz anders aussehen
Wenn schon unbedingt trapezförmig, dann unten möglichst nicht unter 50 mm und oben am Rumpf breiter.

Alles kloar???

Gerth

Arnim L.
01.06.2005, 20:22
Hallo Gerth!

Ja, über das Thema hatten wir schon einmal gesprochen. Aber welche Auswirkung hat der Grundriss der Flosse bei einer eben Platte. Hat er überhaupt ein Wirkung bei der BASIC (Hinsichtlich RE-Zahl/Profiltiefe)? Bei profilierten Rumpfanhängen (z.B. NACA) gibt es Untersuchungen. Leichte Pfeilungen z.B. senkten die induzierten Widerstand. Größere Pfeilungen hingegen hatten wiederum negative Eigenschaften zur Folge.

Wenn 55mm die untere Grenze der Flossenbreite ist, wo wäre denn die optimale Flossenbreite?

OFFTOPIC: Meine Woodpecker hat eine rechteckige Flosse. Die Woodpecker wird oft als "Treibholz" bezeichnet. Würde eine ander Kielform die Segeleigenschaften verbessern?

Viele Fragen. Werde wohl mal einen Steckkiel probieren mit unterschiedliche Kielgemetrien. Geht wohl nix über´s probieren.

Gruss

Arnim

Gerth
01.06.2005, 22:47
Hallo Armin,
da muß ich Dich leider enttäuschen, es gibt von der NACA keine Untersuchungen von induzierten Widerständen in unseren ReZahl Bereichen. Marchai hat zwar in England Wind- und Wasserkanalversuche für 12er durchgeführt, also auch ein Vielfaches von unseren Bereichen entfehrnt. Alle mir bekannten Rechenprogramme für kleinere Boote (RC-Boote, wie 10R, M und IOM)haben ein kleines Problem, sie sind praktisch und wissenschaftlich nicht nachgeprüft worden. Diese Maßstabsefekte fallen besonders bei Booten wie BASIC und kleinere ins Gewicht.
Um den induzierten Widerstand zu reduzieren, hilft letzendlich nur nur eine intiligente Auftriebsverteilung (Trapetzflosse oder elypsenförmige Flosse) bzw Vergrößerung der Streckung. Bei der BASIC verbietet sich die Elypse und Trapezform eigentlich von selbst, da die schmalen unteren Enden praktisch fast wirkungslos werden und deshalb das Boot keine vernünftige Höhe mehr läuft.
Letzendlich stärkt es aber den "Glauben" nur,(oder auch nicht) wenn man alle möglichen Varianten baut und bei Regatten vergleichend gegen andere Boote segelt. Erfahrungen sammelt man allemal.

Gerth

Gast_633
02.06.2005, 08:46
hallo Gert, es ist einfach klasse dir zuzuhören. wie wenig ich doch ueber dieses zeug weiss. :)

andreas