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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie stark beeinflusst die EWD das Leistungsspektrum eines Großseglers



Bruchvogel
30.08.2011, 20:37
Hallo,
ich hab da mal ne Frage. Ich hab eine B4 mit 3,75m, Gewicht 6,9KG und das Profil ist ein E-211 auf E-392 mod. Der Flächeninhalt beträgt 83,5 qdm. Der Schwerpunkt liegt 112 mm hinter der Nase. Die EWD ist auf 1,5° ausgemossen. Eingestellt ist Sie jetzt so, dass Sie beim andrücken aus dem Sturzflug keine Abfangkurve mehr macht.

Verbessert es die Flugleistungen wenn ich die EWD auf 1,0° zurücknehme (und wo muss ich dann beim Höhenleitwertk unterlegen vorne oder hinten? Oder wird Sie dann giftiger?

Vielen Dank für die Hilfe!
Grüße
Werner

kallefly
30.08.2011, 21:38
Unterlegen müßtest du das Leitwerk dann vorn, macht aber überhaupt keinen Sinn.
Wenn sie bei 1,5°EWD schon nicht mehr abfängt wird sie bei 1° womöglich unterschneiden.

Knut
31.08.2011, 09:30
Hallo Werner,

Einen kleinen Abfangbogen könnte sie schon machen. Keinen bedeutet, dass der Schwerpunkt zu weit hinten liegt.
Wie ist den das HR getrimmt? Neutral oder steht es schon auf Tiefe?

Tschüß
Knut

GC
31.08.2011, 09:39
EWD geringer heißt den SP ein wenig nach hinten. Oho, also unkritischer wird das Fliegerle dadurch bestimmt nicht. Bist Du sicher daß Du Dich nicht vermessen hast?

hilli
31.08.2011, 10:13
Servus, wenn sie so schon keine Abfangkurve hat, dann ist bei Veränderung der Ewd mit höchster Warscheinlichkeit, das Höhenruder noch giftiger und sie müsste im Langsamflug einen schnelleren Stömungsabriss haben. Ich würde auf jeden Fall, etwas Blei in die Nase tun und den Schwerpunkt neu erfliegen. Ich fliege meine Flieger auch kurz vorm Unterschneiden, weil sie dann besser im Kunstflug und auch in der Termik gehen. Aber jetzt bei dieser Einstellung, noch die Ewd kleiner zu machen, da hätte ich am Anfang lieber etwas Blei vorne drin. Schon alleine der Nerven wegen.

Gruss hilli

Bruchvogel
31.08.2011, 20:14
Hallo,
mal vielen Dank für die Tipps.
Ich war heute beim fliegen und ich hab den Lipo/Schwerpunkt etwas nach vorne angebracht. Jetzt macht sie eine Abfangkurfe. Das Höhenruder ist ganz leicht nach unten getrimmt. Trimme ich das Höhenruder in die Mittelstellung so wird Sie zu langsam und läuft nicht mehr richtig. Das Flugverhalten ist jetzt gutmütiger.
Sollte jetzt die EWD auf 1-1,2° zurücknehmen? Dann wäre die Ruderklappe genau mittig.

Danke!
Grüße
Werner

ShredAir
31.08.2011, 22:48
Ja, würde ich machen, mit ausgeschlagenem Tiefenruder fliegen ist nicht gut. Kann ja zuerst durch Unterlegen gemacht werden, bevor man einen neuen Sattel anformt.

Dieter Mahlein, ShredAir

PIK 20
01.09.2011, 10:55
Hallo Werner,
wenn Du den Schwerpunkt nach vorne verlegst, so musst Du die EWD vergrößern.
Als kleine Hilfestellung kann ich dir nur raten dich mit dem Thema eingehender zu befassen und nicht auf jeden unsinnigen Post zu agieren.

Ich stelle alle meine Segler und E-Segler nach der Methode von Rainer Stumpf ein.
Lade dir das Programm herunter:
www.rainers-modellflugseite.de,
lies die Erklärung und dann bist Du fundiert informiert.
Bei diesem Programm gibt man die Geometrie und das Profil des Modells ein und erhält dann ein Angebot an Einstellmöglichkeiten, die wirklich stimmen.

Du erhältst zu den jeweiligen Ca-Werten, die dazugehörige EWD, den Schwerpunkt und das Stabilitätsmaß deines konkret eingegebenen Modells errechnet. Nicht irgendeinen Firlefanz.

Und wenn Du dann nachschaust wie sich Schwerpunktveränderungen in Bezug auf EWD und Stabilitätsmaß auswirken, so hast Du den Anderen einiges voraus.

Die farbig unterlegten Ergebnisse sind Empfehlungen, die wirklich passen.

Ich gehe in der Regel auf ein Stabilitätsmaß von 8%, da hab ich meinen flotten, dynamischen Stil angesiedelt.


Gute Flüge wünscht dir Heinz

Udo Fiebig
01.09.2011, 13:25
Ich hab eine B4 mit 3,75m, Gewicht 6,9KG und das Profil ist ein E-211 auf E-392 mod. Der Flächeninhalt beträgt 83,5 qdm. Der Schwerpunkt liegt 112 mm hinter der Nase. Die EWD ist auf 1,5° ausgemessen.
Hallo Werner Bruchvogel,
nach den von dir angegebenen Daten fliegst du da eine 3,75er-B4 von Schwabbauer (RS-Modellbau).
Genau dieses Modell fliege ich auch, und zwar exakt mit den von Rupert Schwabbauer empfohlenen Werten.
Es ist tatsächlich so, dass sich das Flugverhalten (also auch der Abfangbogen) merklich ändert, sobald der Schwerpunkt nicht exakt (!!!) auf 112 mm eingestellt ist.

Ich hab's mittlerweile ganz genau auf 112 mm ausgewogen und so macht meine B4 wie gewünscht einen gaaaaanz weiten schönen Abfangbogen ohne Tendenz zum Unterschneiden. :)
An deiner Stelle würde ich vor Experimenten mit der EWD noch einmal ganz (millimeter-)genau auswiegen, nicht bloß so mit 2 dicken Fingern. :D
Ansonsten mal bei Schwabbauer nachfragen.

Gruß Udo

http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=586586&d=1294070960

Bruchvogel
01.09.2011, 20:38
Hallo Udo,
ich werd Deinen Tipp befolgen und nochmal genau auswiegen.
Auch noch besten Dank für Heinz für den Hinweis auf die Internetseite.
Vielen Dank!
Grüße
Werner

Eckart Müller
02.09.2011, 09:30
An deiner Stelle würde ich vor Experimenten mit der EWD noch einmal ganz (millimeter-)genau auswiegen, nicht bloß so mit 2 dicken Fingern.
Also wenn es so auf den Millimeter exakt sein muss, kommt nur diese Art (http://www.rc-network.de/magazin/artikel_02/art_02-0016/art_02-0016-00.html) der Messung in Frage, weil alle anderen Methoden nur grobe, ungeeignete Pendelschätzverfahren sind.
Wie gesagt, wenn es auf den Millimeter ankommt. Generationen von Modellflieger sind mit den groben Schätzungen gut geflogen und tun dies auch heute noch, weil es bei ihnen eben nicht auf den Millimeter genau ankommt! ;)

Eckart

Bertram Radelow
02.09.2011, 12:01
etwas o.t.:

hi Eckart,

ich will Dir nicht zu nahe treten, aber wenn man beim "Pendelschätzen" die Rumpflängsachse genauso sorgfältig einstellt wie beim Wägeverfahren, sind beide Verfahren gleich genau.

Auch bei Deinem Wägeverfahren fehlt der Hinweis, dass mit Unterlege-Holzklötzen die Rumpf-Längsachse sorgfältig eingestellt sein sollte. Wenn man nur eine Waage verwendet, sollte der Dummyklotz an der jeweils anderen Auflagestelle genauso hoch sein wie die Waage. (und btw.: wenn zwei Waagen, dann sollte man mal gucken, ob sie beide das gleiche anzeigen...)

Das "Pendelschätzen" krankt doch nur daran, dass kaum jemand so genau weiss, was "gerade" ausrichten bedeutet (ist ja auch in keinem Plan eingezeichnet...) und wie man das einstellen kann (kleine Libelle im Schwerpunktbereich vorher schon ausrichten, mit Hilfe einer Wasserwaage an der eingezeichneten Seitenlinie am Rumpf).
Wenn man dies sorgfältig beachtet, muss man nur einen Wert "binär" ablesen: gerade - ja oder nein?

Bei Besenstielen ist es wohl nicht soo wichtig, aber bei Modellen mit hohen/grossen Rümpfen, mit Fahrwerken (vor allem bei Heckrädlern!) und Scalesegler, die am Boden mit ganz anderem Winkel zur Horizontalen stehen als sie fliegen, wäre es m.E. aber schon wichtig, dass das Modell gerade ausgerichtet vermessen wird.
Und dann sind beide Methoden m.E. gleichwertig, eine sogar leicht besser als die andere (aber bloss welche...;) )

Liebe Grüsse

Bertram

robi
02.09.2011, 12:07
.

Ich stelle alle meine Segler und E-Segler nach der Methode von Rainer Stumpf ein.
Lade dir das Programm herunter:
www.rainers-modellflugseite.de,
lies die Erklärung und dann bist Du fundiert informiert.
Bei diesem Programm gibt man die Geometrie und das Profil des Modells ein und erhält dann ein Angebot an Einstellmöglichkeiten, die wirklich stimmen.

Du erhältst zu den jeweiligen Ca-Werten, die dazugehörige EWD, den Schwerpunkt und das Stabilitätsmaß deines konkret eingegebenen Modells errechnet. Nicht irgendeinen Firlefanz.

Und wenn Du dann nachschaust wie sich Schwerpunktveränderungen in Bezug auf EWD und Stabilitätsmaß auswirken, so hast Du den Anderen einiges voraus.

Die farbig unterlegten Ergebnisse sind Empfehlungen, die wirklich passen.

Ich gehe in der Regel auf ein Stabilitätsmaß von 8%, da hab ich meinen flotten, dynamischen Stil angesiedelt.


Gute Flüge wünscht dir Heinz


Jeder macht so seine Erfahrungen.
Auch ich habe mit der Software von Rainer bereits EWD, SP und SM bestimmt, bin aber von den Ergebnissen nicht sooo begeistert.
Den Challenger von Staufenbiel haben wir mit den ermittelten Ergebnissen aus Rainers Programm versucht zu optimieren, da der in der Bauanleitung angegebene SP sehr weit vorn erschien bzw. die EWD und das SM sehr hoch (> 20%).
Mit sogn. "üblichen" SM-Werten zwischen 8% und 16% ist jedoch m.E. der Challenger "messerscharf" ausgetrimmt und nur noch für Toppiloten beherrschbar.
Letztendlich endete einer der Testflüge mit einem Crash wg. Strömungsabriss.
Nach Reparatur fliegen wir jetzt den Challenger wieder mit den Originalwerten aus der Bauanleitung.

Also man muss mit den "Empfehlungen" die Rainer´s Software ausspuckt durchaus vorsichtig sein und diese auch hinterfragen und sie passen halt doch nicht 1:1 für jedes Modell.
Speziell wenn die Rechenergebnisse relativ weit weg von Werten aus der Bauanleitung sind, sollte man langsam Stück für Stück die Werte ändern.

robi

Eckart Müller
02.09.2011, 13:38
...dass mit Unterlege-Holzklötzen die Rumpf-Längsachse sorgfältig eingestellt sein sollte.
Ich bin ja durchaus noch lernfähig. Deshalb wäre ich Dir dankbar, wenn Du Deinen Einwand detailliert begründen würdest. Wobei wir mal von dem Problem des Auffindens der Längsachse eines Rumpfes, wenn nicht zufällig eine Rumpfseite parallel zur Längsachse liegt, absehen wollen.;)

Eckart

Sniping-Jack
03.09.2011, 11:16
Hallo Werner,

ich würde Udo zustimmen. Ich habe auch eine B4 von Schwabbauer (die kleiner zwar, aber das ist egal). Ich habe sie mit den unterschiedlichsten FBs geflogen und bin lange nicht versucht gewesen, die EWD zu ändern. Heute würde ich es vielleicht, weil ich meistens um 0,5° - 1° herum zufrieben bin, aber 1,5° ist ganz sicher auch eine sehr gute Hausnummer.

Doch diese 1,5° hast du eben nur, wenn dein HR auch wirklich im Strak ist. Ich würde dir raten, das HR wirklich auf 0° zu bringen und dazu passend den SP einzustellen. Der müsste sich dann eigentlich "ganz von selbst" bei den erwähnten 112mm einfinden. So würde ich sie erstmal einfliegen und erst dann nochmal über eine Änderung reflektieren - gut denkbar, dass du dann gar keine Änderung mehr wünschst.

Solltest du dennoch etwa 1° zurückgehen, so sollte dein Flieger absolut verzugsfrei und die QR genau im Strak sein. Andernfalls holt dich der Teufel, wenn du zu langsam wirst. Ich habe meine kleine B4 später auch mit sehr geringer EWD geflogen. Dann kannst du zwar auch sehr schwache Lagen noch ausnutzen, aber der kleinste Fehler und der Bock fällt wie ein Stein! Bei meiner Kleinen waren dann mindestens 10m futsch, bei deiner könnten dann auch 20m nicht mehr reichen.
Ich sags nur, dass du ungefär weißt, was dich erwarten _könnte_.

MarkusN
03.09.2011, 11:28
Ich bin ja durchaus noch lernfähig. Deshalb wäre ich Dir dankbar, wenn Du Deinen Einwand detailliert begründen würdest. Weil des SP auch in der Höhe eine bestimmte Lage hat, sind die Auflagerlasten von der Längsneigung des Rumpfes abhängig. Wird die nicht bei allen Wägungen konstant gehalten, schleichen sich Fehler ein. Ausserdem sind auch die horizontalen Abstände der Auflagerpunkte in Bezug zur normalerweise als Referenzlinie genommenen Flügelvorderkante längsneigungsabhängig. Das genau zu messen ist gar nicht so einfach.

Bei den Wägungen bei den Grossen wird ein erheblicher Aufwand getrieben, um diese Fehler auszumerzen. Ein Keil zur Wasserwaage, die den Rumpf in eine definierte Längsneigung bringt ist ein Muss. Ausserdem ein Satz Auflagerklötze, um diese Neigung einzustellen und die Waage zu ersetzen, wenn sie versetzt wird.

Eckart Müller
03.09.2011, 14:08
Ok, dann geht es für mich jetzt zunächst um die Frage, wie dieses Detail so einfach und klar formuliert wird, damit jeder versteht um was es geht, ohne das es wegen der nötigen Vereinfachung falsch wird.
Außerdem muss eine ergänzende Beschreibung her, die jeden Interessierten in die Lage versetzt, die geforderten Maßnahmen so einfach wie möglich und mit geringstmöglichem Aufwand nachzuvollziehen.

Eckart

Bertram Radelow
03.09.2011, 18:13
hoi Eckart,
ich war ein wenig beschäftigt (Fliegen und so...)

1.) im Kopf ganz einfach: grosser Würfel 1kg, an der linken und rechten Unterkante auf 2 Waagen liegend, jede zeigt 500g
Dann hebst Du ihn rechts um 45° an - Anzeige linke Waage (über der er dann ja voll thront) 1000g, rechte Waage 0g

2.) ist das relevant?
Betrachte dieses Bild:

695595

ich würde sagen, es ist relevant. Ich habe das vordere "Gelenk" mit Tesa am Rumpf fixiert, damit es nicht verrutscht.

3.) Abhilfe:
vor dem Auswiegen:
- Rumpf seitlich legen
- Sehne der Wurzelrippe einzeichnen
- Geodreieck und Anstellwinkel der Fläche (aka EWD :rolleyes:) einzeichnen
- kleine Wasserwaage drankleben (Tesa)
- Rumpf aufstellen
- Waagen so ausrichten, dass Rumpf waagerecht (passt ja, das Wort...) ist.
- auswiegen

Aber wenn man das gleiche beim "Pendelschätzverfahren" :cool: macht - mehr sag' ich jetzt nicht...

So, muss noch 'ne geknackte Rumpfröhre bandagieren.

Liebe Grüsse

Bertram

edit: zum Glück nicht die von der LS-10, die würde aber auch kaum brechen.

GC
03.09.2011, 19:12
Bertram,

im zweiten Bild hast Du ein Kippmoment nach links. Und es ist der Unzulänglichkeit der Waage zu verdanken, daß sie etwas anderes anzeigt. Außerdem ist dies im Physikalischen Sinne keine Waage, sonders sie mißt nur die Kraft, die durch die Erdanziehung in Richtung erdmittelpunkt entsteht. Solltest Du eine "echte" Waage nehmen, z.B. eine Balkenwaage, die man zur Massenbestimmung nimmt, so würde sie beiden beiden Fällen die gleiche Masse wägen!

In meinen Augen ist es aber selbst verständlich, wenn ich sage, der SP wurde um 100mm vorverlegt, daß man so unterstützt, daß sich bei der Messung vor und nachher der gleiche Neigungswinkel des Rumpfes einstellt. Wenn dem aber nicht so ist, muß man natürlich eine Korrekturrechnung vornehmen.

Bertram Radelow
03.09.2011, 22:04
hi Gerhard,
ich weiss nicht genau was Du meinst. Also es wird sicher kein KIPPmoment auf die Waage übertragen. Ich habe oben schon geschrieben, dass ich ein "Gelenk" an die LS10 geklebt habe: ein Dreikantholz mit waagerechter Basis unten, das kräftefrei vor und zurück gekippt werden konnte. Da die Rumpfkeule mit dem kleinen Dreikantholz nicht genügend Bewegungsspielraum zuliess, habe ich das Dreikantholz auf einen 9V-Monoblock geklebt. Das ist also das Gebilde was da unter der Rumpfkeule baumelt.

Dass da über 80g Differenz bei gar nicht so wilder Neigungsänderung herauskommen, hätte ich selber nicht erwartet. Aber ich war schon gemein (Schwein sein ist schön... :D) und habe den Auflagerungspunkt nahe dem Schwerpunkt gewählt. Hätte ich die LS-10 an der Nasenspitze aufgebockt, hätte ich wohl recht wenig Unterschied gemessen. Aber Eckart wollte unbedingt "ganz genau"... ;)

Bertram

Eckart Müller
03.09.2011, 22:22
Aber Eckart wollte unbedingt "ganz genau"...
Ist schon in Ordung. Maßnahmen, um die Verhältnisse nachdrücklich zu verdeutlichen, sind doch legitim!
Jetzt muss ich nur noch den Verfahrenshinweis in den alten Artikel integrieren...

Eckart

PIK 20
05.09.2011, 18:08
Hallo Bertram, hallo Eckart,
mit ist diese Einstellerei wie die Großen einfach zu umständlich.
Ich rechne mir mit dem Programm von Rainer Stumpf den für mich passenden Schwerpunkt aus, lege mein Modell auf meine "selbstkonstruierte" Primitiv-Schwerpunktwaage, bleie entsprechend auf und fertig ist die Laube.

Aber grundsätzlich ist doch festzuhalten dass "Bruchvogel" eine konkrete Frage gestellt hat, die mit euren Beiträgen eigentlich nicht beantwortet wird.

Bitte mich nicht gleich steinigen.;)

Gruß Heinz

geko
05.09.2011, 18:36
Verbessert es die Flugleistungen wenn ich die EWD auf 1,0° zurücknehme
Werner

Ich gehe mal davon aus, daß es überhaupt keinen spürbaren Unterschied gibt, wenn die EWD im Bereich von 1° bis 3° liegt. Nur meine zwei Cent. ;)

[Unterlegen]
Nimm ein V und biege die Beine/ Arme langsam nach unten. Dann kommt Dir die Erleuchtung.

Gruß geko, der behauptet, daß in die EWD viel zu viel hinein interpretiert wird

Bertram Radelow
05.09.2011, 18:48
Hallo Heinz,
Du hast Recht, es war ein Ausflug in die SP-Einstellmethodik. Er ist ja schon vorbei.

Und Geko,
ich weiss ja nicht was Du sonst fliegst, vielleicht bist Du mehr der Motorflieger, aber glaube mir, bei Seglern spürt man einen gewaltigen Unterschied. Damit ein Segler mit höherer EWD stabil mit konstanter Geschwindigkeit geradeaus fliegt, muss ja der SP nach vorne genommen werden, und umgekehrt.
Also ich persönlich "spüre" bei einem 3m-Segler (z.B. Cirrus 69 mit HQ-Profil), wenn ich den Sp "die letzten zwei" Millimeter zu viel nach hinten lege - er wird dann beim Strömungsabriss sehr deutlich ganz schön giftig. Wenn der SP irgendwo weiter vorne ist ("Erstflugeinstellung"), spüre ich allerdings nicht viel Unterschied bei +/- 2mm.
In EWD umgerechnet würde ich sagen, ich spüre so ca. 0,4° recht sicher, feinere Unterschiede spüre ich eher nicht. Vielleicht sind die F3B/J-Wettbewerbspiloten mit entsprechendem Training feinfühliger.

Was aber sogar ich deutlich merke, bei Floatern, wie die Leistung zunimmt, wenn man den SP an die Hinterkante der komfortablen Zone legt.

Bertram

robi
05.09.2011, 20:51
Ich kann Bertram nur zustimmen.
Bin sicher nicht der hochsensible Toppilot, aber EWD Differenzen von 0,5° bzw. SP Differenzen von +/- 2 mm habe ich bei Testflügen mit meinem Macchiato deutlich gemerkt.

Es ist sicherlich auch stark vom Modell abhängig.
Bei meiner Schaumwaffel Elektro Junior Sport merke ich z.Bsp. fast keinen Unterschied, ob der Akku ganz vorn oder ganz hinten im Einstellbereich liegt. Immherhin ändert sich dadurch der SP um über 5 mm, aber wirklich spüren tu ich´s nicht.

robi

MarkusN
05.09.2011, 21:59
Wie in einem anderen Thread gesagt: Ich bin mit Gerhard einig, dass es auf die GRUND-EWD nicht ankommt, solange durch entsprechende Trimmung die gleiche Geschwindigkeit eingestellt wird. Es ist egal, ob die nötige Basis-Höhenruderkraft mit Symmetrischem HLW bei Anstellwinkel A oder mit ausgeschlagener Klappe bei Anstellwinkel B erreicht wird.

PIK 20
06.09.2011, 18:14
Hallo Markus,

ich verfolge immer deine fundierten Beiträge, von denen man immer wieder Denkanstösse bekommt und jede Menge gute Tipps.

Aber hier kann ich dir leider nicht folgen. Im anderen Beitrag habe ich auch die Auswirkungen beschrieben.

Aber wie gesagt, bei diesen Thema scheiden sich die Geister und jeder muss für sich selbst entscheiden welcher Tendenz er folgt.

Gruß Heinz

robi
07.09.2011, 23:28
Habe im ebay 2 Digitalwaagen für zusammen €20,-- geschossen.
Messbereich jeweils bis 6000 g / Auflösung 1 g.
Mit Meistergewichten Genauigkeit und Linearität gecheckt -> gute Ware, Messfehler kleiner 5 g und das zu dem Preis !

Dann die Methode von Eckart zum Auswiegen durch Wägung ausprobiert (wie weiter oben im Thread erwähnt).
Fazit: ich bin überzeugt davon !! Pendelschätzen nehme ich zukünftig nur für´s grobe Vorabauswiegen. Wenn´s genau sein soll, nehme ich Eckart´s Methode !

Danke (mal wieder) für den guten Tipp und die -ready-to-use- Excel Tabelle !!

Gruß
robi

Bertram Radelow
07.09.2011, 23:47
hi robi,

ähm öh - die Methode funktioniert zweifelsohne, aber welchen "Schwerpunkt" hast Du denn nun gemessen? Zur Auswahl stehen z.B.:

der SP in der aktuellen Lage beim Wiegen
der SP "beim Fliegen" (gibt es den?)
der SP bei angenommenem Tragflächenanstellwinkel 3° (Langsamflug)
der SP bei angenommenem Tragflächenanstellwinkel 0,5° (Schnellflug)

es könnte ja sein, dass die sich alle um einige mm unterscheiden...
;)

Bertram

robi
08.09.2011, 00:14
Bertram,

die selbe Frage hättest du mir auch beim Pendelschätzen stellen können !
Und da ist es wirklich so, dass der Vogel mal eher mit dem Schwanz, mal eher mit der Schnauze hängt. Damit wird sich der SP ganz bestimmt um ein paar mm unterscheidet.
Sorry, aber besser bekomme ich es mit meiner Schwerpunktwaage nicht hin.
Irgendwie wackelt´s immer....

Grad´ deshalb bin ich froh Eckart´s Tipp mit dem Wiegen gelesen zu haben.
Ich kannte das vorher wirklich nicht, obwohl man sich´s eigentlich selber hätte denken können, dass das so funktioniert.
Hier liegt der Vogel wenigstens ruhig und klar - wie du schon selber festgestellt hast - kann man prima bei verschiedenen Fluglagen den jeweilgen SP ermitteln und auch sehr schnell feststellen, ob und wieviel mm das ausmacht.
Das ist ja eben noch ein weiterer Vorteil dieser Methode.

Um deine Frage zu beantworten: ich habe eine "Normalfluglage" ausgewogen. Ob und wie ich damit zufrieden bin, wird der nächste Testflug zeigen.

robi

PIK 20
08.09.2011, 09:02
es könnte ja sein, dass die sich alle um einige mm unterscheiden...


Bertram

robi hat jetzt seinen Flieger in "Normalfluglage" ausgewogen und kann uns sicher sagen wo jetzt sein Schwerpunkt liegt. ;) Ist das jetzt "Langsamflug" oder "Schnellflug"?
Naja er wird es schon wissen und mit seinen 2 Präzisionswaagen nach Bedarf nachjustieren.

Die Ausgangs-Frage lautete zwar: Wie stark beeinflusst die EWD das Leistungsspektrum eines Großseglers?, aber was solls.

Gruß Heinz

H101
08.09.2011, 10:02
Guten Morgen,

ich muß jetzt doch mal eine vielleicht dumme Frage stellen: Woher weiß ich eigentlich so genau, wo der Schwerpunkt liegen muß? Wird er rechnerisch ermittelt und ist dann auch in der Praxis der einzig richtige Wert? Oder wird er erflogen und dann mitgeteilt? Dann kann ich ihn aber auch selber erfliegen.
Seit gut 35 Jahren halte ich es so, daß ich den Schwerpunkt nach Bauanleitung ungefähr einstelle und dann beim Einfliegen solange Balast in die Nase gebe oder entnehme, und die EWD solange verändere, bis sich der Flieger so verhält, wie ich mir das wünsche. Eine Waage habe ich jedenfalls noch nie gebraucht.

Beste Grüße!
Frank

MarkusN
08.09.2011, 10:11
Woher weiß ich eigentlich so genau, wo der Schwerpunkt liegen muß? Wird er rechnerisch ermittelt und ist dann auch in der Praxis der einzig richtige Wert?
Nein, natürlich nicht. Dazu gibts im Moment in "Flugmodellen allgemein" einen aktuellen Thread (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/284462-Warum-Schwerpunktlage-mm-genau-bestimmen).

Der Schwerpunkt hat einen zulässigen Bereich. Seine hinterste Grenze ist der Neutralpunkt; dahinter wird das Modell unstabil, d.h. ohne extrem schnelle Reaktionen unfliegbar. Die Vordergrenze ist definiert durch die Wirksamkeit des Höhenleitwerks, das ab einer bestimmten SP-Vorlage nicht mehr genug Gegenkraft aufbringen kann, das Flugzeug daran zu hindern, immer steiler gen Erdboden zu fliegen. Irgendwo dazwischen, liegt der SP, den der jeweilige Pilot als angenehm zu fliegen empfindet. Auch der muss nicht millimetergenau eingehalten werden, ausser bei Flugmodellen, mit extrem kurzen Hebelarmen und sonst engen Grenzen (z.B. Brettnurflügel.)

Mehr dazu im Wiki (http://wiki.rc-network.de/index.php/Flugstabilit%C3%A4t).

Millimetergenau ermittelt werden muss der Leergewichtsschwerpunkt in der manntragenden Fliegerei. Denn davon sind die Beladungsgrenzen abhängig, die eingehalten werden müssen, dass der Flugschwerpunkt innerhalb des zulässigen Bereichs bleibt.

robi
08.09.2011, 10:30
Die Ausgangs-Frage lautete zwar: Wie stark beeinflusst die EWD das Leistungsspektrum eines Großseglers?, aber was solls.

Gruß Heinz

Heinz,

Das ein Thread "lebt" ist eine ganz normale Sache in einem Forum (und auch bei "echten" Diskussionen zwischen Menschen am Stammtisch, etc.)
Und das speziell bei dem Thema EWD auch der SP in den Vordergrund kommen kann, ist eigentlich auch nachvollziehbar. Hängt halt einfach zusammen.

Mir hat dieser Thread jedenfalls sehr viel gebracht, auch wenn Deiner Meinung nach das "Thema verfehlt" wurde:
- ich kannte die Eckart´sche Auswiegemethode nicht und wolltes es einfach mal nachvollziehen.
- ich habe für mich entdeckt, dass diese Methode gut ist und für mich besser zu händeln als das pendelschätzen.
- durch die Kommentare von Bertram (SP bei Schnell- / Langsamflug) bin ich auf noch mehr Aspekte aufmerksam gemacht worden. Danke auch dafür !

Also nix für ungut und weiter viel Erfolg bei EWD, SP & Co. ;-)
Gruß robi