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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was machen Akkuweichen und wozu brauch ich sie



Gast_29808
28.09.2011, 19:35
wie der Titel schon sagt würde ich gerne mehr über akkuweichen erfahren. was machen sie genau? wo liegt der unterschied zwischen den verschiedenen Herstellern und warum brauch ich überhaupt eine Akkuweiche.
Ich habe schon mit vielen darüber gesprochen aber konkrete Antworten suche ich vergebens.

Warum 2x Stromversorgung?
Warum Servos über die weiche laufen lassen (außer wenn es eine weiche ist die matchen kann)

wenni
28.09.2011, 19:43
Zwei Akkus an einer Weiche, einer tot, Modell fliegt weiter.

Mit nur einem Akku, dieser tot, Modell sehr wahrscheinlich auch.

Würde man zwei Akkus einfach parallel dran hängen würde immer ein Ladungsaustausch (Verbrauch) zwischen den Akkus stattfinden, da sie nie die gleiche Ladung haben werden, also ein zusätlicher Verbraucher den man nicht will. Würde einer der Akkus sterben, würde dieser im ungünstigsten Fall den noch funktionierenden kurzschließen, der Sicherheitsgewinn wäre für die Katz.

Gast_29808
28.09.2011, 19:47
ok ich betreibe das hobby erst 2 jahre, wie viele lipos sind euch schon kaputt gegangen im flug?

Ron Dep
28.09.2011, 19:51
Meistens sind Akkuweichen eine zusätzliche Fehlerquelle.
Akkus sterben nur extremst selten einfach so. In Zeiten von Telemetrie können sie sich nicht einmal irrtümlich vorzeitig entladen.

Maistaucher
28.09.2011, 19:54
Kleiner Hinweis:
Die Akkuweiche (http://wiki.rc-network.de/index.php?title=Spezial%3ASuche&search=Akkuweiche) gibt es tatsächlich noch nicht im WIKI. :eek:

Also, Experten, ran an den Griffel und hinein mit dem Wissen ins WIKI. ;)

wenni
28.09.2011, 19:55
Mir ist auch noch keiner im Flug gestorben, ist halt auch etwas die Werbeindustrie, dass mans braucht. Bin da auch schon verfallen, zumindest bei einem Flieger.

Gast_29808
28.09.2011, 20:01
vlt könnten sich ja hersteller zu wort melden. also die vorteile die ich bis jetzt sehe sind die schalter. am liebsten die stift schalter von emcotec. zweiter vorteil ist das die ströme nicht über den empfänger laufen. ob´s den jetzt schadet wenn die servos direkt angesteckt werden weiß ich aber nicht.

Jürgen N.
28.09.2011, 20:06
Mir ist auch noch keiner im Flug gestorben,
Mir auch nicht.
Dafür eine Nicad-Zelle im Sender... Die Wirkung ist einschlagend!
Wo ist dort eine "Weiche"?:confused:
Gruss Jürgen (seit Konion selig nur noch LiIo im Sender)

wenni
28.09.2011, 20:15
Wenn mans so sieht, keinen Schalter, ordentliche Steckverbinder und fertig. Was nicht da ist kann nicht ausfallen ;)

Und Jeti Empfänger können so einiges ab, da hab ich meine eigene Erfahrung mit gemacht, Kurzschluss auf der HR-Servoleitung. Nach Einschlag, Servo abgezogen und alles funktionierte wieder, nur währenddessen nicht.

Markus B
28.09.2011, 20:55
Hallo allerseits,

meines Wissen nach gibt es manche Weichen ( Emcotec und Deutsch), die auf ihren Servoausgängen einen Impulsverstärker integriert haben... dieser ist dafür da, um bei langen Servokabeln zu gewährleisten, dass der volle Impuls ankommt! ( Ich schließe alle wichtigen funktionen wie Höhe und Querruder an die Weiche, den Rest an den Empfänger, bei Seglern Die komplette Fläche und das Höhenruder)...Außerdem hat die Weiche den Vorteil, dass wenn ein Servo abrauchen sollte, dieser Ausgang abgeschottet wird, wenn dir dies an einem Empfänger passiert, kann es passiern, dass sich im Empfänger ein Kurzschluß bildet...kann sein, muß aber nicht...

Gruß Markus

Ron Dep
28.09.2011, 21:20
gibt es manche Weichen ( Emcotec und Deutsch), die auf ihren Servoausgängen einen Impulsverstärker integriert haben...
Um den Preis kannst dir aber gleich das Futaba-S-Bus-System kaufen, dann hast auch andere Vorteile mehr und sparst dir solch Impulsstärken-Firlefanz.

Milan
29.09.2011, 13:37
Hallo Timer.

Hier findest du eine prima Akkuweiche zum Selberlöten.

http://www.lsg-modellfluggruppe.de/werkstatt/Weiche/Akkuweiche.html

LG

Harry

Ron Dep
29.09.2011, 13:54
Selberlöten
Aber langsam tät uns interessieren, wozu Akkuweichen überhaupt gut sind? Das kommt mir im Thread etwas zu kurz.

Milan
29.09.2011, 14:18
Hallo Ron.

Wofür eine Akkuweiche gut ist? Für ein besseres Gewissen!

Diejenigen die sich Modelle in der Preiskategorie Mittelklasseauto kaufen, wollen aus verständlichen Gründen maximale Betriebsicherheit haben -> Versicherung -> Weichen/Managementsysteme -> Servos teurer als goldene Armbanduhren usw.
Ist ja auch in Ordnung.

Jetzt kommt die Modellbauindustrie die es vorzüglich versteht, dem Volk der "gewöhnlichen" Modellpiloten zu suggerieren, es könne nicht mehr ohne diesen Aufwand "sicher" fliegen.

Wer da nicht mitmacht muss halt mutig sein - anscheinend.

Mein Tipp : Mehr Mut:D

LG

Harry

BNoXTC1
29.09.2011, 14:31
Hallo allerseits,

meines Wissen nach gibt es manche Weichen ( Emcotec und Deutsch),

engel nicht vergessen ;) bin begeistert von den weichen!

Roland Schmitt
29.09.2011, 15:34
Eine einfache Akkuweiche "halbiert" dir auch den Innenwiderstand, das heißt bei Last wird der Spannungseinbruch geringer. Kannst du selber mit einem analogen Meßinstrument sehen. Digital eher schwierig.

Rc-Co-Pilot
29.09.2011, 20:30
Eine "einfache" Akkuweiche mit Dioden kannst du dir gut an einem "Wassermodell" verdeutlichen:
Verbinde 2 Behälter mit Wasser (unsere Akkus) direkt mit einem Rohr und und einem Wasserhahn. drehst du den Hahn auf, entlehren sich die Behälter gleichmäßig. Schlägst du nun in einen Behälter ein Loch (defekter Akku) laufen beide Behälter leer. Verbindest du die beiden Behälter mit je einem Rückschlagventil (Diodenweiche) dann läuft bei einem defekten Behälter nur dieser leer.
Etwas höherpreisige Weichen besitzen auch eine Spannungsregelung, so dass bei schwankender Eingangsspannung (vollgeladener Akku der sich entläd) eine konstante Ausgangsspannung für Servos und Empfänger bereitgestellt wird. (Diese kannst du i.d.R. noch einstellen zwischen 5 - 6 V).
Es gibt viele Diskussionen hier im Forum bzgl. der zulässigen Spannung für die angeschalteten Servos. Viele Servos sind laut Hersteller für eine maximale Spannung von 6V zugelassen. Ein vollgeladener 5zelliger NIMH Akku oder LIPO/LiFePo Akku hat aber eine höhere Spannung. Es gibt viele Meinungen hierzu, dass das problemlos funktioniert, ich finde duch Einsatz einer Akkuweiche mit festeingestellter Ausgangsspannung von 6V liegt man da auf der sicheren Seite.
Weiterhin besitzen die Weichen i.d.R. LED`s welche dir den Akkuzustand bzw. Fehler wie Wackelkontakt oder zu niedrige Akkuspannung anzeigen.

Gruß
Rüdiger

Gast_29808
29.09.2011, 20:30
das sich da kein Hersteller zu Wort meldet verstehe ich nicht, oder ist der Tread noch zu klein?

Ich zähle die hinzugewonnen "Fakten" einmal zusammen:
1. Innenwiederstand halbiert sich (sagen wir verringert sich...)
2. Doppelte Stromversorgung (wer es braucht)
3. große Ampere Ströme müssen nicht über Empfänger laufen.
4. Weiche haltet einen Kurzschluss so lange stand bis das Kabel vom Servo durchgebrannt ist. (ob das ein Empfänger nicht schafft sei einmal dahingestellt.)

Ron Dep
29.09.2011, 20:41
Innenwie?derstand halbiert sich
Der halbiert sich nur, wenn du beide Akkus gleichzeitig verwendest, was meines Erachtens nicht Sinn der Sache ist.
Außerdem haben Akkus ohnedies einen hinreichend kleinen Innenwiderstand, dass sich eine weitere Halbierung nicht lohnt.

VOBO
30.09.2011, 19:26
Ich verwende eine (Eigenbau)-Accuweiche um mich bei meinen E-Seglern nicht ausschließlich auf das BEC verlassen zu müssen. In die Weiche wird das BEC-Signal und ein Accu eingespeist. Wenn man ein BEC mit z.B 5,5V Ausgangsspannung hat, wird der zusätzliche Accu fast nicht geleert und braucht nur relativ selten geladen werden.

Warum mache ich das? Mir ist mal ein Transistor an einem Steller durchlegiert. Folge: Motor konnte nicht mehr ausgeschaltet werden. Wenn ich damals einen entkoppelten Accu dringehabt hätte, hätte ich getrost den Flugaccu leerfliegen und dann problemlos landen können.

Gruß Volker

thomasH
02.10.2011, 01:58
Aber langsam tät uns interessieren, wozu Akkuweichen überhaupt gut sind? Das kommt mir im Thread etwas zu kurz.

Die objektive technische Funktion wurde im Prinzip schon beschrieben:

Die Akkuweiche entkoppelt zwei parallell geschaltete Empfängerakkus in der Form, das ein Zellschluss (=Kurzschluss) eines Akkus keine Rückwirkung auf den Anderen hat.
Außerdem vermeidet sie evtl. schädliche Ausgleichströme zwischen den Akkus.
Die meisten Weichen verwenden dazu eine Schaltung aus zwei Schottky-Dioden. Diese Schaltung hat viele Vorteile:


Einfach und preiswert
Die Schaltung regelt sich selber, sodass beide Akkus gleichmässig entladen werden.
Die Schaltung verkraftet nicht nur den Ausfall eines Akkus sondern auch den einer Diode



Mit Deiner Frage zielst Du evtl. eher auf den praktischen Nutzen - da gehen die Meinungen natürlich auseinander.

Zunächst muss man sich immer fragen ob teilredundante Systeme etwas bringen - d.h. den Empfängerakku doppelt auszulegen ohne auch das gesamte übrige System (z.B. Empfänger, Sender, Senderakku, Servos, usw.) konsequent redundant zu gestalten.

So etwas ist immer dann nützlich, wenn eine Komponente eine sehr viel höhere Ausfallquote hat und/oder der Ausfall schlimmere Konsequenzen als beim Rest hat.

Vermutlich gibt es keine wirklich repräsentativen Studien über Ausfallhäufigkeit von Flugmodellkomponenten.

Beim Akku kann man immerhin sagen, dass es in Summe recht viele Schwachstellen (Zellen, Zellverbinder, Lötstellen, Kabel, Steckverbinder) gibt. Da jede einzelne Schwachstelle in der Regel zum Gesamtausfall des Akkus führt, ergibt sich eine vergleichweise hohe Gesamtwahrscheinlichkeit für den Ausfall eines Akkus.

Ich habe schon Empfängerakkus erlebt, die sich zu Hause scheinbar problemlos laden liessen, aber 3 Stunden später auf dem Platz durch eine defekte Zelle weniger als 4V Spannung hatten.

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die Akkuweiche durch ihre eigene Ausfallwahrscheinlichkeit ihren Vorteil wieder zunicht macht. Wenn die Weiche sinnvoll ausgelegt ist (sprich nicht selber einen "Single Point of Failure" darstellt) ist die Gesamtausfallwahrscheinlichkeit des Systems aus zwei Akkus+Weiche viel geringer als die eines Akkus. "Sinnvoll ausgelegt" heißt, dass die gesamte Stromführung bis zum Empfänger (inkl. ggf. Schalter) doppelt aufgbaut ist.

Falls die Weiche in einer Einheit mit Spannungsregler und/oder elektronischem Schalter aufgebaut ist, müssen auch diese Komponenten intern doppelt ausgelegt sein.

Ob der Empfängerakku bzgl. Zuverlässigkeit wirklich das vordringlichste Problem ist steht auf einem anderen Blatt. Ich persönlich habe den Eindruck das zur Zeit die Servos Spitzenreiter bei Ausfällen sind.


Gruß
Thomas

Maistaucher
02.10.2011, 09:00
Die grundsätzlichen Fakten konnte ich hoffentlich weitgehendst korrekt hier im Wiki (http://wiki.rc-network.de/index.php/Akkuweiche) zusammentragen.
Bitte ggfs. korrigieren oder ergänzen. Meinungen und Diskussionen gehören natürlich weiterhin in diesen Thread.

Gruß,
MT. ;)

HFK
02.10.2011, 09:14
Hallo Maistaucher, wenn Du Strategie 1 um den Satz erweitern würdest: "Deshalb ist es zu empfehlen, bei gleichen Akkus Akku1 und Akku2 regelmäßig zu vertauschen" ist es perfekt.

Ungleiche Akkus 1 und 2 sind ohnehin nicht zu empfehlen da ja im Ernstfall jeder inder Lage sein muss die Arbeit allein zu leisten.

marc-oliver35
28.01.2012, 14:56
Moin,

ich habe diesen Beitrag interessiert gelesen, denn ich bin mir auch nicht sicher, ob ich eine Akkuweiche (klein / groß) wirklich brauche. Die grundsätzlichen Aspekte sind mir im Prinzip einleuchtend, jedoch die praktischen Grenzen nicht. Hierzu mal die Fakten: Ich baue eine ASW-20 mit 6m Spannweite als Segler. Da werde ich in jedem Fall aus Sicherheitsgründen eine Doppelstromversorgung einbauen, schon weil ich das Gewicht der Akkus vorne brauche. Ich würde hier wie in meinem 4,5m Ventus ein Emcotec DPSI micro dual bat, also eine 'kleine Akkuweiche' einsetzen. Sie hat nur den Zweck, die Spannung der beiden Akkus zu managen und zu regeln, sonst nichts.

Nun gibt es aber auch die 'großen' Weichen, z.B. bei Emcotec die DPSI RV Mini5 Magic, bei denen die Servos ihren Strom nicht über den Empfänger, sondern über die Weiche beziehen. Frage: ab WANN braucht man sowas WIRKLICH?

Fakten: Über die Servos bin ich noch nicht ganz sicher, aber sagen wir mal, da ist folgendes drin:

QR: Hitec 5645 digital, Zuleitung je 2,20m mit 0,5mm²
WK: wie oben, Zuleitung je 1,20m lang mit 0,34mm²
HR: zwei Futaba S3150 an V-Kabel. Zuleitung ca. 2,40m mit 0,5mm²
Spoiler: HS225
SR, Fahrwerk, Kupplung: alles Hitec 645, Zuleitungen kurz.


Nun meine Fragen:

1. Überlaste ich meinen Empfänger MPX RX-9 DR M-Link, wenn ich die Servos direkt an ihn anschließe?
2. Benötige ich die Wirkung der 'großen' Weiche in Bezug auf die großen Kabellängen? (Sorry, ich verstehe nicht viel von Elektronik...)

Also zusammengefasst: BRAUCHE ich sowas wirklich? Das Teil kostet immerhin nicht wenig. Bitte jetzt keine Sprüche wie "wenn Du Dir 6m leisten kannst, dann kannst Du Dir wohl auch das leisten". Ich kann mir 6m nur leisten, wenn ich die Kosten gering halte, sonst nicht. Also möchte ich wissen, ob so eine 'große' Weiche ein netter Luxus zur Gewissensberuhigung und Befriedigung des Spieltriebs ist, oder ob handfeste technische Notwendigkeiten dafür bestehen, so etwas einzubauen.

Danke und viele Grüße
Marc-Oliver

Gast_29808
28.01.2012, 15:27
Kurzum, mit einen Segler und mit Deinen Servo´s ist eine Weiche überflüssig.

thomasH
28.01.2012, 18:27
QR: Hitec 5645 digital, Zuleitung je 2,20m mit 0,5mm²
WK: wie oben, Zuleitung je 1,20m lang mit 0,34mm²
HR: zwei Futaba S3150 an V-Kabel. Zuleitung ca. 2,40m mit 0,5mm²
Spoiler: HS225
SR, Fahrwerk, Kupplung: alles Hitec 645, Zuleitungen kurz.


Hallo Marc-Oliver,

für dieses Setup und den Wunsch nach Doppelstromversorgung ist das DPSI Micro Dual-bat absolut ausreichend.
Die genannten Servos haben alle eine "moderate" Stromaufnahme und können noch problemlos direkt an einen Standardempfänger angeschlossen werden.
Ich verwende das DPSI Micro seit Jahren zusammen mit den Hitec HS5645 in einem Motormodell (wo die Servos meist durch Vibrationen mehr Strom aufnehmen...) - ohne Probleme.
Theoretisch würden zwar die Summe der Blockierströme aller Servos das DPSI überlasten - aber das wird in der Praxis bei nicht vorkommen.



"Größere" Weichen wie das DPSI Mini haben -unter anderem- den Zweck die Stromversorung der Servos von der Empfängerstiftleiste zu entkoppeln und teilen das Signal der Steuerkanäle auf mehrere Ausgänge auf. Typische Einsatzfälle sind Großmodelle mit mehr als einem Servo je Ruderklappe.

Da Du ja Multiplex einsetzt, wäre alternativ die Variante aus M-Link Pro Empfänger + Safety Switch Twinbatt + 2* LiFe Akku eine Möglichkeit. Der Pro Empfänger hat Überstromsicherungen in den Ausgängen - wenn irgendwo mal ein Kurzschluss entsteht fällt dadurch nicht die ganze RC-Anlage aus. Da der Safety Switch keine Spannungsregelung hat muss man sich über Stromaufnahme und Verlustleistung keine Gedanken machen. Ich schreibe das hier aber nur als Idee, ich habe selber noch keine Erfahrung mit dem Betrieb von 6V Servos direkt an LiFe Akkus (Nonimalspannung 6,6V). Da gibt es aber hier im Forum diverse Threads zu.

Falls Du die Servos noch nicht gekauft hast: Für alle genannten Servos gibt es mittlerweile "Hochvolt" Alternativen (z.B. HS5665MH anstatt HS5645)- die funktionieren dann sowohl mit LiFe wie auch mit LiPo. Zusammen mit dem Safety Switch hast Du dann genau die Kombi, die Multiplex für größere Modelle empfiehlt.

Gruß
Thomas

FamZim
28.01.2012, 18:38
Hi

Bei mir geht eine Plus und Minus " Haubtleitung" durch das Modell.
Parallel dazu die dünnen Signalleitungen.
Überall wo ein Servo sitzt ist eine Buchse für dieses, mit den 3 Anschlüßen. (Keine Verlängerungen mit Steckern).
Auch der Empfänger ist da dran, mit 2 Servoanschlüßen einschlieslich + und - , dann noch die anderen Servoanschlüße nur mit Signal !
Da gehen keine Ströme über den Empfänger.
Die Akkus werden nur auf die Haubtleitung geschaltet.

Gruß Aloys.

Flightmaster
28.01.2012, 19:47
Schaut mal hier,. (die ist in unserem Verein entwickelt worden)

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/307564-AKKUWEICHE-DOPPELSTROMVERSORGUNG?p=2648042#post2648042

h+r+h
29.01.2012, 09:02
Hallo bis jetzt habe ich Weichen verwendet um bei Lipos auf die 6 V herunterzukommen, jetzt wo es die Hochvoltservos in Verbindung mit d. 2,4Hz Technik gibt, bin ich mir auch nicht mehr sicher ob eine Weiche die ja selbst auch einmal kaputt gehen kann sinnvoll ist :confused:
bin über die weitere Discussion sehr gespannt.
mfg Hermann

Georg Funk
29.01.2012, 10:05
Ich bin ganz klar der Meinung, um so weniger im Modell ist, um so weniger kann kaputtgehen. Also, die für mich optimale Lösung (außer bei extremen Hochlastservos/mehreren Servos pro Empfängerausgang) ist:

1 gut gepflegter und regelmäßig überprüfter Akku
1 hochwertige, gesicherte Steckverbindung (Schalter nur wenns nicht anders geht)
je nach Servoströmen eine oder mehrere Zuleitung von der Akkusteckverbindung zum Empfänger
1 Empfänger mit gesicherten Steckverbindungen

Zusätzliche Sicherheit bringt die Spannungsüberwachung über Telemetrie mit hoch eingestellter Warnschwelle, dann sollte man beim Auslösen der Warnung mit vorsichtigen Ruderauschlägen (wenig Stromverbrauch) noch sicher Landen können.

Der plötzliche Akkutot dürfte wirklich äußerst selten sein, wer das auch noch ausschließen möchte muß dann wohl auf eine Akkuweichenlösung zurückgreifen, dann aber darauf Achten, daß die Weiche 2 kompl. Spannungsstränge hat so daß nicht der Tot der Weiche zum Absturz führen kann. Im Selbstbau würde das je eine Diode im Zuleitungskabel zwischen Abgriff der Akkuspannung und Empfänger bedeuten. Dann muß aber die Funktion der Dioden regelmäßig überprüft werden.

Bei Doppellösungen immer beachten, daß ein Strang alleine die kompl. Ströme verkraften muß. Sonst bringt das ganze keine Sicherheit sondern erhöht das Ausfallrisiko.

thomasH
29.01.2012, 13:26
Der plötzliche Akkutot dürfte wirklich äußerst selten sein, wer das auch noch ausschließen möchte muß dann wohl auf eine Akkuweichenlösung zurückgreifen, dann aber darauf Achten, daß die Weiche 2 kompl. Spannungsstränge hat so daß nicht der Tot der Weiche zum Absturz führen kann

Bzgl. Ausfallrisiken verweise in diesem Zusammenhang nochmal auf meinen Beitrag weiter oben. Man muss schon deutlich unterscheiden: Akkus sind - auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch und korrekter Handhabung - Verschleißteile mit eine "relevant" begrenzten Lebensdauer. Das gilt nicht nur für Flugmodelle - da reicht ein Blick in die ADAC Pannenstatistik :)
Hinzu kommt, das leider nicht alles was im Modellbauhandel an Akku angeboten wird, fachgerecht konfektioniert wurde - was das Ausfallrisiko, z.B. durch ab-vibrierte Zellverbinder, künstlich erhöht.
Selbstbau macht es oft auch nicht besser - die Wenigsten haben die Austattung, das Wissen und die Übung für eine fachgerechte Konfektionierung.
Das Problem "Vibration" hängt natürlich vom Flugmodell ab - hier erlebt man bei Verbrennermotoren ganz andere Dinge als im Elektro/Segelflug.

Auch mechanische Schalter haben eine begrenzte Lebensdauer....

Elektronische Schalter auf MOSFET Basis und Schotty-Dioden kann man hingegen- sofern sie nicht kraß unterdimensioniert sind - als verschleißfrei betrachten (Sie sind es in Wirklichkeit auch nicht - nur ist die Lebensdauer im Vergleich zum Flugmodell selbst so extrem hoch das es nicht relevant ist).

D.h. der Gewinn an Zuverlässigkeit durch einen zweiten Akku ist viel größer als das zusätzliche Risiko durch eine Akkuweiche.


Problematisch sind generell Lötstellen wenn sie nicht gegen Vibrationen und Umwelteinflüsse geschützt sind. Die weit verbreitete Angewohnheit, Kabel irgendwo mittendrin zusammenzulöten ist eigentlich ein "No-Go". Ein hochwertiges, fertig konfektioniertes Verlängerungskabel, dass man mit Schrumpfschlauch gegen herausrutschen sichert, ist eine wesentlich bessere und zuverlässige Lösung. Ja, der Stecker hat auch einen Übergangswiderstand - aber der ist definiert und bleibt bei hochwertigen Steckern über lange Zeit konstant. Ich mache das bei nahezu allen meinen Modellen so.

D.h. aber auch das "frei verdrahtete" Akkuweichen mit ins Kabel gelöteten Dioden kontraproduktiv sind. Wenn schon Weiche/Elektronischer Schalter, dann ein professionelles in SMD-Technik aufgebautes Produkt.


Durchaus kritisch sehe ich jede Form von Spannungsregler. Linearregler haben eine begrente Verlustleistung und man muss aufpassen dass sie nicht überlastet werden. Manche Billigregler sind mit Standard ICs aus dem Consumer Bereich aufgebaut. Diese habe die Angewohnheit bei Überlastung abzuschalten - was beim Küchenradio die richtige Reaktion ist - im Flugmodell aber nicht.
Hochwertige Produkte haben Schaltungen, die darauf ausgelegt sind Lastspitzen auszuhalten.

Schaltregler sind bzgl. Verlustleistung unkritischer aber generell etwas unzuverlässiger und oft auch nicht sehr robust bei Lastspitzen.


Gruß
Thomas

marc-oliver35
29.01.2012, 18:04
...bezüglich meiner Fragen. Natürlich ist das auch eine philosophische Frage, ob aufwändige Akkuweichen notwendig sind. Scheinbar spricht in meinem Fall technisch zumindest nichts zwingend für den Einbau einer 'großen' Weiche. Ich werde damit meinen vorhandenen DPSI mini dualbat oder mikro? oder wie auch immer weiter einsetzen (Liebe Firma Emcotec: ihr macht so tolle Produkte, warum gebt ihr denen nicht Namen, die sich auch ein Halbtrottel wie ich merken kann?)

Mit dem Thema Hochvoltservos werde ich mich beschäftigen.

Schönen Sonntag noch
Marc-Oliver

Rodenberger
12.03.2012, 19:20
Hallo.
Das Thema liegt ja nun leider schon etwas zurück, aber ist sehr Informativ.

Vor kurzem stand ich auch vor der Frage, Akkuweiche oder nicht.
Ich habe Keine eingebaut, und das in einer Schaumstoffwaffel mit Turbine.
Bisher ist mir noch kein (Flug-)Akku im Flug kaputt gegangen und das bei Strömen über 80A.
Ich denke auch nicht, das ein Empfänger im Bereich der Stromversorgung durchbrennt, wenn ein Servo einen Kurzschluß macht. Dann dürften doch ehr die Regler mit ihren 3 oder 5A BEC Strom sterben....oder abschalten.


Schaltregler sind bzgl. Verlustleistung unkritischer aber generell etwas unzuverlässiger und oft auch nicht sehr robust bei Lastspitzen.

Kann ich leider bestätigen. Schlimmer noch, das ich einen Regler mit SBEC (von Conrad) gar nicht mit digitalen Servos verwenden konnte, da die Spannung teilweise so weit eingebrochen ist (unter 3V), das ein Kreiselsystem in einem Heli gar nicht sicher arbeiten konnte. Ich habe das mal mit einem Oszi aufgezeichnet, müste man mal hochladen.

Zur Stromversorgung habe ich nun einen 3S mit nachgeschaltetem BEC mit 5A eingebaut, da ich eh etwas Gewicht in der Nase brauchte. Sollte eine Zelle sterben, dann reichen 2S immer noch völlig aus, es sei denn, die defekte Zelle wird hochohmig. Als Sicherheit sehe ich hier aber eine Spannungsüberwachung per Telemetrie.
Hier überwache ich beide Akkus (Empfänger mit Servos + Turbinenakku).

Generell überprüfe ich alle Akkus vor bzw. nach dem Flug, weicht eine Zelle sehr in der Spannungslage ab, fliegt der Akku raus. Bisher ist das aber noch nicht vorgekommen.

Ich sehe es so, das ein Servo doch schneller mal ausfällt als so ein Akku .....und meist passiert das ja auf dem Transport.

Als Alternative sehe ich auch die HV-Servos, die ein BEC überflüssig machen, das wäre eine entscheidende Fehlerquelle weniger.

Gruß Mario