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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Akku:Sanyo RC 4/5 Flight?



Romain
10.04.2002, 12:53
Hallo,
Erstmal:Glückwunsch zum neuen Forum!Ausdauer macht sich also doch manchmal bezahlt.So ein Forum ist für mich als "Nicht-Vereins-Flieger" Gold wert.
Mein Informationsstand hatte sich schon bei RCO vervielfacht,sicher wird sich der Informations-und Austausch-Zuwachs von uns allen hier noch einmal "potenzieren"!
Nun zu meiner aktuellen Informationslücke:
Wer kennt die Sanyo RC 4/5 Flight(Gewicht,Erfahrungen)?Ich möchte irgendwann meine alten RC 2000 ersetzen(Flugbetrieb bis etwa 35 Ampere),möchte aber keinen Gewichtszuwachs.
Hopf hat mir auf meine Anfrage hin die RC2400 oder die RC4/5Flight vorgeschlagen.
Was meint Ihr dazu?
Vielen Dank für die Erfahrungsberichte!
Mit freundlichen Grüssen
Romain

Birki
10.04.2002, 13:39
Moin,

ich habe aktuell ne 12er CP1600 gepushed von Hopf im Einsatz.
Modell ist ne Solution2 mit nem 480-28 BL von Simprop an einer 14x8er Latte. Macht 3 kg bei rund 37A.
Das ergibt 4-5 zügige Steigflüge mit ca 50-60° bei einer Laufzeit von 2,5 min.
Zum Vergleich 10x 2400er im selben Modell mit 3100gr und einer 14x9er bringen 4,5 min Laufzeit bei guten 30A und 7-8x ca 40° ausreichenden Steigflug. Die Zellen bringen halt erheblich weniger Laufzeit aber das wird durch den Unterschied von 60 zu 44gr durch das dadurch möglichen Aufrüsten um 2 Zellen und dem damit gewonnen Schub mehr als wettgemacht. Die Max-Leistung ist fast bis zum Ende da und geht dann recht zügig aus. Da die Zellen noch weniger als 10 Zyklen gelaufen sind, erwarte ich eher noch bessere Leistung. Rein gehen bei 6A ca 1750mA, raus vermutlich knapp 1600.

Gast_93
10.04.2002, 15:10
Ist die gleiche wie CP1700, wiegt also 45 g die Zelle. Vom Strom her dürfte die langen, gepusht sowieso. Hast halt richtig Druck bei weniger Gewicht, wenn es dir um Flugzeit geht sind rC2400 erste Wahl...

MTT
10.04.2002, 16:16
Hallo, Leute, bin blutiger Anfaenger in Sachen Elektroflug. Mein erstes Projekt ist die Umruestung meiner Ur-Alpina auf einen Elektroantrieb.

Hab da mal eine (vielleicht dumme) Frage :
Was meint Ihr, wenn von "gepushten" Zellen die Rede ist ?
Hab den Begriff jetzt schon oefter gesehen, und hab keine Ahnung was das ist.

Gruss, Michael

Dennis Schulte Renger
10.04.2002, 17:14
Hi Michael!!

Wenn von Pushen die Rede ist wird der Vorgang bezeichnet bei dem an die Zelle ein sehr hoher Strom abgegeben wird. Dieser bewegt sich in Bereichen von einigen 1000A. Bei diesem Vorgang werden die Elektroden in ihrer kristallinen Struktur beeinflußt. Der Kistallaufbau verändert sich in der Hinsicht, dass er feinkörniger wird. Dadurch wird die Oberfläche größer, der Übergang von der Ionenleitung im Elektrolyten zur Elektronenleitung im Metall wird erleichtert. Zusätzlich wir der Übergangswiderstand zwischen den einzelnen Kristallen geringer, da kleinere Kristalle enger zusammenliegen als Große. Das fürrht zu einer Verringerung der Innenwiderstandes der Zelle. Das sorgt ja bekanntlich dafür dass die Spannung bei höher Belastung nicht so stark zusammenbricht.

Und nicht dass ihr meint ich hab mir das selber ausgedacht :D :D Der Text stammt sinngemäß (und Teilweise wörtlich :D ) aus der Elektromodell 1/1999

Gerhard Würtz
10.04.2002, 17:19
Hallo MTT,

beim Pushen wird eine hohe Spannung ca.70volt je nach Zellentyp kann es mehr oder weniger sein bei einem sehr kurzen hohen Strom auf die Zelle gegeben. Dadurch verschweißt der Minusableiter großflächiger. Ergebnis, der Innenwiderstand der Zelle sinkt. Die Zellen sind höher belastbar. Ein Kapazitätszuwachs ist hi und da auch zu verzeichnen. Das ist aber nicht der wichtigste Grund für das Pushen, sondern das Absenken des Innenwiderstandes. Was sonst noch in der Zelle passiert, ist noch nicht 100%ig geklärt.

Gruß Gerhard

Birki
10.04.2002, 18:53
Hi,

ist es nicht schön, das selbst soetwas simples wie eine gepushte Zelle noch etwas Geheimnissvolles in sich birgt... :D

Romain
10.04.2002, 21:26
Hallo,
Danke für die Antworten!Es ist also so dass die CP1700 und die RCFlight4/5 die gleichen Zellen sind(oder hab ich das falsch verstanden?).Da die gepushten Zellen gegenüber meinen alten ungepushten RC2000 ja sicher mehr Leistung haben werde ich wohl auch bei 8 Zellen bleiben.In dem Zusammenhang habe ich aber trotzdem noch eine Frage :wird bei 10 Zellen anstatt 8 automatisch auch der Strom grösser?(Meine grauen Zellen würden meinen:"JA",aber vielleicht mach ich ja einen Denkfehler?!).
MfG
Romain

Peter K
11.04.2002, 07:52
Hi Romain,

deine grauen Zellen funktionieren prima.

Bei höherer Spannung will der Motor höher drehen. Da die Leistung, die eine Luftschraube für eine bestimmte Umdrehungszahl benötigt aber nicht linear, sondern in der (ich glaube) 3. Potenz steigt, braucht er dafür auch mehr Strom, um diese Leistung zu erbringen und diese höhere Drehzahl zu erreichen.

[ 11. April 2002, 07:55: Beitrag editiert von: Peter K ]

Romain
11.04.2002, 10:17
Hallo Peter,
das mit den grauen Zellen(die zwischen den Ohren!)ist so ne Sache :ich glaube die sehen manchmanl auch ganz schön alt(und grau) aus,was auch mal ärgerlich ist.(Kann man die auch pushen?...).
Deine Erklärung ist aber eine schöne Vorstellungshilfe,vielen Dank!
Wie bei jeder Erklärung tauchen aber auch hier bei mir wieder neue Fragen auf,
daher noch diese :
wie würde denn der Strom sich ohne
Luftschraube verhalten(beim Wechsel von 8 bis 10 Zellen)?
MfG,
Romain

Peter K
11.04.2002, 10:22
Weiß nicht, ich flieg so selten ohne Luftschraube :D .

Romain
11.04.2002, 10:57
Und wenn,dann ungewollt und ohne Zeit zum Nachmessen!
Romain

Birki
11.04.2002, 11:35
Naja,

der Strom muß ja wohl aufgrund der erhöhte Leerlaufdrehzahl steigen, gelle?
Mein aktuelles Praxisbeispiel ist folgendes:
10 Zellen an 14x9 =~30A
12 Zellen an 14x9 =~40A
12 Zellen an 14x8 =~35A
Diese Werte sind Spitzen nach dem Laden, gemessen mit 100A Amperemeter, aber senken sich im Flugbetrieb.
Für mich waren 40A zu viel, aber weniger Steigung bei gleicher Größe hat in der Praxis gleichviel Durchzug (wichtig beim Start) bringt nur etwas weniger Fahrt (na und, 3m Segler).
Bitte Ihr Profis, jetzt nicht hauen, dies ist für meine Bedürfnisse als Erklärung ausreichend... ;)

Romain
11.04.2002, 12:22
Birki,
vielen Dank für deine kurze Tabelle,die ist sehr klar!
Trotzdem noch ein Versuch:
Peter hat ja gesagt dass der Leistungsbedarf der Luftschraube bei steigenden Drehzahlen nicht linear ist und deshalb genügt wohl die höhere Spannung mit 10 Zellen nicht allein um diesen Leistungsbedarf aufzubringen.
Leider bin ich ein schlechter bis miserabler "Mathematikkünstler" und kann das nicht nachrechnen(selbst wenn es sich hier um "niedrigste" Mathematik handeln sollte?!)Aber nach meinen bescheidenen Schulkenntnissen(ist schon ein paar Tage her) müsste der Strom ja auch ,unabhängig von der Luftschraube, mit steigender Spannung steigen?....

Ich bin aber notfalls auch bereit es auf diesen praktischen Erklärungen beruhen zu lassen,für mein Bedürfnisse wird das wohl genügen!
MfG
Romain

Robert G.
17.04.2002, 16:07
vielleicht hilft das weiter: (bezieht sich auf FUN480 4,3:1, könnte bei anderen aber auch ~ stimmen))

www.elektrofliegen.de.vu/Luftschraubenmessungen.htm (http://www.elektrofliegen.de.vu/Luftschraubenmessungen.htm)

Robert

Romain
17.04.2002, 21:59
Hallo Robert,
vielen Dank,die Tabellen sind sehr interessant und beantworten auch meine Fragen!Es ist super dass ich hier von dieser ganzen Arbeit profitieren kann(Diese Adresse musste ich natürlich gleich kopieren!)
In einem Beispiel hast du auch die Graupner 10 x 6 und die Aeronaut 10 x 6 unter praktisch gleichen Bedingungen eingesetzt.Dabei hat die Aeronaut etwas weniger Strom,mehr Drehzahl und etwas weniger Standschub als die Graupner-Latte.
Mich wundert das etwas,da ich rein subjektiv bis jetzt das Gefühl hatte die Aeronaut würde mein Modell eher besser durch die Lüfte ziehen.
MfG
Romain

Robert G.
18.04.2002, 22:03
hi Romain,

Standschub ist nicht zu verwechseln mit Schub im Flug

da die Aeronaut höher dreht, kann das im Flug schon etwas bewirken. Hängt auch von der Fluggeschwindigkeit des Modells ab.

die Meßuhr (von Osram) hat eine Strichteilung von 40g, kleine Meßfehler sind da nicht auszuschließen, 40g von 400g = 10%, 40g von 1000g = 4%,

die Tabelle sollte als Anhaltspunkt für unterschiedliche LS dienen. So läßt sich die benötigte Zellenzahl und LS je nach Gewicht und Flugstil des Modells im groben vorhersagen.

Ich hatte es satt, das mir keiner Auskunft geben konnte, was der Motor mit welcher LS/Zellenzahl leistet.

Ebenso wurde ein Motorprogramm nach den Meßdaten angepasst.

Armin Bock
18.04.2002, 23:17
Original erstellt von Robert G.:

Ich hatte es satt, das mir keiner Auskunft geben konnte, was der Motor mit welcher LS/Zellenzahl leistet.
Yep, Recht hasde.

Angaben wie z.B. "10 Zellen, ca. 35 Ampere" find' ich arg knapp an Informationen für eine Ausgabe von mehreren hundert Euro.

Es gibt Hersteller, die mit gutem Beispiel vorangehen. Warum sollte man das nicht entsprechend honorieren?