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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Profil AG 25 und Wölbklappenwirkung



Phoenix35
14.03.2012, 10:43
Hallo,

ich habe vor kurzem meinen Pulsar 2008 Carbon (2 Meter Elektrosegler mit Querrudern und Wölbklappen - AG 25 Profil) von Girmodell fertiggestellt - es ist dieses Modell:

http://www.girmodell.de/pulsar2008/pulsar2008.html

Nun habe ich den Pulsar eingeflogen. Der Pulsar ist ein sehr leichter (740 Gramm) und dennoch durch die Kohle-D-Boo etc. ein supersteifer Flieger mit guter Strecken- und genialer Thermikleistung.
Die Wölbklappen (inklusive Querruder) lassen das Profil verändern. Eine Negativveränderung führt zu guter und schneller Laufleistung. Stelle ich die Klappen auf Positivverwölbung (3-4mm) muss ich enorm viel Höhe beimischen. Ich habe aber den Eindruck, das Modell wird minimal ausgebremst und sinkt schneller als in Normalstellung. Habe so etwas schon einmal irgendwo über dieses Profil gelesen - kann Jemand etwas dazu sagen? Vielen Dank schon einmal.

Viele Grüße aus Köln

Uli

MarkusN
14.03.2012, 11:07
Das AG25 ist von Mark Drela für den Bubble Dancer etworfen. Das ist ein RES-Modell, also ohne Wölbklappe. Mark macht keine halben Sachen, also hat er das Profil wohl ziemlich auf gute Sinkleistung optimiert (wichtig im RES-Wetttbewerb). D.h. das Profil hat im Bereich des Druckanstiegs hinten auf der Oberseite wohl kaum viel Reserven für zusätzliche Wölbung. Das ist das, was Du zu spüren kriegst.

Chrima
14.03.2012, 11:17
Hi Uli

Das Fahren der WK nach unten ermöglicht (theoretisch) mehr Auftrieb. Du kannst dann also bei gleicher Geschwindigkeit mehr Gewicht tragen, oder bei gleichem Gewicht langsamer fliegen.

Bei Letzterem verringert sich aber die RE-Zahl, wodurch wiederum die Leistung des Profils abnimmt.

Denke Du brauchst aber gar nicht mehr Auftrieb, wie Markus sagt. Bei schnelleren Segler spricht man auch nur mehr von etwa 2mm. Mehr bräuchte es dann evtl. beim Kreisen, wo ja der Flieger immer schwerer wird (zusätzliche Fliehkraft) je steiler Du ihn in die Kurve legst.
Und noch mehr schlägt man aus beim Hochstart, wo ja noch der Zug des Seils getragen werden muss.

Hier bei Vladimir gibts noch gute Anleitungen ;
http://f3j.in.ua/media/supra-instructions/Wing%20Template%20for%20Sprite%20and%20Supra.pdf


@MarkusN; Hoi ! Bei Profilen trifft man sich immer wieder, nicht ? :)

Gruss
Chrima

Phoenix35
14.03.2012, 12:21
ich denke, damit ist das Verhalten des Modells ausreichend erklärt, womit mir die Wölbklappen zukünftig wohl vornehmlich zum Landen dienen werden (Butterflystellung).

Vielen Dank an euch beide für die guten Beschreibungen.

Viele Grüße

Uli

MarkusN
14.03.2012, 13:48
ich denke, damit ist das Verhalten des Modells ausreichend erklärt, womit mir die Wölbklappen zukünftig wohl vornehmlich zum Landen dienen werden (Butterflystellung).Die positive Wölbung vielleicht. Die negative kannst Du ja im Flugbetrieb immer noch nutzen.

Sniping-Jack
14.03.2012, 14:13
Ich halte schlicht die 3-4mm für zuviel. Geht man nur um einen halben Millimeter über das individuelle Maximum hinaus,
schlägt das erhoffte Plus in einen Leistungsverschlechterung um. Es gibt nur 2 Möglichkeiten:
- weniger Ausschlag nach unten (wenn das Profil bereits so optimiert ist, wie Markus sagt, könnten sogar 2mm schon zuviel sein)
- Einen Turbulator probieren (ich würde aber vermuten, dass dann dafür die Leistung an anderer Stelle beeinträchtigt sein könnte)

Und ja, ich vermute auch, dass die WKs hier primär als Landehilfe gedacht sind.

Ich denke aber schon, dass es Sinn machen kann, es wenigstens zu versuchen. Speziell in der Thermik macht es schon Sinn, wenn
der Vogel so langsam und eng wie möglich kreisen kann. Nur sollte es halt nicht zuviel des Guten sein, wie diese 3-4mm.
Probier erstmal einen Millimeter und wenn das klappt, mal 2mm. Eventuell pendelt sich das irgendwo dazwischen ein. Muss man erfliegen.

Phoenix35
14.03.2012, 23:39
danke Guido,

probier ich mal. Vielleicht war 3-4mm ja wirklich zuviel. Ich hatte bis jetzt Wölbklappensegler zwischen 2 und 3,5 Metern mit RG 15, MH 32 und verschiedenen SD Profilen und da lag ich im Schnitt bei etwa 3mm meistens ganz gut. Da dieses Profil extrem auftriebstark ist, mögen die 3-4mm aber deutlich zuviel sein. Ich schau mal.

Viele Grüße

Uli

Merlin
01.10.2013, 20:59
Das AG25 wird nicht wirklich gut auf WK reagieren: die Polare ist bei 3° WK sehr "spitz" (siehe linke Seite des Bildes). Dh. ein bischen zu schnell oder zu langsam wird extrem viel Leistung kosten. Ich nutze in solchen Fällen die WK nur beim Kurbeln, da ist ein bischen mehr Widerstand IMO nicht ganz so tragisch . Und ob man besser steigt sieht man sofort.

ps. Prof. Mark Drela http://www.charlesriverrc.org/articles/drela-airfoilshop/markdrela-ag-ht-airfoils.htm
hat diese Serie AG25 -26 -27 für "Composite heavier 2M poly gliders" und die Serie AG24 -25 -26 für "Composite 3M poly gliders;" : also ZWEIAchser! Von daher war WK-Eignung vermutlich kein Entwurfskriterium.

Schaut man sich die Polare für negative Klappen (-2°) an, so sieht das wesentlich besser aus. Das lohnt sich also.

Insgesamt entspricht hier die Theorie der Praxis - ist doch auch mal schön!

Gruß,
Bernd

+3°
1056851/

-2°
1056855