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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baubericht Ka-52 Alligator für 34er und 45er Koaxe



lupusprimus
03.06.2012, 00:53
Viele Heliflieger fangen mit einem Koax an. Der ist eben einfach zum Lernen der ersten Schritte, da er (halbwegs eingestellt) sehr eigenstabil fliegt. Ich habe auch so angefangen, aber mich dann vor allem dem Scale-Bau zugewandt.
Koaxe im wahren Leben gibt es nicht allzu viele. Kamov ist der Hersteller, der wohl die meisten Koaxial-Helikopter gebaut hat und auch weiter baut. Einer der aktuell noch in der Produktion befindlichen ist der Kamov Ka-52, die zweisitzige Weiterentwicklung der einsitzigen Ka-50 Black Shark.
Ausgangspunkt meines Baus ist ein Bausatz mit einem Foliesatz in 0,3 mm und einige Ergänzungsteile aus Resin und pulvergelaserten Material.

lupusprimus
04.06.2012, 22:07
Das geht leichter, als viele glauben. Zuerst schneidet man um die jeweilige Form mit ca. 5 mm Abstand.

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Dann nimmt man einen wasserfesten Foliestift und zieht ringsum eine Linie. Dabei drückt man die Rumpfhälfte sacht auf eine ebene Fläche (Tisch, Glasplatte o.ä.).

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Anschließend nimmt man sich eine (möglichst gebogene) Fingernagelschere und schneidet die Rumpfhälfte aus. Den Übergang von Rumpfhälfte zur Tiefziehunterlage sieht man an den meisten Stellen recht deutlich. Die gezogene Linie ist nur ein Hilfsmittel, um die Trennlinie möglichst gerade zu schneiden.

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Tim Kleinschmidt
07.06.2012, 21:33
Hi,

der ist ja schön :cool: bitte weiterberichten! Was nimmt man denn da für eine Mechanik?

Gruß, Tim

lupusprimus
10.06.2012, 16:43
In der Größe passen alle Mechaniken mit 34er und 45er Rotor rein. Am kraftvollsten schaffen es die Walkera aus der 53er Reihe. Bei den 34er Rotoren sollte man die 180er Motore durch stärkere von Xtreme, Nuts o.ä. ersetzen, da sie mit dem Gewicht des Rumpfes dann doch an der Grenze sind. Auch ein Koax-Booster und Umstellen auf 3S macht den Heli dann sehr gut fliegbar. Super gehen natürlich Doppel-BL-Umbauten.

lupusprimus
12.06.2012, 21:45
Nach Festplatten-Crash wieder auf Sendung.
Ehe die Rumpfhälften verklebt werden, baut man die Gegenhalter der Hauptfahrwerkbeine ein. Die werden ein bischen nachgearbeitet und passen an ihre Stelle ziemlich gut rein. Werden einfach mit UHU Allplast innen in die Folie geklebt.

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Die Ka-52 hat ja ein Dreipunkt-Fahrwerk. Das muß irgendwie so an den Folierumpf angebaut werden, daß der nicht reißt oder sich verbiegt (da wirken beim Aufsetzen ja Kräfte). Die Gegenhalter machen aus einer Punktlast eine Flächenlast (Ingenieure werden wissen, wovon ich rede). Und mit dieser Variante funktioniert das sehr gut.

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Schorch
12.06.2012, 22:14
Man muß kein Inscheniör sein, um dich zu verstehen :) lese hier still mit und frage mich, ob ich einen meiner Koaxe im Winter auf Kamov umbasteln sollte. Mit den Aero-Nuts Motoren habe ich schon sehr gute Erfahrungen gemacht, die sollten das mit einer 34 cm Mechanik eigentlich packen. Eine alte Walkera Big Lama HM 53-1 wäre wahrscheinlich zu groß, oder? Der bräuchte ich nur statt der e-flite 3in1 die von der e-sky Big Lama verpassen und die Motoren erneuern, dann hätte sie mehr als genug Kraft für einen Rumpf. Die e-sky 3in1 ist sowieso fest eingeplant.

lupusprimus
13.06.2012, 13:39
Die 53er Motorgruppen gehen gut rein. Rechts hinter der Kanone muß man etwas das Zahnrad freischneiden, aber das sieht man nicht und stört auch nicht.
Die 3in1 kann man hinter der Motorgruppe plazieren, so bleibt vorn genug Platz für den (auch 3S) Akku.

Schorch
13.06.2012, 14:23
Supi, danke für die Info. Ein neues Kleidchen würde meiner altgedienten Big Lama wirklich gut stehen.

lupusprimus
13.06.2012, 20:11
Ehe man die Hälften miteinander verklebt ist es sinnvoll, die Motorgruppe einzupassen. Die mit 34er Rotor gehen alle rein. Ich habe sie aber umgedreht, aus zwei Gründen: 1. bleibt der Bugraum so für den Akku frei und da hinten im Heck ist genug Platz. Da der Koax auch keinen Heckmotor hat, ist kaum mit Hecklastigkeit zu rechnen. 2. kommen so die beiden Anlenkstangen nach vorn, das paßt so kurz hinter den Lufteinläufen gut.

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Man schneidet vorsichtig so viel frei, daß die Motorgruppe rein geht. Später beim Aufhängen der Motorgruppe wird da an manchen Stellen die Schere auch nochmal gebraucht. Dann markiert man mit einem Foliestift die Stellen, wo die Aufhängungen an die Rumpfwand stoßen. Ich nehme meist 2 mm Karbonstäbe, die in 3,2 mm (relativ steifes) Plastrohr mit 2 mm Innendurchmesser ihren Platz finden (kriegt man alles im gut sortierten Modellbauladen oder mit dem Bausatz). Die Röhrchen werden vorher an geeigneten Stellen unter das Chassis der Motorgruppe geklebt.

lupusprimus
14.06.2012, 23:23
Die Rumpfhälften werden mit Verbindungsstreifen aus beiliegenden Folieresten verbunden. Dazu schneidet man sich erst einmal Streifen von 3 bis 5 mm Breite. An ebene Flächen (z.B. Rumpfunterboden) kann man die breiteren nutzen, bei Rundungen eher die dünneren. Verbindungsstreifen immer nur an eine Hälfte innen mit Sekundenkleber ankleben.

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Den toluolhaltigen Kleber Ruderer L530 (Lexankleber) gibt es leider nicht mehr. Ersatzweise nehme ich derzeit UHU Allplast. Der ist nur etwas zäher, klebt aber auch beanstandungslos.

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Ringsum sind jetzt die Verbinder dran. Probeweise mit der anderen Hälfte zusammenstecken, um zu sehen, ob irgendwo Spannungen entstehen. In dem Fall Verbinder leicht nach innen abknicken (an Rundungen) oder schmaler schneiden.

lupusprimus
15.06.2012, 19:28
Die Frage stellt sich bei jedem Rumpf-Heli. Üblich ist (bei den größeren Modellen) der Schnitt quer irgendwo vor der Rotorachse. Bei diesen Folierümpfen hat das aber zur Folge, daß ihre Formstabilität leiden würde. Um bei einer 0,3 mm Folie Bug- und Hauptteil paßgenau zu verbinden, brauchte es 2 Spanten. Die sind anstrengend zu fertigen, brauchen auch Platz (der oft nicht wirklich da ist) und machen schon wieder Gewicht.
Ich löse das Problem durch das Abtrennen des vorderen oberen Rumpfteils, der meist die Kabine und den Teil vorm Rotormast umfaßt. Der Vorteil ist eine bleibende Formstabilität des gesamten Rumpfes und ein eher unkompliziertes Aufsetzen der "Kanzel". Die Motorgruppe sollte sich dann ungehindert in die Rumpfkontur einschieben lassen.
Bei Anwendung dieser Variante müssen 2 Fakten beachtet werden: 1. sollte die Rumpfkontur beidseitig der Schnittlinie möglichst gerade sein (für Laschen zum Auflegen der "Kanzel") und die Schnittlinie sollte nicht quer durch Stellen gehen, wo zum Schluß Decals aufgebracht werden (nichts ist anstrengender als ein Decal zu teilen).

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Die Schnittlinie erst mit einem Foliestift anzeichnen, nochmal Stimmigkeit von allen Seiten prüfen und dann erst mal nur aus einer Rumpfhälfte ausschneiden (so verhindert man später Absätze bei den beiden herausgeschnittenen Teilen). Den Schnitt in Ecken immer etwas rund ausführen, da so später keine Spannungsrisse entstehen können.

Was hier auch schon zu sehen ist: Ehe größere Arbeiten an den Folieteilen beginnen, die Fensterteile innen (großzügig) und außen (evtl. schon passend) abkleben. Ich nehme dazu meist Tamiya Maskierband. Ein Klecks Kleber, paar Farbspritzer oder ein Kratzer trüben sonst das Durchscheinerlebnis gewaltig. Die durchsichtigen Fensterteile geben dem Modell eine wesentlich bessere 3D-Wirkung, unabhängig was für Teile oder Kabel man hinter den Scheiben dann mal sieht.

lupusprimus
17.06.2012, 13:57
Wenn ohne Kleber beim Zusammenfügen der beiden Hälften alles soweit paßt, geht das Verkleben los. Ich fange meist mit dem Rumpfboden an. Verwendet wird UHU Allplast. Der Kleber ist für PET gut geeignet und läßt sich gegenüber Sekundenkleber noch eine zeitlang korrigieren.

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Eine Besonderheit ist meist das Heck. Ein Seitenleitwerk ist für die Anwendung von Verbindungsstreifen meist zu schmal. Ist der Rumpf soweit verklebt, wird das Seitenleitwerk mit Tesa-Streifen fixiert.

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An einer geeigneten Stelle wird vorher ein ca. 3 mm großes Loch geschnitten (hier unten am Ende des Rumpfes). Durch dieses wird dann UHU Allplast eingetropft. Den läßt man dann innen an der Verbindungsstelle entlanglaufen und legt den Rumpf dann so ab, daß die verklebte Stelle waagerecht abtrocknen kann. So geht verbindungsstreifenfreies Verkleben, das hält genauso gut. Das macht man nacheinander an allen zu verklebenden Seiten. Zum Schluß werden dann die Tesa-Streifen außen wieder abgemacht.

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lupusprimus
18.06.2012, 22:13
Die Öffnung des Rumpfes zum Ein- und Ausbau der Motorgruppe nenne ich immer "Kanzel". Die muß nun nach dem Verkleben der beiden ausgeschnittenen Hälften so auf dem Rumpf befestigt werden, daß es eine glatte Rumpfkontur ergibt. Dazu klebe ich an wichtigen Stellen kleine PET-Laschen innen an den Rumpf.

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An der "Kanzel" erfolgt das auch. Wo sinnvolle Stellen sind, sieht man durch den leichten Verzug beim Aufsetzen.

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So sieht das dann am geöffneten Rumpf aus.

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Aufgesetzt kann sich das Ergebnis sehen lassen. Befestigen kann man die "Kanzel" dann mit Magneten oder einer Schraub-Variante.

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lupusprimus
19.06.2012, 19:14
Ist der Rumpf komplett verklebt kommt das, was wohl die meisten Modellbauer eher hassen: Spachteln und Schleifen. Für mich ist das inzwischen sowas wie eine Meditations-Übung.
Ich benutze meist Faust Kunstharzspachtel. Der läßt sich hervorragend aufbringen und nach dem Trocknen bearbeiten. Er hat aber etwas längere Trocknungszeiten, auch bei dünneren Auftragen sollte man eher 12 Stunden vergehen lassen.

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Nach dem Trocknen wird beim ersten Mal das 150er Schleifpapier um ein quaderförmiges Klötzchen gelegt. So schleift man flächig und macht nicht unbewußt Dellen.

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Insbesondere die Rumpfunterseite braucht meist etwas mehr Spachtelei. Aber der Aufwand bringt gewöhnlich auch ein gutes Ergebnis.

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Nach dem ersten Scleifen werden erkennbare Fehlstellen wieder gespachtelt, trocknen lassen und wieder schleifen. Glaubt man dann eine schon gute Oberfläche zu haben, bringt ein Kontrollspritzen (man kann das auch mit dem Pinsel und dünner Farbe machen) die Stunde der Wahrheit. Meist entscheide ich mich dann für eine weitere Runde Spachteln / Schleifen.

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Ich nehme beim Kontrollspritzen immer einen helleren Grauton (Revell Aqua Color Nr. 76). Der macht einen guten Kontrast, stört aber auch nie, wenn da dann eine helle Farbe später drauf soll.

lupusprimus
21.06.2012, 23:53
Die Waffenpylone der Ka-52 sind relativ dick. Die Hälften werden aus der Folie geschnitten und aufeinander gelegt. Soweit korrigieren, bis sie plan sind.
Mit Tesastreifen fixieren. Dann durch die zum Rumpf gewandten Öffnungen UHU Allplast (UAP) eintropfen und innen an der Verbindungslinie entlang laufen lassen. Waagerecht zum Abtrocknen ablegen.

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Nach dem Aushärten Tesastreifen abziehen, Kanten ggf. verspachteln und später schleifen.
Die Behälter an den Enden aus der Folie schneiden. Aufeinanderlegen und so lange nachschneiden, bis sie plan liegen. Die Leitflächen von der Schablone auf ein Stück Folie übertragen und ausschneiden.

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Zuerst wird eine Hälfte mit UHU Allplast an das Leitblech "gepunktet". Dann UAP an der Verbindungslinie entlang laufen lassen. Danach die andere Hälfte punkten. Durch die Öffnung zum Rumpf UAP eintropfen und die 2. Hälfte ringsum verleimen.

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lupusprimus
22.06.2012, 20:09
Hat der Rumpf ringsum eine sauber gespachtelte Oberfläche (am Einzelteil arbeitet es sich immer besser als am Ganzen), kann der Anbau der großen Teile beginnen. Zuerst werden die Eingangsteile der Triebwerke an den Rumpf angepaßt, mit UAP verklebt und dann die Übergänge verspachtelt.

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Es folgen die Hauptfahrwerkbeine. Die Räderhälften werden miteinander verklebt, verspachtelt und verschliffen. Dann auf das Fahrwerkbein aufgesteckt. Das ist pulvergelasert (damit etwas rauh an der Oberfläche) und sollte vor der Montage mehrmals mit eher dickerem Acryllack überstrichen werden.
In den Gegenhalter wird an der Markierung ein 4 mm Loch gebohrt, das Fahrwerkbein eingepaßt und wenn die Winkel stimmen (notfalls etwas ausfeilen) auch verklebt.

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Das Bugfahrwerkbein wird in der gleichen Reihenfolge komplettiert und montiert. Auch hier gibt es im Rumpfinneren eine Gegenhalterplatte, die vorher angeklebt wurde und die Kräfte aufnimmt.

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Die Höhenleitwerksteile werden nacheinander an der markierten Stelle angeklebt. Zum Trocknen immer etwas unterbauen, nichts sieht häßlicher aus als ein schief angebrachtes Teil.

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Den Abschluß in diesem Schritt bilden die schon vorgefertigten Waffenpylone. Auch die werden mit UAP angeklebt und beim Trocknen abgestützt.

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lupusprimus
23.06.2012, 22:16
Bis hierher montiert sieht unser Alligator jetzt so aus:

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Nun kommen wieder paar Runden Spachteln und Schleifen, um die Übergänge der großen Anbauteile zum Rumpf sauber zu gestalten. Dann geht es an die Endmontage der Restteile. Vorn unterm Bug das Kugelradar und das Staurohr.

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Rechts wird in die Einbuchtung die Lafette der Kanone eingeklebt. Das Kanonenrohr wird auch schon montiert, aber noch nicht angeklebt (stört beim Spritzen nur).

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An den Pylonen werden die Behälter angeklebt, gespachtelt und verschliffen. Auch die 4 Waffenträger werden unter die Pylone geklebt.

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Am Höhenleitwerk werden die senkrechten Steuerflächen befestigt, auch hier dann Spachteln und Verschleifen.

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Vorn vor der Kabine und hinten werden diese kleinen Antennen an die Markierungen geklebt.

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lupusprimus
24.06.2012, 23:33
Nach Anbau aller großen Teile und dem abschließenden Spachteln / Schleifen sieht unser Rumpf jetzt so aus. Links ist auch die detailierte Abdeckung der Kabinenverglasung mit flüssigem Maskiermittel schon fertig.

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DerMitDenZweiLinkenHänden
25.06.2012, 07:43
Von der Größe her tendiere ich eher in die andere Richtung :-)
"Trotzdem" muss ich los werden, dass das ein ganz toller Baubericht ist!

:)

Kurt

lupusprimus
25.06.2012, 13:16
Danke für das Lob. Es ist mir auch ein Vergnügen Anderen zu zeigen, daß solche Rümpfe zusammenzubauen nicht so wirklich schwierig ist. Und ich bin einer von denen, die glauben, daß es mit den Kleineren erst noch richtig losgeht.

Rainer Keller
25.06.2012, 14:26
Find ich wirklich nett, die kleinen Scalehelis :)
Vorallem da ich Kamov sowieso mag, wie auch einige der anderen seltenen Vorbilder.

Bei mir soll demnächst eine Ka-32 entstehen, aber ein bisschen grösser (von heli2).

lupusprimus
27.06.2012, 00:07
Ich habe mich für die "bunte" Bemalung der russischen Armeefliegerkräfte entschieden. Da gibt es auf www.airliners.net reichlich Bilder. Zum Bausatz gehört ein ziemlich vorbildentsprechendes Vierseiten-Bemalungsschema. Das muß man sich nur in die Modellgröße im Copyshop zoomen lassen.

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Der Rumpf wird mit feinem Schleifpapier aufgeraut (250er und höher). Die Acrylfarben halten auch so, aber da schiebt man so die Farbe schnell mal mit dem Fingernagel runter.
Dann wird der Rumpf erstmal mit einem hellen Grau gespritzt (Revell Aqua Color 76)

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Um die Tarnfarbenfelder möglichst genau hinzubekommen, wird Tamiya Maskierband auf das Bemalungsschema geklebt, der Umriß nachgezogen und nach dem Abziehen ausgeschnitten.

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Auf den Rumpf aufgeklebt sieht das dann so aus (die helle Farbe wurde vorher schon auf das Untergrundgrau gespritzt):

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Nach dem Demaskieren habe ich so ein Ergebnis:

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Für das Blau von unten muß man neu abkleben. Hinterher sieht es so aus:

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Jetzt geht die Nacharbeit los. Kleine Fehlerstellen mit Pinsel und dünner Farbe korrigieren, große Stellen neu abkleben und nachspritzen.

lupusprimus
28.06.2012, 19:11
Das Anmalen der Details hält sich vom Aufwand her in Grenzen. Am meisten Arbeit machen meist die abgeklebten Stellen. Ich klebe meist etwas kleiner ab, da es leichter ist, Acrylfarbe abzukratzen als an Fehlstellen aufzutragen (oft mehrfach wegen Lichtdurchschein-Effekt). Die Kabine sieht nach dem Demaskieren so nicht wirklich vorzeigefähig aus.

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Aber nach der Korrektur ist das schon anschaubar. Hier muß auch jeder (wie im Modellbau immer) für sich entscheiden, wieweit er im Detail und der Perfektion gehen will. Die Schutzkappen vor den Triebwerkseingängen werden montiert.

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Die Räder werden (angemalt) montiert, auch die kleinen Meßdüsen auf den Behältern an den Pylonenden angeklebt. Die eckigen Austrittsklappen am Rumpf werden schwarz angemalt. Der Gasaustritt der Triebwerke wird hier nur farblich imitiert. Zum Bausatz gehören auch die langen (Werksmaschine) und kurzen Austrittsdüsen (Truppenmaschinen). Die habe ich erst später mal montiert.

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Auch unterm Bug werden die Details fertig gemacht.

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lupusprimus
29.06.2012, 19:37
Das Aufbringen der Decals ist oft eine Sache für sich. Decals können ein Modell endfinishen, aber auch optisch eher zerstören. Es braucht etwas Übung (oder besser Wissen darüber), um nicht allzuviel falsch zu machen.
Der zum Bausatz gehörende Decalsatz zeigt alle großen Kennzeichnungen, die man auf Bildern so sieht. Man kann die Werksmaschinen bauen (taktische Nummern 061 bis 063) oder welche von den ersten Truppenmaschinen (51 bis 53). Es sind auch schon die neuen Russensterne dabei.

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Zuerst sollte man am Modell an den Stellen, wo dann Decals drauf sollen, mit glänzendem Klarlack vorspritzen. Das glättet einmal den von den Tarnfarben her eher rauhen Untergrund, egalisiert aber auch erstmal den Glanz der Decals (die sind immer auf glänzenden Film geduckt.
Die benötigten Decals werden ausgeschnitten, mit einem ganz kleinen Rand außen rum.
Dann lege ich sie eher kurz in lauwarmes Wasser, das sich in einer Untertasse befindet. Das genäßte Decal lege ich auf dem Rand der Untertasse zum Durchweichen ab.
Nach 2 bis 3 Minuten wird das Decal nochmals ins Wasser getaucht und durch vorsichtiges Verschieben geprüft, ob sich die Klebschicht schon angelöst hat.
Die Aufbringstelle wird mit einem nassen Finger befeuchtet. Decal langsam vom Papier runterschieben, dabei schon ans Modell halten (zusammen geklappte Decals wieder zu öffnen ist ein "Spaß" für sich).
Decal auf der Aufbringstelle so verschieben, bis es richtig sitzt (Bilder vom Original sind daneben liegend sehr hilfreich). Wenn es sich schwer bewegen läßt, einfach bissel Wasser mit Finger auftupfen.
Mit einem Papiertaschentuch überschüssiges Wasser aufsaugen. Dann vorsichtig (ohne seitliche Bewegung) das Decal mit dem Taschentuch flächig andrücken. Sollte es danach nicht wie gewollt sitzen, wieder naß machen und das Ganze von vorn.
Sitzt es richtig, mit Weichmacher überstreichen. Der sorgt dafür, daß kleine Luftbläschen verschwinden bzw. das Decal sich an nicht ebenen Untergrund anpaßt. Auch hier hinterher mit Taschentuch abtrocknen.
Wenn alles in Ordnung scheint, wenige Zeit später die Decals mit Klarlack (hier mattem) überspritzen. Das versiegelt die Decals und macht sie griffest.

lupusprimus
30.06.2012, 18:46
(Fast) nichts ist schöner, als ein fertiges Modell vor sich stehen zu sehen und dann zu fliegen. Hier bei der Ka-52 muß man ca. 8 Stunden reine Bauzeit, 10 Stunden für die Gestaltung der Tarnbemalung (die Abkleberei ist zeitraubend) und eine halbe Stunde für die Decals rechnen.
Hier nun ein paar Bilder vom fertigen Modell.

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Hier die Ka-52 Alligator jetzt mit eingebauter Mechanik. Das ist eine von einem Revell Control-Modell, die entspricht weitgehend auch dem E-flite Blade CX2. Man muß aber stärkere 180er Motore einbauen, sonst ist die Fliegerei eher Quälerei.

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Und hier zusammen mit der Ka-50 Black Shark. In der ist eine 45er Rotor-Mechanik vom Walkera HM53-01 mit 380er Motoren verbaut. Dazu mit Koax-Booster auf 3S gepimpt. Da ist schon behendes Fliegen angesagt.

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Hier endet dieser Baubericht. Vielleicht macht er dem einen oder anderen Lust, auch mal so einen Bausatz zusammen zu bauen und seinen Besenstiel vorbildentsprechender durch die Gegend zu fliegen. Zu dem Bausatz ist alles dazu, auch eine sehr umfangreiche bebilderte Bauanleitung und viele andere Bilder vom Original und dem Bauablauf.

DerMitDenZweiLinkenHänden
30.06.2012, 20:19
Sprachlos bringe ich nur ein "TADELLOS!" raus!

Kurt

lupusprimus
14.12.2015, 11:16
Der Alligator wurde inzwischen nochmal "umgebaut". Er sollte auch auf der rechten Seite Farbe bekommen. Die aktuelle Version hat an jeder Seite einen Waffenträger mehr, einige Antennen und andere Anbauteile dazu bekommen und den aktuellen Truppen-Anstrich. Auch wurde ein Walkera HM-53-01 eingebaut, der hat einen 45er Rotor und noch mehr Kraft. Ein Koax-Booster pimpt die Spannung auf 3S.

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