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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie funktionert die Leerlauf-Gemischregelschraube am OS 50SX



1hummel
11.09.2005, 12:58
Hallo,

mit dem Übergangsverhalten meines OS 50 SX bin ich nicht ganz zufrieden.
Die Höchstdrehzahl ist mit einer APC 13X4 W und 11.000 U/min o.k.
Die Gasannahme ist jedoch etwas zögerlich. Wie wirkt sich die Einstellung der Leerlauf-Gemischregelschraube aus?
Entsprechend der Betriebsanleitung von Graupner soll man die korrekte Einstellung wie folgt finden:

Den Motor auf niedrigste, zuverlässige Drehzahl einstellen, Modell waagerecht
halten, dann Nase langsam anheben. Wenn nun die Drehzahl ansteigt, soll
die Gemischregelschraube weiter geöffnet werden.

Da komme ich nicht ganz mit! Wieso geöffnet?
Aus meiner Sicht ist der Drehzahlanstieg doch ein Zeichen von einem zu fetten Gemisch. Durch das Anheben magert der Motor doch ab. Wenn dann die Drehzahl steigt, nähert sich die Vergasereinstellung dem Optimum. Demnach ist der Leerlauf in der waagerechten doch zu fett eingestellt!? Laut Graupner soll die Leerlaufnadel aber geöffnet (und damit fetter) werden.

Wo liegt hier mein Denkfehler?

Ich bin bisher immer wie folgt vorgegangen:
Bei niedrigster Drehzahl habe ich den Kraffstoffschlauch abgedrückt und beobachtet was passiert. Steigt die Drehzahl (vor dem Abstellen) an, ist der Leerlauf zu fett. Durch das Abdrücken wird das Gemisch magerer und nähert sich irgendwann vor dem Abstellen dem Optimum. Also war das Gemisch im "Normalzustand" zu fett. So soll z.B. laut Multiplex der Pro 120 eingestellt werden.

dreischarpflug
12.09.2005, 13:11
Hallo,

Graupner beschreibt eine von zwei Möglichkeiten, den Leerlauf einzustellen.

Wenn die Drehzahl im Leerlauf ansteigt, dann läuft der Motor mit immer "optimalerem" Gemisch, d.h. er lief im Normalzustand zu fett, soweit war deine Überlegung richtig. Der Motor MUSS allerdings im Leerlauf etwas fett laufen, da beim plötzlichen Gasgeben sonst ruckzuck der ganze Kraftstoff weggesaugt wird und der Motor dann ausgeht. Zu fett ist allerdings auch schlecht, das merkt man daran, daß der Motor im Leerlauf immer langsamer läuft und ev. stehenbleibt.
Diese Methode kann einem Hinweise auf die Stellung der Leerlaufschraube geben, ist aber nicht sehr genau.

Besser ist es, den Motor im Leerlauf laufen zu lassen, dann schnell Vollgas zu geben und zu schauen, was der Motor macht.

Wenn der Leerlauf zu mager ist, dann wird der Motor stehenbleiben oder einen Drehzahleinbruch haben, bzw. nicht rasch auf Vollgas laufen.
Wenn der Leerlauf zu fett ist, dann nölt der Motor trotz geöffneter Drossel weiter im Leerlauf herum und kommt erst nach einiger Zeit auf Vollgas.
Du mußt den Motor also so einstellen, daß er dem Gasknüppel einwandfrei folgt ( nur kleine Veränderung an der Leerlaufnadel machen, 1/10 Umdrehung kann bei manchen Motoren schon viel ausmachen) und dies auch dann noch, wenn er schon einige Zeit im Leerlauf gelaufen ist.

Ob der Leerlauf zu fett oder zu mager eingestellt war, kannst du mit der ersten Methode gut herausfinden; die genaue Einstellung machst du am besten mir der zweiten Methode. Entscheidend ist, daß der Motor beim raschen Gasgeben einwandfrei beschleunigt.

Mfg

dreischarpflug
12.09.2005, 13:18
wollte ich auch noch schreiben:

Ein schlechter Leerlauf kann auch noch andere Ursachen haben (falsche Kerze,Kraftstoffleitungen,...)

Der verwendete Propeller scheint mir auch für einen 8,5ccm an der Obergrenze des machbaren zu liegen.

Mfg