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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wer fliegt Semiscale um 2 m Spannweite?



Armin Hess
06.10.2002, 16:48
Hallo zusammen,

wer von Euch fliegt Semiscalemodelle um die 2 m Spannweite, bevorzugt Schleppmodelle (Turbo Porter, Auster, o.Ä).
Ich brauche ein paar Tips zur Antriebsauslegung. Als Motor soll ein KBM 52-18 3,7:1 eine Turbo Porter in 1:8 antreiben.
Bitte um Antworten.

MfG,
Armin

Michael Maly
06.10.2002, 20:48
Hallo Armin,

habe dir den Ausdruck von 'Elektroflug' von Geck zugemailt.

Erst einmal müsste man natürlich das Gesamtgewicht einschätzen können. Der vorhandene Antrieb dreht bei höheren Zellenzahlen >20 für mein Empfinden schon zu hoch. (8000-10000 U/min)
Ich würde so etwa 6000-7000 U/min anpeilen und das geht hier bis etwa 500-600 Watt Eingangsleistung. Sollen mehr Watts her, müsste entweder der Prop höher drehen (schlechterer Prop-Wirkungsgrad) oder eine andere Übersetzung her. z.B. 5,2:1.

Der Motormike hier im Forum wüsste es vermutlich gleich ganz genau.

Gruß

Mike

Armin Hess
06.10.2002, 21:34
Hallo Mike,

geplant sind etwa 4-4,5 kg. Am Anfang sollten es 16 RC2400 sein, Steigerung auf 20 Zellen kalkuliert. Ich werde es auf einem Testmodell (Graupner Caravelle, 1800 mm) mal mit verschiedenen Props probieren. Mit 16 Zellen wird dort eine 12,5x11 recht ordentlich bewegt, so dass ich wahrscheinlich gut auf eine 12-14 Zoll Dreiblatt ausweichen kann. Auf jeden Fall schaue ich mir das an, was Du mir geschickt hast.

MfG,
Armin

Armin Hess
12.10.2002, 20:17
Meldet sich sonst KEINER hier?

MfG,
Armin

Gerhard Würtz
13.10.2002, 07:35
Hallo,

was willst Du mit einer 12,5x11 auf einer Schleppmaschine?
Ich habe eine Turbo Porter mit 190 cm und 3,2 Kg.
Angetrieben mit einem 345/25/13,5 für normales Fliegen 13 GP3000 und eine 15x6. bei 32 Amp.
Das Ganze an 16 Zellen mit der 15x6 und 6700U/Min. bei 44 Amp. Das sind etwas über 700Watt Eingangsleistung und reicht zum Schleppen bis zu 2,5-3Kg.
Eine 12 Zoll an einer 2 Meter Maschine gleicht mehr einem Lüfterrad. Du brauchst zum Schleppen Schub und keine Speed.

Eine 20x10 bringt bei 3400U/Min. ca.2,5Kg. Das nur als Beispiel. Du siehst, daß man keine wahnsinnige Drehzahlen braucht.

Gruß Gerhard

Armin Hess
13.10.2002, 11:31
Hallo Gerhard,

prinzipiell gebe ich Dir da recht. Doch bedenke die Untersetzung von 3,7:1 . Da geht mit 6 Zoll Steigung nichts mehr vorwärts. Ich peile zur Zeit so etwas um die 12-14 Zoll Durchmesser an und etwa 8-10 Zoll Steigung. Auperdem hat die Turbo Porter ja nicht allzuviel Bodenfreiheit.
Aber Deine Modellbeschreibung ist schon sehr hilfreich. Wie hast Du sie denn aufgebaut? Hast Du vielleicht Fotos?

MfG,
Armin

Gerhard Würtz
13.10.2002, 16:41
Hallo,

hier sind die Fotos.

http://hometown.aol.de/GerhardWurtz/pilli1.jpg
http://hometown.aol.de/GerhardWurtz/pilli2.jpg
http://hometown.aol.de/GerhardWurtz/pilli3.jpg
http://hometown.aol.de/GerhardWurtz/pilatus4.jpg

Die Maschine ist ganz aus Holz nach einem FMT-Plan gebaut. Wie Du auf dem Foto erkennen kannst, ist mehr als genug Bodenfreiheit. Es wäre sogar Platz für einen 18er Latte. Mehr als Max. 7000U/Min. bei einer 15er Latte ist unnötig. Das müsste auch mit einem Kontronik machbar sein. Wenn nicht, hilft nur ein LRK. Ein 350/25 von Flyware oder Causemann oder ein 350/28 von Torcman. Notfalls selbst bauen.

Gruß Gerhard

[ 13. Oktober 2002, 16:47: Beitrag editiert von: Gerhard Würtz ]

Gerhard_Hanssmann
13.10.2002, 18:10
Hallo Namensvetter
Schöne Pilatus und schöne Bilder.
Thomas Maier hat auch eine, Spannweite 3,5 m.....
Kein Witz und das Gewicht wird später verraten. Ob ihr mir das glaubt ?
Mache auch Bilder davon.

[ 13. Oktober 2002, 18:11: Beitrag editiert von: Gerhard_Hanssmann ]

Armin Hess
13.10.2002, 19:24
Hallo Gerhard,

wahrlich ein schönes Modell. Gib mir mal die Bauplan-Nr. durch, vielleicht fliegt der noch irgendwo in Vaters Archiv rum.
Allerdings ist das Fahrwerk von der Bodenfreiheit her nicht vorbildgetreu ;) . Die echte Turbo Porter sitzt viel tiefer an der Erde.

MfG,
Armin

Gerhard Würtz
13.10.2002, 19:30
Hallo,

die Nummer:320 0419
Wenn Dir das Fahrwerk zu hoch erscheint, kannst Du es auch niedriger machen und eine Dreiblatt von Ramoser draufmachen. Das Original hat schliesslich auch eine Dreiblatt.

Gruß Gerhard

TurboSchroegi
13.10.2002, 20:16
Hi Armin !

Ich denke Gerhard W. hat schon recht mit dem was er zum Thema Propeller sagt. Bedenke, dass die optimale Drehzahl für eine Luftschraube von der Fluggeschwindigkeit abhängt. Eine 12x11 z.B. ist im optimalen Wirkungsgradbereich, wenn sie pro einen m/s Fluggeschwindigkeit so 220 bis 260 Umdrehungen pro Minute macht.

Bei dem Besipiel von Gerhard (20x10 bei 3.400 U/min) kommst du so zwischen 10 und 13 m/s als optimale Fluggeschwindigkeit bezgl. Propelleranströmung raus. Völlig in Ordnung für eine Schleppmaschine. Bei einer 12x11 wären das schon so zw. 23 und 26 m/s für optimale Luftschraubenanströmung. Das ist zum schleppen wohl etwas zu viel :)

Ich würde pro kg Schleppzug 100 W Wellenleistung rechnen, sehen ob mein Motor das packt, eine Liste mit n100 Werten von Propellern besorgen und Motordrehzahl auf optimale Propellerdrehzahl evtl. mit Getriebe abstimmen.

Ach ja: Vergiss bei deiner Antriebswahl nicht die aerodynamischen Fähigkeiten Deiner Schleppmaschine - die ist kein Hotliner :D

Grüße TurboSchroegi

P.S. Wirkungsgrad ist Alles ;)

Armin Hess
14.10.2002, 14:52
Mir kommen da gerade ganz kruse Gedanken in den Kopf.
Habe ich überhaupt den richtigen Antrieb? Ich denke, NEIN!

Meiner dreht zu hoch, doch konnte ich noch nie eine Steigung kleiner als 8 Zoll fliegen.
Dann ist der Fleiger vielleicht zu groß, obwohl er mit einer Hänel Maxxima mit 5,5 kg spielend fertiggeworden ist. Da waren 16 Zellen an einer 14x8 Aeronaut Cam drin. Und die Maxxima ist kein Thermikschleicher.

Zur Zeit rechne ich mit ca. 4 kg Abfluggewicht. Da bei uns keine großen Segler rumfliegen (außer mir mit 733 cm), wäre eine Mehrleistunf für Segler bis 2,5 kg ausreichend (deckt ja die F3J's ab). Mehr als 45 A im Stand will ich nicht investieren, mehr als 20 Zellen sollen auch nicht rein. Am Besten halt 20.

Wenn alle Stricke reißen, wird alles noch weiter untersetzt.

MfG,
Armin

TurboSchroegi
14.10.2002, 15:09
Original erstellt von Armin Hess:
...Habe ich überhaupt den richtigen Antrieb? ...
Hi Armin!

Kannst mal ein paar Daten Deines Motors posten ? Spezifische Drehzahl, evtl. Innenwiederstand, Leerlaufstrom und all so Zeugs ;)

Übrigens war ich in Urbach beim 1. DMFV elektro F-Schlepp. Viele bei den Großen mit 30 Zellen hatten so um die 19x8 im Direktantrieb am Aussenläufer (~35 A).

Bienengräber
15.10.2002, 15:47
Hallo Armin

Viele Antriebswege führen nach Rom, oder in die Luft.
Ich habe eine 2m Bird Dog. Das Modell ist ganz aus Holz und wiegt inclusive 12 Zellen SubC 3Kg.
Bei mir müht sich ein Speed 700 Neo mit Getriebe das Modell in der Luft zu halten, das geht gerade so ;) . Vielleicht wird der Antrieb noch ein wenig stärker werden, aber eigentlich braucht das Modell, das nur fliegen soll nicht mehr Power. Wer schleppen will muß sowieso nachlegen :D .

Gruß Holger

TurboSchroegi
15.10.2002, 15:56
Original erstellt von Bienengräber:
Hallo Armin

Viele Antriebswege führen nach Rom, oder in die Luft.
Hi!

Völlig richtig - wenige Wege nach Rom sind allerdings relativ optimal. Ich finde schon, dass mit der kostbaren elektrischen Energie möglichst optimal umgegangen werden sollte. Vor allem das Thema Anpassung Luftschraube/Motor wird oft stiefmütterlich behandelt.

So long ...

Grüße TurboSchroegi

Armin Hess
15.10.2002, 16:01
Also folgendes,

KBM 52/18:
1800 U/min pro Volt
Getriebe 3,7:1 untersetzt

Eigentlicher Einsatzzweck: 27 Zellen Hotliner und andere Gleitbomben.

Ich will ja keine 5m Segler ziehen.

MfG,
Armin

TurboSchroegi
17.10.2002, 09:25
Hi Armin !

Hat erwas länger gedauert - anyway!

Ich habe mal versucht mehr über Deinen Motor rauszufinden ... naja war nicht einfach ;) ...

1800 U/min/V
8-27 Zellen
20-40 A Dauer
30-60 A Kurz
Ri=0,019 Ohm

Ich habe dann 680W Leistung geschätzt (ging wahrscheinlich auch mit etws weniger)

(4kg+2,5kg=6,5kg; 100W/kg + 30W f. Getriebe), 15m/s Fluggeschwindigkeit angenommen und aus Sicht der optimalen Drehzahl für die LS losgerechnet. Folgende Werte (LS, nprop, Unters., Zellen)

18x8, 6570, 1:5, 20
18x9, 5550, 1:6, 20
18x10, 4800, 1:7,20
19x8, 6750, 1:5, 20
19x9, 5670, 1:6, 20
20x11, 4380, 1:8, 20

Das sind jetzt alles Werte für den optimalen LS Wirkungsgrad bei 15 m/s Fluggeschwindigkeit. Leider habe keine n100 Werte der Luftschrauben, so dass ich nicht sagen kann, ob diese Kombis so überhaupt 650W liefern (deshalb habe ich auch den Strom weggelassen)! Ich habe nur angenommen sie tun's! Man muss das eigentlich vor der ganzen Rechnerei prüfen, denn sonst macht's ja keinen Sinn :D Für die 18*8 kann ich das sagen, da hab ich einen Wert. n100 für 18x8 (42mm Mittelstück) ist 3600. Also müsste die 18x8 für 650W 23400 1/min drehen. Das passt hinten und vorne nicht.
Bei den anderen wird's nicht viel anders sein. Aber egal - (mein) Fazit (bzgl Deiner Vorgaben):

Bei der "normalen" Fluggeschwindigkeit einer Schleppmaschine und einem Strom von um die 40Amps mit Deinem Getriebe (3,7:1) kann ich mir nicht vorstellen, dass du 650W UND zusätzlich einen guten Wirkungsgrad der Luftschraube schaffst. Der Motor dreht mit 1800 1/min/V meines Erachtens einfach zu hoch.

Gerhard Würtz hat ja geschrieben das man keine wahnsinnigen Drehzahlen braucht. Meines Erachtens sind sie für den Einsatzzweck sogar hinderlich, da die Zellenzahl ab 16 für die nötige Leistung schon notwendig ist. Man kommt dann in hohe Motordrehzahlen, die man stark Untersetzen muss so ab 1:5 (siehe z.B. HP300/30/A2 5:1)

Grüße TurboSchroegi

P.S. Ich hoffe ich habe jetzt nicht alzugroßen Müll verzapft ;)

Gerhard_Hanssmann
17.10.2002, 11:08
Hallo TS
Die Drehzahlen können nicht linear hochgerechnet werden. Hier gilt der Zusammenhang:
Für die Wellenleistungen P1, P2 bei den Drehzahlen n1 , n2 gilt:

P1/P2 = (n1/n2)^3
angewendet n2 = n100 und P2 = 100W:

n = n100 * (P/100W)^(1/3)

n = zu berechnende Drehzahl
P = Leistung am Propeller

TurboSchroegi
17.10.2002, 12:10
Original erstellt von Gerhard_Hanssmann:
Hallo TS
Die Drehzahlen können nicht linear hochgerechnet Hi Gerhard!

Das habe ich auch nicht gemacht. Ich bin so vorgegangen:

650W Wellenleistung am Motor und 15 m/s Fluggeschwindigkeit sind die Vorgaben.

:eek: :eek: :eek:

MIST ! MIST ! MIST !

Jetzt wo ich's schreibe seh ich genau wo ich wieder reingefallen bin. Sch..... :mad:

Natürlich hast Du recht Gerhard! Danke für die Aufklärung. Ist aber schön, dass man üben darf. Kriminell wird's erst wenn ich nicht mehr hinschreibe, dass ich mir so sicher wieder nicht bin. Ist aber halt wie in der Schule: Man muss üben um's zu kapieren. Anyway ..

Ich korrigiere

Bei der 18x8 habe ich einen n100 Wert. Der ist 3600. Also den Drehzal/Leistungszusammenhang nach P aufgelöst ->

P=100*(n/n100)^3 = 100*(6570/3600)^3 ~~ 608W

Das sind nicht ganz die angepeilten 650W sollte aber auch reichen. Vor allem sollte man aber mit 20 Zellen dann deutlich unter 40 Amps vielleicht sogar unter 35 Amps bleiben können.

nmot=6570*5=328501/min; Qi/n=32850/608=54,03
Iw=1710/54,03=31,65A (1710 ist korrigierte ns)
==> Imot ~~ 32A+2,5A = 34,5A

Ich offe jetzt stimmt's soweit; ist alles aus'm Kopf.

Sorry nochmal + Grüße TurboSchroegi