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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : F3B Winde - "EW4" und "F3B Winde von ML"



Stephan S.
12.10.2005, 09:24
Hi zusammen!

Wer von Euch kennt die beiden Winden und kann mir was zu den Unterschieden erzählen?

Rein optisch sehen sie sich ja verdammt ähnlich!
Die Ober Winde EW4 durfte ich mir letztes Wochenende mal live ansehen/testen. Hat ne sehr guten Eindruck gemacht, die Verarbeitung war super!
Kann die Winde von ML-Antriebstechnik da mithalten?

Was haltet Ihr prinzipiell von der einseitigen Lagerung? Ist das wirklich dauerhaft haltbar oder schlagen die Lager relativ schnell aus?
Gerade bei einer Trommelbreite von 250mm sind ja doch recht große Momente zu erwarten die von den 2 sehr eng beieinander liegenden Lagern aufgenommen werden müssen....

Rsal
12.10.2005, 09:35
Kenne die beiden von Dir genannten Winden nicht . Deshalb dazu kein Kommentar. Zur zweiten Frage kann ich Dir nur mitteilen, dass unsere Flüh`s Winde im Verein beidseitig gelagert ist und schon über 10 Jahre ihren Dienst erfüllt. Kein Lager defekt oder sonst irgendeine Veränderung. Das nennen wir Qualität. Dafür ist der Preis vermutlich auch etwas höher.Wie sich die von Dir genannten Winden über die Zeit verhalten, weiss ich nicht. Vermute abedr, dass einseitig gelagerte Winden halt rein physikalisch auf Dauer im Lagerbereich höher belastet sind und dadurch eine mechanische Veränderung im Lagerbereich (sprich Ausfall) wahrscheinlicher ist. ;)

Weyershausen
12.10.2005, 14:38
Hallo Stephan,



Was haltet Ihr prinzipiell von der einseitigen Lagerung?

willst du mit der Winde Wettbewerbe fliegen? Dann wäre eine einseitige Lagerung vorteilhaft, um möglichst schnell den Rollendurchmesser oder die Seilstärke durch den Austausch der Rolle anpassen zu können.

Für den Vereinsbetrieb würde ich immer eine beidseitig gelagerte Wickelrolle bevorzugen. Die auftretenden Kräfte sind ja schon beachtlich.

Gruß
Gerald

Stephan S.
12.10.2005, 17:50
Nein ich fliege keinerlei Wettbewerbe, bin reiner Freizeitpilot!

Aber die Preisdifferenz zwischen einer EW4 und EW3 (jeweils in meiner Wunschausstattung) ist nach meiner Ansicht nach so gering, dass ich eben lieber das aktuelle, dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Produkt nehmen würde! --> EW4 oder die von ML-Antriebtechnik.

Darum ja auch meine Frage wer mit dieser Art von Winde schon Erfahrungen hat. Die Winde gibts ja nicht erst seit dieser Saison....

@René: Qualitativ gut sind die Ober Winden sicher! Es muss nicht immer Flühs sein ;). V.a. wenn man ne leichte und kompakte Winde sucht. Beidseitig gelagert gibts da ja noch die EW3.....

Weyershausen
13.10.2005, 13:06
Hallo Stephan,

da du keine Wettbewerbe mit der Winde fliegst, brauchst du sicherlich keinen auf 15 mOhm abgestimmten Motor. Das würde dich ohnehin nur Leistung kosten.

Eine normale EW3 inclusive Untergestell wäre dann immerhin 252,- EUR billiger zu haben als eine abgestimmte EW4. Der Motor wäre bei beiden Winden der gleiche.

Ok, es sind noch Kunststoffschalen für die Durchmesseraufdickung bei der EW4 dabei. Aber benötigt man die wirklich? Bei unserer Vereinswinde tut es ein Durchmesser für alle Windgeschwindigkeiten hervorragend.

Gruß
Gerald

Stephan S.
13.10.2005, 19:51
Hi Gerald,

klar, ich will und benötige keine mit Vorwiderständen abgeglichene Winde. Bei der Fa. Ober ist man aber anscheinend recht flexibel, man kann sich die Winde realtiv individuell zusammenstellen.

D.h. ich konnte eine EW4 auch ohne Vorwiderstand und ein paar ander Kleinigkeiten bestellen --> die ganze Sache wird dann ne Ecke preiswerter.

Die Kernaufdickung erachte ich schon als relativ sinnvoll. Als ich am vergangenen Wochenende die EW4 getestet habe, war es fast komplett Windstill. Da hat die Aufdickung IMHO doch was gebracht! Aber vielleicht kann dazu RobertG. noch was sagen, ihm gehört die EW4....

Weyershausen
13.10.2005, 20:29
Hi Stephan,

während wir auf RobertG. warten, vielleicht noch eine Anmerkung von mir.

Bei Windstille lasse ich die Winde das Seil solange spannen, bis ich den Segler nicht mehr halten kann. Die Tragflächenruder sind bei dem Start natürlich für maximalen Auftrieb verwölbt. In dem Seil (Ø1,4 mm, Länge: ca. 2 x 200 m) ist dann so viel Energie gespeichert, dass der Segler in steilem Winkel nach oben schießt. Die Winde braucht dann nur stoßweise betätigt zu werden, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Ich bin mir deshalb nicht einmal sicher, ob eine Kernaufdickung tatsächlich eine größere Starthöhe bringt; denn die maximale Zugkraft nimmt ja mit zunehmendem Rollendurchmesser ab. Das heißt, ich könnte eventuell nicht mehr soviel Energie in dem Seil speichern. In der Tat ist es sogar so, dass ich es als störend empfinde, wenn das Seil auf Grund nicht rechtwinkliger Ausrichtung zur Windenspule einseitig aufwickelt. Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei einer gewollten Spulenaufdickung.

Was sagen denn die F3B-Wettbewerbsexperten dazu?

Gruß
Gerald

Stephan S.
13.10.2005, 20:38
Hi Gerald,

jo, vielleicht ist das auch nur ein subjektiver Eindruck das man mehr Höhe macht! Aber ich fand auch, dass das Modell am Start aufgrund der höheren Zuggeschwindigkeit deutlich besser weg ging. Vielleicht aber auch nur Einbildung, bin kein Experte auf diesem Gebiet....

Wäre auch interessiert was die Profis zu diesem Thema sagen, aber da hab ich vlt. in der falschen Rubrik gepostet....

Pitbull
13.10.2005, 20:52
Hi Gerald,
ich habe immer im Abstand von ca. 2m einen als U gebogenen Stahldraht rechtwinklig zur Mitte der Spule in den Boden gesteckt. Dadurch ist das Seil gleichmäßig aufgespult worden. Mit einer Umlenkung kann man auch mit einer sorgfältig ausgerichteten Winde auf dieses "U" verzichten.
Hoffe geholfen zu haben
Grüße
Tilo

Robert G.
13.10.2005, 21:58
na, dann melde ich mich mal...


Bei Windstille lasse ich die Winde das Seil solange spannen, bis ich den Segler nicht mehr halten kann. Die Tragflächenruder sind bei dem Start natürlich für maximalen Auftrieb verwölbt. In dem Seil (Ø1,4 mm, Länge: ca. 2 x 200 m) ist dann so viel Energie gespeichert, dass der Segler in steilem Winkel nach oben schießt. Die Winde braucht dann nur stoßweise betätigt zu werden, um die Spannung aufrecht zu erhalten.



verwölben ist eh klar, Seilvorspannung ist bei mir immer gleich egal wie es windet. Mit Wind steigt das Modell jedoch steiler nach oben da die Anströmgeschwindigkeit größer ist.




.

Ich bin mir deshalb nicht einmal sicher, ob eine Kernaufdickung tatsächlich eine größere Starthöhe bringt; denn die maximale Zugkraft nimmt ja mit zunehmendem Rollendurchmesser ab. Das heißt, ich könnte eventuell nicht mehr soviel Energie in dem Seil speichern. In der Tat ist es sogar so, dass ich es als störend empfinde, wenn das Seil auf Grund nicht rechtwinkliger Ausrichtung zur Windenspule einseitig aufwickelt. Der Effekt dürfte ähnlich sein wie bei einer gewollten Spulenaufdickung.



Wenn die Winde richtig ausgerichtet ist, wird das Seil sauber über die gesamte Breite der Trommel aufgewickelt. Bei den heute üblichen Trommelbreiten von 250mm bei F3B-Wettkämpfen ist die Aufdickung durch Seileinziehen logischerweise geringer gegenüber 200er Trommeln ect. Der Zug somit konstanter.

Richtig, die Zugkraft nimmt mit zunehmender Kernaufdickung ab. Aber selbst mit einem 60/70 Kern hat eine 1,1kW-Winde immerhin noch 50-60kg Zug.
Auch wenn ich das Seil max. vorspanne, wenn die Winde zu langsam dreht bzw. der Kern zu klein ist, gehts nicht nach oben. Wenn eben keine zusätzliche Anströmung durch Wind, dann einen größeren Kern um eine höhere Schleppgeschwindigkeit zu erreichen. Durch die größere Schleppgeschwindigkeit baut der Flügel mehr Zug auf, das Seil dehnt sich mehr. Klar wird auch mehr Seil eingezogen, es dehnt sich dafür auch mehr. Die Energie im Seil wird aber größer für den Schuß.






Bei Windstille lasse ich die Winde das Seil solange spannen, bis ich den Segler nicht mehr halten kann. Die Tragflächenruder sind bei dem Start natürlich für maximalen Auftrieb verwölbt. In dem Seil (Ø1,4 mm, Länge: ca. 2 x 200 m) ist dann so viel Energie gespeichert, dass der Segler in steilem Winkel nach oben schießt. Die Winde braucht dann nur stoßweise betätigt zu werden, um die Spannung aufrecht zu erhalten.


Gerade bei Windstille halte ich bis zum Schuß voll drauf. Der Zug ist kurz vor dem Schuß am größten. Nur wenn genügend Gegenwind vorhanden ist, geh ich in der Steigphase zwischendurch kurz vom Gas (tackern). Die Kräfte am Flügel bei Wind sind deutlich höher.

Bei Windstille ist ein Seil Ø1,4 mm zu dick. Ausgehend von 46kg Zug (kann auch mehr oder weniger sein) und den Daten von EMC-Vega vom Speedline 1,15 zu 1,35mm dehnt sich das 1,15mm Speedline rund 25m mehr als das 1,35mm Seil. 25m mehr an Höhe vor dem Schuß. Die gespeicherte Energie ist ja die selbe.



ein paar Videos:

http://service.gmx.net/mc/UocUzaX8UUsIyoa6NHIA0dO4hXuIOb
Hinweis: Der Link für den Gastzugang zum GMX MediaCenter ist bis zum
12.11.2005 gültig.

so soll's sein, perfekt aufgewickelt unter "Start - Winde unter Last PICT0069"

Friedmar Richter
13.10.2005, 22:31
Bei uns im Verein haben wir beide Typen. Sofort sichtbare Unterschiede sind:
Das Gestell der Oberwinde ist höher - sie steht also höher über dem Gras. Das kann man als Vorteil (möglicherweise geringere Grasreibung) als auch als Nachteil (mehr Hebelwirkung auf den Erdankern) betrachten.
Die ML ist bereits länger im Einsatz und hat schon deutliches Spiel der Trommel in axialer Richtung. Bei einer ähnlich alten Hollenbeckwinde ist das nicht so.
Die Oberwinde haben wir erst seit diesem Jahr. Am Gestell lockerten sich da nach einiger Benutzung die Schrauben einseitig etwas - jetzt sind sie aber fest.
Beide Winden funktionieren ansonsten sehr ordentlich, bei beiden sind die Trommelkerne einteilig, also durch Aufschieben nach Abschrauben des seitlichen Trommeltellers zu wechseln. Bei der ML-Winde ist nur eine (relativ dicke) Kernaufdickung dabei. Die Oberwinde kann man mit x verschiedenen Kernaufdickungen bekommen. Insgesamt wirkt die Oberwinde etwas edler in ihrer Aufmachung.

Zum Thema Kernaufdickungen (wir starten fast ausschließlich mit F3B-Modellen):
1. Wir spannen das Seil IMMER so lange, bis man es nicht mehr halten kann. Ansonsten würden die Modelle mit der gewählten Hakenposition und Klappenstellung in der ersten Startphase wegen zu geringer Fahrt möglicherweise abkippen.
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2. Bei Windstille/Rückenwind würde das Modell mit tippender Windenbetätigung zu langsam und ebenfalls abkippen bzw. zumindest keinen richtigen Druck aufbauen. Deswegen wird hier aufgedickt, damit die Winde schneller spult. Mein Erwin V z.B. war an einer zu langsamen Aufwickelgeschwindigkeit mal abgekippt trotz ständigen Tretens. Beim Nachstart habe ich dann das Abkippen durch leichtes Tiefegeben am Steuerknüppel vermeiden können. Dafür war die aus dem Schuss erzielbare Höhe echt mies.
3. Eigentlich sollte man die Kernaufdickung so wählen, dass die Winde so eben noch durchläuft und nicht abgewürgt wird - entsprechend steifes Modell vorausgesetzt.
4. Bei viel Wind, wenn man die Winde ohnehin eher Quälen würde kann man auch gut Tippen am Pedal. Nur beim Loslassen und in der Beschleunigung zum Schuss tritt man dann voll durch. Wenn der Pilot das Pendeln mit seinem Modell am Seil beherrscht, kommt man dazwischen fast ohne Windenbetätigung aus. Bei wenig Wind ist das Tippen nur mit sehr leichten Modellen möglich.
5. Das von Gerald aufgeführte Argument, dass mit größerem Trommelkerndurchmesser die Zugkraft abnimmt gilt so nicht. Beim Gleichstrommotor erhöht sich das Motormoment nahezu umgekehrt proportional zur Motordrehzahl. Ein blockierter Motor könnte also die größte Seilkraft aufbringen. Optimal ist die Leistung, wenn der Motor mit etwa halber Leerlaufdrehzahl läuft - dazu hat Helmut Quabeck in seinem Buch mal ein Messdiagramm veröffentlicht.

Fazit: Wenn Eure Winde mit unverminderter Drehzahl durchläuft ist entweder null oder Rückenwind, das Modell sehr klein (<2,50m) bzw. nicht optimal eingestellt oder eben ein zu geringer Kerndurchmesser gewählt.

Richtigstellungen meiner Argumentation seitens der versierteren Wettbewerbsflieger sind natürlich willkommen.

EDIT: Robert war schneller!

Friedmar

Weyershausen
14.10.2005, 12:42
@Tilo: Danke für denTipp mit dem U-Stahldraht.

@Robert:Sehr schöne Videos. Das gerade Aufwickeln kann man gut erkennen. Eigentlich ist das genaue Ausrichten der Winde eher ein menschliches als ein technisches Problem. Es gibt ím Verein eben immer mehr oder weniger sorgfältige "Windenaufsteller". :(

Sehr schön kann man in den Filmchen die unterschiedlich effektiven Wurftechniken beim Start erkennen.

Na ja... ;)
http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=6732&stc=1

Schon besser :cool:
http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=6733&stc=1

So soll's sein :)
http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=6734&stc=1

Top! :)
http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=6735&stc=1

Deutlich erkenbar: Das Modell befindet sich bei den gelungeneren Starts bereits über dem Werfer in einer steil aufwärts gerichteten Flugbahn. Nach meiner Erfahrung holt man Meter, die man am Anfang verschenkt, nachher nicht wieder heraus.

Dann noch einmal zum Tackern, was vielleicht missverstanden wurde. Selbstverständlich bleibe auch ich solange auf dem "Gas", bis entweder das Seil zu reißen oder die Tragflächen zu zerbrechen drohen. Erst dann wird getackert.

Wir benutzen seit diesem Jahr ausschließlich Nylonseil Ø1,4 mm, weil Ø1,2 mm ständig gerissen ist. Das hat einfach keinen Spaß gemacht.

Gruß
Gerald

Stephan S.
16.10.2005, 20:17
Hallo Friedmar,

danke Dir für die Infos!
Darf man noch Fragen wie die Trommelbefestigung bei ML gelöst wurde? Ähnliches System wie bei der Ober EW4?

Habt Ihr die EW4 mit 200´er oder 250´er Trommel in Einsatz?

Friedmar Richter
17.10.2005, 21:14
Hallo Friedmar,

danke Dir für die Infos!
Darf man noch Fragen wie die Trommelbefestigung bei ML gelöst wurde? Ähnliches System wie bei der Ober EW4?

Habt Ihr die EW4 mit 200´er oder 250´er Trommel in Einsatz?

Oh, das kann ich gar nicht so einfach beantworten - sind ja nicht meine eigenen Winden.
Wie die ML-Trommel befestigt ist, weiß ich nicht, weil von außen ja nur Motor, Freilaufgehäuse und Trommel sichtbar sind. Ich kann mich nicht entsinnen, ob man an irgendeine Befestigung ran kommt, wenn man die Trommelendscheibe löst. Vielleicht denke ih nächstes Wochenende mal dran nachzuschauen.
Die Oberwinde müsste 250mm breit sein, da sie nicht schmaler als die anderen ist und die ML ist ja auch 250mm breit.
Dass der Unterschied zwischen 200mm und 250mm beim Freizeitfliegen groß auffällt möchte ich bezweifeln - meistens wird da aus Faulheit ja nicht mal der Kerndurchmesser den Windverhältnissen angepasst. Da die 200mm-Oberwinde gerade im Angebot ist: nimm sie!

Friedmar

Robert G.
18.10.2005, 00:29
Hallo Friedmar,

wisst ihr eure erreichbaren Höhen beim Start?

Ich habe erst heuer mit einem F3B ähnlichem Freizeitmodell (Storm 2980g) und Windenstart angefangen. Die Höhen lagen um 220 - 250m Höhe.

Meine Startmethode als "Einmannteam" sieht genau wie in dem Bild aus
Na ja... ;)
http://www.rc-network.de/forum/attachment.php?attachmentid=6732&stc=1


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200m Seil bis Umlenkrolle...
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