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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : A330-300 ST Superbeluga



Beluga
02.11.2012, 23:00
Moin Moin Zusammen,

so, das Thema der A300-600ST Beluga ist nun soweit beendet. Dort wird es auch keine Fortsetzung mehr geben. Sie fliegt, wenn auch sie immer noch ein paar Überraschungen parat hat. Aber insgesamt ist sie nun ad Akta gelegt bzw. es wird nichts mehr verändert.

Da eine neue Beluga auf A330- Basis ein möglicher Nachfolger der jetzigen Belugas werden könnte, ist es Grund genug, sich dieser Version doch anzunehmen. Allerdings hat es gegenüber der ersten Ankündigung im Beluga- Thread nun doch etwas gedauert, bis die neue, gestreckte Variante der Beluga auf die Helling gelegt wurde. Nach ersten Planungen sollte der Baubeginn ja schon 2009 sein. Aber es hat sich dann immer wieder verschoben, weil die ursprüngliche Beluga doch mehr Zeit in Anspruch nahm. Dennoch oder gerade deswegen konnte man in der Zeit weitere Erfahrungen sammeln, die schließlich dem neuen Entwurf zu Gute kommen sollen.
So wurde die Beluga auf Basis des Airbus A330 / A340 nochmal komplett durchdacht und man verabschiedete sich von der Vorstellung, die neue Version nur mit den Komponenten der alten Beluga aufzubauen; sei es durch Strecken der vorhandenen Mittelsektion oder durch Spannweiten- Vergrößerung mit Steckohren. Nasen- und Hecksektion sowie Leitwerk bleiben die Alten, da es selbst bei einem A330 vermutlich dort wenig Veränderungen geben wird. Große Veränderungen gibt es in der Mittelsektion bzw. bei den Tragflächen.

Zunächst habe ich eine Übersicht der möglichen Änderungen bzw. Verbesserungen erstellt. Dann wurde überlegt, wie man sie umsetzen kann. Die Tragfläche wird nun nicht mehr einteilig wie früher, sondern zweigeteilt mit Steckverbindung an der Belly Fairing des Rumpfes. Auch ist die Geometrie (Streckung und Flügeltiefe) jetzt mehr der Originaltragfläche des A330 angepaßt (keine überdimensionierte Fläche). Dabei sind diesmal natürlich viele Ideen aus der Airliner- Szene aufgegriffen worden. Die V- Form wird dem Original angepaßt (ca. 6° pro Fläche). Ferner wird diese Fläche nicht mehr in vollbeplankter Rippenbauweise erstellt, sondern als Sandwich- Fläche. Das macht es einfacher, den besonderen Airliner- Strak zu verwirklichen (gerade im Wurzelbereich).
Der Rumpf, zwar immer noch aus Transportgründen dreiteilig, wird in Zukunft nicht mehr innen verschraubt (was eine Wartung auf dem Flugplatz immer wieder erschwert hat), sondern wird zusammengesteckt und von außen verschraubt. Das ermöglicht auch mal, die Bug- oder Hecksektion abzunehmen, ohne das gesamte Modell zu zerlegen. Die Flugakkus liegen fast am tiefsten Punkt in der Belly Fairing zwischen den Fahrwerken. Somit ist auch der Schwerpunkt tiefer gelegt worden.

Als A330- Beluga soll der jetzige erprobte Antrieb verwendet werden. Die Leistung dürfte auch für diese Version ausreichend sein (außerdem passen die recht großen Gondeln besser zum A330). Aber in den Neubau der Fläche werden gleich zwei weitere Halterungen eingebaut bzw. Kabelschächte dafür verlegt. So kann es auch als Option eine vierstrahlige Variante auf Basis des A340 geben, mit vier Minifans (Antriebsvariante steht schon dank Michael Beck).

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Auch wenn der Spantenaufbau der alten Beluga- Mittelsektion gleicht, sind doch Veränderungen vorgenommen worden, besonders im Bereich der Belly- Fairing (Flügel- /Rumpfübergang) und der Steckung für die Nasen- und Hecksektion. Und da die Tragflächen nun nicht mehr einteilig sind, sondern seitlich an den Rumpf gesteckt werden, können Akkus und Fahrwerke ganz anders als ursprünglich eingebaut werden.

Mögliche Maße Super Beluga (M1:28):
Spannweite: 2190 mm
Länge: 2300 mm

So ist das Thema Beluga zwar nicht komplett beendet, sondern es wird jetzt auf eine neue Basis gestellt. Ich werde in lockerer Reihenfolge von dem weiteren Fortschritt berichten. Allerdings lege ich mich auf keinen Zeitpunkt fest, wann sie fertig wird und Erstflug hat. Wenn fertig, dann fertig.

Viele Grüße
Bill

AUFWIND-Redaktion
03.11.2012, 01:44
Hallo Bill,

also daran hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Werde die neue Fortsetzung mit Spannung verfolgen.


Viele Grüße

PHILIPP

BZFrank
03.11.2012, 04:45
Viel Erfolg Bill! Ilja Grum macht übrigens gerade A330 und A340 Airliner in dieser Grössenklasse, ev. könnte man ja sowas auch als Basis nehmen.

http://www.edf-jets.de/news/187-grumania-jets-airliner.html

Gruß

Frank

Juergen H.
03.11.2012, 09:39
Hallo Bill,

schön das Du "noch eine" baust.

Über Deinen Bericht freue ich mich jetzt schon.
Da können wir uns bestimmt wieder was abschauen.:cool:

dr_klahn
03.11.2012, 14:13
Hallo Bill,

Oh ja, das freut mich total dass Du den großen bauen willst... werde interessiert zuschauen und bin sehr gespannt!

Viel Spass beim bauen!!
Arne

Beluga
11.11.2012, 22:40
Moin Moin Zusammen,

@Philipp: Naja, eine Zeitlang sah es so aus, als wenn sich das Thema „Beluga“ erledigt hätte. Man war einfach satt davon. Sie fliegt, zwar immer noch mit ein paar Eigenarten. Aber insgesamt war doch nach der langen Zeit die Luft raus. Deshalb habe ich auch erst einmal mehr oder weniger Auszeit davon genommen. Andererseits wollte ich aber die gesammelten Erfahrungen nicht beiseite legen. Deshalb habe ich das Projekt nochmal neu gestartet, aber jetzt eben mit anderen Voraussetzungen. Und die neue Beluga soll etwas mehr alltags- bzw. feierabendtauglich werden, also nicht nur mit riesigem Aufwand an Transport und Aufbau bzw. Wartung betrieben werden. Dafür habe ich allerdings zwei andere Projekte ad akta gelegt (die A321 und der geplante Canard).

@ Frank: Die Entwicklung bei Grumania verfolge ich ebenfalls. Auch weil die Größe der (z.B. 737) noch meine Transport sowie Werkstatt- Kapazität nicht überlasten würde. Aber eine Beluga im Maßstab 1:16, so interessant das Projekt ja wäre; sie wäre mir schlicht zu groß. Ich mag da mehr die größenmäßig überschaubaren Modelle. Dann wäre da noch das Problem der Werkstatt- Kapazität, der Unterbringung und des Transports. Außerdem könnte ich die Alltags- Tauglichkeit ebenfalls abhaken.

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Derweil ist der untere Rumpf nun komplett geschlossen und die Belly Fairing fertig. Entgegen der früheren Praxis baue ich die Mittelsektion nun nicht von oben nach unten, sondern umgekehrt auf. So kann ich die Ausrüstung besser in die unteren Bereiche einbauen (wegen SP) und die gesamte Zugänglichkeit ist während der Einbauphase von oben gegeben. Die „Spantstützen“, die eigentlich für die Ausrichtung der Spanten auf der Helling gedacht waren, können so auch noch für Arbeiten am Unterrumpf verwendet werden (der Rumpf läßt sich so jederzeit über Kopf auf der Helling fixieren.

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Hier ein Blick auf den zukünftigen RC- Einbau. Die einzelnen Komponenten (Empfänger, Akkuweiche, Fahrwerk) sind als Modul zusammengefaßt, das als Einheit ein- und ausgebaut werden kann. Mit dem Flugzeug verbunden wird das Modul über eine Interface- Platine. Die spätere Zugänglichkeit wird weiterhin vorn und hinten sein, sowie diesmal durch eine große Seitenklappe im Rumpf über den Tragflächen. Damit soll auch der Akkuwechsel ohne den früheren Aufwand möglich sein. Es ist z.B. eine von den Ideen, die ich in Effeln von Peter Michels A330-300 übernommen habe (ich danke da auch nochmal Peter Michel und auch Dir, Arne, für die Tipps und die Hilfe, die Ihr mir dort in Effeln gegeben habt :) ).

Viele Grüße
Bill

Beluga
22.12.2012, 14:21
Moin Moin Zusammen,

Inzwischen sind die neuen Flächenkerne eingetroffen (vielen Dank nochmal, Carsten :) . Deine Mühe hat sich wirklich gelohnt). Nun heißt es die Einbauplanung der Tragfläche auf Papier mit den original Bauteilen zu vergleichen bzw. zu korrigieren, bevor es an die Einbauten und das Beplanken geht. Man muß dann doch nochmal hier und da etwas improvisieren. Wie gesagt, ein paar Komponenten wie die auch die Triebwerke oder die Fahrwerke werden nun doch aus der alten Beluga übernommen, weil sie sich einfach bewährt haben. Aber der Rest ist eben Neubau.

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Ein erstes Anpassen der Flächenrohlinge an den Rumpf (um einen praktischen Überblick über die Dimensionierung zu bekommen).

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Einpassen und Maßnehmen mit den Servos, der Impellergondel und dem Hauptfahrwerk.

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Die Flächenkerne nochmal als Gesamtes. Die äußere Triebwerkshalterung für die mögliche vierstrahlige Variante wird an der Nahtstelle des äußeren und mittleren Flächenkerns liegen.


Viele Grüße
Bill

Beluga
22.12.2012, 17:20
Als kleine Ergänzung zum vorherigen Beitrag habe ich hier noch zwei Möglichkeiten der vierstrahligen Variante. Ok, die Gondeln sind aus meinem derzeitigen Fundus (die einen zu klein, die anderen zu groß. Aber da ist ja noch Deine Gondel als Urmodell, Michael ;) ).

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Die Variante mit den kleinen A321- Gondeln (69mm- Fan).....

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und die Variante mit den alten Beluga Prop- Gondeln (90mm- Fan)

Es sind natürlich nur Beispiele, um die Möglichkeit der vierstrahligen Variante auszuloten. Aber es ist eine Variante, die dank Michael Beck´s A380 schon steht und in der Praxis erprobt ist bzw. leistungsmäßig auf die neue Beluga übertragbar ist.

Viele Grüße
Bill

Anderl
29.12.2012, 09:22
Servus Bill

Eine Frage bezüglich deiner Tragflächen.
Mir ist aufgefallen, dass du im Wurzelbereich eine ziemlich große EWD hast. Wenn ich schätzen müsste würde ich sagen 4° oder mehr. Gibts dafür einen speziellen Grund? Ist der Flügel aerodynamisch und geometrisch geschränkt? Welche EWD hat das Höhenleitwerk?

Ich bastel derzeit an einer A321. Allerdings viel kleiner als deine Beluga. Maßstab 1:23. Also etwa 2m Lang und 1,50m Spw.
Meine EWD liegt an der Root bei 2,5° und an der Tip bei 0°. Das Profil ändert sich ebenfalls vom SG6040 an der Root zum Clark Y an der Tip.
Leitwerk ist bei 0° und auf Grund der geringen Größe nicht profiliert.
Bilder erspar ich mir hier. Will deinen Beluga Thread nicht versauen.

Schöne Grüße

Anderl

Christian Abeln
30.12.2012, 07:51
Sehr geehrter Herr Kleinbrahm: Geil :D

Vielleicht krieg ich den ja mal in die Finger ;)
Sehn wir uns dieses jahr im Juli?

Beluga
16.01.2013, 20:22
Moin Moin Zusammen,

sorry, daß die Antwort wg. Urlaub und Arbeit etwas auf sich warten ließ.

@ Chris: Du bekommst von mir noch eine PN ;-)

@ Anderl: Deine Beobachtung kommt gut hin. Der Strak ist in der Tat etwas ungewöhnlich. Aber ich habe ihn gewählt aus Informationen und Beobachtungen, die ich selber über Airliner- Modelle gesammelt habe bzw. aus Artikeln von Norbert Rauch, die darüber gute Informationen geben (Flugstabilität). Aber ich habe bei dem gewählten Maßstab dann doch Abstand genommen von einem Strak mit dem Originalprofil wie bei Airliner- Modellen im Maßstab 1:16 (obwohl die Flüge mit dem Testmodell recht erfolgreich waren). Stattdessen wurden bekannte Profile wie das NACA 2412 bzw. GÖ796 gewählt. Da hatte ich auch Daten über den niedrigen Re- Zahl- Bereich (Langsamflug).

Wurzel: NACA 2410 invers +7°
Knick 1: NACA 2412 +2°
Knick 2: NACA 2412 0°
Spitze: GÖ 796 -2°

Die Profilsehne der Wurzel wird aber noch durch die Nase des Vorflügels, der jetzt wieder fest eingeplant ist, auf +5° abgesenkt. Und diesmal werden die inneren und äußeren Landeklappen von Anfang an eingebaut.

Da ich ja auch noch den A321 fast in dem gleichen Maßstab wie Du habe (dem allerdings noch eine neue Tragfläche fehlt), wird in absehbarer Zeit auch dort ein neuer Tragflächenentwurf fällig. Dort, das steht zumindest schon fest, wird die Schränkung nicht ganz so extrem ausfallen. Und wenn, dann nur wie beim Original im Bereich zwischen Rumpf und Triebwerk. Was die Profilauswahl betrifft, habe ich mich noch nicht festgelegt. Nur eines, es soll wg. des Maßstabes und des Flugprofils als Airliner auch für niedrige Re- Zahlen geeignet sein (Speedflüge brauche ich dabei nicht). Die alte Tragfläche hatte damals (noch als A319 in den 90érn) das Eppler E205 mit 2° Schränkung.

Inzwischen geht der Flächenbau für die Beluga weiter. Grundlage ist hier übrigens der sehr ausführliche Bau- und Bildbericht von Kneubi (Sigi) LS- Flächenbau 1:3 im Segelflugforum. Hier und da wird bauartbedingt allerdings etwas abgewichen, da die Belastungen bei einem Airliner anders bzw. vorbestimmt sind (incl. Turbulenz- Sicherheit). Momentan sind die Einbauten in der Fläche dran.

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Fahrwerkseinbau

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Flächenoberseite nach dem Pressen. Die Beplankung der Unterseite wird allerdings im Vakuumverfahren aufgebracht, wie im LS- Flächenbau Thread.

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Die Unterseite mit den Aussparungen für die Servos, Fahrwerk- und Flächensteckung

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Die Flügeloberseite, verstärkt mit 163ér Glasgewebe im inneren Drittel und 40ér Gewebe im Außenbereich. Zusätzliche Vrstärkungen mit 160ér Kohlegewebe im Fahrwerks- und Flächenanschlußbereich und 80ér Glas im Servobereich. Die Unterseite wird ähnlich aufgebaut, nur daß im mittleren Drittel dann 80ér Glasgewebe verwendet wird, anstelle von 40ér Glas. Zusammen mit der Abachibeplankung dürfte das für einen Airliner stabil genug sein.

Viele Grüße
Bill

Mario Spoettl
16.01.2013, 21:43
Mann oh Mann!

So ein Teil hätte ich auch gerne! Aber ich glaube da wird mein Lagerraum zu klein!
Saubere Arbeit. Bin schon auf das Ergebnis gespannt!

Lg Mario

heiner
17.01.2013, 20:24
Mann ist die Dickmann! Tolles Projekt!

Werden die Landeklappen bei der BELUGA wie bei einem Airliner angelenkt und ausgefahren?

Ich habe mal irgendwo bei einem Bauthread dazu Bilder und Anleitungen gesehen. Weiß jemand wo das gewesen sein könnte? Würde ich für ein eigenes Projekt benötigen.

Heiner

Beluga
17.01.2013, 21:12
Hallo Heiner,

schau mal in den Baubericht des Airbus A320 von "dr klahn". Er hat die originale Flap- Anlenkung des A320 sehr schön im Modell umgesetzt. Oder eben in meinem Beluga- Thread (der neue Beluga). Da sind auch zwei Arten von Landeklappen- Anlenkungen beschrieben. Einmal als Fowler -Flap mit Führungen oder als einfache Spaltklappe.

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Das wäre ungefähr das Aussehen der neuen Beluga als Modell (letztens beim "Googlen" im Internet gefunden).

Viele Grüße
Bill

Beluga
22.01.2013, 00:17
Und weiter geht’s. Zunächst waren der Fahrwerkseinbau und die Flächensteckung in Arbeit. Die Krafteinleitung der Auftriebs- und Schubkräfte erfolgt über ein 20mm- Alurohr. Ok, das mag vielleicht etwas überdimensioniert sein. Aber hier werden neben den Auftriebskräften auch der Schub der Impeller sowie Teile der Masse des Rumpfes beim Aufsetzen übernommen. Ok, eine zusätzliche Kraftüberleitung findet auch am hinteren Fahrwerksblock statt. Denn hier sitzt der Stahlsitft, der die EWD bestimmt und auch die Landestöße zwischen Rumpf und Fläche direkt in die Struktur einleitet. Zuerst sollte diese Führung vorn am Profil der Tragflächenwurzel liegen (wg. vorhandenem Anschluß am Rumpfspant). Doch dort hätten die Drehmomente der Auftriebs- und Schubkräfte und auch der Landestoß, die um den „Drehpunkt“ der runden Flächensteckung entstanden wären, durch die gesamte Profiltiefe geleitet werden müssen. Da die Flächenwurzel zwischen Steckung und Fahrwerk durch die CFK- Einlagen eh am stabilsten ist und sich an der Fahrwerksposition eine Verstärkung im Rumpf einarbeiten läßt, ist das nun die kraft- und gewichtsmäßig bessere Lösung.

Die Röhrchen der Steckung sind vor dem Einharzen in die Fläche mit einem Balsakasten aufgefüttert worden. So werden sie dann in den CFK- verstärkten Bereich der Flächenschale eingesetzt. Dabei ist der durch die Profildicke maximale Winkel der Steckung gewählt worden. Wie sich allerdings bei dem ersten Aufbau nach dem Einkleben zeigt, ist die Gesamt V- Form der Flächen mit 3° sehr gering (beim A330 normal 6° pro Fläche). Doch mehr geht flächenseitig nicht. So muß die Lösung im Rumpf gefunden werden.
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Ausschachten und Einbau der Hauptfahrwerkslager. Zunächst wurde der Schaumstoff mit einem Messer winklig vorgeschnitten. Das Ausschachten des Fahrwerkschachts mithilfe eines alten Flächenstahls, der auf einer Seite angeschärft wurde. Nachdem der Schaumstoff herausgepuhlt war, konnte man die blasenfreie Verklebung der Oberschale sehen. Nun mußte die sog. Grenzschicht zwischen dem Laminat der Beplankung und dem Schaumstoff herausgeschabt bzw. geschliffen werden, damit man direkten Klebekontakt mit dem Laminat bekommt.
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Die HFW- Lager mit Aussparungen vor dem Einkleben. Überstände werden noch verschliffen.

Die Impellergondeln werden wie bei der alten Beluga von oben verschraubt. Dazu wurden in den Flächenkernen runde Aussparungen geschnitten, die mit einem Harz/Microballongemisch gefüllt werden. Diese Harzfüllungen geben dann mit einer zusätzlichen Lage Glasgewebe die Festigkeit zur Gondelverschraubung (Bohrungen innerhalb der Füllung). Einfach und wirkungsvoll: mit einem alten Motorgehäuse, umfunktioniert zum Kronenbohrer, können die Aussparungen schnell und sauber geschnitten werden. Die kleineren Aussparungen wurden mit einem angeschliffenen dünnwandigen Rohr geschnitten.
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Und noch eine Idee von Kneubi. Die Kabelkanäle wurden mit einer Dremel, ausgerüstet mit Fräsaufsatz und Schleifkopf, in den Schaumkern geschnitten bzw. geschliffen. Dabei ist es wichtig, vorher eine ausreichend breite und tiefe Nut in den Schaumkern zu schneiden (in diesem Fall 4mm breit und 10mm tief bei einem Schleifkopfschaft von 3mm Durchmesser).
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Ist sie zu schmal, kann die Reibung des drehenden Schleifkopfschaftes den Schaum am Rand der Nut aufschmelzen. Dieser verklebt sofort am Schaft und reißt dann zuviel Material aus der Nut. Leider ist mir dieses am Ansatz des Servokabelkanals passiert (der erste Kabelkanal hinter der Profilnase).
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Für freihändig geschnitten sind die Kanäle doch recht gerade geworden.

Nach dem Verlegen der Kabel werden die Nuten der Kanäle mit schmalen Balsastreifen zugeklebt, damit beim anschließenden Aufbringen und Pressen der Beplankung keine Harzreste in die Kanäle eindringen kann. Hinter dem Servokabelkanal sieht man den Kanal für die (optionale) äußere Impellergondel (Option A340) und auch die Aussparungen für deren Befestigung. Und schließlich der im Bogen geführte Kanal für die innere bzw. Hauptimpellergondel. Das innere Landeklappenservo wird teilweise in der Flapfairing integriert und das Kabel daher außen an der Fairing entlang zum Servokabelkanal geführt (daher kein Servoschacht und Kabelkanal).

Zum Abschluß nun der Moment, wo die neue Beluga zum ersten Mal auf ihren eigenen Rädern steht. Ok, auch wenn man viel von den alten Komponenten übernehmen kann, werden wohl noch ein paar Umbauten dazukommen. Überlegung ist unter anderem, das Leitwerk nochmal (leichter) aufzubauen.
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Ein Größenvergleich. An den Tragflächen fehlen jetzt zur Fertigstellung des Rohbaus noch neben einigen Einbauten und der Unterbeplankung die Nasenleisten, die Vorflügel sowie die Randbögen mit den A330-typischen Winglets. Anschließend folgen noch die Flaps und die Querruder.

Viele Anregungen und Ideen, die hier speziell für den Flächenbau umgesetzt wurden und werden, sind, wie gesagt, aus dem LS- Baubericht von Kneubi genommen und umgestrickt worden für ein Airliner- Modell. Und hier danke ich ihm für die vielen Anregungen und Möglichkeiten, die man sich zum Bau von Sandwich- Flächen aus seinem Bericht holen kann.

In dem Sinne
Bill

Beluga
14.02.2013, 21:05
Moin Moin Zusammen.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist geschafft. Die Tragflächen sind im Rohbau fertig. Da ich bislang, wenn ich Sandwich- Flächen gebaut habe, diese mechanisch gepresst habe, so war das Unterdruckverfahren in der Praxis und in Eigenregie jetzt etwas Neuland für mich, zumindest mit einer solchen Flächengeometrie und Schränkung. Auch diese Flächen wurden im ersten Schritt noch gepresst (die Oberseite). Nach Einbau aller Verstärkungen und Kanäle war es nun besser, die untere Beplankung im Unterdruck- Verfahren zu pressen, weil das Abachifunier auf der Unterseite durch den Strak stärker 3D-mäßig geformt wird. Dazu wurden die Flächen mit der Oberseite in die vorbereitete Negativschale gelegt (vorher mit Folie ausgelegt). Auf die Flächen kam nun das Verstärkungsgewebe, die Abachibeplankung, dann eine weitere Folie sowie zwei Lagen Saugvlies und eine Entlüftungsmatte. Da die Schalen auf einem in Tragflächenkontur gesägtem Baubrett geklebt und ausgerichtet waren, konnte man den vorbereiteten Rohling recht bequem in den Vakuumsack schieben. Dann hieß es abdichten und Schläuche anschließen. Anschließend, nachdem der Unterdruck hergestellt war, kam noch die Heizmatte zum Einsatz, zum Tempern. Die Flächen wurden dann bei 50 – 55°C ca. einen halben Tag getempert. Das war ausreichend. Jedenfalls kamen zwei gut gepresste Rohbauten heraus, die genau der Kontur entsprachen, die geplant war.

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- Die verschliffene Fläche vor dem Vakuumverpressen. Hier sieht man das vorbereitete Baubrett mit den Negativschalen unter der Fläche, die während des Pressens eine verzugsfeie Lagerung der Fläche ermöglichten. Ebenso sieht man auch im Hintergrund die vorbereitete äußere Triebwerkshalterung mit dem entsprechenden Kabelkanal. Diese Halterung ist wesentlich kleiner dimensioniert als die Innere, eben nur für einen 69mm- Fan.

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Während des Pressvorganges. Nach dem Foto wurde die Heizmatte aufgelegt.

Ok, aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Flächen sind recht schwer geworden. Ok, die Flächen sind stabil und verzugsfest (fast Hotlinermäßig), Kern aus blauem Roofmate, mit 1mm Abachi beplankt. Der Strak ist auch gelungen. Ob die GFK- Lage oder das Harz doch zu üppig bemessen war oder ob es eine einfache Balsabeplankung und Styro- Kerne auch getan hätten? Naja, ich werde erst einmal damit leben können, denn es gibt noch an anderen Stellen genug Einsparpotential an Gewicht. Und jetzt um jeden Preis Aussparungen hineinschneiden, wie schon oft gesehen, werde ich zumindest nicht unüberlegt machen (und es auch nur als allerletzte Möglichkeit offenhalten, wenn wirklich nichts mehr geht).

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- Nach dem Pressen und dem ersten Verschleifen. Die V- Form ist bereits angepasst. Wenn man die Profile der Flügelspitze mit der Wurzel vergleicht, dann kann man in etwa den Strak der Flächen sehen.

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- Die Tragflächenwurzel in der Detailansicht. Noch fehlt die rumpfseitige Anschlußrippe.

Als nächstes wurde das Problem der V- Form gelöst. Die Flächensteckung im Rumpf wurde „geknickt“, so daß jetzt zwar kein durchgehendes Rohr eingeschoben werden kann. Aber mit zwei Rohrsegmenten und einer Verstärkung des Knicks mit CFK- Rovings und einer Lage Glasgewebe dürften die auftretenden Kräfte doch gut aufgefangen werden. Und Kunstflug soll die Beluga ja nicht machen. Jedenfalls wirkt sie jetzt authentischer, zumal die A330 pro Tragfläche 6° V-Form hat.
Die Flugakkus „wandern“ durch Umbau der Akkuhalterung noch ein Stück tiefer in die Belly Fairing (ca. 15mm). Dadurch ist auch genug Platz zwischen Akku und der Flächensteckung. Und die Fluglage dürfte noch ein Stückchen stabiler werden.

Als Weiteres habe ich noch den Bau des neuen Höhenleitwerks (HLW) begonnen. Erst wollte ich das alte Leitwerk übernehmen. Aber auch hier eine seit Längerem geplante Modifikation, aus Gewichtsgründen und wg. der EWD. Das HLW wird diesmal als Pendelleitwerk ausgelegt, eigentlich eine bei manntragenden Airlinern übliche Praxis. So kann das HLW gewichtssparender gebaut werden und eventuelle Feineinstellungen der EWD sind ohne große bauliche Korrekturen möglich. Bei dem Pendelruder verwende ich wieder eine klassische Rippen-/Schalen- Bauweise, also nichts Kompliziertes; allerdings ohne Steckung. Die Drehachse besteht aus einem 6mm Kohlerohr mit Messingbuchsen im Lagerbereich und die Anlenkung aus einem 4mm Kohlerohr. Montiert wird das Pendelleitwerk wie das HLW der alten Beluga.

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Flächenmäßig ist das HLW etwas größer geworden (so war Dein Ansatz, Heiner, schon unbewußt mit berücksichtigt ;) ). Und es hat mehr Pfeilung gegenüber dem Alten. Ebenso werden nach neuer Planung die Endscheiben ebenfalls größer.

Es geht also weiter. In dem Sinne.

Viele Grüße
Bill Kleinbrahm

dr_klahn
15.02.2013, 01:11
Hallo Bill,

also die schlanke Fläche zusammen mit dem fetten Rumpf sieht echt klasse aus. Ich bin sehr auf die Flugeigenschaften gespannt... Wenn Du in der Geschwindigkeit weiterbaust, wird das ja dieses Jahr noch klappen :)
Super sauber gebaut ich bin begeistert... Bitte berichte fleissig mit vielen Bildern weiter!!

Gruß
Arne

Beluga
15.02.2013, 20:58
Moin Arne,

ich werde weiter berichten. Nur nehmt es nicht übel ;) , wenn es mal etwas dauert. Ich bin, zumindest nach Feierabend, nicht immer am Computer.

Arne, vielleicht solltest Du Deine A320 schon optional mit Sharklets ausrüsten ;) . Denn die erste DLH- A320 mit Sharklets steht bei uns auf dem Hof (ZP).

So, der Leitwerksbau ist auch etwas weitergekommen. Das Pendelruder ist inzwischen in dem abnehmbaren Teil der Heckspitze montiert (im Prinzip baugleich zur alten Beluga, nur etwas leichter).

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Vor dem Beplanken des abnehmbaren Teils der Heckspitze gibt es noch ein Blick auf das Pendelruder- Lager. Auf dem Rohrholm sitzen die Messingbuchsen (bewegliche Teil) und in den Festlagern sind Alubuchsen eingelassen, in denen die Messingbuchsen wie in einem Gleitlager sitzen. Kunststoffscheiben verhindern ein seitliches Verrutschen des Höhenleitwerks und fangen die Seitenkräfte der Endscheiben auf. OK, Alu und Messing ist jetzt vielleicht nicht die ideale Materialpaarung. Aber dort reibt und schleift nichts unter Belastung, das Leitwerk ist sehr leichtgängig und es ist gewichtssparend.

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Gesamtansicht des Rohbaues der Heckspitze mit dem Pendelleitwerk.

Wie gesagt, es geht weiter. Ob ich es allerdings trotz des momentanen Tempos dieses Jahr noch schaffe, will ich nicht voraussagen (es liegt wohl am momentanen "Werkstatt"- Wetter und ich habe gerade einen "guten Lauf", was den Weiterbau betrifft). Außerdem kommen noch viel Klein- und Detailarbeiten, die zeitintensiv sind. Also, ich werde in lockerer Folge weiterberichten und wenn fertig, dann fertig ;) .

In dem Sinne
Bill Kleinbrahm

Beluga
02.03.2013, 21:50
Moin Moin Zusammen,

ein kleines Update. Da jetzt viele Arbeiten bis auf das Leitwerk im Detail oder im Kleinen stattfinden (die text- oder fototechnisch nicht so relevant sind), beschränke ich mich nur auf das Leitwerk.

Inzwischen ist das Leitwerk rohbaufertig. Es fehlt nur noch das Finish. Ebenso sind auch die neuen Endscheiben fertig geworden. Flächenmäßig ist es etwas größer geworden als das alte Leitwerk. Auch die Endscheiben sind, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, etwas größer (auch hier eine effektive Vergrößerung der HLW- Spannweite durch die Endscheiben).
Und dennoch konnte ich, wenn ich das Finish hinzurechne, bei dem neuen Leitwerk knapp 70g gegenüber dem Alten sparen.

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Das neue und das alte Leitwerk im Vergleich. Die Übergänge zu den Endscheiben sind diesmal wesentlich stärker gerundet und damit aerodynamisch sauberer. Das Profil des HLW´s ist ein NACA 0009 und das der Endscheiben ein in Leistenbauweise erstelltes Brettchenprofil.

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Momentan sind die Endscheiben noch mit einfachen Holzschrauben montiert. Wenn jedoch die finale Null- Einstellung des HLW´s nach den ersten Flügen feststeht, werden die Endscheiben in der Pfeilung gegenüber dem Seitenleitwerk ausgerichtet. Dadurch, daß sie diesmal nicht angeklebt sind, sondern zum Abschluß mit 4mm Nylonschrauben befestigt werden, ist die Ausrichtung ohne große Probleme möglich.
Die APU- Öffnung an der Heckspitze ist hier wie bei dem alten HLW wieder als Entlüftung für den Rumpf ausgelegt, nur hier jetzt etwas größer im Durchmesser.

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Nach dem Anpassen an die neue Hecksektion

Viele Grüße
Bill Kleinbrahm

Beluga
03.03.2013, 09:34
Moin Moin Zusammen,

eine kleine Korrektur zum letzten Beitrag: Über interessante Details oder Kleinigkeiten werde ich natürlich weiter berichten. Nur die Standardarbeiten, die bei dem Bau auch häufig anfallen und auch oft Zeit in Anspruch nehmen, werden nicht extra oder nur am Rande erwähnt ;) .

In dem Sinne

Viele Grüße
Bill

Beluga
22.03.2013, 23:56
Moin Moin Zusammen.

Nun kommen die ganzen Kleinarbeiten. Momentan geht es wieder an den Tragflächen weiter. Zunächst wurden die sog. „Flap Track Fairings“ aus mittelfestem Balsaholz angefertigt. Der Aufbau, auch anschließend mit den Flap- Scharnieren, wird wieder so wie bei den Outb. Flaps der alten Beluga. Nur werden die Fairings diesmal angeklebt, nicht angeschraubt.
Während bei der Outboard Flap das Servo in der Tragfläche sitzt, sitzt es bei der Inner Flap in der Fairing. Der Grund ist: ein Servoschacht würde zu dicht am Fahrwerkslager liegen (Festigkeit) und das Servokabel zu dicht an den Antriebskabel des Impellers entlanglaufen.

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Als nächster Schritt wurden die Flaps und Querruder mit einer Mini- Stichsäge ausgesägt und beigeschliffen. Nun müssen die Teile auf (Flap) Profil gebracht werden.

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Die Fläche nach dem Ausschneiden. Die Teile liegen (etwas schlecht sichtbar) vor der Fläche auf dem Baubrett. Gleichzeitig konnte nach dem Verschleifen der Schnittkanten auch die Verklebung der Beplankung auf die Flächenkerne überprüft werden. Interessanterweise wurde auch der Unterschied zwischen mechanischem und Vakuumpressen sichtbar. An der vakuumgepressten Unterseite war trotz Glaseinlage nur eine ganz dünne Klebeschicht sichtbar, während die mechanisch gepresste Oberseite bei gleichem Harzauftrag und gleicher Glaslage doch auffällig dicker war.

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Servoeinbau für die Inner Flap


Also, es läuft weiter mit den vielen Kleinarbeiten. Aber auch die müssen sein. Ich werde beim nächsten Mal noch ein Foto von den Klebeschicht- Dicken der Flächen machen, um mal den oben beschriebenen Unterschied zu zeigen.

In dem Sinne
Bill

Juergen H.
23.03.2013, 09:18
Hallo Bill,

Danke das Du uns so ausführlich auf dem laufenden hälst.
Es ist sehr interssant.


Das Design vom Seitenleitwerk, von Airbus, ist das lackiert oder "aufgebügelt"

Beluga
24.03.2013, 23:08
Moin Moin Zusammen,

Hallo Jürgen. Das Design ist auf Folie aufgedruckt. Die hat Ralle Schneider von Tailormadedecals ( www.tailormadedecals.com ) für die alte Beluga 2006 angefertigt. Und da sie immer noch passend sind bzw. das Seitenleitwerk vorerst das Gleiche bleibt, wird das Design auch in die neue Beluga einfließen.

So erst einmal möchte ich noch die Schichtdicken der Verklebungen zeigen. Ich hoffe, es ist auf dem Foto einigermaßen gut zu erkennen. Die mechanisch gepresste Oberseite (hier unten rechts) ist etwas dicker als die vakuumverpresste Unterseite (hier oben links). An den Klappen- Schnittkanten beider Tragflächen zeigte sich das gleiche Bild (beide Oberseiten mechanisch gepresst).
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Inzwischen sind die Flaps und Querruder an der rechten Fläche verkastet und auf Form geschliffen. Nun fehlen noch die Spaltabdeckungen auf der Oberseite sowie der Feinschliff. Dann können auch die Fairings bzw. Klappenscharniere montiert werden.

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Bei dem nächsten Flächenbau wird auch mehr auf ein ordentliches Porenfüllen der Beplankung geachtet, damit das Harz beim Pressen nicht "durchsuppt" (bei jedem Neubau lernt man eben noch dazu ;) ). Andererseits zeigten die Schnitte, die Servoschächte sowie ein Klopftest, daß die Verklebung der Beplankung an beiden Flächen ok ist (keine Lunker, keine Ablösungen, etc.).

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In dem Sinne
Bill

Beluga
26.03.2013, 21:02
Und es geht weiter. Während die Verkastung der Flaps und Querruder an der linken Fläche fortschreitet, wurden die Klebepausen genutzt, um die Klappenscharniere der rechten Tragfläche zu bauen. Wie bereits bei der alten Beluga in die Praxis umgesertzt bzw. hier auch angekündigt, bestehen die Scharniere nicht aus Hälften, die an einem Drehpunkt verbunden sind, sondern aus den formgeschliffenen Fairings (Vollbalsa), in denen Ruderscharniere eingeklebt sind (Prinzip: Peter Michels A330). Das Prinzip ist einfach zu bauen, leicht, man braucht keine seperaten Klappenscharniere in den Fairings. Und wenn man die Scharniere wie bei Ruderflächen mit Zahnstochern stiftet bzw.sichert, dann haben sie auch genug Festigkeit.

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Die Klappenscharniere im Rohbau. Da die Fairings in Strömungsrichtung montiert werden, jedoch die Vorderkante der Flaps im Winkel (17°) verläuft, wurde die Drehachse der eingeklebten Scharniere ebenfalls im gleichen Winkel montiert.

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Hier erkennt man noch die mit dünnflüssigem Sekundenkleber eingeklebten Holz- Sicherungsstifte für die Scharniere (Zahnstocher) an der Oberseite der Fairing.

Viele Grüße
Bill

Beluga
20.04.2013, 23:34
Kurz mal ein Beitrag, der "offtopic" zur Beluga ist (aber ich wollte dafür keinen extra Thread starten).

Hallo Peter.
Neben der Beluga war ja immer noch die Restaurierung der MIG15 angesagt (Du weißt schon, welche). Ich wollte eigentlich nur sagen: sie steht kurz vor dem Erstflug. Einzelheiten zu dem Umbau erzähle ich Dir mal auf Eurem Impellertreffen in Artlenburg. Es war jedenfalls recht schwierig. Aber nun ist sie fertig (Probelauf war heute). der Antrieb ist eigentlich nichts Besonderes für einen Minifan: HET 2W20 (Danke Oliver, für die schnelle Lieferung ;) ) über einen Jazz 55A BEC an 4s- 3300mAh Lipo. Die Akkus sind aufgeteilt in 2x 2s 3300mAh, links und rechts neben dem Ansaugschacht. Nun wird sie nochmal ausgewogen und der Ruderausschlag muß noch eingestellt werden. Sonst ist Alles bereit.

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Das Design ist auffällig gewählt, damit sie auch beim weiträumigen Fliegen gut erkennbar bleibt. Inzwischen sind noch ein paar kleine Details wie Cockpit mit Pilotenpuppe und einzelne Dekore dazugekommen. Aber erstmal soll sie jetzt fliegen, bevor noch weitere Feinheiten kommen. Und dann geht es mit der Beluga weiter.

Viele Grüße
Bill

Beluga
30.04.2013, 23:02
Inzwischen gibt es weitere Fortschritte im Detail. Die Landeklappen sind montiert und auch die dazugehörigen Servos sind angeschlossen. Auch die Impellergondeln ließen sich zum ersten Mal montieren. Allerdings, es ist nur ein Zwischenstand beim Bau. Es sind noch viele Justierarbeiten offen. Ebenso ist der Oberrumpf weiterhin noch offen, gerade damit jetzt die Zugänglichkeit für die Arbeiten an den Flügel-/Rumpfanschlüssen besser erfolgen kann (so, wie es aussieht, wird der Rumpf ganz zum Schluß geschlossen). Dennoch habe ich die Beluga für ein paar Fotos mal an die Sonne geholt, um den derzeitigen Bauzustand festzuhalten.
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Hier ist der Strak nochmal erkennbar

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Die Flaps in ausgefahrener Position. Es fehlen hier noch die oberen aerodynamischen Spaltabdeckungen.

Momentan sind alle Bauteile einfach zusammengeschraubt, ohne die genaue Abschluß- Justierung. In den nächsten Schritten heißt es nun, diese ganzen fertigen bzw. übernommenen Komponenten (Impeller, Fahrwerke, Bug- und Heckteil, etc.), die zwar schon grob zueinander ausgerichtet sind, nun genau auf das gesamte Flugzeug auszurichten, wie es geplant ist (Schubachsen, EWD, und was noch alles dazugehört).

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Ein Detail der inneren Landeklappen- Anlenkung. Nicht wundern; es hat einen Grund, weshalb die Anlenkung so aufgebaut ist. Bei der ursprünglichen Anlenkung (die kleine Bohrung) wäre der effektive Hebel in ausgefahrener Klappenposition für die auftretenden Kräfte, die die Klappe bei der Scharnieranordnung in die eingefahrene Position drücken wollen, zu klein. Gleichzeitig besteht auch wegen der aerodynamischen Kräfte die Gefahr des mechanischen Blockierens durch Übercenterung zwischen Hebel und Drehpunkt. Durch das Umsetzen des Hebels wird der effektive Hebel in ausgefahrener Position größer und die Gefahr der mechanischen Blockade wird vermieden. Es sieht allerdings optisch nicht mehr ganz so schön aus.

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An der äußeren Klappe ist die Anlenkung wie gewohnt angebaut, weil hier die genannte Gefahr durch die Einbauposition des Servos und bei den geplanten Klappenwinkeln nicht so groß ist (die Kabel sind hier noch nicht angeschlossen).

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Ein Relikt der allerersten Beluga kommt hier wieder zum Einsatz. Ein altes, selbstgefertigtes Landeklappenscharnier (GFK) der damaligen äußeren Landeklappen eignet sich hier diesmal als inneres Scharnier der inneren Landeklappe. Da es klein und unscheinbar bleiben soll, war es für diese Einbauposition wie geschaffen (ab und zu hilft auch mal ein Griff in die „Grabbel“- Kiste).

In dem Sinne, es geht wieder weiter

Bill

Beluga
08.06.2013, 17:00
Moin Moin Zusammen.

Es geht weiter. Nachdem nun die größeren Einbauten erledigt sind und auch die Justierbuchsen der Tragfläche incl. der Verstärkungen ihre Position gefunden haben, konnte jetzt damit begonnen werden, den Mittelrumpf zu schließen. Das Beplankungsfeld dazu wurde auf dem Baubrett als eine Platte aus fünf Balsabrettern aufgebaut. Doch zuvor mußte jedes Brett noch um 30cm verlängert werden. Dazu kramte ich eine altbewährte Baumethode aus früheren Zeiten hervor: das Schäften der Bretter mit Verzahnung. Doch anstelle mit einem vorbereiteten Klingenwerkzeug machte ich die Schnitte der Verzahnung mit einer Schablone. Das Zusammenfügen und Verleimen der Verzahnung erledigte sich ohne Probleme und dementsprechend schnell waren die Bretter mit Überlänge erstellt. Dann wurde eben jene erwähnte Platte geklebt.
Nach dem Aushärten des Leims und vor dem Beplanken mußte die Platte noch abgeschliffen werden, zumindest auf der zukünftigen Aussenseite. Das erspart weitere Schleifarbeit am fertigen Rumpf und ist mit einem Schleifbrett auf ebenen Untergrund wesentlich einfacher. Die Beplankung erfolgt diesmal in drei Schritten. Vielleicht kann man auch sagen, in Vier. Nach dem Ausrichten am Beplankungsstoß Rumpfoberseite/-unterseite wurde erst der Teil an der geraden Außenwand mit Weißleim verklebt (der Weißleim hat einen bestimmten Grund). Damit war das Beplankungsfeld auf der einen Seite schon ausgerichtet und fixiert. Dann folgte nach dem Abbinden das Weiterkleben der Beplankung über die obere Rumpfrundung bis zum Rumpfgurt in Höhe der Einbauposition der Rumpfzugangsklappe, ebenfalls mit Weißleim. Das Kleben des Beplankungsstreifen auf der anderen, geraden Rumpfseite unterhalb der Zugangsklappe war dann „easy going“, also ohne großen Aufwand erledigt (Schritt Drei). Als vierter Schritt wird nun die Klappe eingesetzt und, nach Erledigung der Restarbeiten im Rumpf, der Rumpfbereich vor und hinter der Klappe geschlossen.

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Dieser Ablauf hat den Zusammenbau der Mittelsektion wesentlich vereinfacht und eventuelle Stellen, an denen die Beplankung nicht anlag, konnten durch Erwärmen mit dem Folien- Bügeleisen nachgedrückt und geklebt werden (daher der Weißleim). Denn er läßt sich mit Hitze auch nach dem Abbinden verkleben. So dauerte das Beplanken zwar etwas länger, aber es war wesentlich stressfreier. Und man hatte nicht so viele Abdrücke von Klammern, Andrückplättchen oder Nadeln auf der Balsaoberfläche. Es zeigten sich auch nur zwei kleine Stellen, an denen nochmal nachgebügelt werden mußte. Der nächste Grund für Weißleim ist: durch Erwärmen kann man die Beplankung auch lösen (was bei Reparaturen durchaus helfen kann).

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Die Klappe selber ist unten mit vier Scharnieren fixiert und wird oben mit zwei Schrauben geschlossen. Die weiteren Arbeiten im Rumpf erfolgen nun durch die Klappe, auch wenn die Rumpfbeplankung noch vor und hinter der Klappe offen ist. Aber so kann ich am Besten feststellen, wie gut die Wartung später im Betrieb nur durch die Klappe möglich ist. Denn jetzt kann ich noch modifizieren, bevor der Rumpf komplett geschlossen wird.

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Bug- und Heckteil sind jetzt aufsteckbar und werden von der Seite bzw. von oben her verschraubt. Wie gesagt, viele Erfahrungen, Beobachtungen und auch Vorschläge von Euch fließen jetzt in diese neue Beluga mit ein und ein erklärtes Ziel neben dem schnelleren Aufbau auf dem Platz ist es, die Beluga auch mal in einem Kleinwagen zu transportieren. Ich war es irgendwann leid, immer den Wagen umbauen zu müssen, nur um die Beluga zu transportieren. Sie soll einfach mehr Feierabend- tauglich sein.

Und nun (das ist allerdings meine eigene kreative Freiheit) werden die Tragflächen optional mit Sharklets ausgerüstet. Optional deshalb, weil sie demontierbar werden und so auch gegen die normalen Winglets einer A330 ausgetauscht werden können. Ich denke mal, falls es eine A330- Beluga im Originalmaßstab geben sollte, wird sie auch mit den normalen Winglets ausgestattet. Aber bis dahin kann man auch die Sharklet- Variante probieren bzw. seine eigene konstruktive Freiheit ausleben.

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In dem Sinne, der Bau geht weiter. Apropos Sharklets:
@Arne (dr klahn): Im Sommer kommt Deine "ZX". Du solltest jetzt vielleicht die Flächenspitzen umbauen. Denn sie wird aller Voraussicht nach Sharklets haben ;) .

Viele Grüße
Bill

dr_klahn
09.06.2013, 14:51
Hallo Bill,

ja, die Sharklets ;)
Ich bin ja ganz heiss drauf, meinem Airbus auch welche zu bauen, allerdings schaffe ich das erst in der nächsten Bausaison.
Wie hast Du die denn aufgebaut? Mit Rippen oder Styrokern? Habe mir dazu auch schon ein paar Gedanken gemacht und schwanke noch zwischen verschiedenen Varianten... Die Winglets meiner ASH passen auch recht gut zu der Airbus-Geometrie...
Wäre prima wenn Du was über den Aufbau schreiben könntest, Deine Sharklets sehen echt prima aus!!

Gruß
Arne

Beluga
11.06.2013, 23:24
Hallo Arne,

die Sharklets sind eigentlich recht einfach aufgebaut. Ok, sie sind auch nicht sehr groß (ca. 200mm, mit Anschluß- Profiltiefe von 110mm). Die Rundung habe ich aus einem Balsabrettchen (10mm dick) erstellt. Dieses Brettchen wurde vor dem Biegen auf Maß geschnitten und anschließend profiliert. Der Faserverlauf ist dabei parallel der Nasenkante. Dann wurden parallel zu der Anschlußrippe leicht keilförmige Nuten mit 10mm Abstand in die Oberseite des profilierten Brettchens geschnitten. Diese Nuten haben eine Tiefe bis knapp zur Unterseite (bei 10mm Dicke ca. 9mm Tiefe). Jetzt biegt man das Brettchen so, daß sich die Nuten schließen; und verklebt die Nahtstellen der Nuten mit dünnflüssigem Sekundenkleber. Je nach erwünschtem Radius kann man den Abstand der Nuten verringern oder vergrößern bzw. die Anzahl verändern. Auf dieser Rundung setzt man den eigentlichen Sharklet, in Brettchen- Bauweise erstellt und ebenfalls profiliert. Wichtig dabei, die Profiloberseite muß zum Rumpf zeigen (Profilsehne des Sharklets parallel zur Flugrichtung bzw. sogar 1° – 2° negativ). Zum Schluß belegt man den gesamten Sharklet aus Festigkeitsgründen mit einer Lage 25ér oder auch 49ér Glas (Oberfläche rauh lassen wg. kleiner Re- zahl bzw. turbulenter Grenzschicht).

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Die Roh- Bauteile des Sharklets

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Hier ist das Sharklet bereits rohbaufertig und grob verschliffen. Die Nuten auf der Profiloberseite sind gut sichtbar.

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Die Profilunterseite. Hier sind natürlich die Knickstellen im Holz sichtbar. Aber sie sind durch den Sekundenkleber verfestigt und nach dem Verschleifen bzw. "Beglasen" fallen sie nicht mehr auf.

Wohlgemerkt, es ist eine Option, ein Sharklet recht simpel zu bauen, gerade bei kleiner Baugröße. Sicher geht auch die Rippenbauweise, wenn der Sharklet größer ausfällt. Aber eine Beplankung in 3D aufzubringen (Radius und Profilwölbung) wird schon recht schwierig. Aus einem Schaumkern schneiden, schleifen und mit Glas überziehen, wäre wohl da die bessere Alternative.

Ich hoffe ja, daß Deine "ZX" möglichst bald wieder in die Luft kommt ;) . Denn das Flugbild war einfach zu gut, auch mit den original nachgebauten Landeklappen.

Viele Grüße
Bill

Peter Kaminski
16.07.2013, 09:46
Hallo,

konnte am Wochenende ein Video mit Bill machen, wo er uns einen aktuellen Statusbericht gibt:

http://www.youtube.com/watch?v=R4EGUqBQ16w&feature=c4-overview&list=UUydk2rWi8MoZmuG13Hhh5mg

Gruß
Peter

Beluga
16.07.2013, 20:15
Moin Moin,

nicht lästern ;) ;) :D :D . Das war aus dem Stehgreif heraus, ohne Manuskript oder Teleprompter.

Viele Grüße
Bill

Heinz-Werner Eickhoff
16.07.2013, 21:04
Hallo Bill,
mach hin, in 4 Wochen ist Effeln :rolleyes::cool:

Den bekommen wir da schon hoch.

Beluga
19.01.2014, 16:50
Moin Moin Zusammen.

Seit dem letzten Update ist nun viel Zeit vergangen. Zeit, die einfach auch mal für die anderen Dinge im Leben gebraucht wurde (eine gewisse Auszeit von der Fliegerei war einfach mal nötig, um den Kopf wieder frei zu bekommen). Ok, zeitweise ruhte der Weiterbau der neuen Beluga komplett. Oder es wurden ab und zu ein paar von den kleinen, aber nötigen Arbeiten durchgeführt, für die es sich hier zu schreiben nicht lohnt und über die im Forum schon genügend Beiträge existieren (z.B. Lötarbeiten, Servos einbauen und einstellen, etc.).
In den letzten Tagen konnten aber nun die zwei letzten „Großbaustellen“ weitestgehend fertiggestellt werden: die Vorflügel und die Hauptfahrwerksklappen.

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Die Vorflügel nach der ersten Paßprobe. Für die Vorflügel ließen sich hervorragend alte, aber immer noch gute Profilleisten von Simprop verwenden, die ich in Harsewinkel auf dem Modellbau- Flohmarkt gefunden habe.

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Simulierter Fahrvorgang der Hauptfahrwerke. Nach einem bischen Justierarbeit konnte man sie reibungslos ein- und ausfahren.

Jetzt folgen noch einige Modifikationen, die sich im Laufe des Bau´s ergeben haben. Ein Beispiel: die RC- Komponenten sind jetzt über die Hauptfahrwerke verlegt worden, damit jederzeit ohne große Kabelumbauten eine Dreiachs- Stabilisierung (3D- Gyro) eingeschleift werden kann und dieser Gyro auch möglichst nah am Schnittpunkt der drei Flugachsen liegt. Dieser Umbau brachte allein 50g Gewichtseinsparung durch überflüssig gewordene Kabellängen. Oder die LED- Spannungsanzeige ist jetzt neu verlegt worden, damit sie bei geschlossener Zugangsklappe jederzeit von außen sichtbar ist. Auch kleine Baufehler, die sich mit der Zeit eingeschlichen haben, werden jetzt beseitigt.

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Durch das Versetzen der RC- Komponenten sind diese nun auch durch die Klappe sehr gut zugänglich. Flugakku und Fahrwerke befinden sich in der Belly unterhalb und die Empfängerakkus liegen mit Klettband gesichert in einem Kasten direkt unter der RC- Montageplatte. Der Gyro ist in der Position vor den Empfänger gesetzt worden (kurze Kabelwege) und durch den Sockel auch in etwa im Schnittpunkt der drei Flugachsen.


Wie gesagt, es sind viele Kleinigkeiten und Restarbeiten, die momentan die Fertigstellung bestimmen. Aber es ist Licht am Ende des Tunnels und schon bald kann der erste komplette Funktionstest und auch Triebwerkslauf starten. Dann sollte das endgültige Auswiegen vor dem Flug folgen und wenn das Wetter mitspielt: „High Speed- Taxi Check“ und Erstflug (wobei das alles erst einmal komplett ohne Finish gemacht wird).

Also, trotz Allem geht es wieder weiter. Nur die Auszeiten werde ich mir einfach mal gönnen, weil sie in dem heutigen Berufsalltag einfach auch guttun. In dem Sinne

Viele Grüße
Bill

Tommi-RC
19.01.2014, 21:55
Hallo Bill,

als eifriger Mitleser Deines Superbeluga-Threads freut es mich,
dass Du an Deinem Projekt wieder weiterbaust und uns daran teilhaben lässt.

Noch 2-3 Tage weitere Abstinenz Deines Threads und ich hätte tatsächlich einen Aufruf gestartet,
ob jemand den Grund kennt, warum Du Deinen letzten Beitrag zum Baubericht im Juli letzten Jahres
geschrieben hast.

Ich wünsche Dir weiter erfolgversprechende Lösungsansätze bei auftretenden Bauhindernissen,
die sicherlich bis zum Maiden immer wieder auftreten werden.
Lass uns ab und zu hier im Forum an Deinem Baufortschritt teilhaben.

Gruß
Tommi

Beluga
19.01.2014, 23:03
Hallo Tommi,

keine Sorge, ich werde Euch weiter vom Baufortschritt der neuen Beluga berichten ;) ;) . Nur, die Abstinenz war u.a. auch nötig gewesen, um etwas Distanz zu diesem Projekt zu bekommen. Denn man fing an, sich in gewissen Punkten festzufahren. Durch diesen Abstand sind mir schließlich einige Baufehler aufgefallen bzw. konnte man nun Korrekturen und Verbesserungen machen, die mir vielleicht so nicht aufgefallen wären.

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Ein Bild vom Sommer letzten Jahres auf unserem Vereinsgelände. Einer der jetzigen Korrekturen betrifft auch die Endscheiben am Höhenleitwerk. Unterhalb der Höhenflosse sind sie auf ein Drittel verkleinert worden, weil es sonst Probleme bei Start und Landung gegeben hätte (Bodenfreiheit war zu knapp).

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Hier kann man übrigens gut sehen, wie kompakt sich die neue Beluga auch transportieren lässt. Alle Baugruppen passen förmlich auf den Rücksitz bzw. in den Fußraum. Das ist auch der Punkt mit der Alltags bzw. Feierabendtauglichkeit, sprich, ohne den Wagen groß umbauen zu müssen, sollte sie dennoch transportabel sein. Auf dem Bild fehlen nur die Impellergondeln. Und Startkiste, Ladegerät, Senderkoffer und Klappstuhl (plus Getränke) haben im Kofferraum Platz ;) .


Wie gesagt, die nächsten Schritte sind jetzt, die neue Beluga für den Erstflug vorzubereiten. Und ich halte Euch weiter auf dem Laufenden

Viele Grüße
Bill

Arvid Jensen
19.01.2014, 23:53
Hallo Tommi,

Hier kann man übrigens gut sehen, wie kompakt sich die neue Beluga auch transportieren lässt. Alle Baugruppen passen förmlich auf den Rücksitz bzw. in den Fußraum. Das ist auch der Punkt mit der Alltags bzw. Feierabendtauglichkeit, sprich, ohne den Wagen groß umbauen zu müssen, sollte sie dennoch transportabel sein. Auf dem Bild fehlen nur die Impellergondeln. Und Startkiste, Ladegerät, Senderkoffer und Klappstuhl (plus Getränke) haben im Kofferraum Platz ;) .


Wie gesagt, die nächsten Schritte sind jetzt, die neue Beluga für den Erstflug vorzubereiten. Und ich halte Euch weiter auf dem Laufenden

Viele Grüße
Bill

Und Frau! Edith :D

WeMoTec
20.01.2014, 16:19
Auf dem Bild fehlen nur die Impellergondeln. Und Startkiste, Ladegerät, Senderkoffer und Klappstuhl (plus Getränke) haben im Kofferraum Platz .

Vielleicht neben Edith auch noch die Flügel einpacken? :D

Beluga
20.01.2014, 22:45
Stimmt, wie konnte ich das nur vergessen ;) ;) :D Für Edith bleibt natürlich der Platz auf der Beifahrerseite frei (oder für mich, wenn Edith mich vom Flugplatzfest zurückfährt :D :D ).

Die Tragflächen liegen auf dem Foto übrigens im Fußraum zwischen Rücksitz und der Bug- bzw. Hecksektion (kaum sichtbar unter dem Höhenleitwerk). Das ist der Vorteil der nun geteilten Tragfläche --> sehr geringes Packmaß.

Viele Grüße
Bill

Borgen
21.01.2014, 13:21
Es freut mich dass du Forschitte gemacht hast. Ich bin gespannt, ob die Vorflügel bessere Flugeigenschaften bringen. Wie du weisst habe ich gute Erfahrungen mit Vorflügeln. Ich bin überzeugt dass du auch damit sehr zufrieden wirst.
Viel Glück!
John

Beluga
20.02.2014, 00:00
So, es ist soweit. Die Beluga XXL ist reif für den Erstflug. Die letzten Funktionstests und Abstimmarbeiten an Rudern und Klappen sind erledigt. Auch der Schwerpunkt ist eingewogen und die EWD eingestellt. Beim Auswiegen des SP´s ergab sich sogar eine Punktlandung zum errechneten Wert. Kein zusätzliches Trimmgewicht mußte angebracht werden.
Vor dem Flug wird noch die Flycam in den Rumpf montiert (Blick auf eine Tragfläche) und auf der besagten Tragfläche Strömungsfäden angebracht. Die Flugdaten werden per GPS Datenlogger festgehalten (da sich die Beluga fast nur im Horizontalflug bewegt, dürften die Ungenauigkeiten durch starke Steig- oder Sinkflüge nicht zu groß sein). Und ich kann diese Werte hinterher auslesen (auch im Falle eines Absturzes). Antriebswerte nehme ich diesmal nicht, weil diese schon durch den Vorgänger bekannt sind.

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Nach dem Elektrik- und Pneumatikeinbau war es Zeit für das „First Flight“- Finish. Ok, entgegen sämtlicher vorherigen Überlegungen wurde wieder ein Folienfinish für die ersten Flüge gewählt. Ganz ohne fliegen lassen wollte ich die Beluga doch nicht (allein schon deshalb, damit ich nicht die absolut trockenen Platzverhältnisse abwarten muß). Und das eigentlich geplante Finish mit Gewebe und Lack möchte ich erst nach den ersten Flügen bzw. evtl. erst nach der Saison aufbringen (falls was schiefgeht bzw. Korrekturen gemacht werden). Also, erstmal wieder Folienfinish.

Auch steht jetzt schon fest, daß die Belly Fairing vor und hinter dem Tragflächen- Ansatz nach den ersten Flügen überarbeitet wird. Die Kanten kommen nach dem Bebügeln doch zu stark hervor. Und zur besseren Optik gehören einfach gerundete Übergänge vom Rumpf zur Fairing (dann aus Formschaum). Das momentane Provisorium soll aber für die ersten Flüge reichen.

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Die Beschriftung ist zunächst nur auf einer Seite angebracht worden, um zumindest von einer Seite ein einigermaßen reelles Flugbild zu bekommen.
Die Vorflügel, von hinten gesehen. Der unterschiedliche Einbauwinkel bzw. die Abstufung der Spaltmaße ist dabei beabsichtigt. Da wegen der nach außen stark abnehmenden Profildicke der Vorflügel ebenfalls erheblich gestrakt werden müßte, blieb nur die Lösung mit einem dreiteiligen Vorflügel, der dann geometrisch gestrakt wird. Als Referenz zur Abstufung wurden dabei die drei Segmente genommen, aus der die Tragflächenhälften aufgebaut sind. Auch die Profiltiefe der Vorflügel verringert sich über die Spannweite nach außen um 15mm. Und da am Außenflügel ein Freiflugprofil verwendet wird (wg. der geringen Re- Zahl), ist hier im Querruderbereich unter dem Vorflügel ein zusätzlicher Turbulator aus Gewebefolie angebracht worden, um die Grenzschicht turbulent, aber stabil zu halten.

Jetzt heißt es Warten auf passende Platz- und Wetterverhältnisse. Denn der Flieger ist schon Experiment genug, als daß ich da noch mit dem Wetter experimentiere.

@ HWE: Zwischenzeitlich ist die alte K10 auch zu einer neuen Nase gekommen (incl. E- Antrieb). Wenn die Beluga nun fliegen sollte, dann kann ich mich auch mal wieder um die Restaurierung diese Modells kümmern. Da sind noch die Flächen fällig, dann wäre sie auch wieder soweit (ok, das Finish der Nase fehlt noch).
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In dem Sinne
Bill Kleinbrahm

Tommi-RC
22.02.2014, 16:48
Hallo Bill,

ich drücke Dir die Daumen für den Maiden!

Gruß
Tommi

heiner
22.02.2014, 17:48
Viel Erfolg!

Heiner

Beluga
10.03.2014, 20:31
Moin Moin Zusammen,

heute war es endlich soweit. Es passte so ziemlich Alles: hervorragendes Wetter, leichter Wind auf unsere lange Bahn, eine gerade gemähte Piste und diese auch einigermaßen trocken .... Zeit für den Erstflug. Nach dem inzwischen mehrfach geübten Aufbauen auf dem Platz wurden noch einige Funktionschecks durchgeführt (Ruderkontrolle, Gyrotest, etc.). Dann noch etwas "Angstblei" in die Nase (lieber etwas kopflastig).
Nach dem Einschalten der Bordkamera und Setzen der Flaps auf Startstellung erfolgte der Start. Dieser verlief ohne Probleme. Ohne irgendein Gezicke kam die Beluga vom Boden frei (ok, die Startstrecke war durch die kleineren Flächen bei gleichem Gewicht (gegenüber dem Vorgänger) etwas länger). Aber der niedrige Schwerpunkt in Verbindung mit der größeren V- Form und dem Gyro machte sich direkt beim Fliegen bemerkbar. Sie war um die Längsachse, sprich Querruder, wesentlich träger. Es war aber für den Erstflug kein Problem, eher umgekehrt. Der Flug wurde weiträumiger und mehr airlinermäßig, ohne Herumgezicke im Flug. Überhaupt sieht sie jetzt durch die neue Tragflächengeometrie wirklich wie ein Airliner aus.
Das Setzen der Flaps in die verschiedenen Positionen brachte ebenfalls keine Probleme mit sich. Nur geringe Lastigkeitsänderungen und keine Rollmomente. Eigentlich war es ein ruhiger Erstflug, nur die Landung war etwas ruppig und endete mit einem verbogenen Hauptfahrwerk. Da unser "Platzwart" noch den Platz walzen wollte, blieb es nur bei den ersten Flug. Aber der zeigte schon, wo noch Feinarbeiten zu erledigen sind.

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Vor dem ersten Start. Ein Blick auf die Startbahn.

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Ein erster Überflug (es sind leider nur ein paar wenige Bilder von Erstflug gemacht worden).

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Der Blick über die Tragfläche

Insgesamt war es, wie gesagt ein entspannter Erstflug. kein Herumgezicke wie beim Vorgänger. Es mußte allerdings mit mehr Leistung geflogen werden, zum einen wegen der kleineren Flächen und andererseits wegen dem Fahrwerk, daß ich bei diesem Erstflug nicht eingefahren habe. Dennoch waren nach 5:20 min noch 28% Kapazität in dem 8s 4500mAh- Akku. Wenn jetzt der Trimm noch richtig eingestellt ist (ein bis zwei Grad mehr EWD kann sie vertragen. Sie flog nach dem ersten "Inflight"- Trimm (Tiefenruder) mit null bzw. minus ein Grad auf dem Außenflügel), dann wird das Flugverhalten und die Flugzeit sicher noch entspannter. Wie gesagt, Feinarbeiten und Auswerten des Erstfluges sind angesagt. Aber das Prinzip "Beluga XXL" mit der neuen Flächengeometrie und dem Pendelleitwerk funktioniert und weitere Flüge werden folgen.

In dem Sinne

Viele Grüße
Bill Kleinbrahm

Christian Abeln
11.03.2014, 08:35
Daumen hoch :)

Heinz-Werner Eickhoff
11.03.2014, 11:27
Hallo Bill,
ganz klasse Arbeit und herzlichen Glückwunsch.
Ist man von Dir ja nicht anders gewohnt.
Schade das die nicht mehr in Effeln zu sehen sein wird. Hätte ich mir gerne angeschaut.

Viele Grüße an Edith
HWE

fly-bert
11.03.2014, 11:44
Hallo Bill,
super gemacht!

Eine Frage zu den Wollfäden: wie hast du die befestigt, Loch gebohrt oder nur angeklebt?

MfG
Herbert

WeMoTec
11.03.2014, 12:29
Schade das die nicht mehr in Effeln zu sehen sein wird.

Ist Effeln abgesagt?

Oliver

Heinz-Werner Eickhoff
11.03.2014, 12:39
Ist Effeln abgesagt?

Oliver

lt. Mehrheitsbeschluß des Vereins wird es kein Impellermeeting in Effeln mehr geben :(:(

WeMoTec
11.03.2014, 13:26
:(:(:(
Schade, das war für mich immer ein Highlight des Jahres.

Dann möchte ich hiermit die Interessierten zu unserem Impellerfreundschaftsfliegen nach Wey (westl. Düsseldorf) am 7. und 8. Juni einladen.

Oliver

Arvid Jensen
11.03.2014, 14:16
Schuldigung Bill

muss urlaub umbuchen
Nicht Mehr Effeln
:cry::cry::cry:

Beluga
11.03.2014, 20:06
Moin Moin Zusammen,

wie, Effeln ist nicht mehr?? Das ist schade! HWE, dann bleibt noch die Möglichkeit in Aspach oder vielleicht auch Wey (muß die Planung etwas umdisponieren). Aber bis Aspach könnte auch Deine alte K10 fertig werden.

Naja, ich muß eh erstmal sehen, wie sich die Beluga in der weiteren Flugerprobung macht. Aber hier sage ich nochmal Danke Schön an Alle, die mich an ihren Erfahrungen teilhaben ließen, bzw. von deren Erfahrungen und Tipps ich bei dem Modell profitieren konnte. Vielen Dank nochmal an Euch Alle :) :) .

Viele Grüße
Bill

PS.: die Fäden sind ganz simpel mit Tesafilm fixiert.

Christian Abeln
12.03.2014, 08:07
Ei dann kommst halt mal zu uns :) Einladung solltest Du ja bekommen haben Bill :D

tulura
12.03.2014, 10:31
lt. Mehrheitsbeschluß des Vereins wird es kein Impellermeeting in Effeln mehr geben :(:(

Mensch HWE, dass sind ja echt traurige Nachrichten (auch wenn es mich nicht wirklich überrascht und es leider nachvollziehbar ist)!

Sehr schade :cry:

Tulura

Beluga
27.03.2014, 19:37
Moin Moin Zusammen,

gestern erfolgte der Zweitflug der neuen Beluga; allerdings bei wesentlich windigerem Wetter und einer Landung mit leichter Seitenwindkomponente. Auch dieser Flug verlief ohne Probleme. Vor dem Flug wurde noch ca. 80g Blei in die Nase gepackt, damit der Tiefenrudertrimm vom Erstflug wieder herausgenommen werden konnte, sprich, die EWD wieder passt. Diese Korrektur zahlte sich im Flug dann auch aus; ein sauberes Flugverhalten um die Querachse. Diesmal wurde auch das Fahrwerk eingefahren und das Flugverhalten mit den unterschiedlichen Landeklappen- Einstellungen getestet. Wie im Erstflug schon bemerkt, bestätigte sich es auch im Zweitflug: es treten nur geringe Lastigkeitsänderungen auf. Ebenso konnten auch dank des korrigierten Trimms und einer besseren Strömungsführung auf den Landeklappen mehrere langsame Überflüge gemacht werden. Durch Aufbringen (bzw. zweckentfremden) von Spaltabdeckband auf der Flügeloberseite konnte die Luftführung im Spalt zwischen Flügel und Klappe optimiert werden, so daß diesmal nur sehr geringe Ablösungen in der Landestellung auftraten. Auch die Landung verlief dadurch wesentlich sanfter.

Insgesamt dauerte der Zweitflug zwar nur 3:26 Min. Der Akku hatte nach dem Flug allerdings noch eine Restkapazität von 62% (zur Info: 1x LiPo 8s mit 4500mAh). Damit bestätigt sich langsam auch, daß bei normalen Airliner- Flugprofil die gleiche Flugzeit (5 Min.) wie bei der alten Beluga eingehalten werden kann, ohne die Reserven anzurühren. Ferner zeigte sich auch, daß das Flugverhalten nun ganz anders ist gegenüber dem Vorgänger. Vergleichen kann man es am besten so: war das Verhalten früher eher dem eines Sportwagens vergleichbar, so fliegt sie jetzt wie ein LKW. Genügsam, ruhig und weiträumig, mit einem Hang zum leicht trägen Flugstil, eben airlinermäßig. Ok, hier wirkt sich das Zusammenspiel von Gyro, V- Form und tiefem Schwerpunkt aus. Aber es ist ok, denn auch bei Wind zeigte die Beluga nun eine gewisse Stabilität, die es in weiteren Flügen noch zu bestätigen gilt. Auch der Überziehtest steht demnächst an, um zu sehen, wie sich der Flächenstrak verhält (incl. Videoaufzeichnung).

Wenn sich die Flugcharakteristik in weiteren Flügen bestätigt, dann dürften sich die Erfahrungen und Tipps, die man aus der Airliner- Szene gesammelt hat, auch an einem Modell im Maßstab 1:28 bestätigen. Ich bin gespannt und die ersten Flüge lassen Gutes hoffen.

In dem Sinne
Bill

PS: Ich muß jetzt nur nochmal Zeit finden, die beiden Flugvideos zu bearbeiten, damit sie bei Youtube hineingestellt werden können.

Beluga
31.03.2014, 10:43
Moin Moin Zusammen,

weitere Flüge sind geschafft. Und diese zeigten, daß die bereits beobachtete Flugcharakteristik sich bestätigt. Die Beluga hebt ohne irgendwelche Probleme ganz ruhig. Im Gegenteil: während früher beim Take Off zunächst Tiefenruder gegeben werden mußte, läßt man diese neue Beluga rollen, bis man merkt, daß sie abheben will. Dann kurzes Ziehen am Höhenruder und sie steigt im sanften Winkel (eben airlinermäßig). Auch die Aufbäum- Eigenschaft von früher zeigt sich hier überhaupt nicht.

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Take Off

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Überflug mit eingefahrenem Fahrwerk in größerer Höhe

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Langsamer Überflug mit ausgefahrenem Fahrwerk

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Bei diesem Flug waren die Winglets auf der rechten Seite durch eine Flycam an der Flügelspitze und links durch ein Kontergewicht bzw. Strömungskörper ausgtauscht worden. Damit habe ich die Strömungssituation am Flügel- /Rumpfübergang während des Fluges gefilmt.

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Landeanflug

Insgesamt sind die Flugeigenschaften sehr entspannend. Nur, wie bereits gesagt; man muß sich nun auf flachere Steigwinkel und ein wesentlich weiträumigeres Fliegen einstellen (was allerdings dem Flugbild sehr zugute kommt). Dafür haben sich nach den kleinen Korrekturen an den Klappen die Langsamflugeigenschaften beim Überflug bestätigt. gestern erfolgte auch der erste Überziehtest, zunächst mit gesetzten, dann mit eingefahrenen Klappen. Statt des erwarteten Durchsacken wie bei der alten Beluga, ging die neue Beluga trotz voll durchgezogenen Höhenruders in einen relativ stabilen Sackflug über; kein Abkippen oder Durchsacken, sondern sie baute einfach nur mit aufgerichteter Nase im extremen Langsamflug Höhe ab (Auswertung der Strömungsbilder läuft noch). Auch die Landungen verlaufen jetzt wesentlich harmonischer, da sie zunächst gut die Fahrt hält und kurz über dem Boden mit leichtem Ziehen sauber ausschwebt.

Insgesamt würde ich langsam sagen: mit etwas mehr Routine könnte das ein schönes Airliner- Modell werden. Da der Transport auch nicht mehr so kompliziert ist (nur das Auf- und Abbauen ist noch etwas Schrauberei), wird die neue Beluga vielleicht auch bald richtiggehend alltagstauglich. Der neue Flächenstrak, am Anfang noch skeptisch betrachtet, hat sich als überraschend gutmütig erwiesen. Die Strömung liegt im Normal- und Kurvenflug überall sauber an, selbst im kritischen hinteren Bereich des Flügel-/Rumpfüberganges. Vielleicht kann man sie jetzt nochmal agiler machen für kleinere Plätze, wenn man die Gyrodämpfung etwas herausnimmt. Und die Seitenwind- Eigenschaften müssen noch eingehender erflogen werden.

In dem Sinne, die neue Beluga XXL fliegt
Bill

Beluga
01.04.2014, 10:33
Moin Moin Zusammen,

hier sind noch ein paar Bilder für die Freunde der "Aerodramatik" unter uns ;) . Wie beim Vorgänger werden auch hier mit Hilfe einer Flycam die Strömungssituationen an Rumpf und Tragfläche an speziell ausgesuchten Bereichen sichtbar gemacht (wo es auch die größten aerodynamischen Veränderungen gegenüber dem Vorgänger gab).

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Normaler Steigflug mit Flaps in Take Off- Stellung, um Sicherheitshöhe vor dem ersten Überziehversuch aufzubauen.

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Überziehversuch aus dem Horizontalflug heraus mit Flaps in Take Off- Position. Kurzzeitige Ablösungen am Außenflügel (ca. 1- 2 sek.); Vorflügelströmung und die Strömung im mittleren Flügelbereich blieb sauber.

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Überziehversuch ebenfalls aus dem Horizontalflug heraus mit Flaps in eingefahrener Position. Wenige Ablösungen im Außenbereich, dafür mehr Ablösungen im Innenbereich (wie der Rumpfaden zeigte, der über der Kameraöffnung angebracht ist und bis vor das Flycam- Objektiv wirbelte). Hier und bei dem vorherigen Test zeigte sich, daß der Vorflügel gute Arbeit leistet. Der nächste Test wird demnächst dann aus einem Steigflug heraus gemacht (aus dem Steigflug hochziehen, Schub herausnehmen bis er absackt).

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Ansicht des Flügel- /RUmpf- Überganges im Normalflug bei Flaps in Landeposition. Interessant hier, wie weit sich die Umströmung der Tragfläche auf dem Rumpf bemerkbar macht. Auf einigen Bildern, die vom Boden gemacht wurden, konnte man die Rumpffäden ebenfalls erkennen. Hier zeigte sich, daß die Strömung schon etliche Zentimeter (10 - 15cm) vor der Nasenkante der Tragfläche nach oben abgelenkt wurde.

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Ansicht unserer Start- und Landebahnen im Überflug (Flaps in Take Off- Pos.). Leichte Verwirbelungen zeigen sich immer im Bereich des Landeklappen- /Querruderspaltes.

In dem Sinne; viele Grüße
Bill Kleinbrahm

Christian Kasper
01.04.2014, 16:34
Hi Bill,

Ich lese schon die ganze Zeit heimlich und still mit. Jetzt muß ich mich mal outen: Das ist echt super was du hier machst! Die Bilder von der Strömung am Flügel sind wirklich sehr gut. Du machst sowas aber schon auch beruflich, oder? ;)

Mach weiter so!

Gruß
Chris

Beluga
02.04.2014, 10:35
Moin Moin Zusammen,

vielen Dank, Chistian :) :) . Aber wie gesagt, es wäre ohne die zahlreichen Tipps und Erfahrungen von Euch nicht so möglich gewesen. Deswegen tragt Ihr auch einen gewissen Anteil daran, daß die neue Beluga nun ohne große Probleme fliegt.

Hier sind übrigens noch ein paar Flugdaten zu den Strömungsbildern (mit Jeti MGPS aufgezeichnet und um den Windeinfluß korrigiert):

Take Off: ca. 60km/h
Landung: ca. 50km/h (könnte mit etwas Übung noch weniger werden)
Flugprofil Standard: 70km/h bis 90km/h (kann auch noch verfeinert werden)
Max. Speed: ca. 130km/h

Überziehgeschwindigkeit:
Flaps Take Off Pos.: 38 km/h
Flaps eingefahren: 44km/h

Die Flugdaten geben den Mittelwert von drei aufgezeichneten Flügen wieder (F1, F3 und F4). Wie gesagt, mit mehr Routine auf diesem Modell lassen sich einige Werte noch etwas verfeinern.

Es geht halt weiter ;)

Viele Grüße
Bill

Arvid Jensen
02.04.2014, 12:06
Hi Bill
Hast du auch telemetridaten von diversen stromverbrauch ?
würde ich gerne auch sehen :cool:

dr_klahn
03.04.2014, 00:24
Hallo Bill,

achherrjee, jetzt habe ich doch tatsächlich den Erstflug übersehen... Meinen Glückwunsch und klasse, dass der Flieger so toll funktioniert!
Freue mich ihn mal live zu erleben!

Gruß
Arne

Beluga
04.04.2014, 10:29
@ Arvid:
Da ich ja hier den bereits bewährten Antrieb der alten Beluga weiter verwende, habe ich jetzt antriebsseitig keine neuen Telemetriedaten genommen. Aber die damals genommenen Daten sind folgende:

Impeller: 2x Schübeler DS75 (110mm) mit Vierblatt- Rotor
Motor: 2x Lehner 2230/21 (939 U/V) Brushless Innenläufer
Regler: 2x Jeti Spin 77
Akku: 1x 8s LiPo- Akku 4500mAh
Strom: 37 A max. pro Triebwerk
Drehzahl: max. 26.000 U/min
Leistung: max. 2,15 kW
Schub: 2 x 26 N max.

Und aus den gemessenen Restkapazitäten des Akkus nach den jetzigen Flügen stimmen die Werte mit den damals aufgenommenen Werten der alten Beluga nahezu überein. Ok, die "Vollgas"- Phasen nach dem Take Off sind länger geworden, auch bei schnellen Steigflügen (das ist hier auch der höheren Flächenbelastung geschuldet). Dafür kann man, mit etwas mehr Übung und Erfahrung in der neuen Konfiguration, in der normalen Flugphase noch etwas Strom sparen. Denn so viele und lange Vollgas- bzw. Speedphasen, wie zu Anfang vermutet, braucht sie nicht.
Momentan sieht es so aus, daß ich nach einer Flugzeit von ca. 6:20 Min. im normalen Airliner- Flugprofil noch 18 - 20% Restkapazität in dem 4500mAh- Akku habe. Das entspricht auch den Erfahrungen auf der alten Beluga. Also denke ich mal, daß sich die Antriebswerte nicht groß geändert haben.
Ich schau aber nochmal nach, ob ich im Archiv der alten Beluga noch die Daten als Bilddatei habe.

@ Arne:
Vielen Dank, Arne :) . Wenn nichts dazwischen kommt, wirst Du sie spätestens bei Chris sehen (Chris, Du bekommst noch eine PN von mir ;) ;) ) oder evtl. in Wey bei Düsseldorf.

Beluga
03.05.2015, 15:47
Moin Moin, Zusammen.

Lange hat´s gedauert seit dem letzten Eintrag. Nachdem die Beluga XXL in der letzten Saison ihre Flugtauglichkeit gezeigt hatte, wurde es wieder ruhiger um das Modell. Viele andere Dinge hatten erstmal Vorrang; leider auch welche, auf die man nicht so viel Einfluß hat.

Aber passend zum offiziellen Programmstart des neuen „A330- Beluga“ (bei Airbus auch „Beluga XL“ genannt) starteten auch bei dem Modell ein paar Modifikationen. Zuerst wurde die geplante Beleuchtung eingebaut. Da man sich jetzt bei Airbus auf die zweistrahlige A330- 200 als Basis festgelegt hat, wurden bei meiner Beluga die Kabelkanäle für die (optionalen) äußeren Triebwerkshalterungen überflüssig. Diese waren als Option während des Tragflächenbaus eingebaut worden, um bei einer möglichen vierstrahligen Variante, sprich A340- Beluga, auch ohne Probleme auf einen vierstrahligen Antrieb umzusteigen. Das hat sich nun erledigt. Die Kabelkanäle und die vorsorglich eingezogene Kordelschnur kam mir aber jetzt beim Beleuchtungs- Einbau sehr zugute. Ohne Probleme konnten mit Hilfe der Schnur die Kabel durch die Flächen gezogen werden, so daß der Einbau sehr schnell erledigt war.

Der Umbau der Hecksektion war da schon etwas umfangreicher. Die Seitenflosse wird bei der neuen Beluga XL noch etwas höher gesetzt als bei der „alten“ A300- Beluga. Dementsprechend erfährt auch das Heck eine Umgestaltung. Da die bisher am Modell verwendete Seitenflosse nicht verändert werden soll (und kann), blieb nur ein Neubau, um sie dem neuen Heck anzupassen. Hier kommt allerdings die Flosse des ersten Beluga- Modells wieder zu Ehren (ja, das aus dem Aspacher Steinbruch). Damals nahezu unbeschädigt geblieben, fristete sie als Wandschmuck in der Werkstatt ihr Dasein. Auch, als der der damalige Neubau im Jahr 2006 wieder abhob. Als ich die Seitenflosse zum Maße abgreifen von der Wand nahm und auch als Muster, um einige Änderungen zu planen, bot sich diese direkt dazu an, sie wiederzubeleben. Ok, sie war ziemlich verstaubt, die Folie hatte Falten geworfen, aber nach Abziehen der Folie zeigte sich, daß sie strukturell noch in Ordnung war. Auch das dickere NACA- 0012 bot einen besseren Servoeinbau in der Flosse an. Dieses Seitenruderservo verschwindet jetzt mitsamt dem Anlenkungsgestänge in der Flosse. Nur die letzten 10mm ragen vor dem Ruder heraus.
Ferner wurde der Kohlefaserstab für die Steckung diesmal nicht fest eingeklebt wie bei der alten Beluga (was bei evtl. Beschädigungen einen recht großen Reparaturaufwand nach sich gezogen hätte), sondern ein Messingröhrchen im Leitwerk umfaßt jetzt den Verbindungstab. So kann der Stab bei Beschädigungen oder auch nur bei Verdacht darauf ohne Probleme gewechselt werden.
Parallel mußte überlegt werden, wie der größere Leitwerkssockel auf die vorhandene „Hecktüte“ gesetzt wird, möglichst auch mit wenig Gewicht. Als einfachste Lösung kam nur der Aufbau mit Spanten aus Pappelsperrholz und Balsaholz- Verschalung in Frage. Glücklicherweise „hüte“ ich in der Werkstatt noch das Urmodell, so daß ein guter Abgriff der Rumpfkontur für die aufzusetzenden Spanten möglich war. Der Aufbau selber ging schnell und unproblematisch vonstatten: Spanten an passender Position auf die Hecksektion geklebt, beplanken und verschleifen. Um etwas Gewicht einzusparen, wurde der Rumpf innerhalb des Sockels großzügig ausgespart. Und für die Seitenruder- Montage auf der Oberseite ein Anschlußbrettchen gesetzt, mit der das Ruder von unten im Rumpf verschraubt wird. Zum Abschluss wurde der Sockel mit Papier bespannt, grundiert, gespachtelt, lackiert, geschliffen, lackiert, etc. Zur Balance des zusätzlichen Gewichts am Heck konnte ich den seperaten Beleuchtungsakku benutzen. Der wanderte von der Rumpfmitte in den vorderen Rumpf.

Alles im Allen ist der Umbau erst einmal beendet. Vor dem erneuten Erstflug waren dann wieder diverse Tests fällig. Denn neben den äußeren Veränderungen hat es auch in der Elektrik und Pneumatik einige Umbauten gegeben, um möglichst viele überschüssige Kabellängen und Steckverbindungen herauszunehmen bzw. den Wechsel der Flugakkus zu verbessern.
Am Samstag war dann der erneute "Erstflug". Der Flug an sich verlief ohne Probleme. Doch vor der Landung gab es wieder einen Adrenalinstoß: das Bugfahrwerk klemmte. Auch weitere Ein- und Ausfahrzyklen halfen da nicht. Da blieb nur eines: aufsetzen und die Nase oben halten, so lang es geht. Nach dem Aufsetzen rutschte die Beluga sauber über die Nase. Es gab zum Glück keine Beschädigungen und das Bugfahrwerk konnte nach der Landung wieder ausgefahren werden (irgendwo hat es mechaisch geklemmt, das gilt es zu untersuchen). Dank des längeren Rumpfes hat sie jetzt auch bei den Triebwerken in solch einem Fall mehr Bodenfreiheit.
Beim Zurückrollen stellte sich aber noch ein weiteres Problem heraus: der Gyro mag die Erschütterungen des Rollens nicht. Während des Zurückrollens zum Vorbereitungsraum stellte sich das linke Querruder hoch. Ein erstes Trouble- Shooting zeigte denn auch, daß dieses Problem nur mit gekoppelten Gyro stattfand. Ohne Gyro (Servo direkt am Empfänger) blieb das Querruder ohne Porbleme funktionsfähig. Ok, der Gyro wird vor dem nächsten Flug erst einmal ausgetauscht. Dann muß ich herausfinden, ob es ein Gyro- oder ein Einbauproblem ist (Dämpfungstape war angebracht).

Also, es kommt keine Langeweile auf, auch wenn das Fliegen jetzt wesentlich entspannter ist.
In dem Sinne, die Belugastory geht weiter.

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Viele Grüße
Bill

Christian Abeln
04.05.2015, 18:26
Sehr gut :) Freut mich.

depronator.
18.05.2015, 15:14
Sauberst!

Freut mich sehr, dass die Belugastory weiter geht.

Gruß
Juri