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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Suche Hilfestellung zum Selbstbau einer Hochstartwinde mit Verbrennungsmotor



wilgram
03.12.2012, 17:25
Hallo,

Dies ist meine erste Wortmeldung in diesem Forum. Ich bin aber ein langjähriger Leser dieses Forums und auch schon seit einer geraumen Zeit registriert. Beim regelmäßigen Lesen, quer durch alle Sparten des Modellbaus, konnte ich mir hier schon einganze Reihe von Anregungen holen. In der Zukunft möchte ich mich den Oldtimerseglern zuwenden. Ich habe schon eine längere Zeit mich mit dieser Sparte des Modellfluges beschäftigt und entsprechende Beiträge, Baupläne, Tricks und Kniffe gelesen und gesammelt. Da ich mich auch noch dem Werkstoff Holz, in allen Variationen verbunden fühle, kommt die Entscheidung nicht von ungefähr. Hier tut sich aber für mich zwangläufig ein neues Problem auf. Wie bekomme ich derartige Modelle in die Luft. Ein Antrieb scheidet von vornherein aus (Oldtimersegler). Also bleiben quasi nur Lauf, Gummiseil oder Winde. Da ich eine Einpersonenlösung favorisiere, scheidet Lauf und Gummiseil aus, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass man ein 4-5kg Modell, allein an einem vorgespannten Gummiseil, mit einer Hand am Sender, händeln kann. Es bleibt faktisch nur noch die Windenlösung. Ich habe vor Jahren Windenstarts mit Winden mit Verbrennungsmotor gesehen. Es waren damals Winden mit Mofamotoren, die bewältigten den Hochstart von größeren Modellen problemlos. Vor allem, die Dynamik des Hochstartvorganges konnte man dem jeweiligen Modell anpassen, durch mehr oder weniger Gas geben. Aus diesem Grunde habe ich mich für diese Windenart entschieden und auf Elektroantrieb bewusst verzichtet, obwohl der Selbstbau einer solchen Winde sicher unkomplizierter ist. Material- und fertigungstechnisch sollte mich der Selbstbau jedoch vor keine größeren Probleme stellen, habe ich doch Bekannte, die mich hier sicher nicht im Regen stehen lassen. Was mir eben fehlt, ist das Know How. Ich habe die Suche bemüht, bin aber bezüglich Winde mit Verbrennungsmotor, nicht so recht fündig geworden. Nun kann es daran liegen, dass derartige Aggregate aus der Mode gekommen sind, vielleicht wegen Umwelt oder so. Jedenfalls bezieht sich fast alles auf Ebene Elektrowinde. Ich konnte mir aber einen Überblick über die Wirkungsweise bzw. den prinzipiellen Aufbau verschaffen, wie Seiltrommelparameter, Aufbau des Freilaufes etc. Das war es dann auch schon. Ich habe mir die Verbrennerwinden der professionellen Hersteller angeschaut und die Betriebsanleitungen gelesen. Da gibt es zur Elektroversion doch eine Reihe technischer Unterschiede. Am Einfachsten wäre sicher, sich solch ein Teil zu kaufen, aber das würde mein, für den Modellbau zur Verfügung stehendes Budget, bei weiten übersteigen. Leider wären dann meine Probleme blitzartig unvergleichlich größer, als ohne Winde.
Also, als Antrieb habe ich einen Kettensägenmotor ausgewählt (50 ccm, ca. 3,6 PS, ca. 11000 U/min). Sicher sind das Werte ohne Belastung. Für die Eignung eines Kettensägemotors spricht aber seine kompakte Bauweise, dass er schon einen integrierten Anreißstarter und eine recht kräftige Fliehkraftkupplung hat, an die man den Abtrieb koppeln kann. Darüber hinaus, sind für mich aber noch einige Fragen offen. Zum Beispiel:
Wie gestalte ich den Abtrieb zur Seiltrommel, direkt oder mit Untersetzung (Keilriementrieb?)
Sind die Abmaße der Seiltrommel bei Elektro- und Verbrennerversion in etwa gleich?
Wie gestalte ich die Trommelbremse bei nichtarretiertem Freilauf (Flühs benutzt da offensichtlich Fahrradbremsenteile)?
Vielleicht könnt ihr mir helfen, das eine oder andere Problem bei diesem Projekt, mit Hinweisen oder evtl. Skizzen zu lösen. Ich wäre euch jedenfalls sehr verbunden.

Gruß Willi

Seglerpilot
03.12.2012, 18:15
Hallo Wilgram

Habe mir auch eine Winde gebaut. Hatte erst einen Eigenbau mit Kettensägen Motor.
Bin aber schnell auf einen Viertaktmotor mit 6,5 PS umgestiegen.
Alles in Allem habe ich dafür 250 Euro ausgegeben.
Werde mal Bilder reinstellen:
bIS DEMNÄCHST

vOLKER

wilgram
10.12.2012, 17:38
Hallo Seglergemeinde,

ich möchte doch nochmal nachhaken. Benutzt außer 'Seglerpilot' keiner eine Hochstartwinde mit Verbrennungsmotor mehr?.Ist das wirklich schon Modellsportgeschichte? Habe ich da etwas versäumt?
Ich würde mich freuen, von euch doch noch etwas Input, bezüglich der Wirkungsweise bzw. des Aufbaues eines solchen Aggregates, zu bekommen.

Viel Grüsse
Willi

Gast_2783
10.12.2012, 19:31
Servus,


die gibt es auch fertig z.B. von http://www.fluehs-winden.de/ . Die G30M


Gruß Niels

Seglerpilot
10.12.2012, 23:03
http://img.rc-network.eu/images/rc_network/attach/jpg.gif


Hallo, mal ein Foto meiner Winde.
196ccm, 6,5 Ps lässt Schlepps zu von kleinen Seglern bis ca. 20 kg Segler.
Kein Problem für die Winde.
Alles Eigenbau.
Habe momentan 400 m Seil auf der Trommel, wird aber jetzt im Winter auf 1000 m erhöht.

MFG Volker

mfc_e_flieger
11.12.2012, 21:11
Hi,

In der Zeitschrift Modell vom 01/2012 hat einer eine Winde aus einem Rollermotor gebaut, die Felge hat er gleich für das Seil genutzt.
Total cool, er nutzt den originalen E-Starter, den originalen Auspuff u.s.w..
Er nutzt keine Umlenkrolle und steuert die Winde/Vergaser per Servo und Fernbedienung :-)
https://www.webshop.neckar-verlag.de/index.php?id=3&no_cache=1&tx_nvshop_pi1[obj]=details&tx_nvshop_pi1[prod_id]=3878

Bei Interesse schreib mir ne PN.

VG
Gunnar

J.K.
21.02.2013, 11:20
Hi an alle alternativen Hochstarter,

auch ich habe den Artikel bzgl. Hochstartwinde mit Rollermotor gelesen. war ebenfalls positiv berührt.
Allerdings kam mir dann sogleich die Idee, das könnte man doch noch etwas verfeinern.
Meine Kritikpunkte waren:
1) zweitakt. warum nicht Viertakt? weniger Qualm, kein Gemisch, angenehmeres Geräusch, leiser, mehr Drehmoment!
2)Umlenkung. Warum eigentlich Umlenkung? Die Nachteile liegen auf der Hand. Doppelte Seillänge nötig, d.h. doppelt so teuer (was das Seil angeht), doppelt soviel Dehnung (ist allerdings kein großes Problem), aber mindestens doppelt soviel Verschleiß am Seil (schon erhebliches Problem, da erhöhte Buchgefahr) und nicht zuletzt Gefahr des Rausspringens aus bzw.Verhedderns an der Umlenkrolle. Außerdem kostet auch eine ordentliche Rolle mit Lager und Spieß Geld.
Der größte Nachteil ist für mich jedoch, das die ganze Zeit (den ganzen Tag) zumindest immer eine Seillänge (ca 300-400 m) im Gras/auf dem Acker liegt. Da ich passionierter Wildflieger (und überhaupt kein Vereinsmeier) bin, besteht ständig die Gefahr, das entweder ein Spaziergänger mit seinem Dackel, ein paar Reiter mit ihren Gäulen, eine Mama mit Kinderwagen oder jede Menge Viehzeuchs (Fuchs, Hase Reh und gute Nacht) über das Seil stolpern. Und das zumeist wenn die 4m-Kiste gerade richtig schön in einem netten Bart aufwärts hängt und man alles andere lieber will,
als sich mit aufgebrachten Passanten rumzustreiten.

Lösung:
Baotian BQ 49 Triebwerk, komplett mit Variomatik, Hauptständer, Felge, Auspuff(modifiziert), und allem, was zum Betrieb (incl. Tank) benötigt wird.

1) Viertakt
2) Variomatik (d.h. anfangs geringe Drehzahl, hohes Drehmoment; später hohe Drehzahl, geringeres Drehmoment)
3) Felge als Trommel (mit Bremsfunktion, für evtl. Notfälle)
4) mit E-Anlasser, d.h. bei Bedarf per Fernsteuerung auf Knopfdruck zu starten und mittels selbiger auch zu dosieren und wieder aus zu schalten.

D.h. es ist eine Mischung aus der Hochstarttechnik aus dem manntragenden Segelflug (Winde am anderen Ende vom Flugplatz (bzw. irgendwo in Windrichtung im Feld) und der RC-Hochstarttechnik (das ganze ferngesteuert über eine primitive 4-kanal-Fernsteuerung (Anlasser/Ausschalter, Choke, Gas und evtl. Bremse falls gewünscht).

Die Gassteuerung erfolgt auch hier wie üblich über ein Fußpedal (gekoppelt mit dem passenden Knüppel an der Fernsteuerung). Nach erfolgtem Start wird einfach noch so lang leicht Gas gegeben, bis das gesamte Seil samt Schirm auf der Felge aufgewickelt ist. Vor dem nächsten Start muß, wie bei der Umlenkrollenversion auch, das Seil wieder geholt werden. Aber in der Zwischenzeit liegt überhaupt nichts in der Gegend herum.

Soweit zur Theorie. Ich bin derzeit dabei, dieses Projekt zu realisieren. Ich habe bereits das Triebwerk mit allen Anbauteilen, die passende Fernsteuerung (DX5), die Servos und das Fußpedal mit Notenständer, um dem Sender eine gewisse Höhe über Grund und damit einen besseren Abstrahlwinkel zu ermöglichen.
Fehlteile: Seil (ca400m;D=1,5mm), ein passendes Steuergerät (Motormanagement), (habe nur eines dazu bekommen, bei dem die Anschlüsse am Kabelbaum nicht passen) und die nötige Zeit um den Plunder in der passenden Konfiguration zusammen zu setzen.)

Mit dieser Winde sollten eigentlich problemlos Flieger mit max 10 bis 15 kg Abfluggewicht (bei einem stärkeren Seil vielleicht noch mehr, den der Motor hat bei 50 ccm angeblich 1,9KW), aber auch aufgrund der Variomatik (Dosierbarkeit) Flieger mit 1kg und ca 1,5m Spw problemlos möglich sein.

Ich melde mich wieder, wenn die ersten Starts geglückt bzw. mißglückt sind.

So long
J.K.

hänschen
21.02.2013, 11:51
Es gab vor Jahren mal eine Winde, die wurde statt dem Kettenblatt an eine Stihl Motorsäge angeflanscht, Stichwort: Schramm, Knorpp, vielleicht weiss noch jemand mehr?

obmar
23.02.2013, 22:00
Hallo Ihr Hochstartfreaks,
ich hatte mal eine. War aber ein umgebauter Steinschneider/Flex (2-Takt) wie auf Bau verwendet, habe diese dann an die Modellbaugruppe Steinheim im Schwäbischen verkauft, wo diese dann veredelt und auch lange eingesetzt wurde (Kontakt Siegfried Eisenmaier). Bin dann auf eine mit 150ccm-Honda-4T-Winde umgestiegen mit Fernbetrieb umgestiegen, konnte diese gut allein betreiben mit gleicher Empfangsanlage wie im Modell und zwar so: MC24 Flugfasenwechsel - einmal Gas und Abstellen der Winde auf Kanal 1 dann war am Flieger keine Störklappe (wird bei Start eh nicht gebraucht). Dann nach Ausklinken geht Winde aus und der Flieger hat wieder alle Funktionen. Habe so öfter meine 5m-ASH25 von Rosenthal hochgebracht. Dazu wurde das Flügelende in Gabel gelegt, das Rumpfende mit einem Gummiring angebunden, dieser wurde dann beim Anschleppen abgerissen (Vorspannung des Seils).
Viel Spass.