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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie man Digital-Bilder "optimiert"



fb0816
16.11.2005, 10:26
Hallo,

angeregt von einem Nachbarthread, hier mal alles zum Thema.
Ausgangspunkt eine Bilddatei im jpg bzw. raw Format


Welche Einstellungen für "PC-Monitor"
Welche Programme für Bildbearbeitung
Welche Parameter für Bildbearbeitung sollen verändert werden für "besseres" Bild
Verwendung des Bildes für Internet, Digitalbild -> Vorgehensweise für "optimales" Ergebnis
Sonstiges + -

Gast_00010
16.11.2005, 11:02
Puh, das ist aber ein weites Feld :)

Ich werde nachher mal was aufschreiben zu den Einstellungen in der Kamera bei der Aufnahme. Denn da fängts ja eigentlich schon an, und das ist auch nicht in 2 Sätzen abzuhandeln, wenn es allgemeinverständlich sein soll.

In Kurzform vorweg:

Aufnahme:

Größt mögliche Auflösung bei gernigst möglicher Kompression verwenden.
Idealer Weise TIFF oder RAW aufnehmen. Mit RAW hat man zwar hinterher die meiste Arbeit aber größt mögliche Kontrolle über das Ergebnis.

Wie gesagt, das Ausführliche dazu folgt später. Wenn das abgehakt ist, werde ich mal überlegen ob und in welchen Schritten eine Bearbeitung verallgemeinert und im Rahmen des Forums dargestellt werden kann.

Gast_56
16.11.2005, 11:36
Hallo,

danke für die Thread-Eröffnung :D
Vielleicht sollte man auch unterscheiden, ob das Bild später nur am Monitor angeschaut wird, oder auch für Abzüge sein soll. Am Monitor kann z.B. ein "nachgeschärftes" Bild ganz gut aussehen, aber auf dem Abzug kann es möglicherweise "überschärft" wirken.
Ich hab' da selbst noch keine Tests gemacht, könnte mir aber vorstellen, daß es Unterschiede gibt.
RAW und TIFF ist klar.... ich fotografiere dennoch i.d.R. in JPG. Das Archivieren der Bilder empfinde ich als zu speicherintensiv bei RAW und TIFF.
Gut wäre natürlich, wenn man in RAW aufnimmt, bearbeitet, und dann das "perfekte" Ergebnis in JPG abspeichert.
Ich stelle mir eine Korrektur lediglich so vor, daß man an dem Bild noch etwas "herumoptimiert" und es dann auch so beläßt.

Desweiteren interessant: Bild in der Größe noch an das 2:3-Verhältnis anpassen? Bei Abzügen hat man sonst nie die richtige Größe ;) Ich könnte auch gleich in 2:3 fotografieren. Da fehlen mir dann halt ein paar Pixel.

Kleiner Nachtrag @Jürgen: Nicht jeder hat RAW/TIFF ;)

Ich verwende übrigens seit Jahren PaintShopPro.

Gruß
Heiko

Gast_00010
16.11.2005, 14:21
Alle Kamera speichern die Bilder zumindest im JPG Format ab. Je nach Modell kann man dafür unterschiedliche Auflösungen und Qualitätsstufen wählen. Die Beste Bildqualität erreicht ma natürlich mit der höchst möglichen Auflösung bei gernigst möglicher Kompression.

Für geschätzte 80-90 Prozent aller Amateuraufnahmen ist JPG absolut ausreichend und bietet hinterher auch noch genügend Spielraum für Korrekturen. Wir halten aber fest: Das JPG Format speichert die Bilder mit Verlusten. Wie groß diese ausfallen ist abhängig von der Kompressionsrate und dem Motiv. Ob und in welchem Umfang das nachher auffällt bzw. bei der Weiterverarbeitung eine Rolle spielt hängt vom Motiv, und der Art der Weiterverarbeitung ab.

Um die maximal mögliche Bildinformation von der Kamera auf den Rechner zu übertragen bieten bessere Kameras zwei weitere Dateiformate an: TIFF und RAW. TIFF-Bilder beinhalten unkomprimierte Bilddaten, erfahren aber i.d.R. bereits in der Kamera eine Bearbeitung durch die eingebaute Software in Bezug auf Weißabgleich, Tonwertkurve und Schärfe. Je nach Kameramodell sind diese Werte durch den Benutzer steuerbar oder auch nicht. Das heißt, ich krieg zwar Bilddaten die unkomprimiert sind, aber von der Kamera u.U. in eine Richtung korrigiert wurden die ich gar nicht wollte. Bilder im TIFF Format belegen den meisten Speicher auf der Karte.

Bleibt noch das RAW-Format das nur die hochwertigeren Kameras als Dateiformat anbieten. Das sind dann die Daten, wie sie durch das Objektiv auf den Chip fallen und von dort ohne jede Bearbeitung abgespeichert werden. Keine Korrekturen, keine Kompression, nichts. Das bedeutet dann aber für den Fotografen, daß er - ähnlich wie früher beim Film in der Dunkelkammer - die RAW-Daten auf seinem Computer "entwickeln" muß, damit sie für die Bildbearbeitung in einem brauchbaren Format vorliegen. Dazu braucht es i.d.R. eine spezielle Software vom Hersteller der Kamera bzw. ein Plugin für die Bildbearbeitungssoftware. Auch zahlreiche Drittanbieter haben sog. RAW-Konverter entwickelt und es läßt sich mit den Usern trefflich streiten welcher Konverter denn nun der "bessere" ist. Wir sparen uns das, halten aber fest, daß Rohdaten bevor sie in die eigentliche Bildbearbeitung kommen in einem Konverter zumindest in groben Zügen schon mal vorbearbeitet werden. D.h. ich persönlich Stelle hier die Werte für Helligkeit und Weißabgleich ein, der Rest kommt später in Photoshop.

Noch ein Vorteil von TIFF und RAW gegenüber JPG: Die Daten liegen mit 16bit Farbtiefe vor, die von JPG nur in 8bit.

Genauer gesagt heißt das: In jedem der 3 Farbkanäle R(ot), G(rün) und B(lau) stehen mir bei 8bit 256 Abstufungen zur Verfügung mit denen ich bei beliebiger Mischung je Pixel eine von 16,7 Mio. Farben abbilden kann. Bei 16bit sind das 512 Abstufungen je Farbkanal und die möglichen Farbkombinationen die sich daraus ergeben, lassen sich nicht mal mehr mit einem Taschenrechner dartsellen, geschweige denn auf einem Monitor :D.

D.h. Ich habe mit 16bit wesentlich mehr "Informationen" in meinem Bild gespeichert, die zwar mein Monitor oder der Drucker hinterher gar nicht alle darstellen können, die aber z.B. für die Korrektur der Tonwertkurven enorme Spielräume eröffnen. Da kommt dann noch richtig was, während sonst die Lichter ausbrechen, Tiefen absaufen oder Mitteltöne einfach flach werden.

Um Speicherplatz zu sparen können aber die fertig bearbeiteten Bilder nach 8 bit umgewandelt werden. Allerdings ist der Vorgang nicht reversibel. D.h. die ungenutzten Bildinformationen sind danach futsch.

Noch eine Kleinigkeit die gerne vergessen wird, die aber einen nicht unerheblichen Einfluß auf das Ergebnis haben kann ist die ISO-Empfindlichkeit mit der die Aufnahmen gemacht werden. Je höher die Empfindlichkeit, desto größer das Bildrauschen das der Chip produziert. Bereits ab ISO 400 ist bei den meisten Kameras das Rauschen so stark, daß es spätestens bei der Weiterverarbeitung der Bilder sehr unangenehm auffällt. Einige High-End Kameras mal ausgenommen, bei denen man auch nohmit ISO 1600 angelich zu brauchbaren Ergebnissen kommen kann. Als Grundsatz sollte man also hier immer die geringst mögliche Empfindlchkeit wählen, die es einem noch erlaubt verwacklungsfreie Bilder zu machen.

So das wars jetzt mal in ebenso groben wie kurzen Zügen zu den Aufnahmeformaten.
Falls ich was vergessen oder falsch dargestellt habe bitte korrigieren ;)

Steffen
16.11.2005, 14:31
Bei 16bit sind das 512 Abstufungen je Farbkanal
Knapp würde ich sagen :D

Es sind natürlich 65536 bzw. 32768 Stufen ;)

Ciao, Steffen

Gast_00010
16.11.2005, 15:10
Ich weiß nicht wie du zu dieser Aussage kommst, aber wenn man der Fachliteratur glauben darf werden Farbbilder üblicher Weise mit 8 bit (= 2 hoch 8 = 256 Helligkeitsabstufungen) pro Farbkanal abgespeichert. Das sind 3 x 8 = 24 bit = 16,7 Mio. Farben für die mögliche Farbtiefe eines Fotos im sog. 8 bit Modus.

Eckehard
16.11.2005, 15:42
2^8 = 256
2^16=65536

Wenn also für einen Kanal 16Bit möglich sind, sind das 65536 Abstufungen

Bei 3 Kanälen sind das also 48Bit, was nun 281.474.976.710.656 Farben entspricht, gegenüber 24Bit, was "nur"16Mio Farben sind....

Aber das ist Mathematik, wie ist es denn nun genau?

Eckehard

Gast_00010
16.11.2005, 15:54
ARGH! *Kopfanwandhau*
Alle haben Recht. Jeder ein bißchen und wir suchen uns von allem das Passende aus :eek:

Danke Eckehard, für das richtige Vorrechnen. Mit den Potenzen ist das so eine Sache und es stimmt natürlich nicht, daß 16 bit das Doppelte von 8 bit ist sondern das 256 fache. Das macht dann im Endergebnis einen lächerlichen Unterschied von ein paar Billionen Farben. Who cares :D

Also noch mal wie es richtig heißen muß:

8 bit = 256 Farben pro Kanal = 24 bit im Bild und 16,7 Mio Farben.
16 bit = 65536 Farben pro Kanal = 48 bit im Bild und ganz schrecklich viele Farben ;)

not4joke
16.11.2005, 18:49
Hallo Farbenzähler,

Alles schön und gut, das mit den TIFF und BMP...
Meine Kamera liefert aber nur jpeg's. Mit 5Megapixel und einem 512MByte Speicher kann ich ~200 Bilder machen. Die meisten Bilder brauchen knapp 2MByte, ab und zu gibt es auch solche mit 2.8MByte.

Ich verwende eine HP Photosmart R707 5.1MP und mache nur Bilder mit der maximalen Auflösung (5MP ****). Alles andere passiert auf dem Computer.