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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : FLZ-Vortex? EWD reell?



AndreasH
31.12.2012, 10:46
Hallo,

vielleicht nicht ganz richtig hier - vielleicht aber schon - ansonsten bitte verschieben:

Ich spiele gerade mit FLZ-Vortex zur Auslegung eines RES - Modells herum; Bei modernen Profilen (AG35 etc.) und der entsprechenden Modellgeometrie weist mir FLZ-Vortex eine EWD von etwa 6° für den optimalen Gleitwinkel aus; das kommt mir sehr hoch vor!

Aus dem Bauch raus sollte meiner Eischätzung für moderne Profile eine EWD im Bereich von 1° bis etwa 2,5° raus kommen; Deshalb die Frage ans erfahrene & geneigte Publikum: kann man sich auf die EWD - Berechnungen von FLZ-Vortex verlassen?

Grüße

Andreas

UweH
31.12.2012, 11:12
Hallo Andreas,

Schwerpunkt / Stabilitätsmaß, EWD und Ruderstellung sind voneinander abhängig. Die Simulationsdaten sind dann zuverlässig, wenn alle 3 Werte zueinander passen, nicht nur wenn 1 Wert ein Optimum erbringt.

Gruß,

Uwe

AndreasH
31.12.2012, 11:23
Hallo Uwe,

Zusammenhang EWD und SP ist mir bekannt; dass sich auch andere Größen verschieben kann ich mir vorstellen; aber welche Größen für Stabilitätsmaß und Ruderstellug sollte man dann setzen?

Bei 4 Variablen - auch wenn sie sich gegenseitig Bedingen, braucht man ein paar Anhaltspunkte. die man (in etwa) anstrebt!

Andreas

Chrima
31.12.2012, 11:35
Hi

Ich kann selber zwar gerade nicht nachschauen, aber wenn ich mich richtig erinnere gibt es doch gar keine EWD die angezeigt wird !?

Nur einen EW des Hauptflügels und einen EW des Höhenleitwerks, erst daraus ergibt sich ja dann die Differenz.
Hast Du die 6° also so ermittelt ?

Grüsse
Christian

UweH
31.12.2012, 11:51
Hallo Andreas,

welche Werte man fixiert hängt davon ab was das Flugzeug können sollte und wie man entwirft. Eine wesentliche Rolle hierbei spielt das Auslegungs-cA, also der Auftriebsbeiwert bei Nullstellung der Ruder.
Der Auslegungs-cA bestimmt im wesentlichen den Einsatzzweck des Modells, aber er ist auch vom Gewicht abhängig weil ein leichteres Flugzeug mit einem kleineren cA fliegt als ein schweres Flugzeug.
Alle Zusammenhänge hier zu erklären würde zu weit führen, deshalb hier ein Beispiel eines RES-Modells von mir, die Frage ist ja bei Dir auch für ein RES-Modell aufgetreten:
Bei GezoRES habe ich die EWD in der Simulation auf 1,5 ° eingestellt und dann das Stabilitätsmaß auf 10 % fixiert.
Damit kommt ein Auslegungs-cA von 0,34 heraus und das dürfte für den zügigen Thermiksuchflug eines leichten RES-Modells in etwa passen.
Nimmt man die EWD zurück, dann wird der Auslegungs-cA bei gleichem Stabilitätsmaß kleiner, das Modell fliegt schneller. Fliegt es dabei zu schnell, dann muß entweder das Stabilitätsmaß verkleinert oder ein Ruderausschlag gegeben werden. Ein zu kleines Stabilitätsmaß verschlechtert das Handling / Gutmütigkeit, ein Ruderausschlag vergrößert evtl. etwas den Widerstand.
Beim Auslegungs-cA sind oft weder die Gleitzahl, noch das geringste Sinken optimal und es ist ein Ruderausschlag erforderlich um das Optimum zu erreichen. Bei einem gut abgestimmten Leitwerk ist das aber kein Nachteil.

Wie man es letztlich macht ist eine Frage der Auslegungsphilosophie, aber mit EWD-Werten von 1-2° und Stabilitätsmaßen von 8-12 % fliegt man schon ganz gut durch die Gegend.
Als Anhaltspunkte für den Auslegungs-cA hab ich im Horten-Ranis Tutorial mal was geschrieben das für Leitwerker auch grob angenommen werden kann, aber wie schon oben erwähnt ist das auch Gewichtsabhängig:

Speedmodelle: cA 0,10 – 0,25.
Schneller Allrounder: cA 0,35-0,45.
Thermiklastiger Allrounder: ca 0,5-0,6.
Reiner Thermiksegler: ca 0,6-0,7.


Gruß,

Uwe.

UweH
31.12.2012, 11:52
Nur einen EW des Hauptflügels und einen EW des Höhenleitwerks, erst daraus ergibt sich ja dann die Differenz.

Hallo Christian,

so mache ich das ;)

Gruß,

Uwe

plastikmann
31.12.2012, 15:58
... kann man sich auf die EWD - Berechnungen von FLZ-Vortex verlassen?


Hi Andi,

kurz und knapp... Ja.

Es spuckt Ergebnisse sehr sehr exakt aus, sei es EWD, Schwerpunkt, Klappenausschläge etc. Allerdings die Krux, wie bei jeder Simulation, Shit in - Shit out. Will heissen, die Vorgaben müssen passen, bzw. die Anwendung muss korrekt bedient werden, anonsten kann man genausogut falsche Ergebnisse mit beliebiger Genauigkeit herausrechnen.

Uwe hat dazu ein sehr gutes Tutorial, kannst du in der Tat sehr gut auch wir Leitwerkler hernehmen.

Wichtig sind die Randbedingungen, die du vorab zumindest realistisch vorgeben musst, insbesondere über den zu erwartenden Ca solltest dir mal Gedanken gemach machts doch deutlich einfacher. Frage auch, willst du geringstens Sinken oder bestes Gleiten ?.... Dumme Frage wahrscheinlich, egal, hauptsache längstmöglich oben, ne ? ;)

VG Domi

UweH
31.12.2012, 17:19
Uwe hat dazu ein sehr gutes Tutorial, kannst du in der Tat sehr gut auch wir Leitwerkler hernehmen.

Hallo Dominik,

danke, aber das Horten-Tutorial ist eigentlich für Hortenmodelle gedacht und auch wenn da ein paar Grundlagen mit behandelt werden kann ich eher nicht dazu raten für die Leitwerksauslegung darauf zurück zu greifen. Ich habe hier bei RCN sogar mal irgendwo gelesen dass jemand eine Glockenzirkulation für einen Warbird verwenden wollte weil er es in dem Tutorial gelesen hatte und meinte, das sei bei der Nachrechnung im Ranis auch für den Motorflieger mit Leitwerk notwendig.

Verwendet ruhig das Tutorial von Tobias Pfaff für das FLZ_Vortex auf der Seiten von Frank Ranis: http://www.flz-vortex.de/flz_vortex.html

Für die Optimierung hat Philip Kolb einiges über die Vorgehensweise und wichtige Tipps hier in dem Thread von Andreas (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/346440-Profilwahl-Re-Zahl-%C3%84hnlichkeitswirrwarr/page3) geschrieben. Man muss die Sachen "nur zusammen bringen und die Zusammenhänge dann noch ein bisschen verstehen", dann hat man eine gute Grundlage für die Leitwerkerauslegung ;)

Gruß,

Uwe.

AndreasH
01.01.2013, 11:17
Hi,

ok; dann werd´ ich da mal ein wenig schmökern

Andreas