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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : DG505 von Lenger



cumulusII
09.02.2013, 10:58
Hallo zusammen,

ich habe mir vor einiger Zeit den obengenannten Segler DG505 von Lenger zugelegt. Spannweite ca 3,6m und ein Fluggewicht lt.Lenger von
ca.3500 g. Da ich den Segler mit einem Brushlessantrieb (5s LiPo) ausrüsten will (es ist kein Schleppflugzeug vorhanden), mache ich mir Gedanken
über das erreichbare Fluggewicht, denn das wird wohl jenseits von 4000g liegen. Um Gewicht einzusparen habe ich mir gedacht, die Flächen-
steckung aus Stahl von immerhin 12mm Durchmesser durch eine leichtere zu ersetzen. Zunächst wollte ich einen Kohlestab verwenden, aber
das scheidet aus, da die Steckung erheblich dicker im Durchmesser sein müsste, um die gleiche Belastbarkeit wie Stahl zu ermöglichen, wobei
für mich fraglich ist, ob tatsächlich 12mm Rundstahl für ein Fluggewicht von 4000-4500g erforderlich ist. Vielleicht kann mir jemand von Euch
einen Tipp geben, ob nicht doch ein Kohlestab oder GFK-Stab gleicher Abmessung als Steckung einsetzbar wäre.

Viele Grüsse Klaus

Flotter Modellbauer
09.02.2013, 11:44
Hallo Klaus,

in meiner ASW 28-18 4m ist auch so ein 10 oder 12mm Stahl eingebaut gewesen. Das Gewicht lag etwa bei 5kg :P
ICH würde kein Kohlerohr/Stab einbauen, weil der könnte im Flug oder bei der Landung sehr schnell brechen oder abknicken...
Die ASW war auch von Lenger und ich war immer froh etwas Sicherheit bei dem Flächenverbinder zu haben.
An deiner stelle würde ich es so lassen wie es ist, und lieber einen stärkeren Motor einbauen.
Denn wenn dir im Flug bei einer Belastendereren Figur oder Überlastung der Holm bricht, war die ganze Arbeit umsonnst :(
Letztendlich kommt es aber auf deinen Flugstil an :cool:
Das währe meine Meinung zum Flächenverbinder ;)

Gß Felix

bie
09.02.2013, 15:19
Hallo Klaus,

vor ziemlich genau zehn Jahren habe ich über die DG-505 in der MFI (Ausgabe 5/2003) einen Bericht veröffentlicht. Ich habe die DG heute zwar leid nicht mehr, kann mich aber daran erinnern, dass sie ein prima Thermiksegler war /ist. Für ihre Größe ist sie relativ leicht. Von daher sollte es eigentlich mit einem modernen Brushless-Antrieb keine Probleme geben, zumindest nicht gewichtstechnisch.

Da die DG-Typen aber eine ganz spitz zulaufende Schnauze haben, frage ich mich, ob du mit einer Fnwelle arbeiten willst. Im Augenblick kann ich mir da vorne keinen frontseitig montierten Motor vorstellen - jedenfalls nicht ohne einen gewissen Verlust in Sachen Ästhetik.

Stefan_S
10.02.2013, 10:51
Hallo Klaus,

ich habe die ARF-Version, die genannten 3.500 gr waren (in der Seglerversion) nie zu erreichen. Das Fluggewicht lag im Originalzustand deutlich > 4kg. Man kann Gewicht einsparen, indem man das unsäglich schwere GFK-HLW und -SLW durch wirklich leichte Eigenbauten ersetzt. Über den Hebelarm wird man in der Rumpfnase dann noch mal einiges an Blei los. Das ist zudem gut für die Trägheitsmomente. Aber leichter als 4 kg wurde meine DG nie. Das HLW profiliert man bei der Gelegenheit auch noch etwas dünner als die originalen 14%, dann wirkt es auch gut.

Wenn es bei einer Rundsteckung bleiben soll, würde ich nichts ändern. Wie Du selbst schon sagst, ein CFK Stab scheidet aus, auch wegen Kerbwirkung der Hülsen, GFK sowieso. Das oft gepriesene Alurohr mit CFK Füllung ist in meinem Augen nur eine gefühlte Stabilität. Die Masse der Rovings liegen wegen des Kreisquerschnitts schon viel zu weit innen, als dass sie noch wesentlich Last tragen würden.
Einzige Möglichkeit, allerdings verbunden mit einer größeren Flügeloperation, ist die Umrüstung auf schwimmende Lagerung mit einem Rechteckverbinder. Da sind locker 200 gr gespart. Ob das aber den Aufwand wert ist?

Ich möchte Dir den Flieger nicht madig machen, aber ich schildere meine weiteren Erfahrungen. Ich habe auch lange überlegt, wie ich der DG noch etwas Gewicht abtrotzen kann, da die 4 kg immer noch zu viel für meinen Wunsch-Einsatz waren. Letzten Endes habe ich einsehen müssen, dass dieser Flieger so nicht auf "leicht" zu bringen ist und dass ich mit diesem Kauf meinen eigentlich gewünschten Thermiksegler nicht bekommen habe.

Erschwerend kam noch die Flügelprofilierung ins Spiel. 3% Wölbung und 15% Dicke in Verbindung mit diesem Gewicht sorgten für eine satte Flächenbelastung, bei der man durch die Thermik eher flott und unsensibel durchrauscht. In dieser Form war ich von der DG wirklich nicht begeistert.

Am Ende des Tages habe ich - Dank der guten Beratung und Mithilfe eines Kameraden - auch noch einen komplett neuen Flügel mit Holm gebaut. Die Auslegung ist jetzt von Haus aus für die flotte Gangart, auch passend zum Gewicht, und endlich macht die Kiste Spaß.

Grüße, Stefan

bie
10.02.2013, 14:12
Hallo Stefan,

deine Erfahrungen, die ich dir ohne weiteres glaube, stehen ja praktisch diametral zu denjenigen, die ich gemacht habe. Ich hatte damals auch die ARF-Version (die Voll-GFK-Variante ist schwerer) und habe die vorwiegend bei leichten Bedingungen geflogen und war damit sehr zufrieden.
Interessant war damals der direkte Vergleich mit der DG-1000, die HF auch angeboten hat und die eigentlich recht ähnlich ausgelegt war, jedoch deutlich mehr Geschwindigkeit und Durchzug bot.

Wäre interessant, von Klaus mal das Leergewicht seines Bausatzes zu kennen, um eine Abschätzung des Fluggewichts vornehmen zu können.

Meiner Ansicht nach, ist die HF-DG-505 ein gutes Brot-und-Butter-Modell mit Schwerpunkt auf thermischem Fliegen. Ob sich da der Um- und Neubau von wesentlichen Teilen lohnt? Respekt auf jeden Fall für die geschilderten Maßnahmen - mir wäre das deutlich zu viel gewesen bzw. hätte ich das auch gar nicht leisten können...

cumulusII
10.02.2013, 14:44
Hallo und vielen Dank für Eure Antworten. Andy, Deinen Artikel in der MFI habe ich gelesen, und in meinen Modellbauordner agelegt.
Zum Antrieb vielleicht noch soviel, ich habe einen Brushlessmotor mit diesen techn.Daten verbaut:
Leistungsbereich max. 900Watt 15sec.,Betriebsspannung von 9 – 18 Volt,Zulässiger Dauerstrom 48Ampere,Kurzzeitiger Strom 63 Ampere 15sec.
RPM/Volt 500,Wellendurchmesser 5mm,Empfohlene Propeller Größe 11 X 6 bis 18 X 11,Segler bis 5,5 KG.
Wie ich schon schrieb, werde ich einen 5sLipo-Akku.bis ca.3000mAh verwenden. Die Idee, das Leitwerk leichter zu bauen finde ich gut und da
noch etwas Zeit bis Mai ist, werde ich wohl das verwirklichen. Ich hatte zu nächst einen 490 Compact von Grpn. verbaut, aber der schien mir
nicht den richtigen Durchzug zu haben. Außerdem finde ich, daß die DG doch recht schnell geflogen werden muß, um nicht beim Landeanflug
in der letzten Kurve abzuschmieren, was mir leider passiert ist aber ohne größere Folgen blieb! Welche EWD habt ihr denn eingestell?
Viele Grüsse Klaus

cumulusII
10.02.2013, 14:50
Ich bin´s nochmal. Zum Gewicht aus dem Baukasten herraus kann ich leider nichts mehr sagen, aber das jetzige Fluggewicht mit dem genannten
Antrieb, LiPo-Akku 5s3300mAh, Doppelstromversorgung (2*2s2200mAh LiPo) lieg bei reichlich 4300g. Ich hatte nur wegen des Gewichts Bedenken,
weil die Flächen auch eine relativ grosse Streckung haben und das HQ-Profil ohne Wölbklappen etwas kritisch ist - habe ich zu mindest gelesen,
wobei ich aber kein Aerodynamikexperte bin.

Klaus

Stefan_S
10.02.2013, 16:51
Hallo Andy,

da scheint es dann ja unterschiedliche Leergewichte zu geben...

Wenn ich das Blei wiege, das ich spazieren fliege, kann ich auch einen Motor einbauen. Die 4.300 gr von Klaus sind da schon plausibel zu meiner DG, wenn ich umrechne. Und dass bei der Flächenbelastung dann das Landen etwas heikler wird, kann ich gut nachempfinden. Die Flächenbelastung möchte bei Laune gehalten werden...

Viele Grüße, Stefan

MasterOfDisaster85
11.02.2013, 07:46
Hallo Klaus,

viel Glück erstmal bei der Umsetzung deines Projektes.
Ich frage mich gerade ob es nicht auch ein 4s Antrieb tut?

Fliege nebenher einen 3m Discus (kein Leichtgewicht), mit 4s und Gebtriebemotor.
Der geht fast Senkrecht in Richtung Wolken.

Da sparst du sicherlich einiges an Gewicht.


LG