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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Graupner Bell 47G - Tips und Tricks



hangschleicher
19.12.2005, 22:57
Hallo RC-Networker!:cool:

nachdem ich schon in einem der vorangegangenen Themen recht gute Beratung in Bezug auf Einsteiger-Helis bekommen habe, habe ich mich nun für den Kauf des Graupner Bell 47G entschieden.
Genaugenommen liegt er (hoffentlich) zu Weihnachten unter dem Christbaum.

Mittlerweile habe ich des öfteren gehört/gelesen, dass man bei der Inbetriebnahme der Graupner Bell 47G so einiges beachten soll und vor der ersten Inbetriebnahme auch Änderungen vornehmen soll.

Gibt es irgendwo genauere Hinweise hierzu?
Weiß jemand Einzelheiten oder kennt eine gute Webadresse zu dem o.g. Thema?

Hat mittlerweile jemand eine eindeutige Ursache für das mehrfach beschriebene Stabilitätsproblem des Helis (sprich: bei einigen, der bisher ausgelieferten Modellen ist der Heli wohl nur äußerst schwer beherschbar) gefunden?

Über entsprechende Hinweise würde ich mich sehr freuen!

Hangschleicher

Harald Kauffeldt
26.12.2005, 16:45
Hallo,
meinen Bell47G habe ich vor drei Monaten verschrottet. Aufgrind der Tatsache, daß ich mittlerweile schon 2 Jahre ein Hirobo Shuttle Plus fliege und auf 20 Jahre Flugerfahrung mit Flächenmodellen zurückblicken kann, bin ich der Meinung, ein Urteil über diesen "Heli" fällen zu können.

Vorteile:
1. Komplett flugfertig bis auf ein paar Handgriffe zur Montage der Stabistange und 8 Mignonzellen, die nicht dem Paket beiliegen.
2. Extrem eigenstabiles Flugverhalten durch die zwei gegenläufigen Rotoren und deren relativ großen Abstand zueinander.
3. Lange Flugzeit (bis zu 15min) durch leichteste Bauweise und LiPo-Akkus.
4. Absolut anfängertauglich.

Nachteile:
1. Elektronik ist nicht ausgereift und arbeitet nicht zuverlässig: Bei starken Ruderausschlägen kann es dazu kommen, daß die Rotorblätter aneinanderschlagen und den Huschrauber zum Absturz bringen und erheblich beschädigen können. Ist mir mehrmals draussen im Garten passiert, wobei ich zuerst vermutete, daß ein Rotor gegen ein en Fremdkörper geschlagen ist, der aber in ca. 3 Meter Höhe nicht einfach so herumliegen konnte. Einmal ist das direkt vor meiner Nase geschehen und nicht zu Übersehen gewesen.
2. Ersatzteilversorgung existiert praktisch nicht!!! D.h.: wenn die dem Heli beiliegenden Reserverotorblätter kaputt sind ist eine Flugpause auf unbestimmte, wahrscheinlich aber sehr lange Zeit zu erwarten.
3. Motoren und Akkus sind der Belastung des Flugbetriebs nicht gewachsen: Die Motoren werden extrem heiß und der Flugakku erreichte bei mir gerade einmal 20-25 Zyklen.

Allgemeines:
1. Der Heli ist bedingt durch seine konsequente Leichtbauweise sehr empfindlich. Kleinere Abstürze scheint er ohne Beschädigung zu überstehen, aber Vorsicht! alle relevanten Teile wie Rotorblätter Stabistange und deren Lagerung und Aufhängung, sowie die Anlenkungs- und Betätigungsteile sollten jedesmal genauestens untersucht und ggf. repariert bzw.ausgetauscht werden. Speziell die Lagerung der Stabistange ist wichtig, hier kann ein Riss oder Schwergängigkeit, Verbigung o.ä. zu instabilem Flugverhalten führen.
2. Einfliegen und Austrimmen geht an besten auf einem glatten Boden, auf dem der Hubschrauber gut rutschen kann. Idealerweise hat es in dem Raum im jede Richtung mindesten 1,5 bis 2 Meter in jeder Richtung Platz (auch nach oben). Der Bodeneffekt (bis ca. 50cm) ist leichter beherrschbar wie der "Wandeffekt".
3. Beim Austrimmen immer die Zeit nehmen um eine sichere Ausgangsposition herzustellen: Heck zeigt zum Piloten und Heli ist in der Mitte des Raumes. Gas bis Heli "leicht" wird und zu rutschen anfängt. Gas wider zurück und Trimmungen korrigieren. Das in kleinen Schritten solange wiederholen bis der Heli nicht mehr merklich rutscht.
4. Nie aus Panik den Gasknüppel auf Vollgas. Der Bell47G klebt sonst an der Zimmerdecke!!

MfG H.Kauffeldt


PS: Der M24 von Kyosho wesentlich schlechter: Jedesmal wenn der die Kufen vom Boden bekommt hat man das Gefühl einem Elefanten biem Versuch zuzuschauen Stabhochsprung zu üben. Böse Schwerkraft.

Martin Greiner
26.12.2005, 23:18
1. Elektronik ist nicht ausgereift und arbeitet nicht zuverlässig: Bei starken Ruderausschlägen kann es dazu kommen, daß die Rotorblätter aneinanderschlagen und den Huschrauber zum Absturz bringen und erheblich beschädigen können.

Hi!

Deinen Ausführungen kann ich zum grössten Teil zustimmen, jedoch nicht bei oben zitiertem...
Das ist kein Problem der Elektronik, lediglich bestimmte Flugzustände können reproduzierbar zu einem Zusammentreffen der Blätter führen.
Dies lässt sich aber durch entsprechenden Flugstil vermeiden oder aber mit einem Set (bietet irgendjemand im Web an), welches eine längere Hauptrotorwelle beinhaltet, abstellen.
Ersatzteile haben meine Kollegen nich alle innerhalb 7 Tagen vom Fachhändler bekommen - scheint bei euch Vorort ein Problem zu sein.
Akku und Motoren - einer von unseren Hallenfliegern quält seine Bell permanent, alle Akkus (3 Packs!) haben mehr als 60 Zyklen runter und gehen noch immer einwandfrei. Die Bell hat bei annähernd 200 Flügen noch immer die ersten Motoren drin. Das obwohl er auch gelegentlich mit einem Handy untendran rumfliegt um Videos zu machen!!!

hangschleicher
28.12.2005, 22:44
Hallo Harald, hallo Martin, hallo RC-Networker,

vielen Dank für Eure Hinweise und Tips.

Die Bell lag tatsächlich unter dem Weihnachtsbaum (meine Frau hat den unauffällig platzierten Wunschzettel nebst Bestelladresse Gott sei Dank nicht übersehen!).
Ich habe mich gemäß den ausführlichen Tips vom Martin (Vielen Dank hierfür!) zunächst ans Rutschen über dem Boden gemacht. Nach mittlerweile 5 Akkuladungen brauche ich zwar immer noch eine Grundfläche von 2*2 metern, aber ich meine das Verhalten des Helis nun schon ein wenig besser vorhersehen zu können als noch am Anfang.
Während des Akkuladens übe ich dann immer noch mit dem FMS-Flugsimulator. Im Internet habe ich dazu ein ausgesprochen schickes Modell von der Graupner Micro 47G gefunden (sogar die Kabel und Stecker sind nachgebildet - bei Bedarf suche ich die Internetadresse gerne raus - soweit sich jemand hierfür interessiert).

Nach den realen "Flügen" steht mir der Schweiß auf der Stirn - mann, das Heli-Fliegen lernt man sicher nicht an einem Tag!

Was mich noch interessieren würde: Meinen Motoren sind nach einem Akkus bereits extrem heiß (so dass man meint, man könnte sich fast daran verbrennen) - halten die bei den Temperaturen tatsächlich 100 und mehr Akkuladungen durch?

Noch eine weitere Frage: Ich bewege mich derzeit in Höhen zwischen 0 und maximal 10 cm - wird das Helifliegen in größeren Höhen einfacher (wegen geringerer Verwirbelungen und so...?). Sollte das oben nicht deutlich einfacher sein, bleib ich nämlicher lieber erstmal unten...

Vielen Dank und viele Grüße

Hangschleicher

godfligher
31.12.2005, 18:10
hallo
es wird oben etwas einfacher ... bis auf zu hoch, dann kommt das problem der fluglage zu erkennen, kannst du am sim spaßhalber testen
http://www.tisipi.de/
http://www.flyheli.de/heli2frame.htm die tagebücher lesen
lies mal hier und dann übe vorsichtig weiter, besser als kleber suchen
das letzte was man zu beherrschen lernt, ist das gas

Martin Greiner
01.01.2006, 19:33
Beitrag in RC-Heli.de (http://www.rc-heli.de/forum/index.php?showtopic=45335&hl=)

hangschleicher
10.01.2006, 17:16
mit den Links habe ich jetzt so einiges an Lesestoff - also Wissensmangel scheidet dann bei mir wohl fortan als Ausrede aus :)

Insbesondere den Hinweis auf die kleine Schraube oben an der Aufnahme der Paddelstange finde ich höchst interessant! (unglaublich über was da alles vermutet und gemunkelt wurde, woran das unterschiedliche Verhalten der Bells liegen könnte...)
Endlich mal jemand der nach einer Änderung einen eindeutigen vorher-nachher-Unterschied aufzeigen konnte - prima!

Meine Bell habe ich übrigens von Anfang an ohne Schraube betrieben und sie würde vermutlich 1a Flugverhalten zeigen, wenn ich nicht immer so unfähig in den Knüppeln rühren würde.

Für weitere Tips und Erfahrungen bin ich selbstredend weiterhin offen - wenn jemand Interesse an den Erfahrungen eines blutigen Anfängers mit der Bell haben will, dem stehe ich gerne zur Verfügung.
(mit Euren Tips und ein wenig Glück habe ich mittlerweile rund 20 Akkuladungen crashfrei absolviert, wobei das selbstgebaute Trainingsgestell dabei ein wesentlicher Helfer war...)

Viele Grüße

Hangschleicher