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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Flugboot Coot A



Jochen Böhmchen
04.06.2002, 13:45
Hallo,
ich habe mir ein Flugboot "Coot A" von Bichler zugelegt. Leider bekomme ich das Stück nicht aus dem Wasser und als Rennboot ist es auch zu langsam. Kennt sich vielleicht jemand damit aus und kann mir gute Tipps geben.

LRP 550-6-8 BB, 8"*5", 8 Zellen

Grüße Jochen

Hartmut Siegmann
05.06.2002, 15:54
Hallo Jochen!

Ich hab mal geschaut, aber ich kann kein Bild finden, wo man die Stufe erkennen kann. Kannst Du die vielleicht fotografieren und hier reinstellen?

http://www.modellbau-bichler.de/datenbank/flugzeuge/images/1950148226_bild2.jpg

http://www.modellbau-bichler.de/datenbank/flugzeuge/images/1950148226_bild3.jpg


Leider bekomme ich das Stück nicht aus dem WasserSagen wir mal so: Ich habe ein Eigenbau Flugboot, das vorzüglich aus dem Wasser kommt. Die Stufe ist messerscharf ausgebildet und mit 30mm Höhe sowie 10° Hinterschneidung recht groß, aber umso effektiver. Vom Wasserflugtechnischen kann ich nur sagen, daß eine zu runde Stufe sich gerne festsaugt und dann kommt man nicht "auf Stufe", was bei Dir der Fall sein dürfte. Das "auf Stufe setzen" merkt man daran, daß das Modell in Gleitfahrt unterwegs ist und man sogar das Gas gegenüber der Verdrängerfahrt zurücknehmen kann und immer noch im Gleiten ist. Diesen Punkt erreichst Du ja gar nicht erst, wenn ich das richtig sehe.

Tricks zum "auf Stufe setzen"
Wellenreichen, windigen Tag wählen. Wenn es dann nicht klappt, fehlt jede Antriebspower, das ganze ist zwecklos und der Antriebsstrang zu schwach. Flugboote brauchen auch im Normalflug überproportional viel Power, das Modell würde eh nur wie ein nasser Sack in der Luft hängen und dann bei der ersten Wende abtauchen.

An windarmen Tagen mit glattem See kann man kurz am Höhenruder reißen, um mit Gewalt auf Stufe zu setzen.

Zu der von Dir genannten Motorisierung kann ich nichts sagen, was die hergibt. Da sollte ein Experte sich zu äußern. Du brauchst für schlechte Stufen ein Schubverhältnis von 1:2, um auf Stufe setzen zu können. Flugboote mit exzellenter Stufung kommen auch mit 1:3..4 bequem in die Luft. Wenn also Dein Antrieb bei 1,5kg Fluggewicht etwa 750g Standschub liefern sollte, dann mußt Du in jedem Fall die Stufe umbauen, denn dann liegt es zweifelslos an ihr. Das "auf Stufe setzen" erfolgt schon bei recht geringem Tempo, weswegen hier der Standschub maßgeblich und ein aussagekräftiges Kriterium ist.
Siggi

Hartmut Siegmann
05.06.2002, 16:02
PS: Auf Land einfliegen geht natürlich auch!!! Und wenn dann die Kiste einigermaßen geht, ab aufs Wasser!

http://www.aerodesign.de/modelle/HS/hs38_04_300.jpg

Mein Flugboot im Flug. Die Stufe ist sehr deutlich zu erkennen.
Wasserruder nicht vergessen!

Sebastian Scheinig
05.06.2002, 17:06
Hi Jochen

is dein antrieb ohne getriebe???

ich hab im Geck zwar nur nen LRP550-6-8BB 9,6V aber so anders dürfte deiner ja auch nicht sein.
der motor geht aber mit ner 8*5 ohne überlast nicht, bestenfalls mit nem 1,5:1

Hartmut Siegmann
05.06.2002, 17:36
Hm,
hab glatt noch was wichtiges vergessen: Wenn der SWP etwas weiter hinten liegt, erleichtert es das "auf Stufe setzen" und den Start ganz erheblich! Hierzu ist das Einfliegen an Land sehr hilfreich, um die hintere SWP-lage herauszubekommen. Ein Anruf beim Baukastenhersteller tut's natürlich auch! ;)
Siggi

Jochen Böhmchen
06.06.2002, 17:09
Vielen Dank für die Tipps,

Ich muß das alles erstmal verdauen.
Gestern habe ich einen Versuch ohne Flächen durchgeführt um das "auf Stufe setzen"
mal zu testen. Ein kräftiger Windstoß hat aber alles zum U-Boot umfunktioniert. :eek: :mad: Nach der Trockenlegung funktioniert aber alles wieder.

Mir ist schon klar, daß die Motorisierung hart an der Grenze ist. Für sehr gute Kühlung ist aber gesorgt. Der Motor war nun mal in meiner Kiste und schien mir am besten geeignet.

Mein größtes Problem sind die Tragflächen, da dort keine Hilfsschwimmer vorhanden sind.
Beim Start tauchen sie ständig ins Wasser. Am besten ich frage dazu nochmal bei Bichler nach.

Ich werde mich mal Stück für Stück herantasten.

Grüße Jochen

bart017
06.06.2002, 17:30
moin,

warum baust du unter die tragflächen nicht einfach schwimmer??

einfach einen styroklotz in form brigen und mitteld z.b. 6mm depron an der fläche befestigen.

müsste doch eigentlich gehen oder??

mfg flo

Hartmut Siegmann
06.06.2002, 20:01
Jochen,
bau in jedem Fall Schwimmer dran! Idealerweise sollten die Schwimmerechen aus dem Wasser heraus sein, wenn man auf Stufe ist. Wenn sie auf Stufe ab und zu noch ins Wasser titschen (klingt halt so) macht das aber nichts, dann dauert nur der Start etwas länger.

Styroporklötze oder ähnliches mit Tesafilm überzogen reichen für den Anfang vollkommen aus. Darüber hinaus solltest Du am Seitenruder ein Wasserruder anbauen, damit Du auch noch bei Wind manövrieren kannst. Das hilft am Anfang wirklich so viel, daß ich Dir das unbedingt empfehle. Ich habe es ohne probiert und weiß, warum ich nur noch mit Wasserruder fliege.

Erst, wenn Du diese Sachen geändert hast, bist Du einigermaßen wassertauglich. Bleibt nur noch der Antrieb, wo ich nach Sebastian's Andeutungen davon ausgehen würde, daß es da wirklich an Power mangelt. Mein Flugboot mit 1900mm Spannweite 3850g hat 16 Zellen, an die parallel zwei 1:2,5 Speed600 9,6V mit 11x7 angeschlossen sind. Anders gesagt: Ich fliege mit 2x450W!

Wenn Dein Antrieb 400W zusammenbringt, dann sollte sich Dein Flugboot ohne Probleme aus dem Wasser heben. Liegst Du aber eher bei 200W, dann sehe ich ganz arge Probleme! Du solltest eine größere Luftschraube/Getriebe oder irgendwas einsetzen, das Dir mehr Leistung und vor allem mehr Schub bietet. Zusammen mit den bereits angesprochenen Modifikationen wirst Du dann ein Flugboot haben, das wirklich einwandfrei geht. Ich drück Dir in jedem Fall die Daumen!
Siggi

Jochen Böhmchen
06.06.2002, 22:32
Hallo Hartmut,

ich bin gerade wieder vom Versuch zurück. Auf jeden Fall werde ich erst mal Schwimmer unter die Flächen packen. So wie Du es beschrieben hast. Durch den relativ hoch liegenden Motor treten erhebliche Kräfte um die Längsachse auf. Das konnte ich jetzt ohne Flächen feststellen. Das ganze schaukelt von einer Seite auf die andere. Je nach Gasstellung. Den Tipp mit dem Ruder hatte ich von vorher mal gelesen und auch seit Anfang an dran.

Als Motorisierung kann ich immer noch auf einen LRK 350/20-10,5w zurückgreifen. Von der Einbauhöhe ist aber eine Luftschraube von max. 8" Durchmesser möglich, alles andere ist zu groß. Also Power kann ich bieten, wollte sie aber bisher noch nicht einsetzen.

Ich rätsele jetzt aber an der Steigung der Latte um die Leistung umzusetzen. Die Drehzahl beim LRK beträgt ja nur 850 Umin/V. Gibt es da irgendwo ein Berechnungsprogramm?

Grüße Jochen

Gerhard_Hanssmann
07.06.2002, 07:53
Hallo Jochen
z.B 10 " Steigung:
850 U/ 60 s V * 8 V * 10 Zoll * 0,025 m/Zoll = 28,3 m/s = 102 km/h.

mit 5" Steigung ergibt 51 km/h Strahlgeschwindigkeit

[ 07. Juni 2002, 10:37: Beitrag editiert von: Gerhard_Hanssmann ]

moonraker
07.06.2002, 10:15
zu stark soll der antrieb aber auch net sein. ich hatte den donald 4, und konnte ihn nicht mit einem stärkeren antrieb ausstatten, da die hebel wirkung des pylons alles wieder zunichte machte.... d.h. viel der neuen energie wurde wieder vernichtet durch die schlechte krafteinleitung...
mfg, roland

Sebastian Scheinig
07.06.2002, 21:54
zu stark gibt es nicht, drosseln kann man immer :D
und zu der sache mit dem pylon und dem eintauchen bei vollgas, sturz des motor nach oben muss man da einbauen, dann geht das glaub ich besser....