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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Petition gegen Flatrate-Drosselung



skali
24.04.2013, 16:51
https://www.change.org/de/Petitionen/deutsche-telekom-ag-drosselung-der-surfgeschwindigkeit-stoppen#share

Ich habe unterschrieben, und Du ?


mfg Ernst

Claus Eckert
24.04.2013, 17:05
Warum sollte ich unterschreiben?
:confused:

Gültiger Vertrag mit VDSL 50 und Entertain. Da wird sich nichts ändern.

Christian Lucas
24.04.2013, 21:32
Weil Die das trotzdem machen wollen und weil Dein Vertrag endlich ist.

Franzen
25.04.2013, 08:40
Ich würde schon unterschreiben, aber da müsste folgendes drinstehen:

- das gesamte Fernsehprogramm sowie sinnfreie und Volumenintesive Werbung sind aus dem Internet zu verbannen!

Gast_7884
25.04.2013, 20:45
Es gibt auch noch andere Zugangsanbieter als die Telekom. Einfach boykottieren, dann können sie sich selber drosseln anstelle ihre Kunden. Das nennt man auch Marktwirtschaft.

Gruß Gerd

Claus Eckert
25.04.2013, 21:08
Weil Die das trotzdem machen wollen und weil Dein Vertrag endlich ist.

Mein Vertrag endet erst mit meinem Ableben. ;) Aber das hat andere Gründe.

Grundsätzlich gibt es bereits jetzt kleinere Anbieter im Festnetz, die eine Drosselung in ihren Verträgen ab einer definierten Nutzung verankert haben. Die Werte sind aber so hoch, dass diese bei normaler Nutzung nicht erreicht werden.

Das die Telekom bei dem Thema vorprescht liegt in der Natur der Sache. Alleine die Investitionen in neue Technik wie z.B. Vektoring, Ftth (Fiber to the Home) oder die Aufstellung von mit Glasfaser versorgten Outdoor-DSLAM kostet Milliarden die erst mal wieder eingenommen werden müssen. Bis 2016 ist die Abschaltung von ISDN und analogen Telefonanschlüssen geplant. Damit sollen die unteren Frequenzbereiche dazu verwendet werden um mit höherer DSL-Geschwindigkeit bis zum letzten Kunden zu kommen. Technisch läßt sich das nicht anders lösen. Die Telefonie wird grundsätzlich nur noch über IP-Adressen funktionieren.
Der Ausbau des Mobilfunknetzes kostet in den Planungen ebenfalls einige Milliarden.
Dann gibt es noch die Aktionäre und auch die Mitarbeiter die ihr Geld verdienen wollen. Gleichzeitig muss sich die Telekom in bestimmten Bereichen in denen sie in die Technik investiert an andere Anbieter diese unter Kosten mit anbieten.
Tja, und da alle Prognosen auf eine exorbitant zunehmende Internetnutzung, sprich Datentraffic, in den nächsten Jahren hindeutet, ist die Flatrate-Mentalität weitgehend an Ende. Die anderen Anbieter werden mit Sicherheit nachziehen müssen.

Netzneutralität ist aus meiner persönlichen Sicht eine überholte Sozialromantik. Da hätte man in den Achtziger Jahren der kürzlich verstorbenen Thatcher bei ihren Privatisierungsplänen (British Telekom war das erste privatisierte Telekommunikationunternehmen) das Handwerk legen müssen und das gesamte Netz in neutraler staatlicher Hand belassen müssen.

Heute geht es ums Geld. Nichts Anderes.

Franzen
25.04.2013, 22:15
Es gibt auch noch andere Zugangsanbieter als die Telekom. Einfach boykottieren, dann können sie sich selber drosseln anstelle ihre Kunden. Das nennt man auch Marktwirtschaft.

Gruß Gerd

Die hängen im Prinzip alle am Tropf der Telekom, also wird es da auch nicht anders werden. Selbst Kabel-Deutschland hat schon die Bremse eingebaut.

udogigahertz
25.04.2013, 23:30
Da hätte man in den Achtziger Jahren der kürzlich verstorbenen Thatcher bei ihren Privatisierungsplänen (British Telekom war das erste privatisierte Telekommunikationunternehmen) das Handwerk legen müssen und das gesamte Netz in neutraler staatlicher Hand belassen müssen.


"neutraler staatlicher Hand" .............. der war gut. :D


Grüße
Udo

Hans Schelshorn
25.04.2013, 23:38
... oder die Aufstellung von mit Glasfaser versorgten Outdoor-DSLAM kostet Milliarden die erst mal wieder eingenommen werden müssen.
...

Das mag in den Ballungsgebieten gelten. Bei uns auf dem Land haben wir jetzt DSL bekommen über so einen DSLAM. Finanziert wurden die benötigten 100.000 Euro über einen Staatszuschuß und Übernahme des Restbetrags durch die Gemeinde. Mit den Anschlüssen Geld verdienen wird die Telekom. Und weil wir so brav waren und die Leitung selber bezahlt haben, dürfen wir jetzt das über das Limit hinausgehende Volumen noch zusätzlich bezahlen. Fair behandelt komme ich mir da nicht gerade vor.

Servus
Hans

skali
26.04.2013, 16:57
Manager von Viprinet:

"Die Begründung, dass die Drosselung eingeführt werde, damit die Backbones nicht überlastet werden, ist hanebüchen. In Deutschland gibt es gigantische Backbone-Überkapazitäten; Datenverkehr in diesem Rückgrat des Internets ist zu Spottpreisen zu realisieren", hieß es von Viprinet. "Weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit versucht die Deutsche Telekom unter massivem Lobbyeinsatz seit einigen Monaten, im deutschen Breitbandmarkt die Uhr zurückzudrehen, um eine Monopolposition wie zu Zeiten der Bundespost wiederzuerlangen", kommentierte Viprinet-Geschäftsführer Simon Kissel das Vorhaben der Telekom

Noch Fragen ?

BZFrank
29.04.2013, 01:12
Die Telekom warnt: Ohne Drosselung werden die Internetvorräte der Bundesrepublik Deutschland bis 2018 völlig erschöpft sein! Denkt doch an die Kinder!!1!11


Spass beiseite, nach OECD-Statistik ist Deutschland was Breitbandversorgung angeht am 5-letzten Platz:

http://www.oecd.org/internet/broadband/oecdbroadbandportal.htm

Dieses 'HighTech-Land' ist mit weitem Abstand fast das Schlusslicht von Europa, nur Griechenland toppt uns noch. Es ist beschämend wie sehr inzwischen Anspruch und Wirklichkeit auseinander driften.

beate
29.04.2013, 21:22
Ich unterschreibe auch nicht ,vielleicht wird mein Internet schneller wenn wo anders gedrosselt wird :D.

LG Beate

SpeedFlap
30.04.2013, 11:11
nach OECD-Statistik ist Deutschland was Breitbandversorgung angeht am 5-letzten Platz:

http://www.oecd.org/internet/broadband/oecdbroadbandportal.htm

Dieses 'HighTech-Land' ist mit weitem Abstand fast das Schlusslicht von Europa, nur Griechenland toppt uns noch. Es ist beschämend wie sehr inzwischen Anspruch und Wirklichkeit auseinander driften.
Damit kannst du aber nur die mittlere angebotene Geschwindigkeit meinen, aber nicht die Versorgung insgesamt.

z.B.
1c: nach USA und Japan die drittmeisten Anschlüsse weltweit (Platz 3)
1d: 33,8% Anschlüsse pro 100 Einwohner (Platz 8)
2a: 75% der Haushalte (Platz 8)
4c: Preis pro Megabit: Platz 10

Wo es hapert, ist die angebotene durchschnittliche Geschwindigkeit.
5a: 22MBit/s. Problematisch ist der Median mit nur 6MBit/s. D.h. die Hälfte aller Haushalte kann nur 6MBit oder weniger bekommen.
Nur Griechenland ist in Eu noch langsamer mit 4MBit Median.
Vor allem DSL ist speedmäßig vielerorts am Ende (Leitungen zu lang) und zieht bei uns durch die große Verbreitung den Schnitt runter.
-- Das bingt uns den 8.letzten Platz weltweit, 4.letzter in Europa.

Wenn man sich die Haupt-Technologien anschaut und deren durchschnittliche Leistungsfähigkeit:
DSL: 15 MBit (3d: Deutschland 97% Verfügbarkeit, Stand 2009)
Kabel: 42 MBit, (3e: Deutschland 58% Verfügbarkeit, Stand 2008)
Glasfaser (FTTH): 96 MBit (3f: Deutschland 0,4% Verfügbarkeit, Stand 2009)

Dann ist Deutschland ein Glasfaser (Unter-)Entwicklungsland.

summarum: Im Bereich 6 bis 25 Megabit ist Deutschland noch top und sehr dicht versorgt. Darüber wirds im internationalen Vergleich furchtbar eng.
Die alten Versorger-Seilschaften haben zu lange auf ihren Kupferkabeln rumgeritten.

Claus

BZFrank
01.05.2013, 00:41
Die alten Versorger-Seilschaften haben zu lange auf ihren Kupferkabeln rumgeritten.


Ja, haben sie. Den Profit daraus aber anderweitig vertan und nicht in den Aufbau gesteckt.

Dazu auch:

http://blog.fefe.de/?ts=af889c49

Gruß

Frank

Claus Eckert
02.05.2013, 13:56
Naja, der Blog ist aber eher ein Sammelsurium von Stammtischgeschwätz als an der Realität gemessen. Das gesamte Thema ist höchst kompliziert und es geht um weit mehr als eine Drosselung im Jahre 2016.

Das in dem Blog angeschnittene Kupfer vs. Glasfaserthema muss man zwangsläufig historisch betrachten. Ab Ende der 70er Jahre hat die damalige Post/Fernmeldedienst massiv in Koaxkabel für das Kabelfernsehen investiert. Damals war die Glasfasertechnik noch nicht auf dem Markt. Als diese dann verfügbar war, wurde zuerst das Fernkabelnetz mit Glasfaser versorgt. Das war dann bis Mitte Ende der 80er Jahre.
Nach der Wiedervereinigung wurden die verschiedenen Netze in der ehemaligen DDR abgeschafft. (Es gab ein Stasi-Netz, Chemie-Netz und vieles andere mehr). So wurde im Osten ein hoher Anteil des Netzes in Glasfasertechnik aufgebaut. Leider aber waren am Anfang die ONU, also die Umsetzer von Glasfaser auf analog und ISDN, ziemlich störanfällig. Es folgte eine relativ langsame Entwicklung um Glasfaser massentauglich machen zu können. Nach der Privatisierung musste dann das seit den siebziger Jahren aufgebaute Koax-Kabelnetz (Kabelfernsehen) aufgrund der Regulierung verkauft werden.
Damit mussten bei der Telekom sämtliche Breitbandaktivitäten in das vorhandene Kabelnetz gespeist werden. Alleine die technische Entwicklung von DSLAM zu MSAM und der Einsatz von mit Glasfaser versorgten Outdoor-DSLAM die in den letzten Jahren vorangetrieben wurde, kostet richtig Geld. Geld welches bei einer Aktiengesellschaft wieder hereinkommen muss. Es ist einfach zu fordern, Glasfaser hätte schon vor Jahren in jedes Haus gelegt werden können, wenn man die historischen Zusammenhänge ausblendet.
Nicht zu vergessen, andere Anbieter dürfen sich zu Preisen, unter den Kosten der Telekom, auf das Netz aufschalten.
Wie gesagt, bei der gesamten Betrachtung ist schon eine Differenzierung notwendig.

Die nächsten Techniken um die Bandbreiten zu erhöhen sind Vektoring und das Hybrid-Netz, also die Zusammenschaltung auf Kundenseite von Festnetz DSL und Mobilfunk. Es bleibt spannend, leider auch kostenintensiv.

Und was das Thema Drosselung angeht. 75 GB bei einer 16 MB Leitung sind durchaus für den Hausgebrauch okay, auch in drei Jahren. Wer mehr Bandbreite hat wie ich mit VDSL 50 MB, der wird mit bis zu 200 GB bedient. Das reicht mehr als locker aus. Und wenn nicht, wird es so wie beim Mobilfunk zukaufbare Datenoptionen geben. Aber bis 2016 rinnen noch viele Daten über die Netze.

Warten wir einfach die weitere Entwicklung ab und beobachten den Markt.

CHP
02.05.2013, 19:25
@ Claus

Was wäre denn passiert, wenn man das staatliche Monopol beibehalten hätte und die Koaxkabel des Fernsehens bei der Telekom verblieben wären?

Claus Eckert
03.05.2013, 11:55
Naja, die Frage kann man nur spekulativ beantworten.
Die Privatisierung an sich hätte ja nicht unbedingt mit dem Verkauf des Kabelfernsehnetzes einhergehen müssen.
Nehmen wir mal an, es wäre also anders gekommen und das Breitbandnetz wäre noch bei der Telekom. Bei der momentanen technischen Entwicklung hätte man dieses Netz als Netz für alles verwenden können und das alte Telefonnetz "aussterben" lassen können. Alle Investitionen hätten in diesem Netz getätigt werden können. D.h. jedes Haus in D könnte heute einen Breitbandanschluß haben. Ob Kupfer oder Glasfaser wäre erst mal egal.

Aber ich gebe zu, in der Rückschau ist es leicht mit tollen Ideen aufzuwarten.
"Es gibt keine Hättichte sondern nur Habichte," hat mal jemand gesagt. :)

Jetzt ist es so wie es ist und wir werden erleben wohin die Reise geht.

stevendallhoff
03.05.2013, 12:05
Die hängen im Prinzip alle am Tropf der Telekom, also wird es da auch nicht anders werden. Selbst Kabel-Deutschland hat schon die Bremse eingebaut.

So ist es. Egal ob Vodafone,1&1 und wie sie nicht alle heißen: Die Leitungen gehören der Telekom. Und die können damit doch machen was sie wollen, oder nicht? Vodafone hat zwar herumposaunt, dass sie diese Drosselung nicht mitmachen wollen, aber noch ist das sicher nicht durch. Und zur Drosselung an sich: 75 GB Datenvolumen sind einfach nur ein Witz. Ich habe als Durchschnittsverbrauch pro Monat fast 130 GB und das, ohne irgendwelche großen Dateien runterzuladen. Und was machen dann eigentlich größere WGs? Denen bleibt ja nichts anderes übrig, als sich was dazuzukaufen. Traurig.

MfG

Claus Eckert
03.05.2013, 18:04
... Ich habe als Durchschnittsverbrauch pro Monat fast 130 GB und das, ohne irgendwelche großen Dateien runterzuladen. ....

Das entspricht 50 KB/s oder 3 MB/Minute wenn Du Tag und Nacht andauernd den Rechner im Down und Upload laufen läßt. Oder plastischer, jeden Tag ein dreistündiger Film mit 4,33 GB wenn Du eine Highspeed-Leitung hast. Naja abzüglich :rcn: ;)
Kein schlechter Verbrauch. :)

KD-Modelltechnik
04.05.2013, 10:07
75GB ... 130GB :eek: :confused:

Davon kann ich hier (draußen am Rande eines kleinen Dorfes) nur träumen. Da es hier telekomatös nur DSL-Light gibt, bin ich online via UMTS mit O2 ...und bekanntlich is da bei 5GB pro Monat Schluss ...aber seltsamerweise komm ich damit sogar ganz gut klar.

Was um Himmels Willen macht man eigentlich den ganzen lieben Tag lang bei 130GB Trafic? Gibts da noch Zeit für Hobbys? Oder findet dann das Leben nur noch online statt?

Gruß Dieter

SpeedFlap
04.05.2013, 14:57
Och... ein guter Bluray rip hat heute gut 15GB... als 3D stehen 25GB bis 50GB in den Shares.