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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Knetmasse im Formenbau



Horbach
10.05.2013, 22:52
Hmmmpf, ich bin gerade ziemlich verärgert.

Ich bin gerade dabei, eine Urform für einen Rumpf zu bauen. Das ging soweit recht gut voran, doch beim lösen der ersten Formhälfte vom Trennbrett habe ich festgestellt, dass die Knetmasse, mit der ich (wie in allen Anleitungen beschrieben wird) den Spalt zwischen Urmodell und Brett ausgefüllt habe, und den ich zum fixieren der Urform im Brett benutzt habe, überall, wo die Masse Kontakt mit dem Urmodell hatte, den ganzen Filler und die Farbe angelöst hat. Zurück bleibt eine klebrige hässlich Oberfläche, die man zwar mit Propanol gut abwischen kann, aber viele Krater hinterlässt. Bei uns in den Läden gibts überall diese Fimo-Knete, deshalb habe ich die verwendet. Wurde mir leider erst jetzt bewusst, dass das eine üble Masse aus Kunststoff und Weichmacher ist :(

Was verwendet der erfahrene Formenbauer anstelle dieser üblen Fimosenpampe?

depronator.
10.05.2013, 23:17
Ich verwende die Blaue von R-G

Gruß
Juri

flugzeugflieger91
10.05.2013, 23:32
jop, die nehm ich auch die is super ;)

alex1977
10.05.2013, 23:52
ich verwende keine knete mehr bei rümpfen da selbst bei der blauen von r+g reste zurück bleiben und man keine scharfkantige formkante bekommt. ich trenne das urmodell ordentlich und den spalt zwichen trennebene und rumpf fülle ich mit einem gemüsch aus harz und microbalons auf (auf 100g harz 50-60g balons) anschlisend wird das urmodell wieder entfernt die trennebene plan geschliffen und das urmodell wieder eingesetzt

Gast_8624
11.05.2013, 00:27
Ich habe mit Knete auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, weil, genau wie Alex es beschreibt, es keine scharfkantige Formenkante ergibt.

Allerdings würde ich von Microballons als Zusatz zum Harz abraten.
Die kleinen Glaskugeln der Ballons werden angeschliffen und ergeben eine schlechte Oberfläche, so ähnlich wie pinholes.
Viel besser geht es wenn man als Füllmittel Talcum nimmt, ist billig und auf Gewicht kommt es beim Ausfüllen des Spaltes nicht an.

Das Urmodell wird entfernt, die Trennebene wird plan geschliffen und das Urmodell wird wieder eingesetzt.

Das Gemisch aus Harz und Talcum läßt sich auch trocken hervorragend schleifen und hat eine glatte Oberfläche.

Gruß Rolf

Nice
11.05.2013, 02:05
Ich habe mit Knete auch nicht die besten Erfahrungen gemacht, weil, genau wie Alex es beschreibt, es keine scharfkantige Formenkante ergibt.

Allerdings würde ich von Microballons als Zusatz zum Harz abraten.
Die kleinen Glaskugeln der Ballons werden angeschliffen und ergeben eine schlechte Oberfläche, so ähnlich wie pinholes.
Viel besser geht es wenn man als Füllmittel Talcum nimmt, ist billig und auf Gewicht kommt es beim Ausfüllen des Spaltes nicht an.

Das Urmodell wird entfernt, die Trennebene wird plan geschliffen und das Urmodell wird wieder eingesetzt.

Das Gemisch aus Harz und Talcum läßt sich auch trocken hervorragend schleifen und hat eine glatte Oberfläche.

Gruß Rolf

Hi,
würde nicht auch Thixo gehen?

O.J.O.
11.05.2013, 06:30
Moin,

der Vorteil von Talkum ist, dass es sich besser schleifen lässt. Zu dem ist es günstiger als Thixo.

Gruß ole

P.S. Ich nehme je nach Art des Urmodells mal Knete und mal Spachtelmasse....
Knete Plastalin in blau (weich) oder grau ( hart), leicht angföhnt lässt es sich gut bearbeiten....

Dr.Wood
11.05.2013, 09:15
Hallo,
ich habe auch Harz Thixo genommen. Es haben sich aber beim schleifen kleine Luftblasen aufgetan, sicher durch das einrühren entstanden. Diese können bestimmt nicht mehr durch das dickflüssige Gemisch ausgasen. Ob man die durch eine Vakuumglocke noch rausbekommt? Was meint Ihr?
Die blaue Knete von R+G anföhnen geht aber auch gut, kann ich bestätigen.
Gruß
Matthias

Matsches
11.05.2013, 09:34
Also ich mache meine Formen immer mit der blauen Knete von R&G.
Keine scharfen Kanten??das kann ich nicht bestätigen meine werden immer scharfkantig.
Als Lack auf dem Urmodell nehme ich immer Vorgelat.

Mit Spachtel habe ich auch mal probiert, nur passte nach dem schleifen das Urmodell nicht mehr richtig.

Arne
11.05.2013, 10:16
Harz mit Talkum, wir und fast alle "guten" Leute die ich kenne machen das so ;)

depronator.
11.05.2013, 12:43
Und wem Talkum aus der Apotheke tu teuer wird, der nimmt Babypuder (ist das Gleiche)
Bei mir hat das Wiedereinsetzen des Urmodels nicht immer zu einwandfreien Ergebnissen geführt, deswegen bleibe ich bei der Knete...

Gruß
Juri

alex1977
11.05.2013, 23:34
Talkum geht natürlich auch sehr gut!

wie so gibt es Probleme beim wieder einfügen des Urmodells? schon mal über eine zweiteilige Trennebene nach gedacht?

studio1966
12.05.2013, 10:13
Wir haben mit Acryl abgespritzt und glattgestrichen. Hinterlässt keine Spuren am Urmodell und lässt sich gut abformen. Kanten waren bei uns gut. Mangels Vergleichmöglichkeit kann ich nicht sagen ob sie genausogut sind wie bei den " guten"

Gruß

Ben

depronator.
12.05.2013, 20:08
wie so gibt es Probleme beim wieder einfügen des Urmodells?
Tja, manchmal ist es eben nicht 100%-ig wieder drin. Da hat man unschöne Kante.
Aber nur manchmal...

Horbach
12.05.2013, 21:57
Danke für die Hinweise. Da es meine erste Abformung ist, hätte ich sowieso nicht gedacht, dass es perfekt wird und die Rümpfe nachher ohne Nacharbeit brauchbar werden. Habe jetzt das Urmodell etwas nachgespachtelt.

Das nächste mal werde ich die R&G Paste verwenden.

O.J.O.
12.05.2013, 22:03
Hey Ben,

mit dem Acryl, klingt sehr interessant, da man es vermutlich schneller in den Spalt bekommt. Wie geht ihr im Detail vor???

MAD3007
14.05.2013, 12:56
Hi,

ich verwende um den Spalt zwischen Urmodell und Trennebene zu schließen Wachs aus dem Modellbau/Architekturbereich.
Das sind Wachsplatten die ich grob falte, dann in den Spalt drücke und dann mit dem Föhn warm mache. Nachdem das Wachs dann wieder gehärtet ist kann man es vorsichtig mit einem Stechbeitel abstechen und erhält damit eine sehr gute scharfe Kante.

evtl. auch eine Alternative....geht schneller als Micros/Baumwolle und ist härter als Knete....

Gruß Uwe

studio1966
14.05.2013, 13:14
Hallo ojo
das Urmodell im Trennbrett fixieren und den Spalt zum Modell mit Acryl füllen. Kante mit plastikspachtel abziehen, fertig. Nach Aushärtung erneut Wachsen und laminieren.
Das Urmodell sollte natürlich ordentlich gewachst sein, dann bekommst du das Acryl auch gut runter.
Wir haben auch schon den Spalt mit Polyesterspachtel gefüllt, nach leichter Anhärtung glattziehen und mit Verdünnung das Urmodellund u. Trennebene reinigen. Danach wachsen und los gehts. Diese Methode geht halt nur, wenn das Urmodell lösungsmittel fest ist.
Ich will hier nicht den Anschein erwecken, der Oberformenbauer zu sein. Das was ich beschreibe sind Ergebnisse aus eigener Erfahrung.
Mit Kerzenwachs geht das auch, war uns aber zu viel aufwand.
Wir haben das Urmodell bei allen Methoden nicht mehr aus der Trennebene heraus gelöst.

Gruß

Ben

Horbach
14.05.2013, 13:36
Auf die Gefahr, dass ich jetzt komplett bekloppt dastehe....was verstehst du unter Acryl? Mir sind Acrylate nur als chemische Stoffgruppe bekannt.

MAD3007
14.05.2013, 14:29
ich vermute er meint Maler-Acryl.
MfG

Gideon
14.05.2013, 21:02
Ob man die durch eine Vakuumglocke noch rausbekommt? Was meint Ihr?


Ja, natürlich. Am besten gleichzeitig rühren


Eine Alternative zu relativ weicher Modelliermasse ist Styling Clay. Das ist ein ölhaltiger Ton, der bei 50 °C recht weich und bei Raumtemperatur spanabhebend bearbeitbar ist. Wer´s ausprobiert hat, schwört drauf

studio1966
14.05.2013, 21:57
Ja genau, das normale billige Sanitäracryl.

Eisvogel
14.05.2013, 22:56
Mit Polyesterspachtel bzw. Autospachtel geht's auch.

Vorteil: härtet schnell aus, läßt sich leicht planschleifen. Gibt superplane, scharfe Kanten.
Kleiner Nachteil: Macht schön polierte Lackoberflächen matt, dagegen hilft aber Tesa. Urmodell muß aus dem (2teiligen) Trennbrett entnommen werden.

Rennsemmel
16.05.2013, 15:54
Mit vernünftigen Modellierwerkzeugen bekommt man eine saubere kante hin, egal bei welcher knetmasse.
Bei gerstäcker gibt es div. sachen, auch beim Zahnarztbedarf wird man schnell fündig. Muss man nur eventuell mit 2000 schleifpapier überziehen, damit man sich keine Kratzer in den lack zieht. Habe mit diesen Mitteln beruflich schon ca. 150 Modelle eingeformt, wird zumindest so scharfkantig, dass , wenn man die Form gerade zuschraubt , man keine Trennähte sieht.
Der empfohlene Tec Clay geht bei Epoxy,PU und Kondensationsvernetzenden Silikonen. Bei additionsvernetzenden Silikonen vernetzt das Material nicht, da zu viele Amine im Clay enthalten sind.
Wenn es ganz schnell gehen soll geht auch Schwefel- und Schamottenfreier Ton, modelliert mit Silikonmodelierwerkzeugen. Dann sollte man aber auch am Tag des Einformens mit dem Formenbau beginnen. Ergibt aber sehr gute Ergebnisse.
Eignet sich aber nicht für Formen aus PU, da dort dass Wasser ärger macht.
Im allgemeinen kann man aber sagen, dass bei den synthetischen Knetmassen darauf geachtet werden sollte, dass die auch bei etwas Hitze Formstabil sind, sonst kann es vorkommen , dass die Reaktionswärme des Formbauwerkstoffes die Masse anschmilzt und einem alles wegschwimmt. Da ist Fimo und alles aus dem Spielzeugladen nicht gut dabei. Ratet mal , wie ich das gelernt habe... :rolleyes:

Just my 2 Pfennig und viele wege führen nach Rom.
Man muss halt die Methode finden, mit dern man am besten klarkommt.
Ansonsten, viel spaß !

Grüße, Sebastian

P.S.: Urmodell aus der Trennebene lösen ist eigentlich immer der garant dafür, dass irgendwo Formenmaterial zwischen Modell und Trennebene läuft. Wichtiger als eine Plane Trennkante ist eine sehr gute Führung und Fixierung der Formenhälften zueinander, sowie eine gute Formenstabilität.

Eisvogel
16.05.2013, 17:35
P.S.: Urmodell aus der Trennebene lösen ist eigentlich immer der garant dafür, dass irgendwo Formenmaterial zwischen Modell und Trennebene läuft. Wichtiger als eine Plane Trennkante ist eine sehr gute Führung und Fixierung der Formenhälften zueinander, sowie eine gute Formenstabilität.

Da läuft nix dazwischen!
Ein zwei- oder mehrteiliges Trennbrett kann man so genau wieder ans Urmodell anpassen, daß es spaltfrei anliegt.
Das wiedereingesetzte Urmodell wird dann incl. Trennebene nochmal gewachst. Sollte irgendwo noch ein mü von Spalt sein, so wird dieser mit Trennwachs gefüllt.

Ein plane Trennebene ist beim säubern der Form von großen Vorteil. Eine buckelige Trennkante wird sehr schnell beschädigt, dann ist man ewig am ausbessern oder bekommt eine grobe Naht am Bauteil.

Sollte es trotz allen noch vorkommen, daß Formenharz zwischen Urmodell und Brett gelaufen ist, kann man diese dünne Harzschicht ganz einfach mit dem Cuttermesser entfernen.

Rennsemmel
16.05.2013, 18:00
Bei Epoxi geht das "besser", da der Gelcoat sehr dünn ist und nicht so viel Druck aufbauen kann.
Ist ja wahrscheinlich auch das, worum es hier geht.

Bei einer Silikonform siehts schon etwas anders aus.
Das Zeug drückt es echt überall hin, gerade , wenn man eine dünnflüssige Masse hat und lange Vernetzungszeiten.
Habe schon Teile in der Hand gehabt, wo sich das Material in augenscheinlich dichte Oberflächen gezogen hat, Das Silikon hat aber einen Haarriß entdeckt und den geweitet.
Aber, wie schon gesagt, hier gehts ja um was anderes.

Das die Formenkante nicht buckelig sein soll hilft natürlich ungemein.
Ich meinte eher, mit einem geraden Werkzeug glatt abgezogen, parrallel ohne Stufen und Knicke zum Brett reicht eigentlich.

Stimmt auch mit dem Cutter , muss man aber schon echt aufpassen, dass man nicht ins Modell rasselt.

Grüße !

Eisvogel
16.05.2013, 21:03
Ich meinte eher, mit einem geraden Werkzeug glatt abgezogen, parrallel ohne Stufen und Knicke zum Brett reicht eigentlich.

Stimmt, das reicht eigentlich,
das Problem bei Knetmasse oder ähnlich weichen Materialen ist aber, daß beim anschließenden Trennwachsauftrag die vorher gerade Fuge wieder ausgewischt bzw. "verbeult" wird. Spätestens beim polieren des Trennwachses passiert das.

Hier wollt ich eigentlich ein paar Bilder einfügen, die lassen sich aber nicht mehr hochladen:confused::confused::confused:

Eisvogel
16.05.2013, 21:32
Hab nen alten thread von mir wieder gefunden, hier sind auch Fotos von der zweiteiligen Trennebene und von Spaltfüllen drin.

http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/262574-Bau-einer-Hotliner-Rumpfform?highlight=rumpfform+bau

Gideon
17.05.2013, 09:09
Just my 2 Pfennig

Hallo Sebastian,

die solltest Du öfter hier einmal einwerfen. Deine Ausführungen sind sehr hilfreich und wertvoll!

Rennsemmel
19.05.2013, 23:57
Hallo !

Nach studieren des Bauberichtes vom Erwin muss ich schon sagen, dass seine Methode bei glatten Modellen und geraden Teilungen mehr Vor-Als Nachteile hat.
Ich hatte viel mit sehr harter Formenbauknetmasse gearbeitet, ähnlich wie der Tec-Clay, da machte das Polieren eigentlich auch keine schwierigkeiten. Man musste aber etwas aufpassen, dass man nicht mit Fingernägel e.t.c. reinrasselt, da wir bei kleinen , verwinkelten Teilen die ganze Trennebene aus dem Material erstellt hatten. Oberfläche wird aber etwas Matter auf den weichen stellen.

Wenn man aber beim Modellflieger vor der Wahl steht , handelsübliche Knetmasse oder 2K Spachtel, ist der Spachtel in diesem Fall wirklich besser.
Das Problem ist eigentlich, dass die Lösungsmittel im Wachstrennmittel normales Plastillin anlösen und auswaschen, abgesehen von den Thermischen Problemen, die es geben kann.

Bei der Spachtelversion muss man halt sehr sauber arbeiten, damit man sich nicht dass Modell vollkleistert. Wenn die Formen organischer werden b.z.w die Teilungsebene sehr verwinkelt wird hat die weiche Lösung mit geeigneter, harter Knete wieder Vorteile.

@Erwin

Wie macht ihr dass denn mit dem Tesa bei Strukturierten Rümpfen ? Nehmt ihr dann ein Folientrennmittel und wascht es hinterher wieder ab ?

Super Baubericht, die idee mit den Gefrierbeuteln ist super.

Grüße,
Sebastian

Eisvogel
20.05.2013, 13:55
Wie macht ihr dass denn mit dem Tesa bei Strukturierten Rümpfen ? Nehmt ihr dann ein Folientrennmittel und wascht es hinterher wieder ab ?

Ich bau z.Zt. nur Zweckmodelle, die haben glatte Rümpfe. Mit Nieten, Beplankungsstößen usw. hab ich keine Erfahrung.

Rennsemmel
21.05.2013, 21:49
Hallo !

Danke für die Info. Ich probier mal etwas rum, wenn ich was Passendes auf die Werkbank bekomme.

Grüße, Sebastian