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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Vorgehensweise bei Vacuumtechnik....



Kyrill
15.06.2013, 11:09
Hallo, Frage an die, die es schon mal gemacht haben: Ich möchte mittels Foliensack eine Styro/Abachi Fläche herstellen. Ich habe gelesen, dass ein Vacuum von -0,2 Bar ausreichen soll . Die Frage ist nun ob der Kompressor dann einfach abgeschaltet werden kann und der Schlauch nur zugedrückt/verschlossen wird bei erreichen dieses Unterdrucks oder muß die Pumpe ständig laufen und über ein Nebenluftventil der Unterdruck justiert werden. Ich hab es noch nie gemacht deshalb diese Frage. Ich setze voraus, dass es mir gelingt den Sack durch verschweißen luftdicht abzuschließen.
Oder geht es viel einfacher, am Ende sogar ohne Messuhr. Ich bin für Tipps dankbar.

steve
15.06.2013, 14:24
Hallo Peter,
in der Regel wird der Sack mit acryl verschloßen, die Pumpe läuft durch und wenn Du nicht gerade Labortechnik hast, wirst Du kaum über 0,3 bar Unterdruck kommen. Monometer und Ventil sind aber am Anfang nicht verkehrt. Die Gefahr ist eher, dass irgendwo ein Loch ist und der Druck nur scheinbar anliegt, tatsächlich aber zu niedrig ist. Das sieht man ab besten an einem Monometer. Damit bekommst Du auch ein Gefühl für die Drücke, Druckverlauf etc.

Grüsse

Kyrill
15.06.2013, 16:35
Danke, ich werde also ein Manometer besorgen und mit anbauen. Ab welcher Länge von Flügel ist es sinnvoll an 2 Stellen zu evakuieren? Oder ist immer nur ein Saugschlauch notwendig? Wie stellt ihr sicher, dass das Vakuum im ganzen Sack gleich groß ist und nirgendwo ein "Luftstau" entsteht?

Gibt es diese Manometer mit einer Einstellmöglichkeit wie beim Kompressor mit Überdruck? Also zum Beispiel 0,2 Bar Unterdruck einstellen und bei mehr wird automatisch durch Vergleich mit der Außenluft ausgeglichen? Hab schon das Netz durchforstet aber noch nix gefunden. Mangels richtiger Bezeichnung des Gerätes denke ich.

steve
15.06.2013, 19:33
Hallo Peter,
wichtig ist beim Evakuieren, dass zwischen dem Bereich wo der Schlauch angeschlossen wird und dem Bauteil etwas Abreisgewebe (Gewebeband) eingelegt wird. Das Gewebe auch so im den eingeführten Schlauch wickeln, dass sich die Folie nicht vor das Schlauchloch legen kann. Die Folie oder Styropur wird gerne angesaugt und dann wirds für die Pumpe schwierig. Das andere Ende des Gewebes kommt zwischen Oberschale und Apachi. Im Bauteil selber verteilt sich der Druck sehr gleichmässig. Vor allen, wenn Du mit Apachi beplankst.
So ein Regelventil wäre auch für mich noch eine feine Sache - wenn Du eine Quelle gefunden hast: Bitte hier posten!

Grüße

Kyrill
15.06.2013, 20:18
Hallo Steve, ich will mir so einen Stutzen als Anschluß für die Folientüte machen wie R&G ihn anbietet. Messingscheibe die unten mehrfach genutet ist für den Luftstrom und in der Mitte ein Stück hohles Gewinde (Fahrradventil z.B.) mit noch einer Beilagescheibe. Beide Scheiben bekommen oben und unten eine Dichtbelag aus Gummi (Fahrradschlauch) sodass die Folie zwischen den Gummischeiben zu liegen kommt und dort festgepresst wird wenn man die Mutter anzieht. Der genutete Teller und die Dichtscheibe oben werden so ca. 30-40 mm Durchmesser bekommen.

Sollte ich einen "Unterdruckminderer" für Vakuumanwendungen finden poste ich gerne die Quelle.
Ha, geht ja schneller als ich dachte:

Bitte sehr:

https://www.aircom.net/de/vakuumdruckregler/v04-v05,1989.html#frameContainer

oder

http://www.ilmvac.de/content/products/Vakuum-Geraetezubehoer-fuer-WOB-L-Kolbenpumpen-Vakuum--Druckregler-g1400310.html

Milan
16.06.2013, 06:46
in der Regel wird der Sack mit acryl verschloßen...


Ja, das stimmt leider!:(

Wenn du den Foliensack etwa einen Meter länger als die zu pressende Tragflächenhälfte machst, kannst du ihn zum Absaugen locker aufrollen. Gegen wieder Abrollen einfach mit ein, zwei Klammern sichern. Das ist sowas von dicht..

Wenn das Flächenpaket in den Sack geschoben ist, sauge ich mit meinem Staubsauger den Großteil der vorhandenen Luft ab, dann den Sack aufrollen - den Rest macht dann die Vakuumpumpe.

1010405

Vorteil:
Kein Geschmiere, Gestinke und ständiges Sack abschnippeln (kürzen) beim späteren Öffnen.

Nachteil:
Ist mir keiner bekannt.

LG

Harry

Frank Thorn
16.06.2013, 08:05
Moin,

Ich schneide den Folienschlauch nicht ab, sondern rolle einfach die benötigte Länge auf dem Baubrett ab. Damit ist der Schlauch hinten schon mal dicht. Das andere Ende verschließe ich mit Kreppband, welches von beiden Seiten gegeneinander geklebt wird. Den Saugschlauch lege ich einfach ein Stück neben den Kern entlang. Die Einführung des Schlauches dichte ich mit Knet ab. Schau dir einfach den Baubericht der LS10 1:3 von User "Kneubi" an. Dort ist das super dokumentiert.

Ich habe jetzt mehrere Bauteile nach der Methode gemacht. Funktioniert problemlos.

Gruß
Frank

Gast_53593
16.06.2013, 10:44
Hi
Hier mein selbstgebasteltes Vakuumventil
Funktioniert super


http://www.thermik-board.de/viewtopic.php?f=16&t=482&start=40

Norbert

Kyrill
17.06.2013, 07:45
@ Volvo:

So ähnlich hab ich mir das gedacht mit dem Anschluß. Bringt es einen Vorteil, wenn man da ein "umgedrehtes Fahrradventil" mit einplant, welches verhindert das Außenluft wieder in den Sack zurückströmt, so als zusätzliche Sicherung, wenn die Pumpe mal ausfällt?

In dem Thread experimentiert ihr mit 0,5 mm Kunsstoff um die Oberfläche der Glasfasermatte an den Flächen schön glatt zu bekommen also ohne Abachi Beplankung. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht. Kann auf das Abachi verzichtet werden, wenn man die Innenseite der Außenhälften nach dem Styroschnitt damit belegt bzw. dieses Material statt Abachi bis zum Aushärten dazwischen legt? Muß es gewachst werden um sich wieder zu lösen oder haftet Epoxy von sich aus nicht daran? Ist Blasenbildung (Lunker) an der Oberfläche zu verzeichnen? Habt ihr schon mal einen Seglerflügel komplett so erstellt? Wie finisht ihr den Flügel anschließend?

segelflieger-clemens
11.07.2013, 14:53
Alle vorgenannten Techniken gehen natürlich, haben aber den Nachteil der aufwändigen Abdichtung. Ich praktiziere anders und zwar: Ich stecke den Pressling in den Foliensack, lege auf den Styronegativkern noch ein Stückchen Balsaholz und darüber einen kleinen Lappen. Dann mache ich den Sack komplett zu. Dort, wo der Lappen ist, wird in den Foliensack ein kleiner Kreuzschlitz eingeschnitten und dann sauge ich direkt an der Oberfläche mit einem Saugnapf ab. Zusätzlich umklebe ich den Saugnapf noch mit Tesakrepp, so daß über die Ränder keine Fehlluft eingesaugt wird. Auf diese Weise werden bei mir alle Vacuumarbeiten erledigt. Mit einer normalen Pumpe kann man so bis 0,85 Vacuum erzeugen. Zum Pressen eines Styroflügels reichen aber 0,35 bis 0,4.. Bei einer Presslänge von über 1,5 m setze ich manchmal auch 2 Saugnäpfe an. Die Firma Festo hat derartige Saugnäpfe, ich denke auch R u. G. Zur Reduzierung und Kontrolle sollte jedoch ein Vacumeter und eine Fehlluftschraube am Ansaugschlauch vorhanden sein.
Meine Schläuche erstelle ich aus Renovierungsfolie, allerdings die stärkere Qualität. Gibt es in jedem Farbenfachgeschäft, auch in Rollenware.

Milan
11.07.2013, 18:16
Alle vorgenannten Techniken gehen natürlich, haben aber den Nachteil der aufwändigen Abdichtung.

Hallo Clemens.

Kuck mal bei #6 !

LG

Harry

segelflieger-clemens
11.07.2013, 20:18
Hallo Harry,

ist schon klar, machst es nicht anders oder so ähnlich. Ich erwähne es halt ausführlich, da ich oft bei den Großen daheim war und deren Technik kennengelernt habe. Die nehmen alle die Sauger und ich habe mich schon von annähernd 25 Jahren von all den Empfehlungen und Fehlabsaugungen verabschiedet und bin mit meiner vereinfachten Methode hervorragend zurecht gekommen.

Wünsche Dir erfolgreiches Schaffen
Clemens

attack
22.07.2013, 14:58
Hallo!

Ich verwende jetzt bei kleineren Sachen bis 2 Meter immer Vakuumkleidersäcke vom Baumarkt!
Mache ein zusätzliches Loch und sauge dort mit meinem Ventil ab!
Vorteil: man kann den Sack super wie mit einem Zip zumachen und immer wieder verwenden!

Ansonsten bei größeren Sachen (zb 3 Meter Form) kommt Dampfsperre - Folie vom Baumarkt drüber und wird dann mit Klebeband rundherum abgepickt!
Als erstes sauge ich dann immer mit 3 zusammengeschaltete Kühlschrankkompressoren ab-
da geht wirklich die Luft sehr schnell raus- dann wird noch Klebeband bei etwaigen undichten Stellen angedrückt (das hört man sehr gut, wo undicht ist),
Komme da auf -0,9! (Sollte man aber nur bei festen Formen machen!)
dann schalte ich auf meine medizinische Vakuumpumpe auf Dauerbetrieb um!

Mit Kühlschrankkompressor und Ventilator davor wird übrigens auch nichts heiss- bleibt alles Handwarm.
Den Tip habe ich übrigens von einer Vakuumfirma!
Funktioniert übrigens jetzt schon seit einem Jahr bei meinen Höhenruderformen ohne Problem!
Kommen zum aushärten in die Temperbox aus Styropor 50 * 50 *200 (die ich nur bei den Stoßstellen mit Klebeband zusammenklebe) und dann wird auf ca. 40 grad geheizt!
Nach 3 Stunden ist alles fertig !

Und den Sack kann man immer wieder verwenden- man muss nur mit Stahlrahmenformen vorsichtig sein (- wickle das ganze jetzt übrigens jetzt zusätzlich in eine Decke! Seitdem arbeite ich seit ungefähr 12 Höhenrudern mit dem selben Sack!

Lg

Hannes

Hydrofoil
01.08.2013, 00:13
Weil wir gerade bei dem Thema Vakuum sind....wie genau kann man einen dichten Verschluss bekommen, wenn man den Schlauch durch die Folie sticht und wie unterbindet man das die Folie angesauft wird ? Es wurde ja oben geschrieben mit Abreisgewebe...ginge auch Fliess um den Schlauchbeginn wickeln wie über einen Daumen ?(Habt ihr mal ein Bild ?) Muss man das Loch im Vakkumsack dann noch mit Tesa oder so gegen aufreissen sichern oder reicht einfach dieses Kaugummi-Klebeband drumm zu kleben ?

Hab bisher immer nur mit den Verschlüssen gearbeitet, möchte aber mal simple Varianten probieren.

Vielen Dank für Tipps schon mal und Grüsse an euch
Robert