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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ansteuerung Querruder Tiplets ?



Michael Hermann
19.01.2006, 23:59
Hallo Großseglerfreunde,

habe Herrn Weber von DG- Flugzeugbau mal wegen der Ansteuerung der Selbigen angemailt,
weil ich für meine große 1:3 DG 1000 wissen wollte ob im Thermikkreisflug die Tiplets beim Orginal einzelt angesteuert werden können,
oder immer mit den Querrudern mitlaufen ?

Antwort:
werden immer im gleichen Verhältniss mit den Querrudern mitgenommen !
(Nochmals Danke an Herrn Weber für die sofortige Antwort)

So nun meine Frage an alle die vielleicht schon so einen Großsegler wie Ventus/Nimbus usw. mit Tiplets fliegen.
Ist es trotzdem ratsam die Querruder getrennt zu den Tiplets anzusteuern,
zb. um die Querruder für den Thermikflug als Wölbklappe leicht nach unten zu fahren und den Kreisflug nur mit den Tiplets zu steuern.

Wie ich gehört habe soll es ja bei anderen Orginalen Seglertypen solch getrennte Ansteuerungen geben....oder doch nicht?

Gruss Micha

__________

Locke
20.01.2006, 09:39
Hallo Micha,

Bei meinem Ventus 2 c ( 5,13m ) , ebenfalls mit kleinen Tiplets, werden diese auch "nur" mitgenommen.
Bei der Verwölbung sind die Ausschläge der Tiplets eh nur noch gering.

In einem älteren MFI Beitrag wurden diese bei einem Nimbus, mit 6m,
einzeln angesteuert.
Bei Betätigung vom Seitenruder rechts wurde nur das rechte nach oben mitgenommen, Seite links nur das linke Tiplet.
Soll die Wirkung des Seitenruders verbessert haben.

Natürlich kannst Du das Tiplet dann auch noch als 2.Querruder mitnutzen.
Da muss dann nur ein größerer Spalt zwischen den Rudern sein, für die Bewegung nach oben, nach unten egal.

Ist alles nur eine Frage der Programmierung.

Gruß Pierre

Thommy
20.01.2006, 11:15
Hallo,
es soll ja Offene Klasse Segelflugzeuge geben, die Tiplets zur Unterstützung des Seitenruders beim Kreisen verwenden. Dazu habe ich keine Erfahrung.
Aber die reine Tipletsteuerung in der Thermik habe ich bei meinem Escape schon ausprobiert. Das Steuergefühl ist sehr unangenehm, da man tierisch in die Ruder greift und die Wirkung eher mager ist. Bei einem Großsegler wie Deiner DG ist das Ergebnis vermutlich noch bescheidener. Einziger positiver Aspekt, den ich beim Escape der Tipletsteuerung abringen konnte, war die bessere Steuerbarkeit auf QR bei gezogenem Butterfly.
Dieser Vorteil wird aber für die DG ebenfalls nicht relevant, und damit bleibt als Fazit, dass man sich das wirklich schenken kann, und das Geld für die 2 Servos irgendwo anders besser investiert.
Gruß
Thommy

Jörn Meyer
20.01.2006, 12:22
Tipletsteuerung ist sicher auch eine Glaubensfrage, Massenträgheit durch Servos im Außenflügel möchte ich jetzt ausklammern.
Meine Meinung steht im eher leichten Gegensatz zu den von Thommy vorgenommenen Äußerungen. Es gibt unzählige Beispiele dafür, daß Fliegen ohne Tipletsteuerung durchaus möglich sein soll ;) , mit Tipletsteuerung Fliegen trotzdem (ganz gut?) funktioniert. Ich hatte selbst noch keinen Escape, dafür den einen und anderen Starlight (auch 2000 aber nicht 3000) und baue selbst Corella 2000 'Klon'. Und alle mit Tipletsteuerung.
Die Mitnehmervariante hatte ich in meinem 1. Starlight, der 2. bekam dann 2 zusätzliche Servos spendiert. Danach habe ich die Mitnehmervariante verworfen. Mittlerweile sieht meine Grundprogrammierung so aus, daß die Tipruder (TR) ab 35% des Knüppelweges Unterstützung von den 'Haupt'-Querrudern (QR) erfahren, bis dahin sind nur die TR aktiv.

Nur TR-Steuerung:
QR-Differenzierung TR ca. 90/10. Den Anteil nach unten kann man sich fast schon sparen, reicht er doch schon in den Bereich der Stell-Un-Genauigkeit bei Servo und Co.. Ohne QR sind so schöne Kurvenflüge und auch gemütliche Richtungswechsel möglich.

Je nach meiner Tagesform verschiebe ich den 35% Offset für die QR auch mal auf 55%. Das Modell fliegt immer noch steuerbar. Wo man sich die Haare raufen kann, ist die Abstimmung:
Differenzierung der Ausschläge o/u,
ab wieviel % Mitnahme der QR zu den 'voreilenden' TR und die passende Differenzierung der QR

und das für diverse Klappenstellungen/Flugphasen.

Gruß
Jörn

Wolfram Just
22.01.2006, 00:01
Hallo Michael,

bei meiner DG1000 von LET (5.33m) habe ich die Tiplets einzeln angesteuert und mische sie im Normalflug- und Thermik-Flugzustand auf das SR (Ausschlag ist mechanisch nur nach oben möglich, SR links -> linkes Tiplet hoch, rechts entsprechend). Ich finde, dass dadurch die Reaktion auf SR-Eingabe v.a. im Langsamflug sehr direkt kommt. Für den Kreisflug benötigt man subjektiv weniger SR-Ausschlag. Frag mich aber nicht, wie das mit der Gesamtwiderstandsbilanz aussieht, da man ja zum Abstützen wieder Gegenquerruder gibt.
Im Schnellflug oder für Kunstflug widerum nimmt das QR das Tiplet - zumindest nach oben - zu 100% mit.

Gruß
Wolfram

Michael Hermann
23.01.2006, 11:40
Hallo alle,

zunächst Danke für euere "Tipps"!
Also was mich am meisten überrascht hat, ist die Seitenruderunterstützung....
das hätte ich nur vermutet wenn die fast senkrecht nach obenstehenden Winglets auch noch steuerbar wären.
Kommt vielleicht auch noch ! ;) :D ;)
Aber manchmal hat man im Hirn wirklich einen Hänger......oder besser gesagt, dank eurer Hilfe ist mir jetzt wieder klar geworden warum die Tipletruder auch nur nach oben ausschlag sollen, zur Seitenruderunterstützung.
Weil wir ja im umgekehrten Fall die Querruder extra Differenzieren um ein
schieben um die Hochachse zu vermeiden...ich Dussele. :rolleyes:
Also ich sehe schon, die Sache mit der getrennten Ansteuerung und Mischung
zur Querruder und Seitenruderunterstützung wird interessant, aber bedarf
bestimmt einiger Teststunden am Himmel, bis die optimalen Misch und Ausschlagswerte fest liegen.
Also bei meiner kleinen TF DG1000 lohnt sich die ein Umbau auf eine seperate
Ansteuerung nicht, aber bei der großen wo ich die Servos sowieso schon drin habe, ist der Versuch es auf jeden Fall wert.

Greets Micha