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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : an die Segler: haarsträubende Fehler bei "All is lost" mit Robert Redford



Jan
15.01.2014, 12:20
Hi,

mir hat der Film nicht besonders gefallen. Aber das ist ein anderes Thema.

Ich finde den Film "handwerklich" schlecht. Es sind so viele Fehler gemacht worden, die man durch Beteiligung von sachkundigen Seglern hätte vermeiden können.

- der Umgang mit Handschuhen - ein alleine segelnder Seemann wird wg. der Verletzungsgefahr niemals ohne Handschuhe verletzungsanfällige Arbeiten leisten
- der Umgang mit Nässe - ein Segler wird niemals eine trockene Hose nassmachen, wenn er es vermeiden kann. Erst recht nicht mit Seewasser.
- der Umgang mit Kälte - ein Segler wird niemals bei aufkommendem Sturm rausgehen, um nach dem Wetter zu schauen, um Nässe und Kälte und damit Auskühlung zu verhindern
- wenn eine Rettungsinsel durch ein Seil mit dem sinkenden Schiff verbunden ist, wird der Segler es (am Schiff) lösen, wenn das Schiff sinkt. Sonst gibt es Probleme...
- wenn man über Bord geht, wird nur ein hochtrainierter Sportler es schaffen, sich (mit nassen Klamotten) an einem Seil hochzuziehen und wieder zurück an Bord zu kommen. Normalerweise hängt dazu am Heck eine (heruntergeklappte) Leiter, insbesondere bei aufkommendem Starkwind. Ein fast 80jähriger, der schon Schwierigkeiten hat, eine mittlere Batterie oder eine Rettungsinsel zu bewegen, schafft das niemals.
- eine umgeworfene Rettungsinsel von dieser Größe kann man nur mit Hilfe von Wind wieder zurückdrehen.
- der Inhalt einer umgeworfenen Rettungsinsel fällt ins Dach und von dort ins Meer, es sei denn er ist befestigt. Dann kriegt man die Insel erst recht nicht umgedreht.
- wenn es nass wird in einer Rettungsinsel, wird man das Wasser schmecken, um zu testen, ob es salzig ist (dann kommt es von außen oder süß, dann ist es kostbares Trinkwasser)
- die letzten 30 Sek. sind völlig unwahrscheinlich und würden nur Sinn machen, wenn sie quasi die Phantasie des Ertrinkenden wiedergeben

Sind Euch noch mehr Fehler aufgefallen?

Ost
15.01.2014, 12:55
Hab den Film nicht gesehen aber ich kann mir schon vorstellen welche haarsträubenden Fehler da gemacht wurden.
Aber....wo würde sonst die Dramaturgie bleiben?
Segeln ist ohnehin ein sensibles Thema, das verstehen die wenigsten;)
Sturmszenen sind regelmäßig lächerlich.
Wenn man so jeden Film betrachtet kann man in jedem Film eklatante Fehler beobachten.
Manchmal werden die bei den Mightbustern aufgeklärt (explodierende AUtos)
Die beste Szene die ich kenne kommt in einem James Bond vor, wo er mit seiner chin. Partnerin auf ner BMW? vor einem Hubschrauber flieht.
Der steht im Winkel von 60° bald ne Minute still und die Blätter sollen irgendwann den armen James töten:D

OLiver

Jan
19.01.2014, 21:14
Mit Hubis stimmt bei JB öfter was nicht. Ich erinnere mich an eine Szene, in der JB auf einer Leiter herabklettert. Der Hubi (mit drehendem Rotor) nähert sich, bis er unmittelbar neben der Leiter ist. Bei der geringen Distanz müsste er ständig mit dem Rotor durch die Leiter rotieren...

matteusel
20.01.2014, 22:22
Hallo Jan,

mir hat der Film aus ähnlichen Gründen ebenfalls nicht gefallen.

Weitere Fehler:

- Nach Beschädigung des Rumpfes (Loch) schaue ich nicht seelenruhig zu wie Wasser ins Schiff läuft und die Bordelektrik absäuft sondern versuche das Leck abzudichten.
- Wenn das Schiff voll Wasser steht versuche ich dies nicht mit der Handbilgepumpe zu lenzen sondern nehme einen Eimer. Geschätzter Effektivitätsgewinn Faktor 5-10.
- Vollständige Naviagtion mit Sextanten (Länge und Breite) ist nur mit nautischem Jahrbuch möglich
- Funkversuch auf Kanal 16 UKW mittem im Indischen Ozean ist aufgrund Reichweite nicht wirklich erfolgversprechend
- Nach einer Durchkenterung ohne Sicherung im Cockpit zu bleiben ist völlig unrealistisch

Paderpiper
24.01.2014, 09:44
Mit Hubis stimmt bei JB öfter was nicht.

Das geht schon in Ordnung wenn sie von Corinne Clery geflogen werden.
Und bei JB erwarte ich absolut keinen Realismus. Aber bei all ist lost ist alle Spannung verloren wenn seglerische Selbstverständlichkeiten so weit ausser acht gelassen werden.

Grüße