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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verlöten von Kabeln



PeBe
21.04.2003, 22:13
Hallo ,

nachdem ich hier schon einges über das Löten gelernt habe , hätte ich noch folgende Fragen :

1. Wie verlötet ihr Kabel miteinander ? z.B. zur Verlängerung eines Servokabels ?
Meine Methode ( sicher verbesserungsfähig ): Nach dem Abisolieren schiebe ich die Kabelenden ineinander , so daß die Kupferdrähtchen der beiden Kabel sich gut "vermischen".Dann löte ich . Meistens ist der Querschitt der Lötverbindung aber zu dick,so daß ich keinen Schrumpfschlauch mehr drüber bekomme .Mit einer kleinen Fräse im Handstück schleife ich dann die Lötverbindung auf normale Litzenstärke herunter,so daß der Schrumpfschlauch drüber geht.

Nachteil: Da man an der Verbindungsstelle , durch das Ineinanderschieben doppelte Kabelstärke hat , sind die benachbarten Kabelisolierungen meist leicht angebruzzelt bis das Lot endlich fließt.

2. Weiß jemand wie man Kabelenden verzinnen kann,ohne daß das Lot unter die Kabelisolierung läuft ?
Wie macht das eigentlich die Industrie ? Bei gekauften Kabeln mit verzinnten Enden , sind diese meistens ganz exakt 2 mm verzinnt und keinerlei Lot ist unter der Isolierung .

Herzlicher Gruß Peter

Sky Walker
22.04.2003, 07:05
Hallo Peter, da wird der Traht in flüssiges Amonium und danach in flüssiges Zinn getaucht und nach 1-2 Sekunden wieder herausgezogen, das war's.
mfg.vom......

FlyHein
22.04.2003, 09:50
Hallo PeBe

Zum verlöten von Litzen folgendes Vorgehen meinerseits:
nur gutes Elektroniker-Lötzinn mit Flußseele sowie einen max. 30 Watt Lötkolben mit Spitze verwenden
Kabelende in die einzelnen Litzen aufspleissen, bei Servokabeln hat man dann drei einzelne, 1,5-2cm lange Litzenenden
Litzenenden etwa 2-3mm abisolieren
abisolierte Enden einzeln zwischen den Fingern zusammen"zwirbeln"
gezwirbelte Litzenenden einzeln verzinnen
verzinnte Litzenenden mit Hilfe einer "dritten Hand" nebeneinander so positionieren, daß sich die verzinnten Litzenenden 2-3mm lang berühren
verzinnte Litzenenden nur kurz mit Lötkolben erhitzen bis das Lot erneut aufschmilzt und ineinanderfliesst
über abgekühlte Lötstelle (nicht dicker als isolierte Litze) einen Schrumpfschlauch schieben, mit Heißluftfön schrumpfen
FERTIG
Viel Spaß beim Löten.

[ 22. April 2003, 09:53: Beitrag editiert von: FlyHein ]

Berndt.R
22.04.2003, 10:39
Hallo Pebe

Zum Verlöten von Servokabeln schneide ich mir aus einer Streifenleiterplatte ein Stück (10x10mm)
heraus. Dann löte ich die zu verbindenden Litzen
auf dem Platinenstück fest und schrumpfe das komplette Platinchen ein. Danach wird es mit etwas Silikon am Servo befestigt.
Man muss nur darauf achten, dass kein Kurzschluss zwischen den Leiterbahnen ist.

Tschüss René

TurboSchroegi
22.04.2003, 10:53
Hi PeBe !

Ich habe es früher auch so gemacht wie Heinrich. Mein Problem war aber immer die dritte Hand ;)

Jetzt verzinne ich die einzelnen Enden nicht mehr, sondern "zwirble" die beiden Litzen unverzinnt zusammen. Aber so, dass sie quasi verdrillt sind. Also nicht am Ende aussehen wie ein "V" sondern der "Länge nach" - es ergibt dann "eine Litze" (kann's nicht besser beschreiben). Das "freiliegende" Stück (ohne Isolierung) "verzinne" ich dann (das ist die eigentliche Lötung). Vorteil: Du kannst das Kabel irgendwo drauflegen und einfach mit zwei Händen arbeiten. Mit dem Lötkolben von unten an die Litze und mit dem Zinn von schräg oben drauf.

Nicht zu lange mit dem Zinn draufbleiben, dann läuft's auch nicht unter die Isolierung.

Grüße TurboSchroegi

P.S. Das Kabel mitt dem Lötkolben immer schön auf Temperatur bringen und nicht auf das "kalte" Kabel Lötzinn treufeln.

P.P.S Den Lötkolben immer schön sauber halten. Am Tuch oder Schwamm abwischen ;)

booma
22.04.2003, 11:16
Hi,

Apropos dritte Hand:
Ich wende auch die Technik von Heinrich an. Eine dritte Hand brauche ich dafür allerdings nicht.

Nach dem Verzinnen der zu verbindenden Enden, halte ich das eine Ende zwischen Zeige- und Mittelfinger und das andere zwischen Daumen und kleinem Finger. Natürlich zeigen die Enden dabei zueinander. Aneinanderhalten der Enden, Erhitzen, fertig.

Ist wie mit Stäbchen essen - man braucht halt ein wenig Übung.

hubi01
22.04.2003, 20:28
Ich wende schon jahrelang die methode die Turbo... beschrieben hat ohne Probleme an. Nimmt man halt den besseren Schrumpfschlauch mit dem höheren Schrumpffaktor, dann kriegsten auch drüber. Ist halt wie immer im Leben, ne! ;)

FlyHein
22.04.2003, 22:45
N' guten Abend zusammen

@Turboschroegi
Kannst Du mir mal verraten. wie du die zwei abisolierten Litzenenden so miteinander verzwirbelst, daß eine gestreckte Verbindung (- der Länge nach-) entsteht?

TurboSchroegi
23.04.2003, 08:21
Hi Heinrich!


Original erstellt von FlyHein:
N' guten Abend zusammen

@Turboschroegi
Kannst Du mir mal verraten, wie du die zwei abisolierten Litzenenden so miteinander verzwirbelst, daß eine gestreckte Verbindung (- der Länge nach-) entsteht?Ja, kann ich ;) Wir Fliegenfischer haben die tollsten Verbindungen drauf ;)

Spaß beiseite! Ist garnicht schwierig! Du kennst doch die verdrillten Servokabel, oder ? Im Grunde sieht der Teil der abisolierten Enden genauso aus, wie ein verdrilltes Servokabel - oder wie die "vertwisteten" Jeans aus der werbung :) Auf keinen Fall mache ich es so, dass ich ein Ende so um das andere Wickle, wie man eine Schnur um einen Stock wickeln würde. Sie mal hier. (http://www.diefischer.com/html/knoten/blutknoten.htm) Das ist das wie ich es *nicht* mache! Wenn Du Dir im Schritt 2 vorstellst, dass gegen die Wickelrichtung des weissen Endes das dunkle Ende noch eingewunden ist, erst dann hast du's (Das durchschieben des freien Endes lässt Du weg)! Alle Klarheiten beseitigt ;)

Grüße TurboSchroegi

P.S. Noch ein "Bild": Du musst nicht nur ein Ende drehen, sondern beide Enden gleichzeitig entgegengesetzt drehen.

[ 23. April 2003, 08:22: Beitrag editiert von: TurboSchroegi ]

thjoe
23.04.2003, 12:37
Hallo,

noch´n Tip zur Isolierung - ich schneide die drei einzelnen Litzen versetzt ab (ca.1,5cm), so daß dann auch die Lötstellen entsprechend versetzt liegen und mach dann nur ein Stück Schrumpfschlauch über alles. Achso und ich bevorzuge die "Flyhein-Booma-Methode" ;)

[ 23. April 2003, 00:39: Beitrag editiert von: thjoe ]

Radiomann
23.04.2003, 21:09
@Schroegi: Der Knoten in Deinen Link ist eigentlich ne gute Sache. Wenn man das genauso macht mit abisolierten Enden und danach Schrumpfschlauch drüberschiebt, brauchts keine Lötung mehr und hält garantiert auch lange.

Vorteil: Nix wird spröde wie bei einer Lötstelle. Allerdings sollte der Schrumpfschlauch so bemessen sein, daß die Sache luftdicht abgeschlossen ist.

Nachteil: Ist ne elende Fummelei, habs gerade mal probiert. Beim Reißtest ist das Kabel nicht am Knoten gerissen :D

Gruß, Gunter

TurboSchroegi
24.04.2003, 08:36
Hi ! :D :D


Original erstellt von Radiomann:

Nachteil: Ist ne elende Fummelei, habs gerade mal probiert. Beim Reißtest ist das Kabel nicht am Knoten gerissen :D

Gruß, GunterNee, oder ? Du hast nicht wirklich einen Blutknoten in's Kabel gemacht ? Ich hau mich weg :D :D :D Erkenne ich jetzt die Ironie nicht oder was ?? Der Knoten sollte lediglich das Prinzip verdeutlichen wie verdrillt wird! Auf keinen Fall mache ich so einen Knoten in's Kabel!

Grüße Turbo*vollabbrech*Schroegi :D :D

Radiomann
24.04.2003, 12:48
Da wird man mal wie jeder ordentliche Modellbauer kreativ, und schon glaubts keiner :D

Mir war halt danach, das mal auszuprobieren. Mir war schon klar, daß Du das so nicht gedacht hast :)

Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht sicher, ob das ein 100% richtiger Blutknoten war. Jedenfalls hat die Verbindung mechanisch gehalten, und das bevor ich den Schrumpfschlauch drüber zog.

In anderen Bereichen wird das so ähnlich schon lange praktiziert. Gerade dort, wo mit Vibrationen zu rechnen ist, ist ein verlötetes Kabel eben immer ein Risiko, weil spröde.

Die Postler zwirbeln ihre Telefonstrippen schon ewig zusammen, dann Schlauch drüber (nicht mal Schrumpfschlauch), einmal abknicken und gut ist. Selbst in feuchten Kellern sieht das nach Jahren immer noch gut aus. Allerdings machen die das mit Drähten und nicht mit Litzen. "Meine" Variante mit dem Knoten ist wohl für Litzen schlauer, weil zugfest.

Nachteil: Es ist keine Crimpung, daher muß die Sache gegen Feuchtigkeit geschützt werden. Ein sehr guter Schrumpfschlauch, der stramm über der Verbindung sitzt, sollte das aber hinkriegen.

Obwohl ich mir einbilde, perfekt löten zu können, halte ich diese Technik für ne legitime Alternative. In meinem Beruf habe ich schon eine Menge Kabelbrüche erlebt, vorzugsweise an den Lötstellen, schon deshalb war mir die Löterei in meinen Fliegern schon immer suspekt.

Vielleicht ist diese Technik eine Alternative vor allem für die Leute, die das mit dem Lötkolben eh nicht richtig gebacken kriegen oder zu geizig sind, sind ne anständige temperaturgeregelte Lötstation zuzulegen. Mit nem Kolben aus dem Baumarkt und dem Lötzinn aus selbigem Regal an Servokabeln rumzubraten, halte ich für ziemlich leichtsinnig.

Gruß, Gunter