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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mindestgewicht bei RES?



onki
30.01.2014, 09:51
Hallo,

gibt es eigentlich ein Mindestgewicht bei RES-Modellen?
Wenn ich das richtig verstehe ist der Sinn von RES ja im Grunde "Back to the Roots" also wieder fliegen mit 2-Achsmodellen ohne Schnickschnack.

Wenn ich aber lese, in welche Wissenschaft das hier wieder ausartet, nur um 3Gramm zu sparen, frag ich mich, ob das Ganze nicht ad Absurdum geführt wird und sich wieder eine UpperClass herausbildet die kein Mensch braucht.
War die Idee nicht, mit einem ollen Amigo genau so Chancen zu haben wie beispielsweise einem Resolution?
Wäre dann ein Mindestgewicht nicht die Konsequenz daraus, das Ganze wieder in vernünftige Bahnen zu leiten?

Ist nur ein Ansatz. Wie denkt ihr darüber? Wird das womöglich vereinzelt schon umgesetzt?

Gruß
Onki

Slik202
30.01.2014, 10:41
Hallo Onki,

ich denke das Mindestgewicht wird schon durch die vorgeschriebene Bauweise "hoch" gehalten. Es müssen
auch nicht immer CFK Rohrholme sein die zum Bau des Modells verwendet werden, auch die Baba Jaga kann
mit klassischem Holzbau unter 500 Gramm gebracht werden.

Meiner Meinung nach ist es ganz normal das innerhalb einer neuen Klasse immer eine Entwicklung stattfindet
um die Eigenschaften der Modell hinsichtlich ihres Einsatzzweck zu optimieren. Aber es ist schon richtig das man
mit einem Amigo inzwischen sehr geringe Chancen haben wird vorne mitzufliegen. Ich habe z.B. letztes Jahr in
Blankeburg einen über 800 Gramm schweren Friendlito geflogen und konnte mich bei Wind gegen einen Pures
durchsetzen.

Den Trend zu einer Upperclass kann ich nicht sehen. Die Auswahl an Wettbewerbsfähigen Modellen wird immer größer,
Teils sind es Privat Projekte die kleiner Stückzahl aufgelegt werden, Teils "normal" Bestellbare Projekte wie die Baba Jaga.

Die Kosten für die Modelle sind immer noch Konstant, ich denke das sich alle Bausätze um die 130€ bewegen. Und
das ist für den Großteil der RES Flieger noch erschwinglich.

VG Matze

Dix
30.01.2014, 10:50
Ich doch genau die Frage:

Soll die Klasse einsteigerfreudig sein?
Wie stark wird Wert auf "Technik" gelegt?

Ein Mindestgewicht von 500-600 Gramm wäre realistisch, um die Leichtbaufreaks auf ihre Kosten kommen zu lassen. Gleichzeitig aber das Feld dicht beisammen zu halten.

Hans Hoffmann
30.01.2014, 11:06
Hallo Onki,

ist eine Überlegung wert. Ich stelle fest, daß ich mich mit dem Gewichtssparen schon ziemlich unter Druck setze beim Bauen.
Ohne Einschränkungen wird der Weg zu widerstandsärmeren ( dünneres, wenig gewölbtes Profil, Besenstielrümpfe) Konstruktionen
mit möglichst geringem Gewicht führen.
Es wird interessant, ob bei den diesjährigen Wettbewerben weiterhin wie bisher in erster Linie das fliegerische Können und das Quentchen
Glück bei der Thermiksuche entscheidend für den Erfolg sind. Oder ob man mit bestimmten Konstruktionen einfach die 6 Minuten abgleitet
und den Flieger auf den Landepunkt nagelt.
Meine Meinung: keine Gewichtsbeschränkung, damit es spannend bleibt. Ich freu mich über jede neue RES-Konstruktion. Eher könnte man
zur reinen Holzlehre zurückkehren, aber gegenwärtig sehe ich auch dafür keinen zwingenden Grund.

Gruß Hans

seppale
30.01.2014, 11:30
Hi Onki,

ich glaube, die Klasse ist nicht entstanden, um mit verstaubten 2 Achsern Wettbewerbe zu fliegen.
Es geht darum, mit geringen Einstiegskosten neue Leute und dabei vor allem auch den Nachwuchs fürs Segelfliegen zu begeistern und an Wettbewerbe heranzuführen.
Es gibt ein - meiner Meinung nach - sehr gutes Regelwerk, das KEIN Mindestgewicht vorschreibt. Ich hoffe das bleibt auch so.
Abspecken macht ohnehin nur in einem gewissen Rahmen Sinn. Der Flieger muss eben die dynamischen Kräfte beim Hochstart aushalten und auch noch bei etwas Wind verwendbar sein. Bis dahin kann ich das Gewicht reduzieren wenn ich will - ist doch gut oder ?
Was spricht denn dagegen, seinen Serien-Flieger zu "pimpen" ? Die Auswahl der Modelle ist mittlerweile schon recht groß, und dass mit der Zeit Evolution und Selektion Einzug halten, ist doch ganz normal.
Das Tolle an dieser Klasse ist doch, das alles mit geringem finanziellen Einsatz zu machen ist. Das Argument gegen "Hitech-Materialien" finde ich auch nicht mehr angebracht. Ein brauchbarer Rohrholm mit Gewebelage ist heutzutage schon für 12 € zu bekommen. Wir sprechen hier von 150 € für einen fertigen Flieger. Mit mehr "Kohle" erreicht man hier nicht mehr viel ...

Gruß
Sepp

Mooney
30.01.2014, 11:53
Hi Onki,

ich glaube, die Klasse ist nicht entstanden, um mit verstaubten 2 Achsern Wettbewerbe zu fliegen.
Es geht darum, mit geringen Einstiegskosten neue Leute und dabei vor allem auch den Nachwuchs fürs Segelfliegen zu begeistern und an Wettbewerbe heranzuführen.
Es gibt ein - meiner Meinung nach - sehr gutes Regelwerk, das KEIN Mindestgewicht vorschreibt. Ich hoffe das bleibt auch so.
Abspecken macht ohnehin nur in einem gewissen Rahmen Sinn. Der Flieger muss eben die dynamischen Kräfte beim Hochstart aushalten und auch noch bei etwas Wind verwendbar sein. Bis dahin kann ich das Gewicht reduzieren wenn ich will - ist doch gut oder ?
Was spricht denn dagegen, seinen Serien-Flieger zu "pimpen" ? Die Auswahl der Modelle ist mittlerweile schon recht groß, und dass mit der Zeit Evolution und Selektion Einzug halten, ist doch ganz normal.
Das Tolle an dieser Klasse ist doch, das alles mit geringem finanziellen Einsatz zu machen ist. Das Argument gegen "Hitech-Materialien" finde ich auch nicht mehr angebracht. Ein brauchbarer Rohrholm mit Gewebelage ist heutzutage schon für 12 € zu bekommen. Wir sprechen hier von 150 € für einen fertigen Flieger. Mit mehr "Kohle" erreicht man hier nicht mehr viel ...

Gruß
Sepp

Genau so seh ich das auch.
Und davon ab, mit einem Amigo mit knapp unter 1000g kannst Du auch heute ganz weit vorn fliegen.
Den Wettbewerb entscheidet nicht das Modell sondern Modell/Pilot.
Und diese ganzen "Optimierungen" Richtung Leichtbau gefallen mir. Da wird sehr innovativ gearbeitet und Loesungen ausgearbeitet die sich auch woanders umsetzen lassen.
Ab einem bestimmten Minimalgewicht ist eh Schluss weil dann die Allround-faehigkeiten weggetunt sind in Richtung Spezialaeinsatz unter speziellen Bedingungen.
Dann wirds zur Diva und nicht mehr konkurrenzfaehig, da es in anderen Disziplinen versagt. Eliminiert sich sozusagen von allein.

Bis denne

Offtopic
Sepp: mein PURES KREUZ geht prima. Letztens eingeflogen...........:)

Franz Zier
30.01.2014, 11:54
Da gibt es sicherlich ein für und wider. Leichte Flieger haben den Nachteil dass die Fluggeschwindigkeit ohne anzustechen nicht sehr hoch ist. Da ist auch die Ruderwirkung am Seitenruder sehr gering. Es leidet also etwas die Steuerfolgsamkeit. Man kann die Fluggeschwindigkeit dann mit einen dünneren Profil wieder etwas erhöhen, steigert aber dann in der Holzbauweise die Bauschwierigkeit bis hin zu nicht zu realisieren. Ich schätze das da bei ca 8% Profildicke die Schwierigkeiten beginnen. An der Endleiste wird es schon problematisch. Ist noch nicht unmöglich, aber auch nicht mehr einfach. Zusätzlich wird die Geschwindigkeit auch für ein besseres arbeiten des Profils benötigt (höhere RE Zahl).
Egal von welcher Seite man nun also an die Löung des Problems herangeht, ohne Kompromisse wird es nicht gehen. Zusätzlich begrenzt die Holzbauweise sowieso die Profildicke nach unten.
Dies alles erzeugt nun den großen Reiz dieser Klasse bei ihren Anhängern und erhöht die konstruktiven Möglichkeiten in die verschiedensten Richtungen.
Der Gummihochstart verlangt nun ja auch eine gewisse Stabilität der Konstruktion. Anliegende Ohren sind im Flugbetrieb nun nicht gerade sehr willkommen :-) .
Kurzes Fazit also, ein Mindestgewicht ist (noch) nicht nötig

Franz

plastikmann
30.01.2014, 12:28
gibt es eigentlich ein Mindestgewicht bei RES-Modellen?
Wenn ich das richtig verstehe ist der Sinn von RES ja im Grunde "Back to the Roots" also wieder fliegen mit 2-Achsmodellen ohne Schnickschnack.

Wenn ich aber lese, in welche Wissenschaft das hier wieder ausartet, nur um 3Gramm zu sparen, frag ich mich, ob das Ganze nicht ad Absurdum geführt wird und sich wieder eine UpperClass herausbildet die kein Mensch braucht.


Liegt das vielleicht daran, dass UpperClass Modelle gleichgesetzt werden mit einer Sieggarantie ?

Wer kann, der kann, wer will, der kann, wer nicht will, der lässts. Eine zusätzliche Regel einzuführen nur damit alle schön gleich ist, ist doch Nonsens.

Spinn den Gedanken weiter, mach ein Mindestgewicht, der nächste lernt dies gewinnbringend zu nutzen und hat die Nase vorn, dann ist wieder was nicht recht, die Reglementierung geht weiter. Zum Schluss haste homologierte Einheitsmodelle, vielleicht sogar noch die auswählbaren Profilreihene reglementiert, damits nicht zu schnell, zu gut tragend, was auch immer wird, aus ists mit der Innovation.

Ich glaub die, die sich damit zuerst befasst haben lächeln maximal über die Gedanken die sich in unseren Landen gemacht werden, und schiessen weiter Ihre Anfängersegler in den Himmel und haben einfach Spass, ohne immer hinzugehen und die maqximale Siegchance für sich zu beanspruchen.

Dix
30.01.2014, 13:05
Nö. Im Motorsport werden die Mindestgewichte regelmäßig unterboten, um dann mit optimaler Verteiltung wieder auf das Mindestgewicht aufzuballastieren.

Wie kann man denn ein Mindestgewicht "gewinnbringend" nutzen? Das Einzige, was man braucht ist ne gscheite Waage.

plastikmann
30.01.2014, 13:51
Genau so. Bissel Phantasie bitte. ;)

Ich will doch nur sagen, macht euch doch nicht den Spass mit unsinnigen Reglementierungen kaputt, denn es wird weitergehen und es ergeht euch nicht anders wie allen anderen Wettbewerbsklassen.



"Back to the Roots" also wieder fliegen mit 2-Achsmodellen ohne Schnickschnack.

...War die Idee nicht, mit einem ollen Amigo genau so Chancen zu haben wie beispielsweise einem Resolution?


Um bei deinem Motorsport zu bleiben. Ja was denn nun, Rennen fahren mit 4-Rädern definieren und dann mosern weil einer mit Käfer und einer mit GTR fährt?
Und schon wirds kompliziert.

Wie du schon schreibst, ne gscheite Waage ist das richtige Mittel der Wahl und ein wenig Erfahrung und Gefühl mit Material.

StratosF3J
30.01.2014, 13:56
Hi Onki,

man kann dem Leichtgewichtbau bestimmt einen Riegel vorschieben. Nur muss man dies machen?
Ein gewisses Streben nach Verbesserungen hat uns Menschen auch erst vom Baum geholt, oder? Wir würden uns sonst noch mit Kokosnüssen beschmeissen :D

Es ist schon erstaunlich, was man so alles aus Holz leicht und fest bauen kann. Mir macht gerade auch der Bau mit Holz (wieder) sehr viel Spaß. Dies sollte auch auf unsere Jugend überspringen. Denn das Wissen, wie man Holz richtig einsetzt, kann auch auf andere Modelle übertragen werden. Aber unsere Jugendlichen werden wir damit wohl nicht hinterm Ofen locken, oder?

Wie die ganzen Vorschreiber schon gesagt haben, Leichtbau ist nicht alles, Alltagstauglichkeit ist oft viel mehr Wert :-).

Das schöne daran ist, wir werden es selber sehen, wohin uns die Evolution treibt :cool:.

Grüßle
Thomas

GC
30.01.2014, 14:38
Wenn ich mich so recht erinnere, kam der Anstoss von ein paar Jungs, die glaube ich in Afrika mit Holz-Zweiachsern geflogen sind und eine Menge Spass dabei hatten.

Dies ist genau ein Gegenpol zu so manch einem F3x Modell mit fünfach hauchdünnen Spread-Tow Gewebe und hauchdünn lackierter Oberfläche um noch ein bischen an Gewicht zu sparen.

Aber in erster Linie hat wohl fasziniert, dass man mit solch einfachen Fliegern einen Heiden-Spass am Modellfliegen haben kann (im Gegensatz zu manchen F3x Wettbewerbsteilnehmern, die wutentbrand ihren teuren Sender in die Ecke geworfen haben). Insofern kann ich Onki nur beipflichten, dass hier wohl langsam etwas schief laufen könnte oder bereits läuft.

Vielleicht liegts auch einfach daran, dass das gemeinsame Fliegen viel Spass bereiten kann und sobald man einen Wettbewerb daraus macht, der Konkurrenzgedanke aufkommt und die Kameradschaft und der Spass darunter leidet.

Ich persönlich habe deshalb beim Hangfliegen mit Freunden die schönsten Erinnerungen ans Fliegen (ohne Wettbewerb). :D

UweH
30.01.2014, 16:01
Abspecken macht ohnehin nur in einem gewissen Rahmen Sinn. Der Flieger muss eben die dynamischen Kräfte beim Hochstart aushalten und auch noch bei etwas Wind verwendbar sein. Bis dahin kann ich das Gewicht reduzieren wenn ich will - ist doch gut oder ?

Hallo Leute,

ich sehe das so wie Sepp und dazu ein praktisches Beispiel: in der letzten Saison wurde bei mehreren Wettbewerben eine Höllein-Libelle geflogen, die zwar kleiner als die zulässigen 2 m Spannweite ist, aber dafür auch besonders leicht.
Das Leichtgewicht hat Vorteile bei ganz schwachem Wind und thermischen Nullbedingungen, dafür konnte aber bei Gegenwind wie in Dachau nicht die volle Gummispannung ausgenutzt werden weil der Flieger sonst geflattert hat.

Das mit dem Mindstgewicht reguliert sich mit den Materialreglementierungen und dem Hochstartset über die Festigkeit von selbst, ich finde nicht dass man die Evolution im Rahmen des bestehenden Reglements durch ein Mindestgewicht künstlich beschränken sollte.

Gruß,

Uwe.

UweH
30.01.2014, 16:04
Ich persönlich habe deshalb beim Hangfliegen mit Freunden die schönsten Erinnerungen ans Fliegen (ohne Wettbewerb). :D

Hallo Gerhard, willst Du uns in einem Thread über eine Wettbewerbsklasse damit sagen dass nach Deiner Erfahrung die Wettbewerbsfliegerei weniger Spaß macht als die Freizeitfliegerei ohne Wettbewerb und wir uns deshalb Deinem Vorbild anschließen sollten......:rolleyes:

Manche Posts verstehe ich nicht:D

Gruß,

Uwe.

Gast_46583
30.01.2014, 16:49
... ich finde nicht dass man die Evolution im Rahmen des bestehenden Reglements durch ein Mindestgewicht künstlich beschränken sollte.



Na ja, wenn ich so die Freiflieger anschaue..
Gewichtbegrenzung + technisch den RES weit voraus ;-)

seppale
30.01.2014, 17:01
Na ja, wenn ich so die Freiflieger anschaue..
Gewichtbegrenzung + technisch den RES weit voraus ;-)

Naja die Freiflieger brauchen schon ein Gewichtslimit (ich glaub das liegt bei 410 g) , denn die setzen auch anderes Zeugs ein - Carbon DBox, Kevlar, Capstrips ...
Weißt Du, was ein aktueller Wettbewerbs-F1x Flieger kostet ?

fliegerassel
30.01.2014, 17:14
Auch wenn ich bis jetzt nicht vor habe, mit meinem FORESTER auf einem Wettbewerb aufzutauchen, finde ich die recht klaren und und überschaubaren Regeln der RES-Klasse doch interessant. Wenn man jetzt beginnen wollte, die reglementierenden Schrauben anzuziehen, wird das wohl kein Ende finden. Zum Schluss werden noch der Akku und die Servos vorgeschrieben, am besten mit Einheitssender... Okay, das ist etwas überspitzt, aber lasst doch mal die ganz Ehrzeizigen experimentieren und wartet ab, ob sich daraus wirkliche Wettbewerbsvorteile ergeben, die unfair werden. Man kann doch auch mit olympischen Gedanken zu einem Wettbewerb fahren trotzdem Spaß haben. Oder? Und wer eben nicht zweiter werden kann, der muss halt alles geben...
Nehmt`s doch etwas lockerer, dann kommen vielleicht auch mehr Leute zu den Wettbewerben.

Gruß Mirko

Kayb
30.01.2014, 17:23
Ich halts auch nicht für sinnvoll eine Gewichtsbegrenzung einzuführen.
Ich halte es für möglich einen 2m-Res Flieger mit 300g zu bauen. Klar bei viel Wind ist der nicht zu gebrauchen. In toter Luft wird er Vorteile haben. Aber wehe der Flieger kommt in nen Abwindfeld.... den saugts ja nur noch nach unten. Super leicht hat also auch Nachteile.

In der Freizeitfliegerei würds mich auch annerfen, wenn ich nen gezwungen schweren Flieger haben müsste. Das wäre dann für mich nen reines Wettbewerbsmodell, welches ich kaum flieg, weshalb ich es schon gar nicht bauen würde. Ich setzte dagegen meine Baba-Jaga mehr zum Hangfliegen bei sehr schwachen Bedingungen ein, als am Gummiseil.

Ich bin auch der Meinung, dass die Evolution innerhalb der RES-Wettbewerbszene die nächsten paar Jahre weitergehen wird. Klar wird es immer wieder reine Werrbewerbsmodelle in kleinen Stückzahlen geben. Jedoch haben auch schon einige größere Hersteller auf die RES-Klasse reagiert und hier sind auch für den nicht-Wettbewerbspiloten gute Modelle am Markt verfügbar.

Gruß Ruben

little_wing
30.01.2014, 18:32
Ich sehe auch überhaupt keinen Grund, auf das geltende Reglement jetzt schon Einfluß zu nehmen. Es deckt in seiner jetzigen Ausführung die RES-Klasse - wie ich finde - lückenlos ab und läßt doch eine Menge Freizügigkeit in der Auslegung der Modelle zu.
Ich denke, dass man der Klasse einfach noch mehr Zeit geben sollte, sich weiter zu etablieren und das mit dem jetzigen Reglement als solider Basis.
Man braucht sich doch nur mal die letzte Saison anzuschauen, da gab insbesondere in Bayern die größten Aktivitäten mit fünf Wettbewerben, die, wie man hört, jedem sehr viel Spaß gegeben haben. Es herrschte auch immer eine gute, kollegiale Stimmung unter den Teilnehmern. Es wurde sich intensiv ausgetauscht, wer hat was an seinem Flieger verbessert, usw.
Trotzdem war die Teilnahme an den bayrischen Wettbewerben doch eher verhalten, wass die Konstanz angeht. So weit ich mich erinnere, haben an den fünf Wettbewerben gerade mal eine überschaubare Anzahl von vll ebenfalls fünf Teilnehmern Punkte für eine aussagefähige Wertung eingefahren (da müßte man Chr. Karbacher's Liste nochmal anschauen).
Also bitte nicht gleich nach einer Reglementänderung rufen, wenn sich die Klasse bundesweit nicht mal einigermaßen etabliert hat, was sich z.B. in einer etwas regeren Wettbewerbsbeteiligung ausdrücken würde. Es gibt noch jede Menge Freiräume, sich ein wettbewersfähigen Modell zu bauen, sei es aus einem der doch schon zahlreicheren Bausätze mit Feintuning oder in kompletter Eigenregie. Erst mit einer regeren Teilnahme an regionalen Wettbewerben läßt sich doch die Spreu vom Weizen trennen, welches jetzt das bessere Konzept für eine Modellauslegung ist, das muss nicht zwangsläufig das Streben nach möglichst geringem Gewicht sein...

Mit freundlichem Holm- und Rippenbruch und vorgeschalteten frohen Bastelstunden
Rainer

Reinhold Krischke
30.01.2014, 21:00
Hallo zusammen,

obwohl ich noch keinen RES Wettbewerb geflogen oder gesehen habe kam mir beim durchlesen der letzten Berichte auch schon der Gedanke ob man die Flächenbelastung der Modelle limitieren sollte.

Letztlich ist es eine Tatsache daß alle "Einsteigerklassen", und das waren F3J und F3K auch mal, durch ihre Popularität zu den extrem leistungsfähigen und damit teuren Modellen geführt haben die wir heute kennen.
Denkt nur mal an den Weg des F3K über Graupner Benny , Wurfmäusle zum Aspirin, in F3J an die Sagitta (ein Holzmodell mit Rippenfläche, 2Achs gesteuert mit ich glaube 2,5m Spannweite) die mal eine F3J Eurotour gewonnen hat über den Soarmaster zum Pike Perfect bzw. Perfection oder die Gewichtsentwicklung beim F5J.

Gerade bei dieser neuen Klasse (obwohl eigendlich uralt und wieder entdeckt) könnte man durch eine vernünftige Limitierung der Flächenbelastung vielleicht die Alltagstauglichkeit der Modelle erhalten und die Kostenexplosion reduzieren. Auch wenn es die reine Theorie meinerseits ist wird RES den Weg dahin gehen daß man zu der Erkenntnis kommt daßman mit einem steifen Modell größere Höhen erreicht. Daß leichte (Aussen)Flächen das Modell agiler machen und daß bei schwachen Bedingungen eine große Ausgangshöhe (steifes Modell) gepaart mit geringer Flächenbelstung Vorteile bringt. Und irgendwann kommen dann die Leute mit für alle Bedingungen optimierten Modellen und der Ansatz einer preisgünsigen Einsteigerklasse geht den Weg der anderen Klassen.

Ich denke man sollte die weitere Entwicklung beobachten und dann ggf. reagieren.

Gruß
Reinhold

UweH
30.01.2014, 21:30
obwohl ich noch keinen RES Wettbewerb geflogen oder gesehen habe kam mir beim durchlesen der letzten Berichte auch schon der Gedanke ob man die Flächenbelastung der Modelle limitieren sollte.

Wenn ich mir die vielen Beiträge in diesem Thread durch lese gewinne ich den Eindruck dass von den Leuten die an RES-Wettbewerben teil genommen haben KEINER ein Mindestgewicht der Modelle befürwortet, kann mich aber auch bei der Identifizierung der Kollegen irren.
@Rainer: ich glaube es waren 9 oder 10 Piloten die 2013 die 3 notwendigen Wettbewerbe für die Wertung zur Bavarian Open geflogen haben


Gerade bei dieser neuen Klasse (obwohl eigendlich uralt und wieder entdeckt) könnte man durch eine vernünftige Limitierung der Flächenbelastung vielleicht die Alltagstauglichkeit der Modelle erhalten und die Kostenexplosion reduzieren.

Eine Kostenexplosion ist nach meiner Meinung durch die bereits legitimierte Bauweise überwiegend in Holz sehr unwahrscheinlich, das sieht man auch daran dass die Bausatzpreise der am Markt erhältlichen Modelle alle auf etwa gleichem Niveau sind, wie weiter vorne schon geschrieben wurde. Ich könnte mir vorstellen dass durch mehrere Großbrände in Balsaholzplantagen der Preis der RES-Modelle über den von Voll-GFK-Modellen zu steigen drohen könnte, aber dann kann man immer noch auf die Bauweise überwiegend in Pappelsperrholz wie beim GezoRES ausweichen :D

Die Alltagstauglichkeit von Modellen mit Mindestgewicht sehe ich ganz ähnlich wie Ruben, nur nicht mit Baba-Jaga sondern vor allem mit meinem Nuri ARES...und der bisher meist geflogene ARES-Prototyp hätte nach den vielen Reparaturen der letzten 2 Jahre keine Probleme mit einem Mindestgewicht....Balsa ist geduldig ;)


In der Freizeitfliegerei würds mich auch annerfen, wenn ich nen gezwungen schweren Flieger haben müsste. Das wäre dann für mich nen reines Wettbewerbsmodell, welches ich kaum flieg, weshalb ich es schon gar nicht bauen würde. Ich setzte dagegen meine Baba-Jaga mehr zum Hangfliegen bei sehr schwachen Bedingungen ein, als am Gummiseil.

Gruß,

Uwe.

little_wing
30.01.2014, 22:46
@Rainer: ich glaube es waren 9 oder 10 Piloten die 2013 die 3 notwendigen Wettbewerbe für die Wertung zur Bavarian Open geflogen haben

Uwe, du hast recht: es waren gemau 11 Piloten, die mit wenigstens 3 Wettbewerben in die Wertung kamen. Da waren wir ja mit meinem 5. und deinem 7. Platz wenigstens noch in der zweiten Hälfte der Wertung :D :D

Gruß
Rainer

UweH
30.01.2014, 23:01
Uwe, du hast recht: es waren gemau 11 Piloten, die mit wenigstens 3 Wettbewerben in die Wertung kamen. Da waren wir ja mit meinem 5. und deinem 7. Platz wenigstens noch in der zweiten Hälfte der Wertung :D :D


Hallo Rainer, als ich die Chance sah unter die ersten 10 der Bavarian Open zu kommen wollte ich in Coburg trotz der schlechten Wetterprognose unbedingt noch teil nehmen , aber als ich dann sah wie viele nicht nach Coburg gekommen sind wäre mein Ziel nach dem ersten Start schon erreicht gewesen:p.
Ich hab den Wettbewerb trotzdem mit großem Vergnügen und das Fly.Off sogar mit eiligst geflicktem und durch Wasser in der Vliesbespannung stark schwanzlastigem Modell bei Regen durch geflogen (Tipp: ist das Holzmodell für ein zukünftiges Gewichtslimit durch zu sorgfältiges bauen zu leicht, einfach innen mit Wasser fluten, dann passt das wieder :D)......RES-Wettbewerbe mit den lockeren Kollegen des derzeitigen Teilnehmerfeldes machen halt einfach Spaß ;)

Gruß,

Uwe.

ixyltitz
02.02.2014, 19:49
Hallo RES-Freunde,

das Gewicht: Ein immerwährendes Thema ob Frei-oder RC-Flug.
Wir sind noch lange nicht beim Leichtbau angekommen, denn Leichtbau sieht anders aus als leicht gebaut.
Das Gewicht von 410 g in der Freiflugklasse F1A bedeutet bei der erlaubten Gesamtfläche von 34 dm² eine Flächenbelastung von 12 g/dm².
Diese Flächenbelastung wird von mir mit RES angestrebt.
Freiflugmodell der Vor-Cfk-Zeit haben oft die 410 g unterboten, und wurden mit bis zu 100 g Blei (über 30% des Ausgangsgewichts) aufballastiert (im Schwerpunkt). Das waren keine Extremmodelle, sondern Modelle, gebaut aus leichtem Holz (Quartergrain), mit Verstärkungen an der richtigen Stelle. Die Spinnen von Rudi Lindner oder andere bekannte Modelle waren dabei eher Negativbeispiele wie man es nicht macht. Als Hauptholme hatten erstere zwei "Balken" 5x5 Ki.
Zug und Druckgurt verkastet, gab es wenig später, bzw. D-Boxflügel mit Balsa-Beplankung. Beide Systeme waren äußerst biege-und torsionssteif und hielten auch einen Hochstart bei böigem Wetter aus.
Mein Ziel war es, mit dem simplyRES Mk1 die oben genannten 12 g/dm² bezogen auf die Gesamtfläche zu erreichen, bzw. sogar zu unterbieten. Mit einer Gesamtfläche von 40,5 dm² beträgt das Istgewicht nun 450 Gramm, und das ohne besondere Tricks - nur leicht gebaut. Selbst mit den schwereren 10x8 Cfk-Flügelholmen, wäre die Flächenbelastung wenig über 12 g/dm² gekommen.
Ein Problem: Beim Holzbau ist heute schwer leichtes und festes Balsa zu bekommen. Das muss man mittlerweilen per Internet bestellen (Heerdegen, Thoma).
Beim Resolution z.B. wären, ohne die Technik "higher" zu machen, mit augewähltem Holz sicherlich 100 g einsparbar. Dann lieber ein paar Euro mehr für den Bausatz verlangen.
Mit einem Pappelflieger wird vermutlich immer die Gewichtsuntergrenze etwas höher liegen.
Für windigere Tage kann man einen flächenmäßig kleineren Flügel bauen, mit einem entsprechend schnellerem Profil (niederes Ca).
Den Durchzug für Strecken braucht man in RES normalerweise nicht, höchstens, wenn man aus dem Abwind wieder herauskommen will. Aber bei Wind wird ohnehin keiner weit weg fliegen.
Eine Aufballastierung von 200 g (ca. 40%) Gesamtgewicht, bringt eine knapp 20% höhere Fluggeschwindigkeit. D.h. anstatt 6 m/sek = ca. 24 km/h sind es dann 29 km/h ... fast unbedeutend!
Dafür bringt ein höheres Gewicht ein größeres Beschädigungsrisiko. In Norddeutschland ist natürlich Wind ein anderes Thema. Da werden die Modelle in Zukunft anders aussehen.
Als Kreativisten werden wir uns sicher in Zukunft noch mehr Gedanken um Profile machen. Ob die Allegro-Outline der Weisheits letzter Schluss ist, wird die Praxis zeigen.
Ich bin kein Vortexgläubiger...
RES bedeutet einfache, leistungsfähige Modelle. Ich selbst bin sicherlich mit meiner neusten SimlyRES Varianten, Mk2, dort noch nicht angekommen.

Gruß Hans

UweH
02.02.2014, 20:35
Ich bin kein Vortexgläubiger...

:D

Hallo Hans,

Simulationen im FLZ_Vortex oder XFLR5 haben nichts mit Glauben zu tun, sondern dabei geht es um die Variation und Interpretation von Erfahrung und aerodynamischen Gesetzen ohne eine Vielzahl von tatsächlich fliegenden Modellen bauen und testen zu müssen.
Gaaaanz wichtig: dabei gilt wie bei allen EDV-gestützten Berechnungen dass der Computer nur maximal so schlau sein kann wie die Person die davor sitzt ;)
Die Programme ersetzen Erfahrung ohne sie zu ersetzen :p

Gruß,

Uwe.

ixyltitz
09.02.2014, 13:37
Hallo Uwe,

da muss ich doch noch etwas klarstellen.
Wenn du meinen schon etwas älteren Artikel über die „Eule“ in der Fmt gelesen hättest, in dem ein ultraleichter Hallenflieger mit Flügelend- und Schwanzsteuerung mit Plan vorgestellt wird,
bzw. in der Foamie die 4-motorige Vulcan, die wie das Original eine Verbreiterung und Schränkung des Außenflügel hat, wäre dir sicher klar, dass Vortex mir nicht fremd ist.
Ich experimentiere sehr viel mit Depron – vorwiegend mit kleinen Nuris. Da kann man mit wenig Aufwand bei gleicher Outline leicht unterschiedliche Konfigurationen testen.
Da kam es schon öfters vor, dass gänzlich unterschiedliche und nach Vortex ungünstige Auftriebsverteilungen im Flugverhalten wenig oder keinen Unterschied zeigten.
Vielleicht funktioniert auch Vortex bei niedereren Re- Zahlen nicht so gut...

Ein Entwurf muss von Anbeginn an ohne Vortex stimmig sein.

Übrigens: Bei der Sinkgeschwindigkeit erhält man nahezu immer, krass gesagt, Unsinn. Da nutzt kein interpretieren und variieren!

Profilprogramme sind auch so eine Sache. Wenn man die Polaren von XFLR50 mit jenen von Eppler vergleicht, so sind beide meistens vollkommen unterschiedlich. Das gilt besonders für die für RES wichtige Re- Zahlen unter 100tsd. Einen Sinn macht es höchsten die Polaren qualitativ im selben Programm zu vergleichen.

Gruß Hans

Kayb
09.02.2014, 14:44
Servus Hans,

welches Eppler-Programm meinst du? Das Frank Ranis im Nurflügel Implementiert hat?
Mittlerweile gibt es bedeutend neuere Software von Prof.Eppler.

Gruß Ruben

UweH
09.02.2014, 17:06
Vielleicht funktioniert auch Vortex bei niedereren Re- Zahlen nicht so gut...

Hallo Hans,

bei niedrigen Re-Zahlen unter ~ 80 000 nimmt die Verläßlichkeit aller Simulationsprogramme deutlich ab.
Außerdem scheitern sehr viele Modellbauer schon bei der Frage mit welchem cA ihr Modell fliegt, also auf welchen Bereich der Simulationswerte sie für die jeweilige Flugaufgabe achten müssen. Was glaubst Du mit welchem cA Deine leichten Depronmodelle fliegen und mit welchem cA unsere RES-Modelle?


Profilprogramme sind auch so eine Sache. Wenn man die Polaren von XFLR50 mit jenen von Eppler vergleicht, so sind beide meistens vollkommen unterschiedlich. Das gilt besonders für die für RES wichtige Re- Zahlen unter 100tsd. Einen Sinn macht es höchsten die Polaren qualitativ im selben Programm zu vergleichen.

Um eine Näherung an Relativwerte zu bekommen macht es nach meiner Meinung Sinn die errechneten Polaren mit gemessen Polaren aus dem Windkanal zu vergleichen, ansonsten stimme ich Dir zu dass man nur im selben Programm Äpfel mit Äpfeln vergleichen kann, selbst wenn es in Wirklichkeit Birnen sind:D.
Gemessene Polaren stehen vor allem aus den Messreihen von Michael Selig am UIUC (http://aerospace.illinois.edu/m-selig/uiuc_lsat.html) zur Verfügung.
Stimmige Absolutwerte gibt es nach Meiner Meinung aus keinem der frei verfügbaren Simulationsprogramme im Modellbau.

Gruß,

Uwe.