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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ahorn, Esche als Flügelbeplankung???



Shimas
22.05.2006, 15:03
hallo zusammen!
will eine fläche mit einheimischen furnierholz beplanken. balsabeplankung kan sich ja bald keiner mehr leisten!
stehe jetzt vor dem problem, welche holzart ich wählen soll. zur auswahl stehen ahorn, esche, buche, erle und kiefer. kann die furniere bis 0,9 mm stärke erhalten.

kiefer schließe ich aus, weil es wahrscheinlich in dieser stärke nicht stabil genug ist.

buche ist zu schwer.

erle hab ich keine ahnung.

esche ist das beste holz zum bau von pfeil und bogen, also vor allem für den bogen. da dieses holz anscheinend im bogen hohen belastungen standhält, kann es meiner meinung nach für die flächenbeplankung auch ganz gut sein.

ahorn hat irgendjemand in diesem forum schonmal mit 0,8 mm stärke zur beplankung genommen, was wohl auch ganz gut funktioniert hat.

nebenbei als info:
ich bau nen 1,6 m - pfeilnuri, bei dem das holz gleich auf den styrokern kommt (ohne gewebeeinlage).

ich tendiere also zu ahorn und esche.
was meint ihr dazu?

viele grüße,
sascha

Shimas
22.05.2006, 15:06
noch ne kleine anmerkung:

auf der seite http://www.holzwurm-page.de/holzarten/abisz.htm werden jede menge holzarten beschrieben. hat mir allerdings bisher bei meiner entscheidung noch nicht weitergeholfen!

sperrholzshop
26.05.2006, 21:36
Hallo Sascha,

die Idee ist nicht schlecht. Ahorn ist relativ schwer aber recht hoch belastbar was mitunter von Modellbauern aus dem Bereich Bootsbau zu hören ist. Buche ist einfach zu schwer und reagiert bei Feuchtigkeit sehr stark, was beim Verkleben sicher ein Problem ist. Esche ist eigentlich von seinen Eigenschaften her perfekt. Die Zugbelastung ist enorm aber vergiß nicht die Pooren. Wenn das Furnier nicht stehend gemessert wurde so hast du unterschiedliche Kräfte auf der Fläche. Eventuell oben mehr wie unten das die Maserung die Kräfte auf die Fläche unterschiedlich verteilen kann. Durch die Pooren kann es zu Bruchstellen kommen denn das ist die Schwachstelle. Fichte oder Kiefer wird ebenfalls so reagieren da es weiche und harte Jahresringe hat und du beim schleifen die weichen ausschleifst. Erle ist ein Mittelweg. Relativ homogener Aufbau vom Holz, kaum Jahresringe mit unterschiedlicher Härte und auch noch recht leicht zum Ahorn. Durch das kurzfaserige kann es aber bei kurzen scharfen Schlägen schneller brechen als Ahorn oder Esche.
Ich sehe schon ich verplapper mich zu sehr in Details. Wenn es aber um den Preis geht so schau doch mal nach Flugzeugsperrholz Birke in 0,4 oder 0,6mm. Denn mehr in der Dicke brauchst du nicht denn die Zugbelastung kann in der Dicke mit einem Furnier locker mithalten. Oberfläche ist fertig zum Lackieren oder Bespannen. Um Kosten zu sparen kannst du eventuell auch noch nach Maß zuschneiden lassen.
Bin übrigens einer, wie ich glaube, von der aussterbenden Rasse der Holzwürmer und kann mit den Jogurtbechern nicht allzu viel anfangen. Habe auch welche aber bei mir muß Holzstaub einfach sein... Kann mich nicht so recht an das GFK und sonstges gewöhnen.

Hoffe dir einige Infos gegeben zu haben.

Bezug von Birkesperrholz auch hier moglich: www.sperrholzshop.de

Shimas
26.05.2006, 23:07
vielen dank!
das sind ja tipps vom fachmann!
hilft mir sehr viel weiter!
viele grüße!

Wilken
27.05.2006, 13:08
Hallo Sperrholzshop,

Bei so fachkundigen Antworten hab ich auch noch eine Frage:

Ich hab vom örtlichen Schreiner einiges an Furnieren geschenkt bekommen, ich hab daraus bisher nur Beplankungen für kleine Slowflyerrümpfe oder dergleichen gebaut.
Nun wollte ich Fragen, ob ich nicht auch kleine Tragflächen oder ähnliches beplanken kann, die Furniere haben eine Stärke von ungefähr 0,6mm und sind aus einem sehr hellen Holz.

Gruß Wilken

sperrholzshop
29.05.2006, 10:52
Hallo Wilken,

läßt sich sicher machen aber immer einige Dinge beachten. Immer das gleiche Holz verwenden. Denn beim Trocknen kann es sonst zu unterschiedlichen Spannungen kommen. Buche tocknet z.B. schneller ab wie Fichte was einen höherern Harzanteil hat. Somit gibt es Spannungen und die Fläche sieht dann eher wie ein Surfbrett aus... Helles Holz sagst du, dann vermute ich Birke oder Fichte. Je homogener das Holzaufbau desto erher geeignet. Bei Birke siehst du keine Jahresringe wie bei Fichte oder Kiefer was ich nicht unbedingt verwenden würde. Wenn dann nur Furnier bei dem die Jahresringe recht parallel zueinander liegen. Die hellen und dunklen Jahresringe verteilen dann ihre Spannungen nach dem Furnieren gleichmäsiger als wenn die Jahresringe wie Sinuskurven aussehen.
Furnier in 0,6mm reicht übrigens sicherlich für kleine Tragflächen aus. Sollte also bei deinen Furnieren Ahorn oder Birke dabei sein so hätte ich keine Bedenken. Fichte hatte ich schon erwähnt, macht beim Schleifen durch die harten und weichen Jahresringe etwas Probleme und die Oberfläche wird etwas wellig.
Hoffe genügend Infos gegeben zu haben, falls nicht einfach fragen...

Viele Grüße

Peter2
29.05.2006, 12:25
Hi zusammen

M. E. wird am Häufigsten Abachi eingesetzt, auch bei industriell gefertigten Produkten. Das hat doch sicher nicht nur einen Grund ( Preis, Homogenität, spez. Gewicht, usw. ) ?

Aber auch die Anregung mit 0,4 mm Sperrholz ( kaum Schleifarbeit ) fand ich eine Überlegung wert für das nächste Projekt. Dabei könnten die Konturen der Schneidrippen genau der Außenlinie des Profiles entsprechen. Durch die ca. 0,5 mm "Abbrand" ergibt sich genau die richtige Form des Styrokernes.

Grüßle

Peter

KUDI
29.05.2006, 12:41
Wir haben vor etlichen Jahren (so 25-30) Styroflächen unserer F3B-Modelle mit 0.6mm Sperrholz beplankt. Gibt ohne viel Schleifen eine Superoberfläche.

Ein grundlegendes Problem hat uns aber wieder von diesem Beplankungs-Material abgebracht: Wir hatten einige Flügelbrüche in schnell geflogenen Wenden. Grund: Die Sperrholzbeplankung knickt auf der Druckseite ein (also oben am Flügel). Aber Entwarnung, dies tritt sicher nur bei extremen Belastungen (und dünnen Flügelprofilen) auf.

Kudi

sperrholzshop
29.05.2006, 23:43
Hallo,

na, da bin ich froh nicht doch einer der wenigen Holzwürmer zu sein. Das mit Abachi hat schon mehr Gründe. Zunächst erhält man bei Abachi sehr viel astfreies Holz bzw. Furnier vom Stamm. Abachi wächst wie Pappel sehr schnell und ist deshalb in der Industrie sehr beliebt. Der Preis ist natürlich auch ein Grund denn unter den leichten Hölzern ist es ein wirklich sehr billiges Holz was aber eigentlich nur die Industrie betrifft denn der Handel muß ja auch leben...
Schleifarbeit gibt es bei 0,4 oder 0,6mm Birke fast nichts und es hat den Vorteil daß es beim Verleimen langsamer auf die Feuchtigkeit reagiert wie ein Furnier.
Beim Flügelbruch ist der Grund sicher das dünne Profil. Irgendwann macht auch das 0,6mm Sperrholz schlapp. Aber wer gerne mit Holz arbeitet wird das sicher mit beachten.

Grüße aus dem verregneten Süden

Claus Eckert
30.05.2006, 07:53
Hallo

Birkensperrholz wird auch in der Luftfahrt verwendet. Dieses wird selektiert durch Sichtkontrolle, anschließend geröngt auf Fehlstellen in der inneren Lage und erhält dann den begehrten Stempel. Daher auch der höhere Preis.

Die Verarbeitung von Birkensperrholz ist relativ problemlos. Lediglich bei Schäftungen ist der Schleifaufwand etwas anstrengender als bei anderen Materialien.

Dix
30.05.2006, 17:31
Der Schleifaufwand hält sich in Grenzen, wenn man in qualitativ hochwertiges Schleifpapier investiert hat... 80er reicht.