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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : F2B in Depron? Eine Machbarkeitsstudie.



PeterKa
30.09.2014, 10:39
In Schwalmtal gab es ja viele Möglichkeiten die Köpfe zusammenzustecken. Und irgendwie kam mir dabei die Idee, mal über einen konsequenten Depronbau nachzudenken. Ich habe da schon ein wenig Erfahrung mit, weiß also worauf ich mich einlasse. Wichtig ist, daß die Belastbarkeit ausreichend ist, also 5 G vertikal und 10 G horizontal. Mit schwebt vor ein Zellengewicht zwischen 500 und 800 Gramm zu erreichen (Marionette 1100). Ob das wirklich geht weiß ich nicht, am Ende kommen die Gewichte in ja 100 Gramm Paketen aus dem Nichts angeflogen.

Man wird dem Flieger das Depron nicht ansehen, denn am Ende wird er bespannt und lackiert, wie jeder andere auch. Man kann Depron phantastisch mit Papier bespannen und dann normal mit Lacken auf Wasserbasis finishen, das wird knüppelhart.

Um mir die Arbeit nicht zu schwer zu machen, kommt ein Rechteckflügel zum Einsatz. Spannweite bei 155 cm. Etwas Trapezform durch die Flaps. Leitwerkshebelarm gegenüber der Marionette deutlich vergrößert. Um nicht die Ergebnisse der Marionettenvermessung abwarten zu müssen bekommt er einen Flügel mit 14% Dicke, das ist in keinem Fall falsch.

Einen Namen hat er auch schon: Kapron.... ;-)

Ach ja, es wird eine komplexe Angelegenheit. Wer nicht mindestens über eine Fräse verfügt wird das Modell nicht nachbauen können. Das sage ich vorweg um keine Erwartungen zu schüren.

Und noch ne Frage, bevor ich wieder Mecker kriege... Mag das jemand lesen oder soll ichs lieber im stillen Kämmerlein machen, ist ja doch sehr weit ab von der Norm.

PeterKa

depronator.
30.09.2014, 11:44
Hallo Peter,
würde eine Styroschneide es auch machen, statt Fräse?

Gruß
Juri

PeterKa
30.09.2014, 12:03
Ja klar würde das gehen, wäre halt nur deutlich mehr Arbeit. Ich nehme nämlich bei der Konstruktion keine Rücksicht auf die Komplexität der Kontur. Fräse halt ;)

PeterKa

PeterKa
30.09.2014, 13:56
So die Fläche ist schon mal gezeichnet.

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Es gibt 2 Holme aus Depron und zwei Kohlerohrsteckungen (18mm). Ob ich noch Kohlegurte einziehe weiß ich noch nicht.

Dieses Gerüst darf maximal 50 Gramm wiegen. Mal sehen wie weit ich daneben liege.

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Die einzelne Rippe ist relativ massiv. Die Beplankung besteht aus 3 Teilen. Der Nasenbereich, dazu wird das Depron in einer Form aus Styrodur gebogen. Ich werde das zeigen, denn das ist tricky, funktioniert aber problemlos. Hinten sind es einfach nur Platten.

Die Flaps sind nur wegen des Profilverlaufs eingezeichnet. sie sind so konzipiert, daß sie im Aussenflügel genau in der Kontur laufen, und im Inneren Bereich etwas innerhalb. Der Nasenradius ist überall konstant 15 mm.

PeterKa

Peter Germann
01.10.2014, 13:33
I

Und noch ne Frage, bevor ich wieder Mecker kriege... Mag das jemand lesen oder soll ichs lieber im stillen Kämmerlein machen, ist ja doch sehr weit ab von der Norm.

PeterKa

Schau mal auf: http://stunthanger.com/smf/index.php/topic,12044.100.html


Dort heisst es, mit Bildern:

A shortcut for absolute beginners and aerobatics practice:

Airplane Gee Bee 1000 R/C 3-D Kit, EPP, modified
Span 39.3 in (1000 mm)
Landing gear 3 ½ in (90 mm) fwd. (for grass ops)
Weight 29.5 oz (835 Gr.)
Elevator throw +/- 35°
Flaps throw +/- 20°
C.G. 2.4 in (60 mm) from wing l.e.
Leadout center 3.34 in (85 mm) from wing l.e.
Lines 0.012 in x 49 ft (0.3 mm x 15 m)
Motor 2214/1400 1’400 RPM/Volt 14 poles
Propeller APC 10 x 5.8 EP F2B
ESC Castle Phoenix Edge Lite 50 A
ESC Mode Control Line, Governor high
Timer Hubin FM-9
Battery 2’200 mAh 3S

Beginner setup Take-off from ground and level flight only
Handle spacing 3 in (75 mm)
RPM 7’300
Speed 7.5 sec / lap
Duration 1:00 min
Number of flights 8 per one full charge

F2B practice setup All manoeuvres
RPM 9’624
Speed 5.0 sec / lap
Duration 4:00 min (max.)
Consumption 1’850 mAh (85%)
Number of flights 1 per one full charge

Remark: Do not fly in wind.


Gruss, Peter Germann

PeterKa
01.10.2014, 16:53
@ Peter German: Ich habe schon mehrere Depronfliegerchen (auch Fesselflieger) der 1 Meter Klasse gebaut. Das ist nicht was ich meine. Ich rede von einem erwachsenem Modell mit 1,55 m Spannweite und einem 700 Watt Antrieb, quasi meiner Marionette ganz aus Depron. Das ist eine etwas andere Hausnummer und daher auch eine größere Herausforderung. So wie ich es bauen will hat es auch nichts mit Schaumwaffeln zu tun, sondern am Ende muß man schon sehr genau hinschauen um überhaupt zu erkennen, daß es sich um ein Depronmodell handelt. Natürlich werden das schon andere probiert haben, keine Frage :) Wenn ich dem Hinweis aber entnehmen soll, daß das uninteressant ist.. nehme ich das natürlich ernst.

PeterKa

PeterKa
01.10.2014, 22:05
So ein Randbogen ist zeichnerisch nicht so mal eben gemacht. Ich habe heute mehr oder weniger den ganzen Tag dran gesessen...

Ausgedruckt in Gold ;-)

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und von innen in Rauh...

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Spielerei, klar. Aber es hat einen ernsten Hintergrund. Ein Randbogen aus Balsa wiegt je nach Ausführung 15-20 Gramm. Und ehrlich gesagt, kostet viel Zeit. Ich habe gerade 8 Randbögen hinter mir.. es hat am Ende ziemlich genervt.

Ein GFK Modell bekommt von mir einen GFK Randbogen spendiert. Dieser ist unter 10 Gramm herzustellen, locker. Für die Depronstudie ist mir das zuviel Arbeit, daher fräse ich mir den Randbogen aus Styrodur. Das wird mein erstes 3 D Teil. Und morgen Abend will ich es in den Händen halten.. wenns klappt.. sonst eben nicht.

Ein paar Fräsproben mit dem Styrodur habe ich gemacht. Die Oberfläche wird nicht berauschend. Das muß ich mal abwarten.

PeterKa

PeterKa
02.10.2014, 13:30
OkOk, das mit dem fertigen 3D Teil heute war nix... fast nix... Man kann doch viele Fehler machen.

Hier war die Welt noch in Ordnung:

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Mit einem 6 mm Fräser (Industriequalität) bin ich durch das Styro gesaust wie durch Butter.

Aber dann beim Schlichten habe ich gleich zwei Fehler gemacht: Das Werkstück war um 90 Grad falsch eingespannt. Dadurch entstanden senkrechte Flächen die nicht sauber gefräst werden. Und dann hatte ich Probleme mit der Frästiefe. Das Styro verzeiht solche Torheiten, weil es einfach wegschmilzt wenn die Spannzange sich eingräbt, bei Aluminium hätte ich sicher größeren Schaden erlitten.

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Und so ist ein Teil des Randbogens weggeschmolzen...

Ich habe 3 mm Fräser verwendet , daher ist die Oberfläche stufig. die feinen Fräser liegen noch im Kasten. Mit wenigen Strichen schleifen ist die Oberflöche aber perfekt glatt.

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alles in Allem bin ich sehr zufrieden. Immerhin ist ein Teil herausgekommen, und zweitens weiß ich, das ich ändern muß damit alles klappt.

PeterKa

depronator.
02.10.2014, 13:57
Hallo Peter,
wäre vielleicht Tiefziehen (ABS) eine Option für den Randbogen?

Gruß
Juri

Peter Germann
02.10.2014, 14:02
Wenn ich dem Hinweis aber entnehmen soll, daß das uninteressant ist.. nehme ich das natürlich ernst.
PeterKa

Natürlich nicht, Peter. Wenn es für mich uninteressant sein sollte, dann würde ich das dann schon sagen...
Dem weiteren Gang der Dinge sehe ich mit grossem Interesse entgegen. Für ein startbereites Modell (inkl. Batterie oder Treibstoff) in der von Dir genannten Grösse wäre ein Gewicht von ca. 1'800 Gramm eine gute Sache.

Gruss, PG

PeterKa
02.10.2014, 14:28
@Depronator: Natürlich wäre das eine gute Sache, aber ich kann es nicht. Deshalb mache ich eine GFK/CFK Form, die ich von den gefrästen Teilen abnehme. Für den Prototyp verwende ich allerdings die Styrodurbögen direkt. Die Fräszeit beträgt etwa eine Stunde, das ist vertretbar.

@Peter Germann: Ja das passt in etwa, allerdings wiegt meine Marionette bereits um die 1800 Gramm. Ich möchte da noch deutlich darunter kommen, sehr deutlich. Wenn sie schwerer wird als 1500 Gramm beiß ich in die Tischkante ;)

PeterKa

Peter Germann
02.10.2014, 18:06
Wenn sie schwerer wird als 1500 Gramm beiß ich in die Tischkante ;) PeterKa
Auch davon dann bitte ein Bild...
PG

PeterKa
03.10.2014, 18:12
Das erste Randbogenteil ist fertig. Nach insgesamt 5 Fehlversuchen aus den unterschiedlichsten Gründen. Jetzt brummt mit der Kopf.

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So kommt es aus dem letzten Fräsgang.

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Und so posiert es auf der Waage. 3,5 Gramm macht 7 Gramm Rohbaugewicht für den kompletten Randbogen. (Zum Vergleich: Balsa im selben Baustadium 19 Gramm).

Die Hälften werden verklebt, fein geschliffen, mit Papier überzogen (geht prima mit verdünntem Weißleim) und dann mit Parkettlack auf Wasserbasis hart gemacht.

Bei diesem Gewichtsunterschied ist der Aufwand schnell vergessen, zumal ich für die nächsten Teile maximal eine halbe Stunde einplanen muß, jetzt wo ich weiß wie es geht und alle Fräsdateien fertig sind.

PeterKa

PeterKa
03.10.2014, 21:32
Die zweite Hälfte ist auch fertig, und beide Teile mit Pu Kleber verklebt (7,4 Gramm!)

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Beim Spiegeln gab es noch eine Reihe von Detailproblemen, die mit der gleichzeitigen Spiegelung der Achsen zu tun hatten, sprich, die verschiedenen Lagen passten nicht übereinander.

Obwohl es nur 2 Teile sind, habe ich 8 Fräsdateien benötigt (die naturgemäß immer alle falsch waren...) Jeweils 2 (schrubben + schlichten) für die Aussenseite und die Innenseite (wegen der Aushöhlung), und das ganze nochmal spiegelbildlich. Man muß seinen Kopf sehr zusammennehmen um da nicht die Übersicht zu verlieren. Vermutlich setzen deshalb viele ihre Fräsen nur für 2D Teile ein.

Im Prinzip habe ich jetzt kapiert wie es abläuft. die nächste Herausforderung ist das Fräsen von Aluminium. Morgen sollte eine Ladung Duraluminium eintreffen.

PeterKa

PeterKa
04.10.2014, 08:24
Es ist noch nicht lange her, da hätte ich es nicht für möglich gehalten:

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Fein verschliffen und alles tippi toppi. Das Gewicht ist, sagen wir mal.. ok ;-)

In diesem Zustand ist die Oberfläche nicht sehr grabbelfest, obwohl das Teil in sich sehr stabil ist. An der dünnsten Stelle beträgt die Wanddicke 6 mm. Ich werde jetzt testen, wie ich bei geringstem Gewichtszuwachs auf eine lackierbare Oberfläche komme. Meine ersten Versuche mit Papier waren prima verlaufen, ist aber schon eine Weile her.

PeterKa

PeterKa
05.10.2014, 20:25
Heute den ganzen Tag die Rippen für den Kapron gefräst. Meine Frau frug schon, ob ich nicht schon einen Rappel hätte. TzTz. Geht doch alles in ein Schächtelchen...

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Das sind die Grundtypen von Rippen die vorkommen. Dazu noch ein paar Variationen. Insgesamt mit den Halbrippen an die 100 Stück, für ein Flächenpaar.

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Die Steckung, die diesmal zum Einsatz kommt ist eine 16 mm Rohrsteckung. Für ohne Wind nimmt man Kohlerohr, für mittleren Wind Alurohr und für Sturm Stahlrohr. So einfach kann das Gewicht angepasst werden.... Na ja so ist der Plan ;-)

Jetzt hab ich erstmal genug gefräst.

PeterKa

PeterKa
07.10.2014, 21:35
Hier der Holm und die ersten Teile für die Nasenpressform. Das letzte Frästeil braucht noch eine knappe Stunde bis es fertig ist.

Ok man hätte die Formen leicht mit einem heißen Draht schneiden können.. Wäre auch 10 mal schneller gegangen. Aber ich muß ja fräsen lernen ;-)

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Nachtragen will ich noch, daß die einzelne Rippe 0,6 Gramm wiegt.

PeterKa

PeterKa
08.10.2014, 10:27
Während die Dinge bisher den normalen Modellbauer wohl überfordert hätten, oder lange manuelle Vorbereitungen erfordern würden, geht es jetzt mit dem Bau los, wie er wohl allen bekannt ist. Würde es einen Baukasten geben, dann wäre das wohl der Zustand, wie er den "Kunden" erreicht (Nur der Flügel versteht sich).

Die erste Arbeit ist den Holm zu bauen. Fertigungstechnisch bedingt besteht er aus 2 Hälften. Auf der geschlossenen Seite des Kamms wird ein 3x1 mm dicker Kohlestab mit Uhu Por aufgeklebt.


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Forts. folgt ;-)


PeterKa

PeterKa
09.10.2014, 09:30
Mc Murphy hat einfach immer recht....

Die erste gesteckte Fläche musste in die Tonne, da die dom Devwing errechneten Diagonalrippen micht passten. Hier wird wohl der Softwaremann in Italien nochmal eingreifen müssen. Daher musste ich kurzfrstig umdisponieren und auf Diagonalrippen verzichten. Das hatte einen Rattenschwanz an Folgeproblemen zur Folge. Alles aber in trockenen Tüchern, lediglich die Fräse muss noch einmal angeworfen werden, weil ich natürlich jetzt viel zu wenig von den geraden Rippen haben. Für eine Fläche hat es aber gerade eben noch gereicht.

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Shit happens zwar, aber das sieht doch echt klasse aus oder ?

PeterKa

Franz Haas
09.10.2014, 09:54
Hallo Peter

Der Flügel sieht echt schon mal gut aus. Aus meiner frühen Depronzeit kann ich absolut bestätigen, dass eine
Depronfläche eine enorme Festigkeit aufweist. Und mit einem guten Finish wird sogar die Oberfläche Alltagstauglich.
Es kann halt passieren, dass der ein oder andere F2B Pilot Schweißausbrüche bekommt und sich die Haare rauft - aber was solls? Es ist eine Studie und somit sinnvoll. Das mit den Problemen mit der Software kenne ich auch.
Habe auch das letzte mir verbliebene blonde Haar " versilbert".
Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit deinem Flieger weiter geht.

Gruß, Franz Haas

PeterKa
09.10.2014, 11:55
Ich denke ich würde mich nicht auf den Versuch einlassen, wenn ich nicht genau wüsste was ich tue ;-) Und es ist nicht mein erstes Depron Modell, nur das erste, das absolut konsequent in Depron durchkonstruiert ist. Bisher habe ich nämlich immer Materialien kombiniert um zu guten Ergebnissen zu kommen, was eigentlich feige war.

Die Fräse ermöglicht eine sehr hohe Genauigkeit, die die Arbeit mit dem Schaum eigentlich erst ermöglicht. Die wahren Künstler brauchen so etwas nicht, und das meine ich anerkennend.

Ich habe in Schwalmtal sehr genau die Modelle angeschaut, es war ja die deutsche Creme de la Creme anwesend, insofern bekam ich einen sehr guten Überblick. Dazu ein paar Diskussionen, und schon weiß ich was ich noch verbessern muß. Das wird Niederschlag in der Kapronkonstruktion finden.

Und wenn die Maschine nicht den 10 Kilogramm Belastungstest besteht wird sie kleingeschnetzelt ;)

Was wirklich toll an der Bauweise ist: Das komplette Modell kostet kaum mehr als 50 € an Material. Am teuersten sind die Kohleholme der Flaps.... und der Ausschuss, verursacht durch Dämlichkeit ;)

Und die Reaktionen ? Die meisten werden sagen, nett aber uninteressant, einige werden sagen Toc Toc, einige sagen Was soll das, das Fesselflugzeug ist ausentwickelt, und ein paar ganz wenige finden das wirklich spannend. Für die paar wenigen schreibe ich das alles hier.

PeterKa

classicracer
09.10.2014, 13:05
Sieht ganz schon aus!

PeterKa
09.10.2014, 15:31
Das Flächengerippe ist fertig.

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Es wurden 4 Kohleholme eingebaut (3x1 mm). Besonders wichtig sind die beiden vor der Endleiste, denn diese tragen die Lager für die Flaps. Hierfür kommt eine besondere Konstruktion zum Einsatz, denn die Flaps laufen in Hohlkehle und sind demontierbar, und zwar nicht mit einem Draht den man ziehen muß, sondern mit 3-4 Madenschrauben, die von der Flächenunterseite zugänglich sind. Der Nasenholm der Flaps wird aus Kohlerohr gemacht, das ich selbst anfertige. Das hat mehrere Gründe: Käufliche Kohlerohre mit 45 Grad Gelege kosten 15-20 € und mehr. Diese haben manchmal den großen Nachteil, auf der Innenseite nicht perfekt rund zu laufen. Für die Drehlagerung benötige ich aber eine glatte und perfekt runde Innenbohrung, sonst klemmen die Flaps später. Die Rohre werden aus Kohleschlauch und dünnem Glasgewebe gefertigt, ich werde darüber genau berichten, denn auch das geht nicht ohne Tricks, insbesondere ist es ziemlich schwierig, die Rohre vom Rohling herunterzuschieben, wenn das Harz ausgehärtet ist, aber auch dafür gibt es Mittel und Wege. Übrigens auch der Kohleschlauch ist kein Schnapper, ca 6 € sind für den laufenden Meter hinzublättern. Das Glasgewebe ist als Ummantelung der Kohle erforderlich, damit man nicht den Kohlestaub überall hin gekommt, wenn man schleift.

Die zweite Baustelle ist die Form für die Flächennase.

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Die Frästeile sind verklebt und haben eine massive Passform bekommen. Der Druck der sich beim Pressen des Nasenradius aufbaut ist erheblich, und kann das Styrodur leicht kaputtbrechen. Das Alles muß noch geglättet werden, dann kommen 2-3 Lagen Treppenlack darauf um die Oberfläche zu schützen. In ein paar Tagen kann dann die Nase geformt werden.


PeterKa

PeterKa
09.10.2014, 19:52
Ich habe total vergessen, das Gewicht des Flächengerippes anzugeben.... 29 Gramm... sodele ;)

PeterKa

PeterKa
10.10.2014, 12:16
Auf die Gefahr hin, daß ich mich wiederhole oder daß die meisten gähnen wenn sie das zum xten Male lesen... Die Fertigung von Steckungs- und Kohlerohren.

Das Depronmodell benötigt mehrere Steckungsrohre von 16 mm. Diese werden jetzt für den nächsten Bauabschnitt gefertigt.

Zuerst wird das Rohr für welches die Steckung gebaut wird mit Trennlack eingestrichen. Dann werden passende Streifen Gefrierbeutel geschnitten.

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Das kann man ruhig sehr ordentlich und sauber machen, die Steckung wird es danken. Diese Folie hat sich am allerbesten bewährt. Sie hat gute Gleiteigenschaften und erlaubt ein leichtes Trennen von Rohr und Steckung. Andere Folien machen deutlich mehr Probleme.

Diese Folie sprühe ich jetzt mit ablösbarem Sprühkleber leicht ein. Dann wird sie auf das Rohr gelegt und mit einem Microfasertuch sanft blasenfrei aufgerieben.

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Danach wird die ganze Chose ein zweites Mal mit Trennlack eingestrichen..

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Das muß ordentlich trocknen, bevor die Gewebelagen aufgebracht werden.

Das Trennen ist völlig problemlos, wenn man das Innenrohr greifen kann. Zum Lösen der Klebungen das Rohr mit beiden Händen greifen und tordieren. Dazu kann etwas Kraft erforderlich sein. Dann kann man das Rohr einfach herausziehen.

Die Sache wird schwieriger, wenn die Rohre dünner werden. Da benötigt man einen Ansatz, um das Röhrchen einspannen zu können und das Innenrohr mit Hammerschlägen (Gummihammer) auszutreiben. Dazu wird das Rohr etwas länger laminiert als es nötig ist, und an einem Ende mit Glasband bis zu einer Wandstärke von mindestens 2 mm auflaminiert.

Zum Trennen wird das Teil in den Schraubstock gespannt und das Innenrohr ausgetrieben. Ich werde das auch noch in Bildern zeigen.

PeterKa

PeterKa
11.10.2014, 08:28
Das Biegen einer Depronplatte um einen so engen Radius ist einen äußerst heikle Sache. Mit einer Ausschussquote von 70 % muss man leider rechnen. Bei dem geringen Preis für eine Platte ist das sicher verschmerzbar.

Hier mal 3 Beispiele, von links nach rechts wachsender Qualität.

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Die ersten Versuche knacken einfach nur durch. Solche Exemplare habe ich nicht gezeigt hier. Dann kommen solche die mehrere kleine Risse haben, sind auch recht schlecht zu verwerten.

Es ist ein Spielen mit Temperatur, Kraft und Geschwindigkeit die letztlich zum Erfolg führt. Die letzte Biegung auf der Schablone ist absolut makellos. Ich will die einzelnen Schritte hier nicht im Detail platttreten. Wer genaueres wissen will piepst mich an. Jedenfalls ist hiermit die letzte technische Hürde der Fläche genommen.

PeterKa

PS: Es hat 15 erfolglose Versuche gebraucht um soweit zu kommen....

PeterKa
11.10.2014, 10:43
Die Röhrchen sind fertig.

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Mit je 4 Gramm noch leichter als erwartet (2 Lagen 160er). Die wollten diesmal nicht sehr gerne entformen. Eine Stunde Gefrierschrank und eine Querbohrung im Aluminumstab (um einen Hebel zum Drehen einzuschieben) haben das Problem aber gut gelöst.

PeterKa

Merlin
11.10.2014, 11:41
http://www.rc-network.de/forum/showthread.php/23305-Gfk-H%C3%BClsen-f%C3%BCr-Fl%C3%A4chensteckung?p=224682&viewfull=1#post224682

Funktioniert ohne Stress!

/Bernd

PeterKa
12.10.2014, 08:32
Die Steckungen sind verklebt mit relativ üppig PK Kleber. Außerdem sind die Rippen an der Durchgangsstelle nochmal verstärkt.

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An weiteren Verstärkungsmaßnahmen folgt noch eine Verkastung am Endholm. Dies geht noch nicht, da die Scharnierböcke noch nicht fertig sind.

Im Bereich der Steckung kommt auf das Depron innen noch eine Lage 80er Glasgewebe . Übrigens ich weiß, daß die Steckungsrohre nicht optimal positioniert sind. Sie mussen so weit auseinander um den Steuerungsleinen genügend Platz zu lassen. Wer Bedenken hat, warte erst mal den Belastungstest ab, davor drücke ich mich nicht.

Und noch das Gewicht *nerv* ;)

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Im gleichen Bauzustand wog meine Styrofläche bereits 120 Gramm.

Der große Nasenblock wurde so dimensioniert, daß er auch als Pressung für die Beplankung funktioniert.


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Das ist eine sehr elegante Methode finde ich.

So langsam bekommt die Fläche Gestalt.

Ganz nebenbei. Wer mag, kann jetzt mit 1-2 mm Balsa beplanken. Dann erhält er eine ganz konventionelle Fläche mit konsequent leichtem Trägergerüst. Natürlich kann man auch die Kohlebeplankung nehmen. Ich wollte aber sehen, wie das mit dem Depron geht.


PeterKa

PeterKa
12.10.2014, 13:30
Das endgültige Formen der Nase war dann nochmal Stress. Von 6 Nasenbögen habe ich 2 weggeworfen, 2 sind 2. Wahl, und 2 sind ok. Man muß aber sagen, daß man aus einer Depronplatte für 1€ 3 Bögen machen kann. Also kostenmäßig hält sich das mit dem Ausschuss im Rahmen.

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Hier wird dann in die fertig angepassten Bögen 80er Matte einlaminiert. Nur etwas länger als die Steckung. Nachdem es klebefrei gehärtet ist, kann dann die Nase an das Gerippe gepresst und mit PU Kleber verleimt werden.

Auch hierfür ist ein ziemlicher Kraftaufwand erforderlich, damit das Depron fugenfrei verklebt werden kann.

PeterKa

PeterKa
12.10.2014, 18:42
Das Harz ist inzwischen trocken, aber noch nicht ganz durchgehärtet. Daher kann der Nasenbogen jetzt aufgezogen werden. Das geschieht mit Hilfe des Nasenkastens.

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Der notwendige Pressdruck wird mit Hilfsklötzchen und Tesakrepp erreicht. Ich habe mal probweise eine Zwinge angesetzt, aber das verzieht alles hoffnungslos. So scheint es optimal zu sein, jedenfalls sitzt die Beplankung perfekt.

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Das war insgesamt der mit Abstand schwierigste Teil des Projektes. Ich habe mir sehr schwer getan, denn auf diese Art habe ich noch nie etwas gebaut, es existiert also kein Spezial Knoff Hoff. Morgen werde ich wissen, ob die Erwartungen erfüllt werden, aber ich bin sehr zuversichtlich.

PeterKa

PeterKa
13.10.2014, 07:12
Heute morgen bin ich sehr früh aufgestanden....


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Das Ergebnis überrascht sogar mich.. Die jetzt geschlossene DBox ist absolut verwindungssteif. Die Beplankung ist nirgendwo weich oder eindrückbar. Das hat 100% hingehauen. Na ja und der Vollständigkeit halber .... 65 Gramm... (ich weiß dass das nervt... aber das Gewicht ist mein oberstes Konstruktionsziel in diesem Fall).

PeterKa

PeterKa
14.10.2014, 08:59
Die untere Beplankung der Fläche habe ich gestern aufgeklebt. Damit ist das Gewicht auf stattliche 100 Gramm angewachsen. Mit allem Drum und dran wird die Fläche bei 150 Gramm ohne Flaps landen (meine Styrofläche wiegt im vergleichbaren Zustand 250 Gramm) Dazu kommt das Finish.. Die Bäume wachsen nicht in den Himmel, aber ist schon relativ sehr gut.

Bevor die Fläche ganz verschlossen wird, ist noch die Lagerung der Flaps anzubringen. Dazu dienen die beiden hinteren Kohleholme.

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Um alles gut ausrichten zu können habe ich mir eine Flaplehre gebastelt. Diese hat exakt die Dicke der fertigen Flaps. Etwas aufwendiger war die Anfertigung der Lagerböcke aus Duraluminium.

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Ich hoffe man kann erkennen wie das funktionieren soll. Die 3mm Schrauben gehören zu den Flaps, wo sie im Kohlerohr drehend gelagert sind. Sie werden in die Bohrung der Lagerböcke geschoben und dann mit Madenschrauben fixiert. Man sieht daher später auf der Unterseite der Fläche 3 kleine Bohrungen.

Mit Hilfe der Lehre wird alles passgenau ausgerichtet und die Böcke mit Uhu Plus verleimt.

Nach dem Aufbringen der oberen Beplankung wird die Hinterkante der Fläche hohl geschliffen und dann Segmentstück eines GFK Rohres eingeleimt. Es bleibt also keine Depronkante stehen.

Übrigens es ist unwahrscheinlich wieviel Häme und Boshaftigkeit gepaart mit Arroganz in dieser Welt ist. Mir wurde mit tiefstem Ernst prophezeit, daß meine Fläche sofort zerbröseln wird. Die einzige Begründung die mitgeliefert wurde war, daß ich keine Ahnung hätte - je nach Meßlatte ist das natürlich nicht widerlegbar ;-)

Ich bin inzwischen gedanklich schon weiter, denn die Fläche ist konstruktiv abgehakt. Ich plane, die Fläche im Rumpf verschiebbar anzubringen, in einem Bereich von +-3 bis 4 cm. Das geht deshalb problemlos, weil Motorträger und Flächenhalterung eine innere Einheit bilden, also aus härterem Material sind als Depron. Der Leitwerksträger wird eine Doppelrohr Depron Konstruktion sein. Formteile werden aus Styrodur gefräst. Soweit der Plan..

Warum ich das mit dem Verschieben mache ? Nun ganz einfach. Ich kann damit den Leitwerkshebelarm und den Schwerpunkt viel angenehmer anpassen als mit Blei. Vor allem wenn leichtere Motoren zum Einsatz kommen wird es mit dem Schwerpunkt oftmals problematisch, so geschehen bei meinem ersten Versuch vor einem Jahr. Die Mimik dafür ist total simpel und leicht. Ihr werdet sehen.

PeterKa

depronator.
14.10.2014, 19:13
Mir wurde mit tiefstem Ernst prophezeit, daß meine Fläche sofort zerbröseln wird.
Zerbröseln kann alles. Es kommt nur auf die Belastung an. Beglaste Flächen aus Depron halten schon einiges aus. Bei "normalen" Geschwindigkeiten bis 115km/h (GPS, bin kein Schnellflieger) hatte ich keine Probleme. Ich würde vielleicht die Rippen nicht so stark auf leicht trimmen, da Gewichtersparnisse überschaubar dafür Festigkeitseinbussen grösser sind. Kommt aber eher beim Transport/Zupacken zum Tragen. In der Luft habe ich erst ein unbeglastes Modell zerbröseln können (obwohl böse Zungen behaupten, dass das eine Stromleitung verursacht hätte). Beim Durchfliegen einer Nussbaumkrone "schnallten" sich schon Mal die Tragflächen ab, also auch kein Zerbröseln.

Gruß
Juri

PeterKa
15.10.2014, 18:33
Verschliffen ist sie noch nicht, auch fehlt noch der Endleistenabschluß und die Wurzelrippe, aber ansonsten ist es eine fertige Fläche.

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Woher die letzen 5 Gramm geflogen kamen ist mir ein Rätsel... aber so ist es nunmal.

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Vorhin waren ein paar Fliegerkumpel bei mir. Sie wollten es nicht glauben. So etwas war bisher unvorstellbar, jedenfalls für eine vollbeplankte Fläche. Die Stabilität ist mehr als ausreichend und die Nacharbeit ist überschaubar. Bisher betrachte ich den Versuch als geglückt.

PeterKa

PeterKa
16.10.2014, 18:48
So schleife ich die Hohlkehle in die Endleiste.

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Morgen laminiere ich ein Rohr, um die Fläche hinten zu schließen.

Die Fläche wurde jetzt grob angeschliffen und verspachtelt. Das sieht auf dem Bild noch recht wild aus. Depron kann man mit Balsspachtel von Krick spachteln, oder mit Modellierspachtel von Molto. Das geht hervorragend, denn nur dem Genie gelingt eine Oberfläche auf Anhieb fehlerfrei.

Als letztes kommt die Versiegelung mit 27er Matte. Danach ist das Finish nach bewährten Verfahren möglich. Lediglich bei der Lackauswahl ist die Verträglichkeit mit Depron zu beachten. Ist bei mir ganz einfach, denn der Vogel wird pechschwarz (Aufheizen im Auto hin oder her).

Ebenfalls morgen will ich mein erstes Kohlerohr laminieren, da das von mir bisher nicht erprobt wurde, werde ich es erst zeigen, wenn es geklappt hat... Hab mich schon oft genug blamiert ;) Es geht um das in 45 Grad laminierte Nasenrohr der Flaps. Den Kohleschlauch habe ich bei R&G gekauft. Eigentlich mach ich das nur um zu überprüfen, ob sich die Kohlerohre tatsächlich so schwer entformen lassen wenn der Durchmesser klein ist.

PeterKa

PeterKa
18.10.2014, 10:30
Ich kann jetzt bestätigen, daß sich die Rohre sehr schwer entformen lassen. Eigentlich glaubte ich schon alles im Sack zu haben. Das innere Rohr ließ sich leicht bewegen und schieben... Dank der anlaminierten Muffe liess sich auch alles prima einspannen. Kurz, ich habe das Alurohr gut 15 cm herausziehen können, dann saß es fest. Das hatte ich bisher noch nie erlebt, aber es ist wohl so.

Die Ursache liegt in der Folie die ich dazwischen gelegt habe. Diese verkruselt sich und mit dem Drehen setzt sich dann alles langsam fest. Ich habe das Rohr noch ein paarmal hin und her schieben können, aber jetzt geht das nur noch mit Gewalt. Dieser Versuch ist also gescheitert.

Ich trage es mit Fassung, denn das Rohr war sowieso nicht optimal. Zum einen ist der Durchmesser ein paar Zehntel zu dick. Zum Anderen ist die Oberfläche nicht glatt genug. Das kann man zwar sicher abmildern, aber nicht mit wenig Arbeit. Vermutlich kann man Folie überziehen, aber das alles ist mir zu fummlig, und bis ich es in den Griff bekommen habe, sind 5 weitere Versuche gescheitert. Ich werde daher zu käuflichen Rohren greifen.

PeterKa

PeterKa
19.10.2014, 10:04
Es entsteht die andere Fläche. Einiges an der Bauweise habe ich gegenüber dem ersten Versuch geändert. Insbesondere ist es bei Depron nicht besonders günstig, die Rippen mit Stecknadeln zu fixieren. Ich richte alles an Winkelleistan aus und fixiere dann die Lage mit einem Tropfen uhu Por. Erst wenn alles am Platz sitzt, wird die Hauptklebung mit Pu Kleber angebracht.

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Die Lagerung der Rohre ist etwas tricky. Die Rippen haben eine Bohrung die einen mm größer ist als nötig. Die Verstärkungen sind genau passend. Dadurch entsteht um das Rohr herum eine Nut, in die der Pu Kleber wunderbar hereinläuft und einen geschlossenen ziemlich harten Ring um das Rohr bildet, der durch das Aufschäumen auch noch relativ breit wird. Dieser ist härter als das Depron, somit wird der Übergang vom GFK auf das Depron harmonischer (Kerbwirkung). Ich habe mit der fertigen Fläche mal etwas herumgebogen. Bisher hält alles bombenfest.

Man lernt ja auch beim Bauen. Diesmal habe ich den Bereich des Holmes mit mehr Aufwand bedacht, damit beim Zusammenkleben der Beplankung nicht unnötigerweise eine Stufe entsteht, die mühsam abgeschliffen werden muß.

Ich überlege gerade das Modell umzubenennen. Wegen der vielen "geh zum Teufel" Wünsche und dem unsäglichen Kopfschütteln über die ungeheuer untaugliche Bauweise die ich da in totaler Ahnungslosigkeit zelebriere, denke ich der Name "Brösel" wäre deutlich angemessener ;) Ordentliche Feinde fördern die Kreativität über die Maßen...

Nächste Woche kommt der Belastungstest. Ich werde auf jede Fläche 5 Kilo Sandsäck aufbringen. Die müssen eingermaßen verteilt werden, damit das Depron nicht punktförmig belastet wird. In etwa entspricht das 10G Belastung, doppelt so viel wie benötigt, aber ich will wissen ob alles hält.

PeterKa

Franz Haas
19.10.2014, 11:23
Hallo Peter

Deinen tollen Depron Bericht verfolge ich natürlich mit wachsendem Interesse. Toll, was alles möglich ist!
Das einem dabei der blanke Neid aus den Augen springt, dürfte wohl klar sein. Ich möchte nicht wissen, was da den eingefleischten " Holzwürmern so alles durch die Köpfe geht. Wenn man alleine auf die Klicker schaut, kann man sich was zusammenreimen. Ich bin ja mal auf dein Endergebniss gespannt! Weiter so, Peter.:D

Gruß, Franz Haas

PeterKa
25.10.2014, 14:00
Die zweite Fläche meines Brösels im Rohbau, hier Aufbringen der oberen Beplankung.

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Mein Freund Hermann Eichner hatte mir den Tip gegeben, es mal mit Sandsäckchen zu versuchen. Da ich sowieso Gewicht für den Belastungstest benötigte habe ich mir einene 10 Kilo Beutel Quarzsand aus dem Baumarkt geholt und in 10 Plastikbeutelchen mit dem Klippverschluss gefüllt. Der Verschluß ist dicht, aber ich gehe doch vorsichtig mit den Beuteln um. Jedes der Beutelchen wiegt 1 Kilo. Auf dem Brösel lasten also hier über 3 Kilo, ohne dass er groß meckert.. Die untere Beplankung fehlt ja noch.

Ansonsten geht die Arbeit langsam voran, da ich mir zur Zeit meine neue Werkstatt einräume. Sieht alles recht komfortabel aus, wird aber noch einige Wochen dauern.

PeterKa

PeterKa
30.10.2014, 12:20
In einer Kellereinrichtungspause habe ich eben flugs den Zerbröseltest gemacht.

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Ich habe 6 Kilo gleichmäßig über die Fläche verteilt. Der Abstand beider Flächen beträgt wegen der Länge der Rohre 15 cm. Die gesamte hier liegende Spannweite beträgt somit 165 cm! Die Fläche biegt sich sichtbar durch, aber das war kein Ächsen und Stöhnen, alles gut. Habe die Säcke 10 Minuten liegen lassen.

Wenn der Rumpf 1,1 Kilo wiegen würde, wie bei der Marionette wäre das eine nachgewiesene Belastbarkeit von über 5G. Weiter wollte ich es nicht treiben, denn ich habe nicht genügend Sandsäcke, und man muss es ja nicht herausfordern.

Es ist anzumerken, daß die eine Fläche hinten noch nicht geschlossen ist (die Hohlkehle ist noch nicht laminiert). Und natürlich fehlt noch das 27 Gramm Glasgelege. Ich wollte das alles erst machen, wenn sicher ist daß das Teil nicht zerbröselt.

In diesem Zustand wiegt die Fläche 350 Gramm (ohne die Alurohre). Angesichts dieser Werte bezweifle ich, daß man hier immer noch leichter bauen kann, wenn man keine Rippenfläche will. Rechnerisch wäre einiges an Gewichtsersparnis durch die vorgestellte Kohlemimik zu machen, aber der Preis würde dadurch ins Uferlose steigen.

Festigkeitsmäßig ist diese Flächenbauweise außerhalb jeder Kritik. Daß das später auch für die Optik gilt werde ich jetzt versuchen zu beweisen.

PeterKa

PeterKa
31.01.2015, 10:03
So nach langer Pause geht auch dieses Projekt in die nächste Phase. Das Modell hat seinen endgültigen Namen erhalten. Ich taufe es "Rebell".. (Ein Schelm wer böses dabei denkt.) Weil ich nun im Moment absolut keinen Bock mehr auf Lackieren und schleifen habe, werde ich das ganze Modell mit Aluminiumfolie überziehen, jedenfalls die Flächen und Leitwerke. Hierbei kommen die Tipps von Wolfram (F4bScale) zum Tragen.

Die Flächen sind inzwischen fertig und verschliffen. Der Rumpf ist noch nicht gezeichnet, aber da wird mir schon was fetziges einfallen.

Eine weitere Besonderheit.. Das Modell wird komplett by Wire angelenkt. Die Idee stammt von Hermann. Mein Arduino Timer wird um die zusätzlichen benötigten Steuerungsfunktionen erweitert. Natürlich weiß ich, daß das Modell so auf keinen Wettbewerb könnte.. Aber ich denke es ist mal Zeit neue Wege zu gehen.

Übrigens geht es auch mit der Marionette weiter. Die größte (emotionale) Hürde war, den zu kleine geratenen Höhenruderausschlag zu erweitern. Das habe ich inzwischen erledigt. Jetzt geht es nur noch um ein einigermaßen ansehnliches Finish.

PeterKa

Peter Germann
31.01.2015, 11:45
Eine weitere Besonderheit.. Das Modell wird komplett by Wire angelenkt. Die Idee stammt von Hermann. Mein Arduino Timer wird um die zusätzlichen benötigten Steuerungsfunktionen erweitert. Natürlich weiß ich, daß das Modell so auf keinen Wettbewerb könnte.. Aber ich denke es ist mal Zeit neue Wege zu gehen.
PeterKa

Hier (http://stunthanger.com/smf/index.php?topic=32619.0) gibt es zu diesem Thema einiges zu lernen

Gruss, Peter Germann

PeterKa
31.01.2015, 19:00
Habe mal ausgetüftelt, wie die Fläche mal aussehen wird. Erstmal der Nietenplan.

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Die Kanten sind genau die einzelnen Kacheln, die aus der Folie geschnitten werden. Sie werden mit den Nieten bedruckt. Jetzt folgt die Beschriftung und dann die Flaps... da weiß ich noch nicht ganz genau wie ich es mache.

PeterKa

PeterKa
01.02.2015, 12:50
So sieht das (vorläufig) fertige Layout der Fläche aus.

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Alle schwarzen Elemente werden direkt auf die Folie gedruckt. Das rote Logo wird als Schiebebild ausgeführt.

PeterKa

PeterKa
01.02.2015, 20:02
Heute habe ich die Rumpfform gezeichnet. Sie ist sehr schlicht, aber doch elegant wie ich finde. Der Rumpf wird selbstredend auch aus Depron und Styrodur gebaut, mit Ausnahme einiger tragenden Teile. Die Länge beträgt 1235 mm +Spinner (50mm).

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Ähnlichkeiten mit meinem Golden Eye Entwurf sind vorhanden und gewollt.

PeterKa

PeterKa
02.02.2015, 08:48
Rebell ist ein völlig anderes Flugzeug als man es so kennt. Ich würde sagen es ist kompromisslos in jeder Hinsicht. Fly by Wire gibt völlig neue Möglichkeiten bei der Konstruktion. Eine der brutalsten Neuerungen (hasts sicher auch schon gegeben irgendwann) ist die verstellbare Flächenposition.

Ich muß das erklären: Wenn die Geometrie gegeben ist, errechnet sich aus den Hebelarmen und dem gewünschten Stabilitätsmaß ein notwendig einzuhaltender Schwerpunkt. Nun kommt man aber als Elektroflieger oft in die Bredouille den SP einzuhalten, speziell wenn die Position des Akkus räumlich Schwierigkeiten macht, was bei Verbrennerkonstruktionen zwangsläufig passiert. Also kann man auch das Pferd vom Schwanz her aufzäumen. Man lässt den SP wo er ist, und passt die Geometrie an. Eine der viel genutzten Möglichkeiten ist es, die Größe des HLW zu verändern, was unweigerlich zu einem Neubau des HLW führen dürfte.

Ich habe durch die Rohrsteckungen in der Fläche die Möglichkeit, die Fläche einfach verschiebbar zu machen. Ohne riesigen Aufwand sind da 10 cm Variation möglich. Wichtig ist bloss, daß das Fahrwerk mit verschoben werden muß. Aber auch das ist konstruktiv leicht zu lösen. Da die Flaps und das Höhenruder elektrisch angesteuert werden, gibt es auch keine Probleme mit dem Gestänge. Angenemer Nebeneffekt: Ich benötige keine weiteren Rumpföffungen um an das Gestänge zu kommen.

So etwa muß man sich das vorstellen:

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Natürlich muß der Rumpf im Bereich des verstellbaren Bereiches konstante Breite haben, aber das ist ohne Einbuße der Ästhetik einzuhalten.

Eine zweite Neuerung (gabs auch schon mal) ist das Pendel HLW. Größter Vorteil ist, daß das HLW dadurch sehr leicht zu bauen und abnehmbar sein kann. Derzeit liege ich bei ca. 90 Gramm für ein komplett steckbares HLW. Mit dem Pendelruder sind da locker 30-40 Gramm Gewicht einzusparen (Beweis folgt).

PeterKa
02.02.2015, 11:07
Ich will noch kurz etwas nachtragen. Im manntragenden Flugzeugbau werden die Holme oft im Rumpf schwimmend gelagert. Die Flächen werden nur mit kleinen Bolzen gegen Verdrehen gesichert. Ich habe 2 Modelle mit dieser Bauweise gebaut. Keine Wiesenschleicher sondern Hangrocker. Des hebt... sagt der Schwabe.

Beim Fesselflug ist aber noch das Drehsegment zu beachten. Über dessen optimalen Einbau muß ich noch tüfteln.

PeterKa

PeterKa
04.02.2015, 10:09
Ich musste eine Weile herumopern, bis ich alles korrekt auf dem Laserdrucker ausdrucken konnte, aber das ist nur Fleiss.

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Jetzt folgt die Probe aufs Exempel. Ich mache das ja auch zum ersten Mal. Ich stelle es mir nicht ganz so einfach vor, die Platten sauber zu justieren und blasenfrei anzureiben. Aber das wird schon irgendwie. Sollte es wirklich klappen, wäre das wirklich fast beinahe sensationell. Danke an Wolfram, der das erfunden hat. Obrigens man braucht etwa 30 Blatt. Die Kosten liegen kaum höher als bei Oracover.

PeterKa

PeterKa
04.02.2015, 11:29
Noch was.. Ich habe versucht, die Folie direkt auf das unbearbeitete Depron zu kleben. Das geht zwar, ist aber von der Haftung nicht optimal, weil das Depron an de angeschliffenen Stellen sehr porös bis bröselig ist. Ist mir zu riskant. Außerdem sind da noch ein paar Macken, die sich doch abzeichnen. Ich mache daher die Oberfläche mit 2-3 Lagen Parkettlack glatt. Das geht im Arbeitszimmer, das Zeug riecht absolut nicht.

PeterKa

PeterKa
04.02.2015, 18:37
Um zu sehen wie die Chose später aussieht habe ich mal ein Volumenmodell des Rumpfes gemacht. Außerdem schneide ich mir hiervon die Formteile aus. Wie gesagt die Konstruktion ist ganz einfach, nur kreisförmige Segmente. Der Übergang zum Seitenleitwerk muss noch etwas verschlankt werden. Da gehe ich nochmal dran.

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PeterKa

PeterKa
04.02.2015, 22:58
Jetzt habe ich eine Weile herumgedoktort. Erstens gefiel mir die Form micht besonders, zweitens musste ich schauen, wie ich die Öffnungen anordne um an die Technik zu kommen. Aber so gefällt es mir.

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Vorne die Öffnung habe ich etwas farblich abgesetzt, damit man es besser erkennen kann. Die Kabinenhaube wird tiefgezogen, das kann ich inzwischen auch selbst.

Zur Bauweise ein paar Worte. Vorne vom Motorspant bis zum Ende der Steckungsrohre (+Verschiebung) kommt ein Innenkasten aus Pappel. In diesen eingepasst wird ein weiterer Innenkasten, der die Steckung, das Steuersegment und das Fahrwerk aufnimmt. Dieser wird dann mit dem anderen Kasten verschraubt. Die geraden Seitenflächen werden dann aus Depron geschnitten und mit den obligaten Kohlestäbchen versteift. Alle Rundungen fräse ich aus Styrodur. Könnte man auch schnitzen und schleifen, aber ich muss ja fräsen üben.

Das Seitenleitwerk erscheint recht groß. Das ist Absicht und ich verspreche mir davon eine Verbesserung des Flugverhaltens. Ich habe folgende Beobachtungen gemacht. Einige Modelle (beispielsweise der KUKI, aber auch andere) neigen zum Schwänzeln, wenn sie gebremst werden oder beschleunigen. Ich führe das auf zu kleine Seitenruder zurück, kann mich natürlich auch irren.. Aber beim Rebell kommt es sowieso nicht mehr drauf an, so abwegig wie der konstruiert und gebaut ist. Normalerweise werden Seitenruder klein gehalten, weil man sie "nicht braucht" und weil man hinten jedes Gramm sparen will. Bei Depronbauweise ist das zusätzliche Gewicht absolut vernachlässigbar.

PeterKa

Franz Haas
05.02.2015, 00:28
Hallo Peter

Eine sehr gefällige Rumpfstruktur. Ich finde diese sehr gelungen und passt zu deinem Konzept.
Mal sehen, wie sich der Rumpf in wirklichkeit so macht. Elegant ist er ja und ist eben anders.

Gruß, Franz Haas

PeterKa
06.02.2015, 09:46
Mitte im Aufbringen der Folie....

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Ist fummelig, geht aber gut.

PeterKa

PeterKa
06.02.2015, 11:34
Eine Stunde später....

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Gewicht ist auf stattlich 218 Gramm angewachsen. Jetzt kommt aber nichts mehr dazu. Das fertige Modell wird also gewichtsmäßig nicht brutal aus der Norm fallen, aber am unteren Ende der F2B Modelle liegen.

Der Randbogen wird noch blau gemacht, das war es dann.

PeterKa

Franz Haas
06.02.2015, 12:26
Hallo Peter

Das sieht doch schon perfekt aus! Und das mit dem Gewicht?? ist so eine Sache für sich!
Da ja sowieso E-Antrieb zu Grunde gelegt ist, wird zwangsläufig ein " gutes" Gewicht zu stande kommen.
Das liegt aber an der Konfiguration des Antriebs und wohl weniger an der Zelle selbst. Du willst ja kein Modell fliegen, was bei Windstärke 2 wie wild mit den Flügeln schlägt! ( Siehe Panther von Biesterfeld) Duck und weg!
Also alles in allem eine tolle Machbarkeitsstudie und das noch in Depron!!!
Und nur das zählt doch! Den Mut haben und zeigen, das man auch in Bröseltechnik was schönes zaubern kann!
( andere brauchen dafür Jahre, um was neues zu zeigen :D )

Gruß, Franz Haas

depronator.
06.02.2015, 12:49
Ich würde sagen, die Machbarkeitsstudie was erfolgreich! http://img.rc-network.eu/images/rc_network/icons/icon14.gif

Rennsemmel
06.02.2015, 14:12
Hallo Peter !

Schön , dass das geklappt hat. Mit dem Gewicht wär ich jetzt nicht zu skeptisch, schliesslich ist die Fläche gefinisht,vollbeplankt und Steckbar. Desweiteren sind alle F2B Flieger in der Größe mit zugespitzen Flächen ausgestattet, du hast bei 1,55 m Spannweite richtige rechteckige Scheunentore mit massig dm², die fast so manchem 6,5er RC-Hochdecker-Trainer zu groß wären. Das, was du baust ist nicht die "kleine" bis 7,5ccm Kategorie, sondern eher Konkurrenz zu den 10ccm Fliegern, und da bist du mit dem Gewicht , denke ich, doch deutlich unter dem üblichen bei besserer Aerodynamik.

Grüße !

PeterKa
06.02.2015, 15:27
Das Gewicht macht mir keine Sorgen. Schließlich soll ein alltagstaugliches F2B Modell entstehen. Und ich liege mehr als 100 Gramm (pro Hälfte) unter dem Gewicht der Marionettenflügel. Inzwischen habe ich auch alle Maße zusammen:

Spannweite: 1590 mm; Fläche: 47,3 qdm; Länge 1350mm.

Ermutigt durch die Stabilität der Bauweise, habe ich beschlossen, das HLW ebenfalls aus Depron zu fräsen. Zwei Halbschalen aus 9mm starkem Depron (etwa 50% ausgehöhlt), ein Kohleholm, die Steckung, Parkettlack und Folie.. Unter 50 Gramm strebe ich an. Das Extremgewicht ist duch die Auslegung als Pendeleitwerk erreichbar. Und es wird nur minimal Klebstoff nötig, der frisst viel an Gewicht. Aber warten wir es ab.

Man kann alles mit Matte bespannen, ist auch grabbelfester, aber ich bin mit den Flächen hochzufrieden, gemessen am Aufwand.

PeterKa

PeterKa
06.02.2015, 19:48
Da war ein Fehler.. die Länge beträgt 1235 zuzüglich Spinner. Sorry.

Wenn ich mal ein Abfluggewicht von 1500 Gramm ansetze, komme ich auf eine Flächenbelastung von ca 30 g/qdm. Das wäre schon ein guter Wert, viel weniger sollte es eigentlich auch nicht sein... Aber wie ich mich kenne wiegt der Bomber am Ende ja doch wieder 2 Kilo...

PeterKa

PeterKa
18.02.2015, 09:48
Ich muß Euch doch nochmal mit dem Thema Steckungsrohre selbstgemacht nerven. Da ich in Wirklichkeit noch immer halb im Dämmerzustand bin, kann ich mich nur einfacheren Dinge widmen. Das HLW des Rebell wird als Pendelleitwerk steckbar ausgeführt. Natürlich ist Leichtgewicht das Thema, aber ich denke das erwartete ja auch jeder inzwischen von mir.

Ein Schlüsselelememt, weil tragend sind die Steckungen. Gewichtsmäßig kommt nur Kohle in Frage, sonst würde das Gewicht was auf der einen Seite eingespart wird hier wieder verballert. Also hin und her.. 5 mm Kohlestäbe in Steckungen sollten ausreichen.

Ja und da tut sich das Problem auf, wie ich an 5 mm Steckungen aus Kohle herankomme. Die poltrudierten Kohlerohre verbieten sich, weil sie nicht diagonal gewickelt sind und daher in Längsrichtung leichter splittern als Balsa. Diagonal gewickelte Rohre gibt es zwar zu kaufen, aber erstens sehr teuer, und zweitens .. eben nur zu kaufen ;)

Nun entgegen den allgemeinen Beteuerungen sind solche dünnen Kohlerohre schwieriger selbst zu machen als die normalen GFK Steckungen. Meine ersten Versuche sind daher alle mehr oder weniger in die Hose gegangen. Ich habe daher mal gegoogelt wie es andere machen, und mir daraus eine Kochrezept entwickelt, das für mich passt. Und das stelle ich hier mal vor.

Grundmaterialien sind: Kohleschlauch, Stahlröhrchen 5mm (als Form), Öl (z.B. Kettensägeöl, Olivenöl tut es auch), Müllsäcke, Schrumpfschlauch, Harz.

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Aus den dünnen, ansonsten wenig brauchbaren Müllsäcken erhalte ich ein wirklich wunderbare Trennfolie. Normale Plastikbeutel sind einfach zu steif und legen sich nicht gut um die dünnen Radien. Das zugeschnittene Plastik wird nun mit einer dünnen Ölschicht versehen. Rohr drauflegen und 1-2 Lagen wickeln. Die Folie schmiegt sich wunderbar an das Rohr, Falten enstehen erst gar nicht, oder lassen sich herauswischen. Ich habe auch Versuche mit Fetten gemacht (Vaseline, Flüssigwachs, etc.) Geht ansich auch gut, nur wenn sich eine Falte bildet kriegt man die nicht mehr heraus. Das Öl gleitet so wunderbar, da hat man die Probleme nicht.

Die so vorbereiteten Röhrchen werden nun in den Kohleschlauch geschoben, der an beiden Seite zugetapet wird. Diese Enden haben später große Bedeutung. Nun wird das Ganze in Harz getränkt. Der größte Trick der Herstellung folgt jetzt: Über alles kommt Schrumpfschlauch. Der wird mit einem sehr heißen Föhn geschrumpft. Dabei einsteht ein so starker Druck, daß das Harz vollständig in das Gewebe gepresst wird. Überstehendes Harz quillt rechts und Links heraus.

Am nächsten Morgen kann der Schrumpfschlauch entfernt werden. Das fummelt etwas, geht aber doch erstaunlich gut.

Jetzt kommt der Schritt, an dem ich so oft gescheitert bin. Das Entformen. Es beginnt damit, daß einer der Zipfel entfernt wird. Dazu mit einer Puck Säge das Kohlerohr durchtrennen, bis das Metall sichtbar wird. Dann den Zipfel schön warm föhnen, nach kurzer Zelt kann man ihn mit dem Finger abzupfen.

An das nun blanke Metallende habe ich einen kleinen Schraubstock geschraubt, um einen festen Halt zu bekommen. Der verbliebene Zipfel kommt in einen großen Schraubstock. Warm machen... noch ein bisschen... und plötzlich kommt das Röhrchen ohne jede Kraftanstrengung, nur durch das Gewicht des kleinen Schraubstocks gezogen, heraus.. Genau, da wäre ich auch nicht drauf gekommen :)

Und das ist dann der Lohn:

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Na ja 2,4 Grammm.... sie hätten ruhig noch leichter sein dürfen ;)

PeterKa

PeterKa
18.02.2015, 22:58
So ganz in 5 Minuten zeichnet sich auch ein HLW nicht, zumindest wenn eine Fräsform dabei herauskommen soll.

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Hier ist ein HLW Viertel dargestellt.

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Und so sieht die Unterseite, bzw, die Trennebene aus, an der man auch sehr schön das Konstruktionsprinzip erkennen kann.

Als erstes erkennt man, daß das HLW auch hohl ist. Dies weniger wegen der Gewichtsersparnis an Material (Depron), sondern an Kleber (PU- Kleber).

An Nasen und Endleiste erkennt man kleine Kerben, hier versteifen Kohlestäbe (3*1) die Kanten. Ein weitere Holm wird dadurch überflüssig.

Für die Steckungshülsen sind Bohrungen vorgesehen. Alles wird in einem einzigen Arbeitsgang verklebt. Das Gesamtgewicht aller Rohkomponenten beträgt 34 Gramm. Mit Lack und Folie werden also ca. 50 Gramm für das HLW herauskommen. (Nicht vergessen, es hat knapp 8 qdm Fläche uns ist abnehmbar/teilbar.

Ich leiste mir den Luxus, die Teile auszufräsen. Es ginge aber auch mit Schleifen, nur falls einer behaupten möchte, daß ich mir da etwas unnachbaubares ausgedacht hätte.

PeterKa

f4bscale
19.02.2015, 09:53
Hallo Peter,
schön, dass Du wieder aktiv sein kannst. Mach weiter so mit dem Experiment.

W.

PeterKa
19.02.2015, 13:40
Sodele, die Fräsdateien sind fertig und die Rohlinge zugeschnitten.

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Die 4 Platten mit etwa 5mm Übermaß wiegen 67 Gramm. Davon landet mehr als die Hälfte heute noch im Stabsauger. Die Fräser benötigt 2 Stunden pro Viertel, also insgesamt 8 Stunden Machinenarbeit. Aber das geht weitgehend unbeaufsichtigt.

Die Platten habe ich mir gekauft, als ich das Projekt startete, wofür ich sie brauchen würde wusste ich damals noch nicht. Sie sind sehr hart geschäumt, viel härter als Styrodur, dafür aber sehr viel offenporiger. Und sone Platte kostet schlanke 3 €.. Wenn das kein Argument für die Bauweise ist ;)

PeterKa

PeterKa
19.02.2015, 19:21
Das erste Viertel ist gefräst. Das funktioniert prima, Leider gab es eine kleine Panne, so daß das Stück leider Abfall ist.

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Es wiegt 6,1 Gramm... wenig gelle ;) Ich kann daher die Aussparungen etwas zurücknehmen, nach außen hin wird es sehr dünn. Aber im Prinzip alles wie es soll.

PeterKa

depronator.
19.02.2015, 20:05
Guter Tipp mit dem Öl.
Muss ich mal probieren. Mache bis jetzt mit Margarine oder Kettenfett.

Gruß
Juri

PeterKa
21.02.2015, 19:33
Das sind alle Teile des HLW.

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19,1 Gramm pro hälfte ist schon erwähnenswert. Trotzdem wird es auf die prognostizierten 50 Gramm herauslaufen (beide Hälften zusammen). Also sehr leicht, aber keine Sensation.

PeterKa

Merlin
22.02.2015, 07:21
Warum baust du ohne Holm? Keine Gurte,kein Steg.

Gruss,
Bernd

PeterKa
22.02.2015, 08:14
Das HLW hat 2 Gurte, an Nasen und Endleiste, das ist mehr als genug Holm für dieses Konstruktionsprinzip. Das HLW hat sowieso nix auszuhalten, der Auftrieb den es liefern muß ist minimal.


PeterKa

PeterKa
23.02.2015, 07:28
Zwischeninfo: Eines der Blätter ist fertig verklebt, mehr als 6 Gramm sind durch den Kleber dazugekommen. Es ist echt zum Mäuse melken. Aussehen allerdings tut es stylisch ;) Später mehr.

PeterKa

PeterKa
24.02.2015, 12:19
Ich will gerne zugeben, daß ich in Sachen Gewicht eine schwere Macke habe. Besonders wenn es an den Heckbereich geht feilsche ich um jedes einzelne Gramm.

Die Gewichte, die hier so durch den Raum spuken .. mit Verlaub ... ich kaufe Euch die großenteils nicht ab.

Der Reihe nach:

Das HLW der Marionette, das ich für sagenhaft leicht halte, wiegt 105 Gramm inclusive Steckungsrohr. Durch Weglassen der Steckung würde sich das auf 90 Gramm reduzieren.. aber eben 90 Gramm, nicht irgendetwas in den 50ern..

Dann habe ich mal das leichteste HLW das ich bisher gebaut habe gewogen.

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Es ist mit dem leichtesten Papier bezogen dass ich kenne und hat nur 5 Lagen Spannlack gesehen. Es gehört zu einem Freiflieger Antik Modell mit 2400 mm Spannweite und 700 Gramm Abfluggewicht (Manch einer mag es in Brügge gesehen haben). Scharf anschauen darf man es nicht und es wiegt 38 Gramm.

Und nun das HLW des Rebell im Vergleich.. Zugegeben ohne das Finish.

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Enthalten sind beide Steckungsrohre (5mm Kohle). Das HLW muß nur noch schön gemacht werden. Stabil genug ist es bereits in diesem Bauzustand.

Nach Fertigstellung wird es bei 65-70 Gramm liegen. Mir erschien das zunächst sehr viel, denn in den Tabellen werden teilweise andere Gewichte genannt. Aber eines weiß ich genau. Sehr viel leichter geht es nicht, jedenfalls nicht ohne gefährliche Stabilitätseinbußen.

Übrigens, die Steckung samt den Rohren schlägt mit knapp 20 Gramm zu Buche. Würde ich diese weglassen, müsste dafür ein Holm eingebaut werden, da wären dann schon wieder 10 Gramm vernichtet. Das nimmt sich alles nichts.

Der Weiterbau des HLW besteht nun aus einem dünnen Papierüberzug, damit die Poren geschlossen werden. Dieser erhält eine Lage Parkettlack und darauf wird dann die Silberfolie geklebt.

PeterKa

PeterKa
24.02.2015, 19:41
Nach weitgehender Fertigstellung des Tragwerkes ist der Rumpf dran. Der aber kann erst ganz zu Ende gezeichnet werden, wenn der Schwerpunkt und der Hebelarm festliegen.

Wie sich vielleicht manch einer erinnert, finde ich, daß der Schwerpunkt beim Fesselkunstflug bei 23% zu liegen hat. Als Folge muß mit der Geometrie gespielt werden, damit das Teil später auch ordentlich fliegt. Hier mal das Excel Sheet, mit der ich diese Berechnung durchgeführt habe. (Äußerst penibel übrigens)

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Zuerst einmal werden Flächeninhalte von Fläche und HLW ermittelt. Diese muß man ins Verhältnis setzen, und bei Vorgabe eines gewünschten Stabilitätsmaßes errechnet man Schwerpunktlage und Leitwerkshebelarm.

Ich gebe den Schwerpunkt vor, und errechen daraus Stabilitätsmaß und Hebelarm.

Das Besondere am Rebell ist die verschiebbare Fläche. Das heißt ich erhalte einen Hebelarm zwischen 719 und 819 mm (Abstand SP zu T25 HLW). Daraus erhalte ich dann das Stabilitätsmaß. Es liegt zwischen 0,35 und 0,4. Auffallend ist daß sich das Stabilitätsmaß nicht wahnsinnig verändert bei einer beachtlichen Verschiebung der Fläche von ca. 10 cm. Sprich, in erster Näherung ist die Position der Fläche unbedeutend, und kann solange passend verschoben werden, bis der Schwerpunkt exakt eingehalten werden kann, ohne Blei oder sonstige häßlichen Zutaten.

In der Mittelstellung ist das Stabilitätsmaß 0,37 sprich das Teil wird fliegen ;)

Anzumerken wäre noch: Der Rebell hat eine große Länge und ein kleines Leitwerk, mit nur knapp 9% Dicke. Ich habe das so gewählt, weil ein kleines Leitwerk nur kleinen Luftwiderstand hat und daher die benötigte Motorleistung nicht unnötig nach oben treibt.

So das wars dann auch mit dem Theoriepalaver.

PeterKa

PS: Ich sehe gerade daß im Excel Sheet in den letzten 3 Zeilen die Beschriftung falsch ist.. Die richtige Reihenfolge ist hinterste, mittlere, vorderste. Bitte um Nachsicht.

PeterKa
26.02.2015, 08:24
Mehr oder weniger aus Not habe ich ein (für mich) neues Verfahren entdeckt, das ich hier kurz vorstellen möchte.

Das HLW aus gefrästem Depron hat eine wirklich extrem offenporige Oberfläche. Es handelt sich um angefräste Luftbläschen im Bereich 0,1-0,5 mm Durchmesser (Kann man wunderbar unter dem Mikroskop sehen). Hierauf haftet sehr wenig, weil die Kontaktfläche zu festem Material einfach viel zu gering ist. Ich habe längere Zeit hin und her überlegt, wie ich das Problem lösen will. Schließlich wurde mir klar, daß hier eine Beschichtung her muß, um der Aluminiumimitatfolie einen festen Klebegrund bieten zu können. Papier sollte es sein, 12 Gramm das Gelbe. Aber mein Vorrat reichte nicht mehr für beide Hälften. Da fiel mir das Polyestherflies aus dem Antikmodellbau ein. Nach einigen Versuchen wurde klar, wie es funzt. Das ist dabei herausgekommen:

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5 Gramm Mehrgewicht für beide Blätter, Das ist schon mal beachtlich wenig. Aber es ist leider eben nicht ganz so trivial wie es sich darstellt: Das Flies ist nicht "wasserlöslich" und es ist nicht schleifbar. Außerdem kann ich nicht mir Spannlack arbeiten, das Depron würde das nicht verkraften.

Aber es geht doch.. Ich habe die HLW Blätter mit Methylenkleister eingestrichen. Damit sich die Poren schließen war eine gehörige Menge erforderlich, da musste ich ganz schön schlucken. Darauf lege ich dann die zugeschnittene Folie und wische sie vorsichtig fest. Die Kanten bleiben erstmal stehen, die müssen in einem zweiten Arbeitsgang festgemacht werden, soweit bin ich aber noch nicht. Nach dem Trocknen wird das ganze bombenhart, wirklich wahnsinnig fest. Jetzt sieht man aber, daß das Flies kleine Falten bildet. Und die werden einfach mit einem Fön weggeschrumpft, denn das Poylestherflies schrumpft, genau wie Bügelfolie. Eine weitere Versiegelung mit Lack ist in meinem Fall nicht mehr erforderlich, weil ja die Dekorfolie darüber gezogen wird. Ginge aber auch, 2-3 Lagen Parkettlack bilden eine feste Schleifunterlage.

Es geht nun weiter mit dem Rumpf.

Eines möchte ich noch los werden. Ich schreibe mir hier die Seele aus dem Hals um neue Ideen in den Fesselflug zu bringen und um zu überprüfen, ob nicht alles perfekt sein muß, bloss weil es seit 50 Jahren unverändert ist. Aber die Resonanz ist mehr als enttäuschend, offensichlich will das keiner wissen, bis auf die üblichen Verdächtigen. Nicht mal einen ordentlichen Verriß bekomme ich zu hören.

Um hier wirklich auf Interesse zu stoßen müsste ich mir einen Brodack Bausatz aus den USA kommen lassen, einen ST46 irgendwoher in irgendeinem Zustand für wahnsinnig teueres Geld besorgen, und alles perfekt nach Bauplan bauen. Dann würde es von Kommentaren und guten Ratschlägen nur so wimmeln. Ich will das nicht vertiefen, sonst würde ich zornig werden. Aber eines nehmt mit.. Es macht mir so auf Dauer keinen Spaß.

PeterKa

Rennsemmel
26.02.2015, 13:25
Hallo Peter !

Ich weiss, dass ein paar Fesselflieger hier sehr oft mitlesen, sie sind nur nicht im Forum angemeldet.

Interesse ist auf jeden Fall da.

Vielleicht sollte jemand mal ne Pipeline zu Stunthanger legen ?

Viele Grüße,
Sebastian

Jan Henning
26.02.2015, 13:53
Moin
Ich denke es lesen schon mehr mit nur nicht jeder hat etwas zu sagen.
Ich komme nicht aus der Fesselfliegerei sondern vom F3K,finde deine perfekte Bauausführungen Klasse.
Aber zum Höhenruder,mann könnte es auch in Positivbauweise mit XPS Kern und GFK-Laminat herstellen das Design gleich auf das Mayler lackieren und hat am Ende ein fertiges Leitwerk an dem nur noch die Nasenleiste nachlackiert werden muss.Gewichtstechnisch denke ich würdest du auch noch was sparen,meine Höhenruder bei 355 mm Spannweite und ca 2,1qdm wiegen ohne Lack 6 bis 6.5 Gramm.Aufbau XPS Austrotherm Holme 50gr Spreadtow Roving 20mm breit und 25gr Glasgewebe.

Gruß Jan Henning

Franz Haas
26.02.2015, 13:56
Hallo Peter, ein " Hallo " an Sebastian und alle fleißigen Mitleser

Ja, auch ich lese fleißig mit und mache mir dabei so meine Gedanken. In einigen Foren wird ja auch über den " Neuen " Werkstoff Depron/ Selitron so einiges berichtet. Viele Puristen rümpfen ja verächtlich die Nase und brabbeln innerlich gewaltig rum. Depron und F2B ? Da prallen doch Welten aufeinander. Es muß doch alles aus Holz sein, zur Not aus CFK und GFK. Aber ernsthaft was aus Tapetenuntergrund zu zaubern?
So was kann hier in good old Germany nur einer wagen!
Falls man die Überschrift dieses Artikels von Peter genauer liest, kommt die Machbarkeitsstudie zum Vorschein.
Und wie der Peter uns auch zeigt - es ist in jedem Fall machbar, was ja auch bei unserem großen Bruder jenseits des großen Wassers getestet und demonstriert wird. Und das schon seid einigen Jahren! Hier bei uns dauert es etwas, bis man eine solche Bauart und Bauweise akzeptiert und toleriert. Schade eigentlich.
Ich für meinen Teil und ich spreche dabei wirklich nur für mich, kann mir vorstellen, dass da noch mehr in Depron geht. Große Hallen gibt es garantiert mehr, als Fesselflug Anlagen in Deutschland. Hier ist man doch vor Sturm und Regen geschützt und kann so mal wertvolle Modelle in Depron zaubern und erfolgreich richtige F2B Wettbewerbe ausführen. Wolfram hat es ja schon gezeigt, dass so was geht und möglich ist.
Ich finde, dass man Peter in all seinen Bemühungen unterstützen sollte. Mich würde es sehr erfreuen, wenn der ein oder andere F2B Kaderpilot hier seine Tips und sein Wissen mit Peter öffentlich teilt.
Klar, ich bin selbst nur ein kleines unbedeutendes Licht und kenne F2B nur vom zuschauen und mitstaunen.
Und gerade weil so einige richtige Fesselflug Profies hier fleißig mitlesen, wäre es doch gerade interessant, mal ihre Meinung zu der Machbarkeitsstudie zu erfahren. Bitte beteiligt euch und unterstützt so all die Mühen, die sich der Peter bis jetzt gemacht hat.
Ich sage hier ganz öffentlich: weiter so Peter und Hut ab.

Allzeit stramme Leinen

Franz Haas

PeterKa
26.02.2015, 14:38
Moin
Ich denke es lesen schon mehr mit nur nicht jeder hat etwas zu sagen.
Ich komme nicht aus der Fesselfliegerei sondern vom F3K,finde deine perfekte Bauausführungen Klasse.
Aber zum Höhenruder,mann könnte es auch in Positivbauweise mit XPS Kern und GFK-Laminat herstellen das Design gleich auf das Mayler lackieren und hat am Ende ein fertiges Leitwerk an dem nur noch die Nasenleiste nachlackiert werden muss.Gewichtstechnisch denke ich würdest du auch noch was sparen,meine Höhenruder bei 355 mm Spannweite und ca 2,1qdm wiegen ohne Lack 6 bis 6.5 Gramm.Aufbau XPS Austrotherm Holme 50gr Spreadtow Roving 20mm breit und 25gr Glasgewebe.

Gruß Jan Henning

Ich weiß daß sehr viele mitlesen ich kenne ja die Klickzahlen, und da liege ich teilweise in astronomischen Höhen. Aber die meisten Klicks kommen eben nicht aus dem Lager der Fesselflieger, für die ich das ja hauptsächlich betreibe, sondern aus Nachbargebieten.

Zu dem HLW nochmal: Mir ist schon klar, daß eine Schalenbauweise nochmals eine Gewichtsersparnis bringen könnte, aber das war mir dann doch zu aufwändig. Ein Depron Kern ist in ca. 2 Stunden ausgefräst, eignet sich also perfekt zum Prototypen. Eine Form zu fräsen ist eine andere Hausnummer. Da muß ich mit 1 mm Kugelfräsern ran, zumindest fürs Schlichten. Dann muß die Form eingeharzt werden und bekommt noch einmal denselben Schlichtgang. Ich habe das mal im Frässimulator berechnen lassen. Ca. 20-30 Frässtunden. Und das alles für einen Prototyp.. da traue ich mich so nicht ran, jedenfalls noch nicht. Mit dem jetzigen Gewicht bin ich soweit zufrieden und gemessen am Aufwand ist das wirklich super, auch wenn.. na ja man will es immer noch leichter haben ;)

Was ich in Wahrheit mit dem "Frust" meine ist, daß in der Kunstflugszene Modelle in "fliegt nicht", "fliegt super" , "fliegt am besten" eingeteilt werden. Sprich man kauft zum Beiespiel eine Cardinal.. dann kommt todsicher.. Warum hast Du keinen Xy gekauft, der fliegt doch so viel besser.

Ich stehe auf dem Standpunkt, daß jedes Modell zum "fliegt am besten" gebracht werden kann, wenn man nur an den richtigen Schrauben dreht, denn die Gesetze der Flugmechanik sind relativ simpel. Und genau an dieser Stelle setzt meine Sisiphusarbeit an. Inzwischen bin ich meiner Sache sogar total sicher, aber das ist für die meisten völlig ohne Bedeutung.. man braucht ja nur den xy aus irgendwo in der Welt zu kaufen.. und schon ist alles perfekt..

Außerdem will ich nachweisen, daß mit modernen Methoden "sehr gut fliegende" Kunstflugmodelle zu bauen sind, die nur einen Bruchteil der herkömmlich gebauten kosten.

Mit all den Bemühungen bin ich ziemlich alleine, so daß sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Tuns zwangsläufig aufdrängt. Und das bringt manchmal tiefen Blues ...

PeterKa

Merlin
26.02.2015, 20:32
@Peter: in F3K wird gaaanz viel Positiv GFK gebaut. Das hat mit Schalenbau nichts zu tun.
Erstklassige Beschreibung:
http://www.aeroworx.net/e6d5d09e220e26104/mythospositivbauweise/index.html


Gruß,
Bernd

PeterKa
26.02.2015, 22:10
Jo seh ich :-) Bis zum Kern sind wir ja auch fast gleich, außer dass ich Depron nehme, was ganz andere Eigenschaften hat als Styrodur. Unter anderem lässt es sich nicht so gut schleifen. Dafür ist es extrem druckfest. Aber in dem was dann kommt liegt dann schon ein kleiner Unterschied. Ich zieh nur noch Papier drüber und dann das Finish. Kann ich mir leisten bei 9% Dicke und bei dem extrem harten Depron. OkOk, ich will ja auch nicht schleudern. Ich habe das genau zum ersten Mal versucht und bin sehr angetan. Eine Klasse Beschreibung übrigens :)

PeterKa

PeterKa
27.02.2015, 19:07
So Jungs, ich habe mich nun dazu entschlossen meine Fesselflug Bauberichte mangels Interesse einzustellen. Es ist mir einfach zu viel Arbeit gemessen am Ergebnis. Wer gerne Beiträge von mir liest wird ja im Scale Forum reichlich bedient. Fesselflugtechnisch wird es für mich sowieso ein rabenschwarzes Jahr. Den Sommer über bin ich im Krankenhaus und in der Reha, da bleibt nicht mehr viel Zeit für das Hobby.

PeterKa

Peter Germann
02.03.2015, 15:15
...habe mich nun dazu entschlossen meine Fesselflug Bauberichte mangels Interesse einzustellen...
PeterKa

Das Interesse, mein lieber PeterKa, an deiner ausgezeichneten Arbeit ist sehr viel grösser, als dass es die spärlichen Kommentare vermuten lassen. Aus meiner persönlichen Sicht heraus habe ich nicht allzu oft kommentiert weil:

Ich nicht über die für fundierte Bemerkungen unabdingbare, technisch-wissenschaftliche Kompetenz verfüge und auf die beliebten, pseudo-wissenschaftliche Herleitungen und Thesen verzichten möchte.
Ich neue Entwicklungen nicht schon in ihrer ersten Phase qualifizieren will. Und zwar auch dann, wenn der Entwickler von seiner Sache so sehr überzeugt ist, dass er dazu neigt etwas gar selbstbewusst aufzutreten und dabei das Bestehende als unterlegen zu beurteilen.
Und ich, last but not least, ich selbstverständlich die Ergebnisse der Flugtests abwarte.


Es ist bedauerlich, dass dir die Gesundheit die Fortführung des Projektes nicht erlaubt und ich wünsche dir rasche und vollständige Genesung.

Peter Germann

p.s. Ich gehe davon aus, dass deine Arbeit auf dem Forum von Claudia Kehnen einem breiteren Kreis von F2B Fliegern zugänglich wäre.

noch ein p.s. Wer immer etwas Neues vorschlägt, findet viele die ihm erklären, warum es nicht funktionieren wird. Die Anzahl der Vorschläge wie es gehen könnte, ist deutlich geringer.

PeterKa
02.03.2015, 16:30
Ich werde das Projekt natürlich fortführen. Im Moment sitze ich an der Rumpfkonstruktion. Danke auch für die Kritik, damit kann ich umgehen. Ich weiß auch, daß sie in Teilen berechtigt ist. Ich trete sehr provokativ aus, denn nur so kann man Dinge verändern, und ich bin auch immer wieder sehr provokativ angegangen worden. Wobei, ich wäre schon zufrieden, wenn meine Entwürfe annähernd so gut fliegen würden, wie die "reinrassigen" F2B Modelle. Dafür ist zumindest der Rebell (Nomen est omen) viel zu radikal. Das kann gar nicht vernünftig klappen, da mache ich mir keine Illusionen.

Die einzige brauchbare Kritik an dem Konzept die bisher geäußert wurde (nicht öffentlich) war, daß das Teil beim Erstflug zerbröseln wird. Brauchbar deshalb, weil ich in Folge verwertbare Belastungstests gemacht habe, die mich in der Überzeugung stärkten, es einigermaßen richtig gemacht zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war das Konzept des Fliegers noch gar nicht fertig, ich wollte nur wissen, wie man eine saubere Fläche ganz aus Depron bauen kann. Reaktionen: Keine. und so setzt sich das fort. Der Beitrag wurde gelesen, etwa 10000 Klicks in 5 Monaten das ist schon beachtlich. Aber mir fehlt das Feed back, sei es Kritik, sei es Ermunterung, jedenfalls auf Dauer.

Ich habe das Glück nicht auf Wettbewerbe gehen zu müssen., denn wenn ich das täte, wäre ich nicht in der Lage die Konstruktionen zu radikal und unbekümmert zu hinterfragen. Auch sind meine Entwürfe nicht nachbaubar, sie bedienen sich aller meiner technischen Möglichkeiten.

PeterKa

Ach eines wollte ich noch nachtragen: Wenn sich hier einer zum Affen macht und sich bemüht hier Leben hereinzubringen, wäre es schon eine Frage der Höflichkeit wenigstens ab und zu merken zu lassen, daß man interessiert ist. Oder liege ich da falsch ?

Willi_S.
03.03.2015, 11:40
Hallo Peter.

Ich würde es auch sehr begrüßen, wenn du dieses Projekt zu Ende bringen würdest.
Wie Peter G. schon schrieb, ich glaube auch, daß das Interesse wesentlich größer ist, als die Reaktionen vermuten lassen!

Vielleicht als Aufmunterung für dich: ich habe auch schon "Revolutionen" in F2B angezettelt, bin nur nicht so damit an die "Öffentlichkeit" gegangen. Beispiele Rohrantrieb und RC-Funflyer als F2B-Modell. Man erntet zuerst hochgezogene Augenbrauen und herabgelassene Mundwinkel, aber wenn es dann doch funktioniert, wird das Interesse schon größer.

Die Ideen mit dem Depron als Baumaterial hatte ich auch schon, hab sogar ein "Testmodell" angefangen gehabt, aber nie so richtig fertiggestellt. Das war allerdings nicht so "radikal" in der Ausführung wie dein Angehen an die Sache, mehr so, Balsa durch Depron ersetzen.

Also bitte, bitte weiter machen und veröffentlichen!

Gruss
Willi

PeterKa
05.03.2015, 10:18
Mal schauen. Erstmal bin ich sowieso 2-3 Wochen anderweitig beschäftigt (sogar die Mustang bleibt liegen) weil ich zusammen mit meinem Freund ca. 2 Kilo Farbe auf etwa 6 verschiedene Fliegerchen spritzen muß. Darunter sind 2 Motorsegler mit 4,20 Meter Spannweite, und nicht zu vergessen, die Marionette, die gerade ihren 1000er Schliff bekomt. Ich brings halt nicht übers Herz einen doch mit viel Liebe gebauten Flieger ohne ordentliche Lackierung in die Luft zu bringen. Soviel sei verraten: weiß mit weinroter Beschriftung und Zierstreifen... auf 3 Flächenpaaren versteht sich. Die Marionette zählt übrigens nur als ein Flieger, 3 Paar Flächen hin oder her. Sie wird in Bitterfeld zu sehen sein.

Beim Rebell ist die Flächenbefestigung durchkonstruiert. Die ist wegen der Verschiebbarkeit recht knifflig. Erschwerend kommt dazu, daß das Fahrwerk mit verschoben werden muß. Eigentlich hätte es in die Fläche gehört, aber das habe ich mich damals bei den Depronflächen nicht getraut. Naja ich hab eine vernünftige Lösung gefunden.

PeterKa

Franz Haas
05.03.2015, 13:29
Hallo Peter

Schön wieder was von Dir zu hören.
Dein Rebell trägt seinen Namen zu Recht! Und das ist sehr gut so. Auch wenn man nicht der F2B Vollprofi ist, hat man immer noch das Recht, sein eigenes Modell zu konstruieren! Es ist doch fast wie im wahren Leben: wenn man selbst nicht in der Lage ist F2B Kür vorzufliegen, muß man eben nur jemanden kennen der es kann!
Und das da bestimmt jetzt schon einige Finger in die Luft gehen, um dein Modell zu testen ist auch klar!
Und das so wenig Resonanz aus dem F2B Bereich kommmt ist doch auch verständlich. Es kennen sich doch nur sehr wenig Vollprofis mit Depronbauweise aus! Und wer von den restlichen Depronprofis was sagen könnte, hat wenig Wissen was den Fesselflug angeht. Und aus diesem Grund gibt es halt so wenig schriftliche Resonanz!
Aber: wie viele Klicker hast du mit deinem Bericht bisher erzielt?
Was ist die Konsequenz daraus? WEITERMACHEN und fleißig berichten.

Gruß, Franz Haas

taucherli
08.03.2015, 19:28
Vorweg ich baue auch gerne mit Depron .:)
Zum einfachen beplanken nehme ich Selitac 2.2 mm - das grüne - , das lässt sich leicht biegen und hat eine glatte Oberfläche .

Markus

PeterKa
08.03.2015, 19:37
Ich habe früher mal Selitac verwendet, aber das Material hat mir damals nicht gefallen. Es war mit 6 mm damals sehr dick und extrem weich, der Daumen ist quasi beim Einfassen eingesunken. Das scheint aber bei dem 2,2 mm Selitac besser zu sein, ich werde es ganz sicher mal testen.

PeterKa