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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lohnt sich die Verbreiterung der Endleiste um Ruderwirkung zu verbessern?



TinoE
12.10.2014, 21:07
Hi,

als Segler Flieger war ich bis heute der Meinung, dass Flügel- / Ruder-Endleisten so dünn wie möglich sein sollten.

Heute war ich auf dem JR-Flug Meeting in Karbach. War klasse !!! Danke an die Veranstalter.

Dort waren Kunstflugmaschinen und Jets mit breiten Endleisten. Teilweise sogar extra verbreiterte Endleisten. Teilweise bis zu 3cm breit!
Auf Nachfrage hat mir der freundliche Pilot erklärt, dass die breiten Endleisten die Ruderwirkung verbessern.

Ich habe eine Kunstflugmaschine, bei der die Seitenruderwirkung nicht für den Messerflug reicht. Macht es Sinn die Endleiste des Seitenruders zu verbreitern? Wie viel mehr Ruderwirkung bringt das ?

Danke

Tino

Coyo
13.10.2014, 13:06
Meine Erfahrungen sind da einwenig anders als bei dem Typ der dir diese Auskunft gegeben hat. Die Ruderwirkung ändert sich, meinem Empfinden nach, kaum. Eher sogar habe ich den Eindruck das bei extrem dicken Endleisten, die Ruderwirkung eher minimal schwächer ist als im vergleich zu extrem dünnen Endleisten.

Denn Sinn bzw. unterschied bei den dickeren Endleisten, sehe ich eher an einem besonders 'scharfen', fast schon 'einrastendem' Verhalten wenn man die Ruderstellung ändert.

Beispiel bei einer Rolle mit dünnen Endleisten...
Beim Beginn einer Rolle ist die Einleitung geschmeidiger/sanfter, wenn die Endleisten besonders dünn sind. Und am Ende der Rolle (Beispiel 4 Jahreszeitenrolle) wenn man den Steuerküppel schlagartik auf Neutral stell, dann schwingt/dreht das Modell sanft noch ganz leicht nach.
... Sieht bei allen NICHT-Militärflieger-Modellen, eher scale aus.
Das Steuern fühlt sich irgendwie eher an, wie wenn man ein VW-Bus mit weichen Federn gemütlich durch die Gegend kutschiert.

Gleiche Rolle, gleiche Steuerbewegung, aber mit dicken Endleisten...
Der Beginn der Rolle ist richtig 'scharf' mit den Dicken, und beim stoppen der Rolle (wieder Beispiel 4 Jahreszeitenrolle) wenn man den Steuerküppel schlagartik auf Neutral stell, dann rastet der Flieger regelrecht ein, die Rollbewegung wird zackig gestopt. Der Flieger dreht weniger nach.
.... wenn die Endleisten nur einwenig, aber nicht überdrieben dick sind, sieht das beim Flugverhalten bei Jäger-Modellen (egal obz.B. BF109 oder moderner Jäger wie z.B. eine F16 oder F18) recht passend aus.
Das Steuern fühlt sich eher an wie bei einem sportlichen, flachen Auto mit sehr harter Fahrwerksabstimmung.

So empfinde ich das jedenfalls, das sind meine bisherigen Erfahrungen damit. Würde mich aber auch sehr interessieren welche Erfahrungen andere Forenuser gemacht haben?

Peter Pals
13.10.2014, 14:13
Hallo Tino, vielleicht ist bei deiner Kunstflugmaschine auch das Seitenruder Servo zu schwach?

LG Peter

Gast_32271
13.10.2014, 15:53
breit oder dick?


meinst du dick?
okay, aber
3cm dick?


hat die wind 110 von sebart nicht eine extra dicke endleiste am seitenruder?
und wie groß war der vorteil gegenüber dem vorgänger mit normal dicker seitenruder endleiste?

Raymund von den Benken
13.10.2014, 15:59
Die Wirkungsweise der verbreiterten Endleiste an Rudern läßt sich ganz gut mit dem Begriff "Totwasser" erklären.
Im Bereich der Ruderfläche herrscht im allgemeinen ein turbulente Strömung auf der Profiloberfläche vor.
D.h. das Ruder ist um die Neutralstellung herum wenig wirksam.
Beim Manntragenden (Kunst)Flugzeug ergibt das ein schwammiges Steuergefühl auf dem Seitenruder.
Verdickt man die Endleiste so viel, dass sie außerhalb der turbulenten Strömung liegt ergibt
sich ein deutlich direkteres Steuergefühl um die Neutrallage.
Außerdem sinkt die Neigung zum Ruderflattern.
Eine wesentlich größere Ruderwirkung bei großen Ausschlägen ergibt sich m.E. nicht.

Gruß Raymund

MarkusN
13.10.2014, 16:12
Info findest Du unter dem Begriff "Gurney-Flap"

Interessant finde ich diesen Bericht des AIAA (http://www.dept.aoe.vt.edu/~mason/Mason_f/AIAA2007-4175.pdf), besonders die Skizze auf S. 17.

Konkret dreht sich der Wirbel hinter so einer Endleistenverbreiterung in der richigen Richtung, um die Auftriebserzeugende Zirkulation zu unterstützen.

TinoE
13.10.2014, 16:24
Hi,

erstmal Danke für die Antworten.

Zum SR Servo: Ich denke nicht, dass es zu schwach ist. Bisher konnte ich das im Flug noch nicht erkennen.

Die Endleiste der Tragflächen inkl. Querruder hat ca. 1cm Dicke.
Die Endleiste des Seitenruders ist so aufgebaut, dass diese zunächst Profilgetreu zusammen läuft und sich dann ein paar cm vor Ende wieder verbreitert. auf ca. 3cm.

Auf diesem Bild hier ist das einigermaßen zu sehen:

Link zu Hacker (darf ich das?):
http://www.hacker-motor-shop.com/hacker/prodpic/Su29S-140E-3D-Monster-Gelb-Schwarz-65300001_b_0.JPG

Bringt es was, wenn man ein Modell so umbaut?

Gruß

Tino

Raymund von den Benken
13.10.2014, 17:16
Mal konkret:
Wir haben mal ein Seitenruder bei einem F3A Modell so modifiziert und speziell im Turn und im Messerflug
ging es besser!
Mann muß natürlich sehen, dass speziel im F3A mit sehr kleinen Ausschlägen geflogen wird verglichen mit 3D Fliegern.
Ich würde es mal probieren!

@Markus: habs mir ausgedruckt, muss ich mal in Ruhe lesen.
Bei uns im F3A-X fliegt auch ein Kollege so einen doppelten Gurney Flap = T-Strip am Seitenruder (Brettchen senkrecht zur Endleiste angebracht)

Heim62
14.10.2014, 15:17
was ist den das für ein Kunstflieger , Foto und vieles wäre klarer.

wen der flieger keinen Messerflug macht, dann ist wie oben beschrieben das servo oft zu schwach oder die anlenkung weicht aus oder der rumpf trägt einfach nicht genug zum messerrflug zu machen.
mein revolution 2 macht auch messerflug ist aber kein vergleich zu einem heutigen modell, das macht das fast ohne seitenruderausschlag,

gruß

jürgen

Wessels
14.10.2014, 16:29
Hi TinoE,

das von Dir gezeigte Modell

http://www.hacker-motor-shop.com/hacker/prodpic/Su29S-140E-3D-Monster-Gelb-Schwarz-65300001_b_0.JPG

macht tadellos Messerflug.

Welches Servo verwendest Du ? Ein Foto vom Servoeinbau/Länge des Servohebels etc.?


Gruss

HW

TinoE
14.10.2014, 17:02
Hallo,

bitte nichts verwechseln. Mein Modell ist eine Lanier Laser 200

1237771

Diese Maschine macht keinen sauberen Messerflug. Unter "sauber" verstehe ich, dass die Tragflächen im 90° Winkel zum Boden stehen und das Seitenruder quasi als Höhenruder arbeitet (HR ist dann entsprechend für Seite zuständig).
Daher meine Frage, ob es sich lohnt das Seitenruder bzw. dessen Endleiste zu verbreitern um mehr Seitenruderwirkung zu erzielen, wie es offensichtlich bei einigen Modellen von SebArt der Fall ist.
Jetzt kommt der Link zu Hacker als Beispiel:
http://www.hacker-motor-shop.com/hac...300001_b_0.JPG

Mein Seitenruderservo ist so ein großer Brocken von Hitec. Die genaue Nummer habe ich leider jetzt nicht. Das sollte aber 27kg schaffen, wenn ich mich richtig erinnere.

Gruß

Tino

Dix
14.10.2014, 17:20
Wenn Du den von der Seite anschaust, wirst Du feststellen, dass die Silhouette des Rumpfes einen großen Leitwerksträger zeigt und wenig Motorhaube.
Im Messerflug wirkt der Rumpf als Auftriebskörper. Sein Druckpunkt ist aber wegen des großen Leitwerksträger sehr weit hinten.
Also ist der Flieger im Messerflug seeeehr kopflastig.
Dass das Seitenleitwerk das nicht aussteuern kann, ist kein Wunder.

Probiers aus. Hast nicht viel zu verlieren. Ansonsten helfen nur massive konstruktive Maßnahmen.

Bei dem Vogel würde ich zu allererst gucken, wie weit ich mit dem Schwerpunkt noch nach hinten kann.