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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein wahrer Baubericht: Super Dimona 2.4m, von Taft



Bushpilot
25.04.2016, 19:19
Moin

Bei unserem Händler des Vertrauens (dem einzigen im Land) stand eine 2.4m Super Dimona (von Taft Hobbys, gibbet bei Staufenbiel) schon länger im Regal und die hatte mich immerzu angelächelt und ins Ohr gesäuselt:
Bin ich nicht Schick? Kauf mich bitte...

Ich war nicht abgeneigt, zumal ich schon immer mal einer Segler (mit Motor und Fahrwerk) ausprobieren wollte. Bisher habe ich nämlich Überhaupt noch keinen Segler im Hangar... quasi ein vorsichtiges herantasteten an das pure Segler-fliegen überhaupt.
Und Fahrwerk ist insofern günstig, da unsere Bahnen aus Beton und Asphalt sind. Da ist jede „Bauchlandung“ immer eine sehr „rubbelnde“, in dem Fall auch „flockige“, Angelegenheit.
Grass is eben nich: Kein Wasser in der Wüste.

Jedenfalls bin ich „schwach“ geworden, auch nachdem ich im Netz nachgelesen hatte, wie Toll, einfach und schnell der Schaumige Motorsegler Traum wahr werden sollte.
Beim RC-ModellScout.de ist ein Test mit ihr. Eine wahre Lobeshymne... Quasi kaufen und auf dem Weg zum Flugfeld zusammenstecken... Ankommen und fliegen. Beeindruckend!

So, gelesen und gekauft, und nach nur knapp 1.5 Tagen basteln ist sie Flug-fertig geworden. (Wie weit fahrt ihr so zum heimischen Platz?)

Ja-ja... ich weiß... man sollte sich nicht bezirzen lassen, schon gar nicht von Schreiberlingen im Netz.

Oder aber, ich habe eine Montags Super Dimona erwischt. Jene die das RTF Teil zusammengeschustert haben waren Blutjung und brauchten das Geld. Und die Person die eine gewisse Nachkontrolle machen sollte ist dem Rotstift zum Opfer gefallen. Oder die Produktion soll angekurbelt werden.

Denn wenn ich ein Anfänger gewesen wäre, dann wäre diese Schaumige Schönheit jetzt schon in der Recycle Tonne:

Kleinigkeiten, wie eine auf dem Kopf angebrachte Deutsche Flagge am Leitwerk... Na gut, Schwamm drüber. Nicht jeder kennt Schwarz Rot Gold. Den Aufkleber konnte ich vorsichtig abziehen und richtig herum wieder dran kleben. Das am Rumpf auch nicht „Dimona“ sondern Dlamend steht... auch gut: Fremdsprache mit unbekannten Buchstaben.

Etwas mehr irritiert war ich, als ich die wacklig angebrachte Motorhaube ab hatte, deren Schräubchen so festgedreht waren, das sie sich fast schon durch die Papierdünne und lausig ausgeschnittenen Motorhaube gedrückt hatten:
Der Namenlose E-Motor zeigt nach oben und nach links.
Muss das so sein? So steigt die doch und nach links weg...

Also das Teil raus, neue Löcher bohren und umgedreht wieder rein. So passt das zumindest halbwegs zur Motorhaube. Auch wenn der Abstand Spinner zur Haube noch immer fast ein Lichtjahr beträgt und ein extra Plywood Plättchen mit einer dritten Schraube für mehr Hauben Festigkeit sorgt.

Okay.
Das die Cockpithaube nur mit sanfter Gewalt in den Verschluss passt... liegt nicht nur daran das sich das mit einem Kohlerohr verstärkte sehr dünne Heck eben verbiegt, wenn leicht drückt wird. Es wäre sicherlich besser gewesen wenn das besagte Rohr zu denen in den Rumpfseitenwänden gelegenen Kohlestäbchen geführt hätte.
Nun tut es das.
Weil, ein 12mm Balsastab der bindet was sich besser binden sollte. Im Rohr verklebt, jetzt nicht nur über einer Querstrebe zu den Kohlestäbchen, sondern auch bis zu einem auch der Rumpfsteifigkeit geschuldeten Balsabrettchen am Mittelstück zum Akkuhalter reicht.

Und als der Cockpithauben Verschluss an der Haube festgeklebt war, ist die Haube beim Umdrehen des Modells auch nicht mehr abgefallen und verhilft so auch gegen Verbiegungen. Erstaunlich, was Epoxi und 4 winzige Schrauben (als Anker im Epoxi) in dem Nylon Verschluss geschraubt nicht alles ausmachen können. (Es gibt keinen Kleber der sich dauerhaft an Nylon schmiegt. Und der Kleber den Taft gebraucht hatte sowieso nicht. Das wussten die aber und haben deswegen den Verschluss mit vier Klebestreifen „gesichert“.)

Nun die Tragflächen, welche mit 4 Schrauben und zwei Verbinder und einem gebogenen, aber frei nach links und rechts beweglichen Alusteckrohr bestehen, verschrauben.
Das Hauptfahrwerk auch. Das ein Deckel das abdecken soll ist schön. Nur... der fällt einfach ab. Und mit Klebestreifen... nee, geht nicht, denn die müsste man beim auseinanderbauen ja wieder flockig abziehen. Es sei denn, in einen PKW passen 2.4m am Stück. Mal sehen ob Doppelklebeband den Deckel besser hält.

Nun aber. Hurtig, hurtig den Empfänger und Akku einbauen. Wie wollen ja fliegen und sind im Zeitverzug... Kabel dran... und, Strom an.
Nein, gleich wieder aus.
Denn das schon befestigte Höhenruder geht auf deutliche Tiefe (wohl weil der Motor hoch ziehen soll?) und drückt auf das Seitenruder.
Das Seitenruderservo brummt nur, und das Bugrad würde nur Rechtskreise zulassen. (Aha. Daher der Linkszug vom Motor... Raffiniert, raffiniert.)
Gut das wenigstens die Querruder das Links wegdrehen ausgleichen... würden, könnte man scharf rechtsdrehend nach Links abheben...

Ooch nö... natürlich waren am Sender alle Trimm auf Null gestellt, Ausschlag 100% und Drehrichtungen stimmten auch. Diese Irrwege ließen sich auch nicht einfach so „weg trimmen“. Jedenfalls mit 150% nicht. (Futaba. Aber vielleicht haben andere Hersteller auch 500%?) Und Wege bis Anschlag am Gehäuse sind auch nicht so mein Fall: Ich mag das knurren der Servos einfach nicht.

Trimmen, das hätte beim Seitenruder auch nix gebracht: Es war mit einem Gummiartigen Kleber verklebt der jegliche Bewegung verhinderte. (Wohl der selbe Kleber, mit dem der Cockpithauben Verschluss angehaucht war.) Also keine Sache: Nach Lupenreiner Arbeit mit feiner Nadel und Pinzette und nach nur 1 Stunde später bewegte sich das Seitenruder wieder.

Nun: Alle Servos wieder ausbauen und den Servoarm in Mittelstellung verschrauben und wieder einbauen. Und alle Gestänge neu einstellen.
Ein Klacks.
So rinnt die Zeit dahin, auch für das mit dem Seitenruder elektrisch verbundene Bugradservo, dessen Dreh- Achse lose war. Eigentlich sollten da wohl 2 Madenschrauben a 1.5mm rein. Aber... unnötiges Gewicht sollte gespart werden.
Was das Gewicht anbetrifft: 1900Gramm, sollten es sein. Mit meinen Änderungen und nach dem Auswiegen sind's 1970Gramm geworden. Passt! (Das der in der Anleitung mit aufgezählte Akku, fehlte... vielleicht gibbet den nur in der BNF Version?)

Auswiegen:
Die in der Bauanleitung angegeben 66mm galt es einzufangen.
Da ich grundsätzlich nur Auswiege... Die Waagen aufgestellt. Wo ist denn da eine Flight line? Nirgends. Also das Höhenruder in Bezug auf die Seitenstreifen gebracht, ergibt... der Cockpitboden ist in Waage. (Ingenieure haben da so einen Spleen für... diese Schelme.)

Und 85 Gramm am Motorträger und am Schaum unter der Motorhaube geklebt. Da man den 2200mA/14.4V Akku kaum näher nach vorne bringen kann... er liegt auf dem Schwerpunkt... und davor kaum Platz ist. Obwohl ich den Regler schon bis unter den Motorträger geschoben hatte und mit Doppelklebeband fixiert hatte.
Es sei denn, man geht jetzt schon Flocken produzieren. Und schnippelt im Rumpf herum...

Das die eine Fläche noch 5 Gramm an der Flügelspitze brauchte um damit auch eine Balance gefunden wird, erwähne ich nur der Ordnung halber.

So plätscherte der Sonntag dahin... trotz Herbst mit 30ºC.

Apropos Warm.
Sollte ein E- Motor nicht gekühlt werden? Der Spalt zwischen Spinner und Haube, die beiden Löcher da drunter, lassen sicherlich viel Luft rein... aber... wo kommt sie denn wieder raus?
Nirgends. Es ist keine weitere Öffnung am Rumpf. (Oder sollte der Kleber des Cockpithauben Verschlusses so weich werden, das diese dann weg fliegt wenn's zu Warm wird?)

Jedenfalls habe ich noch eine Belüftung nachträglich eingebaut. Jetzt zieh es halt etwas unterhalb des Cockpitbodens. Und Motorabwärme, Regelerabwärme und der Akku wissen nun wohin mit ihrer Hitze: Hinter dem Cockpit Verschluss geht’s nach draußen. Ein 15mm Kohlerohrstück, mit „Absaugeffekt“. Wenn schon, denn schon.
Meine Verbrenner mögen das auch: Sich Wind um die Rippen wehen zu lassen verhindert einen vorzeitigen Hitzschlag mit eventueller Todesfolge.


Nun könnte ich sie fliegen. Aber der Sonntag war vorbei. Und die nächsten Wochenenden... keine Zeit.
Und das wäre auch nicht sonderlich Standesgemäß. Also muss der Erstflug warten bis ende Mai. Denn dann geht es für 5 Tage nach Pokweni. Auf einen echten Segelflugplatz zum Modellfliegen.


Ich werde danach weiter berichten:
Schauen ob 66mm oder doch 50mm CG richtig sind.
Sehen ob die 4x3mm Schrauben die Flügel halten...
Ob das mit 2x3mm Schrauben befestigte Fahrwerk...
Ob die winzigen Kugelköpfe der Anlenkungen...
Oder ob die ganze Sache wie eine Seifenblase zerplatzt... wenn das mit 2x3mm Schrauben befestigte Höhenruder davon flattert.



BTW. Hier im Forum, so habe ich mittels Suche gefunden, sind ein paar Dimonapiloten. Meist aber in etwas größeren ihrer Art. Aber... nun, Vergleichen geht ja immer etwas:
Ist die Super Dimona eine Super Diva, oder eher Typ artige Hausfrau?

Ich habe die Ausschläge auf 100% (gelassen). Viel geben die verbauten Miniservos auch nicht an Wege. Nur das Höhenruder musste ich begrenzen. 80% sonst drückt es beim drücken aufs Seitenruder.

Und das Seitenruder ist mit schier unglaublichen 50% Expo belegt. Ansonsten lenkt sich das Bugrad zu viel (schnell). Vielleicht sollte ich die beiden Servos doch trennen?

Naja... in Pokweni hat es eine 900m lange und 400m breite Landebahn... ich kann also locker laufen lassen und muss nicht viel steuern...