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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 900Mhz als Backup



simon_123
06.03.2019, 18:31
Hallo zusammen,
es gibt ja inzwischen mehrere Hersteller (TBS, FrSky, Jeti) die ein 900MHz system im Angebot haben (868MHz für alle die genau sein wollen)
Vorallem bei TBS und auch bei FrSky wird dieses ja für Long Range eingesetzt. Darum soll es in diesem Thread bitte NICHT gehen!

Mich würde interessieren, wer diese Systeme als backup für 2,4GHz nutzt (also mehrere Empfänger und mind. 2HF-Module für einen Flieger).
War diese Entscheidung durch schlechte Erfahrungen verursacht, hattet ihr also schonmal eine derart massiver Störung der 2,4er Funkstrecke?
Dass bei Race-Coptern in Hallen/auf Messen 2,4GHz durch hohe "Konkurrenz" regelmäßig Störungen auftreten ist mir bekannt (deswegen wird ja auch dort oft Crossfire oder R9 genutzt, aber dann halt nicht als Backup sondern ausschließlich)

Und noch was an unsere Jetianer: gibt es bei euch jemanden der das Jeti 900Mhz System komplett alleine ohne 2,4GHz im Modell nutzt?

Also 2 Fragen:
1. Schlechte Erfahrungen mit 2,4 alleine und DESHALB mit Backup zusätzlich, wer fühlt sich angesprochen?
2. Jeti 900MHz alleine ohne 2,4, irgendwer?


Ich mache mal den Anfang:
Ich nutze FrSky 2,4GHz und 900MHz als backup, weil ich Elektronikbastelei liebe und das 900erModul und die entsprechenden Empfänger sehr günstig waren. Einen Anlass (Störung) hatte ich mit 2,4GHz nicht. Mommentan nutze ich diese Funkstrecken-Redundanz nur für 2 Segler der 4 bzw 5 Meterklasse (Flüghöhen durchaus bis 762m, mehr dürfen wir ja nicht ;)

Würde mich über Erfahrungsberichte von eurer Seite freuen.

Grüße

Simon

madmao
06.03.2019, 19:00
Ich fliege so meinen Baudis Skywalker. Steuerung Taranis X9E. Probleme hatte ich bis anhin auch mit 2G4 bei FrSky nicht. Aber beim Hangflug mit grossen Modellen und Distanzen fliege ich redundant, gibt mir ein besseres Gefühl. Eventuell werde ich noch meinen Joker XL v2 damit nachrüsten.

Grüsse

Florian

onki
11.03.2019, 09:47
Hallo Simon,

ich nutze seit knapp 2 Jahren eine DC24, die ja bekanntlich einen 900MHz Weg als Backup anbietet.
Nur sehe ich absolut keine Notwendigkeit dafür. Ich hatte noch nie ein stabileres Funksystem als zu 2G4 Zeiten.
Das soll nicht bedeuten, das 35MHz schlecht war.
Man war halt nur an die Disziplin (Kanal) anderer gebunden. Das ist ja bei 2G4 nicht so und ich hatte weder mit ACT, noch mit Hott oder jetzt Jeti irgendwelche modellseitigen Empfangsprobleme. Und das trotz nicht immer optimaler, lehrbuchhafter Antennenverlegung.
Und der Hinkanal ist nunmal der Wichtigste. Telemetrie ist ein anderes Thema, ist hier aber denke ich nicht gefragt.

Daher fristet der 900MHz Empfänger seither ein trostloses Dasein in meiner RC-Kiste. Ich lasse mich von den Marketingmenschen nicht wirr machen und baue nun in voreilendem Gehorsam überall ein 900MHz Backup ein, nur weil es so beworben wird. Zudem sind die Antennen etwas "sperrig" und mitunter schwer im Modell anzubringen.
Außerdem ist die Integration bei Jeti bis heute z.T. noch etwas dürftig (z.B.beim Betrieb mit 2 RSat und 900MHz), was bestätigt, das hier was mit der heißen Nadel gestrickt wurde um eine Art Alleinstellungsmerkmal zu bekommen.
900 MHz dient allein schon wegen der extrem begrenzten Kanalkapazität als reines Backup für den Notfall. Ein Betrieb nur mit 900MHz erachte ich als grob fahrlässig und nicht bestimmungsgemäß.

Es soll ja Berichte von einigen Piloten geben, dass es auf einigen, handverlesenen Plätzen schon komplette Ausfälle des 2G4 Bandes gegeben hat und Modell reihenweise abgestürzt sind.
Nunja ohne stichhaltige Beweise kann ich das so nicht glauben. Und wenn es so wäre ist das ein Fall für einen Messwagen und den Staatsanwalt.

Wenn jemand das ISM-Band wirksam stören möchte, muss er schon einen beachtlichen Aufwand betreiben. Und wenn ich so etwas vorsätzlich machen wollte, würde ich mich sicher nicht nur auf das 2G4 Band beschränken sondern breitbandiger "angreifen".

Wie schon gesagt hatte ich in der ganzen Zeit der 2G4 Fliegerei keinen einzigen Fail-Safe im Fluge, also einen Komplettausfall des Hinkanals. Nur wenn ich versehentlich am Boden vorzeitig den Sender abgeschaltet habe. Und meine Entfernungen zum Modell sind, gerade beim Alpinflug, doch ordentlich.
Daher sehe ich absolut keine Veranlassung ein Backup einzubauen.
Leute die oft auf fremden bzw. unbekannten Plätzen fliegen dürfen gerne 900MHz einbauen für den Seelenfrieden.

Es wird jede Menge Angst geschürt, die unbegründet ist. Aber damit lässt sich gutes Geld verdienen.
Das wird ja auch bei der ganzen Empfängerakku /Powerbox-Diskussion spürbar.

Gruß
Onki

Viktor
12.03.2019, 05:58
@onki. Du sprichst die Integration von jeti an. Was sind die Schwächen? Wenn ein Modell mit 20 Kanälen und der cb400 damit betrieben wird, reicht die Bandbreite der 900er Funkstrecke für eine Latenzfreie Übertragung? Welche Einschränkung gibt es bei der Telemetrie?

onki
12.03.2019, 10:34
Hallo Victor,

Wenn man beispielsweise 2RSats und ein 900er RX an der CB200 betreiben möchte ist dies erst seit dem letzten Firmwareupdate im Januar möglich.
Davor war das immer mit sehr viel Klimmzügen verbunden.
Die 900MHz Geschichte wirkt immer noch "aufgesetzt" und nicht wirklich integriert.

Die 900MHz ist ein reines Backup. Je nach Situation (mehrere Modelle gehen auf das Backup) kann es da schon zu Verzögerungen kommen.
Aber was erwartest du denn? Das ist ein Backup wie ein Notrad oder ein Reservekanister im Auto.
Das ist Gedacht um das Modell noch sicher und mit erhöhtem Adrenalinspiegel zu landen und nicht um ungerührt stundenlang weiter zu fliegen.

Die Problematik besteht meiner Ansicht darin, dass das Backup schon beim Verlust der Rückstrecke einspringt. Die ist bei Jeti mit weniger Sendeleistung beaufschlagt und kein wirklich kritisches Thema, denn man hat noch jede Menge Reserven. Einen Ausfall der Hinstrecke kann Jeti nicht mehr nach unten funken, weil der Rückkanal schon lange abgerissen ist. Ich hab mit der Thematik aber kein Problem.
Und so einen Rückkanalausfall erlebt man schon mal. Da reicht es wenn man enger zu einem Gespräch unter Piloten beim Flug zusammensteht. Schwupps kommt eine Rückkanalwarnung und das Backup springt an. Wirklich kritisch ist das nicht aber man stumpft in gewisser Weise ab.

Das ist in etwa so wie die Unwetterwarnungen. Nach dem Sturm Lothar in 99, bei dem die Wetterdienste in gewisser Weise versagt haben, wollten die fortan nicht mehr die Schuldigen sein und warnen bei jedem etwas kräftigeren Lüftchen.
Das führt über kurz oder lang dazu, das man das auf Dauer nicht mehr Ernst nimmt und es irgendwann wieder zu Problemen kommt. Das ist leider dem Haftungsdenken geschuldet, wie es sich in unserer Gesellschaft mehr und mehr durchsetzt.

Ich nutze als Failsafe in meinen Modellen voll Butterfly bzw. voll Störklappen als "Signal" nach unten. Hab ich bisher noch nie vernommen. Rückkanalverluste sind hingegen durchaus in der Tagesordnung. Die sind für mich aber nur ein Signal dafür nicht mehr viel weiter raus zu fliegen oder ggf. vom Kollegen etwas Abstand zu nehmen.
Im voll CfK Pace V4 kommt das z.B. öfter mal vor, da ich hier die Antennen innen unter der Glashaube verlegt habe. Ich vermeide es weitestgehend Antennen nach außen zu verlegen den das sieht absolut bescheuert aus. Die Krönung sind diese affigen Hirschgeweihe. Und der Pace ist nicht das Modell um weit draußen Thermik zu suchen. Der ist in Sichtweite viel schicker :-).


Gruß
Onki

Stein Elektronik
12.03.2019, 10:45
Um ehrlich zu sein...

der 900er meiner DC24 liegt auch noch in der Verpackung. Ich habe ihn nie eingebaut.
Ich habe seit EInführung des 2,4 GHz Systems bisher keine Störung erlebt. Aber das soll Niemanden aufhalten, das System zu verbauen.

Ob es bei Jeti jetzt optimal implementiert ist, darüber kann man lange streiten. Ich halte ein Backup der Rückstrecke auch für sinnfrei.
Auch kann man bei 900 MHz nicht davon ausgehen, dass es ein voller Ersatz für die 2,4 GHZ Strecke ist, soweit ich weiß, ist die Bandbreite in der EU wesentlich geringer als bei 2,4. Die HF Spezialisten können mich aber gerne korrigieren, wenn sie andere Erkenntnisse haben.

Wenn der unwahrscheinliche Fall eines kompletten Ausfalls im 2,4 Bereich eintreten sollte, dann sollte ein Backup System meiner Meinung nach sich nur auf die Übertragung der lebenswichtigen Steuerfunktionen beschränken und nebensächliche Sachen, wie Telemetrie komplett abschalten, damit man den Dampfer sicher nach Hause bringt.

TopSan
05.05.2019, 09:40
Mahlzeit Gemeinde!

Sehe das ebenso wie Reiner uns Hans- Willi: auch bei mir liegt der 900MHz- RX aus dem DC-24 Lieferumfang mangels Bedarf noch in seiner Tüte.

Meine größeren Modelle fliege ich durchweg mit zwei 2,4Ghz Empfängern (Entweder Hauptempfänger + RSat2 oder 2 X RSat2 an Powerbox etc.) und dann im Zweiwege- HF-Modus mit beiden Sendemodulen des Jeti- Senders.

Mir fällt zumindest gerade nicht, wie das 2,4 Ghz- Band mit "normalen" Mitteln so arg zu stören wäre, dass eine doppelte Funkstecke in Spread Spektrum Betriebsart (ist ja schließlich kein Schmlabandkanal) mit schnellen Frequenzsprüngen komplett ausfällt.
Hmmm... warum nur muss ich gerade mulmig an die kommerziellen-/ staatlichen Ansätze zu Drohnenstörern denken?

Dazu habe ich für jedes Modell entsprechende Telemtriealarme der Empfangsparameter konfiguriert, sodass ich im Fall der Fälle frühzeitig gemeldet bekommen würde, wenn bei einem der 4 empfangenden Diversityzweige ein Empfangsproblem auftritt.

Ist also schon "Gürtel und Hostenträger"; drum sehe ich die Notwendigkeit für den zusätzlichen 900 MHz- Zweig nicht so wirklich.

Euch allen einen prima Sonntag und besten Gruß...

Frank

Franz49
05.05.2019, 10:39
Ich bin dabei meine Verbrenner mit einem 868MHz Empfänger umzurüsten, als zweiten Empfänger neben einem RX8Rpro an einer RB16. Bislang habe ich das 868MHz System nur in einem Bixler und auf einem Quadkopter mit RTH getestet, dies insbesondere deswegen, weil es doch bis vor kurzem immer wieder Firmwareupdates gab. Das Thema ist aber offensichtlich mittlerweile erledigt. Ein Clubkollege macht zur Zeit das gleiche und rüstet auch mit 868MHz-Zweitempfänger nach.

Bei FrSky ist zur Zeit einiges an Neuigkeiten angekündigt und wird in nächster Zeit auch zu haben sein. Das fängt an mit einem neuen Übertragungsprotokoll ACCESS und neuen Sendern und Empfängern mit diesem Protokoll. Es wird auch eine sogenannte TANDEM Serie geben, ein Sender (T11) mit internem dualem HF System, also sowohl 2,4GHz als auch 868MHz intern verbaut. Dazu dann auch passende duale Empfänger.