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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das richtige Profil für einen kleinen Thermiksegler



Beetle
02.12.2004, 19:58
Hallo Flugfans,

ich möchte einen kleinen Thermiksegler in klassischer Holzbauweise bauen möglichst unter 1000mm Spannweite und suche ein passendes Tragflächenprofil.

Falls jemand Idee oder nette Hinweise hat wäre ich dankbar für Tipps.

Grüße
Beetle

Bertram H.
02.12.2004, 23:08
Hi Beetle,

ich habe so ein ähnliches Modell erfolgreich mit einem Selig 3021 gebaut.
Der Flieger ist ist ein modifiziertes Freiflug-Modell (Fiesta von Fa. IGRA) u. a. mit vergrößerter ;) Eigenbau-Tragfläche, SPW 1,0m. Flächenbelastung ca. 16g/dm^2 bei 190g Gewicht.
Der Flieger geht bei allen Bedingungen bis hin zu mittelstarken Wind am Hang für seine Größe wirklich gut, bei sehr geringem Wind ist man damit sowieso der Chef am Hang. :D

Durch die gerade Profilunterseite des S3021 ist das Ganze leicht zu bauen, durch die "nur" 9,5% Profildicke kommt der RC-Fiesta trotz seinen Fliegengewichts erstaunlich gut gegen Wind an.

Es gibt allerdings auch die verbreitete Ansicht, daß:
a, bei Rippenbauweise das Profil wegen der nicht vorhandenen Profiltreue eh so gut wie egal ist,
b, ein Clark Y immer noch das beste Profil für nahezu alle Anwendungen ist..... :D

Grüße,

Bertram

rubberduck
03.12.2004, 09:39
hallo,
ich habe mehrere Kleinsegler dieser Größenordnung von 100cm bis 175cm gebaut (Eigenkonstuktion) und beim Einsatz der Modelle Erfahrungen gemacht, die nur schwer zu verallgemeinern sind.

Die Grundsatzfrage ist ... wo möchte ich mit dem kleinen Segler fliegen, bzw. welche Strecke will ich überwinden um in Aufwindzonen zu kommen?

Für ein Bahndammfliegen, also direkt vor mir an der Hangkante tut es auch ein E205 sehr gut.
Zur Not lässt sich das E205 auch mal etwas beschleunigen.
Perfekt wäre natürlich ein Thermikprofil mit gewölbter Unterseite. Das trägt zwar gut, "säuft" aber auf der Stelle ab wenn kein Aufwind mehr da ist. Strecke kann ich damit gar keine machen.
Also bin auch ich nach 20 Jahren Kleinseglerbau zum S3021 gekommen. Das stellt einen guten Kompromiß dar, aber dem Kleinsegler fehlt einfach die Masse und Grundgeschwindigkeit um auch mal etwas weiter weg noch "Anschluss" zu finden.
(fast wie im wahren Leben, grins) ;) :D ;)

Juergen, Bonn

[QUOTE]Original erstellt von Bertram H.:
[QB]Hi Beetle,

ich habe so ein ähnliches Modell erfolgreich mit einem Selig 3021 gebaut.

Gast_4749
03.12.2004, 11:24
Original erstellt von rubberduck:
Kleinsegler fehlt einfach die Masse und Grundgeschwindigkeit Dann muß man die Relation ändern !

Wenn der Flügel eine Anfangsbreite von 10 cm hat nimmt man 9 (jetzt ganz simpel) oder man ändert das EWD .......
Zugegeben meine Experimente sind schon 25 Jahre her und dazwischen habe ich fast 15 Jahre Pause gemacht (Frau Kind Wohnung usw) .. bis mich dieses Jahr der RC- Visus wieder erreichts !
grüße

rubberduck
03.12.2004, 13:01
Auch das geht nicht...
wenn ich einem Kleinsegler zuviel Streckung verpasse, sprich wenig Flächentiefe, benötigt er eine Mindestmasse für diese Fläche. Ein HLG ist numal keine ASH 26 ...

juergen

[QUOTE]Original erstellt von oegeat:
QUOTE]Original erstellt von rubberduck:
Kleinsegler fehlt einfach die Masse und Grundgeschwindigkeit QUOTE]Dann muß man die Relation ändern !

Wenn der Flügel eine Anfangsbreite von 10 cm hat nimmt man 9 (jetzt ganz simpel) oder man ändert die EWD .......

Carsten Zülch
03.12.2004, 13:36
Bei einem so kleinen Segler lohnen sich m.E. Experimente mit (Blas-) Turbulatoren. Ich würde auch ein E-205 oder Clark-Y nehmen und bei ca. 25 % der Profiltiefe im Abstand von ca. 3 mm kleine Löcher bohren, die einen Durchmesser von etwa 0,5 mm haben. Versorgt wird der Turbo durch den Überdruck auf der Profilunterseite, also 3 Versorgungslöcher von 3 mm im Abstand von ca. 25 cm. Leider wird die Rippenfläche damit etwas feuchtigkeitsempfindlich. Aber Thermiksegler fliegt man ja meist bei trockenem Wetter, und die möglichen Gewinne beim Profilwiderstand rechtfertigen das Experiment.

Bei mir liegt ein solcher Segler (1,10m Spw., mittlere Tiefe 125 mm, E-205, vollbeplankte Rippenfläche). Die Fläche wird demnächst mit dünnem Glas (44 g/qm) überzogen, dann kommen die Löcher rein. Bin gespannt.

Viel Erfolg wünscht
Carsten.

Mooney
03.12.2004, 13:46
Beetle,

ich habe letztens den Calimero von Hoellein gebaut. profil? k.A.
Die Winglets habe ich weggelassen und komme somit auf knapp 1m Spw.
Das komplette Ding wiegt 200g.

Der Calimero geht gut an der Flitsche und im Hochstart.

Hang habe ich noch nicht ausprobiert, aber man kann ueber einem Auto, das auf der Wiese steht,
einen richtig schoenen Nullschieber fliegen.

Gruesse

rubberduck
03.12.2004, 13:53
Wir haben Ende der 80er mit Kleinseglern in Balsabauweise experimentiert, mit dem "Tercel" von Höllein. E205 mit glatter Bügelfolie, mit Textilfolie und mit Papier bespannt.
Papier ging aufgrund der Rauhigkeit am besten in der Thermik.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Turbulatoren habe ja die gleiche Zielsetzung, oder?

Heute gibts auch gute Erfoleg mit Zackenband- und Textilfadenturbulatoren.

PS:
Löcher kommen im Sommer automatisch in die Fläche, wenn man auf einem Stoppelfeld landet .... sorry ich werd unsachlich

Stimmt aber mit den Löchern das geht auch ... ;)

jueregn, bonn


Original erstellt von Carsten Zülch:
Bei einem so kleinen Segler lohnen sich m.E. Experimente mit (Blas-) Turbulatoren. Ich würde auch ein E-205 oder Clark-Y nehmen
Viel Erfolg wünscht
Carsten.

Merlin
03.12.2004, 14:46
Hallo Beetle,

der Mini-Kis von Werner Stark ist ein SAL-HLG mit 1m Spannweite und ca 180gr Fluggewicht. Die Fläche ist aus Vollbalsa und nur ca 6-7% dünn. Schau Dir mal die Profile von Mark Drela an: In Rippenbau vielleicht das AG38. Der Mini-Kis geht auch um Klassen besser als der Calimero.

Gruss,
Bernd

Beetle
03.12.2004, 14:53
Das sind doch schon mal tolle Beiträge! Danke!

Das mit den Turbolöchern würde mich noch mal interessieren und welche Rumpfwahl bei den Eigenkonstruktionen gewählt wurden.

Ich hatte ja anfangs erwähnt, das ich am liebsten nur mit Holz arbeite und wenn da Holzrümpfe gewählt wurden kann ich noch ein paar Tipps vertragen :)

Um die Frage der Stecke zu beantworten muss ich sagen das wir ein leicht abschüssiges Wiesengelände haben und eben aus diesem Grunde nicht diese riesen "Gleiter" bauen können uns aber mit Leidenschaft kleinen Termikwundern widmen :)

Gruss
Beetle

uli2
03.12.2004, 16:38
Hallo Beetle !

Ich kann mich den Tipps aus den voherigen Antworten nur anschließen - das Selig 3021 ist ganz gut für solche Fälle, oder halt das gute alte Clark Y :D , damit kannst du auch nicht viel falsch machen ! Außerdem sind diese Profile recht einfach zu bauen.
Wenn du den Flieger wirklich rein auf´s Thermikfleigen auslegen willst, könntest du dauch das Selig 4083 nehmen, ja nach Gewicht hast du dann aber eventuell das Problem, daß du nicht gegen den Wind ankommst - das S 4083 ist relativ hoch gewölbt, wurde aber bei vielen HLG-Classic-Fliegern erfolgreich eingesetzt. Der Nachteil ist aber, daß das Profil nicht so einfach zu bauen ist (keine gerade Unterseite).
Eine weitere Möglichkeit wäre das Gö 795 - das ist recht dünn, nicht ganz so stark gewöblt, ist sehr unempfindlich gegen kleine Re-Zahlen - und es ist auch in Rippenbauweise machbar ! :)

Zu den Rümpfen : Ich hab´ bei solchen Fliegern meist die Seitenteile und den Boden+Deckel aus 2mm Balsa gemacht, an den Kanten jeweils eine 3x3mm Balsaleiste, so kannst den Rumpf dann später etwas rund schleifen. Das ganze habe ich dann meistens mit 49er Glasgewebe beschichtet - und fertig ! :) Das ist vielleicht nicht besonders schön, dafür aber praktisch und nahezu unkaputtbar ! :D

Gruß

Uli

DavidSt
16.12.2004, 14:17
hallo beetle

was ist mir den profilen von mark drela?
die sind genau für so ein Kleinteil entwicklt worden!

er hat da einen kleinen namens APOGEE (http://www.charlesriverrc.org/articles/apogeehlg/markdrela_apogeehlg.htm)

hab mir die variante mit dem geschliffenen holzflügel gebaut! fliegt wirklich super!

die schleiferei ist eine herausforderung! :D aber es lohnt sich wirklich!

gruß

d@vid