PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Thermikabstieg mit 3m Ventus



woma
13.08.2007, 19:14
Hallo zusammen,

ich benötige noch einmal Eure Hilfe.
Verschiedene werden sicherlich über mein " Problem " lachen aber mir verdirbt es gelegentlich den Spass am Fliegen.
Bei ca. 300 m Höhe habe ich erhebliche Probleme bei meinem 3m Ventus von Thommy die Fluglage zu erkennen. Also ist Absteigen angesagt.
Leider ist dann normalerweise großflächige Thermik, so daß der Vogel auch mit Butterfly lustig weitersteigt.
Kann man dieses Modell ohne Sorgen auf den Kopf stellen und mal eben 200m Höhe vernichten oder sind Festigkeitsprobleme zu befürchten? Über fundierte Angaben würde ich mich freuen.

Wolfgang

Pilatussegler
13.08.2007, 19:42
Hallo Wolfgang

Ohne den Segler zu kennen, gebe ich mal einen allgemeinen Tip ab. Trudeln ist die sicherste und schonendste Variante der Höhenvernichtung.

Gruss
Pascal

zettl57
13.08.2007, 20:01
Hallo Wolfgang,

das "Problem" kenn ich, leider nicht so oft wie Du, aber ich kenns.

Er hält schon was aus, aber 200 Meter senkrecht wäre ich dann doch
vorsichtig.
Vielleicht fragst mal den, der ihn fast F3B mäßig im Gebirge (wars Fiss?)
geflogen ist. Das steht so ca. in der Mitte des Threats.

Bei meiner letzten Hammerblase habe ich voll Krähe und die Nase immer
gemäßigt nach unten gehalten. Irgendwann nach 30-50 Sekunden war er
dann endlich da. Ein anderes Mal vorher hat sichs rechtzeitig angekündigt
und da bin ich dann unter kräftigem Pfeifen rumgeturnt. Ohne ihn zu schnell
werden zu lassen. Aber trotzdem gehts dann schon ab. Weil sonst pfeift er
ja eher wenig.

Das nächste Mal werde ich, wie mein Vorredner schon riet, das Trudeln ausprobieren.

Delion
13.08.2007, 20:21
Hallo Wolfgang,
das Problem hatte ich 2mal mit meiner ASW22BL (Lenger) in Hahnenmoos.Mit Butterfly ist sie immer noch gestiegen.Bolzen geht nicht,weil die das nicht aushalten würde.Ich habe sie dann wie Pascal es auch schon sagte ins trudeln gebracht und dann kam man recht gut nach unten,ohne das Modell groß zu belasten.Ich persöhnlich würde die Ventus runter ballern,aber trudeln ist das Sicherste;)

mfg
Nils

Gast_12327
13.08.2007, 21:13
Hallo Wolfgang,

Wenn Dir trudeln nicht gefällt kannst auch immer abschwingen (100m) und die "getankte" Energie mit Rollen verbraten usw.
Rückenflug ist auch empfehlenswert (ev mit Krähe), der Vorteil ist dass man an der Sichtgrenze eine grosse Projektionsfläche hat.

Wichtig bei der Krähe ist auch, dass Du den Flieger anstichst, also zügig runter, so wird die meiste Energie verbraten.

lg Ferdl

Teamspirit
13.08.2007, 21:26
Hallo Modellflieger,

woher kommen immer nur diese "Trudeln ist die beste weil sicherste Höhenvernichtungsmethode - Tipps"?
Ich widerspreche ausdrücklich, denn:
1. Das Ein- und Ausleiten ist kritisch, gelingt das Einleiten in großer Höhe nicht vernünftig, droht eine Art Steilspirale oder alle anderen unmöglichen Flugmanöver mit großen Belastungen für das Modell. Gelingt das Ausleiten nicht, drohen ebenfalls große Belastungen.
2. Bei sehr langsamen und leichten Modellen ist die durch das Trudeln hervorgerufene Sinkgeschwindigkeit häufig nicht ausreichend. Ist ganz toll, wenn man ein hohes Modell in´s Trudeln bringt und es dann noch wegsteigt, die Fluglagenerkennung ist dann ein Problem.
Mein Rat:
A. Für Modelle mit Landehilfe (Störklappen und Butterfly): Diese benutzen, leicht Tiefe geben und die Aufwindzone verlassen.
B. Für leichte Thermiksegler ohne Landehilfe: Keine unkontrollierbaren Flugmanöver, Aufwindzone verlassen. Viele Leichtwindsegler vertragen es, wenn man sie ohne großartige Fahrtaufnahme auf den Rücken drückt und einen Rückensackflug durchführt, das muss man aber selbstverständlich zuvor ausprobieren und den Höhenruderausschlag entsprechend einstellen.
@Wolfgang:
Lösung A: Butterfly mit Tiefe.

MfG Axel

Bertram Radelow
13.08.2007, 23:12
der Slip ist wohl aus der Mode? Ggf. kombiniert mit Störklappen?

Slip: voll in die Seite (Kombiquatsch vorher ausschalten), halten, und dann mit dem QR "dagegentreten" bis er schräg hängend einigermassen nach vorne absteigt. Braucht aber ein fettes Seitenruder.

Bertram

(grösstmöglicher Slip in einer (echten) Cessna ist stark!)

sualk
13.08.2007, 23:34
@Bertram Radelow
Wie soll er Slipen, wenn er doch kaum die Fluglage noch erkennen kann.

@WOMA
Eine sehr gute Investition ist ein Vario. Damit kann man nicht nur Thermik lokalisieren, sich die Höhe ansagen lassen und die Akkuspannung ‚im Auge behalten’.

Mit einem Thermikmodell setzte sich die Krähe und drück so lange, bis mir das Vario einen langsamen Abstieg anzeigt.

femo
14.08.2007, 00:40
also ich würde mich mal an thommy wenden, der wird es am besten wissen.
aber ich gehe mal davon aus - schliesslich verkauft der thommy ja das teil - das er mächtig was aushält.

300 meter würde ich ihn jetzt nicht gerade runterjagen, aber 100-150 meter mit anschliessender langezogener fahrtkurve sollte gar kein proiblem sein. dann den flieger auf den rücken drehen, 2 runden drehen und nen abschwung ....... da sollte einiges an höhe futsch sein :p

grüsse
christoph

mann die probleme hätte ich auch gerne....lol

Bertram Radelow
14.08.2007, 00:51
hi Klaus,

nach dem Einsatz des Seitenruders beginnt der Vogel eigentlich zu kreisen. Dann steuert man (vorsichtig, nicht zu schnell) mit dem QR dagegen, bis er einigermassen geradeaus fliegt. Durch Nachlassen oder Verstärken am QR kann man wunderbar nach links oder rechts "kurven" - und das kann man von unten ganz gut sehen.
Ob man mit dem HR arbeiten muss hängt wohl von der Seitenfläche des Rumpfes ab (Besenstiele bremsen wohl schlechter), aber auch in 800m Höhe sieht man, ob das Ding langsamer wird oder schneller.

Gut, über 600m habe ich das noch nicht probiert, aber wenn der verdammte See dieses Jahr wieder so zufriert wie es sich gehört, dann werde ich es tun. Im Wohnzimmer war gerade "Hochzeit" - ein vermutlich 30 Jahre alter Kestrel-Rumpf von Gewalt wurde gerade mit einem DG-800-Styro-Karbon-Abachi-Flächenpaar eines nicht genannt werden wollenden Herstellers verbunden.

Der "limiting factor" der Sichtbarkeit ist die Flügeltiefe. Bei sehr dunkelblauem Himmel kann man grob sagen, dass das Auge an der absoluten Sichtgrenze 1 "graues" pixel für die (verschwommene) Vorderkante sieht, 1 "weisses" pixel für die Tragflächenmitte und 1 "graues" pixel für die "verschwommene" Tragflächenhinterkante sieht. Zwei 4m-Segler, der eine mit 22cm Wurzelrippe (ASW-17), der andere mit 38cm (Twin-Astir), unterscheiden sich in 800m Höhe wie Tag und Nacht.

An der Sichtgrenze würde ich keine Acro-Manöver wie "Abschwung (ca. 100m)" machen. Trudeln hilft, obwohl auch ich schon Steigen mit Trudeln erlebt habe (Vario), und Steigen auf dem Rücken sowieso.

Meine erste Wahl wäre (bzw. war - heute habe ich keine Elipsoid-artigen Flieger mehr) abhauen, also mit gesetzten Störklappen/Butterfly/hochgedrehten QRs nach Sicht "schnell" fliegen. Dabei braucht es etwas gesunden Menschenverstand - bei zarten Fliegern darf man natürlich nicht übertreiben, aber man hat ja das Pünktchen am Himmel schon länger beobachtet - da wird man es wohl schaffen, den HR-Knüppel langsam 3 mm nach vorne zu schieben und sich dabei zu sagen, so sieht das ganze noch gesund aus.

Mein zweite Wahl, aber eher bei Panik, und eher nachmittags, ist dann doch das Trudeln (nachmittags wegen schräg stehender Sonne - es blinkt dann besser). Trudeln bedeutet aber immer Abstieg bis in so niedrige Höhen, dass man das Modell optisch sicher abfangen kann. Und das bedeutet häufig: kein Wiederaufstieg, weil unter den Thermikbeginn bzw. unter die winterliche Höhenströmung gesunken. Deswegen liegt mein letztes Trudeln zum Höhevernichten schon länger her; ausser vielleicht an zwei oder drei Hyperdyperhammertagen an denen man auch im Messerflug kaum nach unten kommt.

Die in den oberen postings ausgesprochenen Tipps wie ich mache mal schnell einen Abschwung von kurz über der Sichtgrenze nach kurz unter der Sichtgrenze möchte ich gerne mal in natura sehen. Ein weniger geübter Pilot schafft das gerade noch, aber den gewaltigen Fahrtüberschuss sozusagen "blind" wegzudrücken - da muss man sein Modell schon kennen. Aber dann fragt man auch nicht mehr.

Ich bleibe dabei: Bei Hmax nichts Riskantes. Alle Bremsen ziehen und dann so schnell wie angebracht (senkrecht ist nicht nötig).

Bertram

edit:
@femo: auch noch wach? Kannst wegen gestern (bzw. vorgestern, also Sonntag) auch noch nicht gut schlafen? Das high-speed-Grinsen im Gesicht noch nicht weg? Wolfgangs Probleme wirst Du im Winter haben, glaube mir... Wieso hat mein Cappu nur 2,5m, kann den nicht mal jemand auf 5m verdoppeln? Kommt Zeit, kommt zugefrorener See, kommt Höhe, kommen zu kleine Segler - und dann? Siehe diesen thread. Die Kestrel ist hoffentlich bis Samstag fertig, Martino ist weg, ich brauche Dich als Werfer.

B.

woma
14.08.2007, 13:11
Erst einmal herzlichen Dank an alle, die mir mit ihren Ratschlägen und ihrer Erfahrung helfen möchten.
Zur Information für diejenigen, die den Ventus nicht so genau kennen.
Spannweite 3,00 m, Wurzeltiefe 14 cm, Flächentiefe in Flächenmitte
10 cm, Randbogen 3,5 cm .
Beim letzten Flug am Sonntag habe ich bei 280 m Butterfly gesetzt weil die Fluglagenerkennung gegen blauen Himmel kaum noch möglich war.
Ich habe mich dann unter eine Wolke geflüchtet wo der Kontrast etwas besser war. Leider aber auch die Thermik. Innerhalb kurzer Zeit sagte die freundliche Variodame eine Höhe von 330 m an. Ein Flüchten aus der Thermik wäre nur in Richtung blauer Himmel möglich gewesen.
Irgenwann habe ich durch steiles Kreisen Meter für Meter abbauen können.
Welche Belastungen dabei auftreten kann ich nicht abschätzen.

Vielleicht sollten Herren in meinem Alter ( 60+ ) sich doch nicht mehr mit so
schlanken gutaussehenden Modellen beschäftigen sondern sich mehr mit derber Hausmannskost begnügen:(

Offensichtlich sollte sich die Spannweite umgekehrt proportional zur Sehschärfe verhalten.

in diesem Sinne
Wolfgang

ejuergen
14.08.2007, 13:30
Hallo Wolfgang,
ich hab dieses Fliegerchen auch. Ich habe die Woelbklappen auf min.70° gestellt und die Querruder auch relativ hoch. Bei mir geht es damit runter wie im Fahrstuhl. In dieser Konfiguration kann man ihn auf den Kopf stellen. Er wird nur unwesentlich schneller.
Gruss
Juergen

hsteinhaus
14.08.2007, 13:45
Hallo,

ein allgemeins Patentrepzept gibts wohl nicht, das hängt komplett vom Modell ab.

Mit meinem XL3200 (leichter und etwas weicher Thermiksegler) steige ich in einer Art Steilspirale ab: voll Butterfly und etwa halben Querruderausschlag stehen lassen. Dabei kommt eine Art Faßrolle mit der Nase senkrecht nach unten raus. Die Fluggeschwindigkeit bleibt trotz senkrechtem Abstieg sehr niedrig (max. 40 km/h). An der negativen Druchbiegung der Flächen erkennt man sofort, wenns doch mal zu schnell wird. Mit mehr QR-Ausschlag und etwas Höhe bremst man, mit wengiger QR und etwas Tiefe, kann man beschleunigen. Sieht etwas seltsam aus, ist aber sehr sicher und wirksam. Abstiegsgeschwindigkeit ist fast gleich Fluggeschwindigkeit.



Mit einem Thermikmodell setzte sich die Krähe und drück so lange, bis mir das Vario einen langsamen Abstieg anzeigt.

Da würde der XL nach < 5 sec. die Flächen anlegen - und zwar nach unten!

Grüße,
Holger

zettl57
14.08.2007, 14:56
Hallo,

@Holger: Naja, der Ventus ist schon eher ein härterer Zeitgenosse.
Siehe großen Ventus Fred ca. Mitte.

@Jürgen: Ich habs auch so, aber die dünnen Ruderstreifchen wirken halt
nur in überschaubarem Rahmen. Wenns dann so richtig nach oben zieht...

@Wolfgang: Steiles Kreisen hält er aus. Das hab ich (notgedrungen) auf dem
Trattberg auch machen müssen. Und noch so n paar andere Übungen.
Bin zwar erst 50, sehe aber leider auch nicht mehr so doll und dann kommen
halt ein paar Einlagen bei raus, die nicht gerade scale sind. Aber er ist halt
soo schön. :)

Das mit dem Alter und der Modellgröße ist bei uns ein oft benutzter Spruch.

jowe
14.08.2007, 17:22
Hallo,
in der Größenordnung 3m - 3,40 m habe ich in meinem Arriba beste Erfahrungen mit gesetzten Landeklappen und hochgestellten Querrudern. Der Flieger nimmt begrenzt Fahrt auf und macht auch aus großer Höhe wie im Fahrstuhl Höhe kaputt. Besser bin ich noch nie aus starker Thermik abgestiegen. Die Kombination ist optimal und materialschonend.

Gruß
Josef

TorDie
14.08.2007, 17:45
Hi Wolgang,
Wow, mich haut´s um !! 330 m mit dem Ventus 2C ? Also ich habe den selber geflogen und muss sagen: bei 330m mit diesen Flächen brauchst Du niemals einen Augenarzt, wenn Du den Flieger da noch erkannt hast ? Ich glaube das irgendwie nicht, aber es wird wohl so sein.
Übrigens fliege ich diesen schönen Flieger nicht mehr, viel zu kritisch in manchen Bereichen- sorry Thommy- . Ich hatte ihn sogar mit einem KLTw von Elicker ausgerüstet (zweiter Rumpf)- wie gesagt: wunderschöner Flieger aber, usw......
Grüße
Dieter

Hango
14.08.2007, 21:16
Das mit dem Trudel geht im Allgemeinen. Ich habe bislang das bei jedem Segler oder Motersegler ohne Störklappen so gemacht, war immer gefahrlos. Mit Seite und Höhe eingeleitet und erstmal 3-4 "Umläufe" Ruder wieder auf neutral gestellt und immer sind die Flieger sauber wieder da wieder heraus gekommen.

Ich hatte heute auch so einen Hammerbart und bin mit den Greifs um die Wette gestiegen - bis zur Schmerzgrenze und Mut zur Lücke mit Trudel wieder heraus gekommen. Bis lang war der Motorspatz eigentlich nicht der große Thermiksegler, aber man muss auch mal Glück haben. Das Trudeln war noch nicht getestet, hat er aber sauber mit gemacht. Also, versuche es mal im Test mit 3 Trudlern, alle Ruder wieder auf neutral und schau was er macht. Und du hast eine Alternative mehr, um Höhe ab zu bauen.

femo
15.08.2007, 00:04
@femo: auch noch wach? Kannst wegen gestern (bzw. vorgestern, also Sonntag) auch noch nicht gut schlafen? Das high-speed-Grinsen im Gesicht noch nicht weg? Wolfgangs Probleme wirst Du im Winter haben, glaube mir... Wieso hat mein Cappu nur 2,5m, kann den nicht mal jemand auf 5m verdoppeln? Kommt Zeit, kommt zugefrorener See, kommt Höhe, kommen zu kleine Segler - und dann? Siehe diesen thread. Die Kestrel ist hoffentlich bis Samstag fertig, Martino ist weg, ich brauche Dich als Werfer.

B.

hahaha - aber nicht das der vogel auseinanderfällt wenn ich werfe....:D
sorry samstag wird nix...aber ich plane jetzt definitif den gonzen für sonntag....mit unterstützung von einem erfahrenen gonzen piloten.
na was hällst du davon ?

GRÜSSE

ejuergen
15.08.2007, 09:48
Hallo Dieter,
ich war auch erst skeptisch, aber das Teil geht mit KTW fuer die Groesse extrem gut! Man muss halt a bissle expermentieren... Schwerpkt... EWD und ein bissle mit Turbulatoren...
By the way ich hab mehrere KTWs in allen Groessen.
Gruss
Juergen