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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sicherheit durch Akkuweiche



FlyHein
11.04.2002, 13:00
Hallo Segelfluggemeinde

welche Erfahrungen habt Ihr mit Akkuweichen gemacht.
In meiner 5m LS4 werkeln zwei 5-Zeller, die ich zur Zeit einfach mittels zweier Dioden (Typen mit möglichst geringem Spannungsabfall) und einem Schalter an den Empfänger angeschlossen habe. Das funktioniert ganz gut, allerdings bekomme ich keinerlei Rückmeldung zum entnommenen Strom oder zur Akkuspannung.
Habt Ihr Erfahrungen mit Weichen, die entsprechende Infos - vielleicht per Display - zur Verfügung stellen. Im F3A- oder F3X-Bereich werden sehr professionel aussehende Weichen eingesetzt.
Für reichlich Rückmeldungen wäre ich dankbar. Unser Verein (http://www.vmc-grenzflieger.de)

migru
11.04.2002, 14:00
Hallo FlyHein!

Ich benutze die gleiche Stromversorgung wie Du in meiner ASW 24. Diese fliege ich jedoch grundsätzlich mit dem Telario. Und das teilt mir sofort mit, wenn sich die Spannung um 0,1 Volt verändert.
Da ich am Vorabend meine Akkus immer entlade und lade, weiß ich über den Zustand der Akkus gut bescheid. Dies alles zusammen gibt mir persönlich genügend Sicherheit, was den Zustand meiner Akkus betrifft. Meine doppelte Stromversorgung (zusammen 2.800 mA für 8 Servos + Telario) habe ich an einem Tag - trotz stundenlanger Flüge - noch nie leergekriegt.
Die professionellen Akkuweichen sind mir außerdem viel zu teuer!
Alternativ kannst Du auch - wenn das Flugzeug am Boden ist - ein normales Messgerät anschlissen. Dann mal kräftig die Steuerknüppel gerührt, damit einige Servos bewegt werden. Wenn die Spannung dann nicht stark absinkt, ist noch alles OK.

Noch was: Bei meiner doppelten Stromversorgung schließe ich jeden Akku separat am Empfänger an!

[ 11. April 2002, 14:02: Beitrag editiert von: migru ]

Waldo Pepper
11.04.2002, 14:23
Hi FlyHein,

je einfacher desto besser !

Ein Vereinskollege hat eine Akkuweiche entwickelt, die mit zwei Dioden funktioniert. Zum einschalten sind zwei Schalter vorhanden. Der einzige Luxus besteht in zwei 5V Festspannungsreglen für den Empfänger (wg den 6 Zellen Akkus) und in einer 4A SMD Sicherung pro Servo.
Das Ganze wird auf einer halben Europlatine mit Lötstreifen aufgebaut.

Udo Fiebig
11.04.2002, 15:17
Hallo Hein,
ich habe lange Zeit 2 x 5 Zellen über Akkuweiche in Großseglern verwendet. Aber nachdem mir dann mal (gottseidank Sekunden vor dem Windenstart) ein Höhenruder-Servo wegen Überspannung (6,7 V trotz ca. 2 m Zuleitung) abgeraucht ist, wurde nach und nach alles wieder auf 4-zellige Packs umgestellt.
Und jetzt habe ich gerade einen einfach genialen Akkuumschalter im Einsatz. Die Beschreibung dazu findest Du bei den bayerischen Freunden der FMSG Alling.
http://www.fmsg-alling.de/Strmvers.htm
Die Schaltung wird z.Z. lt. Auskunft des Tüftlers Günter weiter optimiert.

Gruss
Udo

Thomas Martin
11.04.2002, 16:01
Grüss Gott schön,
also Udo, Deine Schaltung ist wirklich gut. Sowas suche ich schon lange und werde mir mal das Ding nachbauen. Ich habe ein Modell(ASW 15) beim Erstflug durch 2 Ursachen verloren.
Damals ein defektes Ladegerät, dass 100% geladen angezeigt hat + ein Multiplex IPD Empfänger den ich vergessen habe auszuschalten. Da macht kein Servo einen Mucks. Der Flieger war ca. 8 Stunden eingeschalten. Akku nachgeladen, und das wars. Totalschaden! Mit dieser Schaltung wäre mir das nicht passiert.

[ 11. April 2002, 16:07: Beitrag editiert von: Thomas Martin ]

Armageddon
11.04.2002, 16:35
Hallo,

die Schaltung mit dem Notakku ist prinzipiell eine gute Idee, allerdings rate ich unbedingt von der Verwendung billiger Umschaltrelais ab. Ich hatte vor ein paar Jahren so was ähnliches als Bausatz eines großen Elektronikversandhandels. Bei Betrieb in einem Kunstflugsegler hat sich das Teil doch tatsächlich durch Beschleunigungskräfte selbst umgeschaltet und dann den Reserveakku leergesaugt. Also entweder ein Relais verwenden, welches Vibrationen und stärkeren Beschleunigungen trotz oder gleich ne Umschaltung über einen Transistor realisieren.

Ich fliege inzwischen übrigens wieder mit Diodenweichen, meißt mit Doppeldioden im TO220-Gehäuse (z.b. MBR-2545) mit 4- und 5-Zellern (natürlich nicht vermischt). Hatte bisher nicht ein Ausfall mit diesem System und kostet nur ein paar Mark.

Gruß Kai

Thomas Zwiebler
11.04.2002, 19:57
Hi Leute,

bin gerade dabei, eine "Safety Control" von Simprop in Betrieb zu nehmen. In der Werkstatt und bei den ersten Flügen macht sie einen recht guten Eindruck. Ich weiß allerdings, dass bei RCO mal jemand geklagt hat, dass sich das Dings nachts von alleine eingeschaltet hat und dass sich dann die Servos kaputtgezittert haben. Hat jemand ähnliche oder andere Erfahrungen mit dem Ding gemacht? Ich habe das Problem dadurch umgangen, dass ich die Akkus mit fest eingebauten MPX-Steckern anschließe und nach dem Fliegen immer abziehe.

Ansonsten denke ich, wenn schon einfach, dann ganz einfach. Ich lasse deshalb teilweise bei meinen Fliegern die Schalter ganz weg und setze MPX-Stecker ein, die mit doppeltem Kabel und doppeltem Stecker am Empfänger angeschlossen sind.

Gruß

Thomas

Andreas
12.04.2002, 10:25
Hallo,
ich mache es genauso wie migru und Armageddon. Keine Akkuweiche besonders keine mit Relais. Kostet mir zu viel und kann kaputt gehen. Zwei Akkus- zwei Schalter- zwei Dioden in zwei Empfängereingänge. Und nach dem Fliegen an ein gescheites Ladegerät was die Restkapazität anzeigt. Die Konfiguration setzte ich in mehreren Fliegern seit Jahre ohne Probleme ein.

Gruß
Andreas

nurflügel
12.04.2002, 12:46
Nur gute Erfahrungen mit Safety control von Simprop, die Akkustecker ziehe ich nach Betrieb aber immer ab. Entladen und Reflex-Laden vor dem nächsten Betrieb ist obligatorisch. Bei großen Modellen kontrolliert ein Picolario (nebenbei) evtl. Spannungseinbrüche im Flug. Das Auslesegerät von Simprop spare ich mir dadurch. (Wäre aber auch mal interessant). Auf mechanische Schalter (Akku-Empfänger) verzichte ich möglichst immer (das ist m. Ansicht nach eine der größten Fehlerquellen).

Übrigens: Es heißt zwar, jede zusätzlich Technik bringt zusätzliche Fehler, ich habe (s.o.) oft "etwas" Technik mehr drin, aber fahrt Ihr auch noch mit Autos ohne zweitem Bremskreis? Na also.

[ 12. April 2002, 12:50: Beitrag editiert von: nurflügel ]

Martin Hofmann
12.04.2002, 12:47
Hallo Heinrich, hy Mario

über Zellenzahl und den Einsatz von Akkuweichen gibt es wohl fast so viele Meinungen wie Modellflieger. Ich verwende vorzugsweise einen 4 zelligen Akkupack den ich über zwei getrennte Schalter mit dem Empfänger verbinde. Eine regelmäßige Kontrolle des Akkus ist hierbei jedoch Pflicht. Das ist in allen anderen Fällen aber nicht anders. Wenn ich meine Akkus nicht kontrolliere nur weil ich eine Akkuweiche einsetze, dann geht der Sicherheitsaspekt der Weiche schnell verloren.
Dennoch gibt es Modelle in denen ich eine Akkuweiche einsetze. In diesen Fällen verwende ich ein Produkt von Stephan Merz. Die Weiche hat einen soliden sauberen Aufbau und noch ein paar pfiffige Features. Vor allem funktionieren mehrere davon bei mir seit langem einwandfrei. www.SM-Modellbau.de (http://www.SM-Modellbau.de)

mfg

M.H

segelflieger
12.04.2002, 22:25
Zunächst mal finde ichs schön, dass wir wieder eine auf uns zugeschnittene Heimat haben. Viiielen Dank ans Organisationsteam!!!!
Nun zum Thema: Seit kurzem gibt es von U.I.-Modelltechnik eine neue, feine Akkuweiche AW II Plus. Das Teil funktioniert mit 4- und 5- zelligen Akkus (zwei gleiche!!) und hat tolle Features. Neben Spannung und Strom beider Akkus kann am Display der geflossene Maximalstrom während des Betriebes und die herausgeladene Kapazität (!!!) ausgelesen werden. Akku-Überwachung vom Feinsten. Ich habe mir das Teil in Sinsheim zugelegt, kommt in meiner 6-Meter-Cobra zum Einsatz.

Chris
12.04.2002, 22:43
Hallo Segelflieger,

die UI-Weiche hab ich mir auch angeschaut. Eigentlich ganz nett, mir waren aber die Kabel zu dünn.
Kontroverses Thema.
Ich hab mich dann für die Weiche von Deutsch-Modellbau entschieden. Kommt aus dem F3A-X-Bereich und ist absoluter Overkill für den Segel, zugegeben. Trotzdem: Dicke Kabel, V-Kabel drin (jeder der 6 Ausgänge 4-fach), gleichzeitiger Extern-Adapter mit 6V für die Servos und 5V für den Empfänger und die daran angeschlossenen Servos. Mal kukn wie das Teil tut. Wie gesagt, eigentlich Overkill. Aber für meine 800er nur vom feinsten :D

Ich sach Bescheid wie sich das Teil bewährt.

Chris

segelflieger
13.04.2002, 16:44
@Chris,

also ich weiss ja nicht, was bei Dir alles an Stromfressern dranhängt, aber die 20 Ampere, für die die AW II Plus ausgelegt ist, sollten bei einem Grosssegler doch ausreichen, oder??
Habe aber auch noch keine eigene Erfahrung mit der AW II Plus. Wir werden sehhen. :p

Chris
13.04.2002, 22:48
also ich weiss ja nicht, was bei Dir alles an Stromfressern dranhängt, aber die 20 Ampere, für die die AW II Plus ausgelegt ist, sollten bei einem Grosssegler doch ausreichen, oder??
Habe aber auch noch keine eigene Erfahrung mit der AW II Plus. Wir werden sehhen. :p [/QB]Da werden als Flächen- und Höhenruderservos Volz Alustar dranhängen. Und noch ein fettes Becker fürs Klapptriebwerk. Falls das mit der Stellkraft noch nicht reicht möchte ich Reserven für Alustar Digital haben. Aber wie schon gesagt ... Overkill.

Ich finds klasse, auf diese Weise bekommen wir Erfahrungswerte beider Weichen.

FlyHein
15.04.2002, 08:03
Hallo Weichennutzer

es freut mich, soviele Antworten bekommen zu haben. Wenn ich die Aussagen mal in Schubladen stecke, dann benötige ich derer zwei: in der ersten die Lösungen nach dem Motto - einfach und übersichtlich - und in die zweite Schublade - semi-industriell gefertigt mit vielen zusätzlichen ?sinnvollen? features -.
mhhhhh.....
Ich werde bei meiner einfachen übersichtlichen Lösung bleiben.

FlyHein
23.04.2002, 21:32
Hallo weiche Nutzer, nein - Weichennutzer - so,

Wie geschrieben habe ich mich für die schon vorhandene einfache Lösung entschieden:
2 5-Zeller,
Zwei Dioden
fertig.
Allerdings hat diese Konfiguration bei mir einen Nachteil:
Die geladenen Akkus stellen am Empfänger eine Spannung von 6,8 Volt zur Verfügung, selbst am entferntesten Servo (Höhenleitwerk / Hitec HS225) liegen noch 6,5 Volt an. Und genau dieses Servo macht zicken, es zittert kurzzeitig beim Einschalten des Empfängers um den Neutralpunkt. Dieses Zittern hört nach wenigen Sekunden auf, aber stellt sich bei Servobewegungen erneut ein. Liegt die Akkuspannung später am Empfänger um 6,5 Volt läuft das Servo einwandfrei.
Muss ich mir nun Sorgen machen, das mein Servo - wie von Udo beschrieben - abraucht?
Gibts eine Weiche, die die Spannung auf 5-6Volt konstant hält?

Für eure Antworten wäre ich Euch dankbar.

[ 23. April 2002, 21:36: Beitrag editiert von: FlyHein ]

segelflieger
29.07.2002, 20:46
Hi @ all,

habe inzwischen erste Praxiserfahrungen mit der AW-2 Plus von UI gemacht. Nur positiv! Siehe auch mein posting in der Rubrik Varios & Elektronik.

Grüsse