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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Servos 4.8V oder 6V



Daniel Gut
24.04.2002, 08:07
Hallo aus CH

Ich erwarte in die nächste paar Tage ein Nimbus 4 und bin am überlegen was für servos ich brauchen soll. Ich habe bis jetzts sehr viel mit Hitec Servos gefloggen und habe nur einmal ein HS85 BB die nicht immer genau zurück gestellt hat. Der Nimbus hat dünne Flächen ausen und ich kann dort nur 11mm Servos verwenden aber die sollen auch soviel Kraft wie möglich haben. Wie sieht es aus mit 5 Zellen (6 Volt)Was sind die Nachteile?

Gruss

Daniel

heinzi
24.04.2002, 09:37
hallo ch-dani

ja was sind die nachteile?
gute frage

auch im beitrag "sicherheit durch akkuweiche " fällt mir auf, dass es viele gibt die mit 5-zellen unterwegs sind.
gegen 5 zellen spricht eigentlich folgendes:(abgesehen vom zusätzlichem gewicht der 5ten zelle natürlich)

alles beginnt mit den technischen garantierten daten der hersteller. hier also die obere begrenzung der versorgungsspannung, welche meistens mit 6 volt angegeben wird.
aber achtung: 6 volt heist nicht 5 zellen. denn frischgeladene zellen weisen ja eine spannung von mehr als 1.2 volt auf. nämlich ca 1.45v, das ergibt dann etwas über 7 volt.

die höhere spannung der 5 zellen lässt vermutlich die servos etwas schneller laufen und stärker erscheinen. dadurch steigt aber die belastung des servos und der stromverbrauch dürfte eher ansteigen, und somit die mögliche flugzeit eher kürzer werden.
wie das mit dem stromverbrauch beim empfänger und auch servoelektronik ist weiss ich nicht genau. wird diese aber heruntergeregelt und stabilisiert, so steigt da die verlustleistung an, was eigentlich der sicherheit nicht unbedingt förderlich ist.
schlussendlich gelangen wir zur garantiefrage. natürlich musst du dem händler nicht sagen dass du 5 zellen angeschlossen hast. der hersteller wird (theoretisch gesehen) die garantie aber eher ablehnen.
und nicht zu vergessen, diese frage hab ich auch schon zu rco zeiten angesprochen, ist die versicherungsfrage. auch diese hätte (im falle eines falles) vermutlich das recht auf leistungsverweigerung. diese frage wurde aber damals nicht weiter diskutiert.

gegen den spannungsabfall auf langen servoleitungen empfehle ich desshalb grösseren leitungsquerschnitt zu verwenden (oder den + und den - leiter mit einer zweiten leitung paralell zu führen.

[ 24. April 2002, 09:41: Beitrag editiert von: heinzi ]

HeinerDE
24.04.2002, 09:38
hallo Daniel,
ich verwende die gleichen Servos und betreibe sie ausschließlich an 5 Zellen. Die einzigen Flieger, in denen ich noch 4-Zeller einsetze sind HLGs. Bei den langen Leitungen in die Flächen kann es nur von Vorteil sein mit etwas mehr Spannung zu arbeiten. Ich habe bisher keine Nachteile feststellen können.
Gruß
Heiner

Raphael
24.04.2002, 10:01
Hallo Daniel,

schön, hast Du Dir die 3.3 Meter Nimbus bestellt? Ein schönes Modell!

Also wenn durch die 150cm Kabel in den Flächen die 1.5 Volt, die über der Garantie liegen, verloren gehen, dann hast Du zu dünne Kabel :)

Es gibt doch auch andere Möglichkeiten, ich würde z.B. Volz WingMaxx verwenden, die sind 10mm dick aber haben knapp 4kg Power! Ausserdem denke ich, dass Du nicht mega Power benötigst, wenn die Anlenkungen optimal sind (nicht am Sendern den Weg reduzieren sondern mechanisch :)), es gibt z.B. von Futaba das FS-40 mit 9mm Dicke, mit Montageclipsen für die liegende Montage, 1.5kg Kraft bei 4.8 Volt. Auch das wäre eine Möglichkeit!
Ich denke oft werden völlig übertriebene Servos eingesetzt aus Angst, kleinere könnten nicht ausreichend sein. Es gibt Wettbewerbspiloten, die in ihren F5B-Maschinen C2081 einsetzen mit 1.6kg Kraft, und dies auf dem Höhenruder! Und dies sicher nicht weil sie ihr Modell verlieren möchten...

Gruss

Raphael

Daniel Gut
24.04.2002, 11:17
Hallo nochmals aus nassem Zürich

Herzlichen Dank für eure schnelle Antworte.

Wenn hier im Forum auch Händler sind, möchte ich auch gerne eure Meinungen zum Thema hören.

@ Heinzi. Wenn Strom durch lange Kabels verloren geht ist es denn nicht ein vorteil dass es mehr strom hat?
@ Heiner Welche Hitec Servos brauchst Du für gross Modelle?
@ Raphael Der Nimbus 4 (nicht 4D)hat 5.3 M Span und 4 Klappen pro Fläche (aussen 2 werden mechanisch gelenkt)[http://www.soaringissa.org/photos/photos14/2nimbus4.jpg]
http://www2.jonction.net/~icare/images/nimbus4_4.jpg
Ich glaube das es nur aussen wenig platz hat, aber den Wingmax wäre sicher eine gute Wahl.

Wie wars ins Tessin?

Gruss

Daniel

[ 24. April 2002, 11:33: Beitrag editiert von: Daniel Gut ]

Raphael
24.04.2002, 12:34
Hi Daniel,

ein sehr schöner Vogel, wow!

Im Tessin wars wirklich hervorragend. Steigen mit über 8 Meter pro Sekunde mit meinem Swift war an der Tagesordnung :)

Hat Dir Manuel schon gesagt dass wir über Auffahrt wieder runterfahren? Das ist so um den 10. 5. rum...
KOMMT DOCH MIT!!!

Ich würde für eine solche Kiste auf wirklich hochwertige Servos wie z.B. die Wingmaxx zurückgreifen.

Gruss

Raphael

heinzi
24.04.2002, 13:12
hallo dani

nein nein, strom geht keiner verloren. was an strom in die leitungen hineinfliesst kommt am anderen ende auch wieder raus. was aber verloren geht ist etwas von der spannung. denn die kabel sind im grundegenommen nichts anderes als ein widerstand. und von diesen wissen wir ja, dass wenn diese von einem gewissen strom durchflossen werden über dem widerstand eine, dem ohmschem gesetzt folgende spannung entsteht. (u=rxi)
also die zweifache spannung die nun über der leitung entsteht ist am servo nicht mehr vorhanden. daher verfallen viele der idee, den empfängerakku mit einer zelle mehr auszurüsten, um den spannungsabfall am kabel wieder wettzumachen.(zugegeben, meistens funktioniert's)
die sache ist nun aber die: der spannungsabfall ist proportional dem momentan fliessendem strom. also bei grossem strom (servomotor läuft, bewegt ein grosses ruder mit entsprechend grossem ruderdruck) ist auch der spannungsabfall gross. in diesem falle kompensiert eine 5te zelle dann schon den spannungsverlust. ist das servo aber in neutralstellung, fliesst nur noch ein ganz kleiner strom. dementsprechend ist auch der spannungsverlust klein, dass heist die spannung am servo ist annähernd gleich der spannung am empfängerakku. diese kann nun aber über dem spezifizierten wert liegen. ja und wie oben schon beschrieben kann auch eine zu grosse spannung die elektronik schädigen.

ja, ein stärkeres servo hilft da schon etwas weiter. denn diese sind auch noch "halbstark" bei geringerer nutzspannung (= spannung am servo) gegen den spannungsverlust des kabel hilft allerdings nur eines: noch mehr kabel (gemeint ist grösserer querschnitt)
in einen gemütlichen thermiksegler (ich kenne dein neues modell nicht) macht ein servo, welches für schnelle kunstflugmaschienen gedacht ist, allerdings wirklich keinen sinn.

[ 24. April 2002, 13:27: Beitrag editiert von: heinzi ]

Armageddon
24.04.2002, 16:30
Hi,

prinzipiell bin ich vom elektrotechnischen her gesehen einverstanden, was Heinzi hier schreibt. Allerdings nicht von der Garantie- und Versicherungsfrage. Diese ist in keinster Weise dahin geklärt, daß es im Falle von 5-Zellenbetrieb ein Garantie- oder versicherungsausschluß gibt. Mal abgesehen davon, daß es Servohersteller gibt, die ihre Servo´s ganz offiziel für 5-Zellenbetrieb empfehlen, schliesst eine Angabe des Betriebsspannungsbereichs bis 6V kein 5-Zellenbetrieb aus. Immerhin handelt es sich hier um eine Nennspannung. Eine NiCd-Zelle hat 1.2V Nennspannung und damit haben 5 Zellen genau 6V Nennspannung. Warum sonst würde Graupner im Programm 5-zellige Empfängerakku´s führen.
Anders verhält es sich bei den Graupner Empfängern. Hier wird ganz klar geschrieben, daß die Empfänger nicht für 5*NiCd-Zellen geeignet sind, lediglich 4 Trockenbatterien sind möglich. Ach übrigens: Meßt mal die Leerlaufspannung von einer vollen 1,5V-Trockenbatterie :)))

Zugegebenermaßen ist das geschilderte noch ne ziemliche Grauzone. Selbst Graupner Mitarbeiter haben damit teilweise ein echtes Problem und können keine definitive Antwort drauf geben. Ich hatte vor nem halben Jahr ne längere Unterhaltung mit zweien davon. Ich will hier nur darstellen, daß es nicht so ist, daß per Definition der Betrieb mit 5 Zellen zur Erlöschung von Garantie und Versicherung führt. Das ist definitiv falsch.

Ganz nebenbei bemerkt: Ich kenne einige Jetflieger und Großmodellpiloten die nur noch mit 5-Zellern fliegen, bisher ohne berichtete Probleme. Ich rüste meine größeren Modelle übrigens auch nur noch mit 5-Zellern aus (teilweise auch ohne Akkuweiche). Neben den berichteten Nachteilen gibts nämlich ne ganze Menge Vorteile: Höhere Stellgeschwindigkeit, mehr Drehmoment, Sicherheit im Falle eines Zellenkurzschlusses ..

Da kann sich jeder selbst seine Meinung drüber bilden, was besser ist und nicht.

Gruß Kai

Armin Bock
24.04.2002, 23:14
Hallo Kai,

wir hatten das Thema ja schon öfter, und da Du Dich wiederholst, gestatte mir, daß ich mich auch wiederhole:

Die Nennspannung von (Graupner-) Empfängern und Servos beträgt 4,8V.
(Bitte mal auf das Servo oder in den Katalog schauen)

Der Betriebsspannungsbereich ist von 4,8V - 6V angegeben.

Wenn Graupner 5-Zellige Akkus anbietet, ist das kein Garant, daß das auch mit ihren Servos/Empfängern funktioniert.
Warum die so etwas anbieten, steht auf einem anderen Blatt.

Die Versicherungsfrage beim Betrieb von 5-Zelligen Akkus ist bis heute (meines Wissens) ungeklärt.

Mit den technischen Hintergründen bin ich vertraut, aber kann bitte mal jemand was zur rechtlichen Sachlage beitragen.

's kann doch nicht so schwer sein
Armin

Armageddon
25.04.2002, 08:31
Hallo Armin,

ein neues Forum, eine neue Diskussion .....

Kann doch nicht so schwer sein :))

Gruß Kai

Armin Bock
25.04.2002, 15:49
Yep, hast Recht. Was wäre ein Modellsegelflugforum ohne 5-Zellen-Diskussion ... :D

FlyHein
26.04.2002, 06:49
Guten Morgen Gemeinde

ja, die 4,8V - 6 Volt Diskussion ist schon fast ein Glaubenskrieg. Auch ich will dazu meinen Beitrag leisten.

Seit ca. 8 Jahren fliege ich in meinen Seglern, da wo es der Platz zuläst mit 5 Zellen. Meine MPX-UNI9-Empfänger machen dies seitdem problemlos mit. Auch alle MPX-Servos zeigen keine Auffälligkeiten.
In meiner alten Aeronaut SHK hatte ich anfangs Graupnerservos eingebaut, diese knurrten unentwegt. Erst der Austausch gegen MPX-Micro3BB Servo machte diesem ein Ende. In meiner akuellen 5m LS4 hat sich aus Gewichtsgründen im Leitwerk ein HITEC HS225 MG eingefunden. Dieses zeigte jedesmal beim Anschalten der Empfangsanlage ein deutliches, mehrsekündiges Zittern um die Neutrallage, auch bei Steuerbewegungen tratt dieses Zittern auf. Es ließ erst nach einiger Flugzeit nach. An anderer Stelle hier im Forum habe ich schon geschrieben, daß am HITEC (nach durchgang durch den empfänger und einer ca. 2m langen Strippe) bei frisch geladenen Akkus ca. 6,5 Volt anlagen. Sobald sie Spannung unter 6,2 Volt gefallen war, tratt auch das Zittern nicht mehr auf. Nach einigen Gesprächen und Telefonaten steht nun ein Wechsel des Servos gegen ein MPX-ProfiBB an.
Das Durchblättern von MPX-Unterlagen hat zeigt, das die neueren Empfänger und Servos für einen Betreib an 4-6 Zellen ausgelegt sind, also klaglos mit meiner 5zelligen Stromversorgung klarkommen.
Ich kann hier nur meinen Vorschreibern zustimmen: Servospezifikationen die mit 6 Volt angegeben sind bedeuten nicht, daß die Servos den Saft aus frischgeladenen 5-Zellenakkus (6,8 bis über 7 Volt) klaglos und vor allen Dingen mittel- und langfristig mitmachen. Dies gilt, so denke ich, erst recht für Empfänger!

[ 26. April 2002, 06:51: Beitrag editiert von: FlyHein ]

Paul Poschen
26.04.2002, 12:21
Hallo Daniel,

will auch meinen Senf dazu tuen:
Die Überlegungen mit der erhöhten Spannung, die hier bereits erschöpfend erklärt worden ist, will ich nicht wiederholen. Allerdings solltest Du nach meiner Meinung noch etwas berücksichtigen. Ein Servo, dem mit erhöhter Spannung zu mehr Potenz verholfen wird, behält das gleiche Getriebe. Häufig sind aber eben diese Getriebe mit der bei 4,8V anstehenden Kraft bereits bis an die Obergrenze belastet. Kommt nun noch eine harte Landung dazu, gibts wahrscheinlich wesentlich häufiger "Zahnausfall", denn mit erhöhter Kraft steigt natürlich auch das Festhaltemoment. Lohnt es sich da nicht eher, ein besser geeignetes Servo (10mm) einzusetzen?

mfg
Paul

Daniel Gut
26.04.2002, 13:15
Nochmals Danke für die zahlreiche Antworte (und Wiederholungen)

Zusammenfassung:

. 5 Zellen werden von vielem Piloten gebraucht.
. Theoretisch und Praktisch hat es gute Gründe
warum 4 zellen vielleicht sicherer sind.
. In realität sind fast alle die mit 5 Zellen
unterwegs sind, sehr zufrieden.
. Hersteller Garantie bei 5 Zellen ist eine Graue
Zone.
. Nicht alle Empfänger sind für 5 zellen geeignet.

Mein Entscheid:

. Ein wenig überdimensionierte Servos gewählt
(Wingmaxx in diesem Fall)
. 2 x 4 Zellen verwenden mit Akkuweiche

Ich wünsch euch alle, ob mit 4 oder 5 zellen, ein schönes Wochenende.

Gruss
Daniel
(bitte mein Schreibfehler entschuldigen, ich bin Englisch und die Deutsche Sprache habe ich noch nicht so gut im Grief)

[ 26. April 2002, 13:57: Beitrag editiert von: Daniel Gut ]

FlyHein
26.04.2002, 14:03
Hallo Daniel

keine Hemmungen, immer drauf los fabuliert. Denn Übung macht den Meister!

Im Übrigen gibts eine Menge unter uns, die Ihre Muttersprache schlechter beherrschen als Du.

Hoffentlich ist bei Dir das Flugwetter besser als bei mir.

[ 26. April 2002, 14:05: Beitrag editiert von: FlyHein ]