PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Baubericht Condor IV



Walter L.
17.11.2007, 00:05
Hallo zusammen,

seit längerer Zeit beschäftige ich mich mit der Konstruktion eines Condor IV im Maßstab 1 : 3,5. Längere Zeit ist nun wirklich fast in biblischen Maßstäben zu bemessen, da ich immer wieder von der Konstruktion abgehalten wurde. Für mich als CAD-Hobbyisten war es dann immer schwierig, nach wochen- oder gar monatelanger Pause wieder in die Zeichnung einzutauchen. Die in 2D-CAD erfolgte Zeichnungserstellung zieht sich jetzt schon über mehr als 2 Jahre hin!

Mittlerweile bin ich soweit, dass die Konstruktion von Rumpf und Leitwerken steht und ich mit dem Bau begonnen habe. Darüber möchte ich, falls Interesse besteht, hier berichten.

Die Konstruktion der Flächen ist noch nicht komplett und läuft parallel zum Bau von Rumpf und Leitwerken ab. Ob das hier dann lückenlos abläuft, weiß ich heute noch nicht. Viel fehlt allerdings nicht mehr. Also sollte es über den Winter hinweg halbwegs klappen.

In der nächsten Zeit werde ich, euer Interesse vorausgesetzt, über den Baufortschritt berichten.

Gruß

Walter

Peter Frische
17.11.2007, 08:51
In der nächsten Zeit werde ich, euer Interesse vorausgesetzt, über den Baufortschritt berichten.

Dann leg mal los!:)

Gruß
Peter

WMa
17.11.2007, 08:53
Hallo Walter,

logisch, immer raus mit den Bildern - es ist doch beruhigend, dass andere auch etwas länger brauchen! Mir wird manchmal geradezu schummrig, wenn ich sehe mit welchem Affenzahn einige ihre Projekte durchziehen...vielleicht auch bloß der Neid!

Außerdem ist es gerade bei Eigenkonstruktionen immer sehr interessant, welche Lösungen da so umgesetzt werden!

So Walter, net im Computer gucken - geh´ bauen, aber zack-zack!
viel Spass
Matthias

-Bob-
17.11.2007, 09:24
Toll! Auch ich freue mich ueber ein Bericht!

Liebe Gruesse,

Bob

JensJ
17.11.2007, 09:26
Hallo Walter,
ich freue mich auf Deinen Bericht. Tolles Projekt.

Gruß Jens

Stephan Siemund
17.11.2007, 10:13
Schönes Projekt Walter, immer zu. Was waren die Grundlagen, Martin Simons oder hast du noch weitere Quellen :confused:
Gruß
Stephan

Ralf Paehl
17.11.2007, 11:42
Hallo Walter,

auf jeden Fall berichten. Warum ich mich da besonders drauf freue, siehst Du auf den angehängten Bildern. Ich fliege diesen Condor mit 5,5m Spannweite jetzt seit drei Jahren, seit der Erbauer aus unserem Verein leider verstorben ist.

herzlichen Gruß,

Ralf

Walter L.
17.11.2007, 13:25
Der Condor wird nach der 3 - Seitenansicht aus Martin Simons Buch gebaut. Es handelt sich also um einen "Schmetz" - Condor. Im Unterschied zu der bei Schleicher gebauten Version hat dieser einen hinter der Fläche eingeschnürten, schlankeren Rumpf.

Darüberhinaus habe ich einen Fotosatz von Aeromax. Das ist ein weiß-blau lackierter Condor IV mit britischer Zulassung (BGA 2292). Hiervon gibt es auch in Jürgen Gaßebner's Buch "Die schönsten Oldtimer-Segelflugzeuge" einige Bilder.

Im Internet habe ich noch ein Bild aus einem Museum in Wiener Neustadt gefunden (OE-901). Hat jemand davon noch mehr Bilder?

In Kürze werde ich die ersten Fotos vom Bau einstellen (wenn mir das gelingt).

Gruß

Walter

Walter L.
17.11.2007, 13:28
Hallo Ralf,

deinen Condor kenne ich. Wir haben uns mal in Achmer vor 2 Jahren darüber unterhalten.

Gruß

Walter

Christian Baron
17.11.2007, 15:17
Da gibt es einen Modellnachbau des weiß/blauen Condors von Peter Hüttig.
Ich habe ihn auf unserem Seglertreffen fotografiert und habe die Bilder auf meiner Homepage unter Veranstaltungen.

http://www.cb-roter-baron.de/seglertreffen06seite33.htm

Man kann diese Seite herunterscrollen und sieht unten die Rohbaubilder des Condors, die ich von Peter bekommen habe. Auf der Veranstaltungs-Seite sind weitere Bilder des fertigen Modells zu finden.

Ralf Paehl
17.11.2007, 15:49
und sieht unten die Rohbaubilder des Condors

Was für eine Fräsorgie. Sieht phantastisch aus! Macht mir große Freude zu sehen, wie der wirkliche Modellbau langsam wieder aus der Ecke kommt.

herzlichen Gruß,

Ralf

Sebastian St.
17.11.2007, 19:32
Hallo ,

toobo hat auch einen Condor IV gebaut , allerdings in 1:3 ,guggst Du hier (http://www.woodwings.de/Condor.html) ;)

Walter L.
17.11.2007, 19:32
So, die Spanten sind ausgefräst. Vor dem Schwerpunkt bestehen sie aus 4mm Pappelsperrholz, dahinter aus 3mm Pappelsperrholz. Die Spanten zur Aufnahme des Flächenstahls und des Fahrwerkhalters sind aus 4 bzw. 5mm Flugzeugsperrholz.

108737

Der Aufbau des Rumpfes erfolgt auf einer Helling ohne Plan (der dient nur zur Orientierung).
Diese Helling wird einfach mit einer Schnur auf dem Baubrett ausgerichtet und angetackert.

108743

108744

Die Spanten bekommen unten Füße angeklebt und können so einfach in die Helling gesteckt werden. Die Ausrichtung der Spanten stimmt so dann von alleine.

Die ersten vier Spanten der Rumpfnase sehen dann zum Beispiel so aus:

108745

Das war's erst mal. Sobald es weitere Fortschritte gibt, werde ich darüber berichten.

Ach so: Kommentare, Anregungen und natürlich auch Kritik machen so einen Thread erst interessant. Also ran an die Tasten...

Gruß

Walter

Gast_8624
17.11.2007, 23:10
Hallo Walter,
ja...das ist Modellbau im ursprünglichen Sinn des Wortes.
ARF und ARC haben damit aber auch garnichts zu tun.
Bitte auf jeden Fall weiter berichten.

Walter L.
18.11.2007, 12:04
Das Rumpfvorderteil nimmt langsam Form an. Die Spanten bis zum Flächenende und der Rumpfboden sind verklebt.

Bis heute Abend möchte ich die übrigen Spanten fertig haben.

108850

Gruß

Walter

JensJ
18.11.2007, 12:10
Hallo Walter,
das sieht ja toll aus! :) Weiter so, ich freue mich auf jeden weiteren Schritt.

Gruß Jens

Ralf Paehl
18.11.2007, 12:47
Hallo Walter,

kann mich nur anschließen. Sieht klasse aus. Wirst Du mit Balsa, oder mit Sperrholz beplanken?

herzlichen Gruß,

Ralf

Walter L.
18.11.2007, 16:29
Hallo Ralf,

der Rumpf wird mit 3mm Balsa beplankt und erhält dann einen GFK-Überzug. Ich habe mich nicht getraut, den Rumpf mit Sperrholz zu beplanken, da ich das am Rumpf noch nicht gemacht habe. Vor allem die sphärischen Bereiche am Vorderteil machen mir da Sorgen. Außerdem habe ich die Schäftorgie ein bischen gescheut...
Na mal sehen, ob das mit Balsa in "Streifentechnik" soviel besser wird. Ich werde darüber berichten.

Für die Flächen ist eine Beplankung mit 0,6mm Flugzeugsperrholz vorgesehen.

Gruß

Walter

Ralf Paehl
18.11.2007, 16:56
Hallo Walter,

das wird schon, der Erbauer meines Condors hat auch mit Balsastreifen beplankt, allerdings eher 5mm stark. Bei Deinen Spantabständen sollten 3mm aber auch ausreichen. Mit der Schäftorgie hast Du nicht ganz unrecht, ich durchlebe das ja gerade mit meiner Jaskolka (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=85046). Ich würde das Schäften allerdings jederzeit wieder machen, einmal wegen des Scale-Eindruckes, aber auch wegen des Schleifens, das dann nicht nötig ist. Vom Schwierigkeitsgrad her nehmen sich beide Methodes meines Erachtens nichts. Außerdem macht mir dieses feldweise Beplanken mehr Freude. Etwas würde ich allerdings anders machen: Ich habe bei der Jaskolka nur 4 Rumpfgurte, oben/unten, rechts/links. Nächstes Mal würde ich das auf 8 Gurte aufteilen wegen der dann höheren Beulsteifigkeit. Wenn der Flieger fertig ist, muss man bei nur 4 Gurten schon genau wissen, wo man anfassen darf.

herzlichen Gruß,

Ralf

Walter L.
18.11.2007, 19:35
Hallo zusammen,

für heute ist mein Tagwerk erledigt. Das grobe Rumpfgerüst steht (war nicht wirklich schwierig), die Gurte sind eingeklebt.

Der Haubenrahmen ist auch ein Frästeil.

108991

Auch der obere Rumpfgurt ist ein Frästeil. Er hat Aussparungen, die die Position der Spanten an der Oberseite festlegen.

108992

Als nächstes geht es dann am Rumpfende weiter:

- die HLW-Anschlussrippen müssen angebracht werden
- der HLW-Anlenkungshebel (Pendelleitwerk!) muss eingebaut werden
- der Seitenleitwerksholm wird eingeklebt

Danach kann dann die Beplankung beginnen. Ich fürchte, dann geht es etwas langsamer voran.

Gruß

Walter

toobo
19.11.2007, 12:11
Hallo Ralf,

Für die Flächen ist eine Beplankung mit 0,6mm Flugzeugsperrholz vorgesehen.

Gruß

Walter

Hallo Walter,

als bekennender Condor-Fan möchte ich Dich erstmal zu Deinem schönen Bauprojekt beglückwünschen! Das sieht echt toll aus!

Bei der Flügelbeplankung würde ich Dir aber zu 0,4mm Sperrholz raten. Wenn Du die D-Box mit den Halbrippen aufbaust, und um die Nase herumbeplankst, wird das sehr stabil und leicht.

Das Beplanken des Rumpfes mit Sperrholz (0,6mm) ist halb so wild. An den stark gekrümmten Stellen muß man halt kleinere Beplankungsstücke nehmen.
Der Vorteil zu Balsa: Du ersparst Dir die "Schleiforgie" und der Rumpf sieht vorbildgetreuer aus.

Ich freue mich auf den weiteren Bericht. Falls Du Tipps oder Anregungen brauchst, kannst Du mich gern Fragen, ich habe da einen reichhaltgen Erfahrungsschatz den ich gern teile.

Walter L.
19.11.2007, 18:01
Hallo Tom,

vielen Dank für die angebotene Hilfe! Gerne will ich bei Bedarf darauf zurückkommen.

Ich werde mir das mit der Beplankung der Tragflächen nochmal durch den Kopf gehen lassen. Meine Konstruktion sieht Haplbrippen im originalgetreuen Maßstab vor, sodass der Rippenabstand hier ausreichend klein sein sollte. Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Konstruktion der Tragflächen noch nicht abgeschlossen. Trotzdem war ich hier nicht untätig.

Das folgende Bild zeigt eine Halbrippe als Beispiel. Die vorderste Leiste ist aus Kiefer 3 x 3mm um beim verschleifen etwas Widerstand zu haben. Danach folgt dann ein Frästeil mit Ausschnitten für die Rippen (zur Positionierung). Die Leisten oberhalb und unterhalb davon sind aus Balsa. Man sieht also, dass die Konstruktion leicht abgeändert werden könnte um die Beplankung umlaufend als D-Box auszuführen.

109260

Spätestens beim Flächenbau werdet ihr dann sehen, für was ich mich entschieden habe.

Gruß Walter

Walter Häberling
19.11.2007, 22:10
Salü Walter,
Mit grösstem Interesse folge ich nun deinem Projekt. Nach meinem Habichtbau hat mich nun der Oldie-Virus ebenfalls gepackt. Wir haben ebenfalls ein Projekt in einer Teamarbeit im Kopf und es gehen uns wohl ähnliche Fragen wie dir durch den Kopf. Ich werde selbstverständlich auch in RCN berichten, wenns bei uns konkret losgeht.
Ich freue mich auf deinen weiteren Bericht. Davon können wir und alle Oldtimer-Fans nur profitieren.

Walter L.
19.11.2007, 22:21
Baulich bin ich heute leider nicht weiter gekommen.
Ich habe aber noch einen Nachtrag zum bisherigen Bau, den ich gegessen hatte:

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, habe ich die Spanten im Bereich des Haubenausschnittes oben offen gelassen. Das ist nicht zu empfehlen oder besser gesagt absoluter Mist!

109373

Die ganze Geschichte ist so fragil, dass man ohne Beschädigungen kaum damit umgehen kann. In der Zeichnung hab ich da schon geändert und oben einen Steg eingefügt. Da ist es sicher viel einfacher später die Stege herauszutrennen.

Gruß Walter

Hans-Jürgen Fischer
19.11.2007, 23:28
Hallo,

gefällt mir sehr, bin schon auf die weiteren Baufortschritte gespannt.

Condor, egal welche Version/Ausführung, einer der schönsten Oldtimersegler überhaupt.

Gruß
Hans-Jürgen

phantom
20.11.2007, 21:00
Interessantes Projekt!

Welches CAD Programm verwendest du?


Gruß
Manni

Walter L.
20.11.2007, 22:04
Hallo Manni,

die Zeichnung ist mit TurboCAD 10 Prof. erstellt. Bekommt man recht günstig, ist aber gewöhnungsbedürftig, wenn man wie ich Autocad 2000 gewöhnt ist.

Zur Zeit sehe ich mir den Autocad-Clon Bricscad an. Das wird wahrscheinlich das System für mich werden.

Gruß Walter

M.Schloter
20.11.2007, 22:05
Hallo Walter,

das ist absolute Spitzenklasse. Da werde ich mir einige Punkte für meinen Fafnir (1:3,5 ~5500mm Spw.) abschaun können. Die Pläne für den Fafnir sind zwar fertig (gibt's kostenlos zum Download) aber ich möchte den Profilstrak verändern und die Beplankungsdicke werde ich von 1(!)mm auf die oben empfohlenen 0,4mm verkleinern. Als CAD-Profi (ich verdien mein Brot damit) wird's mir relativ leicht fallen diese Änderung vorzunehmen. Aber jetzt muß ich erst mal bei Dir abgucken wie Du so vorgehst und welche "Fehler" Du noch so entdeckst und die ich dann vermeiden kann. Es bleiben sicher noch genügend Fehler für mich übrig ;)

Ich freu mich mit Dir über dieses Projekt.

cu
Markus

Walter L.
20.11.2007, 23:12
Hallo Markus,

den Fafnir - Plan kenne ich natürlich auch. Ich bin sicher, du meinst den Plan von Vincent Cockett, der z. B. bei Profili zum download steht. Dazu gibt es übrigens hier einen eigenen, aktuellen Thread. Der Kollege steckt allerdings mit dem Projekt noch ganz am Anfang. Aber ich bin sicher, das werden wir alle (d.h. die "Holzwürmer") hier genauestens beobachten.

Doch nun zu diesem Modell:

Aerodynamisch funktioniert das sicher so, wie vorgesehen bestens. Daran würde ich nichts ändern. Vielleicht hat das Profil ein bißchen hohes Moment (ich habe es nicht so genau im Kopf, aber es ist wohl ein HQ 3,5/15), aber für ein vorbildgetreues langsames Flugbild istdas schon o.k.

Die Konstruktion ist hinsichtlich der Beplankungsstärken mehr als üppig ausgelegt. Das ist meiner Meinung nach nicht nur im Hinblick auf das Gewicht problematisch. Auch die Verarbeitbarkeit von 1 oder sogar 1,5 mm Flugzeugsperrholz an gewölbten Flächen ist sicher schwierig. Hier würde ich mich Tom (s.o.) anschließen und für den Rumpf 0,6mm Material vorsehen. Ob man für die Flächen auf 0,4mm geht ist sicherlich Geschmackssache. Notwendig ist das bestimmt, wenn man wie Tom (balsafluegel.de oder woodwings.de) um die Nasenleiste herum beplankt. Ich selber habe auch mit 0,6mm Sperrholz gute Erfahrungen gemacht (aktuell eine K6 mit 4,29m, vor 25 Jahren eine K8 oder wie hier, s.o. für den Condor vorgesehen).

Vielleicht bringst du diese Diskussion noch mal im Fafnir - Bauprojekt (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=85200) in Schwung.

Gruß Walter

Walter L.
21.11.2007, 17:37
Es geht ein klein wenig weiter:

Die Holme für das Seitenleitwerk und das Seitenruder bestehen aus 3mm Balsa, welches beidseitig mit 0,6mm Sperrholz beschichtet ist. Zusammengeklebt ergibt das ein leichtes und außerordentlich torsionssteifes Bauteil:

110302

Dieser Holm, Pendelruderhebel und die Anschlussrippen für das Höhenleitwerk komplettieren den Rumpf soweit, dass ich nun mit dem Beplanken anfangen kann.

110303

Die Beplankung wird sicher einige Zeit in Anspruch nehmen und ich werde nicht über jede Leiste einzeln berichten. Sobald ich meine, es lohnt sich berichte ich dann weiter

Gruß Walter

Walter L.
23.11.2007, 22:40
Hallo zusammen,

ich bin immer noch auf der Suche nach Fotos von Original-Condor IV. Ich habe zwar den Fotosatz von Aeromax, aber leider ist darauf nicht zu erkennen, ob die Bespannung durchscheinend ist. Gerne würde ich das Modell nach so einem Vorbild gestalten.

Weiterhin gibt es den Condor mit zwei verschiedenen Haubenformen: eingestrakt und mit "Butzenscheiben". Für die Anpassung der Haube ist es ja noch früh genug.

@Ralf Paehl: ist dein Condor nach einem existierenden Original lackiert? Und wenn ja, hast du davon Fotos?

Bitte meldet euch, wenn ihr Fotos von Condoren habt oder wisst, wo einer steht.

Gruß Walter

JensJ
23.11.2007, 23:11
Hallo Walter,
ich bin von deiner Arbeit ganz begeistert. Mit meinem Fafnir bin ich, wie du ganz richtig festgestellt hast, zwar noch ganz am Anfang, trotzdem habe ich eine vielleicht hilfreiche Bemerkung zum Thema Beplankung. Mein Vereinskollege Thorsten Traser (Modellbau-Traser.de) hat mit vorgeschlagen, die Beplankung in einer Stärke von 0,6 (oder 0,8mm?) zu erstellen. In dieser Stärke gibt es die Sperrholzplatten im Maß 1,5x1,5m gibt. Das erspart ziemlich viel Schäft-Arbeit. Was hältst du davon?

Gruß Jens

Thorsten K.
23.11.2007, 23:19
Hallo Walter,

in Wipperfürth gibt es einen Condor IV.

Zu finden auf der Homepage des Flugplatzes unter der Sportart Segelflug:

www.edkn.de

Wipperfürth dürfte auch nicht so weit weg sein, wenn Du in der Nähe von Wedohl wohnst....

Grüße
Thorsten

Christian Baron
24.11.2007, 10:56
Hier sind zwei Bilder des Condor IV. Du kannst schön durch die Bespannung schauen.


110879

110880

110881

Walter L.
24.11.2007, 11:02
Hallo Jens,

danke für den Tipp. Diese Sperrholzplatten kenne (und habe) ich. Für die Tragflächen habe sowieso vor die zu verwenden. Das Problem mit dem Schäften hatte ich mehr auf den Rumpf bezogen. Da ist es aufgrund der Form nicht möglich, große Flächen auf einmal zu beplanken.

Aber da ich mittlerweile mit der Balsabeplankung am Rumpf weiter gekommen bin und nun weiß, dass sich das auch nicht von alleine macht, wird das nächste Modell auf jeden Fall mit Sperrholz beplankt.

@ Thorsten:

danke für den Hinweis. Da werde ich mich mal erkundigen.

Gruß Walter

toobo
24.11.2007, 17:11
Hallo Jens,

Aber da ich mittlerweile mit der Balsabeplankung am Rumpf weiter gekommen bin und nun weiß, dass sich das auch nicht von alleine macht, ...

Gruß Walter

:D der war gut Walter! Ich habe auch schon beide Beplankungsmethoden angewendet und bin für mich zu dem Schluß gekommen, dass es mit Sperrholz besser und schneller geht. Außerdem bekommt man noch die originalgetreue Optik.

@ Jens 1,55x1,55 ist mittlerweile Standardplattenmaß für Flugzeugsperrholz, was aber nicht bedeutet das Du es am Stück um die Nase beplanken kannst. Um das Schäften kommt man nicht herum, das ist aber kein Hexenwerk.

Ich mach´s so: Mit Transparentpapier die Kontur des nächsten Beplankungstückes inkl. zweier Passermarkierungen (vorzugsweise genau auf der Nasenleiste) abnehmen und auf das Sperrholz übertragen. Sperrholz mit Schere oder Cutter zuschneiden. Mit einem Deltaschleifer auf einer Metallschiene alle Schäftungen schleifen. Beplankung trocken auf dem Rumpf resp. Flügel abrollen und Maße prüfen. Wenn´s passt, Rumpf- Flügelgerüst im Beplankungsbereich dick mit wasserfesten Leim (kein Express) bestreichen. Beplankungsstück abermals auf dem Rumpf abrollen und den Leimabdruck dünn verstreichen. Evtl. nachleimen wenn irgendwo eine Ecke fehlt. Den Leim ca 15-20Min. trocknen lassen bis er glasig ist. Beplangungsstück auf der Außenseite gut wässern und mit den Passermarken auf dem Flügel/Rumpf positionieren und mit dem Bügeleisen anheften (Nasenleiste). Nun kann das Stück nochmal vorsichtig auf das Bauteil gebogen werden um die Position zu prüfen. Von der Nasenleiste aus die Beplankung mit gleichmäßigem Druck aufbügeln (Leinen). Schäftungsstellen evtl. mit einem Löffel o.ä. andrücken.

Sicher erfordert das Ganze etwas Übung, ist aber wirklich halb so wild. Also: auf die Schäftung, fertig, los! ;)

Walter L.
24.11.2007, 18:20
Hallo Tom,

der Tipp mit dem Transparentpapier ist einfach genial! Das werde ich beim Beplanken der Flächen auf jeden Fall so machen.

Und wie schon erwähnt: Beim nächsten Modell wird auch der Rumpf mit Sperrholz beplankt. Wahrscheinlich wird das eine ASK 14 im Maßstab 1 : 2,7 (5,29m) mit Elektroantrieb werden. Da sieht man zwar die Sperrholzoptik nicht, aber vielleicht ist das ja ganz gut so...

Für Modelle, bei denen man das Sperrholz später sieht, gibt es auch schon Ideen. Aber bis das mal soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Gruß

Walter

JensJ
24.11.2007, 23:40
Hallo Tom,
vielen Dank für die netten Zeilen. :) Ich werde an dich denken, wenn es ans Schäften geht. Eine gute Vorbereitung erspart oft nachher viel Arbeit. ;)

Jens

Walter L.
25.11.2007, 14:52
Mittlerweile bin ich mit dem Beplanken des Rumpfes soweit, dass ich davon ein paar Bilder zeigen möchte.
Zu Anfang war der Rumpf noch fest mit der Helling verbunden und ich habe von oben angefangen zu beplankenDas ging bis etwa über die Hälfte des Rumpfumfangs ganz gut. Dann musste ich den Rumpf von der Helling lösen, damit ich ihn umdrehen konnte.

In diesem Stadium muss auch schon die Anlenkung des Pendelhöhenleitwerks fertig sein, da man später nicht mehr da dran kommt. Die Anlenkung erfolgt bei mir über ein CFK-Rohr 6 / 4 mm aus dem Drachenbedarf. Dieses Rohr ist auch über die beim Condor nicht unerhebliche Länge ziemlich biegesteif. Ich hoffe, das funktioniert so. Übertragen wird die Kraft dann über einen Umlenkhebel aus 2 mm GFK.

Das Bild zeigt die Anlenkung des HLW, von unten gesehen:

111338

Beim Rumpfhinterteil fehlen nicht mehr viele Leisten. In der Mitte ist noch eine größere Lücke offen.

111344

Auch am Rumpfvorderteil bin ich fast fertig:

111345

Ehrlich gesagt habe im Augenblick ziemlich die Nase voll vom Beplanken. Das ist eine ziemlich eintönige Geschichte und geht auch nur langsam voran.

Ich glaube, ich mache erstmal was anderes um die Motivation nicht zu gefährden.

Gruß

Walter

Walter L.
26.11.2007, 20:58
Ich werde nun erstmal mit dem Höhenleitwerk und dem Seitenruder weitermachen. Ein bißchen "Legosteine zusammenstecken" macht Spaß, weil man eher sieht, dass es weitergeht.

Hier die Einzelteile des Seitenruders:

112051

Der Holm ist wie beim Leitwerk aus einem Sandwich aus 0,6mm Flugzeugsperrholz und einem 3mm Balsakern konstruiert. Die Rippen sind aus Gewichtsgründen aus 3mm Balsa. Am Rumpfende kann man gar nicht genug Gewicht einsparen. Bei meiner K6E brauchte ich trotz Balsaleitwerken und zwei 4-zelligen Sub-C-Empfängerakkus (das sind immerhin 480g!!) in der Schnauze noch fast 700g Blei!

Die Einzelteile des Höhenleitwerks warten auch schon seit einiger Zeit auf die Montage:

112052

Hier sind die Rippen, die die Steckung aufnehmen (das sind die ersten drei) aus 1,5mm Flugzeugsperrholz. Die übrigen Rippen sind aus 2mm Balsa gefräst. Das holmartige Ding ist eigentlich nur ein Holmsteg; der eigentliche Holm ist aus 2 x 8 mm Kiefer und läuft zum Rand auf 2 x 4mm aus.

Ein bißchen Sorge bereiten mir noch die Flächen. Das ist konstruktiv doch noch eine gewisse Baustelle. "Eigentlich" ist ja fast alles fertig. Aber fast reicht für's fräsen ja nicht aus. Ein paar Details muss ich noch festlegen und daran - am festlegen - hapert es zur Zeit. Ich hoffe mal, dass es dadurch nicht zu allzu großen Verzögerungen kommen wird.

Ein Knackpunkt ist z.B. die Frage, ob ich die Beplankung so ausführe, wie ich es weiter oben dargestellt habe oder so, wie Tom es macht um die Nase herum führe.

Für meinen Ansatz spricht, dass man zunächst eine Seite auf dem Baubrett beplanken kann und eventuell so Verzüge vermeiden kann. Ansonsten muss man ja den vielleicht noch filigranen Flächenrohbau vom Baubrett nehmen und dann weiter arbeiten.

@Tom (und alle anderen, die damit Erfahrungen haben):

Wie groß ist das Verzugsrisiko dabei?

Gruß

Walter

Viktor
27.11.2007, 09:53
Hans Jacobs beschreibt in seinem Werkstattpraxis Buch den Stehenden Flügelaufbau. Der Clou dabei ist: die Nase steht frei und kann auf der Helling beplankt werden. Natürlich geht das besser wenn die D-Box kleiner ist und die Rippen gut mit den Baubrett verklebt:-)
Ich wollte den Flügel meiner Moa so aufbauen - das Projekt liegt aber erstmal auf Eis. Es dürfte auch wesentlich einfacher sein eine große Helling in dieser Art zu bauen

Quelle: Werkstattpraxis von Hans Jacobs

toobo
27.11.2007, 12:37
Ein Knackpunkt ist z.B. die Frage, ob ich die Beplankung so ausführe, wie ich es weiter oben dargestellt habe oder so, wie Tom es macht um die Nase herum führe.

Für meinen Ansatz spricht, dass man zunächst eine Seite auf dem Baubrett beplanken kann und eventuell so Verzüge vermeiden kann. Ansonsten muss man ja den vielleicht noch filigranen Flächenrohbau vom Baubrett nehmen und dann weiter arbeiten.

@Tom (und alle anderen, die damit Erfahrungen haben):

Wie groß ist das Verzugsrisiko dabei?

Gruß

Walter

Hallo Walter,

Bei meinem Reiher habe ich so beplankt wie Du es vor hast. Die Vorteile hast Du aufgezeigt. Der Nachteil: die Beplankung fällt wegen der fehlenden Spannung, die Du beim "Umdienasebeplanken" bekommst, etwas mehr ein.

Beim "Umdienasebeplanken" :D nehme ich den Flügel vom Baubrett und bügele die Beplankung zuerst auf die Unterseite. Danach wird der Flügel auf dem Baubrett genau ausgerichtet und dann erst die Oberseite gebügelt. Erst jetzt ist die D-Box geschlossen und torsionssteif. Die Verzugsgefahr ist m.M. relativ gering.

FoxLima
27.11.2007, 13:17
Grundsatz: Je dicker das Beplankungsmaterial, desto schwieriger wird´s.

Im (manntragenden) Segelflugzeugbau besteht die Torsionsbeplankung ja aus einzelnen, etwa 1 m langen Abschnitten, die untereinander 1:40 verschäftet sind. Die haben wir im Nasenleistenbereich ordentlich gewässert und dann zunächst mal (noch ohne Leim) über die Rippen gezogen und fixiert. Nach dem Trocknen der Beplankungsabschnitte hatten sie schon fast die notwendige Form angenommen und ließen sich dann relativ leicht mit Nagelleisten endgültig aufbringen.

Bei Modellflügeln mit Balsabeplankung bin ich manchmal -zumindest bei stark gewölbten Profilen- ebenso vorgegangen, bei geringeren Wölbungen bzw. Beplankungsdicken bis 2 mm ist das meist nicht erforderlich.

Ich habe selbst noch keinen Modellflügel mit 0.8 oder 1 mm Sperrholz beplankt, würde aber sicher die nasse Methode wählen.....

M.Schloter
27.11.2007, 18:41
Hallo Walter,

zur "nassen Methode" siehe Post 37 hierdrin (http://www.rc-network.de/forum/showthread.php?t=85200&page=3).

cu
Markus

Walter L.
28.11.2007, 21:22
Hallo zusammen,

zunächst mal möchte ich mich für die Tipps zum Thema beplanken bedanken!

@Viktor:

Die Idee, die Helling wie bei einem Original zu gestalten, hat sicherlich Vorteile. Wie soll das aber bei einem Knickflügel, wie dem Condor und der Minimoa aussehen? Das ist mir in der Umsetzung etwas zu kompliziert.

@Tom:

Zunächst die Unterseite aufzubringen ist eine gute Idee. Machst Du das dann Stück für Stück, d.h. erst einen Teilbereich der Unterseite beplanken, dann umdrehen, die Fläche "festschnallen" und die Oberseite ankleben und danach auf der Unterseite weitermachen?

Wie auch immer die Antworten lauten werden, ich habe mich für dieses Modell entschieden, es so zu machen, wie es weiter oben in der Skizze zu sehen ist. Ich werde also Ober- und Unterseite separat beplanken.Mit der Methode habe ich schon Erfahrungen und schließlich muss es ja auch weitergehen. Tom's Methode kommt aber auf jeden Fall für eins der nächsten Projekte in Betracht.

So, ich habe aber in der Zwischenzeit nicht nur über die Flächenbauweise nachgedacht, sondern auch wie angekündigt an den Leitwerken weitergemacht. Im Groben steht jetzt der Rohbau des Seitenruders:

112403

Das ist ein ganz schön großer Lappen geworden. Die Festigkeit ist mehr als ausreichend! Da kann man sicher noch etwas Gewicht einsparen.

Durch die Frästeile (hier: 0,6mm Sperrholz, beim nächsten Modell sicher nur noch 0,4mm) wird die Gestaltung der vorbildgetreuen Kontur deutlich erleichtert. Ich brauche die Rundungen zwischen Aufleimern und Randleisten nicht mehr mühsam aussägen/schleifen wie auch immer, sondern einfach nur die entsprechenden Teile aufkleben. Hier ein Beispiel dafür:

112404

Auch das Höhenleitwerk ist im Rohbau fertig. Hier wurde aus Gewichtsgründen viel Balsa verbaut. Die Verbindung zum Rumpf erfolgt über ein 9 x 1 mm Kohlerohr. Das hat sich schon bei meiner K6E bewährt.

112405

Da die Leitwerke jetzt schon ziemlich fortgeschritten sind, wird jetzt an der Rumpfbeplankung weiter gemacht. Parallel dazu geht es in den Trockenzeiten an den Computer, um die Flächenkonstruktion weiter zu treiben. Ein Großteil "steht" zwar schon, aber die Details fressen doch immer mehr Zeit, als man denkt.

Gruß

Walter

Ralf Paehl
28.11.2007, 22:06
Hallo Walter,

macht Freude, Dir zuzusehen, bist echt schnell. Noch zu Deiner Frage zu meinem Condor Farbschema. Da ich das Modell nicht selbst gebaut habe, bin ich da nicht besonders gut informiert. Im Netz habe ich nur ein weiteres Modell in der Farbgebung gefunden, keine Originalfotos.

herzlichen Gruß,

Ralf

holzflieger
30.11.2007, 16:21
Hallo,

bis vor einem Jahr hatte ein Freund zwei manntragende Condore. Photos sind wahrscheinlich einige vorhanden, aber nicht digital.

Interesse?

Walter L.
30.11.2007, 16:45
Hallo holzflieger,

klar habe ich Interesse. Waren das Condore von Schmetz oder von Schleicher? Ich baue die Version von Schmetz (hinter der Fläche eingeschnürter Rumpf).

Gruß

Walter

holzflieger
30.11.2007, 16:54
Hallo,

es waren ein Schmetz- und ein Schleicher-Lizenzbau. Der Schmetz war eigentlich ein Prototyp, von H. Dittmar persönlich in zwei Exemplaren gebaut. Er fliegt jetzt in den USA.
Der Schleicher-Lizenzbau wurde aus Südamerike "gerettet", ist jetzt aber in einem eher museumsreifen Zustand und wird vielleicht in Berlin ausgestellt (Schönefeld).
Ich könnte auch noch mit 1:1 Plänen dienen.

Da wir hier ein Fachforum sind, rücke ich mal meine Postadresse raus.

W. Heller
Goethestraße 28
22880 Wedel

Gruß, W.

Walter L.
01.12.2007, 17:36
Hallo zusammen,

es geht nun weiter: der Rumpf ist mittlerweile zu 99% fertig beplankt. Weiterhin habe ich den Halter des Hauptrads eingeklebt.

Davon möchte ich euch einige Bilder zeigen:

112831

Der Fahrwerkshalter besteht aus jeweils zwei zusammen geklebten 2 mm GFK-Platten (FR4-Platten). Das Rad ist ein 100mm FEMA-Rad.

112832

112833

112834

Die Rumpfbeplankung ist zwar jetzt aufgebracht, aber sie braucht noch einiges an Nacharbeit. Das Schleifen werde ich dann zwischendurch machen.

112835

Hier ein Blick ins Innere des Rumpfes mit noch offener Nase.

Die nächsten Schritte werden die Restarbeiten am Rumpf sein. Das an der Unterseite zu sehende offene Stück wird mit einem 3mm Birkensperrholzstück geschlossen. Darauf kommt dann noch eine Kufe. Weiter kommen noch die Flächenanschlussrippen und die Nase aus Sperrholz an den Rumpf.

Parallel dazu muss ich noch ein paar Kleinigkeiten an den Flächen konstruieren. Da fehlen beispielsweise noch die Bremsklappen, die ich wie schon bei meiner K6 komplett selber bauen werde. Auch fehlen noch einige Verkastungsstücke und die Wurzelrippen.

Spart bitte zwischendurch nicht an Anregungen, Fragen und Kritik!

Gruß

Walter

Ralf Paehl
01.12.2007, 20:05
Hallo Walter,

klasse, neue Fotos ;) Sieht gut aus. Muss das Rad so weit rausstehen? Mein Rad schaut nur gut zur Hälfte raus, davor ist eine kleine Kufe oder Kiel angedeutet.

Ralf

Walter L.
02.12.2007, 12:30
Hallo Ralf,

das mit dem Rad passt schon so. Der Condor hat eine recht dicke Kufe, die so etwa durch die Radachse läuft. Ich habe dazu mal ein leider nicht so brilliantes Bild eingefügt. Auch in der Dokumentation von Martin Simons kann man das so sehen.

113045

Zur Zeit macht mir die Haube ein wenig Sorgen:

113046

Durch die Profilanformung kann man das durch die Hinterschnitte sicher nicht einteilig ziehen.

Wie habt ihr so etwas gelöst? Ich würde mich da über Anregungen freuen.

Gruß Walter

Ralf Paehl
02.12.2007, 13:11
Ja Walter, hast doch recht mit Deiner Radposition. Ich mache Dir im Laufe des Tages mal ein Foto von der Haube meines Condor.
Dann sollten wir uns im nächsten Jahr mal zum Condor-Fliegen verabreden, Tom (Toobo) laden wir dann auch noch ein. Wir haben einen schönen Platz und vor allem sehr routinierte Schlepper.

herzlichen Gruß,

Ralf

Rhönlerche
02.12.2007, 13:55
Hallo Walter und die anderen,verfolge mit grosser Begeisterung deinen Baubericht,istwirklich toll das du dir den Condor ausgesucht hast,er ist und
bleibt ja doch unter den Oldie-Seglern einer mit der schönsten Optik.Ich besitze
einen Rohbau von einen Condor 2a nach einen Plan von Nietzer,dieser steht leider wegen zeitmangel in der Ecke,aber werde ihn wohl so Gott will in den
Nächsten Jahren fertig machen,dieser hat aber nur 3,40m Spannweite,den Condor IV nachzubauen scheuen doch viele Modellflieger wegen dem schwierigen
Hauben-Flächenübergang.Habe im Sommer in Langenfeld bei einen Flugtag den
in Deutschland einzigen flugfähigen Condor IV gesehen,dieser ist in Jahrelanger
Restauration im LSV-Wipperfürth dort wieder flugfähig gemacht worden,allerdings
ist dieser nur noch als einsitzer zugelassen worden,falls du Fotos von diesen
haben möchtest dann wende dich an diesen Verein,die werden dir sicherlich
welche zukommen lassen,mg.olli

toobo
02.12.2007, 15:57
Hallo Ralf,

Zur Zeit macht mir die Haube ein wenig Sorgen:

113046

Durch die Profilanformung kann man das durch die Hinterschnitte sicher nicht einteilig ziehen.

Wie habt ihr so etwas gelöst? Ich würde mich da über Anregungen freuen.

Gruß Walter

Hallo Walter,
geht ja richtig zügig voran bei Dir, sieht toll aus!

Zur Haube:

Die Haube auf Deinem Bild scheint komplett aus planem Haubenmaterial aufgebaut zu sein. Für meinen Condor habe ich nur den oberen Teil der Kuppel als gezogenes Teil gebaut, der Rest ist ebenfalls planes Mateial. Die Durchdringung Flügelnase-Haube ist mit vorher angefertigten Schablonen auch gut zu bewältigen. Allerdings sieht meine Haube etwas anders aus, da es der "Schleicher"-Condor IV ist.

@ Ralf: Condor-Meeting find ich gut :)


http://www.woodwings.de/Condor_Galerie/Condor_Erstflug_013.gif

Ralf Paehl
02.12.2007, 19:38
Hallo Walter,

hier die versprochenen Bilder. Ich habe hauptsächlich die Verschneidung von Profil und hinterem Haubenteil fotografiert, weil Dir dieses Bauteil Sorgen machte.

Ralf

Walter L.
04.12.2007, 20:09
Hallo zusammen,

zunächst mal vielen Dank an Ralf und Tom für ihre Bilder. Es wird unvermeidbar eine knifflige Anpassungsarbeit werden, die Haube zu erstellen. Aus einem Guss ist soetwas leider nicht möglich. Aber mit Hilfe der Bilder wird das schon werden.

Baulich bin ich nicht viel weiter gekommen. Lediglich die Rumpfnase aus Sperrholz ist in der Zwischenzeit entstanden.

114266

Die Nase wird scheibchenweise zusammengesetzt. Dabei hilft eine einfache Schablone.

114267

114268

Die Aussparungen dienen nicht etwa dazu, Gewicht zu sparen. Sie sind eher dazu da, mit Blei ausgegossen zu werden. Das ist erfahrungsgemäß bei solchen Oldtimern auch bei Leichtbauweise am Hinterteil erforderlich. Bei meiner K6E sind es trotz zweier Empfängerakkus in der Nase immer noch mehr als 600g!

Da ich in der Zwischenzeit mehr an der Fläche konstruiert habe, ist mir eine ernsthafte Frage gekommen: Die Querruder sind über 1800 mm lang! Auch beim Original sind sie an zwei Stellen angelenkt. Das will ich auch beim Modell so machen. Nicht in erster Linie wegen der zu erwartenden Ruderkräfte ( die schätze ich nicht ganz so kritisch ein), sondern hauptsächlich, um die Torsion der Ruder zu verringern. Welche Servos würdet ihr einsetzen? Ich bin da ein bischen unsicher. Gefühlsmäßig habe ich da an gute 15 oder 17 mm Servos gedacht, so etwa Hitec 225 o.ä.

Für Tipps, die auf Erfahrungen beruhen, bin ich sehr dankbar.

Grüße

Walter

Ralf Paehl
04.12.2007, 22:11
Hallo Walter,

sehr, sehr cool, die Rumpfnase. Quasi Prototyping für Arme ;) . Vor allem die Schablone ist eine gute Idee. Ich stehe noch vor dem gleichen Problem und überlege gerade den Nasenbereich, der bei meinem Flieger aber bis zum Haubenknick reicht, und beim Original auch aus einem GFK-Formteil bestand, aus Schaum zu fräsen und dann abzuformen. Ich weiß noch nicht, wie ichs mache, werde noch mal über Dein Verfahren nachdenken.
Mit der Haube mach Dich nicht zu bange, so schlimm ist das gar nicht. Mach doch erst den eigentlichen Haubenteil als Tiefziehteil, dann als Abwicklung den Profilteil. Dann den Profilteil auf die Haube einlassen, ist natürlich viel Fleißarbeit mit immerwieder Schleifen und kontrollieren. Ich könnte in meinem Programm so eine Durchdringung ermitteln und das fertige Teil dann abwickeln, wäre Dir das eine Hilfe?

herzlichen Gruß,

Ralf

Viktor
05.12.2007, 03:41
Ich habe zwei Bildchen bei mir gefunden:

114327
114328

Aufschlussreicher durfte das Ka2 Bild sein. Die ziehen zuerst die große Haube der Ausschnitt wird an die Nasenverglasung angepasst.

Bei der Kondor gibt´s an der Stelle noch ein Rahmen. Das dürfte die Sache etwas vereinfachen.

Gruß

Viktor

Walter L.
09.12.2007, 12:23
Es geht endlich ein wenig weiter mit dem Bau. Die Vorweihnachtstermine halten mich leider etwas vom Bauen ab.

Die Flächen werden, wie schon der Rumpf, auf einer Helling aufgebaut, die die richtige Position der Teile zueinander sicher stellen soll. Die Fläche wird auf der Oberseite liegend aufgebaut. Die Rippen bekommen Füßchen, die in die Aussparungen der Helling gesteckt werden. Auch der Flächenknick wird durch die Helling abgebildet. Es wird zunächst eine Seite aufgebaut und dann später auf derselben Helling die andere Seite. Ich habe eh keinen Platz um zwei Flächen parallel aufzubauen.

Die Helling hat im Wurzelbereich auf der Rückseite eingeklebte Keile, die den Knick berücksichtigen:

115104

Hier ist die Helling schon mal lose auf das Baubrett gelegt. Nach dem Ausrichten wird sie dann einfach fest getackert.

115105

Als nächstes werden nun die Holme geschnitzt (aus dem Vollen, sozusagen...).

Ich möchte nochmal auf die Frage der Querruderservos zurückkommen. Die Querruder sind verdammt groß: über 1800 mm lang! Im Augenblick tendiere ich dazu, sie an zwei Stellen mit 15 bzw. 17mm Servos anzulenken. Das ist beim Original auch so (an zwei Stellen natürlich, nicht mit zwei Servos...).

Wer hat damit Erfahrungen?

Gruß

Walter

toobo
09.12.2007, 15:40
Ich möchte nochmal auf die Frage der Querruderservos zurückkommen. Die Querruder sind verdammt groß: über 1800 mm lang! Im Augenblick tendiere ich dazu, sie an zwei Stellen mit 15 bzw. 17mm Servos anzulenken. Das ist beim Original auch so (an zwei Stellen natürlich, nicht mit zwei Servos...).

Wer hat damit Erfahrungen?

Gruß

Walter

Hallo Walter,
geht ja gut voran!

meine Querruder sind mit ja 2 Hitec 225MG angelenkt. Funktioniert bestens.

Walter L.
15.12.2007, 14:52
Es geht nur langsam weiter mit dem Bau.

Ich habe die Rumpfnase angeklebt. Damit sieht das Ganze schon eher nach Flugzeug aus. Die eine Seite ist noch "gerastert" (Prototyping für Arme, wie Ralf sagt):

116353

Die andere Seite bereits verschliffen:

116354

Man kann sich an den Schichten des Sperrholzes gut orientieren. Leider habe ich etwas hartes Material verwendet. Da ist das Schleifen ziemlich mühsam.

Jetzt müssen die Kabel für die Stromversorgung eingezogen werden, weil der Raum zwischen Rumpfboden und Kufe verschlossen wird:

116355

Morgen geht es dann hoffentlich mit den Flächen weiter.

Gruß

Walter
_______________________________________________________________________________________
Bildgröße auf 800 x 600 Pixel geändert

Ralf Paehl
15.12.2007, 23:39
Hallo Walter,

die Condor-Nase ist klasse geworden. Ich habe heute auch mit der Jaskolka-Nase begonnen und mich ein wenig von Dir inspirieren lassen, allerdings wesentlich primitiver, keine CNC-Frästeile. Vielleicht stelle ich morgen in meinen Thread mal neue Bilder ein.

herzlichen Gruß,

Ralf

Viktor
16.12.2007, 00:13
Das ist ja zu schade zum lackieren:-)

Walter L.
17.12.2007, 23:54
Langsam geht es weiter. Die Holme für die erste Flächenhälte sind fertig. Leider hat die Kamera ihren Geist aufgegeben. Nach dem ersten Bild waren alle weiteren völlig überbelichtet.

Also kann ich euch heute leider nur ein Bild von der Schäftung im Flächenknick zeigen:

116815

Alles weitere muss ich heute also mühsam beschreiben (ein Bild sagt mehr als 1000 Worte). Mittlerweile sind die Rippen für die erste Flächenhälfte fertig und der Holm an die Rippenausschnitte angepasst. Solche Arbeiten sind natürlich auch bei CAD-Konstruktionen nötig und machen aber auch Spaß! Wenn man sich mit dem Hobel so langsam an die benötigte Kontur herantastet, merkt man doch erst, was eigentlich Modellbau bedeutet. Die gefrästen Teile, wie Rippen und Helling sind zwar eine deutliche Erleichterung, aber bauen muss man dann doch noch selber.

Ich hoffe morgen wieder Bilder zeigen zu können.

Bevor es mit dem Bau weiter geht, habe ich aber noch eine Frage an euch: für die Verkastung des Holms habe ich bis heute 1,5mm Birkensperrholz vorgesehen. Jetzt kommt mir das aber - besonders für die Flächenaußenteile - ein bißchen übertrieben vor. Was würdet ihr nehmen? Reicht 1,0 mm oder soll ich innen lieber auf 1,5mm gehen. Rein gefühlsmäßig meine ich, dass 1 mm reicht.

Mir fällt jetzt auf, dass ich noch gar nichts über die Profilierung und Aerodramatik des Modells geschrieben habe. Das ist mir für heute aber zu spät. Außerdem hat ja auch keiner danach gefragt. Dazu also später mehr.

Viele Grüße

Walter
_____________________________________________________________________________________
Bildgröße auf 800 x 600 Pixel geändert

Viktor
18.12.2007, 08:02
Ich habe eine SF-33 mit 5,5m und 14% Profil, da wird wahlweise mit 2mm Balsa oder 1mm Sperrholz verkastet. Die 5 Ersten Rippen bekommen aber 3mm Pappel.

Viktor

gast_10951
18.12.2007, 10:49
Hallo Walter,

sieht alles sehr gut aus und macht Lust darauf sowas auch mal zu machen.

Es gibt da im Retroplane den Bau- und Konstruktionsbericht eines 17-jährigen Jungen. Der Flieger ist zwar kleiner als Deiner werden wird und es ist alles auf französisch geschrieben aber dank der Bilder und google-übersetzer in jedem Fall mal lesenswert. Dort sind auch noch einige Originalbilder zu finden.

http://www.retroplane.net/forum/viewtopic.php?t=67

Ich das Flugzeug habe ich auf der Schweissel fliegen sehen. Eine Augenweide!

Viel Spass beim weiterbauen und halt uns weiter so fleißig auf dem laufenden.

Gruß

Lothar

Walter L.
19.12.2007, 20:13
@ Viktor:
Danke für deine Information. Das hilft mir bei der Entscheidung weiter. Mein Profil ist 12% dick und ich werde im Wurzelbereich 1,5 mm und im Außenflügel 1mm Sperrholz verwenden (die Verkastung ist schon fertig gefräst, siehe unten).

@ Lothar:
Das Modell kannte ich schon (aus der letzten Aufwind), den Thread noch nicht. Das Modell ist Klasse, für einen 17jährigen nahezu unglaublich. Ich habe mit 18 oder 19 eine K8 konstruiert und gebaut, aber lange nicht in so einer Bauausführung! Hut ab vor dem Jungen. Ich hoffe, er bleibt am Ball. Dann werden wir sicher noch einiges von ihm sehen.

Nachdem ich mir eine Digitalkamera ausgeliehen habe, kann ich auch wieder mit Bildern dienen. Auf den nächsten beiden Bildern habe ich die fertigen Holme mal probeweise auf die Rippen gesteckt.

Der obere Holm ist von 20 x 8 mm (bis zum Knick) auf 5 x 2mm am Flächenende verjüngt. Der untere Holm läuft von 20 x 5 mm auf 5 x 2 mm außen. Wie schon gesagt ist das einige Arbeit, aber das lohnt sich weil man außen viel Gewicht spart.

117106

117107

Die Verkastung zwischen den Rippen ist riegelweise wie eine Schokolade aufgebaut, sodass man die einzelnen Stücke abbrechen, kurz überschleifen und einfügen kann.

117108

Einige Rippen sind schon aufgeklebt. Die Verkastung ist aber nur zur Positionierung eingesteckt. Sie wird erst später eingeklebt, wenn die Halbrippen eingeklebt werden. Das ist notwendig, um die Position in der Höhe mit Hilfe der Halbrippen zu finden.

117109

Jetzt geht´s erst mal wieder in den Keller.

Gruß

Walter

Viktor
19.12.2007, 20:27
Schaut fein aus. Ich mag die Idee wie die Verkastungsbretchen gebaut werden - geht sehr einfachschnell in CAD und ist wenig Fehleranfällig.

Was hast du für ein Baubrett? Ich muss mir eines in 2,7m beschaffen und habe bedenken dass es nicht gerade wird. bei der Länge biegt es sich unter Eigengewicht durch. Ich habe Wabenpltten gefunden, die sind aber recht teuer. Gibt´s eine bessere Idee?

Gruß

Viktor

Gast_4749
19.12.2007, 20:41
und habe bedenken dass es nicht gerade wird. bei der Länge biegt es sich unter Eigengewicht durch.

da gibts nen Trick !

man klebt kanz einfach unten die Klötze rauf - ich habe eine Platte 32iger 2,8 meter 60cm breit und 10 cm unten die Klötze ......... Made bei Bauhaus

Walter L.
19.12.2007, 22:22
Mein Baubrett ist eine Küchenplatte aus massiver Buche (300 x 60 cm). Diese Platte ist fest auf einer selbst gemachten Holzkonstruktion befestigt, die gleichzeitig als Regal dient. Die Platte wird einmal ausgerichtet und dann ist Ruhe. Da kann man natürlich keine Nadeln einstechen, sodass je nach Bauweise entweder eine dünne Spanplatte aufgelegt wird (die sich anpasst) oder wie beim Condor eine Helling aus 4mm Pappelsperrholz aufgetackert wird. In die Hellingplatte werden, wie oben dargestellt, die Rippen bzw. Spanten eingesteckt und weitere Bauteile mit Stecknadeln befestigt.

Alternativ könnte man auch dünne Korkplatten aus dem Baumarkt auflegen.

Gruß

Walter

Walter L.
20.12.2007, 17:19
Ich hab´da noch eine Frage an die Aerodynamiker unter euch:

Im Außenbereich der Fläche, so etwa 700 mm vor dem Ende, habe ich eine Schränkung von 3° vorgesehen. Ist das zuviel? Wieviel würdet ihr schränken?

Das Profil ist durchgängig ein SD 7037 auf 12% aufgedickt.

Gruß

Walter

Walter L.
27.12.2007, 18:17
Weihnachten ist vorbei und es geht weiter. Mittlerweile sind die Rippen verklebt und die Verkastung wird eingepasst. Die Mühe der CAD-Konstruktion lohnt sich zumindest bei so einer Arbeit. Das geht wirklich gut von der Hand.

Hier ein Bild von der Verkastung im Außenbereich der Fläche:

118833

Im Knick ist der Rippenabstand geringer als im übrigen Teil, sodass hier keine Halbrippen vorgesehen sind.

118834

Mit Hilfe der Halbrippen wird die Verkastung eingepasst. In der Verkastung sind Nuten, um die Rippen zu halten:

118835

Die Halbrippen sind übrigens aus 3mm Balsa gefräst. Das mache ich nie wieder! Die Gewichtsersparnis ist bei diesen Aussparungen minimal. Dafür habe ich die Dinger 3-mal fräsen müssen, weil ich die Brettchen nicht an 57 Stellen fixiert hatte. Dann reißt schonmal das Holz entlang der Fasern auf und man kann das ganze Brettchen vergessen. 3mm Pappelsperrholz ist da viel einfacher zu verarbeiten. Außerdem sind die Gewichtsschwankungen bei Balsa extrem! Von knapp 30 bis über 90g bei einem 3mm Brettchen hatte ich alles dabei.

Ich hoffe jetzt wieder in kürzeren Abständen berichten zu können.

Gruß

Walter

Walter L.
30.12.2007, 14:14
In kleinen Schritten geht es weiter. Bis auf den Ausschnitt im Bereich der Bremsklappen sind nun alle Rippen verklebt.

119442

An der Innenfläche fehlen nur die beiden Teile der Wurzelrippe. Hier ist noch ein bischen Anpassarbeit nötig.

119443

Ansonsten sind alle Rippen verklebt. Das Ziel scheint schon in Sicht zu sein... :D

119444

Einen kleinen Dämpfer habe ich aber auch noch bekommen. Die Endleiste passt nicht! Gott sei Dank kann ich die Helling verschieben, da sie nur angetackert ist.

119445

Da hier offensichtlich kein aerodynamisch berufener mitliest, habe ich die Schränkung "eigenmächtig" auf 2° über etwa den letzen halben Meter verringert.

Viele Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Walter

holzflieger
02.01.2008, 11:50
Hallo,

bei einigen Oldtimern wurde die Schränkung so gewählt, dass die Endrippe neutral gegenüber der Anströmung steht. Da der Einstellwinkel an der Wurzelrippe meistens so um 2° - 3° beträgt, liegst du mit deiner Wahl nicht ganz verkehrt.

Ein erfolgreiches neues Jahr wünscht
holzflieger

M.Schloter
02.01.2008, 12:03
Hallo Walter,

jetzt klär uns doch über Dein Ziel auf.

1. Die Türe. Da will der Flieger raus und in sein Element übergeben werden.
2. Die Flasche Krombacher. Die will sich der Erbauer "in den Hals schütten":)

Beide Ziele sind aus meiner Sicht erstrebenswert, wobei ich es mir zur Regel gemacht habe, das Bier oder den Wein erst zu trinken, wenn ich mein Tageswerk getan habe (keine Regel ohne Ausnahmen;) )

cu
Markus

Walter L.
02.01.2008, 20:53
Hallo Markus,

du hast mich gut durchschaut. Natürlich hast du mit beiden Vermutungen recht. Es gibt Nahziele, in diesem Fall das Bier und entferntere Ziele, also den Erstflug des Condors.

Trotz Bier bin ich ein kleines Stückchen weiter gekommen. Da die Helling nur angetackert ist, konnte ich das Ganze soweit verrücken, dass die Endleiste nun passt. Neben der Endleiste kann man den noch nicht verklebten Hilfsholm sehen:

120236

Dann habe ich noch die Rippen im Bereich der Bremsklappen und den Schacht der Klappen verklebt:

120237

Der Querruderholm besteht, wie schon beim Seitenleitwerk, aus einem 3mm Balsakern, der beidseitig mit 0,6mm Flugzeugsperrholz verstärkt ist. In diesem Holm sind bereits Aussparungen für die Rippen vorhanden, damit die Positionierung erleichert wird.

120238

Ich bin mal gespannt, wie sich diese Konstruktion letztendlich machen wird.

Gruß

Walter

Walter L.
05.01.2008, 18:47
Mittlerweile ist der Hilfsholm eingeklebt. Er verläuft etwas unterhalb der Bespannung, wie man an der Wurzelrippe gut sehen kann:

120816

Da der Bereich um den Knick herum beplankt wird, muss der Hilfsholm dort aufgefüttert werden (mit Balsa):

120818

Auch die Wurzelrippen sind jetzt eingepasst, sodass dem Beplanken nichts mehr im Wege steht:

120817

Heute Abend werde ich dann mit dem Beplanken beginnen und morgen darüber berichten.

Gruß

Walter

Ralf Paehl
05.01.2008, 21:47
Super Walter, kann immer wieder nur über Dein Tempo (bei der sauberen Bauweise) staunen. Gut dass ich meine Flügel in Auftrag gegeben habe ;)

Ralf

Walter L.
06.01.2008, 20:38
Hallo Ralf,

danke für das Kompliment. Ich baue allerdings Flächen viel lieber als Rümpfe.

Jetzt will ich aber auch noch über die heutigen Fortschritte berichten. Aufgrund des guten Wetters habe ich nicht soviel Zeit im Keller verbracht wie geplant. Aber bei dem Sonnenschein musste ich heute einfach auch Zeit draußen verbringen.

Zunächst habe ich die Servobrettchen eingeklebt. Innen ist massig Platz. Hier wird ein HS 225MG eingebaut.

121303

Außen ist das schon ein wenig enger. In den vorgesehenen Bereich passt z.B. ein "arbeitsloses" DS 361.

121304

Die Beplankung will ich erstmals nach dem von Michael Ohlwein beschriebenen Verfahren aufbringen. Der Weißleim wird zunächst auf beide Seiten aufgebracht und trocknet, bis er nicht mehr klebt und glasig aussieht. Dann wird er die Beplankung einfach aufgebügelt.

121305

Für´s erste Mal bin ich ganz zufrieden.

121306

Die restlichen Stücke der Nasenbeplankung der Unterseite sind dann auch relativ zügig aufgebracht. Auf die Aufleimer des Querruderholms ist, dank CNC-Vorfertigung schnell aufgeklebt (allerdings nicht gebügelt, sonder klassisch).

121307

So, das war´s für heute.

Gruß

Walter

Ralf Paehl
06.01.2008, 22:43
Hallo Walter,

schön in Sperrholz, wie sich das gehört. 0,6mm? Geht eigentlich auch schneller, weil nach dem Bügeln kein Verschleifen mehr ansteht. Ich habe allerdings noch nicht richtig begriffen, wie Du das an der Nase machst. Läuft Deine Beplankung da einfach stumpf auf die Nasenleiste? Dann hättest Du dort nur eine sehr dünne Verklebelinie, in der unter Torsionslast recht hohe Schubspannungen auftreten.

Gruß, Ralf

Walter L.
08.01.2008, 20:18
Hallo Ralf,

ja, das ist 0,6mm Sperrholz. Die Beplankung läuft nicht stumpf auf die Nasenleiste, sondern wird auf eine 3mm starke "Hilfsnasenleiste" geklebt.

Hier (noch)mal ein Ausschnitt aus dem CAD:

121721

und "in echt":

121722

Wegen Dienstreisen komme ich diese Woche nicht so recht voran. Ich habe lediglich weitere Teile der Flächenunterseite beplankt:

121723

Die Beplankung des Querruderholms hat gleich schon die Anformungen für die Aufleimer. Auch dies ist ein Frästeil, was zwar erst viel Konstruktionsaufwand ist, später aber den Bau erleichtert:

121724

Am Hauptholm sind das einzelne Stückchen, da die Nasenbeplankung natürlich nicht gefräst ist:

121733

Gruß

Walter

Walter L.
15.01.2008, 21:17
Hallo zusammen,

in der letzten Woche ist nicht allzuviel passiert. Während der Woche war ich beruflich unterwegs und am Wochenende habe ich das Wetter mal wieder zum fliegen genutzt. Dennoch gibt es kleine Fortschritte:

Ich habe die Flächen von der Helling genommen. Es ist schon ein schönes Gefühl, das Werk endlich mal in Händen halten zu können!

123326

123327

Nachdem die Fläche von der Helling genommen wurde, habe ich die Nasenbeplankung auf die Oberseite geklebt.

123328

Die Fläche ist bocksteif! In Zukunft werde ich für die Flächenbeplankung auf jeden Fall 0,4mm Sperrholz anstatt 0,6mm nehmen. Das reicht, insbesondere bei einem kleinen Rippenabstand, wie er bei der Verwendung von Halbrippen entsteht. Zudem läßt sich das 0,4mm Sperrholz sicher leichter verarbeiten.

Jetzt werden die Baufortschritte etwas langsamer kommen, da ich zum einen die zweite Fläche aufbaue und das nicht nochmal wiederholen werde und zum anderen die fehlenden Bauschritte relativ schwierig sind und bei mir erfahrungsgemäß dann auch langsamer voran gehen:

- die Bremsklappen müssen gebaut (und teilweise gezeichnet werden)
- die Querruder müssen noch gebaut werden.

Etwas unsicher bin ich noch in der Ausführung der Beplankung hinter dem Holm. Ich habe Bilder gesehen, bei denen da nicht soviel beplankt ist, wie bei der Simons-3-Seitenansicht. Soll ich mich an die 3-Seitenansicht halten oder an die Bilder? Die Bilder sind allerdings nicht von dem Condor, den ich nachbauen will. Auf den mir zur Verfügung stehenden Bildern kann man nicht erkennen, wo die Beplankung verläuft. Wie würdet ihr das machen?

Gruß Walter

Hans-Jürgen Fischer
15.01.2008, 21:58
Soll ich mich an die 3-Seitenansicht halten oder an die Bilder?

im Zweifelsfall immer an die Bilder......:D

Gruß
Hans-Jürgen

M.Schloter
15.01.2008, 22:17
Hallo Walter,

das sieht fantastisch aus - herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Arbeit.

Solange Dir keine anderen (mindestens genauso verlässlichen) Ansichten Deines Musters vorliegen, würde ich die Beplankung exakt wie von Simons gezeigt ausführen.

Zur Position der Klappen:
Ich habe eine 3-Seitenansicht des Schleicher Condor IV hier (die kannst Du für kleines Geld oder gar kostenlos bei Schleicher anfordern). Danach sitzen die Klappen direkt am Holm und etwas näher am Rumpf. Sie beginnen bei 2/3 Weg zwischen Knick und erster Vollrippe hinter dem Knick. Die Klappen enden an der 4. Vollrippe hinter dem Knick. In Flugrichtung hinter den Klappen ist noch ein Streifen beplankt, dann ist bis zum QR offen. Die Beschreibung ist wohl eher schwierig zu verstehen? :cry:

Wenn ich die Öffnung der Beplankung noch als Evolutionsschritt bei der Übernahme der Fertigung durch Schleicher ansehen kann, so kann ich das bei der Position der Klappen, insbesondere in Flugrichtung gesehen, nicht. Die Position in der Simons-Ansicht ist doch sehr weit hinten und somit recht nah am QR was mir ungewöhnlich bis unglaubwürdig erscheint.

cu
Markus

Hans-Jürgen Fischer
15.01.2008, 22:30
mein leider sehr schlechter Originalplan der Fläche:

123344

Zeichnungausschnitt aus einer 1:25 Zeichnung vom leider viel zu früh verstorbenen Detlev Draheim

123345

Was mich seit Jahren/Jahrzehnten interessiert, weshalb werden all die Unterlagen nicht vor dem Bau besorgt....?
Noch keiner konnte oder wollte mir diese Frage beantworten.

Bitte nicht böse auffassen.

Gruß
Hans-Jürgen

Hans-Jürgen Fischer
15.01.2008, 22:38
Klappen Position:

123349

(c) by Schmetz / Archiv H.-J.FISCHER


Danach sitzen die Klappen direkt am Holm und etwas näher am Rumpf.

Richtig, die untere Klappe beginnt am Holm

Walter L.
15.01.2008, 23:21
Also Jungs,

das wird ja immer verworrener, je mehr Infos rüberkommen.

1. Bremsklappen:
Die Position in Spannweitenrichtung ist wohl nicht strittig. Sie beginnen kurz hinter dem Knick und enden etwa an der 4. Rippe nach dem Knick. In Tiefenrichtung liegen sie bei mir und auch beim Tom (toobo) hinter dem Hauptholm. Das macht ja auch konstruktiv nur so Sinn!. Die bei Hans-Jürgen dargestellten DFS-Drehklappen habe ich an Fotos von Originalen noch nicht gesehen. Die Condore, die ich kenne, haben alle Schempp-Hirth-Klappen.
Mein Condor kriegt auf jeden Fall SH-Klappen, anders geht es jetzt auch nicht mehr.

2. Beplankung:
In der Simons-Zeichnung ist der Bereich um den Knick verhältnismäßig großzügig beplankt, sowohl in Spannweiten- als auch in Tiefenrichtung. Das ist eigentlich der einzige Punkt, der bei dieser Zeichnung nicht zu den Fotos passt. Christian Baron hat in diesem Thread weiter oben ein Bild gepostet, auf dem die Beplankung im Flug zu erkennen ist.

Diese Beplankung um den Knick ist eigentlich auch der einzige Punkt, der mir wirklich unklar ist. Ich denke, ich werde es so machen, wie bei M. Simons dargestellt.

@Hans-Jürgen:
Vor dem Bau und auch vor der Konstruktion lag mir die 3-Seitenansicht aus Martin Simons Buch sowie der Fotosatz von Aeromax vor. Da ich nicht vor habe mit dem Modell an Scale Wettbewerben teilzunehmen, dachte ich, dass das wohl reichen würde. Also habe ich, wie schon oben erläutert, vor ca. zweieinhalb Jahren mit der Konstruktion begonnen. Die Unstimmigkeiten in der Dokumentation fallen einem dabei erst im Laufe der Zeit auf. Zuerst zeichnet man die Umrisse, dann die Querschnitte (Spanten) und erst später fällt einem auf, dass z.B. so etwas wie die Beplankung nicht stimmt. Deshalb kommen die Fragen erst jetzt.

Was hätte ich beispielsweise tun können, um dies zu vermeiden? Hätte ich deine Zeichnung verwendet, Wäre mir vielleicht erst viel später aufgefallen, dass das Original Schempp-Hirth Klappen und keine DFS-Klappen hat. Und dann?

Ich denke, ich werde es so machen, wie Markus vorgeschlagen hat. Es geht weiter nach der Simons-Zeichnung, solange meine Fotos nicht eindeutig etwas anderes aussagen.

Über das Thema Beschaffung von Unterlagen sollte man sicherlich eine eigene Diskussion eröffnen, dann aber im Scale - Bereich. Da mache ich dann auch gerne mit.

Gruß

Walter

Hans-Jürgen Fischer
16.01.2008, 01:05
Walter,

es ist ja richtig das du einen Schmetz Condor IV nachbauen möchtest, dieser hatte ab Werk die DFS - Bremsklappen, siehe die von mir geposteten Zeichnungen. Daran ist nichts verwirrend.

Die bei Schleicher hergstellten hatten die Schempp-Hirth Klappen.

Zitat von Jochen Ewald "Cassius" aus seinem Condor IV Flugbericht im Zusammenhang mit meiner Condor-Doku in MFI Ausgabe 07/1995:

"......Diese Maschine ist, wie die bei Schleicher gebauten Exemplare, mit Schempp-Hirth-Bremsklappen auf Flügelober- und Unterseite ausgestattet. Die wirken prima, allerdings wollen sie sich gerade bei höheren Geschwindigkeiten kräftig heraussaugen.

Der Slip ist ebenfalls sehr wirksam. Bei so wirksamen Landehilfen muss ich aufpassen, daß ich im Abfangbogen nicht zu langsam werde. Vor fünfzehn Jahren hatte ich auf dem Butzweiler Hof bei Köln Gelegenheit, den bei Schmetz hergestellten und jetzt in Wipperfürth beheimateten ,Condor IV D-5000 zu fliegen. Er hat noch die DFS-Bremsklappen mit schwächerer Wirkung und angenehmeren Betätigungskräften......"

Sollte es da mal zu irgendwelchen "Mischflugzeugen" gekommen sein, dann hilft nur der Kontakt zum Besitzer, oder den Oldtimer-Vereinigungen wie VGC.

Hier der Condor IV der Osnabrücker:

http://www.vgc-deutschland.de/content/flugzeuge/Condor_6043/Condor4_6043%20.htm

XXXXXXXXXXXXXXXXXXX
Gruß
Hans-Jürgen

PS: die Simons Zeichnung zeigt ja auch eine DFS-Bremsklappe...
___________________________________________________________________________________________
Bitte Forenregel 1.11 beachten

Hans-Jürgen Fischer
16.01.2008, 01:27
Ich habe eine 3-Seitenansicht des Schleicher Condor IV hier (die kannst Du für kleines Geld oder gar kostenlos bei Schleicher anfordern


http://www.alexander-schleicher.de/galerie/typen_galerie/condor_IV_3sa.jpg

Und wie ich schon an anderer Stelle mehr mals erwähnte, dort gibt es natürlich auch noch all die Bauteilzeichnungen, auch des Schleicher Condor IV, natürlich gegen Entgeld.

Gruß
Hans-Jürgen

Walter L.
16.01.2008, 18:39
Hallo zusammen,

da ist ja richtig Schwung in die Diskussion gekommen.

Ich habe einiges über das Original dazu gelernt. Da bei mir nun die Würfel schon gefallen sind, mache ich so weiter, wie Markus das vorschlägt: Gebaut wird nach der Simons-3 Seitenansicht und nur da abgewichen, wo Fotos das eindeutig zeigen. Das sind beispielsweise die Schempp-Hirth Klappen anstelle der DFS-Drehklappen oder die Beplankung am oberen Seitenruderrand.

Ich denke, dass ich damit hinreichend vorbildgetreu bin. An einem Scale-Wettbewerb will ich eh nicht teilnehmen.

Gruß

Walter

Thomas Große
17.01.2008, 09:29
Hallo Walter,

seit längerem verfolge auch ich diesen Beitrag mit Interesse.
Glückwunsch zu deiner Leistung.
Ich erfreue mich als Oldtimer Fan immer wieder an der Holzbauweise.
Falls du einen Kontakt zum Condor (OVfL) brauchst, lass es mich wissen.
Ich gebe dir dann die Telefonnummer meines Freundes und Eigner.
Die Idee, eine Unterlagensammlung zu eröffnen, fände ich super.

Gruß
Thomas

Springbaumhasser
17.01.2008, 09:55
meines Freundes und Eigner.

Ich dachte die Leibeigenschaft, Sklaverei sei abgeschaft:eek:

nixfürungut, war ein Scherz! Aber ich konnte nicht widerstehen.

Grüßle Frank

mefisto2002
17.01.2008, 15:02
Hallo Walter,

nachdem ich die Berichte betreffend des Condors verfolgt habe, denke ich, ich habe ein neues Projekt entdeckt, wenn unsere SG´s fertig sind.


Grüße, Klaus

Gast_8624
17.01.2008, 18:48
Hallo Walter,
ja da kommt richtig Lust auf Holzbau auf wenn ich deine Bilder sehe.


Die Idee, eine Unterlagensammlung zu eröffnen, fände ich super.

Da kann ich mich dem Thomas nur anschließen.
Hier geht es um den Condor IV, ich suche Condor I oder II bzw. IIa, also den Einsitzer mit schlankem Rumpf und Flächenstreben als V-Stiel. Hab noch nirgends eine 3-Seitenansicht davon auftreiben können.

Walter L.
17.01.2008, 19:23
Hallo Rolf,

ich freue mich immer, wenn andere animiert werden, selber was zu bauen.

Eine 3-Seitenansicht des Condor I und des Condor 3 (der lt. M. Simons bis auf die Bremsklappen dem Condor IIa entspricht) findest du in Martin Simons Buch "Segelflugzeuge 1920 - 1945. Diese Bücherreihe, insgesamt 3 Bände, kann ich jedem, der sich für die Entwicklung des Segelflugzeugbaus interessiert nur empfehlen. Erhältlich beim Eqip-Verlag, nicht ganz billig, aber meiner Meinung nach das Geld wert!

Gruß

Walter

Gast_8624
17.01.2008, 19:41
Hallo Walter,
du hast ja recht, hab gerade nachgeschaut (hab alle drei Bände vom Simons).
Der Condor IV ist beim Simons nicht drin, oder hab ich da auch was übersehen?, weil du ja Condor IV baust und am Anfang geschrieben hast nach Unterlagen vom Simons zu bauen?

Hans-Jürgen Fischer
17.01.2008, 20:06
Hallo,

bei Simons in "Segelflugzeuge 1920 bis 1945" finden sich Condor Zeichnungen, dann noch in der allerersten Ausgabe: "Vintage Sailplanes".

Condor IV dann in der neuen Reihe im Band 2 Seite 74.

Daneben noch der IIIer in einer MFI Doku.

Die (http://www.v-form.de/index.html) bieten ein schönes Condor III Modell an, soll nach neu aufgetauchten Originalunterlagen erstellt worden sein.

Bei Simons und MFI wurde mehr rekonstruiert........

123789

Zeichnung (c) by H.-J.FISCHER

Gruß
Hans-Jürgen

Gast_8624
17.01.2008, 21:28
Hallo Hans-Jürgen,
In meinem Martin Simons Buch "Segelflugzeuge 1920 - 1945 ist auf Seite 74 der Condor I und aut S.77 CondorIII/IIA, so wie es auch Walter schreibt. Condor IV gibt es bei mir nicht.


Condor IV dann in der neuen Reihe im Band 2 Seite 74

Sprechen wir hier vom gleichen Buch?

Hans-Jürgen Fischer
17.01.2008, 21:50
Rolf,

es gibt drei Bände + eine alte englische Ausgabe: Vintage Sailplanes 1908 - 1945.

Segelflugzeuge - Band 2 1945 - 1965, da ist der Condor IV

Band 1

https://ssl.topackt.com/modellsport.de/shop/product_info.php?info=p88_SEGELFLUGZEUGE-1920---1945.html

Band 2

https://ssl.topackt.com/modellsport.de/shop/product_info.php?info=p89_SEGELFLUGZEUGE-1945---1965.html

Auszug aus der Inhaltsangabe (englische Ausgabe):

123840


Band 3

https://ssl.topackt.com/modellsport.de/shop/product_info.php?info=p87_SEGELFLUGZEUGE-1965---2000.html

Gruß
Hans-Jürgen

Gast_8624
17.01.2008, 23:03
Hallo Hans-Jürgen,
danke, jetzt hab ich es, hab im falschen Band geguckt :eek:

Walter L.
20.01.2008, 19:20
Hallo zusammen,

ich habe jetzt schon einige Zeit nicht mehr über den Baufortschritt berichtet, was aber nicht heißt, dass nichts passiert ist. Es waren nur so viele kleine Dinge zu erledigen, die im Einzelnen nicht gezeigt werden müssen:

- Aufleimer auf die Rippen kleben
- Teile der Beplankung ergänzen
- an vielen Stellen wurde gehobelt, geschliffen, angepasst...

Darüberhinaus ist die zweite Flächenhälfte jetzt soweit, dass sie heute die Helling verlassen konnte. Das habe ich natürlich nicht noch einmal dokumentiert.

Zwischendurch habe ich einige Arbeiten an Rumpf und Leitwerk gemacht. Beispielsweise habe ich mittlerweile das Höhenleitwerk bespannt:

124606

An den Rumpf montiert sieht das dann so aus:

124607

Das Höhenleitwerk hat übrigens eine Spannweite von einem Meter!

124608

Die Hohlkehle des Seitenruders ist grob angepasst (noch nicht fertig!)

124609

Es sind halt sehr viele einzelne Arbeitsschritte, die nicht wirklich berichtenswert sind. Aber ich denke, ich bin an diesem regnerischen Wochenende ganz gut vorangekommen.

In der kommenden Woche will ich die Beplankung der zweiten Fläche soweit haben, dass ich dann das Modell zum ersten mal provisorisch zusammen stecken kann. Darauf freue ich mich schon jetzt!

Viele Grüße

Walter

Gast_8624
20.01.2008, 20:31
Hallo Walter,
das sieht gut aus, womit hast du das HL bespannt?

Ralf Paehl
20.01.2008, 22:14
Walter, wie immer bei Dir: Spitzenmäßig. Du hast eine Menge geschafft. Das mit den Dingen, die aufhalten, habe ich auch gerade: Haubenrahmen und Führungen zum Aufschieben der Haube. Dauert lange, aber man sieht nicht, daß man weiterkommt.

Ralf

Griffon
20.01.2008, 22:42
Hallo Walter
Ganz schöne Arbeit, respekt!!!

Mit was hast Du das Höhenleitwerk bespannt??

Schöne Grüsse und viel Spass mit dem super Modell

René

LUMO
21.01.2008, 10:02
Hallo zusammen,

Respekt Walter L. Du lieferst eine super Arbeit, es macht mir sehr viel Spass
die Baubeschreibung zu lesen. Was mir auch sehr gefällt Du bleibst bei soviel Lob immer auf dem Teppich, einfach toll.
Ich glaube Du verwendest Sig Koverall Bespannleinen, oder liege ich falsch mit meiner Vermutung ?

Grüsse Lumo

FoxLima
21.01.2008, 13:49
Ich hatte Anfang der 70-er Jahre mal Gelegenheit, auf dem Kölner Butzweilerhof einen Condor (D-5000) zu fliegen...sau-enges Cockpit (oder war ich damals schon zu dick?)

Auf dem Flugplatz Mönchsheide war auch einige Jahre lang ein Condor stationiert, gehörte einem Herrn (Dr. ? Prof.?) Hülsemann. Wenn der Vogel aufgerüstet werden musste, waren immer alle verschwunden und mit etwas Anderem beschäftigt.:D

Dein Modellnachbau ist ja fast zu schade zum Fliegen - perfekte modellbauerische Leistung, ich werde den Thread weiter verfolgen.:)

Hans-Jürgen Fischer
21.01.2008, 18:14
Ich hatte Anfang der 70-er Jahre mal Gelegenheit, auf dem Kölner Butzweilerhof einen Condor (D-5000) zu fliegen...sau-enges Cockpit (oder war ich damals schon zu dick?)

Auf dem Flugplatz Mönchsheide war auch einige Jahre lang ein Condor stationiert, gehörte einem Herrn (Dr. ? Prof.?) Hülsemann. Wenn der Vogel aufgerüstet werden musste, waren immer alle verschwunden und mit etwas Anderem beschäftigt

Condor IV/1: Heini Dittmar's erste selbst gebaute (wohl nur 2 Stück):
schlanke hintere Rumpfröhre, SH-Bremsklappen (zumindest der im
Folgenden geschilderte V2)
Davon fliegt noch der, den er damals für die WM für den Ägypter Hassan
Kamil gebaut hatte (zunächst sogar mit separat ausfahrbaren BK zur
SR-Unterstützung, schnell aufgegeben, da 'zu scharf'...), den hat mein Freund "Cassius" mal geflogen, als er noch dem Engländer Mike Birch gehörte. Da hatte er schon das eingebaute Rad, ursprünglich müßte er auch ein Abwurffahrwerk gehabt haben.

Nach dessen Tod (M.Birch) ging er an Jochen Kruse in Uetersen, der
ihn neu blau-weiß lackierte. Müßte in etwa dem Modell entsprechen...

Condor IV/2, Schmetz-Condor:
Schlanke Rumpfröhre, DFS-Bremsklappen. Davon fliegt noch die D-5000,
ehemals kurzzeitig auch Erprobungsträger für die 'elastic'
Querruder/Klappen der HKS-Typen.

Ehemaliger Eigentümer:Helmut Hülsemann auf dem Butzweiler Hof .

Maschine mit Abwerffahrwerk.

Condor IV/3, Schleicher Condor:
Dicke hintere Rumpfröhre (ähnlich Ka2) mit festem Rad (?ab Serienanfang?), SH-Bremsklappen. Hatten die Nörvenicher einen (mit fürchterlich modifizierter Haube...), der ist jetzt in den Münchener Raum verkauft.

Condor IV/4, argentinischer Condor:
Lizenzbau des Schleicher-Condors in Argentinien. Davon hat Jochen Kruse
auch einen importiert, in GB zugelassen und nahezu gleich wie seinen
Dittmar-Condor lackiert.

Ob der Osnabrücker Condor Schleicher oder Argentinien ist, weiß ich
nicht - sind ja praktisch baugleich...

Ich weiß nicht, ob Jochen seine Condore noch hat - zumindet einen soll
er verkauft haben, weiß aber nicht, wohin. Sein allererster
(Schleicher)-Condor, mit dem er auf dem VGC-Oldtimertreffen in
Aalen-Elchingen 1989 war (da bin ich Po-2 mitgeflogen, vergess ich nie......), wurde ihm ja kurz danach von 2 Vereinskameraden zerschmissen. Die Reste,
eigentlich Totalschaden hatte er gelagert, irgendjemand plante einen
Aufbau in Polen, ich weiß aber nicht, ob da was draus geworden ist.

Danke an Jochen Ewald "Cassius"

Gruß
Hans-Jürgen

Walter L.
21.01.2008, 18:57
Vielen Dank für die vielen Informationen und die Blumen. Es ist schön zu lesen, dass sich doch einige von dem Thema angesprochen fühlen. Es ist für mich auch ein Anreiz, zügig weiter zu bauen. Ohne diesen Anreiz bleibt bei mir ein Projekt schon mal länger liegen. Das wird mir hier nicht passieren.

Nun zur Bespannung: Lumo hat recht. Es handelt sich um Koverall von SIG. Es ist ein Polyestergewebe, welches mit Spannlack aufgebracht wird. Im Unterschied zu dem früher verwendeten Nylon oder Seide läßt es sich jedoch durch Wärme schrumpfen. Daher muss man es beim Aufbringen nicht besonders stark spannen, was die Verarbeitung erleichert. Es ist insgesamt natürlich aufwendiger als Gewebefolie, aber ich traue der Verbindung durch den Spannlack mehr Dauerhaftigkeit zu als dem Heißsiegelkleber der Gewebefolie.

So, jetzt geht es wieder in den Keller, die zweite Flächenhälfte wartet auf mich.

Viele Grüße

Walter

M.Schloter
21.01.2008, 19:40
Hallo Walter,

eine traumhafte Arbeit die Du hier zeigst. Kannst Du bitte ein paar Worte dazu schreiben, wie Du Koverall aufbringst? Ich kenne es noch aus meiner Jugend am "Kleinen Uhu" mit Japanpapier und Spannlack. Zuerst alles mehrfach mit Porenfüller behandeln und zwischenschleifen. Das Papier dann Wassernass mit Spannlack aufbringen, aber nur auf der Beplankung einstreichen. Offene Felder im ersten Schritt nicht mit Spannlack einstreichen. Fläche auf dem Baubrett mit Leistchen unterlegen und mit Nadeln feststecken. Am nächsten Tag dann alles mit Spannlack einstreichen und wieder auf dem Baubrett aufspannen. Den letzten Schritt insgesamt 3 x durchführen. Wer schlecht aufspannt "erntet" mit 100%iger Sicherheit eine krumme Fläche :cry:

Das war eine elende Arbeit bei der die Fliegen tot von den Wänden gefallen oder abgestürzt sind :D und das Papier war viel zu empfindlich um damit auf 'nem Stoppelfeld zu landen :p Daneben war es nur Wenigen vergönnt eine gerade Fläche zu erhalten. Zum Ausgleich konnte man damit aber eine krumm gebaute Fläche sehr gut richten. Die schlechten Auswirkungen auf die Belastbarkeit wurden von uns damals nicht erkannt oder ignoriert :eek:

cu
Markus

Hans-Jürgen Fischer
21.01.2008, 20:17
Markus,

na das liest sich jetzt aber nach Horror.....:eek:

Ich hab immer gerne mit Japanpapier, Tapetenkleister und Spannlack gearbeitet. Gab/gibt auch ganz tolle Ergebnisse......

Krumme und schlampige Flächen habe ich auch schon mit Folie aller Art gesehen. Mehr als genug real, fast täglich in den Foren........:D :p

Der Geruch........, nun ich rieche auch gern Kerosin, da steh ich drauf......:cool:

Gruß
Hans-Jürgen

M.Schloter
21.01.2008, 21:31
Hallo Hans-Jürgen,

für mich war es aufgrund des Geruchs und des empfindlichen Resultats eine unangenehme Arbeit - ich gehörte allerdings auch zu den "Auserwählten" deren Flächen nachher noch genauso gerade (oder krumm :D) wie vorher waren. Daneben bekam ich als Jugendlicher damals das Material vom Verein kostenlos gestellt, Folie hätte ich kaufen müssen - ergo war das Japanpapier die bevorzugte Bespannmethode.

Heute verarbeite ich Porenfüller, Spannlack & Co. nicht mehr in geschlossenen Räumen sondern geh lieber in meinen Carport (sobald es wieder warm genug ist). Zumindest Porenfüller wende ich dort noch des Öfteren mal an. Bei meinem Komar werde ich wohl mal wieder Spannlack verarbeiten - diesmal aber mit Koverall statt Japanpapier.

cu
Markus

Walter L.
21.01.2008, 23:22
Hallo Markus,

nun kurz zur Verarbeitung von Koverall (wie ich es mache):

- 2 Anstriche mit Porenfüller (bei Sperrholz reicht einer mit verdünntem Porenfüller) , kurz zwischengeschliffen
- 2 Anstriche mit Spannlack (nicht zu dick wegen der Pinselstriche)
- Auflegen von Koverall, Anheften / -kleben mit Verdünnung (ich nehme Aceton, sonst Spannlackverdünnung)*. Dabei kann man das Gewebe mit einem Tuch anreiben, um den Vorgang zu beschleunigen.
- 1 Anstrich mit stark verdünntem Spannlack zur Festigung der Verbindung (ich weiß nicht ob das nötig ist, aber ich finde es sicherer)
- spannen des Gewebes mit dem Bügeleisen, Einstellung wie bei Gewebefolie
- 2 Anstriche mit leicht verdünntem Spannlack, ggf. vorsichtig überschleifen

- lackierfertig (wenn die Gewebestruktur sichtbar bleiben soll)

* SIG sieht das Aufbringen mit Spannlack vor. Ich halte Verdünnung für besser geeignet, da man leichter korrigieren kann. Deshalb auch vorher 2 Spannlackanstriche, um genügend Klebeschicht zu haben.

Falls ich etwas vergessen habe oder mich unverständlich ausgedrückt habe, frag bitte nach!

Viele Grüße

Walter

Thomas Große
22.01.2008, 13:12
Hallo Hans-Jürgen,

der Osnabrücker Condor stammt aus Argentinien
und ist beim OVfL wieder flugfähig geworden.
Der Eigner ist Dr. Harald Kämper ,Vize vom VGC.
Liegt aber z.Z. aber noch in der Werkstatt, da ein Dreher beim Schlepp
vor 2 Jahren die Kufe, Randbogen und QR stark mitgenommen hat.
Soll aber in diesem Jahr wieder fliegen.

Gruß
Thomas

Hans-Jürgen Fischer
22.01.2008, 18:50
Hallo Hans-Jürgen,

der Osnabrücker Condor stammt aus Argentinien
und ist beim OVfL wieder flugfähig geworden.
Der Eigner ist Dr. Harald Kämper ,Vize vom VGC.
Liegt aber z.Z. aber noch in der Werkstatt, da ein Dreher beim Schlepp
vor 2 Jahren die Kufe, Randbogen und QR stark mitgenommen hat.
Soll aber in diesem Jahr wieder fliegen.

Gruß
Thomas

... übrigens:
das VGC- Treffen in Aalen war 1987 – nicht wie ich falsch schrieb 1989......

Weitere Condor Infos welche ich hier wiedergeben kann:

Jochen Kruse's Argentinien-Condor hatte Peter Underwood in GB BGA-zugelassen, Kennung: BGA 4905
Zu sehen auf:
http://ovfl.wmo.de/Events2002/VGC/Glider/glider_main.htm

Der Dittmar-Condor (V2) von Mike Birch, später Jochen Kruse ist (war? Verkauf USA?) als BGA 2292 in GB zugelassen und war früher in Deutschland als D-8538 zugelassen (Karlsruhe?), davor offensichtlich wohl in der Schweiz (HB-527) und kam über die RAF (RAFGSA Laarbruch) in englische Hände.

Den ex-Nörvenicher Schleicher-Condor D-5087 mit der "schlimmen" Haube haben jetzt die Oldtimerfreunde Donauwörth-Stillberghof
( http://www.ofds.de.vu/ )

Der Osnabrücker Condor D-6043 ist ein Argentinien-Bau
( http://www.vgc-deutschland.de/content/flugzeuge/Condor_6043/Condor4_6043%20.htm )

Der (jetzt Wipperfürther) Schmetz D-5000 findet sich auf der Seite:
( http://www.kesselsweier.de/extern/3segelflug/fetenflugzeuge04.html#a23 )

- "Leicht" in der dortigen Beschreibung ist allerdings "schwer daneben", er wog mit knapp unter 400kg fast soviel wie ein Twin-Astir I...).

Helmut Hülsemann flog damit Ende der 70er auch auf dem Butz mit der dortigen Oldtimergruppe "Holzwürmer", nach Schließung des Butz komplett auf der Mönchsheide. 1979 auf dem VGC-Treffen erzählte er, daß er einen weiteren Condor in sehr schlechtem Zustand als 'Ersatzteillager' habe (Leimversagen) – Version dem Verfasser unbekannt.

Im Deutschen Museum Oberschleißheim und im Wasserkuppen-Museum sind die Schleicher-Condore D-8802 und D-1092

Ich danke meinem alten MFI Doku-Mitstreiter für all die zusätzlichen Infos, Gruß nach Würselen, bzw. Moers.....:D :D

Gruß aus BOT

Walter L.
26.01.2008, 16:02
Hallo zusammen,

zunächst mal vielen Dank für die vielen Informationen über die Originale. Ich habe einiges dazu gelernt.

Der Bau ist soweit fortgeschritten, dass ich wieder ein paar Bilder zeigen kann. Der Rohbau sieht zwar schon ziemlich fertig aus, aber es fehlen einige wichtige und zeitraubende Dinge. So muss ich z.B. die Querruder noch komplett bauen, die Bremsklappen fehlen noch (die sind noch nicht mal fertig konstruiert) und der Haubenrahmen und die Ziehform für die Haube muss ich noch bauen.

125670

125671

Das Wohnzimmer ist schon ein bischen klein. Deshalb habe ich die Fuhre nochmal draußen aufgebaut:

125672

125673

125674

Es fehlt auch noch der komplette Innenausbau des Rumpfes (Cockpit, Schleppkupplung etc.).

Viele Grüße

Walter

Griffon
26.01.2008, 20:00
Hallo Walter

Sieht einfach super aus dein Condor. Respekt vor deiner guten Arbeit und Geduld.
Es geht noch etwas Bauzeit ins Land bis du fertig bist, aber es ist noch lange nicht Frühling. Und ganz schön fliegen tut er auch im Sommer!!

SChöne Grüsse

René
ASW 12 HB - 953

M.Schloter
26.01.2008, 20:25
Hallo Walter,

besonders der Blick in die Rumpfröhre gefällt mir supergut. Das was mir beim Bauen so richtig Spass macht hast Du jetzt fast alles hinter Dir - jetzt kommen die Dinge, vor denen ich mich immer drücke und die sich dann über Monate (hauptsächlich Liegezeit) hinziehen. Wahrscheinlich weil der Erfolg eines Bastelabends nicht unbedingt bildfüllend ist, oder halt nur bei extremem Makro :)

Von daher wünsche ich Dir viel Ausdauer, Geduld und mindestens ausreichende Motivation (ausreichend ist ja in der Schule kurz vor mangelhaft).

Durch meinen Komar und Dein Projekt hier remotiviert habe ich eine uralte Jugendliebe wieder aufgegriffen - der Condor I. Ich habe angefangen zu konstruieren, zunächst mal Datenerfassung im Excel wie die Maße denn im Original so gewesen sein müssten. Martin Simons Buch und diverse Bilder aus dem I-net liegen mir vor. Demnächst werde ich hierzu einen "Materialsammelthread" eröffnen damit ich auf mehr Informationen aufsetzen kann als mir im Moment vorliegt. Zu bauender Maßstab ist dann auch noch zu definieren, es wird aber wahrscheinlich im Bereich 1:3,x liegen.

cu
Markus

Walter L.
27.01.2008, 12:00
Hallo Markus,

mir geht es genau, wie du beschreibst. Das was am meisten Spaß macht, habe ich jetzt hinter mir. Jetzt fangen die weniger prikelnden Arbeiten an. Aber da werde ich mich jetzt auch durchkämpfen.
Für dein Condor I Projekt wünsche ich dir viel Erfolg!

@Rene:
Mein Ziel ist es, den Condor so im April oder Mai in die Luft zu bekommen.
p.s.: Hast du Kontakte zur ASW 12?

Ralf Paehl
27.01.2008, 14:16
Walter, Dein Condor wird klasse. Mit Deiner Einschätzung liegst Du wohl richtig, jetzt kommen die Dinge, wo wenig Fortschritt zu sehen ist, die aber sehr wohl viel Arbeit machen. Andererseits sind es diese Details, die Deinen Flieger dann von vielen anderen abheben werden, natürlich neben der Tatsache dass Du alles von Grund auf selbst gemacht hast. Das bringt nur eine kleine Minderheit unter den Modellfliegern hin. Mein Condor (den ich gebraucht erworben habe), ist übrigens recht sparsam detailliert, dafür überzeugt er beim Thermikfliegen.

herzlichen Gruß,

Ralf

Griffon
27.01.2008, 21:05
Hallo Walter

Ja ich bin glücklicher Besitzer der einzigen in der CH fliegenden Maschine.
Ich habe sie 1986 als nicht mehr flugtauglich erstanden und dann mit etwas viel Arbeit wieder zum Fliegen gebracht.

Schöne Grüsse

René

ASW 12 HB - 953

jstremmler
27.01.2008, 22:46
Anstatt die konventionelle Methode mit Porenfüller, Spannlack und Aceton zu nehmen, kann man auch (wie SIG empfiehlt) SIG-STIX-IT Adhesive verwenden.
Das ist ein spezieller streichbarer Heißkleber für Koverall, der 2 mal auf die Holzflächen gestrichen wird.
Dann kann man das Koverall ganz 'normal' wie eine Folie aufbügeln, spannen und lackieren.
Leider ist der Import nach Europa verboten. Ich habe mir aber mal 1 GAL aus den U.S.A. "besorgt".

Die Methode geht gut, link : http://www.sigmfg.com/cgi-bin/dpsmart.exe/MainMenuFV4.html?E+Sig

mfg

Jürgen

M.Schloter
28.01.2008, 12:18
Hallo Jürgen,

zum Thema "Stix-it", bitte einmal klicken (http://www.rc-network.de/forum/showpost.php?p=518600&postcount=227)

cu
Markus

jstremmler
28.01.2008, 21:21
Natürlich stinkt es ein wenig!

Aber, wenn ich mich an die alten Zeiten erinnere, ist Spannlack doch auch nicht ganz geruchlos.

Meine KA6e, gebaut von Werner Dawert, (aber noch nicht fertig) wollte ich sowieso ganz weiss lackieren. Dann stört auch die leicht braune Farbe nicht.

mfg

Jürgen

P.S. aber ich finde, eine Spannlacklackierung, hier mal an einer Eigenbau Klemm L25 mit 2,4m Spannweite mit Japanpapierbespannung, sieht doch ganz gut aus, oder?

Walter L.
29.01.2008, 22:03
Heute ist wieder mal ein kleiner Baufortschritt zu vermelden: Das erste Querruder nimmt Gestalt an. Der Holm des Ruders ist wie an der Fläche aufgebaut: ein Sandwich von 0,6mm Sperrholz mit hartem Balsa in der Mitte. Die Rippen bestehen aus 3mm Pappelsperrholz:

126490

Die Endleiste hat einen Kern aus 1mm Flugzeugsperrholz mit Aufleimern aus 0,6 mm Flugzeugsperrholz, um die vorbildgetreue Kontour abzubilden:

126491

Da ich befürchte, dass das Ruder nicht stabil genug wird, habe ich ein bißchen gemogelt und ein Kohleroving eingelegt...
Ich hoffe, ich bekomme jetzt nicht allzuviel Prügel, aber nachher habe ich nicht mehr viele Möglichkeiten, die Festigkeit zu erhöhen. Ob das nötig war, wird sich noch zeigen.

126492

Der Anfang des Ruders (am Knick) ist wie beim Vorbild voll beplankt.

126493

Viele Grüße

Walter

Bertram Radelow
31.01.2008, 21:54
hi Walter,

heute habe ich auch mal Koverall und Spannlack ausprobiert. Ich bin aber nicht ganz glücklich...

1.) vorweg: mit Föhn oder so spannen geht wirklich gut, hätte ich nicht gedacht.

2.) das Gewebe ist recht steif. Was machst Du an den Hinterkanten? Genau an der Kante abschneiden oder schaffst Du es, das Gewebe um die Ecke zu formen?

3.) Sphärische Flächen sind nicht ganz einfach...

4.) Spannlack: Meiner war eigentlich nicht dick, deswegen habe ich ihn für die freien Flächen nicht verdünnt. Hätte ich wohl doch tun sollen. Jetzt habe ich ihn 1:1 mit Azeton verdünnt, und er ist bei weitem nicht so viel dünnflüssiger geworden wie ich vermutet hätte. Wie stark verdünnst Du?

5.) der Nylonstrumpf-Effekt auf dem Holz stört mich ein wenig. Ob man die Holz-unterlegten Bereiche später mit einem anderen Lack zustopft? Evtl. muss ich doch auf Ohlwein zurückgreifen und sauber abschneiden.

6.) Die Falten: man kann sie ja weg schrumpfen, aber nur zu 98%. Auf Deinem HR sieht man ja auch eine. Soll man das Gewebe vorbehandeln, also wässern und aufhängen? (Bügeln wäre wohl kontraproduktiv?)



Sehr hübsch was Du da baust, ehrlich.

Bertram

Walter L.
31.01.2008, 23:37
Hallo Bertram,

zu 2: Ich schneide das Gewebe direkt an der Hinterkante ab. Das habe ich bei meiner Klemm 35 und bei dem Condor Höhenleitwerk so gemacht. Bei beiden habe ich nur etwa 7 mm Endleiste. Das hält sehr gut.

3: Sphärische Flächen: außer den Randbögen habe ich da noch keine Erfahrungen. Auch da habe ich an der "Kante" abgeschnitten. Aber ich gebe zu, das ist sicher schwieriger als mit (Gewebe-) Bügelfolie. Bei der Klemm und dem HLW hatte ich aber keine Probleme.

4: Den Spannlack trage ich immer sehr dünn auf. Das Verdünnungsverhältnis habe ich dabei nicht bestimmt. Der dünne Spannlack hat den Vorteil, dass man nicht so intensiv drüber streichen muss, um ihn zu verteilen.

5: Das mit dem Nylonstrumpf-Effekt verstehe ich nicht. Was meinst du damit?

6: Wegen der Falte bin ich gerade noch mal in den Keller gelaufen und habe mir das angesehen. Das ist eine Falte, die durch das "gefaltete" Material (wird nun mal so verpackt) entstanden ist. Diese Falte sieht man nach der Lackierung garantiert nicht mehr! Das sieht durch das Gegenlicht vielleicht nicht so gut aus. Darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen.

Viele Grüße

Walter

p.s.: Wie ist die Schneelage in Davos? Letztes Jahr hast du uns mit deinen Fotos wirklich neidisch gemacht...

Bertram Radelow
01.02.2008, 11:02
5: Das mit dem Nylonstrumpf-Effekt verstehe ich nicht. Was meinst du damit?
Na es glänzt auch nach 4 Lagen Spannlack wie ein Nylonstrumpf mit "Seideneffekt". Irgendwie nicht vorbildgetreu.


Das ist eine Falte, die durch das "gefaltete" Material (wird nun mal so verpackt) entstanden ist. Diese Falte sieht man nach der Lackierung garantiert nicht mehr! Das sieht durch das Gegenlicht vielleicht nicht so gut aus. Darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen. Auf dem Foto ist das Gewebe noch gar nicht lackiert??? Also mit Schrumpfen bekommt man die Falten schon gut weg, aber problematisch ist es in der Klebezone (da sieht man es auch bei Dir). Ich glaube, in Zukunft klebe ich links und rechts von so einer Falte ca. 5mm NICHT an und schrumpfe die erst weg.
Mein Seitenruder habe ich in einem Stück bespannt, da ist mir die Spitze wg. sphärischer Form noch nicht perfekt gelungen. Vermutlich muss ich da mit Bügeleisen und nicht mit Föhn arbeiten - und ebenfalls nicht kleben vor dem Schrumpfen.



p.s.: Wie ist die Schneelage in Davos? Letztes Jahr hast du uns mit deinen Fotos wirklich neidisch gemacht...
Schnee super wie lange nicht mehr. Im Moment föhnt es zwar ein bisschen, aber ich gehe heute oder morgen noch mal aufs Eis, probebohren. An den Wochenenden 16./17.2., 23./24.2. und 1.2./3. ist grösserer Betrieb geplant, wenn Du in der Nähe bist, gucke mal vorbei... Den Condor bekommst Du schon noch bis dahin fertig; zur Not schleppen wir auch was anderes. Wenn Du nicht kommen kannst, musst Du Dir evtl. später ein Scenery-Pack für den AFPD zulegen ;) Es gibt schon einen sehr schönen Fafnir2 auf rc-sim (glaube ich), mit dem fliege ich gerne mal in Vettore. Geht super.

Bertram

Bertram Radelow
01.02.2008, 16:34
hi Walter,

eben habe ich die QR bespannt, auch mit zwei getrennten Streifen. Ursprünglich wollte ich wie Folie um das QR herum "bügeln", aber das kann ich mit Koverall vergessen. Da meine QR extrem filigran sind, so habe ich aus optischen Gründen unten an der Verkastung keinen Steg, habe ich die QR im ersten Durchgang krumm gebügelt, zumindest das eine sehr, obwohl ich nur 100° angewendet habe (Folienbügeleisen).

Ich habe die QR dann mit der richtigen Verwindung (also so wie sie später sein soll: 3° geschränkt) auf dem Glastisch fest montiert und mit Spannlack lackiert. Freundlicherweise ist bereits während des Lackierens der Verzug verschwunden, ich weiss aber nicht ob durch Anlösen der Klebestellen oder ob der Lack das Gewebe wieder entspannt hat. Jedenfalls alles :) :) :) . Dünne QR Bebügeln ist bei mir sonst immer so ein Drama... Wie hast Du denn das bei Deinen beiden anderen Modellen gemacht?

ot: An dem Hang vor Fischersberg müsst man bei Westwind fliegen können, oder ist der zu klein / der Bauer zu wild?

Bertram

Walter L.
01.02.2008, 18:19
Hallo Bertram,

für die Querruder habe ich auch kein Geheimrezept. Vielleicht habe ich einfach nur Glück gehabt, dass sie sich nicht verzogen haben. Allerdings sind die Querruder der Klemm 35 für den filigranen Aufbau verhältnismäßig torsionssteif.

Was meinst Du mit "dem Hang vor Fischersberg"??? Du kannst doch unmöglich den Bauernhof Fischersberg bei uns kennen.

Viele Grüße

Walter

Bertram Radelow
01.02.2008, 18:24
Du kannst doch unmöglich den Bauernhof Fischersberg bei uns kennen.

Ich nicht, aber google earth ;)

Und kann man da fliegen?



Bertram

hannesk
01.02.2008, 18:44
eben habe ich die QR bespannt, auch mit zwei getrennten Streifen.
Bertram

ist doch im falschen thread, oder täusche ich mich :)
grüße
hannes

Walter L.
01.02.2008, 18:54
Hallo Bertram,

nein, da kann man nicht fliegen. Das Gelände ist dort, wo es nicht bewaldet ist, viel zu flach. Man müßte da mit einer Flitsche starten und dann dicht über ausgewachsene Buchen fliegen. Das werde ich nicht ausprobieren.

So, genug ot.

Gruß Walter

Bertram Radelow
02.02.2008, 11:17
hi Walter,


5.) der Nylonstrumpf-Effekt auf dem Holz stört mich ein wenig. Ob man die Holz-unterlegten Bereiche später mit einem anderen Lack zustopft? Evtl. muss ich doch auf Ohlwein zurückgreifen und sauber abschneiden.


ich hatte das SR vollständig mit einem Gewebestück bespannt, also auch die "D-Box" aus Holz und anschliessend mit Spannlack lackiert. Mein Enttäuschung war gross, weil das Gewebe jetzt milchig weiss über dem Holz zu sehen war.

Daraufhin habe ich beim Bespannen der ersten Tragfläche, ebenfalls mit einem einzigen Stück Koverall rund um den Flügel herum, das Gewebe nur an den Rippen und an der Endleiste mit Spannlack angeheftet. Danach geschrumpft und nur die freien Felder mit Spannlack bestrichen. Anschliessend den ganzen Flügel mit einem DD-Einkomponentenlack klar seidenmatt bestrichen - und oh Wunder, das Gewebe ist optisch völlig vom Holz verschwunden! Da die Komponenten der gewählten Holzbeize in Spiritus anders löslich sind als in Wasser (obwohl ausdrücklich "in Alkohol lösbar" draufsteht), war das Holz zu rötlich geworden, die Maserung ist jedoch gut herausgekommen. Sieht jetzt wie helles Teakholz aus, auch von der Maserung her :) .

Da der Lack ähnlich schnell trocknet und riecht wie Spannlack, werde ich die zweite Fläche mal ohne Spannlack nur mit DD-Lack bespannen und berichten. Vielleicht kann man die Spannlack-Vitiligo (Weissfleckenkrankheit) so besiegen.

Bertram

M.Schloter
02.02.2008, 11:31
Moin Bertram,

so schön sich das auch liest, aber mir scheint Du bist im falschen Thread unterwegs? :D Gehört das zu Deiner Wien? Wie ist denn da inzwischen der Baustand?

Bitte stille unsere Neugier mit ein zwei Bildern :)

Walter,
sehr schöne Arbeit die Du hier zeigst, ich lese mit viel Freude mit und versuche Techniken abzugucken und zu lernen. Mal sehen wie gut's mir gelingt ;)

cu
Markus

Bertram Radelow
02.02.2008, 12:21
Da auch schon Johannes gestolpert ist:

Ich war so frei, eine kleine Willow Wren zu bauen, da ich mir bezüglich des CAD-Designs bei den Wien-Flächen noch nicht sicher war. Wie sich herausstellte, war das ganz gut so... Vor allem hatte ich noch nie mit Koverall gearbeitet.
Walter zeigte ein HR, dass mich ganz neidisch machte, und da habe ich mal gefragt. Aber ich weiss immer noch nicht, ob auf seinem Foto das Koverall schon lackiert ist und ob es um die D-Box herumgeht; das kann ich schwer erkennen.

Aber ich wollte Walters thread nicht kapern, und ich stelle hier auch keine Bilder ein. Wenn die Willow Wren vorzeigbar ist, mache ich schnell einen Mini-Bildbericht. So weltbewegend ist sie nicht, und sie ist mehr "rapid prototyping".

Sorry Walter für die Unruhe. Bin schon weg.

Bertram

Walter L.
02.02.2008, 12:59
Hallo Bertram,

das Höhenleitwerk auf dem Bild weiter oben ist zweimal spannlackiert (verdünnt). Dabei geht das Koverall um die D-Box herum.

Gruß

Walter

MTT
02.02.2008, 22:33
Zum Thema koverall :

Ich habe das Zeugs bei den meisten meiner scale Segler verwendet, und bin sehr zufrieden damit.
Mein erster scale segler war eine Flair Ka8, vor einigen Jahren, diese hatte ich mit Coverite (Buegel-Gewebefolie) bespannt, war soweit OK, aber ich habe das Zeugs nie so stramm bekoomen, wie ich es gerne gehabt haette, und es musste staendig and den kanten nachgebuegelt werden, aussedem machten sich Temperatur- und Luftfeuchtigkeits schwankungen sehr bemerkbar.

Als ich dann meine zweite Ka8 von Flair baute, wollte ich sie zuerst mit seide bespannen, und wurde dann aber von anderen modellbauern auf das Koverall hingewiesen.
Ich habe es ohne das Styx-it verarbeitet, einfach nur mit Spannlack an die struktur geklebt, and dann mit dem Foehn gespannt, und mit spannlack versiegelt.
Haelt bestens, und das Gewebe is nach mehreren Jahren immer noch genauso stramm wie am ersten Tag.
Ausserdem ist das Koverall sehr viel unempfindlicher als Seide oder Papier, um da ein Loch oder einen Riss hineinzubringen, muss amn sich schon anstrengen.
Etwas staerkere Grashalme, welche Papier- oder Seidenbespannung schon beschaedigen koennen, machen dem Koverall garnichts...

Bei der Ka8 habe ich es an den Flaechen und am Leitwerk um die Nasenleiste herumgezogen, bei meinen Grunau-Babies ( 1:4 von Krick, und 1:3 von Schneider ) ist nur die offene Flaeche bespannt.

Ich verarbeite es folgendermassen :
Die Oberflaechen bekommen zwei Anstriche mit unverduenntem, oder nur geringfuegig verduenntem Spannlack, nach jedem Antrich wird die Oberflaeche mit 400er Papier geschliffen.
Dann wird das Gewebe aufgebracht, und mit verduenntem Spannlack ( 1:1 Spannlack/Verduennung) "angeklebt". Die Verduennung loest den bereits aufgebrachten Spannlack wieder an, und schafft eine gute Verbindung zwischen dem Gewebe und der Struktur.
Danach dann ein zweiter Anstrich, ebenfalls mit verduenntem Lack, und danach dann 2-3 Anstriche mit unverduenntem Lack, um das Gewebe zu versiegeln, mit leichtem Schleifen zwischen den Anstrichen.
Und am Ende dann eine Lage Klarlack aus der Spraydose, oder das gewuenscht Farbschema.


Ka8 Rumpf, Gewebe angeklebt, aber noch nicht gespannt :
http://www.mkrusa.com/images/Flair%20Ka8/Rumpfbespannung.JPG

Ka8 Rumpf, Gewebe angeklebt und gespannt :
http://www.mkrusa.com/images/Flair%20Ka8/Rumpfbespannung1.JPG

Gesamtansicht :
http://www.mkrusa.com/images/Flair%20Ka8/Rumpf_bespannt.JPG

Krick Grunau Baby, 1:4 Flaeche :
http://www.mkrusa.com/images/Grunau%20Baby/wing5.JPG

Schneider Grunau Baby, 1:3 :
http://www.mkrusa.com/images/SchneiderBaby/Babyready5.JPG

Bertram Radelow
03.02.2008, 00:24
hi Michael,

ich habe Dein Grunau-Riesenbaby schon einmal bewundert. Aber da sieht man das, was ich die Spannlack-Vitiligo (Weissfleckenkrankheit - eine beim Menschen vorkommende Pigmentierungsstörung, deren Ursache bis heute nicht wirklich bekannt ist) nenne: Das Holz sieht nicht wie Holz aus. Weiter oben zeigst Du allerdings aus der Wekstatt ein Flächenfoto, bei dem das Holz sehr schön aussieht, aber war der Lack da vielleicht noch feucht?

Ich habe jetzt meine erste Koverall-/(Spann)Lack-Session hinter mir. Als Oldie und Oldiefan habe ich natürlich brav mit Spannlack angefangen, was ich inzwischen bereue. Nach ersten Versuchen an Höhen- und Seitenruder habe ich immer weniger Spannlack gebraucht, vor allem weil ich auf Ohlweins Seite informiert worden bin, dass Spannlack das Flugzeug nicht wirklich wasserfest macht. Also ab in den Keller und da stand noch eine unbenutzte Dose DD-1K-Lack klar seidenmatt...

Ich kürze ab: Die zweite Flächenhälfte habe ich komplett ohne Grundierung, Filler und Spannlack bespannt, und sie ist praktisch fehlerfrei geworden, ganz anders als die erste, bei der ich noch mit Spannlack fixiert habe und anschliessend mit DD lackiert habe. Dort sind u.a. an den Stoffeldern teilweise völlig durchsichtige Stellen entstanden, die ich im Moment nicht erklären kann. Ausserdem sind bei der ersten Flächenhälfte die Stellen, an denen ich mit Spannlack fixiert habe, deutlich heller als der Rest.

Ich muss an dieser Stelle anfügen, dass ich nicht gefillert habe. Wahrscheinlich (?) ensteht die Weissfleckenkrankheit auf grossporigem Holz wie Balsa nur, weil dieses den Lack wegsaugt und dann Mikro-Luftbläschen unter dem Gewebe entstehen.

Nur mit DD hat man das gleiche Problem, aber wesentlich weniger dramatisch: Etwa 30 Minuten nach dem Lackauftrag wird die Fläche plötzlich gut erkennbar weisslich. Aber keine Panik, einfach eine neue Lage Lack drauf, später notfalls noch eine und gut ist es. Eine weitere Lage habe ich bisher nicht gebraucht. Bei der 2. Flächenhälfte habe ich den ersten Lackauftrag auf dem Holz richtig dick gemacht, damit das Balsa genügend zum Aufsaugen hat. Vorhin habe ich diese Fläche noch ein zweites Mal dünn lackiert, und mehr werde ich wohl nicht brauchen.

Das mit DD an den Rändern fixierte Koverall hält wesentlich besser als das mit Spannlack fixierte (ja, ich habe vorgestrichen, und angeblich hat die "Leimlackierung" diesen ersten Anstrich gelöst und ist mit ihm eine "feste Verbindung" eingegangen).

Für die, die noch nicht mit DD gearbeitet haben: Der Lack ist wie eine Kreuzung aus Spannlack und Kunstharzlack. Er riecht wie Spannlack und zieht fast genauso schnell an. Aber anders als beim Spannlack härtet er dann nicht gleich durch, sondern bleibt relativ lange -äh- gummiartig. Das ist wichtig zu wissen, damit man lange genug wartet, bevor man dem fixierten Koverall mit Bügeleisen die Cellulite entfernt: Man zieht es sich glatt von den Klebekanten weg. Also gut aushärten lassen.

Mit der ausschliesslich mit DD behandelten 2.ten Fläche bin ich sehr zufrieden; sie trocknet noch fertig, und angefangen habe ich glaube ich um 15°°.

Vermutlich erhält man mit Spannlack gleiche Ergebnisse, wenn man vorher das Holz versiegelt, aber DD gefällt mir besser. Es ist auch ungleich widerstandsfähiger (soweit ich weiss sogar kraftstoffresistent - wichtig bei spotzenden Schleppern ;) ). Ich werde nur in Zukunft hochglänzenden DD nehmen und keinen seidenmatten.

Bei mir geht das jetzt so (Beta-Release..):

- Tragflächenoberseite: Koverall (für gesamte Fläche) auflegen, an der Endleiste und an den freien Rippenoberseiten mit DD fixieren.
- 3 Stunden trocken lassen
- Tragflächenunterseite: Gewebe umschlagen und ansonsten wie oben
- 6 Stunden trocken lassen (vor allem, wenn nur schmale Klebeflächen beim QR sind: dann noch länger)
- mit Bügeleisen 100° erst die Felder, dann die "D-Box" schrumpfen
- Gewebe auf der Beplankung satt lackieren, beim ersten weisslich Werden (gut erkennbar) noch einmal nachlackieren
- freie Felder zwischen den Rippen dünn (!) mit unverdünntem DD lackieren, nach 1 Std. wiederholen.

DD "entspannt" das Gewebe ein wenig. Bei mir war dann in jedem 20.ten Feld eine Welle und im Beplankungsbereich gab es eine oder zwei Blasen. Kein Problem: Mit dem 100°-Bügeleisen aufs lacknasse Holz und nachspannen (und Bügeleisen nachher sofort abwischen). Die Wellen in den Rippenfeldern kann man auch nach dem Aushärten des Lacks noch gut spannen!

Ein paar Fotos kommen noch, aber ich möchte mich nicht neben dem Condor blamieren und ziehe mich dann in die diskrete Ecke eines eigenen threads zurück. Ich bin schon bei den Dekors, aber der "Turm" auf dem Rumpf ist noch nicht fertig, weil ich dazu die fertigen Flächen brauche.

Bertram

MTT
03.02.2008, 14:20
Hallo, Bertram, das erste Tragflaechenbild zeigt die Flaeche des Krick Grunau Baby's, bei welchem die Beplankung aus Balsa besteht, ausserdem hatte ich das Holz noch mit einer Mischung aus spannlack und Beize behandelt, um dem Holz diesen dunkleren Farbton zu geben.

Bei dem Schneider Baby besteht die Beplankung aus Sperrholz, und es sieht auch wie Holz aus, das tauescht auf dem Bild.

Walter L.
03.02.2008, 22:00
Hallo zusammen,

bevor ich heute über meine unspektakuläre Baufortschritte berichte, zunächst einige Worte zum Thema Bespannung und Koverall:

@Bertram:
Da mein Condor und meine Klemm lackiert werden, habe ich nicht so auf das Erscheinungsbild der Bespannung auf dem Holz geachtet. Ob man durch die Bespannung die Farbe des Holzes erkennen kann und ob eventuell weiße Flecken zu sehen sind, war mir deshalb nicht so wichtig. Mein Vorschlag für Flächen, bei denen die Beplankung selber "Sichtfläche" ist: Die Bespannung sollte nur auf den freien Feldern aufgebracht werden, wie das auch bei den Originalen gemacht wird. Klebt man das Gewebe so auf, wie ich es beschrieben habe, reichen 8 - 10mm Fläche auf der Beplankung sicher aus (ich denke, bei den Großen ist das maßstäblich sicher eher mehr. Ein Freund meines Sohnes ist Werkstattleiter für Segelflugzeuge; der wird das wissen. Da frage ich mal nach).
Im übrigen kaschieren meine durch die bescheidenen Lichtverhältnisse im Bastelkeller leider immer leicht unscharfen Bilder einige Baumängel ganz gut. So perfekt, wie das vielleicht manchmal erscheint, ist meine Bauweise nicht! Perfektionisten würden da an einigen Stellen mitleidig lächeln. Bis ich sowiet bin, dass ich eine mit Sperrholz beplankte Fläche ohne blickdichte Bspannung präsentieren kann, muss ich noch etwas üben.

Viel ist es nicht, was heute zu zeigen ist, aber es war doch einiges an Arbeit dafür nötig. Beide Querruder sind im Groben rohbaufertig:

Hier die linke Fläche komplett mit zusätzlich aufgelegtem rechten Querruder:

127780

Das hier ist der Bereich der inneren Querruderanlenkung:

127781

Bei solchen CAD / CNC - Bauten hat es meist den Anschein, als brauchte man alles einfach nur zusammen zu stecken. Das es dabei auch mal Probleme Rückschläge gibt, wir natürlich gerne verschwiegen (ich habe auch einige Teile zweimal gefräst und nicht immer darüber berichtet). Bei den Querrudern ist es mir auch so gegangen. Die Ruder werden auf schmalen Hellingstreifen aufgebaut, die aus zwei Teilen bestehen. Beim ersten Versuch habe ich beide Teile nach guter Maurerart mit einer Richtschnur ausgerichtet. Leider ist das nicht ganz geglückt! Eine geringe Winkelabweichung wirkt sich halt auf 1830mm schon mal deutlich aus! Etwa 7mm Abweichung konnte und wollte ich nicht mehr korrigieren. Also musste ich ein Querruder neu bauen.

Wie man sieht, habe ich bei der Helling nicht darauf geachtet, dass eine HELLINGKANTE gerade ist (daran läßt sich das ganze natürlich besser ausrichten). Stattdessen habe ich das Ruder an den Rippen ausgerichtet, was leider beim ersten mal mißglückt ist:

127778

Beim zweiten Versuch mit der ersten Helling habe ich dann eine Alu - Richtlatte benutzt. Damit ging das ganze dann hinreichend gut:

127781

Beim nächsten Mal wird die Helling gleich so konstruiert, dass man die Position daran ausrichten kann. Wie schon gesagt, ist das nur einer von mehreren Fehlern.

Ich kann jedem CAD / CNC - Anfänger wie mir nur empfehlen, mit einer einfacheren Konstruktion zu starten. Ein Knickflügel mit elliptischen Flächenenden und Leitwerken ist für den Anfang nicht ideal. Man kann es zwar schaffen, aber es bedeutet einen enormen Aufwand!!!!

In der kommenden Woche werde ich dann mit den Bremsklappen beginnen.

Ich freue mich auch weiterhin über jeden Kommentar! Auch die Diskussion über die Bespanntechnik ist für mich äußerst interessant. Ich bin beileibe kein Profi und lerne gerne von Anderen.

Viele Grüße

Walter

Bertram Radelow
04.02.2008, 11:38
Ich kann jedem CAD / CNC - Anfänger wie mir nur empfehlen, mit einer einfacheren Konstruktion zu starten.

Schön dass ich nicht alleine bin... Möchtest Du die CNC-Daten für die Willow Wren (Simons Band I hast Du ja)... :rolleyes:

Ich drücke Dir weiter die Daumen für gutes Gelingen! Bei mir wartet ja auch noch eine grössere Fläche.

Bertram

P.S.: Das mit den Aufleim-Feldern für die Bespannung sehe ich wie Du. Das war z.B. bei mir ein Design-Fehler: ich habe auf der Unterseite vorne und hinten an der QR-Verkastung keine Stege eingebaut (auf der Oberseite schon wegen des Folienscharniers), um zu testen, wie ich einen optisch möglichst schmalen QR-Spalt hinbekomme. Dort ist also nur die senkrechte 2mm-Verkastung aus Balsa. Und das ist für das Koverall zu schmal.

Walter L.
05.02.2008, 19:23
Hallo zusammen,

langsam geht es mit dem Bau weiter. Ich habe mich aufraffen können und die Bremsklappen in Angriff genommen. Die Frästeile sind fertig.

Zuerst die Holzteile:

128231

Dann die GFK-Teile:

128232

Das Beste für mich ist jedoch, dass ich eine neue Quelle zu "meinem" Original gefunden habe! Im Internet habe ich eine schöne Bilddokumentation gefunden, auf der insbesondere die bei der Aeromax fehlenden Darstellungen der Bespannung sehr schön zeigen. Jetzt weiß ich endlich, wo genau die Fläche beplankt ist und dass die Bespannung dazwischen transparent ist. Genau das hat mir bis heute gefehlt!

Die Dokumentation findet man hier:

RC-Soaringdigest (http://www.rcsoaringdigest.com/pdfs/RCSD-2005/RCSD-2005-10.pdf)

Die Adresse kenne ich schon seit längerem, den Artikel aber nicht. Ich werde jetzt mal die übrigen Ausgaben nach "Walkarounds", also Bilddokumentationen durchsuchen. Wer weiß, welche Schätze da noch verborgen sind.

Viele Grüße

Walter

M.Schloter
05.02.2008, 20:30
Hallo Walter,

das ist ja mal richtig schön. Von solch detaillierten Bildern kann ich beim Condor I wohl nur träumen, soweit ich weiß hat davon keiner "überlebt".

Was mir auffällt:
Die Beplankung der Tragfächen ist in Details ein wenig anders als bei Martin Simons dargestellt und sie ist oben / unten nicht identisch.

Das HR scheint voll beplankt zu sein??

Die Bremsklappen sind System Schempp Hirth ;) und erheblich näher am Hauptholm als bei Martin Simons dargestellt - hier hat wohl noch während der Zeit bei Schmetz eine Evolution stattgefunden auf die wahrscheinlich auch die Beplankungsunterschiede zurückzuführen sind.

Die Haube ist anders geformt als auf dem Bild bei Martin Simons auf S 73 oben, sie entspricht aber der Haube in der 3-Seitenansicht.

Die HR-Aufhängung scheint analog zum Condor I ausgeführt zu sein. Zumindest ist auf dem Foto mit dem großen HR-Ausschlag kein zweiter Pin zu sehen. Ich nehme also an, dass hier wie auch beim Condor I das System mit einem (viereckigen?) Bolzen verwendet wurde. Auf der Oberseite des HR erkennt man etwa in Höhe der Steckung einen roten Pin der vielleicht der Sicherung des HR dient?

Kennt jemand diese Art der HR-Steckung und kann vielleicht ein eindeutiges Bild davon reinstellen? Könnte das vielleicht eine allgemein gerne angewandte Methode für Pendelruder gewesen sein die auch bei anderen Typen Verwendung fand?

cu
Markus

Hans-Jürgen Fischer
05.02.2008, 21:12
...die "Jutta"....:D

128284

128285

Fotos: Archiv H.-J.FISCHER

Gruß
Hans-Jürgen

M.Schloter
05.02.2008, 21:24
Hallo Hans-Jürgen,

die Jutta ist ein Schleicher Condor IV und steht meines Wissens in erheblich besserem Zustand als auf Deinen Bildern zu sehen (sieht ausgefleddert aus) in Osnabrück.

128288
Quelle: http://ovfl.wmo.de/

cu
Markus

Edit: Der ist gar nich zerfleddert, da hab ich wohl vorhin schief geguckt. Aber die HLW-Aufhängung bestätigt sich auch in diesem Bild als eine mit augenscheinlich nur einem Steckungspin.

Walter L.
05.02.2008, 22:17
Hallo Markus, Hans-Jürgen,

der Condor D-6043 steht in Achmer und gehört, soweit ich weiß Harald Kämper, dem Präsidenten des Vintage Gliger Club Deutschland.

Markus:
Mir ist bewußt, das der Condor, den ich mir ausgeguckt habe, nicht ganz der Darstellung von Martin Simons entspricht. Hans-Jürgen hat hier ja auch schon früher gezeigt, dass der "Schmetz-Condor" DFS-Drehklappen hatte und dass die Beplankung der Flächen ein wenig anders ausgeführt war. Ich habe mir aber nun mal genau dieses Original ausgesucht. Das liegt zum einen an der nach meinem Geschmack attraktiven Lackierung, aber auch an der Verfügbarkeit des Aeromax Fotosatzes. Die Unstimmigkeiten zwischen Fotodokumentation und Simons-Zeichnung habe ich erstmal "überesehen" und einfach drauf los konstruiert.
Heute bin ich froh, eineige Unklarheiten beseitigt zu haben. Ich baue nach der Simons-Zeichnung und passe diese bei Details wie Lage der Beplankung an die Fotos an.

So wie ich die Gepflogenheiten des Flugzeugbaus in früheren Zeiten verstanden habe, war es üblich, Modifikationen einfach umzusetzen und diese nicht zu dokumentieren. Also bleibt einem ja gar nichts anderes übrig, als nach den vorhandenen Unterlagen ein bestimmtes Original nachzubauen. Ich denke, dass Zeichnungen hierbei nachrangig sind, da sie sicher nicht besonders dynamisch angepasst wurden.

Die Haube baue ich auch nach den Fotos des Dittmar-Condors und nicht so, wie sie bei dem Exemplar im Simons-Buch aussieht.

Zum Höhenleitwerk:
Ich denke mal, dass das ganze in etwa so funktioniert, wie etwa bei der ASW 15. Da ist das Steckungsrohr mit einer Leitwerkshälfte fest verbunden und wird so durch den Rumpf gesteckt. Die andere Hälfte wird darauf geschocben und mit einem Bolzen gesichert.Ob der nun rund oder rechteckig ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist er nicht so lang, wie beim Condor. Vielleicht hat Hans-Jürgen ja noch Unterlagen hierzu zum Schleicher-Condor (oder es gibt diese bei Schleicher selbst). Da fällt mir gerade auf, dass das dafür spricht, dass die Konstruktionen von ASW 15-HLW und Condor-HLW vergleichbar sind. Warum sollte man das Rad zweimal erfinden.

Jetzt werde ich erst mal Mark Nankivil, den Autor des RC Soaring digest Artikels anmailen und ihn Fragen, ob er noch mehr Bilder hat.

Viele Grüße

Walter

Hans-Jürgen Fischer
05.02.2008, 22:42
Hallo,

bei der ASW 15 wird das rechte Pendelruder auf den Stummel des linken geschoben...

Bei Schleicher (Herr Münch) sollte noch einiges an Unterlagen über den Condor zu erhalten sein, einfach die Firma mal diesbezüglich anschreiben und detailiert benenen was man so braucht. Wenn es auf Papier sein soll mit einem Unkostenbeitrag rechnen.

128338

128339

Fotos: Archiv H.-J.FISCHER
Eine ASW-15 Doku findet sich in MFI 06/1994

Gruß
Hans-Jürgen

Walter L.
07.02.2008, 19:50
Hallo zusammen,

heute hat mir mein Zahnarzt einen Weisheitszahn gezogen. deshalb passiert heute nicht viel.

Ich habe die Einzelteile der Bremsklappen zusammengeklebt und muss sagen, dass hierbei CNC-gefräste Teile eine enorme Erleichterung sind! Was habe ich bei meiner K6E herumgebastelt, bis alles einigermaßen funktionierte.

Die Hebel werden mit GFK-Scheiben fixiert, d.h. die GFK Scheiben werden mit einem Tropfen Sekundenkleber auf der Messingachse fixiert.

128667

Die Holzscheiben sind nur lose aufgesteckt und dienen als Anstandhalter.

128668

128669

128670

128671


In der Zwischenzeit hat sich Mark Nankivil, der Autor des RC-Soaring Digest Artikels gemeldet und mir schon mal 3 Fotos vom originalen Condor geschickt. Er will mir sogar eine DVD schicken! Ich bin sehr gespannt.

Viele Grüße

Walter

gast_10951
07.02.2008, 21:18
Hallo Walter,

ich bin's nur.... Bis jetzt sieht das alles sehr sauber gearbeitet aus. Ich wollt' ich könnte das auch schon so gut.... Da brauchst Du Dein Licht nun wirklich nicht unter den Scheffel zu stellen. :)

Zu den Brems/Störklappen hätte ich nochmal eine kleine Bitte: Könntest Du nochmal ein Bild von der Stirnseite machen, so dass man die "Auffädelei" von Holz und GFK-Scheiben nochmal sehen kann? Ich steh auch gerade vor so einem ähnlichen Problem und bin daher für jede Idee dankbar.;)

Da bin ich gerade dran:

128722

Baubericht ist bei den Retroplanern zu lesen.

Gruß aus Bremen

Lothar

Edit: Rechtschreibung

Walter L.
08.02.2008, 18:39
Hallo Lothar,

das ist ja ein fantastischer Nurflügel! Ich hab´auch schon ein paar mal bei Retroplane reingeschaut und mich gestern endlich angemeldet. Wahrscheinlich werden sich unsere Wege dort in Zukunft auch mal kreuzen...
Übrigens habe ich in grauer Vorzeit (vor vielleicht 25 Jahren) auch mal einen Horten-Nurflügel gebaut. Nichts vorbildgetreues, aber ähnlich der Horten III. Das Ding ist grausam geflogen! Geradeaus war alles in Ordnung, aber jede Kurve war ein Slip! Damals gab es halt noch keine Mischer in der Fernsteuerung. Die Auftriebsverteilung hat übrigens jemand aus deiner Nachbarschaft nachgerechnet: John Yost.
Das Modell existiert übrigens noch und ist bei mir noch nicht abgeschrieben. Irgendwann wird der Nurflügel reanimiert....

Doch nun zur Bremklappe. Ich habe gerade ein Bild gemacht. Ich hoffe, es ist das was du meintest. Wenn nicht, meld´dich einfach nochmal.

128872

Beim letzten Beitrag habe ich noch so geprahlt, wie toll das mit den gefrästen Teilen ist. Dann bin ich auf die glorreiche Idee gekommen, das mittlere Lager aufzubohren um ein Messingrohr als Lager verwenden zu können. Das hätte ich besser nicht getan, denn so hat das Ganze viel zu viel Spiel und jetzt kann ich die eigentlich fertigen Klappen wieder auseinanderreißen und die Hebel neu fräsen. Eigentlich kein großes Ding, aber ein kompletter Abend geht doch dafür drauf.

Außerden wartet meine Klemm 35 auf ihre Lackierung. Falls das Wetter morgen ähnlich gut ist wie heute, geht es erstmal an dem Projekt weiter (ja, ich habe auch noch andere Dinge neben dem Condor am Start...).

Viele Grüße

Walter

gast_10951
08.02.2008, 23:02
Das Bild meinte ich....

Mal sehen, wie ich das bei meinem Flieger mache...

Nochmal Danke und weiterhin viel Erfolg. Ich werde hier weiterhin sehr interessiert mitlesen und lernen (oder einfach nur abgucken):D

Gruß

Lothar

Walter L.
12.02.2008, 19:04
Hallo zusammen,

ich hab´mir mal wieder einen Ruck gegeben und die Bremsklappen eingebaut. Nachdem ich bei meiner K6E soviel daran basteln musste, habe ich diesen Schritt beim Condor etwas vor mir hergeschoben. Außerdem ist ja z.Zt. so gutes Wetter!

Für die Anlenkung ist nicht viel Platz, sodass ein abgewinkelter Draht mit aufgelöteter Scheibe als Sicherung verwendet wird:

129907

Eingebaut ist das Ganze recht leichtgängig. Ich hoffe, das Spiel ist nicht zu groß. Hier mal zwei Bilder im Detail:

129908

129909

Und so sieht das in der Fläche aus:

129910

Jetzt mache ich erst mal mit den fehlenden Teilen der Flächenbeplankung weiter. Da ich Dank des RC-Soaring Digest Artikels jetzt genau weiß, wo die Beplankung liegt, bin ich dabei auch wieder besser motiviert. Ich warte mit großer Spannung auf die angekündigte DVD aus den USA (St. Louis).

Viele Grüße

Walter

Bertram Radelow
18.02.2008, 00:04
hi Walter,

kennst Du diesen Link bzw. seinen Inhalt?: http://www.retroplane.net/forum/viewtopic.php?t=1681

Meine Willow Wren war wie Du möglicherweise gelesen hast heute in der Luft, es war wunderschön. Ich werde mal einen Mini-thread über sie schreiben, weniger einen Baubericht, sondern mehr so die Highlights meiner Erfahrungen beim Bau. Ich muss sie aber erst fertig bauen - obwohl sie heute schon geflogen ist ;) .

Ich freue mich, wenn Dein Condor dann auch mal Luft unter den Schwingen haben wird (am besten ist natürlich glasklare staubfreie trockene Davoser Luft).

Bertram

edit: oops! ich hatte den Simulator nicht soo genau angeschaut. Es scheint trotz des Namens kein Condor-Simulator zu sein, sondern mehr so etwas wie die Nikolaus-Regatta für Segelflieger. Naja, vielleicht auch nicht schlecht. Wie auch immer.

Hans-Jürgen Fischer
18.02.2008, 07:21
ich hatte den Simulator nicht soo genau angeschaut. Es scheint trotz des Namens kein Condor-Simulator zu sein,

Betram,

hast du denn keinen Condor-Simulator......., dann wird es aber Zeit!:D

Gruß
Hans-Jürgen

mefisto2002
18.02.2008, 22:41
Hi Walter,


also was du da auf die Beine stellst, ist ja auch nicht grade "ohne".

Diese Genauigheit der einzelnen Teile und das saubere Bauen, man sieht ja kaum eine Leimkante......ist einfach top.....



Grüße, Klaus

Walter L.
01.03.2008, 13:09
Es geht zur Zeit leider nur in langsamen Schritten weiter. Mittlerweile sind die Querruder mit einer Hohlkehle an die Flächen angepasst. Als Scharniere habe ich Stiftscharniere mit einer Metallachse genommen; 5 Stück pro Ruder.

135476

135477

Es lohnt sich nicht wirklich, die Baufortschritte an den Flächen zu zeigen: Hier ein Stück Beplankung, da eine Servoaufnahme, ein bisschen schleifen, ein bisschen anpassen....

Der größte Brocken ist noch die Kabinenhaube und der Haubenrahmen.

Gruß Walter

Gast_8624
01.03.2008, 15:17
Hallo Walter,
...schöne Holzwurmarbeit, macht Spaß das anzuschauen...:)
Gegenüber den ersten Bildern hast Du den Aufbau der Endleiste am Querruder geändert. Sieht jetzt so aus wie stark verschliffenes mehrschichtiges Sperrholz, sehe ich das richtig ?

Walter L.
01.03.2008, 20:20
Hallo Rolf,

der Aufbau der Endleiste ist nicht (prinzipiell) verändert. Beim jetzigen Bild ist die Endleiste nur schon verschliffen.

Was ich geändert habe, ist die Kontur des innenliegenden 1mm Sperrholzstücks. Nachdem ich weiß, dass die Querruder transparent bespannt sind, habe ich etwas vom innen liegenden Bereich weggeschnitten. Dazu stelle ich morgen mal zwei vergleichende Bilder rein. Für die Torsionssteifigkeit der Ruder hat das übrigens fast keine Auswirkungen!

Gruß

Walter

Walter L.
02.03.2008, 13:13
Hallo Rolf,

hier nun die versprochenen Bilder. Der Aufbau der Endleiste ist folgendermaßen: innen liegt ein Streifen aus 1,0 mm Flugzeugsperrholz. Darauf sind als Aufleimer ca. 8 mm breite Streifen aus 0,6 mm Flugzeugsperrholz geleimt:

135804

Das einzige, was ich geändert habe ist die Breite des 1 mm Streifens in der Mitte, da ich zwischenzeitlich weiß, das dieser Bereich der Fläche beim Original transparent bespannt ist:

135805

Zum Schluss werden die 0,6 mm Aufleimer verschliffen, sodass sich das folgende Bild ergibt:

135806

Die Endleiste ist somit 1 mm dick am Flächenende.

Gruß

Walter

Gast_8624
02.03.2008, 15:17
hi Walter,
...alles klar, danke :)

Walter L.
05.03.2008, 23:14
Zur Zeit geht es nur langsam mit dem Bau voran. Hier und da ein paar Kleinigkeiten, die man nicht dokumentieren sollte:

- Einbau der Servobefestigungen in die Flächen
- Bau der Randbögen
- Anpassen der Wurzelrippen an den Rumpf (das zeigt man nicht so gerne, weil das ja eigentlich vom Brett her passen sollte..)

Um die letzten offenen Beplankungsfelder zu schließen, fehlen leider noch einige Meter Servokabel. Die habe ich beim "himmlischen" bestellt, weil ich da weiß. dass ich die Ware schnell bekomme.

Das sind alles nur Kleinigkeiten. Der Schuh drückt mir an einer anderen Stelle. Bevor ich den Cockpitbereich anfange, müssen die Funktionselemente in diesem Bereich fertig sein. Das sind im wesentlichen hier die Schleppkupplungen. Das Original hat die Schleppkupplungen seitlich am Rumpf, so etwa in der Mitte des Cockpits:

137506

Eine Schwerpunktkupplung für Windenstarts habe ich nicht entdecken können. Was meint ihr? Kann man mit dieser Kupplungsposition am Modell beide Startarten - Winde und F-Schlepp - abdecken? Beim F-Schlepp habe ich weniger Bedenken. Ich habe selber etliche Schlepps in manntragenden Segelflugzeugen (z.B. Std. Cirrus) an Schwerpunktkupplungen durchgeführt. Da sehe ich nicht das Problem. Aber wie sieht das beim Windenstart aus?

Im Detail sieht die Kupplung beim Original übrigens so aus:

137507

Wie würdet ihr das bauen?

Ich würde mich über kreative Vorschläge sehr freuen. Es ist sicher nicht so einfach, eine stabile Kupplung an beiden Rumpfseitenwänden zu installieren.

Viele Grüße

Walter

h.eberbach
06.03.2008, 16:27
Hallo Walter,

zuerst mal ganz herzlichen Dank auf diesem Wege für die CD!!!!

Und dann bin ich der Meinung, daß Du für einen Windenstart mit dieser Kupplungsposition nicht viel Freude haben wirst. Du wirst für einen halbwegs vernünftigen Steigwinkel so viel Höhenruder geben müssen, daß ein erhebliches Risiko für einen Strömungsabriss am HR entsteht.

Für den F-Schlepp bietet diese Position, abgesehen von der Naturtreue, keine Vorteile und auch keine wesentlichen Nachteile. Probleme könnten allerdings entstehen, wenn im Schlepp das kurvenäußere Seil mal über oder unter die Rumpfspitze rutscht und Dir einen ungewollten "Höhenruderausschlag" einbrockt?! Der praktikabelste Ort für die F-Schleppkupplung wäre für mich etwa die Stelle am Rumpfbug, wo die blaue Farbkante aufhört.

Du kannst ja die Scale-Kupplung einbauen und zum Fliegen eine Bugkupplung verwenden ;-)) ?!

Gruß
Herbert

HPR40
06.03.2008, 17:14
Schönes Projekt, wenn ich mal Rentner bin.....Träum.

Öhm, die Kupplungen am Original sind die Schwerpunktkupplungen. Guck mal auf die Schleifspuren am Rumpf. War übrigens an ner Lo 100 auch so mit den Seitenwandkupplungen.
Für Modell denk ich mal nicht so doll geeignet.
Trotzdem weiter so. Sieht echt super aus. :)
Gruß Horst

Walter L.
15.04.2008, 22:10
Lange Zeit ist es her, das ich hier über meinen Condor berichtet habe. Leider hatte mich eine "grobe Unlust" befallen, sodass ich in der Zeit nicht wirklich viel geschafft habe. Mein Ziel, den Vogel im April oder spätestens Mai in die Luft zu bekommen, ist wohl kaum noch zu halten.

Das Seitenruder ist mittlerweile bespannt. Heute sind nun auch die Flächen "bespannfertig". Das heißt, sie sind verschliffen, die Servohalterungen sind eingebaut, die Bremsklappen funktionieren...). Das ganze sieht dann so aus:

150656

150658

Beide Flächen wiegen jetzt so, inklusive der Servos 3,7 kg.

Als nächstes werde ich im Rumpf die Installation der Schleppkupplung(en) angehen. Dazu dann in Kürze mehr.

Viele Grüße

Walter

M.Schloter
15.04.2008, 23:39
Hallo Walter,

das ist wirklich mal ein imposantes Stück Holz. Diese "grobe Unlust" greift im Moment wohl ziemlich weiträumig um sich :) Seit dem Schiurlaub kann ich mich nicht überreden in meinen Keller zu gehen.

Vielleicht kann ich mir ja morgen in Dortmund neue Motivation holen wenn ich die vielen GFK-Geier sehe.

Mein Komar sollte ursprünglich noch im Mai abheben - auch das ist kaum mehr zu schaffen - es sei denn wenn ich mir zwei Wochen Urlaub nehmen *überleg*

cu
Markus

MarkusN
16.04.2008, 08:09
Eine Schwerpunktkupplung für Windenstarts habe ich nicht entdecken können. Was meint ihr? Kann man mit dieser Kupplungsposition am Modell beide Startarten - Winde und F-Schlepp - abdecken? Beim F-Schlepp habe ich weniger Bedenken. Ich habe selber etliche Schlepps in manntragenden Segelflugzeugen (z.B. Std. Cirrus) an Schwerpunktkupplungen durchgeführt. Da sehe ich nicht das Problem. Aber wie sieht das beim Windenstart aus?
Ich sehe das eigentlich umgekehrt. Schlepp mit einer schwerpunktnahen Kupplung wie dieser ist im Modell deutlich schwieriger, da das Flugzeug immer aktiv hinter dem Schlepper gehalten werden muss. Da Du nicht drinsitzt ist die Relativposition doch einiges schwieriger einzuschätzen.

Windenstart mit einer relativ weit vorn liegenden Kupplung braucht halt viel Höhenruderausschlag und die erreichten Höhen werden nicht so prickelnd, dafür ist es aber sehr sicher.

Ralf Paehl
16.04.2008, 09:29
Hallo Walter,

Sehen klasse aus, Deine Flächen! Wird ein sehr schicker Flieger. Grobe Unlust ist gut. Ging mir ganz genau so. Mir hat jetzt geholfen, dass ich meine Flächen abgeholt habe, seitdem habe ich neue Motivation. Aber leider auch genug Anderes um die Ohren. Wie hast Du das SR bespannt und was gedenkst Du lacktechnisch zu tun?

herzlichen Gruß, Ralf

Walter L.
16.04.2008, 18:46
Hallo Ralf,

das SR ist mit Koverall bespannt. Als Lack kommt 2K Acryllack drauf.

Gruß

Walter

Specht
20.09.2010, 15:55
Hollo Walter
ist ja ein super Vogel, hast du Fräsdateien (dxf) von den Spanten und kann man die erwerben.
Gruß der Specht