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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Soarmaster vs. K2 (vs. Mamba)



Humanik
11.06.2002, 12:55
Die ersten beiden werden sicherlich vielen bekannt sein, der letzte ist bei Pollack erhältlich und kostet einiges mehr als die ersten beiden. Könntet ihr mir die Erfahrungen schildern die ihr beim bauen und fliegen gesammelt habt? hab am Sonntag wieder einen dieser Edel-Stäbchenflieger von Euromodell fliegen sehen und hab mich leicht anregen lassen mal nach etwas preiswerterem Ausschau zu halten.
Also wie sieht es mit den Modellen aus, was mich interessiert ist:
-Bauphase, wie seid ihr zurecht gekommen (Probleme?)
-Flugeigenschaften, Handling (besonders Kreisflug), Geschwindigkeitsbereich, Festigkeit (Windenstart)
-Wölbklappen, wie tief gehen die zur Landung runter, die Wirkung allgemein...
-der Rest der euch noch dazu einfällt(Ausstattung, etc)...

Also jetzt hab ich euch mit Fragen überhäuft, ich hoffe ihr werdet mir reichlich antworten ;)
Achso, ich sollt vielleicht sagen was ich mit dem Flieger vorhab: Hauptsächlich von der Winde aus Thermikfliegen (vielleicht auch mal am Hang), zum Spaß vielleicht mal die eine oder andere Rolle aber mehr auch nicht.

Na dann frohes Antworten, Alexander

[ 11. Juni 2002, 12:56: Beitrag editiert von: Humanik ]

Hans Rupp
11.06.2002, 17:08
Hallo,

na dann mach ich mal den Anfang.

Ich besitze den K2 seit ca 9 Monaten.

Deine Fragen:

-Bauphase, wie seid ihr zurecht gekommen (Probleme?)
Keine Probleme. Rumpf ist groß genug alles leicht einzusortieren. Der Rumpf ist auch sehr stabil. Die Ausschnitte im Rumpfboot muss mann selber ausarbeiten, was mir recht war. So kann man alles so machen, wie man es möchte. Mein K2 hat schon eine "Stecklandung" aus 25-30m Höhe ohne Schäden ausgehalten. Nur die Flächen wurden am Übergang Mittelstück-Ansteckflügel gestaucht. Durch den stabilen Rumpf brauche ich rd. 150gr. Blei und das Abflugewicht beträgt 2560 gr. Akku ist bei mir ein 3000er(NiMH)-4Zeller.

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Klappen weder an der Fläche- noch an der Ruderseite verkastet sind. Ich habe die Folie aufgeschnitten und mit einem nitro-gretränkten Lappen ausgehölt und in die Klappen ein oval gepresstes Alurohr eingeharzt. Dann 2 Lagen 80 gr. Matte in die Flächenseite, dicke PE-Folie dazwischen und durch Vollausschlag der Klappen(Wölbklappen nach oben, Queruder nach unten) eingepreßt. Laut Herrn Foster von FVK sind diese Maßnahmen unnötig, die Fläche und die Klappen sei auch so stabil genug. Bei der wirklich stabilen Fläche glaube ich das, aber die Klappen wären mir zu weich gewesen.

-Flugeigenschaften, Handling (besonders Kreisflug)
Mit dem Schwerpunkt laut Hersteller (90mm) kann ein Anfänger den K2 fliegen. Ich bin jetzt mittlerweile bei 95mm angelangt (ich werde noch in Richtung 100mm zurückgehen, laut Herr Foster das maximal sinnvolle Maß). Damit kreist er noch lammfromm ohne Tendenz zum reinkippen und man braucht zum Kreisen nur Höhe mit geringen Korrekturen.

-Geschwindigkeitsbereich, Festigkeit (Windenstart)
Hochstart und Schuß macht er ohnen nennenswerte Durchbiegung mit. Mit einer CFK-Maschine natürlich nicht zu vergleichen. Der K2 und der Soarmaster geben sich da nicht viel. Zur Thermikleistung muss ich sagen, dass ich noch regelmäßig abgekocht werde. Gleiches gilt für meine (noch!) nicht optimale Hochstarthöhen. Dies liegt aber daran, dass ich vom Hang komme und das fliegen in der Ebene nicht gewohnt bin. Aber ich arbeite dran und bin sicher, dass noch hinzukriegen.
Klappen leicht negativ gesetzt und die Post geht ab. Wieder gilt, gegen eine Estrella etc. keine Chance, aber gegen einen Soarmaster schon.

-Wölbklappen, wie tief gehen die zur Landung runter, die Wirkung allgemein...
Ich kann die unten angeschlagenen Wölbklappen 85 Grad absenken (mit 140% Servoauschlag). Ist aber gar nicht notwendig. 70 Grad reichen nach meinem Empfinden bei weitem. Der K2 bleibt auch beim Butterfly gut steuerbar, ich habe nicht mal die Differenzierung oder Expo ausgeblendet.

-der Rest der euch noch dazu einfällt(Ausstattung, etc)...
Was fehlt ist ein guter Hochstarthaken und verstellbare Ruderhörner. Die Ruderhörner gibts in jedem besseren Modellbaugeschäft, der Hochstarthaken z.B. bei Euromodell. Alle Übergänge sind sehr passgenau, ich in nicht nur einmal gefragt worden, ob es ne Voll-GFK-Maschine ist. Liegt natürlich auch an der von mir eingebauten Dichtlippe bei den Wölbklappen (würde heute Spaktabdeckband nehmen, halt viel weniger Arbeit), die eine enstprechende Optik vermitteln, aber die Oberflächengüte ist schon als maximal möglich mit Folie zu bezeichnen.

Fazit:
Mit etwas Nacharbeit und ein paar zugekauften Teilen erhält man ein F3J-Modell, das im täglichen Betrieb ganz problemlos ist und mit dem man auf Wettbewerbe gehen kann. Man sollte nur nicht erwarten, mit Estrellas, Escapes etc. bei kniffligen Bedingungen ganz mithalten zu können.

Hans

Humanik
12.06.2002, 09:33
Wow, das ging ja schnell!
Danke für die Antwort! Hast du vielleicht Fotos von dem Modell? Auf der Seite von fvk gib es nur eines. Oder kennst du einen Ort im Internet wo man den Flieger sehen kann?

Ciao, Alexander

ulli_b
12.06.2002, 10:44
Ich fliege den Soarmaster seit ca. einem Jahr und habe folgende Erfahrungen gesammelt:


-Bauphase, wie seid ihr zurecht gekommen (Probleme?) Kann ich nicht viel zu sagen, weil ich den Vogel gebraucht erstanden habe. Soweit mir bekannt, ist das Ausarbeiten des Woelbklappen- und Querruder-Spaltes eine recht knifflige Angelegenheit.Hierzu hat sich Udo Fiebig aber mit wertvollen Tipps auf der Graupner HP ausgelassen. Der Vorfertigungsgrad ist sicher nicht mit dem des K2 vergleichbar.


-Flugeigenschaften, Handling (besonders Kreisflug), Geschwindigkeitsbereich, Festigkeit (Windenstart) Flugeigenschaften uneingeschraenkt spitze!! Sehr sehr gutmuetig, fliegt Kreise wie'n HLG. Sinkgeschwindigkeit im Kreisflug ist erstaunlich gering. Bin bislang noch von keinem anderen Modell (auch HLG's) ausgekurbelt worden. (leider hab' ich noch keinen K2 im Vergleich gesehen) Der Geschwindigkeitsbereich ist relativ gross. Hoechstgeschwindigkeiten kann man aber nicht erwarten. Bei negativen Klappen marschiert er sehr gut zwischen den Baerten. Stellt man ihn auf den Kopf wird die Geschwindigkeit nicht uebermaessig hoch, was wohl an dem relativ dicken und stark gewoelbten Profil liegt. Bei staerkerem Wind ist unbedingt Ballastieren (bis zu 1 kg) angesagt. Die Thermikleistung ist auch ballastiert noch sehr gut.
Festigkeitsprobleme sind nicht zu erwarten. Die Flaeche ist fuer Standardbauweise sehr steif.


-Wölbklappen, wie tief gehen die zur Landung runter, die Wirkung allgemein Man sollte den Woelbklappenspalt breiter machen als in der Bauanleitung angegeben. Entsprechend dem Vorschlag von Philip Kolb (auch von graupner-HP downloadable), dann ist Butterfly sehr wirksam. Bei nach Anleitung erstelltem WK-Spalt ist die Butterflywirkung nicht besonders. Der Flieger kommt zwar gut runter, aber fuer Ziellandungen nicht geeignet.

Mein Fazit:
Ein Flieger fuer alle Lebenslagen insbesondere bei schwaechsten Bedingungen bleibt er deutlich laenger oben als die meisten anderen Flieger. Folgende (mit Einschraenkungen vergleichbare) Modelle habe ich schon im direkten Vergleich gesehen: Caracho 3,3, Rainbow, FS-16. Der Soarmaster konnte sich immer am besten oben halten. Wenn's richtig haemmert macht er ballastiert auch noch sehr viel Spass.

Gruss
Ulli

Humanik
12.06.2002, 12:57
Danke für die Antwort!
Bin grad mal meine Kataloge durchgegangen und vielleicht sollte man den Soaring Star noch mit aufnehmen. Wer kennt den schon?

Ciao, Alexander

principle
14.06.2002, 12:26
Hmm, gar nicht verkastet, und das bei dem Preis? Muß man da die Folie aufschneiden, um nachzubessern? Irgendwie scheinen da doch einige Einsparungen getroffen worden zu sein.

Anderes Beispiel: Sierra F3F von ED. Als F3F Modell mit 2,5m Spannweite soll der nur 1,3 kg wiegen, abflugfertig. Genialer Leichtbau oder einfach nicht viel (genügend) Material verbaut?

Zum Vergleich: Der Wizzard Compact 2, ebenfalls 2,5 m aus GFK wiegt leer mindestens 1,5 kg. Werden nun an einen Sierra "F3F" geringere Anforderungen an die Festigkeit gestellt als an einen Wizard? Im Flug sicherlich nicht.

Warum wird nun ein F3F Flieger in Styro-Pappel Bauweise nicht zumindest vom Materialeinsatz so gebaut, daß man zumindest vom Gewicht in der gleichen Kategorie ist?

principle


Original erstellt von haru:
Hallo,

Einziger Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Klappen weder an der Fläche- noch an der Ruderseite verkastet sind. Ich habe die Folie aufgeschnitten und mit einem nitro-gretränkten Lappen ausgehölt und in die Klappen ein oval gepresstes Alurohr eingeharzt. Dann 2 Lagen 80 gr. Matte in die Flächenseite, dicke PE-Folie dazwischen und durch Vollausschlag der Klappen(Wölbklappen nach oben, Queruder nach unten) eingepreßt. Laut Herrn Foster von FVK sind diese Maßnahmen unnötig, die Fläche und die Klappen sei auch so stabil genug. Bei der wirklich stabilen Fläche glaube ich das, aber die Klappen wären mir zu weich gewesen.

Hans