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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Crash am Katapultgummi - Warum?



Helmut Stettmaier
24.06.2002, 13:05
Hallo Freunde,
am Samstag habe ich leider meinen Sambal völlig zerschmissen. Ich hatte ihn schon ein paar mal am Katapult-Gummi gestartet; beim definitiv letzten Mal ist er dann nicht gestiegen (senkrecht 40 oder 50m hoch wie die Starts davor) sondern einfach geradeaus weitergeflogen und mit sehr hoher Geschwindigkeit unter flachem Winkel eingeschlagen; dabei fädelte er mit der linken Tragfläche ein - genau so sehen die Überreste auch aus.

Jetzt zur Frage:
Da das Katapultgummi vollkommen entspannt beim Häring rumlag und auch die Einschlagstelle offenbar keine 2m vom Häring entfernt war (auf der mir abgewandten Seite) gehe ich nicht davon aus, daß das Modell das Ausklinken vergessen hat - soweit man das in einer zehntel Sekunde wahrnehmen kann ist mir auch nichts entsprechendes aufgefallen, das Modell ist einfach weitergeflogen und hat dann mit seiner Fläche um sich geworfen.
Grob vertrimmt war das Modell auch nicht; ich hatte zwar einige Einstellungen verändert, die betrafen jedoch nicht EWD etc.
2 Flüge davor war er mal aus vielleicht einem knappen Meter Höhe heruntergefallen (senkrecht, die Querruder-Bremse war falsch eingestellt), hatte aber keinerlei sichtbare Beschädigungen davongetragen, ein Rudercheck verlief auch ohne Befund.
Die Befestugung des Katapultes am Modell, ein Stift im Messingröhchen, ist etwa in der Mitte zwischen Rumpfspitze und Schwerpunkt angeordnet.

Kann sich jemand enen plausiblen Grund vorstellen, warum das Modell einfach geradeaus ins Verderben flog, ganz anders wie die 5 oder 6 Starts zuvor?

2. Frage: Was würdet Ihr als Nachfolger vorschlagen? Eigentlich ist der Sambal (als Bayer nenn' ich ihn eigentlich "Zambbal") ein recht nettes Gerät, aber ich bin auch für andere Vorschläge dankbar.

Schöne Grüße und herzlichen Dank im Voraus,
Helmut

Daniel Gut
24.06.2002, 14:07
Hallo Helmut

Mein beileid zu Dein verlust, sowas kann ganz sicher den ganze Wochenende versauen.

Was mich in sinn kommt ist dass es SEHR warm war und bei voll GFK/Kohle/Kevlar Modell kann die Sonne z.B den Rumpf schnell verzögern. Bei diese Hitze Wäre 10 Minuten schon genoeg um den Rumpf nach unten zu biegen (wenn es im gras liegt) und ist das Modell denn Automatisch tief getrimmt.

Dass das Modell Senkrecht gestartet hat mit dem Hacken so weit vorne ist erstaunlich und meine Meinung nach war den Hacken besser platziert für ein ca.20 bis 30° Catapult als für ein Hochstart, aber daran liegt das Problem nicht.

Nachfolger: Focus von Aerosport Becker
http://www.aerosportbecker.de/

Gruss

Daniel

hbe
24.06.2002, 15:31
Hallo Helmut,
zunächst auch mein Beileid, obwohl unser Sambal einiges ab kann.
Es gibt eigentlich nur folgende Erklärungen:
1. Das Modell war nicht so ganz richtig eingeschaltet. ( Wem ist das noch nicht passiert, wenn man ehrlich ist?)
2. Der Akku hat versagt ( kommt schon mal nach nem Absturz vor, Kaltlötstelle!)
3. Die Höhenleitwerksverklebung hat sich vorne gelöst, was die EWD veringert.
4. Bei einem der Abstürze hat sich die Stabilität des V-Winkels im Leitwerk deutlich veringert oder eine der Schalenverklebungen im Leitwerk hat sich dadurch gelöst. Dann entsteht ein Unterschneide-effekt. Wir haben auch einen schönen Nachfolger im Programm: Minimach mit 1,64 m und noch schöneren Flugeigenschaften, abnehmbarem Leitwerk und auf Wunsch auch mit 4 Klappen. "News" auf unserer Homepage. Mehr in einem persönlichen Gespräch.
HB

Schmidie
24.06.2002, 16:03
hai helmut

mir ist es schon passiert das bei einer sehr harten "landung" der servohebel übergesprungen ist. wenn dadurch das ruder dann auf "tief" steht hast du keine chance. der letzte flieger der so sein leben ausgehaucht hat war mein tercel. so schnell kann man gar nicht ziehen wie es nach unten geht :(

Gast_00010
24.06.2002, 16:28
Wenn dein Modell 2m hinter dem Häring lag hat es sicher nicht das Ausklinken vergessen sondern die Ursache muß wo anders gesucht werden.

Wie lang ist denn dein Gummi und wie lang das Seil?

Ich hatte mal einen ähnlichen Fall mit der MiniEllipse (ist aber sehr glimpflich verlaufen). Ursache war hier eine falsche Trimmung. Bei diesen Beschleunigungen kommt es wirklich auf Millimeterbruchteile an, weswegen z.B. eine falsche EWD durch Erwärmung nicht sooo abwegig wäre.

Helmut Stettmaier
24.06.2002, 17:54
Hallo Freunde,
erstmal Danke für die Antworten bis jetzt.

@Daniel: Temperatur... schwer vorstellbar. Das hätte schon die Flüge vorher auftreten müssen. Vom Focus habe ich schon öfter gelesen, der steht neben dem Zambbal auf der Ersatzbeschaffungsliste. Das senkrecht Aufsteigen erfolgte natürlich erst nach dem Ausklinken, von selbst (na, bis auf einmal).

@Herr Einck: (Ich hab den Vogel Ende September 2000 in München von Ihnen gekauft...) Also: Das Einschalten hab' ich auch schon mal vergessen, aber dieses mal definitiv nicht, denn vorher flog er ja - und versehentlich ausgeschaltet hab' ich ihn auch nicht - ich erinnere mich, die Elektrik an den Tümmern ausgeschaltet zu haben. Den Akku werde ich heute abend überprüfen (...hatte gestern keinen Nerv dazu). Das Leitwerk flog zwar extra durch die Gegend, aber es hing noch ein Stückchen Rumpf dran - die Verklebung ist einwandfrei, ebenso das Leitwerk in sich (V-Winkel etc.); es kommt in meine "Hall of ...naja".

@Markus: Der HR-Servohebel war im Winter mal gebrochen. Das war aufregend. Jetzt war er sicherlich in Ordnung, da ich bei jedem Check dies besonders überprüfe, denn da hatte ich schon mal spezifische Schwierigkeiten (das Servo lockerte sich, bis ich es mitsamt seinem "Sockel" endlich mit Silikon einpappte). Nein, das war ganz bestimmt in Ordnung.

@Jürgen: 6..7m 11mm-Gummi (der blonde), 2.5 oder 3m Leine. Ich muß zugeben, ich war leichtsinnig und habe richtig fest gezogen (die anderen Male aber auch). Ein Verzug hätte die Flüge vorher auch schon auftreten müssen, denn das Modell flog in dieser Hitze vorher ja ganz gut.

Tja, ich hätte gedacht, es kommt irgendwas von "Strömungsablösung am Leitwerk unter gewissen Bedingungen" oder so ähnlich, aber so eine tolle Entschuldigung, die mich reinwaschen könnte, scheint's nicht zu geben - ich muß wohl selber schuld sein... Ich werde heute oder morgen abend noch "in die Pathologie" gehen, vielleicht finde ich noch eine gaaanz einfache Erklärung - dann melde ich mich nochmal.

Danke und schöne Grüße,
Helmut

AirWolff
24.06.2002, 18:37
es gibt noch eine Möglichkeit ... aber im Nachhinein schwer zu prüfen.

Beim Ersten Crash hat ein Servogetriebe einen Knacks mitbekommen. Der Rudercheck sieht noch gut aus, bei Druck (im Hochstart kommt einiges zusammen) gibt es dann plötzlich nach. Das passiert auch nicht sofort, sondern kann nach einigen Starts auftreten.

Mich überrascht jedoch, daß die Fläche eingefädelt hat.

Andreas

Helmut Stettmaier
25.06.2002, 10:29
Hallo Freunde,
ich hab' die Überreste gestern abend noch untersucht. Die gesamte RC-Anlage ist in Ordnung. Auch unter mechanischen Belastungen, soweit mit Händen und Fingern simulierbar, brachten kein Versagen (z.B. Getriebefehler).

Nur eines ist mir aufgefallen: Der Akku hatte ca. 1cm Bewegungsfreiheit nach vorne, also ein Baufehler, der allerdings bisher nicht aufgefallen war - ich hab's erst gemerkt, als die Rumpfspitze entfernt war. Beim Einbau habe ich selbstverständlich darauf geachtet, daß der Akku vorne einen Anschlag hat, aber vielleicht hätte ich untersuchen müssen, wodurch der Anschlag verursacht wird: Ist es tatsächlich das vordere Ende des Rumpfes oder ist es vielleicht nur ein kleines Stück verhärteten Gewebes, das bei der Naht absteht und an dem die Schrumpfschlauch-Hülle hängen blieb oder irgend was anderes? Rausnehmen und Nachmessen hätte das sicherlich geklärt. Da es bis auf letzten Samstag keine "Landungen" auf der Rumpfspitze gab, ist dieses Problem einfach nie rausgekommen. Bei dem - eigentlich harmlosen - senkrechten Aufschlag könnte der Akku dann siene Freiheit zum ersten mal in Anspruch genommen haben; eine Schwerpunkt-Überprüfung auf der Wiese ist jedoch nicht möglich und ich sah auch keinen Anlaß dazu. Der nun verschobene Schwerpunkt würde fast alles weitere erklären, nur eines nicht:
Zwischen dem Mini-Absturz und dem Crash-Start lag meiner Erinnerung nach ein weiterer Start; hab' ich da nur Glück gehabt (und den verschobenen Schwerpunkt nicht gemerkt)? Kaum, so wenig sensibel bin ich nun doch nicht mehr. Oder hat mir die Erinnerung nur einen Streich gespielt, und der Start dazwischen fand garnicht statt? Kann natürlich sein, aufschreiben tut man sowas ja nicht.
Mit letzter Sicherheit werde ich die Sache wohl nicht aufklären können.

Herr Einck: Könnten Sie bitte einen Tipp hier reinstellen, wie man die Akku-Sicherung am besten macht? Der Zambbal hat ja keine Aufstecknase und der Einbau des Akkus erinnert mich ein wenig an das Laden einer Kanone... Eigentlich gefällt mir so eine einfache (russische) Lösung besser als alles komplizierte, aber hier muß wohl ein Trick her.
Einen richtigen Spant einkleben oder gar schrauben möchte ich nicht, denn das hält nicht (platzt ab oder verschleißt viel zu schnell) und ich möchte den Akku ja wieder rauskriegen. Gibt's da was zu lernen?

@Andreas: Das Modell kam halt nicht mit vollkommen waagrechten Flächen an, die linke war etwas tiefer und hat den Boden zuerst berührt, wahrscheinlich an einem Grasbüschel; sie wurde nach hinten weggerissen (incl. Holm).

Schönen Dank für Eure Hilfe, das nächste mal melde ich mich sicherlich wieder unter erfreulicheren Umständen!
Helmut

hbe
25.06.2002, 12:38
Hallo,
das erklärt fast alles. EIne Anlage sollte fest sitzen, d.h. mit wenig Spiel. Da der Akuu nicht fest verstopft war, konnte er beim anbeschleunigen auch etwas nach hinten rutschen und so den Steilanstieg begünstigen. Nach dem Crash war er vorne fest geklemmt und konnte den Schwerpunkt nach vorne schieben. 140 g x 1cm bedeuten ungefähr 2- 2,5 mm Schwerpunktverschiebung beim Sambal. Das reicht zum STeigen oder unterschneiden je nach Ausgangslage.
Und hier der gewünschte Tip:
Im Bereich des normalen Hochstarthakens, d.h. im Bereich des Rumpfausschnittes ein ca. 6 mm dickes, ca. 10 langes und unten der Rumpfform angepasstes Sperrholzbrett einharzen. Dieses Brett kann den Hochstarthaken halten. AUßerdem sollten 1 oder 2 Einschlagmuttern von unten eingebaut sein. In diesen kann man den Ballast, z.B. Bleiplatten oder Messinggewicht mit einer Schraube gut sichern.
Akku und Empfänger können an einer flexiblen Leiste (z.B. GFK.Platine 1cm breit) mit Tesaband befestigt werden und ebenfalls verschraubt werden. Die Leiste dient dann auch dem leichteren Ein- und Ausbau. Trotzdem sollte der Rest mit Schaumstoff verstopft werden.
Viel Spaß den noch flugtüchtigen ZZZZZammbalssssss und dem Nachfolger beim Helmut. Vielleicht muß ich ja noch nen Fredrabatt raustun.
Tschö HB