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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : HLG Problem



TurboSchroegi
02.07.2002, 09:18
Hi !

Ich habe einen (ur)alten HLG (2-Achs mit V-Leitwerk) aus der Schrottkiste wiederbelebt. Rumpf hergerichtet, Flächen neu bespannt, neues V-Leitwerk. Jetzt krieg ich das Ding nicht mehr zum fliegen - das gibt's doch nicht ! :mad:

Also: das Ding war schon immer recht giftig auf Seitenruder. Ich denke es liegt vor allem daran, weil er einen relativ langen Rumpf für die Spannweite hat (110 cm Rumpf bei 160 cm Spannweite)

Beim "Erstflug" hing er immer stark am Höhenruder und in Neutraltrimmung bekam er die Nase nicht hoch. Nach einigen Schwerpunktexperimenten dann das Fazit: EWD stimmt nicht mehr (hab keine Ahnung mehr was der Flieger hatte).

Also vorne an der Fläche untergelegt (weil V-Leitwerk fest auf 0 Grad eingeklebt) und nochmal geflogen.

Holldrio ! Strömungsabriss und trudeln bei der kleinsten seitlichen Steuerbewegung. Das Landen gleicht einem Abfangmanöver mit Abfangkurve auf der Wiese ;)

Das V-Leitwerk hatte einen Winkel von 110 Grad. Ich bin auf 120 Grad hochgegangen, weil ich eine 110 Grad Auflage nicht fräßen kann :) Kann das ein Problem sein ?

Ich habe mir vorgenommen den Rumpf zu verkürzen (auf 80 cm) und die EWD hinten und vorne einzustellen. Was haltet Ihr davon ?
(Sollte das auch nicht funktionieren, schmeiß ich den Geier wieder weg - aber nich am Hang, sonder in die Tonne)

Achja das Profil: keine Ahnung. Irgendwas mit glatter Unteseite ... Anyway ...

Grüße TurboSchrögi

Raphael
02.07.2002, 10:09
Schwerpunkt nach vorne und zwar deutlich

TurboSchroegi
02.07.2002, 11:01
Hi Raphael !

Ich weiß, der Schwerpunkt fällt einem als erstes ein (sieht ja auch fast so aus, wenn ein Geier schwanzlastig ist ;) ). Hab auch schon daran 'rumexperimentiert.

Meine Vermutung:

Situation:
a) V-Leitwerk auf 0 Grad
b) deshalb EWD Erhöhung an der Tragfläche
c) im Kurvenflug recht giftig (weil recht langer Rumpf)

Fazit:
Strömugsabriss in der Kurve, weil viel Höhenruder und deshalb langsam und weil der Anstellwinkel recht groß ist und das Profil eher "dick" ist (Re-Zahl!) und bei solchen Profilen die Strömung eher zum abreissen tendiert.

Was haltet Ihr von dieser Erklärung ? Kann das sein ?

Grüße Helmut

Frank R
02.07.2002, 20:08
Hallo Helmut,

giftiges Verhalten in der Kurve würde ich (sofern die Fläche nicht ganz ungünstig verwunden ist) auch dem Schwerpunkt zuordnen.

Wo liegt denn Dein SP im Vergleich zur Flächentiefe, und welche Pfeilung hat die Fläche?

Welche EWD hat Du?
(P.S. EWD= Winkel zwischen den Profilsehnen incl. der Trimmstellung des Höhenruders, nicht Flächenunterkante!)

Sofern alle Schwerpunkvariationsmöglichkeiten bereits ausgeschöpft sind, kann man den Vogel auch durch Verwinden der Fläche (außen auf kleineren Anstellwinkel als innen) oder mit Kreppband als Turbulator im Außenbereich der Fläche zahmer machen.

Gruss
Frank

Peer
03.07.2002, 19:32
Hallo Turbo,
das klingt alles nach einem schönen Batzen Ärger -
insbesondere der Öffnungswinkel des V-Leitwerks
ist nach meinen, mittlererweile lngjährigen
Erfahrungen für ein langsam fliegendes Modell zu
groß -> 100-105 Grad halte ich für die beste Zahl

Schwerpunkt -> erstmal bei 35 % der Flächentiefe
ansetzen (evtl. vorh. Pfeilungen berücksichtigen)

Leitwerkshebelarm -> nicht kürzen, wird sonst noch
giftiger. Sieh Dir mal aktuelle HLGs an: lange
Hebelarme, die schon fast krank aussehen, aber
richtig gut funktionieren. (Wurfmäusele, etc...)

Bei deinen Mischern nachsehen, ob Du nicht
versehentlich irgendwie zuviel Höhe zur Seite
zugemischt hast - kommt vor und ist ebenfalls
nicht so Spitze...!

Viel Erfolg

Peer

chaos-pilot
03.07.2002, 20:56
Hi Schroegi,

eine mögliche Ursache, neben dem SP ist auch die fehlende oder falsche Differenzierung bei Seitenruderausschlag.
Definier auf Deiner Anlage das Ganze als Querruder, gemischt mit Höhenruder und dann so differenzieren, dass der Ausschlag nach unten nicht größer ist als der nach oben.

Gruß Andreas

FBU
03.07.2002, 21:19
Also deiner Beschreibung nach, würde ich den Schuldigen zuerst beim Schwerpunkt suchen.
Hau mal ein paar Gramm Blei in die Nase. Der Richtwert von 35% der Flächentiefe ab Nasenleiste ist zum Einfliegen schon mal nicht verkehrt und auf der sicheren Seite.
Die EWD sollte so um die >+2Grad liegen. Peil vielleicht auch mal von vorn über die Flächenunterseite (von Nasen- zur Endleiste)ob sich beim Bügeln kein Verzug (=verdrehter Flügel) eingeschlichen hat.

So müßte das Ding zumindest schon mal fliegen. Der Rest ist dann Feinschliff

Jan
03.07.2002, 23:05
...ich vermute einen Baufehler, falls der Schwerpunkt nicht die Ursache ist. Vielleicht eine umgekehrte Verwindung? Außen an den Flächenenden mehr EWD als an der Wurzel? Könnte das schon erklären. Erst mal Schwerpunkt nach vorne... Dann messen.

TurboSchroegi
04.07.2002, 08:18
Hi !

Danke für Eure Antworten! Vor allem das
mit dem Verzug durch bügeln und die Differenzierung am Seitenruder hören sich interessant an :rolleyes:

Ich meld mich wenn ich's gecheckt habe.

Grüße Turbo

TurboSchroegi
09.07.2002, 12:58
Hi !

Zur Info: E R F L I E G T W I E D E R !!

Und wie ! Viel besser als vorher und hat jetzt auch etwas mehr Durchzug obwohl man das Ding immer noch richtig langsam machen kann. Ausserdem ist er überhaupt nicht mehr kritisch. Voll ins Seitenruder (2-Achs, V-Leitwerkler) gegriffen fliegt er eine schöne :) Kurve nach unten aber dann einfach etwas Höhenruder und gerade richten und weiter geht's - immer super steuerbar!

Ich habe die EWD verkleinert und den Flügel mit dem Föhn ;) geschränkt. Er hat jetzt an der
Wurzel 2,5 Grad, an der Hälfte des Flügels 1,5 Grad und läuft zum Ohr hin auf 0 Grad aus!

Grüße Turbo

P.S. Das wäre doch gelacht gewesen :p