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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Torsion bei Acroseglern



eges
16.01.2008, 20:00
Hallo

Gibt es jemand der vergleichen kann zwischen der Torsionsfestigkeit bei Flächen die mit der 3D-Box aufgebaut sind und Flächen die vollständig mit Carbongewebe ausgelegt sind?

Gruß eges

Stefan Siemens
17.01.2008, 10:37
Hallo eges,
über die Bedeutung des Flügels hinter dem Holm für die Torsionsfestigkeit kann ich nur spekulieren. Fakt ist, dass eine geschlossene D Box vor dem Holm mit diagonal verarbeitetem Carbongewebe wichtig für die Torsionsfestigkeit ist. Die Betonung liegt auf "geschlossen" und "Diagonal". Eine deutliche Verbesserung beim Schalenflügel lässt sich durch den Einbau von 2-3 Rippen erzielen.
Hinter dem Holm sind die Servoschächte, die man ebenfalls mit Rippen abschließt, um geschlossene "Röhren" zu bekommen. Wieder von großer Bedeutung ist das Carbongewebe in den Ruderklappen, Kombiniert mit einem Ruderabschlusssteg, dieser ggf. aus Carbonschlauch über einen Depron- oder Styrokern gezogen. So werden die Ruder selbst torsionssteif. Bei meinem 4m Discus habe ich so einen Steg nachträglich vor den schon vorhandenen Balsasteg gesetzt und eine deutliche Verbesserung erreicht.
Wenn also die D Box und das Ruder in Carbon ausgeführt werden soll, bleibt nicht mehr viel über. Daher baue ich die Schale komplett in Carbon.
Das gilt für Schalenflügel ebenso wie für Styro-/Holz Flügel,
Stefan

elektroniktommi
17.01.2008, 11:05
Faustformel: Je mehr Fläche umschlossen ist, desto fester ist es.

Steffen
17.01.2008, 11:07
Faustformel: Je mehr Fläche umschlossen ist, desto fester ist es.
Genau. Und da die Fläche vor dem Holm über den Daumen gepeilt so groß ist, wie die dahinter, kann man mal einfach vo einer Verdoppelung ausgehen :)

Ciao, Steffen

MarkusN
17.01.2008, 11:16
Andererseits: Ein Torsionskasten mit grossen, fast ebenen Flächen bekommt schnell ein Beulproblem (Deswegen Stefans Hinweis mit ein paar Rippen.)
Ich würde also auf die Verdoppelung, insbesondere der Torsionsfestigkeit nicht unbedingt wetten.

Steffen
17.01.2008, 11:34
Naja gut, eine hinreichende Schalendicke habe ich jetzt einfach mal vorausgesetzt :D. Stabilitätsprobleme sind halt ein Thema, was als darüber liegendes Problem auftritt.

Wobei ich ermute, dass es dem Fragesteller eh weniger um Festigkeit als um Steifigkeit geht.

Denn Festigkeitsauslegungen auf Torsion hat man bei Modellflugzeugen normalerweise nicht. Habe ich jedenfalls noch nicht erlebt...

Ciao, Steffen

eges
17.01.2008, 14:41
Hallo

ich möchte einen Foxflügel, Spw 5,6m aufbauen. Neben dem finanziellen Aspekt soll der Flügel möglichst leicht werden. Daher die Frage wegen der Torsionsfestigkeit bei Verwendung der 3D-Box.
Ich plane Carbongewebe 93g bis zum Hauptholm einzulegen und hoffe daß der Flügel verdrehsteif wird.

Gruß eges

CG-Willi
17.01.2008, 15:47
Hallo Eges,

vielleicht ist ja 100 g Kohle Biaxialgelege für Dich interressant. Dürfte vermutlich etwas leichter sein im Laminat als das 93g Kohlegewebe, sowie etwas steifere (Torsion) Fläche geben. Bei Deiner Fläche liest Du dann bei ca. 25€/m2 für das Biaxialgelege.

Gruß
Claus

Stefan Siemens
17.01.2008, 15:51
Hallo Eges,
billig wird bei so einem Bomber schon schwierig. Welche Profildicke ist vorgesehen?
Ein Beispiel: Für meinen 4m Discus mit 9% Dicke durchgehend habe ich 163er Carbon diagonal bis ca. 1/3 des Flügels eingebaut, nach aussen dann 93er Carbon diagonal.
Bitte nicht aus Kostengründen in 0/90 Grad Faserverlauf verarbeiten, dann kannst Du es auch gleich lassen.
Die 163er Carbon ist bezahlbar, wird aber leicht mit zu viel Harz verarbeitet (Gewebe vorher wiegen und dann die gleiche Menge Harz) Im Innenflügel stört das Gewicht nicht so sehr. Damit kann man leben.
Rechne Dir mal aus, was es mehr kostet, wenn Du den kompletten Flügel in Kohle baust. So viel mehr wird das wohl nicht sein, vor allem nicht im Verhältnis zu Arbeitsaufwand und Kosten im übrigen. Aussen leicht ist wichtig, ganz klar, daher hier die 93er Carbon. Ich würde auf keinen Fall auf Carbon in den Rudern verzichten. Und Torsion ist ein Thema, wird nur nicht immer bemerkt. Mancher Flieger bremst in einem engen Abfangbogen (z.B. Turn) stark oder die Ruder flattern, der Grund: Die Verwindung des Bauteils.
Da ich vermute, dass Du einen Positivflügel baust, solltest Du eine Beschichtung mit 56er Feingewebe Glas ins Auge fassen, das gibt der Schale Festigkeit, weil hier ein Sandwich entsteht, wie beim Flügel aus der Form. 28er Glas wird nicht viel leichter, weil das Gewebe lockerer ist und mehr Harz zieht.
Stefan

Stefan Siemens
17.01.2008, 15:54
Hallo GG, wo gibt es 100er Biaxial in Kohle für den Preis? Das könnte in der Tat etwas sein, wobei man Biaxial besser auf einer Folie tränkt, dann umdreht und auf dem Bauteil nachtränkt.
Stefan

Klaus Jakob
17.01.2008, 17:15
Hallo Stefan,

preiswertes Gelege kaufe ich bei Haufler. Ein Problem könnten die für uns üblichen kleinen Mengen sein. Ruf mal an, Frau Haufler ist sehr nett.

Servus
Klaus.

eges
17.01.2008, 20:03
Hallo

dasBiaxgelege werde ich verwenden. Ich probiers erstmal mit der 3D-Box. Um den Flügel leicht zu bekommem werde ich 1,5mm Balsa, bespannt mit der sehr leichten Jamarafolie verwenden.
Die Flügel meines aktuellen 5,6m Fox sind extrem schwer. Jede Drehung um die Längsahse benötigt enorme Energie. Auch das Einfangen nach snaps ist mehr Glückssache.

gruß eges

CG-Willi
17.01.2008, 20:04
Hallo Stefan,

bei R&G kosten 10m 60cm breit 153,03 €, sind dann so ca. 25€ /m2.

Gruß
Claus