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  • Die Arbeitsgemeinschaft Modellbau in Bad Salzungen

    Modellbau in Bad Salzungen

    Andreas Hornung




    W
    ie bereits im Beitrag über den MSV "AeroNautic" Bad Salzungen e. V. angekündigt, beschreibe ich nun genauer das Konzept unserer Arbeitsgemeinschaft und die Hintergründe.


    Modellbau von Grund auf


    Das Konzept der Bad Salzunger AG-Modellbau sieht vor, dass die Schüler ihre Modelle von Grund auf aus Rohmaterialien bauen, um so den größtmöglichen handwerklichen Bildungseffekt zu erzielen. Schließlich geht es einerseits darum, die Schüler auf den Bau der nachfolgenden Modelle vorzubereiten, andererseits soll jeder Schüler, auch wenn er die AG nur zum Schnuppern oder für den Bau eines Modells besucht hat, etwas lernen.

    Aus unserer Sicht mindert ein hoher Vorfertigungsgrad die Bildungschancen. Besser ist es, Hilfsmittel und Methoden zu entwickeln, die es den Schülern erleichtern, qualitativ hochwertige Modelle zu fertigen. Die Beschäftigung in der Jugendarbeit hat Andreas Hornung dazu animiert, solche Hilfsmittel und Methoden zu entwickeln. Dieser Thematik hat er eine Beitragsserie in der Thermiksense, dem Fachmagazin der Freiflieger gewidmet.

    Die Herstellung einzelner Bauteile ist wesentlich lehrreicher als die Montage vorgefertigter Einzelteile. Außerdem verbessert die Fertigung solcher Bauelemente das Handling bei der späteren Montage der Modelle, da die Schüler die Komponenten nicht zum erstem Mal in Händen haben. Man muss aber beachten, mit welch geringer handwerklichen Vorbildung und minimalen motorischen Fähigkeiten Schüler heute zu uns kommen. Die Montage vieler Bausätze würde die meisten Schüler vom ersten Moment an überfordern. Sie könnte nur mit individueller "Einzelbetreuung" vonstatten gehen.
    Sicher gibt es Ausnahmetalente oder gute Konzepte, die es ermöglichen, auch Bausätze von Schülern montieren zu lassen, aber wir haben uns aus den genannten Gründen auf das Konzept "Modellbau von Grund auf" festgelegt, mit dem gute Erfahrungen gemacht wurden.

    Natürlich ist es manchmal nicht einfach, die Motivation aufrecht zu erhalten, aber Bequemlichkeit hat noch niemanden im Leben voran gebracht. Um Schüler zu motivieren am Ball zu bleiben, wurde die Regel aufgestellt, dass erst das fertige Modell in den Besitz des Schülers übergeht. Außerdem werden den Eltern Empfehlungen gegeben, wie sie zur Motivation ihrer Sprösslinge beitragen können. Durch modellsportliche Aktivitäten entsteht automatisch der Wunsch nach weiteren Modellen.

    Gerade im Freiflugmodellsport ist es hilfreich, mehrere Wettbewerbsmodelle zu haben. Dies kann beschleunigt werden, wenn das zweite Modell mit Hilfe eines Bausatzes gebaut wird. Wir empfehlen den Eltern, die Anschaffung eines Bausatzes in Aussicht zu stellen, sofern das erste Modellprojekt im Rahmen des "Modellbaus von Grund auf" zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht wird. Somit erzielen wir die nötige Motivation, und der Schüler kommt damit relativ zügig zu zwei einsatzfähigen Flugmodellen. Das dritte Flugmodell soll dann wieder nach Plan gebaut werden, um die handwerklichen Fähigkeiten weiter zu verbessern und das bisher Erlernte zu festigen. Man sieht also, dass wir flexibel sind, und den Bau von Modellen aus Bausätzen nicht kategorisch ausschließen. Mit der nötigen Vorbildung ist der Bau eines Flugmodells auf Grundlage eines Bausatzes möglich, und als Anreiz eignet es sich ebenfalls.



    Mit dem Modellbau, ob nun von Grund auf, oder auf Grundlage von Bausätzen, möchten wir den Kindern und Jugendlichen auch die Wertschätzung für das selbst geschaffene Produkt der eigenen Arbeit vermitteln, und hegen die Hoffnung, damit eine höhere Wertschätzung aller Hände Arbeit bei unseren Schülern zu erzeugen.

    In der zunehmenden Kommerzialisierung des Modellbausektors sehen wir zum Teil die Gefahr, dass sich weniger mit dem wortwörtlich bildenden Modellbau beschäftigt wird, und mehr das "Spielen" im Vordergrund steht. Auch sehen wir den Nachteil, dass das selbstverständlich von den Eltern für ihr Kind gekaufte Modell ("Spielzeug"), irgendwann seinen Reiz verliert, und somit bei weitem nicht die Bindungskraft zum Hobby Modellbau und Modellsport entfaltet, wie das selbst erbaute Modell - ganz abgesehen davon, dass ein Fertigmodell dem Kind nichts von seinem Wert vermitteln kann.

    Trotzdem möchten wir Fertigmodelle nicht komplett verteufeln. Für uns haben auch sie eine Bedeutung, und gewisse Berechtigung. Ähnlich wie ein Modellbausatz, sind sie geeignet Anreize zu setzen. Ein modellsportinteressierter Schüler kann von seinen Eltern mit der Aussicht auf das gewünschte Modell darin motiviert werden, regelmäßig die Arbeitsgemeinschaft zu besuchen, was wesentlich dazu beiträgt das Modellprojekt möglichst zügig fertigzustellen. Während der Kauf eines Fertigmodells natürlich nichts Kreativitätsförderndes ist - im krassen Gegensatz zum Bau eines eigenen Modells "von Grund auf", so kann man anhand dieses Beispieles deutlich sehen, wie man mit dem Einen, das Andere fördern kann.


    Entwicklung geeigneter Modelle

    Zum Start unserer AG-Modellbau wurden zwei Schiffsmodelle entwickelt mit dem Ziel, einfache Modelle für diesen Zweck zur Verfügung zu haben. Dies wurde nötig, weil uns zum damaligen Zeitpunkt leider keine entsprechenden Pläne vorlagen. Aus Erfahrungen der Vorjahre wussten wir, dass der Bau nach vorhandenen Plänen unsere Schüler überfordert. Deshalb wurden, aus Mangel an Möglichkeiten und Zeit, im Prinzip nur Spanten entworfen und eine Skizze angefertigt.



    Die Absicht, von einem der Schiffsmodelle einen Plan zeichnen zu lassen, scheiterte bisher nicht nur wegen des Fehlens von fähigem Personal, das bereit gewesen wäre dies auf ehrenamtlicher Basis zu tun, sondern auch wegen der fehlenden Zeit. Der Zusammenbau weitgehend vorgefertigter Schiffsmodelle schied für uns aus den geschilderten Gründen aus. Außerdem hätten die Bausätze erst beschafft und, vor allem, auch bezahlt werden müssen. In unseren Augen ein zu teurer Spaß!



    Im Bereich Flugmodellbau starteten wir mit Bausätzen eines Freiflugmodells, die wir im Rahmen der Jubiläumsaktion des DMFV zur Verfügung gestellt bekamen. In unserem Verein hat sich gezeigt, dass die Ausrichtung von F1H-UHU-Wettbewerben in Form von AeroNautic-Schnupperfliegen sehr geeignet ist, Schüler für den Freiflugsport zu interessieren. Da die Leistungsdichte selbst im Einsteigerwettbewerb UHU-Cup schon recht hoch ist, hielten wir das erwähnte Bausatzmodell für nicht dauerhaft geeignet, um Schüler an den Wettbewerbsfreiflugsport heranzuführen.

    Um auch im Freiflug das Konzept "Modellbau von Grund auf" einzuführen, wurde auch hierfür ein eigenes Modell entwickelt und ein entsprechender Plan gezeichnet. Der Prototyp befindet sich momentan noch in Bau, weshalb noch keine Aussagen bezüglich des Ergebnisses getroffen werden können. Auch eine Veröffentlichung kommt deshalb noch nicht in Frage.
    Es handelt sich um eine reine Holzkonstruktion mit einteiligem Ohrenflügel auf Grundlage der Andulka2.
    Für das Zweitmodell wird der Bausatz eines Kleinserienherstellers in Betracht gezogen. Für den Bau weiterer Nachfolgemodelle stehen zwei Pläne zur Verfügung, Andulka2 und Spaßvogel. Außerdem lassen wir die gewonnenen Erfahrungen unmittelbar in die Weiterentwicklung der Modelle und unseres Konzepts einfließen.

    Die Entwicklung bleibt sicher nicht an diesem Punkt stehen, sondern schreitet stetig voran...

    https://msv-aeronautic.jimdo.com/aktion/ag-modellbau/
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