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  • Schleicher ASK-13 - Vorbild und Modell

    Endspurt

    entgegen. Zum Glück nur modellbauerischer Art, denn ansonsten wäre mir als durchschnittlich trainiertem Mitteleuropäer wohl des öfteren die Puste ausgegangen. Es sollten doch noch einmal fast 100 Stunden bis zum Erreichen der Flugfähigkeit ins Land gehen. Da waren zuerst die vielen kleinen Jugendsünden, die es auszumerzen galt. Einzelne Teile waren irgendwie auf Nimmerwiedersehen ins Nirvana entschwunden, und zudem kosteten die Kleinarbeiten wie Höhenruderanschluss, Seitenruderanlenkung über Seile und Umlenkhebel (schließlich sind die Servos dafür hinter den Flächen und unter der Bespannung versteckt) und nicht zuletzt das Ansetzen und Verkleben der großen und zudem noch sphärisch gewölbten Haube auf den Messingrohr-Kabinenrahmen einige Abende.


    Blick in das hintere Cockpit sowie auf den Kabinenrahmen

    Das vordere Instrumentenbrett


    Das hintere Instrumentenbrett ist fertig zum Einbau


    Vorderes Cockpit und die sich mitbewegenden Steuerknüppel


    Die Befestigung des Kabinenrahmens


    Beim Betätigen der Ruder gehen die Knüppel mit


    Der Rohbau Ende 1999 auf dem Flugplatz Dinslaken/Schwarze Heide EDLD


    Ein Original im Hintergrund. Merkt jemand den Unterschied?


    Im Hintergrund unser Janus B

    Nun denn, es regnete oft zu dieser Zeit, und so konnte Anfang Februar des neuen Millenniums lackiert werden! Alles in Ordnung, keine Probleme? Von wegen, wo waren denn bloß die Fotos mit den genauen Lackierungsdetails? Im guten Glauben, das Original in Griffweite zu haben, wurden diese wohl ausgelassen. Inzwischen liegen zwischen Original und Modell ca. 500km, wozu aber gibt es Freunde, die so etwas für einen erledigen können?! Nun war also auch die Lackierung fertig, was für Ausreden gab es noch, den Erstflug hinauszuzögern? Bis auf den RC-Einbau und das Auswiegen keine mehr, und auch diese Arbeiten wurden erledigt.


    Endlich flugfertig! Die Kennungen fehlen hier noch


    Blick ins Cockpit, noch ohne Sitze


    Blick über´s Leitwerk


    Treffen der Generationen: ASK 13 und ASH 26

    Es war soweit! Nach einer Überprüfung aller Teile und Einstellen der Ruderausschläge nach den Originalplänen konnte

    der Erstflug

    geplant werden. Nun ja, geplant wurde weniger, aber ein paar unerwartet freie Tage über Ostern (gehöre ich doch sonst zu den Glücklichen, die auch an Feiertags arbeiten „dürfen“) wurden als Erstflugtermin auserkoren. Also flugs meine ASH-26 und die ASK-13 nebst diverser Notfallteile ins Auto gepackt und ab auf meinen 380km entfernten Modellflugplatz in der Pfalz. Dort angekommen wurden beide Flieger aufgebaut und nochmals durchgecheckt, vor allem die Einstellwerte der ASK-13 wurden erneut genauestens überprüft. Nach kurzem „Warmfliegen“ mit der zumindest den Lesern der MFI bekannten Beineke ASH-26 rollte Vereinskamerad Rainer mit seiner neuen Wilga an den Start. Dann war es soweit: Acht Jahre, 7 Kilo Holz, Bespannung und was sonst noch alles, Hunderte von Baustunden und nicht zuletzt viele Erinnerungen lagen da nun vor mir... Einklinken, Ruderprobe, „und los“ sage ich zu meinem Schlepppiloten. Die Wilga beschleunigt, und trotz anfänglicher Bedenken ob des Widerstandes der Kufe ist die ASK nach wenigen Metern frei und fliegt, nur ein wenig nach rechts zieht sie, aber das lässt sich leicht korrigieren.
    Die beiden sind ein gutes Gespann, und nicht zuletzt durch das Können des Schlepppiloten verläuft dieser erste Start ohne Probleme. Nach dem Ausklinken versuche ich zuerst mittels Rollübungen mich an das Flugverhalten zu gewöhnen. Schmarrn, die ASK-13 fliegt kreuzbrav, ich will nur das Flugbild genießen! Und was für ein Bild sich dem stolzen Piloten dort bietet! Erhaben, ruhig und mit diesem typischen Pfeifen (wobei der Erbauer das eigentlich nicht planen konnte...) zieht sie ihre Kreise; was würde ich darum geben, wie damals dort oben sitzen zu können.
    Ein Flächenwackler ruft mich zurück, ich gebe Gegenruder, kreise nach links ein und die ASK hängt im Bart. Etwas Seitenruder in den Kreis, mit Quer etwas stützen, fast suche ich den grünen Trimmhebel zu meiner Rechten. Ziemlich schwaches Wetter, Blauthermik, aber ich kann langsam Höhe gewinnen, die anderen saufen zu dieser Tageszeit noch gnadenlos ab! Auch wenn ich mich wiederhole: Wie das Original. Kaum habe ich diese Worte gedacht, kippt sie mir über die innere Fläche ab und trudelt fast ein Umdrehung, bevor sie sich von alleine wieder abfängt; Hoppla, also auch das ist wie bei der Großen, die nämlich kann, im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin, der ASK-21, noch richtig trudeln!

    Nun, das soll für den Erstflug reichen, ich nutze die Fahrt und komme zu einem (sehr zahmen) Überflug über den Platz. Ein Pfeifen, ein Rauschen, als würde jeden Moment hinter dem Wäldchen eine „abgesoffene“ K-13 auftauchen, um auf unserem Modellflugplatz zu landen. Im Endanflug setzte ich die Klappen und nach 18-minütigem Erstflug setzt sich meine ASK auf ihr Hauptrad, als hätte sie noch nie etwas anderes getan. Nun ja, mal davon abgesehen, dass mein Fluglehrer wohl wieder ein paar Starts am Doppelsteuer angeordnet hätte, wenn ich damals die große „3-2“ so hingesetzt hätte, aber die Kleine hüpft nur einmal kurz und senkt nach dem Ausrollen im Zeitlupentempo ihre linke Fläche ab.


    Sekunden vor dem Schlepp hinter einer Clark-Piper

    Frenetischer Jubel der Menge, wohl weniger wegen des gelungenen Erstfluges, sondern mehr ob der Gewissheit, dass abends das obligatorische „Erstflugbier“ gesichert ist! Nun, es ist mir egal, voller Stolz trage ich die ASK an ihren Platz zurück.
    An jenem Wochenende (der Wettergott und vor allem die Schlepppiloten meinen es gut mit mir) kann ich 10 Starts mit der ASK-13 in meinem Modell-Flugbuch verzeichnen. Nichts besonderes? Nun, 10 Starts und über vier Stunden Flugzeit, davon alleine zwei Einstundenflüge!

    Man kann sich schnell an das Flugverhalten gewöhnen, und so dauert es auch nicht lange, bis die ASK keinen normalen Landeanflug mehr erlebt: Slippen ist angesagt, und das aus immer größeren Höhen, ob mit, ob ohne Klappen, es macht einfach einen Heidenspaß, direkt aus dem Queranflug heraus die Ruder zu kreuzen und mit anzusehen, wie der Flieger pfeifend und eben „Scale-Like“ einschwebt, um sich dann behäbig auf die Kufe zu setzen.
    Noch eine Sache fällt auf, wenn die ASK-13 auf dem Flugplatz steht: Eben das, sie fällt auf! Zwischen beinahe 20 „Voll-GfK-Hochleistungs-schneeweiß-aerodynamisch-geformt-Spitzenseglern“ ist sie, so finde ich, eine wohltuende Ausnahmeerscheinung und schnell sehen auch die Besucher das so. Nicht jeder kann in der Luft eine ASW-27 von einer ASW-24 unterscheiden, eine ASK-13 erkennt man aber immer: Sie ist langsam, pfeift, und hat diese vorgepfeilten Flächen, ist eben einfach nicht wie alle anderen...

    Nun steht sie wieder in der Werkstatt, der restliche Cockpit-Ausbau und der verdeckte Einbau der RC-Komponenten stehen an. Was bis zum nächsten Flug bleibt, sind das stolze Gefühl und die Erinnerungen an „mein“ erstes Segelflugzeug, die ASK-13 *D-2332* und ihre kleine Schwester... Im Folgenden stelle ich noch einige meiner Detailaufnahmen mehr oder weniger kommentarlos zum Nachbau zur Verfügung. Wer noch mehr Details benötigt, kann sich gerne an mich wenden. Irgendwas findet sich sicher in meinem Archiv.


    Frontansicht


    Kennung am Rumpf rechts


    Die Kennung auf der linken Flächenunterseite


    Der Name ist Programm


    Das vordere Instrumentenbrett ausgebaut


    und eingebaut


    Das hintere Instrumentenbrett


    Das vordere Schiebefenster


    Die Kabinenhaube mit den typischen Schäden
    Kommentare 4 Kommentare
    1. Avatar von M.Kortenbruck
      M.Kortenbruck -
      Hallo Ingo,

      das ist ein ganz toller Bericht über deine Segelflugausbildung und deinen ersten Alleinflug.
      Besonders der Satz:...…..eine Mischung aus Spannlack,Holz,Aerodux und Schweis gefällt mir.
      Ach ich erinnere mich noch sehr gut daran, obwohl mein erster Start schon fast 50 Jahre her ist.
      Auch die Gefühle, als ich zum ersten Male alleine über der Senne in Oerlinghausen flog, habe
      ich so empfunden. Allerdings mochte ich die K13 nicht so wirklich. Mir war sie immer zu klobig und zu
      groß. Hatte für mich immer den Charme eines Omnibusses. Ich liebäugelte immer mit der Ka-8.
      Das war für mich eine ganz andere Nummer. Sie war viel angenehmer zu fliegen, die Flügel zwischen
      den Schultern, man fühlte sich wie ein Vogel und die Leichtigkeit auf den Rudern. Das Highlight mit
      der Ka-8 war ein 5 Stdflug. für die Silber-C. Obwohl es nach 2 Stunden in der Luft ganz schön anstrengend wurde.
      Ich hatte keine Uhr und keine Verpflegung mit.
      Sollte eigentlich nur mal eben das letzte Windenseil abfliegen.
      Ich erlebte noch viele schöne Flüge mit der Ka-8. Einzigartig, ein gemeinsamer Flug mit einem Storch der sich irgendwann in einem Thermikbart zu mir gesellte. Aber einige Zeit später setzte ich mich das erste Mal in ein
      Voll GFK Flugzeug. Es war eine ASK-23 mit einem E-Vario.
      Das war schön eine ganz andere Liga.
      Man lag in dem Cockpit und hörte kaum etwas. Drückte man den Knüppel nach vorne, beschleunigte die Maschine wie ein Sportwagen ohne großartig an Höhe zu verlieren. Ach das E-Vario, das herrliche Töne von sich gab, wenn man in einem Bart stieg
      sind mir gut in Erinnerung. Die Gemeinschaft in der Segelfluggruppe war sehr gut, tagsüber gemeinsam fliegen und abends in geselliger Runde bei dem einen oder anderen alkoholischem Getränk von den Erlebnissen berichten.
      Ich glaubte, daß ich dieses Hobby nie aufgeben würde.
      Aber im Laufe der Jahre holte einen das Leben ein.
      Ob Beruf, Familie oder andere Verpflichtungen, es gab kaum Zeit für die bemannte Fliegerei. Also ging es wieder zurück zur Modellfliegerei, ein Hobby das ich auch vorher intensiv betrieben habe. Aber hier kann ich mir meine Zeit selbst einteilen.
      Ich denke aber noch gerne an die Zeiten in Oerlinghausen, die vielen schönen Momente im Cockpit und in der
      Gemeinschaft zurück
      Und natürlich an den Geruch von:
      Spannlack ,Holz, Aerodux und Schweiß

      Danke Ingo für den schönen Bericht und
      Gruß
      Michael(von der Halde)
    1. Avatar von eifeljeti
      eifeljeti -
      Ja, die Mischung aus Spannlack, Aceton und Aerodux hatte was ..

      Und für die Liebhaber von Bergen & Rotwein & ASK13 empfehle ich eine google (Bilder)-suche nach

      "rencontre ask 13 st crepin" => klick !


      https://www.google.de/search?q=renco...ih=862&dpr=1.1 .
      Die Treffen dort sind echt gigantisch. Ist zwar ne weite Tour, aber lohnenswert.
      Die Trefferbilder könnten evtl. den Hunger anregen !
    1. Avatar von Edouard Dabert
      Edouard Dabert -
      Schöner Bericht! Geniale Mischung von Modell und manntragend!
      Die Ask13 ist eine Schönheit.
    1. Avatar von MadEff
      MadEff -
      Da kommen Erinnerungen hoch, als ich vor über 30 Jahren meinen ersten Alleinflug (ebenfalls in einer ASK-13) absolvierte. Sehr schöner Bericht, allerdings vermisse ich im Fliegergebet noch den Satz "Ich bin auf Seilriss vorbereitet".

      Doch vielen Dank für die schöne Reise in meine Vergangenheit... ;-)