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  • Flying Circus 2019 in Fiss

    Flying Circus 2019 - Das Hangflug-Event in Europa

    Interview mit Gerd Holzner

    -MAGAZIN



    Gerd Holzner


    Vom 27.6 – 30.6.2019 findet in Fiss/Österreich der 24. Flying Circus statt. Seit fast einem viertel Jahrhundert gibt es dieses Treffen der Hangflugenthusiasten im schönen Tirol. Wir haben mit Gerd Holzner über die Geschichte und die Entwicklung des Flying Circus gesprochen und geben einen Ausblick auf die 24. Veranstaltung, die Ende Juni diesen Jahres stattfindet.


    -Magazin:

    Vielen Dank für die Zeit, die Du Dir genommen hast, um unseren Usern vom Flying Circus zu berichten.
    Seit wann gibt es den Flying Circus und warum in Fiss?

    1996 war der Start und was zuerst als Promotionevent für das bis dahin nur unter Insidern bekannte Flugrevier "Schönjöchl" gedacht war, entwickelte sich in den Folgejahren zu einem Dauerbrenner. Fiss als Standort hatte damals schon viele Vorteile: Eine Infrastruktur, also ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten, die Seilbahn und wir die Unterstützung des Tourismusverbandes. Und fliegerisch das Rundumpanorama mit rund 1000 m über dem Ort mit Aufwindrichtungen von Nordwest über Ost bis Südwest.

    -Magazin:

    Wie hat sich das Gelände auf dem Schönjöchl über die Jahre verändert?

    Was anfangs eine fast schon hügelige Landschaft war, wurde in der Folge zuerst vorsichtig und heimlich glatt gebügelt (der Naturschutz war misstrauisch!), und als dort oben zuerst ein Speichersee und dann ein alter Schlepplift durch einen modernen Sessellift ersetzt wurden, konnte mit großem Gerät das Landefeld eingeebnet werden. Heute wächst Gras dort oben und nur im mittleren Teil ist das etwas dünn ...

    -Magazin:

    Wieviele Teilnehmer habt ihr so durchschnittlich?

    Im Mittel sind das jedes Jahr etwa 150 Teilnehmer! Und jeder Teilnehmer hat in der Regel drei bis vier Modelle dabei, also liegen dort oben rund 600 Modelle. Die teilnehmenden Hersteller, die wir von Anfang an in das Konzept eingebunden haben, legen da noch was drauf. Die Modelle können übrigens oben gelagert werden!

    -Magazin:

    Ist der Event ein Wettbewerb?

    Nein, ganz bewusst haben wir uns von Anfang an z. B. vom damals noch aktiven Euromeeting unterscheiden wollen und, außer neben kleinen Spaßwettbewerben, das freie Fliegen für Alle propagiert. Jeder soll auf seinem Sendertimer ausreichend Flugzeit sammeln können. Das bei 150 Piloten zu koordinieren, ist die Aufgabe der Flugleiter und des Senderzeltes, wo die gerade aktiven Piloten gelistet werden.

    -Magazin:

    Den Konstruktionswettbewerb, den gab es doch schon mal?

    Richtig! Der war schon mal ausgeschrieben, wurde aber leider zuerst wegen zu wenig Teilnehmern ausgesetzt und dann im Folgejahr nicht wirklich weiter verfolgt. Vermutlich waren auch die Vorgaben zu eng eingegrenzt. 2018 hatte mich Christian Vogel darauf angesprochen und vorgeschlagen, das Thema nochmals anzugehen. Da der Flying Circus sich medial immer besser präsentiert und die Vorgaben für den Wettbewerb recht offen gestaltet wurden, ist die Resonanz auf die neue Ausschreibung erstaunlich hoch! Vielleicht haben wir auch den Zeitgeist getroffen - denn Holzkonstruktionen sind in!

    -Magazin:

    Was werden wir dort denn als Wettbewerbsmodelle zu sehen bekommen?

    Vom 1,5 m Thermikschleicher bis zum 7,16 m Riesensegler, vom reinen Zwecksegler bis zum ausgeklügelten, detailverliebten Scale-Segler, sehr viele ganz aus Holz, aber auch Gemischtbauweisen mit GfK-Rumpf sind dabei. Es wird auf jeden Fall ein Highlight des gesamten Events! Die Modelle dürfen für eine gute Platzierung nicht nur auf den Boden zur Begutachtung gelegt werden, nein, sie müssen geflogen werden. Das ist die Herausforderung ...
    Eine Liste der angemeldeten Modelle findet ihr hier und auf der Flying Circus Webseite.

    -Magazin:

    Wie habt ihr euch die Bewertung vorgestellt? Das dürfte doch bei der Bandbreite von Modellen sicher nicht ganz einfach sein?

    Ja, das wird keine leichte Aufgabe. Wir haben nun drei Kategorien, die separat bewertet werden. Zwecksegler, Scale-Segler (Gemischtbauweise), Scale-Segler (Ganzholzkonstruktion). Bewertet werden sie von allen am Event teilnehmenden Piloten, einer Jury und dem anwesenden Publikum. Aus den Erstplatzierten der jeweiligen Kategorie wird dann am Ende die Reihenfolge der Hauptgewinner bestimmt. Für die Geldpreise von bedanke ich mich an dieser Stelle schon ganz herzlich! Es werden noch Pokale vergeben und unter den Piloten und Zuschauern werden weitere Preise, zum Beispiel Einkaufsgutscheine von Intersport Pregenzer oder ein Wochenende für zwei Personen in Fiss verlost.

    -Magazin:

    Gibt es weitere Highlight in diesem Jahr?

    Ja sicher! Am Samstag heißt es "Fliegen bis die Thermik einschläft!" - denn wir verlängern den Flugtag, der normalerweise bedingt durch die letzte Talfahrt der Gondelbahn um 16:30 so gegen 16:00 zu Ende geht, starten nochmal durch und fliegen, solange es die Thermik zulässt. Anschließend versammeln wir uns im Restaurant "Bergdiamant" direkt an der Bergstation der Schönjochlbahn zum gemütlichen Beisammensein - und zur Auslobung der Preise des Konstruktionswettbewerbs. In der Dämmerung holt uns dann die Gondelbahn ab.
    Und am Freitag, als Ersatz des Nachtfliegens, gibt es auf dem Perdatscher Bichl, dem unteren Fluggelände in der Nähe von Fiss, eine Gaudiveranstaltung mit Tauziehen, Limbofliegen und was uns sonst noch einfällt. Genaueres findet ihr hier und im Programm.


    -Magazin:

    Wo und wie kann man sich anmelden? Wird eine Teilnahmegebühr verlangt?

    Hier kann man sich online anmelden. Übrigens ist in der Anmeldemaske die zwingende Auswahl "Tagesgast" oder "Alle Tage" eingebaut. Tagesgäste erhalten die Bergfahrt auf's Schönjoch zum halben Preis, aber nur, wenn sie sich über dieses Formular online angemeldet haben! Ich will das Anmeldeprozedere im Senderzelt dadurch etwas vereinfachen, denn die Piloten, die sich bereits online angemeldet haben, müssen nur noch mit ihrer Unterschrift den Erhalt der gedruckten Flugordnung bestätigen, also kein Formblatt mehr ausfüllen. Eine Pilotengebühr von nur 5,- € für alle vier Tage wird im Senderzelt bei der Anmeldung kassiert.

    -Magazin:

    Gerd, vielen Dank für das Interview. Dir und Deinem Organisationsteam wünschen wir eine erfolgreiche Veranstaltung, bestes Wetter und Holm- und Rippenbruch.


    Wer sich einstimmen möchte, für den hat Gerd ein paar eindrucksvolle Bilder bereitgestellt.

    Es gibt auch ein Video. Servus TV 2013 hat zwei Wochen vor dem Event auf dem Schönjöchl einen Film gedreht:







    Weitere Fotos:

    ServusTV am 21.6.2013 auf dem Schönjöchl

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