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  • Bau- und Flugbericht Wingo2

    Der neue Wingo 2 von robbe


    Teil 2: Bau- und Flugbericht

    Stephan zu Hohenlohe


    In meinem letzten Bericht habe ich die Geschichte des Wingos erzählt. Der kleine Parkflyer wurde von Klaus Conzelmann gründlich entstaubt und wird heute über die Firma robbe als Wingo2 vertrieben. Nun geht es an den Bau des Modells.

    Die Firma robbe liefert den Wingo in zwei Ausführungen. Ganz zeitgemäß in einer “Plug and Play Version", die nahezu flugfertig vormontiert beim Kunden ankommt. Ich habe allerdings die Kit-Variante gewählt, bei der, wie bei der PnP-Version, Motor, Regler, Propeller und Servos enthalten sind. Es müssen allerdings noch ein paar Montagearbeiten erledigt werden. Genau das Richtige für einen verregneten Feierabend, zusätzlich spart man beim Zusammenbau 50 Euro.


    Sehr gute Anleitung

    Für Klaus Conzelmann, der auch hinter dem Projekt Wingo2 steht, ist es ganz wichtig, eine ausführliche Bauanleitung zu erstellen. Auf 111 Baustufenbildern wird jeder noch so kleine Schritt dokumentiert. Dabei spricht die Anzahl der Bilder nicht etwa für die Kompliziertheit des Kits, vielmehr soll damit auch dem Einsteiger jeder Bauschritt genauestens erklärt werden.

    Der Wingo2 wird laut Anleitung komplett mit Sekundenkleber geklebt. Dabei gibt es zwei Klebevarianten. Zum einen werden Bauteile mit Kleber benetzt und dann zusammengefügt. Ich benutze für diese Klebestellen mittelviskosen Sekundenkleber, der nicht so schnell wegläuft. Zum anderen gibt es Klebestellen, bei denen der Klebstoff in speziellen Kanälen mit Hilfe der Kapillarwirkung zu der Klebestelle läuft. Hier verwende ich niedrigviskosen, also dünnflüssigen Sekundenkleber.


    An dieser Stelle habe ich einen kleinen Baufehler gemacht: Die Servos werden von innen in die Halbschalen geklebt


    Die Schalen werden mit Sekundenkleber verbunden

    Der Zusammenbau ist gut durchdacht und kann, meiner Meinung nach, auch von einem absoluten Neuling bewerkstelligt werden. Zunächst baute ich die zwei Servos und den Regler in die Rumpfhalbschalen. Anschließend klebte ich sie zusammen. Dabei benetzte ich eine Hälfte zunächst mit mittelviskosem Kleber und fügte dann die Hälften zusammen. Das ist insofern einer der anspruchsvollsten Schritte, da es beim Zusammenfügen kaum Korrekturmöglichkeiten gibt. Eine Alternative wäre, die Rumpfhälften mit Pattex, also einem Kontaktkleber, zu verbinden. Ich folge aber lieber der Anleitung. Nach dem Zusammenfügen träufelte ich nochmal niedrigviskosen Kleber in die Naht. Zum Abschluss dieses Bauabschnittes klebte ich die Tragflächenbefestigungsplatte, die die Mutter für die Fläche enthält, auf den Dom. Hier ist eine der entscheidenden Änderungen zum Ur-Wingo zu sehen. Damals wurde die Fläche mit Gummis auf eine Holzplatte geschnallt. Im Jahr 2020 wird die Fläche geschraubt. Die Kunststoffplatte auf dem Dom gleicht einer Schiene, in die das Gegenstück, eine Kunststoffplatte unter der Tragfläche, perfekt passt.



    Das Leitwerk sitzt auf einem Alu-Stab

    Ruder fertig anscharniert

    Als nächstes baute ich die Leitwerke mit den anscharnierten Rudern. Ich musste lediglich die Ruderhörner befestigen und das Klebe-Dekor aufbringen. Wie das geht, ist sehr ausführlich in der Anleitung beschrieben. Bei meinem Wingo2 fanden zunächst nicht alle Aufkleber ihren Platz, da ich erst sehen wollte, wie ich mit dem Schwerpunkt hinkomme. Nach dieser Arbeit konnte ich das Höhenleitwerk mit dem Aluminiumleitwerksträger verkleben. Auch dieser, für die Flugeigenschaften wichtige Schritt, wird in der Anleitung gut beschrieben.



    Unter dem Rumpf sitzt eine Verstärkung aus Alu

    Nachdem ich auch den Rumpf mit dem Foliendekor beklebt hatte, baute ich mit Hilfe eines weiteren, speziellen Spritzgussteils das Fahrwerk an. Dabei ragt die Fahrwerksachse aus Federstahl beidseitig gut drei Zentimeter aus dem Rumpf. Das ist kein Fehler: So kann das Fahrwerk prima federn und Landestöße abmildern. Nach dem Fahrwerk konnte der Leitwerksträger samt Leitwerken eingesetzt werden. Anschließend klebte ich eine Aluverstärkung unter den Rumpf. Diese Aluverstärkung ist notwendig, da der aus EPO geschäumt Rumpf etwas weicher als der frühere Rumpf ist. Der Wingo2 könnte sich ohne dieses Aluteil eventuell im Flug verbiegen.



    Die Bowdenzüge liegen außen am Rumpf und Rumpfrohr

    Die Bowdenzugrohre klebte ich in die vorhandenen Nuten. Am Leitwerksträger sicherte ich sie zusätzlich mit Klebeband. Dann lenkte ich die Ruder an. Am Servo ist der Draht Z-förmig gebogen, kann also nur bei demontierten Servohebeln eingesetzt werden. Am Heck sind Schraubverbinder in die Ruderhörner eingesetzt.


    Motor sitzt auf der Fläche

    Die Tragfläche besteht aus drei Teilen, die mit Hilfe von Kunststoffteilen und Sekundenkleber zu verbinden sind. Dabei benetzte ich die Stoßkante des Mittelstücks mit Sekundenkleber und besprühte das Außenstück mit Aktivatorspray.



    Die Ohren der Tragflächen werden stumpf angeklebt

    Dank der Kunststoffverbinder konnte ich das Außenstück problemlos aufschieben. Damit es wirklich hält, träufelte ich anschließend dünnflüssigen Sekundenkleber in die Naht. Danach baute ich den Motorträger samt Motor und Propeller auf die Fläche. Die beiden Spritzgussteile des Motorträgers passen perfekt ineinander. Interessant: Wird beim Wingo2 die Tragfläche demontiert, wird der Motor vom Regler getrennt. Der Motor bleibt an der Fläche, der Regler liegt weiterhin im Rumpf. Dank eines dreipoligen XT30-Steckers geht das ganz ohne Kabelverwechselungen.



    Der Motorhalter besteht aus Spritzgussteilen

    Für die Befestigung der Flächenstreben klebte ich weitere Kunststoffteile ein. Da diese leicht in der Richtung vertauscht werden können, wurden in der Spritzgussform zwei Pfeile eingearbeitet, die beim Einbau in Flugrichtung zeigen sollen. Die Flächenstreben selbst sind Anlenkdrähte, die auf der Rumpfseite Z-förmig gebogen sind. Der Anschluss an die Tragfläche erfolgt mit Gabelköpfen, die, richtig eingestellt, für einen strammen Sitz sorgen.



    Das aufwändige Dekor wird aufgeklebt

    Da der Wingo keine Querruder besitzt, war der Bau der Fläche sehr schnell erledigt. Etwas aufwändiger ist das Aufbringen des Dekors, aber auch hier liefert die Anleitung wertvolle Tipps. Zum Schluss habe ich die Sitzschale, mit der die Technik im Rumpf abgedeckt wird, aus dem Lexanrohling ausgeschnitten. Zwei starke Magnete halten diese Schale an ihrem Platz. Nach Montage des Empfängers sollte ich den Schwerpunkt mit dem 3S-1.100 mAh-Akku auf die vorgeschlagenen 95 mm einstellen. Das war nicht so einfach. Trotz meiner sparsamen Klebeaktion am Leitwerk neigt sich das Modell beim Auswiegen deutlich nach hinten. Robbe weiß das natürlich und legt daher einen Streifen mit Klebegewichten bei. Tatsächlich konnte ich durch Einlegen des 60 g schweren Streifens und mit Hilfe des Coyoten Willi, der schon in den Nuller-Jahren meinen ersten Wingo pilotiert hat, das Modell auswiegen. Ich habe robbe darüber unterrichtet, dass zu viele Aufkleber auf dem Leitwerk Probleme beim Einstellen des Schwerpunktes machen können. In Zukunft wird der Dekorbogen wohl etwas abgeändert.



    Mit "Willi", 60 g Ballast und dem 1.1000 mAh-Akku passt der Schwerpunkt


    Alternative Klebemethode

    Nach zwei Abenden in der Werkstatt steht nun also Wingo2 vor mir. Viel Arbeit ist der Zusammenbau nicht, die meiste Mühe machte noch das saubere Ausschneiden der vielen Aufkleber. Ich würde beim nächsten Wingo nicht alles mit Sekundenkleber zusammenfügen.An manchen Stellen wäre Kontaktkleber die bessere Wahl. Allerdings würde das auch die Bauzeit ein wenig verlängern. Die Anleitung muss nochmals lobend erwähnt werden. Die Bauschritte sind gut dokumentiert, die vielen Bilder nahezu selbsterklärend.

    Vor dem Fliegen muss ich natürlich den Sender programmieren, eine einfache Übung bei einem Zwei-Achser. Die Ausschläge sind natürlich in der Anleitung vermerkt. Die Leute von robbe haben dem Wingo2 gleich zwei Luftschrauben beigelegt: Eine 5x4” und eine 6,5x3,5”. Klaus Conzelmann erklärte mir dazu, dass die kleinere Luftschraube dem früheren, leistungsschwachen Speed 400-Antrieb entspricht: Ideal zum cruisen, keine spürbare Wirkungen des Drehmomentes beim schnellen Gas geben. Mit dem 1.100er LiPo sind traumhaft lange Flugzeiten möglich. Die 6,5x3,5” bringt etwas mehr Leistung. Damit soll auch der Wasserstart mit Schwimmern und das Fliegen mit Kamera und Co. möglich werden. Das Amperemeter bestätigt dies. Gerade mal 8 A zieht der Außenläufer mit der kleinen Luftschraube. Das erhöht sich auf 10 A, wenn auf den etwas größeren Prop gewechselt wird. Gemessen habe mit einem zu rund 80% geladenen Akku.



    Maximal zehn Ampere zieht der Antrieb

    Ein kurzer Blick auf die Waage: Mein Wingo ist mit 640 g Abfluggewicht ganze 90 g schwerer als auf der Verpackung angegeben. Dazu hat Willi, der Coyote, sicherlich ein Stückchen beigetragen. Ohne Aufkleber auf dem Leitwerk hätte auch das Klebegewicht vorne im Rumpf kleiner sein können. Aber!: Der Wingo hat so viel Fläche, dass diese 90 g im Flug kaum zu merken sind. Mit den früheren 1.000 NiCd-Zellen war der Ur-Wingo sicherlich nicht leichter.





    Auch ohne Stabi stabil

    Der erste Flug betätigt das: “Mei, ist der langsam...”. Ja, jetzt weiß ich wieder, warum wir mit dem Wingo in Fiss um den Kirchturm geflogen sind. Das ist ein echter Parkflyer. Der Wingo zeigt, dass eine gute Konstruktion auch ganz ohne “AS3irgendwas” oder ähnlichem Hilfsmittel eigenstabil und damit anfängertauglich fliegt. Selbst aus einem erzwungenen Rückenflug dreht der Wingo von alleine wieder in Normalfluglage.



    Der Antrieb ist mehr als ausreichend, im Geradeausflug wird gerade mal Halbgas benötigt. Gibt man mehr Gas, wird der Parkflyer nur geringfügig schneller. Erst für Steigflug wird Vollgas benötigt. Dabei reicht der Schub, um aus dem Horizontalflug, ohne anzustechen, einen großen Looping zu fliegen. Leider ist der Propeller bei Vollgas deutlich zu hören. Das lässt sich bei einem Druckantrieb an der Tragflächenhinterkante kaum vermeiden.




    Wird der Schwerpunkt ein wenig nach vorne gelegt (85 mm), wird der Wingo2 fast zum Einachser. Ich habe das Modell so getrimmt, dass er bei Halbgas schön horizontal fliegt, weder steigt, noch sinkt. Gebe ich etwas mehr Gas, steigt der Wingo, ziehe ich den Gasknüppel zurück, geht der Parkflyer in den Sinkflug. So lassen sich nur mit Gasknüppel und Seitenruder sehr entspannt Kurven fliegen.


    Clownereien am Himmel

    Nimmt man den Schwerpunkt zurück (105mm), muss man den Wingo bei Halbgas etwas auf Tiefe trimmen. Das führt dazu, dass das Modell bei Vollgas die Nase minimal herunternimmt. Dafür fliegt das Modell nun wunderbare Fassrollen, bleibt ein paar Meter im Rückenflug, kurzum, er wird zu einem richtigen Clown am Himmel. So macht der Sommer Spaß!

    Wenn ich den Gasknüppel nicht allzu häufig in Richtung Vollgas bewege, schaffe ich mit dem 1.100 3S-Akku locker 16 Minuten Flugzeit mit einer Restkapazität von knapp 30%. Das reicht, um an einem lauen Sommerabend noch ein wenig über die Wiesen zu cruisen. Ein Modellfluggelände benötigt man nicht, dank des stabilen, ausbruchsicheren Fahrwerks reicht ein Feldweg aus. Zur Not wird aus der Hand gestartet.




    Wer öfters auf einem asphaltierten Feldweg startet, sollte allerdings die ABS-Räder gegen solche mit Gummibereifung tauschen. Bei meinen Rädern sind die die Spuren des Feldwegs schon deutlich sichtbar. Alternativen gibt es bei Lindinger unter der Bestellnummer HK-W-ST-05.


    Mein Fazit

    Der Wingo2 ist der Sommerhit 2020. Das Modell macht auch gestandenen Piloten richtig Spaß, weil er so einfach ist. Kofferraum auf, Wingo raus und los geht’s. Dank LiPo-Technik reicht ein Akku fast schon aus, das Ladegerät darf zu Haus bleiben. Auch Einsteigern wird der Wingo keine Probleme bereiten. Dieser Zielgruppe wird auch die toll gemachte Anleitung gerecht, mit deren Hilfe der Aufbau des Wingo2 perfekt klappen sollte. Wer sich den Bau nicht zutraut, kann auf die PnP-Version zurückgreifen, die nahezu flugfertig aus dem Karton kommt.

    Mein Video zum Wingo2 von robbe:



    Ich freue mich nun auf das Zubehör, das zukünftig für den Wingo2 erhältlich sein wird. Als erstes kommen die Schwimmer und dann geht’s an den Badesee. Juhu...es ist Sommer!