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  • PURES V2 - Mal was andeR.E.S...

    Die Tragfläche besteht aus einem geraden Mittelstück und ist an den Ohren zweimal gewinkelt. Das hat unter Anderem den Vorteil, dass der Spoiler in der Flächenmitte nur ein Servo benötigt.
    Beide Ohren werden mittels einer 5er Rundstahlsteckung mit dem Mittelteil verbunden.
    Es geht los mit dem Mittelteil. Auf dem Bild sieht man ein paar Teile, die zu Beginn benötigt werden. Sepp hat auch hier wieder mitgedacht. Er liefert die Rippenkämme gleich mit. Dadurch entfällt zeitaufwändiges Ausrichten und Einmessen der Rippen.



    Zuerst wird das Mittelstück zusammengeklebt, mit dem später die Tragfläche auf den Rumpf geschraubt wird.



    Dann wird das Mittelteil auf den Rohrholm geschoben und die erste Seite Rippen aufgefädelt.



    Nun kommt der Rippenkamm zum Einsatz.



    Wenn beide Kämme in Position sind, die Rippen und alles Übrige am Plan ausgerichtet ist, können die Rippen mit Sekundenkleber auf dem Rohrholm angeklebt werden.



    Bevor die äußeren Rippen, die die Steckung aufnehmen, angeklebt werden können, müssen sie mit einer Winkelschablone, die natürlich auch dabei ist, ausgerichtet werden. Außerdem kann die Endleiste schon angeklebt werden. Um sich Arbeit zu ersparen, dreht man die Fläche auf den Rücken, unterstützt sie unter dem Nasenbereich bis sich alles in einer Flucht befindet, und verleimt dann.
    Das Kohlerohr als Flächennase wird ebenfalls schon eingefädelt und verklebt.










    Nun wird der Klappenkasten aufgebaut. Hier kann man von der Grundkonstruktion etwas abweichen.
    Es ist insgesamt etwas wenig „Fleisch“ vorgesehen, an dem die Folie dauerhaft festgebügelt werden kann. Also ruhig hier mit Material aus der Restekiste arbeiten und rundherum auffüttern. Ich hab das leider erst später gemacht, nachdem mir das aufgefallen war.



    Jetzt kann das Mittelstück schon beplankt werden und der Spoiler bekommt seinen Anlenkhebel.
    Während des Beplankens müssen jeweils oben und unten, solange der Bereich noch zugänglich ist, die Löcher der Tragflächenverschraubung nach Plan eingemessen und gebohrt werden.



    Der Spoiler wird mit zwei Paar Neodym-Magneten zu gehalten. Dazu sind im Spoiler schon passende Löcher. Hier werden die Magnete mit Sekundenkleber eingeklebt.



    Die Spoilerklappe in die Position legen und von unten die Haltemagnete anlegen (die finden sich selbständig). Die unteren Magenete habe ich mit UHU hart fixiert.



    Jetzt kann man das Gestänge für den Spoiler biegen, das Servo einstellen und an Ort und Stelle verkleben. Dabei muss man gut aufpassen, dass alles passend ist und funktioniert. Nach dem Beplanken kommt man nämlich nicht mehr an das Servo.







    Die Einzelteile der Ohren werden genauso aufgebaut wie das Mittelstück. Auch hier kommen wieder die Rippenkämme zum Einsatz.





    Um den korrekten Winkel der äußeren Flächenteile zu bekommen, wird eine weitere Schablone aus dem Kit benötigt. Damit werden die Rippen ausgerichtet.



    Nun können nicht nur alle überstehenden Kohlerohre, sondern alles, was sonst noch übersteht, bündig mit den Rippen abgesägt werden, nur nicht das Holmrohr der äußersten Fläche. Da muss nach Plan ein Stummel stehen bleiben. Den brauchen wir noch.



    Irgendwie muss hier auch was her, das die Krafteinleitung über den Knick hinaus gewährleistet. So sollen die Teile, speziell die Kohlerohre, aneinander bzw. ineinander verklebt werden.





    Doch wie?
    Um nicht das Epoxi sinnlos im dickeren Kohlerohr zu verteilen, habe ich mir einen kleinen Schaumgummipöppel geschnitten und etwa 10 mm tief in das Rohr geschoben.



    Dann mit Epoxi auffüllen, auch den Flanschbereich mit Epoxi bestreichen, zusammenfügen, ausrichten, klammern und aushärten lassen.
    Um auf beiden Seiten gleiche Winkel zu erhalten, sollte man natürlich mit was Passendem unterstützen.





    Nun geht’s an die Steckungen, die aus ein paar Messinghülsen und 5er Stahldraht bestehen.



    Die erforderlichen Löcher in den Rippen sind schon alle vorgegeben. Vorne und hinten werden die Verdrehstifte eingesetzt, die Steckungsteile eingeschoben, alles zusammengebaut, ausgerichtet und so unterstützt, dass der Winkel stimmt. Dann wird mit Sekundenkleber fixiert. Vorsichtig arbeiten, damit nur das, was zusammen gehört, zusammengeheftet wird.



    Nun können die Flächenteile wieder auseinandergebaut werden, um die Messingrohre und Verdrehstifte mit Epoxi zu vermuffen.



    Soweit ist jetzt alles fertig und man könnte den Rohbau mal zusammenstecken.



    Sieht doch schon ganz nett aus.
    Es kann also bespannt werden.
    Dazu gibt’s nicht viel zu sagen. Außer, dass die Wickelmethode angewendet werden sollte, weil die Nasenleiste nicht genug Material hergibt, um mit Ober- und Unterseiten-Folie zu arbeiten.

    Das bedeutet, die Folie wird erst an der Endleistenunterkante festgebügelt, dann um die Nasenleiste herumgewickelt und dann an der Endleistenoberkante festgebügelt. Das Straffen übernimmt schließlich der Heißluftföhn.



    Echte Trapezkünstler schaffen es, mit einer Folie über den Knick zu kommen. Ich kann das nicht, also bügele ich Abschnitt für Abschnitt.





    Das Mittelteil habe ich nicht mit Oracover bespannt, sondern mit Orastick. Das hat keinen besonderen Hintergrund. Vom Rot hatte ich nicht mehr genug und Gelb war eben noch da.
    Wenn man Orastick verarbeitet, muss darauf geachtet werden, dass der Holzuntergrund vorbehandelt und versiegelt wird. Ich habe deshalb zweimal mit verdünntem Porenfüller gestrichen, leicht überschliffen und dann erst gewickelt.



    Auch sollte vorher der Spoiler von innen wie von außen angebügelt sein. Dann kann man mit der Folie darüber wegbügeln und die Klappe hinterher mit dem Cuttermesser wieder freischneiden.



    Die Löcher, die sich nun unter der Folie verstecken, schmelze ich mit einem erwärmten Nagel frei. Das sieht auf jeden Fall besser aus, wie irgendwelches Messergeschnibsel oder sowas.



    Noch mal zusammenstecken...es wird schon!



    Das momentane Gewicht mit unlackiertem Rumpfboot, aber sonst abflugbereit, beträgt 600 g, wenn, ja wenn das Modell nicht vorne noch 45 g Trimmblei bräuchte. Anhand der Abmessungen der Ballastkammer habe ich mir was gegossen.
    Kleine Exkursion ins Bleigießen.









    Das sind knapp 50 g Blei geworden, die jetzt nachgeschnitten werden, bis es ungefähr 45 g sind und das Bleistück in die Ballastkammer passt. Dann mit Epoxi einkleben.

    Nun geht es ans Lackieren des Rumpfbootes.
    Priorität ist, leicht bleiben. Ist alles mit Spraylack aus der Dose gemacht.
    Fertig ist der PURES V2!





    Passend zur Weihnachtszeit nenne ich ihn mal „Rudi RES Nose“

    Das Einfliegen muss leider noch warten, bis das Wetter solche Aktivitäten wieder zulässt. Darüber werde ich dann gesondert berichten.

    Mein bisheriges Fazit:
    Der PURES V2 ist ein optisch ansprechender Segler der 2 m–Klasse und angenehm zu bauen.
    Sein Potential konnte er schon 2012 im Dachauer Wettbewerb beweisen, wo er mit Abstand die besten Höhen am Startgummi erreichte. Dass er noch nicht auf dem Siegertreppchen war liegt daran, dass der Sepp noch ein bisschen üben muss, dann klappt das auch noch.

    Ich bin gespannt, wie er sich 2013 im Vergleich mit Resolution und Co macht. Mittlerweile befindet sich die Konstruktion in einer anderen Evolutionsstufe, welche das ist, weiß ich gerade nicht. Nur soviel, es sind 600 g Abfluggewicht bei gleicher Festigkeit im Gespräch.
    Des weiteren gibt es noch ein paar kleinere Geometrieänderungen, um die Langsamflugeigenschaften zu verbessern.

    Sepp wird uns da sicherlich auf dem Laufenden halten.
    Kommentare 7 Kommentare
    1. Avatar von seppale
      seppale -
      Hey Thomas, da hat's mich ja richtig "grissen" als ich heut meine Konstruktion auf der Titelseite erblickt hab ! Wie nicht anders von Dir zu erwarten, ein sehr schöner Baubericht !!! Die aktuelle "Evolutionstufe" schreib ich demnächst ins Forum in den Pures-Thread http://www.rc-network.de/forum/showt...ighlight=pures Ich freue mich auch schon aufs nächste Jahr und auf den Vergleich mit den anderen Seglern. Vielleicht find ich auch ein wenig Zeit fürs Üben - für MEINE nächste "Evolutionsstufe" sozusagen Alles Gute für den Erstflug !
      Gruß Sepp
    1. Avatar von Chandrayaan
      Chandrayaan -
      Hallo Thomas,sehr schöner Bericht zu einem sehr schönen Segler! Ich bin schon gespannt wie es weiter geht.Gruss Martin
    1. Avatar von rubberduck
      rubberduck -
      Schöner Baubericht.Ja .. Fast haargenau so haben wir Ende der 80er auch unsere ersten Hand Launch Glider gebaut, in Gemischtbauweise mit Rohrholm. Und man sieht sie ist bis heute up to date. Anfangs in Ermangelung eines konischen Kohlestabes als Leitwerkträger, noch mit einem Stück gewickelter Angelrute aus Polyester GFK. Vorteil .. Bruchfester als CFK. Gruss Jürgen

      PS: Ich habe hier noch ein Buch über Leichtwindsegler von Heinz Eder im Regal. Darin wurden viele dieser Baukniffe aufgezeigt.
    1. Avatar von Aerofred
      Aerofred -
      Hallo Thomas, ist das Leitwerksrohr berechnet oder aus Erfahrung dimesioniert und welche Maße hat es ? (Durchmesser innen / außen) Veröffentlich Ihr einen Plan oder wird es einen Baukasten geben? Grüße Christoph
    1. Avatar von Mooney
      Mooney -
      Zitat Zitat von Aerofred Beitrag anzeigen
      Hallo Thomas, ist das Leitwerksrohr berechnet oder aus Erfahrung dimesioniert und welche Maße hat es ? (Durchmesser innen / außen) Veröffentlich Ihr einen Plan oder wird es einen Baukasten geben? Grüße Christoph
      Hallo Christoph,

      ob das Modell so erhaeltlich sein wird muesstest Du den Konstrukteur fragen. Ich hab das nur zusammengebaut.

      Update:
      Wenn das Winterwetter (plus 11 Grad und trocken) so bleibt, kommt der >Rudi morgen Freigang<
    1. Avatar von kapteenikosmos
      kapteenikosmos -
      wer verkauft diese???
    1. Avatar von Mooney
      Mooney -
      Hallo PURES Piloten,

      Mein PURES (der aus diesem Bericht) hat demnaechst ein neues Taetigkeitsgebiet.

      Nachdem er mir viel Spass beim Fliegen und auf Wettbewerben gemacht hat, befindet er sich gerade auf der Vogelfluglinie Richtung Norden um spaeter in Finland zu landen.
      Dort ist sein neuer Hangar.

      Und ich habe das Glueck, das ich von Sepp einen neuen PURES Kit juengster Generation im Regal habe, den ich im Winter bauen werde.In der (RES) Zwischenzeit fliege ich eben Amigo, auch nicht das schlechteste wie viele wissen.

      Bis denne und Gruesse

      Thomas
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