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  • PURES V2 - Mal was andeR.E.S...

    PURES V2

    Mal was andeR.E.S.

    Thomas Kurze




    An dieser Stelle möchte ich Euch mal einen RES-Segler vorstellen, der das momentane Regularium bezüglich der Gemischtbauweise ziemlich konsequent ausnutzt.

    Der Konstrukteur des Modells ist Josef Gergetz, genannt Sepp, und hier im Forum unter dem Nick „seppale“ unterwegs. Seinereiner ist Mitglied im Dachauer Verein und war Ausrichter des 2. RES-Wettbewerbes in 2012.



    Nun muss man nicht meinen, Sepp wäre ein alter Hase mit gefühlten 100 Jahren Modellbauerfahrung und einer, der die Thermik riechen kann. Nein, Sepp ist nach eigener Aussage noch gar nicht so lange dabei, dennoch sehr angetan von der neuen RES-Klasse. Da er konstruieren kann und die Möglichkeit zum Fräsen hat, ist der PURES sein Einstieg in die RES-Klasse.



    Das Modell, oder besser gesagt, die Werkstoffpackung ist aus rein privater Initiative entstanden und ein Bausatz von ihm war die Beigabe zum 1. Platz des schon Eingangs genannten Wettbewerbs. Diesen Bausatz nutze ich, um euch das Modell bautechnisch näher zu bringen, um über die Flugerprobung zu schreiben und natürlich auch ein Fazit zu ziehen.

    Zunächst die technischen Daten:
    Name: PURES V2
    SPW: 1990 mm
    Länge: 1120 mm
    Profil: AG 35 - AG 36 Strak (Mark Drela)
    Flächeninhalt: 35,7 dm²
    Abfluggewicht: 670 g
    Flächenbelastung: ca. 19 g/dm²
    Steuerung: V-Ltw: Seitenruder, Höhenruder, Bremsklappe
    EWD: 0,7°
    Schwerpunkt: 75 - 80 mm
    (Quelle: Josef Gergetz)



    Die Besonderheit des PURES, damit auch das Alleinstellungsmerkmal unter den bekannten Modellen, ist die Gemischtbauweise nicht nur der Tragflächen, sondern auch des Rumpfs. Die Tragfläche verfügt über einen CfK-Rohrholm und der Rumpf über einen Heckausleger aus gleichem Material. Da Sepp die Rohre selbst wickelt, hat er natürlich großen Einfluss auf deren Festigkeit und Gewicht. Das konische Heckrohr wiegt 24 g und die Holmrohre der Tragfläche zusammen 47 g.

    Genug der Einleitung, fangen wir an zu bauen:
    Zunächst heißt es, den Bauplan zusammenzukleben, da er aus einzelnen Blättern besteht.
    Das ist kein großer Akt und bietet gleichzeitig schon mal die Möglichkeit, sich mit der Konstruktion auseinander zusetzen, wo gehört was hin usw..



    Den Anfang macht die Rumpfkeule. Sehr schlank, zwei Miniservos, ein kleiner Empfänger und der 4-Zellen AAA Eneloop als Würfel passen da so eben rein.
    Das aus 1 mm Sperrholzteilen bestehende Innenteil ergibt in kürzester Zeit ein winkelgenaues Bauteil, an dem alle weiteren Anbauten vorgenommen werden. Die Klebungen erfolgen alle mit Sekundenkleber.







    Nun ein wichtiger Punkt:
    Der Abschlussspant RS5 darf auf keinen Fall bereits jetzt eingeklebt werden. Da er wegen des konischen Heckrohres untermaßig ist, muss er später zusammen mit dem Heckrohr eingebaut werden.



    Es bietet sich an, zunächst die Tragflächenverschraubung anzufertigen. Abweichend vom Plan, der eingeklebte Muttern vorsieht, habe ich gebräuchliche M5 -Einziehmuttern verwendet.



    Die Verschraubungen werden mit den Tragflächenauflagen im Rumpf an Ort und Stelle eingefädelt, aber auf keinen Fall jetzt schon verklebt. Das passiert erst später, wenn das Tragflächenmittelstück fertig ist und somit die genaue Position bekannt ist.



    Die Seitenteile aus 2 mm Balsa werden angepasst. Die Schlitze müssen etwas nachgearbeitet werden.



    Der Innenrahmen wird nun mit Weißleim bestrichen und mit einem nassen Pinsel gut verteilt.



    Die Seitenteile auflegen und mit Klammern fixieren.



    Die andere Seite ist auch soweit fertig.



    Nun wird die Tragflächenauflage eingeklebt, aber aufgepasst: Die Brettchen der Flächenverschraubung dürfen nicht festgeklebt werden.





    Nach dem Trocknen sieht es so aus.



    Der Rumpfboden kann angeklebt werden. Eigentlich ist dafür 2 mm Balsa vorgesehen. Als Boden war mir das aber zu dünn, ich habe deshalb 3 mm genommen. Um jeglichen Verzug auszuschließen, liegt der Rumpf auf der Seite, wird beschwert und erst dann wird der Boden angeklebt.



    Während das trocknet, wird die Rumpfspitze aus 4 Balsaplatten verleimt...



    ...und dann an den Kopfspant geklebt. Gleichzeitig wird die Rumpfoberseite mit „Mannloch“ erstellt.



    Damit die Kontur der Nase links wie rechts gleich wird, kann als Schablone ein Flügelrandbogen zweckentfremdet werden.





    Damit ist die Rumpfkeule soweit fertig. Nun kommt die wichtige Arbeit, nämlich diese mit dem Heckrohr richtig zu verbinden. Einerseits wird dabei die EWD festgelegt und andererseits die Position des V-Leitwerkes fixiert.
    Nun denn, Sepp hat an alles gedacht, er liefert auch die passenden Rohrauflagen, die nur noch zusammengeklebt werden müssen.



    Der Übergang zwischen Rumpfkeule und Heckrohr wird von mehreren Formstücken aus Balsa gebildet. Diese kann man schon mal zusammenkleben.



    So, nun aufgepasst, denn jetzt kommt der Moment „wo der Elefant das Wasser lässt“.
    Der Eingangs beschriebene Heckspant RS5 wird von hinten auf das konische Heckrohr geschoben.



    Nun wird das Heckrohr mit der Rumpfkeule verklebt.
    Für einen Augenblick wird alles mit einer Klammer fixiert, damit der Heckspant RS5 in Ruhe ausgerichtet werden kann.



    Dann wird nicht nur Spant RS5 in den Rumpf geklebt, sondern ebenfalls von hinten der Rumpfübergang.
    Achtung: Nur wenig Klebstoff verwenden, denn auf keinen Fall darf das Heckrohr schon jetzt festkleben.



    Wenn der Rumpf in dieser Bauphase gewogen wird, weist er etwas mehr als 100 g auf.



    Nun geht es ans genaue Einkleben des Heckrohres.
    Dazu werden natürlich die Rohrauflagen benutzt. In meinem Fall müssen die Auflagen noch jeweils um 1 mm aufgefüttert werden, da ich den Rumpfboden ja aus 2 mm, anstatt aus 3 mm Balsa gefertigt hatte.

    Der Winkel des V-Leitwerkes ist von Sepp schon vorgegeben, da das Heckrohr an den entsprechenden Stellen vorgebohrt ist. Die Stahldrähte der Leitwerkssteckungen können eingeführt werden. Um später noch mehr „Fleisch“ zum Verkleben zu haben, werden zusätzlich noch Sperrholzzungen mit eingefädelt. Keine Angst, Sepp hat alles passgenau vorbereitet.



    Wird nun ein in der Länge definiertes Rohr auf einen Steckungsdraht geschoben, kann das senkrechte Maß abgelesen werden.



    Das wiederholt man auf der anderen Seite und durch drehen des Rohres erreicht man nach kurzer Zeit identische Abstände. Jetzt muss nur noch das Rohr in die Rumpfkeule geklebt werden.

    Die Drahtsteckungen werden massiv im Heckrohr verklebt. Das sieht dann so aus.



    Zeit, das Leitwerk zu bauen.
    Sepp sieht eine Kohlerohrsteckung mit 2 mm Stahldraht vor. Die Stahldrähte sind ja bereits im Heckrohr eingebaut, nun sind die Hülsen an der Reihe. Die Hülsen klebt man am besten mit 5-min-Epoxi ein. Um ein Verkleben mit der Unterlage zu verhindern, habe ich auf eine Seite Tesa aufgeklebt.



    Die Bowdenzüge werden leicht gefettet und vor dem Verkleben als Bohrlochsicherung gegen Verkleben eingesetzt.



    Nach dem Trocknen kann das probeweise montiert werden.



    Im Bild sieht man, dass ich schon die Löcher für die Bowdenzugrohre gebohrt habe.
    Im Ganzen sieht der Rumpf nun so aus.



    Bei den beiden Rudern muss man nur aufpassen, dass die Anlenkungen etwas im Winkel nach außen eingeklebt werden, damit sie sich nach dem Anstecken nicht gegenseitig behindern.



    Mittlerweile ist das Höhenleitwerk ins „rote Negligè“ geschlüpft. Die Ruder sind gleich mit angebügelt und die Anlenkdrähte gekröpft und angeschlossen worden. Als Folie habe ich Oracover Transparent ausgewählt. Besser, weil leichter, wäre Oralight Transparent gewesen. Ich hab aber die Erfahrung gemacht, dass diese Folie draußen auf der Wiese zu empfindlich ist.





    Nun geht es darum, die beiden Leitwerkservos einzubauen. Das ist kein Problem, doch wie stellt man beide Ruder neutral, sodass sie auch neutral bleiben?
    Ein kleiner Trick, selbsterklärend wie auf den nächsten Bildern zu sehen, fixiert die Ruder in der Neutrallage.





    Mittlerweile sind auch die Servos, Dymond D60, eingebaut und angeschlossen. Vorne ist etwas Platz geschaffen worden, damit der kleine Eneloop-Würfel eingeschoben werden kann.




    Bis auf das Finish ist der Rumpf fertig, nun geht’s an die Tragfläche.
    Kommentare 7 Kommentare
    1. Avatar von seppale
      seppale -
      Hey Thomas, da hat's mich ja richtig "grissen" als ich heut meine Konstruktion auf der Titelseite erblickt hab ! Wie nicht anders von Dir zu erwarten, ein sehr schöner Baubericht !!! Die aktuelle "Evolutionstufe" schreib ich demnächst ins Forum in den Pures-Thread http://www.rc-network.de/forum/showt...ighlight=pures Ich freue mich auch schon aufs nächste Jahr und auf den Vergleich mit den anderen Seglern. Vielleicht find ich auch ein wenig Zeit fürs Üben - für MEINE nächste "Evolutionsstufe" sozusagen Alles Gute für den Erstflug !
      Gruß Sepp
    1. Avatar von Chandrayaan
      Chandrayaan -
      Hallo Thomas,sehr schöner Bericht zu einem sehr schönen Segler! Ich bin schon gespannt wie es weiter geht.Gruss Martin
    1. Avatar von rubberduck
      rubberduck -
      Schöner Baubericht.Ja .. Fast haargenau so haben wir Ende der 80er auch unsere ersten Hand Launch Glider gebaut, in Gemischtbauweise mit Rohrholm. Und man sieht sie ist bis heute up to date. Anfangs in Ermangelung eines konischen Kohlestabes als Leitwerkträger, noch mit einem Stück gewickelter Angelrute aus Polyester GFK. Vorteil .. Bruchfester als CFK. Gruss Jürgen

      PS: Ich habe hier noch ein Buch über Leichtwindsegler von Heinz Eder im Regal. Darin wurden viele dieser Baukniffe aufgezeigt.
    1. Avatar von Aerofred
      Aerofred -
      Hallo Thomas, ist das Leitwerksrohr berechnet oder aus Erfahrung dimesioniert und welche Maße hat es ? (Durchmesser innen / außen) Veröffentlich Ihr einen Plan oder wird es einen Baukasten geben? Grüße Christoph
    1. Avatar von Mooney
      Mooney -
      Zitat Zitat von Aerofred Beitrag anzeigen
      Hallo Thomas, ist das Leitwerksrohr berechnet oder aus Erfahrung dimesioniert und welche Maße hat es ? (Durchmesser innen / außen) Veröffentlich Ihr einen Plan oder wird es einen Baukasten geben? Grüße Christoph
      Hallo Christoph,

      ob das Modell so erhaeltlich sein wird muesstest Du den Konstrukteur fragen. Ich hab das nur zusammengebaut.

      Update:
      Wenn das Winterwetter (plus 11 Grad und trocken) so bleibt, kommt der >Rudi morgen Freigang<
    1. Avatar von kapteenikosmos
      kapteenikosmos -
      wer verkauft diese???
    1. Avatar von Mooney
      Mooney -
      Hallo PURES Piloten,

      Mein PURES (der aus diesem Bericht) hat demnaechst ein neues Taetigkeitsgebiet.

      Nachdem er mir viel Spass beim Fliegen und auf Wettbewerben gemacht hat, befindet er sich gerade auf der Vogelfluglinie Richtung Norden um spaeter in Finland zu landen.
      Dort ist sein neuer Hangar.

      Und ich habe das Glueck, das ich von Sepp einen neuen PURES Kit juengster Generation im Regal habe, den ich im Winter bauen werde.In der (RES) Zwischenzeit fliege ich eben Amigo, auch nicht das schlechteste wie viele wissen.

      Bis denne und Gruesse

      Thomas
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    Dualsky ga 6000


    Hier noch ein Bild vom YEP.Weiss jemand was das schwarze Teil ist?
    Wird nämlich sehr warm,was man ja am Schrumpfschlauch sieht.

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