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  • Vortex MACH-I von Tangent Modelltechnik


    Der Vortex MACH-1 musste zum Fotofinish fest gehalten werden,
    da die 4,40 m bei 4-5 Bft ein heftiges Eigenleben entwickelten.


    Vortex MACH-1

    Gerd Giese


    Ein Ästhet in der Luft ... das war Anfang Mai 2013 mein erster Eindruck, als ich den Vortex MACH-1 am "Hohen Bohl" (Teck/Baden-Württemberg) von Steffen Wiesner (Tangent) fliegen sah. Lag es am Pilot oder am Modell? Diese Flugdynamik zog mich in ihren Bann. Unser anschließendes Gespräch führte schließlich dazu, dass ich den Vortex bestellte und er bereits zwei Monate später geliefert wurde.

    Erfreulicherweise hat sich die jetzige Firma Tangent damals nach der Insolvenz der Graupner GmbH & Co. KG neu gegründet. So blieb uns Tangent-Modelltechnik mit ihren Innovationen erhalten und ich konnte den Vortex MACH-1 in weiß/blauer Farbgebung bestellen. Ich erhielt einen der ersten Bausätze nach der Neugründung und war daher fast so etwas wie ein Vorreiter. Dieser Bericht ist als Zusammenfassung des hier veröffentlichen Bauberichts zum Vortex zu betrachten. Der Schwerpunkt wird aber auf der Flugpraxis liegen.

    Daten zum Vortex MACH-1
    Spannweite: 4400 mm
    Länge: 1930 mm
    Gewicht: 5300 g (Hersteller-Angabe)
    Tragflächeninhalt: 91 dm²
    Flächenbelastung: 59 g/dm²
    Tragflächenprofil: TA_30_85
    Tragfläche: vierfach geteilt
    Funktionen: QR, WK, SR, HR, Motor oder Schleppkupplung optional



    Allgemeines
    Der Vortex MACH-1 ist ein Allround-Segler mit 4,40 m Spannweite, aber ohne reales Vorbild. Die ästhetische Formgebung wurde auf ein breites Einsatzspektrum hin optimiert, die Proportionen gefallen. Man merkt, der Vortex ist das Ergebnis vieler Entwicklungsschritte. Egal ob Speed, Soft oder Thermik, der Achtklappenflügel ist für alles vorbereitet und bezüglich Festigkeit wurde der Vortex kompromisslos auf hohe Belastungen ausgelegt ... das sei vorab verraten. Wer es noch dynamischer bevorzugt, kann mit Ballast nachhelfen.

    Überlegungen zur Ausstattung
    Der Vortex MACH-1 ist als Elektrosegler konzipiert. Der Rumpfkonus kann ganz nach Belieben abgesägt werden. Da ich einen 50 mm-Spinner nutze, bin ich entsprechend verfahren. Dank der großen Kabinenhaube ist ein sehr einfacher Akkuwechsel möglich. Meiner Gewohnheit entsprechend will ich einen für die Ebene optimierten Power-Getriebeantrieb verwenden. Dazu stand mir Andy Reisenauer mit Rat und Tat zur Seite.
    Meine Motormessungen
    Da ich als größte Akkus 6s-5000 mAh-Zellen nutze, waren das natürlich meine Favoriten. Auch statte ich alle Projekte nur mit HV-Komponenten (Hochvolt, > 6 V-BEC-Spannung) aus. Der Vorteil dabei, man schafft es bei richtiger Auslegung, den BEC Strom um mehr als ein Drittel zu reduzieren, was bei zehn Servos nicht unerheblich ist. Den Kontakt zu den zwei mal vier, also acht Flächenservos, stellte ich mit einer fest eingeklebten MPX-Stecker-/buchsen Kombination her.
    Da ich ausschließlich nur noch mit Telemetrie unterwegs bin, sind Informationen über die Antriebsdaten, ein Vario und ein GPS unverzichtbar. Dies sind meine Komponenten:

    Ausstattung des Vortex MACH-1:

    Empfänger: Jeti R14
    Servos (HV): 8 x KST DS225MG, 2 x JR-DES501BB
    Antrieb: Scorpion HK3226-1600/6:1 SuperChief (Reisenauer)
    Propeller: RFM 23x12 / 55 mm Mittelstück, Spinner 50 mm
    Regler: Mezon 120LV mit der SBEC (Jeti)
    Akku: SLS-Xtron 6s-5000 mAh/ 30C und Mylipo HV-6s-5200 mAh/30C
    Telemetrie: Mezon/MVario2/GPS-II (PowerBoxSystem, Vario-/Jeti)
    Abfluggewicht: 6390 g



    Der erste Blick
    Die Teile
    Es war schon beeindruckend als der "Monsterkarton" (220 x 60 x 40 cm) mit „gefühlten“ 20 kg im Sommer 2013 vor mir lag. Eine erster Blick zeigte mir einen GfK-Rumpf von sehr guter Qualität. Die Festigkeit ließ Vertrauen aufkommen, gerade weil einige CfK-Verstärkungen an den Stellen eingelegt waren, wo ich sie erwartet habe. Dazu habe ich den Rumpf durchleuchtet.

    Die Nähte sind sehr klein und die Oberfläche makellos glänzend. Mein kritischer Blick fand keine Lunker oder Unebenheiten, gleiches galt für die Flächen. Die Folie (keine übliche Bügelfolie!) ist spiegelglatt, extrem strapazierfähig und stark haftend.
    Das gedruckte Design befindet sich nicht auf so ganz hohem Niveau. Es sieht zwar toll aus - keine Frage - ist aber, bedingt durch den Druck, leider ziemlich abriebgefährdet. Vielleicht wäre eine Schutzschicht mit Klarlack nützlich. Zur Pflege bietet Tangent einen TA-Design-Saver an. Ich hatte dieses Mittel ebenfalls bestellt und kann das Fläschchen nur jedem empfehlen! Diese Milch ist ideal zum Pflegen des Designs und nach nur einem leichten Polieren mit einem weichen Tuch stellt sich ein Hochglanz ein, der die Arbeit vergessen lässt. Auf keinen Fall dürfen lösungsmittelhaltige Reiniger oder Alkohol verwendet werden!
    Die Kleinteile waren sehr gut fixiert, geschützt verpackt und vollständig. Für mich repräsentierte dieser Vortex einen tollen Qualitätsstandard. Die Bauanleitung ist sehr umfangreich und mit schwarz/weiß Bildern versehen, die allerdings detailreicher kopiert sein sollten. Die aktuelle Anleitung mit inzwischen tadellosen Bildern liegt zum Download bereit.

    Der zweite Blick - Rumpf
    Werkzeuge und Rumpfbauten
    Mir fiel auf, dass die hintere Pendel-HR-Anlenkung keinen Rumpfdurchbruch (Halbmondschlitz) hatte. Der muss selbst angefertigt werden. Das war aber nur bei den ersten Vortex-Lieferungen der Fall. Seit Anfang 2014 sind die HR-Schlitze eingearbeitet.
    Ebenso die Rumpföffnungen für die vorderen und hinteren Tragflügel-Zentrierstifte bzw. die des Hauptholmes. Hier sollte man sehr genau und gewissenhaft vorgehen und lieber mehrmals Nacharbeiten bis alles sauber passt. Sehr hilfreich ist dabei die präzise Vorarbeit seitens Tangent. Die Markierungen passen 100%ig!
    Hier musste nichts korrigiert werden. Die Markierungen passten perfekt


    Was vermutlich nur mein Vorserienmodell betraf, sind die teilweise "nicht passenden" Stahlstifte. Die einen waren entweder zu lang oder die anderen schlicht um ein paar Hunderstel zu dick! Aber ein Anruf genügte und ein paar Tage später lagen die passenden Stahlstifte vor mir und es konnte weiter gehen.
    Das Absägen der Rumpfnase ist notwendig, wenn ein Antrieb eingebaut werden soll. Dazu fertigt man sich eine stabile Schablone an, um die ovale Rumpfnase in einen Kreis zu zwingen (notfalls auch mit einer Zwinge). Der Rest ist Überwindung ... >klick<

    Mut und Sorgfalt wird belohnt. Der Spinner passt perfekt zum Rumpf


    Als CfK-Motorspant nutze ich gerne die gefrästen CfK-Anfertigungen von KD-Modelltechnik. Das sind die stabilsten und exaktesten Teile, die mir bekannt sind und werden gegebenenfalls auch auf Maß angefertigt!
    Seit 2014 sind auch die Schlitze für die Führung am SR ausgefräst. Bei meinem Modell war das leider noch nicht der Fall.
    SR Befestigung
    Zur Demontage des SR hat sich das kleine Nymphenköpfchen (letzte Bild) bewährt.
    Der Innenausbau folgt erst nach der Flächenfertigstellung, um beim Anpassen oder Nacharbeiten der ganzen Steckungen (Stiftführungen, Holmdurchbrüche, Klickbefestigungen bzw. die QR-Stecker-/buchsen) in einem leeren Rumpf arbeiten zu können!

    So schaut es innen dann aus. Später ist noch vorn rechts ein GPS-II von PowerSystem dazu gekommen


    Die Flächen
    Ich hatte mich für acht KST DS225MG Servos entschieden. Nach meinen Recherchen und Erprobungen haben die genügend Stellkraft und laufen sehr präzise. Zudem passen sie gut in die Schächte mit ihrer 10 mm Bauhöhe. Da ich ein Freund von Servorahmen bin (für mich käme kein Einkleben des Servos in Frage), mussten die Servoausschnitte vergrößert werden. Hier im Folgenden ersichtlich: Bildfolge - 1, - 2 und - 3
    Für den korrekten Einbau der Umlenkhebel habe ich auf Anregung eines Forumsmitglieds extra eine Schablone angefertigt. Diese Schablone gewährleistet eine korrekte Position des Drehpunktes und Höhe des Umlenkhebels. Es ist wichtig, hier schon mechanisch gute Vorarbeit zu leisten, da sonst bei gleichen Ruderbewegungen unterschiedlich große Ausschläge die Folge wären. Auch von Missgeschicken wurde ich nicht verschont, so dass einiges eben mehr Zeit beanspruchte. Wer glaubt, das bliebe einem erspart, der sei eines Besseren belehrt.
    Motor-Geriebe

    Als Servostecker/Buchsen
    Bildfolge
    haben sich die flachen Vierpoligen am Außenflügel und der MPX innen am Rumpfübergang bewährt.
    Montage
    Beim Ausrichten und Einkleben des MPX am Rumpf/Flächenübergang ist eine "dritte" Hand vorteilhaft!

    Man sollte diese Arbeit so früh wie möglich durchführen, da der Rumpf dann noch genügend Bewegungsspielraum lässt.


    Den Abschluss bilden die Montage und das Einstellen der Ruder. Das Werkzeug für die Ruder-Einstellarbeiten und -Kontrolle hat sich bei mir bestens bewährt.
    Nun folgte das exakte Auswiegen der Flächenteile. Dazu habe ich so viel Blei in einem Flügel und den Ruderschächten verteilt, bis Gleichgewicht erreicht war.

    Noch eine Empfehlung zu den HR-Hälften: Tangent weist darauf hin - Zitat: ..."Die beiden Höhenleitwerkshälften sind bereits werksseitig durch das integrierte TA-Pendelsystem vor Abrutschen gesichert"...
    In der Praxis sieht das leider nicht so positiv aus, da zumindest meine HR-Hälften die Tendenz zeigten, während des Fluges leicht nach außen zu wandern. Deshalb empfehle ich, zusätzlich die Enden der beiden Stähle (ca. 5 cm Abstand) im Schraubstock leicht zu verbiegen, damit eine noch sicherere (sehr feste) Klemmung entsteht!
    Zum Transport empfehle ich diese hochwertigen Schutz-Tragetaschen von RC-Taschen.

    Programmierungen
    Selbstverständlich sollte man, bevor es in die Luft geht, die Anweisungen von Tangent befolgen und alle Ruderwege, den Schwerpunkt und die EWD kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Ich habe drei Flugphasen programmiert. Dual-Rate, Differenzierungen, Expotential und den Kombiswitch sollte jeder für sich individuell erfliegen. An dieser Stelle möchte ich Tangent ein Lob aussprechen, da die Grundeinstellungen zum Vortex MACH-1 hervorragend passen.

    Da ich Modus-4 Flieger bin, betätige ich die Butterflystellung/Bremsklappen mit dem Gasknüppel. Damit der Vortex sich dabei nicht aufstellt, empfehle ich eine lineare Mischung auf das Tiefenruder (beim Jeti-System ca. 50%). Das Gas betätige ich mit einem seitlichen Hebel des Senders (links), der sich gut mit einem Finger betätigen lässt. Aus Sicherheitsgründen ist der Motorgashebel ein/aus schaltbar.
    Die Trimmung ist nicht auf global, so dass man in den Flugphasen eigene Trimmungen vornehmen kann. Im Folgenden meine Grundeinstellungen sowie die Ausschläge. Diese sind in der Anleitung vorgegeben:
    Standard: Die äußeren QR nehmen prozentual vom äußeren Ruder nach innen abnehmend verlaufend, alle anteilig mit. Die innerste Klappe hat daher nur noch etwa den halben Ausschlag. Die QR sind zu 40% differenziert und das SR wird zu 40% mitgenommen (Kombiswitch).

    Thermik: Wie bei "Standard", nur dass die Verwölbung "Thermik" nach Anleitung erfolgt. Die QR-Differenzierung beträgt hier 60% und das SR wird zu 60% zugemischt.
    Speed: Fast wie bei "Standard". Die Grundverwölbung "Speed" erfolgte nach Anleitung und so laufen alle Ruder parallel zum QR mit. Keine QR-Differenzierung und kein Kombiswitch. Nur in dieser Flugphase ist die Butterflystellung deaktiviert!
    Es hat sich später herausgestellt, dass ich mit diesen Einstellungen wunderbar fliegen kann. Ich habe nur noch Feinkorrekturen vorgenommen. Auf weitere Mischer wurde vorerst verzichtet. Das Snap-Roll, für extremen Kunstflug habe ich noch nicht ausprobiert, folgt aber sicherlich später. Ich habe lediglich eine kleine Verzögerung von etwa einer Sekunde bei der Aktivierung und Deaktivierung der einzelnen Flugphasen eingestellt. Das hat sich als sehr positiv heraus gestellt. Nun erfolgen die Übergänge nicht schlagartig und der Vortex gleitet ohne ein erkennbares "Eigenleben" in diese Zustände .
    Beim Erststart lag der Schwerpunkt bei 115 mm und die EWD betrug 1,5°.

    Fliegen
    Das Aufrüsten ist Formsache und geht dank des Easy-Click-Systems schnell von der Hand. Zusätzlich sichere ich die Flächen und die Außenflügel immer mit einem breiten PVC-Klebeband. Rumpfseitig in weiß und am Außenflügel in blau. Damit es später keine hässlichen Rückstände der Klebestreifen gibt, sollte man die Ränder mit kristallklarem Tesa bekleben (vorher entfetten). Von diesen fast unsichtbaren Schutzstreifen lassen sich ohne Rückstände die Flächensicherungen wieder lösen.
    Ein wohlvertrautes Piepsen kam aus der Richtung des Laders. Wirklich erstaunlich, war ich bis dahin die Ruhe selbst, stieg jetzt plötzlich der Adrenalinspiegel und vom Gefühl war der 6s-5000 mAh/30C LiPo noch nie so schnell geladen. Es nützte aber nichts, da musste ich nun durch und viele werden das sicher nachvollziehen können! Auch die bange Frage, ob die 4 Bft böiger Wind nicht doch zu heftig seien, fand keine Bestätigung ... naja, den Versuch war es wert.
    Nützt nichts, wenn der LiPo-Akku voll geladen ist geht's los ...





    Zur Sicherheit noch der ultimative Check. Ein Freund sollte nun den Vortex aus der Hand bei Halbgas starten. Ein kurzer Blickkontakt, Motor auf Halbgas und ab damit. Der Vortex MACH-1 flog völlig ohne Korrekturbedarf in einer leicht ansteigenden Bahn. Nun gab ich Vollgas und zog das HR - boah - so hatte ich mir das erhofft! Klasse, diese Antriebskombination! Senkrecht zieht dieser 6,4 kg schwere Vortex mit etwa 20 m/s in den Himmel (nach der Auswertung meiner gemittelten Loggingdaten). In ungefähr 200 m Höhe Motor aus, um das erste Trimmen in den Flugphasen vorzunehmen. Es folgte der obligatorische Abfangbogen, mit Wind und gegen den Wind. Auch der Rückenflug folgte. Dabei erfordert der Vortex am HR stärkere Unterstützung. Die programmierte Butterflystellung verlangte mehr TR-Beimischung.
    Das Meiste waren aber nur Feinkorrekturen, gerade in den Flugphasen. Hier musste ich immer leicht auf Tiefe trimmen. Dann wurde ich mutiger. Es war erstaunlich, wie schnell ich mit diesem Flugverhalten "eins" wurde. Gut daran zu erkennen, dass schon nach ein paar Minuten die ersten schnellen Rollen geflogen wurden (das Vertrauen in diese Maschine kam durch). Und er ist dabei erstaunlich wendig. Von einem eher behäbigen 4,4 m-Segler keine Spur! Wohl auch eine Folge der jetzt direkt als "ein" QR wirkenden Klappen (siehe Bild).

    Mutiger werdend konnte ich mir ein paar schnelle Rollen in Stellung "Speed" nicht verkneifen





    Der Vortex ist dabei unglaublich kursstabil. Dabei spielt es keine Rolle, ob nun Thermik oder Speed angesagt war. Das Überziehverhalten ist äußerst unkritisch, er senkt nur leicht die Nase und deutet damit an: "Hallo, es darf gerne etwas zügiger geflogen werden".
    Enges Kreisen ist kein Problem. Auch ohne Verwölbung hatte ich damit keinerlei Probleme. Im Gegenteil, die Loggingdaten zeigten ein effizientes Steigen auch in der Normalstellung (keine Verwölbung des Profils). Das Kurvenverhalten ist neutral. Hier macht sich das exakte Auswiegen mittels der verteilten Gewichte bemerkbar. Es spielt keine Rolle, ob links- oder rechtsherum gekreist wird.

    Meine anfängliche Befürchtung (Schutzbehauptung), der Wind könnte zu stark sein, entpuppte sich als unbegründet. Dem Vortex MACH-1 macht der Wind gar nichts aus. Im Landeanflug zeigte sich die starke Wirkung der Buttelflystellung. Man kann den Vortex aus großer Höhe in einem steilen Winkel sinken lassen, ohne dass dabei die Geschwindigkeit zunimmt. Der Gleitwinkel und Aufsetzpunkt ist mit den Butterfly-Klappen sehr gut steuerbar. Klasse, so sind genaue Landungen auf engsten Raum kein Problem.
    Auf Grund meiner Trimmerfahrung habe ich den SP auf 113 mm zurückverlegt (bis heute so geblieben) und die HR-Beimischung beim Butterfly auf den endgültigen Wert von 50% (bei Jeti) etwas erhöht.

    Der Vortex Mach I im Landeanflug und alle Klappen gesetzt. Es geht "normal" noch steiler!





    So gerüstet folgten weitere Starts. Dann habe ich ihn selbst in die Luft befördert. Es reichte ein leichter Schubs mit Halbgas und der Vortex zieht ohne durchzusacken sofort horizontal los. Es ist schon erstaunlich, da ich bisher, also ohne diese Erfahrung, immer behauptet habe: Das Starten von Modellen mit solchen Ausmaßen (6,4 kg bei 4,4 m Spannweite) geht nur mit Helfer - mit nichten, es geht auch alleine perfekt!
    Mit diesen Korrekturen bin ich vorerst zufrieden, da der Vortex MACH-1 (tatsächlich!) extrem kursstabil ist und dabei einen sehr hohen Geschwindigkeitsbereich abdeckt. Faszinierend ist der Durchzug. Wie die Geschwindigkeit wieder in Höhe umgesetzt wird. Dabei erreicht der Vortex auch mal schnell die 200 km/h Marke (mein Rekord lag bisher bei 255 km/h). Beim tieferen Speedflug wird einem ein leichtes Grinsen entlockt. Die Geräuschkulisse ist dann ein helles und eher leises Pfeifen, was für mich auf eine gute Aerodynamik hindeutet. Festigkeitsmäßig habe ich volles Vertrauen in den Vortex und kann den Slogan von Tangent dazu nur bestätigen.
    Es ist erstaunlich, welch' breites Spektrum an Flugeinlagen der Vortex abdeckt. Das Gute dabei, man hat nie das Gefühl, dass hier ein Kompromiss eingegangen wurde - im Gegenteil! Für mich einfach nur ein souveränes Fliegen, dessen Grenze das Können des Piloten ist.
    Mein Antrieb benötigt im Mittel um die 300 mAh pro 200 m-Steigflug. Da ich die Warnschwelle auf 3500 mAh gestellt habe (beim 5000 mAh LiPo), ergeben sich garantierte elf Steigflüge. Selbst ohne Thermikanschluss und einigen Speed- bzw. Kunstflugeinlagen sind so längere Flugzeiten möglich. Mit Thermikanschluss dann eben "open-end".

    Resümee
    Der Vortex MACH-1 ist für mich ein klasse Modell mit dem Tangent ein großer Wurf gelungen ist. Klar, man muss noch ein paar Feinheiten beim Bau bedenken bzw. ergänzen, aber wir sind doch auch Modellbauer. Ich hätte vorher nie gedacht, dass man derart viel Freude mit dem Vortex MACH-1 haben könnte. Man muss wissen, ich war immer überzeugt: Nur GfK/CfK-Paarungen führen zum Erfolg. Falsch, beim Fliegen des Vortex ist dieser Unterschied nicht zu spüren.
    Erfolgreicher Erstflug, das Gesicht spricht Bände ...





    Ein sehr zufriedener Modellflieger fuhr glücklich nach Hause...


    Hier noch ein paar Flugloggings:

    Links die Steighöhe und dazu die geloggte Speed (bis zu 200 km/h) über Grund mittels GPS-II Sensors von Powerbox System. Die mittlere Geschwindigkeit betrug hier ca. 55 km/h. Zwischen Minute 18 und 23 wurde Thermik ausgekurbelt. Höhengewinn dabei knapp 100 m.





    Grün die Varioaufzeichnung in Verbindung mit den Einschaltphasen des Antriebs. Die Steigflüge mit bis zu 20 m/s sind gut erkennbar. Nach 27 Min. und acht Steigflügen waren 2200 mAh aus dem LiPo-Akku entnommen.





    Für mich war auch die BEC-Auslegung von Interesse. Diese Daten zeigen mir, mit den MEZON-BEC ist man auf der sicheren Seite! Nur wenn volle Butterflystellung gesetzt wurde: 15:30 Min. bei hoher Geschwindigkeit und Landung nach 25 Min., der BEC-Strom betrug zwischen 2,5 A und maximal 4 A. Der Spannungseinbruch der BEC-Spannung ist vernachlässigbar klein. Der mittlere BEC-Strom betrug um die 0,45A.





    Mal ein paar andere Daten. In "nur" 25 Minuten Flugdauer legte der Vortex schon eine Strecke von fast 30 km zurück. Die maximale Distanz zum Pilot betrug dabei 700 m.









    Bezug: Tangent Modelltechnik
    Wikilink: Vortex Mach-1 von Tangent