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  • Fesselflug

    Wie ich nach fast einem halben Jahrhundert RC-Modellflug zum Fesselflug gekommen bin.


    Ralph Freckmann

    Erstveröffentlichung 06.06.2009

    Alles fing damit an, dass ich mir nach Fertigstellung meiner aus den 50er Jahren stammenden Graupner Cessna als neues Projekt den ARES von William Werwage ausgesucht hatte. Allerdings habe ich aus der legendären Fesselflugmaschine eine RC-Version gebaut.

    Bei meinen Recherchen über den ARES bin ich dann zwangsläufig näher mit dem Fesselflug in Berührung gekommen.
    Das Thema interessierte mich sehr, so dass ich im letzten Jahr einen Kunstflugwettbewerb in Oer-Erkenschwik besucht habe, nur um mal zu sehen, wie Fesselflug in Natura aussieht. Ich wurde dort sehr freundlich aufgenommen und hatte sogar die Möglichkeit, das erste Mal ein Flugmodell auf diese Art zu steuern, was mir großen Spaß bereitet hat.

    Das nächste Bauprojekt stand somit fest. Es musste ein kunstflugfähiges Fesselflugmodell werden. Es ist typisch für so ein Modell, dass es meist, auch aus Gewichtsgründen, nicht demontierbar ist. Damit es in mein Auto passt, habe ich mich für ein Modell der 7,5 cm³-Klasse entschieden.
    Sicher wird jemand, der schon seit längerer Zeit Fesselflugmodelle baut, teilweise andere Lösungen beim Bau bevorzugen, aber es ist mein erstes Modell, so dass ich es beim nächsten Mal auch einiges anders machen kann.

    Mein Fesselkunstflugmodell sollte so leicht wie möglich sein, also habe ich zunächst Balsaholz in ausgesuchter Qualität bestellt und einen Bauplan in Anlehnung an den legendären ARES gezeichnet. Dann konnte ich mit dem Bau der Tragfläche beginnen.

    Die Positionen der Nasen- und Scharnierleiste der Flaps habe ich auf das Baubrett übertragen und die Leisten auf Abstandshaltern mit dem Baubrett verklebt. Danach habe ich mit einem Stift, auf einem entsprechenden Klötzchen montiert, die Mittellinie innen und außen angezeichnet. Anschließend wurden die Rippen im Blockverfahren hergestellt und jede Rippe mit einer exakten Mittellinie versehen. Die Rippen wurden an ihrer entsprechenden Position eingepasst und verklebt. So entstand ein absolut gerades Rippengerüst.
    Diese Bauweise habe ich der Beschreibung von Frank Wadle auf der Fesselflugseite entnommen.



    An dieser Stelle habe ich das Steuersegment aus Aluminium angefertigt, mit den Lead-out-wire s (auf deutsch:?) verbunden und im Flügelmittelteil eingeklebt.



    Hier ist darauf zu achten, das Steuersegment so zu dimensionieren, dass es die komplette Last aufnehmen kann, die später im Flug auftritt. Also lieber gleich etwas stabiler bauen als nachher reparieren. Die Tragfläche blieb so lange auf der Helling, bis die komplette Unterseite zum Verschleifen fertig war.



    In diesem Baustadium habe ich die Tragfläche von der Helling gelöst, umgedreht und wieder auf den Abstandshaltern fixiert. Wichtig ist hier, dass der Flügel ohne Spannung wieder mit dem Baubrett verklebt wird. Nur so bleibt er gerade.



    Die Flügeloberseite ist beplankt und der Verstellmechanismus der Lead-out-wires an der Endrippe, die vorher mit 0,4 mm dickem Sperrholz verstärkt wurde, verklebt. Später kann mit einem langen Inbusschlüssel die Schraube gelockert werden, um die Lead-out-wires verschieben zu können.



    Die rechte Seite der Tragfläche bekam eine Box, in der Ausgleichsgewichte zum Trimmen der Flugbahn befestigt werden können. Ich habe die Box aus Aluminium gedreht, aber eine Sperrholzbox reicht auch und kann ohne spezielles Werkzeug hergestellt werden.



    Die Flaps wurden aus Vollmaterial geschliffen und am Flügel montiert. Als Scharniere verwende ich Stiftscharniere mit einem Durchmesser von 4,5 mm. Nachdem auch die Randbögen verschliffen sind, kann der Tragflügel beiseite gelegt und das Höhenleitwerk gebaut werden. Das Höhenleitwerk habe ich konventionell auf dem Baubrett aufgebaut, da es ja nicht profiliert ist.



    Es besteht aus einem Stück, also mit den Klappen, Randbögen usw. Nach dem Verschleifen habe ich die Ruderklappen abgetrennt und das Höhenleitwerk fertig gestellt.

    Weiter ging es mit dem Rumpfbau.

    Der Motorträger wurde aus 12 mm Buchensperrholz ausgesägt und mit den Motorbefestigungsschrauben versehen. Damit sich der Motor später nicht durch Vibrationen in das Holz einarbeiten kann, habe ich eine Auflage aus 1 mm Aluminiumblech aufgeklebt.



    Danach habe ich den Ringspant mit dem Motorträger verklebt. Die vorderen Innenflächen der Rumpfseitenwände wurden mit 0,4 mm dickem Sperrholz verstärkt und mit den Rumpfspanten verklebt. Nachdem alles gut durchgetrocknet war, folgten die restlichen formgebenden Halbspanten, die mit dem Rumpfgerüst verklebt wurden.



    Um dem Rumpf eine höhere Steifigkeit zu verleihen, habe ich Querbrettchen aus 3 mm Balsaholz eingesetzt. Nun mussten Rumpfboden und Rumpfrücken nur noch mit Balsaleisten verschlossen werden.



    Ich habe Leiste für Leiste zugeschnitten und auf die Formspanten geklebt. Hierfür benutzte ich UHU-hart, weil sich später dieser Klebstoff am besten in Verbindung mit Balsaholz schleifen lässt. Im Motorbereich wurden nun die Formklötze aus weichem Balsa eingesetzt und die GfK-Kabinenhaube aufgeklebt. Nun konnte der Rumpf in Form geschliffen werden.



    Auf dem Bild kann man noch gut die Struktur der Leistenbauweise erkennen. In den Formklotz im Leitwerksbereich habe ich eine Aufnahme für das Seitenleitwerk eingearbeitet. Wie man hier sehen kann, ist die Flügelaufnahme noch nicht aus dem Rumpf heraus getrennt worden. Das geschah erst, nachdem der Motor eingepasst und der Leitwerksbereich fertig war.



    Den Rumpf habe ich vermessen und dann die Ausschnitte für Tragfläche und Höhenleitwerk angezeichnet und ausgeschnitten.



    In diesem Baustadium zeigt sich mein Modell erstmals als eine Einheit. Nun war das Finish an der Reihe. Aus Gewichtsgründen, aber auch weil es reparaturfreundlicher ist, habe ich das Flügelwerk mit Bügelfolie bespannt. Der Rumpf wurde mit einer Lage UP-Vorgelat schwarz eingefärbt, überzogen und verschliffen.



    Nachdem letzte Unebenheiten ausgespachtelt waren, habe ich eine seitliche „Wartungsöffnung“ in den Rumpf geschnitten, durch die der Tank eingesetzt und auch gewartet werden kann. Der Rumpf wurde nun mit einer dünnen Lage Haftgrund gespritzt.



    Nachdem das Leitwerk mit roter Folie bespannt und in den Rumpf eingeklebt war, wurde der Rumpf rot lackiert. Während der Trocknungszeit habe ich den Flügel bespannt. Zunächst mit schwarzer Folie an der Flügelnase. Dann folgten die roten Felder, die den Rippenbereich komplett abdecken, und zuletzt war der weiße Zierstreifen dran. Die Farbgebung auf dem Höhenleitwerk, also das Schwarz und Weiß, sind lackiert, weil sich Folie auf Folie nur schwer blasenfrei aufeinander kleben lässt. Nachdem auch der Rumpf fertig lackiert war, habe ich den Tank aus Weißblech gelötet und in den Rumpf eingebaut. Der Tank arbeitet nach dem Uniflow-System. Wie so ein Tank funktioniert und wie er hergestellt wird, lässt sich auch auf der Fesselflugseite nachlesen.



    Die Radverkleidungen habe ich aus leichtem Balsaholz gebaut und zur Verstärkung mit Glasseide und Epoxidharz überzogen. Danach kam dann das übliche Schleifen, Spachteln, Grundieren und abschließend Lackieren.



    Da mein OS .46LA einen RC-Vergaser hatte, stand auch hier noch Arbeit an. Die Remotedüsennadel habe ich beibehalten, allerdings nicht am Motor, sondern auf dem Motorträger befestigt. Den Venturi habe ich aus einem Stück Vollaluminium gedreht und mit einer einfachen Düse für die Treibstoffversorgung versehen.



    Den Schalldämpfer musste ich etwas nacharbeiten, da er ursprünglich für einen OS .46 FX gedacht war und somit hier nicht passte.



    Der Flügel wurde schließlich mit dem Rumpf verklebt und das Fahrwerk an den Flügel geschraubt. Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn man bei Bauende alle Komponenten zusammensetzt und dann das fertige Flugmodell vor einem steht.



    Der Ausschlag des Seitenruders lässt sich über ein kurzes Gestänge verstellen. Vorerst belasse ich es auf Vollausschlag, also auf der sicheren Seite, um möglichst viel Zug auf den Steuerleinen zu haben. Später kann der Ausschlag noch angepasst werden.



    Zum guten Schluss mal ein Bild meiner „Fernsteuerung“, mit sehr wenig Aufwand selbst gebaut. Die Empfindlichkeit der Steuerung wird über den Abstand Steuerleinenanschlüsse-Griffmitte eingestellt. Getrimmt wird entweder über die Gewindestangen oder durch Versetzen der Leinenanschlüsse. Viel mehr braucht es zum Fesselfliegen eigentlich nicht.
    Ein Satz Steuerleinen und ein Glühkerzenakku, dann kann es losgehen.

    Jetzt muss ich nur noch das Fesselfliegen erlernen, damit ich auch mit dem Modell umgehen kann.

    Sollten noch Fragen bestehen, so ist im RC-Network-Forum in der Fesselflugsparte der richtige Platz dafür. Dort sind immer einige sehr kompetente User und natürlich der Moderator Bernd Langner anwesend, die immer weiterhelfen können.

    Anm. d. Red.: Die erwähnte Fesselflugseite ist möglicherweise diese hier: www.fesselflug.eu
    Kommentare 9 Kommentare
    1. Avatar von Holger W.
      Holger W. -
      Was für ein wunderschönes Modell!
      Leider fehlt mir jedes Verständnis für die Kreis"fliegerei", aber einen guten Holzbau erkenne ich auch so.
      H.
    1. Avatar von Daniel Jacobs
      Daniel Jacobs -
      Hey,

      wirklich schön gebaut, schade das es nur im Kreis fliegen kann. Viel Spaß trotzdem mit dem Modell.


      Gruß.
    1. Avatar von Debian
      Debian -
      Moin,,
      ich kann mich nur meinen beiden Vorredner anschließen, ein sehr schönes Modell, aber warum man so ein Modell für den Fesselflug baut, kann ich leider auch nicht nachvollziehen.

      Gruß
      Uwe
    1. Avatar von Claus Eckert
      Claus Eckert -
      Naja, ein Fesselflieger fliegt eben im Kreis und baut sich ein entsprechendes Modell.
      Aber es spricht ja nichts dagegen so ein Modell für den RC-Betrieb umzubauen?

      Hier der Link auf den ARES-Bauplan welcher als Vorlage für das Modell von Ralph Freckmann diente.
    1. Avatar von Rennsemmel
      Rennsemmel -
      Fesselflieger fliegen ja nicht nur im Kreis
      Alles was mit Höhenruder geht wird auch geflogen das verdrehen der Leinen hat erst ab ca. 8 Loopings nennenswerten Einfluss. Die durchschnittliche Fluggeschwindigkeit eines Fessel-Kunstflugmodells der Größe sind 90 km/h , sind also pi mal daumen 25 m/s. Normale flughöhe sind so 1,5 bis 2 m , hast also 0,1 Sekunde bevor die "Sicherheitshöhe" weg ist. Adrenalin ? Flieg mal mit 90 km/h senkrecht nach unten auf den Boden zu, flieg dann eine scharfe Ecke die in besagten 1,5 m endet, um im Rückenflug! weiterzufliegen, nennt sich Wingover, nach ner halben Runde nochmal das gleiche um wieder in Normalfluglage zu kommen. Kunstflieger sind die langsamsten Fesselflugmodelle, es gibt auch Fuchsjagd mit zwei Modellen im Kreis (ca. 160 km/h), Manschaftsrennen mit drei Modellen (bis zu 240km/h) und Mechaniker, der das Modell nachtankt (zwei Pitstops ), sowie Speed (über 300 km/h, Pilot muss dabei um einen Mast Rennen). Dann noch Scale und Carrier (nachgestelte Flugzeugträgerdeck Ziellandungen). Wer von den Vorrednern mal in der nähe von Potsdam ist kann sich bei mir über PN melden, mal sehen ob man der mangelnden Vorstellungskraft etwas auf die Sprünge helfen kann.
      Viele Grüße,
      Sebastian
    1. Avatar von Konrad Kunik
      Konrad Kunik -
      Moin Sebastian,

      da ist noch reichlich Platz im Magazin, um die Wissenslücken zu beseitigen.
    1. Avatar von Schotte07
      Schotte07 -
      Schöner Beitrag und schönes gut gebautes Model. Hab den Modellflug in meiner Jugend mit Fesselflug begonnen. Welche Leinenlänge fliegst du?
    1. Avatar von Niklas Fischer
      Niklas Fischer -
      Interessanter Bericht, danke!
    1. Avatar von Kümmel
      Kümmel -
      Mein heißestes Fesselflugmodell war der "ULTRA STUNTA"von Graupner...im Jahre 1957...

      Gruß Lothar...